In Anbetracht der gegenwärtigen Situation

Ein Priester schreibt an seine Gläubigen:

In Anbetracht der gegenwärtigen Situation – in Deutschland und international – ist es sicher sinnvoll, sich einige Punkte der zeitlosen Lehre der hl. Kirche über Ursprung und Umfang der Staatsgewalt ins Gedächtnis zu rufen. Die Entfaltung der kirchlichen Lehre über das Staatswesen ist in einem ganz bedeutenden Umfang durch Papst Leo XIII. (er regierte die Kirche von 1878 bis 1903) geschehen. Allen sei empfohlen, die Lehrschreiben dieses Papstes aufmerksam zu studieren. Heute möchte ich Ihnen einen kleinen Ausschnitt aus seiner Enzyklika „Immortale Dei“ (über die christliche Staatsordnung) zur Verfügung stellen. Ebenso auch einen Ausschnitt aus einer Enzyklika Papst Pius‘ XI. (sein Pontifikat währte von 1922 bis 1939). Diese Enzyklika trägt den Titel „Mit brennender Sorge“ und wendet sich u.a. gegen staatlichen Totalitarismus, der sich im Namen eines sog. Volkswohles anmaßt, die objektiven Normen der Moral zu verletzen. (Hervorhebungen durch Fettdruck in den Textausschnitten aus den beiden Päpstlichen Lehrschreiben stammen von mir.)

-Name und Anschrift des Priesters sind tu domine bekannt.-

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Papst Leo XIII.

(Aus der Enzyklika „Immortale Dei“):

„Es ist nicht schwer, das Bild eines Staates zu entwerfen, der von der christlichen Philosophie geleitet wird. – Von Natur aus ist es dem Menschen angeboren, in der bürgerlichen Gesellschaft zu leben; denn, da ihm in der Vereinzelung die zum Leben notwendige Pflege und Fürsorge fehlt, ebenso auch die Bildung des Geistes und Gemütes nicht möglich ist, deswegen hat die göttliche Vorsehung es so geordnet, daß er in eine menschliche Gemeinschaft, die häusliche sowohl wie die bürgerliche, hineingeboren wurde; denn nur diese kann ihm vollen Lebensbedarf bieten. Da aber keine Gesellschaft bestehen kann, wenn nicht einer an der Spitze von allen steht, der durch kräftigen und gleichmäßigen Impuls einen jeden zu dem gemeinsamen Ziele hineinwendet, so ergibt sich für die bürgerliche Gesellschaft die Notwendigkeit einer Autorität, welche sie regiert; wie die Gesellschaft selbst, hat auch sie in der Natur und somit in Gott selbst ihren Ursprung. – Hieraus ergibt sich als zweite Folgerung, daß die politische Gewalt an und für sich Gott zu ihrem Urheber hat. Denn Gott allein ist so recht und im höchsten Sinne Herr der Dinge, dem darum alles, was da ist, untergeben ist und dienen muß, so daß, wer immer ein Herrscherrecht besitzt, dieses von keinem andern empfangen hat als von ihm, dem Herrscher über alle, von Gott. Es gibt keine Gewalt, außer von Gott.

Die Herrschergewalt ist aber an sich mit seiner Staatsform notwendig verknüpft; sie kann die eine oder andere Form annehmen, wenn diese das gemeinsame Wohl und Gedeihen wirksam fördert. Mag aber die Staatsverfassung sein welche sie wolle, immer haben jene, welchen die Gewalt innewohnt, vor allem auf Gott hinzublicken, den höchsten Regenten der Welt, und ihn als Vorbild und Richtschnur in der Leitung des Staates im Auge zu behalten. Wie nämlich Gott in den Dingen dieser sichtbaren Welt Mittel-Ursachen ins Leben gerufen hat, aus denen einigermaßen die Natur und das Walten Gottes erkannt werden können, und durch welche das Universum seinem letzten Ziele entgegengeführt werden soll, so wollte er auch in der bürgerlichen Gesellschaft eine Regierungsgewalt, deren Träger im gewissen Sinne ein Abbild sein sollten der Oberherrlichkeit Gottes über das menschliche Geschlecht und seiner göttlichen Vorsehung.

