IN ASCENSIONE DOMINI – CHRISTI HIMMELFAHRT

Ursprünglich war die gottesdienstliche Feier der Auffahrt des Herrn mit dem Pfingsttage verbunden gewesen. Um das Jahr 400 aber war ihr bereits auch ein eigener Tag geweiht. Als selbständiges Fest gewann es von den ältesten Zeiten her gerade in der Mutterkirche von Rom eine hervorragende Stellung. War Ostern das Fest des Sieges Jesu Christi, so erscheint das heutige als das Fest des triumphierende Einzuges des Ostersiegers in die ewige Lichtstadt des Himmels, wo er als unser glorreicher Mittler und König thront – Rex gloriæ. In der Frühzeit des Kirchenjahres war dieser Tag der Abschluß der großen Feste des Erlösers.

Christus zog nicht allein in den Himmel ein, an seinem Triumphzug nahm die ganze menschliche Natur teil.
Gott hat uns mitbelebt in Christus und mitauferweckt und in Christus Jesus mitversetzt in den Himmel. (Eph. 2, 4-6)
Er ist nicht allein aufgefahren, er hat nicht allein den Thron der Herrlichkeit bestiegen, sondern wir mit ihm:
Gottes Sohn hat die mit ihm als Glieder zu einem Leibe zusammengeschlossenen Gläubigen zur Rechten des Vaters gesetzt. (Leo der Große)
So findet das erhabene Geheimnis der Himmelfahrt seine Fortsetzung, bis mit der Aufnahme des letzten Auserwählten der mystische Leib Christi seine Vollendung erreicht haben wird.

Wir wollen uns freuen über den Triumph unsres göttlichen Heilandes, der nun der König der Glorie ist.
Wenn ihr mich liebtet, würdet ihr euch freuen, daß ich zum Vater gehe. (Joh. 14,28)
Wir sollen aber auch selbst ein sehnsüchtiges Verlangen erwecken nach der Seligkeit des Himmels, unsrer einstigen Heimat. Was droben ist, suchet, wo Christus ist zur Rechten des Vaters (Kol. 3,1).
Beachten wir auch, daß der Heiland vom Ölberg, der Stätte seines Leidensbeginnes, zum Himmel aufgefahren ist; so müssen auch wir durch viele Trübsale ins Himmelreich eingehen. (Act. 14,22)

Die Himmelfahrt Christi ist die Vollendung und Erfüllung
aller seiner übrigen Feste und ein glückseliger Beschluß
der ganzen irdischen Laufbahn des Gottessohnes.
(Bernhard von Clairvaux)

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