Ihr Bischöfe seid feige Mietlinge! – 3/9

Widersteht dem Antichrist!

(Caterina von Siena schreibt an Kardinäle und Bischöfe:)

O weh!
Wohin seid Ihr nur gekommen, da Eure Tugend sich nicht Eurer hohen Würde angeglichen hat!

Ihr wart dazu berufen, Euch an der Brust der heiligen Kirche zu nähren.

Wie Blumen wurdet Ihr in diesen Garten gesetzt, um den Wohlgeruch der Tugend zu verbreiten.

Als Säulen wart Ihr aufgestellt, um das Schiff der Kirche und den Stellvertreter Christi auf Erden zu stützen.

Ihr wart dazu bestimmt, Lichter auf dem Leuchter zu sein, um die Christgläubigen zu erleuchten und den Glauben zu verbreiten.

Ihr werdet schon wissen, ob Ihr dieser Euch gestellten Aufgabe gerecht geworden seid.
Leider nicht!
Denn die Selbstsucht hat Euch die Einsicht geraubt.

Die Wahrheit ist, daß Ihr nur dazu in diesen Garten der Kirche eingepflanzt wurdet, um Kraft und Licht zu spenden und das Beispiel eines guten, heiligen Lebens zu geben. Wäret Ihr Euch dieser Wahrheit bewußt geworden, so hättet Ihr sie geliebt und Euch mit ihr bekleidet.

Wo ist denn Eure schuldige Dankbarkeit geblieben gegenüber dieser Braut, die Euch an ihrer Brust genährt hat? Ich sehe nichts als Undank. Undank aber läßt die Quelle der Frömmigkeit austrocknen.

Und was zeigt mir Eure Undankbarkeit, Ihr feigen Mietlinge?
Die Verfolgung, die Ihr jetzt zusammen mit den anderen dieser Braut (der Kirche) bereitet, in einer Zeit, wo Ihr doch wie ein Schild den Schlägen der Irrlehre und Spaltung widerstehen müßtet! Dabei kennt Ihr ganz genau die Wahrheit […}

Jetzt aber habt Ihr eine Kehrtwendung gemacht wie feige, erbärmliche Ritter. Euer eigener Schatten hat Euch Angst eingejagt. Ihr habt Euch selbst abgetrennt von der Wahrheit, die Euch stark gemacht hat, und seid übergegangen zur Lüge, die Geist und Leib schwächt, indem sie Euch der geistlichen wie auch der zeitlichen Gnade beraubt.
Und der Grund dafür?
Das Gift der Eigenliebe, das die ganze Welt vergiftet.

Dieses Gift hat Euch, Ihr Säulen,
schwach gemacht wie Strohhalme.

Ihr seid nicht mehr Blumen, die Wohlgeruch verbreiten, sondern Gestank, der die ganze Welt verpestet. Ihr seid keine Lichter am Leuchter, die den Glauben verbreiten. Ihr habt Euer Licht unter dem Scheffel des Stolzes versteckt und seid daher nicht mehr Verkünder, sondern Beschmutzer des Glaubens, da Ihr nun Finsternis verbreitet in Euch selbst und den anderen.

Ihr wart Engel im Fleisch, und Eure Aufgabe war es, uns vor dem höllischen Teufel zu schützen. Engelsdienste solltet Ihr verrichten, um die Schafe zum Gehorsam gegen die heilige Kirche zurückzuführen, aber Ihr habt Teufelsdienste übernommen.

Und nun versucht Ihr uns das Böse zu vermitteln, von dem Ihr selbst erfüllt seid, indem Ihr uns vom Gehorsam gegen den Christus auf Erden abbringen wollt und uns auffordert, dem Antichrist zu gehorchen. Er ist ein Glied des Teufels – und Ihr mit ihm, solange Ihr in dieser Häresie verbleibt!

Diese Verbblendung kommt aber nicht etwa aus einer Unkenntnis.
Sie kommt nicht daher, denn Ihr seid ja von keinem Menschen unterrichtet worden!
Nein, Ihr wißt, was die Wahrheit ist!
Ihr habt sie uns ja selber verkündet, nicht umgekehrt wir Euch!

(Caterina von Siena. An die Männer der Kirche II; Kleinhain 2005)

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