Wunden salben

Denn der Hirt muss scharfsichtig zum Tadeln
und milde zur Barmherzigkeit sein.
Er soll vollkommen zuschlagen,
um alle Kraft der Krankheit vollkommen zu durchbohren;
er soll vollkommen mit Barmherzigkeit salben,
um die Wunden, die er schlägt, zu heilen.
Denn wenn er weniger heftig als erforderlich schlägt,
dann bringt er den verborgenen Eiter nicht heraus.
Und wenn er heftig schlägt und nicht reichlich salbt,
dann bringt er den Geschlagenen durch Strenge um
und macht ihn nicht wieder gesund.
Gregorius Magnus

(J. Stöhr: Brüderliche Zurechtweisung, EOS 1989)

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