Von der Beachtung der Keuschheit

Wie Rita das Gelübde der Keuschheit verwirklichte

Durch ein Wunder der Gnade Gottes war Rita auch ein vollendetes Vorbild der Keuschheit. Denn diese wunderbare Tugend, wie sie im Ordensstand gelobt und gelebt wird, ist wahrlich ein Wunder der Gnade. Die Natur kann sie nicht geben, sie ist wirklich Gottes Gabe. Rita war von engelsgleicher Reinheit, weil sie immer die Jungfräulichkeit der Seele bewahrt hatte.

Von frühester Kindheit an war es Ritas inniger Wunsch gewesen, sich Gott zu weihen. Als sie nicht auf eigenen Wunsch, sondern im Gehorsam gegenüber dem Willen Gottes und ihrer Eltern geheiratet hatte, lebte sie in vollkommener ehelicher Keuschheit. Selbst als Ehefrau und Mutter blieb der Wunsch nach dem geistlichen Lebensstand immer in ihr lebendig. Und als der Tod ihr den Mann und die Kinder genommen hatte, eilte sie, wie wir wissen, umgehend ins Kloster und wurde dann auf wunderbare Weise aufgenommen, um sich selbst dort gleichsam zu begraben, zuerst als Gottes Magd, dann als Braut des Gottessohnes. Im Kloster nun erwarb sie mit Gottes Gnade und im strikten Gehorsam gegenüber dem Gelübde der Keuschheit jene Reinheit, die das Kennzeichen der Engel ist.

Um das Gelübde der Keuschheit zu bewahren, bewachte Rita ihre Sinne, sie beherrschte sie und hielt sich von allem fern, was das Gelübde gefährden konnte. Sie bewachte ihre Augen und hielt sie immer auf Jesus gerichtet, ihre Ohren, indem sie nur auf das hörte, was Gott zu ihr sprach, ihre Zunge, indem sie nur in der Sprache des Himmels redete, ihre Gedanken und ihr Herz, indem sie sich jeden Tag neu Gott weihte.

Ritas engelsgleiches Leben im Kloster entging nicht dem Erzfeind der Seelen, und Gott, der ihre Treue als Braut seines Sohnes stärken wollte, erlaubte Luzifer, sie zu versuchen und anzugreifen, manchmal durch Komplimente oder verlockende Vorschläge. Aber Rita war zu erprobt in den Tugenden, um ein Opfer der Ränke Luzifers zu werden, und so oft er versuchte, sie zum Verstoß gegen ihr Gelübde zu verleiten, genauso oft unterlag er. Rita schien zu wissen, dass die Keuschheit hauptsächliches Ziel der Attacken Luzifers war. Um über diesen mächtigen Feind zu triumphieren, richtete sie daher all ihr Bemühen darauf, ihren Leib dem Geist zu unterwerfen.

Die Mittel, die Rita wählte, um ihren Leib zu unterwerfen, würden Menschen, die keinen Glauben haben oder den weltlichen Luxus lieben, vielleicht als töricht, verrückt oder überspannt bezeichnen. Um ihren Leib zu unterwerfen, fastete sie. Sie hielt drei Fastenzeiten im Jahr und fastete auch zu den Vigilien der Feste der Gottesmutter Maria und ihrer Schutzheiligen. Während des Fastens nahm sie nur eine Mahlzeit am Tag ein und diese bestand nur aus Brot und Wasser. Durch die Schwächung ihres Körpers wurde Rita geistlich stärker und fähiger, sich gegen den Bösen zu verteidigen. Wenn sie das geringste Anzeichen von Auflehnung des Körpers spürte, erhob sie ihre Seele zu Gott und meditierte über die Heftigkeit und Ewigkeit der Höllenstrafe.

Rita handelte entsprechend und bedachte, dass »die Leiden der gegenwärtigen Zeit nichts bedeuten im Vergleich zu der Herrlichkeit, die an uns offenbar werden soll« (Röm 8,18). So hielt sie ihren Leib in Zucht und konnte jeden Angriff des Widersachers gegen ihr Gelübde abwehren. Sie nahm auch das Kreuzzeichen zu Hilfe, hatte immer die heiligen Namen Jesu und Mariens auf den Lippen und wurde durch fortwährende Bußübungen gestärkt.

Rita war nie glücklicher als in der Kapelle oder in der Stille und Einsamkeit ihrer Zelle. Sie ging nicht gerne ins Sprechzimmer, um mit Besuchern zu reden, außer wenn es sich um Hilfesuchende handelte, die Rat und Trost suchten.

(Sicardu J., Hl. Rita von Cascia, Kap. 20, Media-Maria 2022)

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„Das Buch eignet sich mit seinen kurzen Kapiteln von drei bis vier Seiten gut für einen Tagesimpuls, um selbst ein heiligmäßiges Leben zu führen und in der Liebe zu Gott zu wachsen. Einige Gebete runden das Werk ab.“CNA

P. José Sicardo OSA
Hl. Rita von Cascia. Helferin in größter Not
Media Maria 2022
144 Seiten; 14,95 Euro
ISBN: 978-3947931392

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