Darum soll die Regierung eine gerechte sein, nicht herrisch über alle Rechte hinaus, sondern väterlich, da ja auch Gottes Herrschaft über die Menschen eine höchst gerechte ist und mit väterlicher Güte verbunden; betätigen soll sie sich aber zum Nutzen der Bürger, weil nur darum den Herrschern die Gewalt gegeben ist, auf daß sie das Wohl des Staates wahrnehmen. Unter keiner Bedingung darf darum die Staatsgewalt dem Sonderinteresse des einen oder mehrerer dienen; zum Besten der Gesamtheit ist sie bestimmt. Wenn darum die Regierungsgewalt in Ungerechtigkeit entartet, wenn die Herrscher durch Härte und Übermut sich versündigen, wenn sie des Volkes Wohl nur schlecht in Acht nehmen, dann mögen sie wissen, daß sie einst Gott Rechenschaft abzulegen haben, und um so strenger, je heiliger das Amt gewesen, das anvertraut war, je höher die Würde, die ihnen war verliehen worden. ‚Die Mächtigen werden mächtig gestraft werden.'“

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Papst Pius XI.

(Aus der Enzyklika „Mit brennender Sorge“):

„Im verhängnisvollen Zug der Zeit liegt es, wie die Sittenlehre, so auch die Grundlagen des Rechtslebens und der Rechtspflege vom wahren Gottesglauben und von den geoffenbarten Gottesgeboten mehr und mehr abzulösen. Wir denken hier besonders an das sogenannte Naturrecht, das vom Finger des Schöpfers selbst in die Tafeln des Menschenherzens geschrieben wurde und von der gesunden, durch Sünde und Leidenschaft nicht verblendeten Vernunft von diesen Tafeln abgelesen werden kann.

An den Geboten dieses Naturrechts kann jedes positive Recht, von welchem Gesetzgeber es auch kommen mag, auf seinen sittlichen Gehalt, damit auf seine sittliche Befehlsmacht und Gewissensverpflichtung nachgeprüft werden. Menschliche Gesetze, die mit dem Naturrecht in unlösbarem Widerspruch stehen, kranken an einem Geburtsfehler, den kein Zwangsmittel, keine äußere Machtentfaltung sanieren kann. Mit diesem Maßstab muß auch der Grundsatz: „Recht ist, was dem Volke nützt“, gemessen werden, wenn man unterstellt, daß sittlich Unerlaubtes nie dem wahren Wohle des Volkes zu dienen vermag. Indes hat schon das alte Heidentum erkannt, daß der Satz, um völlig richtig zu sein, eigentlich umgekehrt werden und lauten muß: „Nie ist etwas nützlich, wenn es nicht gleichzeitig sittlich gut ist. Und nicht weil nützlich, ist es sittlich gut, sondern weil sittlich gut, ist es auch nützlich.“ Von dieser Sittenregel losgelöst, würde jener Grundsatz im zwischenstaatlichen Leben den ewigen Kriegszustand zwischen den verschiedenen Nationen bedeuten. Im innerstaatlichen Leben verkennt er, Nützlichkeits- und Rechtserwägungen miteinander verquickend, die grundlegende Tatsache, daß der Mensch als Persönlichkeit gottgegebene Rechte besitzt, die jedem auf ihre Leugnung, Aufhebung oder Brachlegung abzielenden Eingriff vonseiten der Gemeinschaft entzogen bleiben müssen. Die Mißachtung dieser Wahrheit übersieht, daß das wahre Gemeinwohl letztlich bestimmt und erkannt wird aus der Natur des Menschen mit ihrem harmonischen Ausgleich zwischen persönlichem Recht und sozialer Bindung, sowie aus dem durch die gleiche Menschennatur bestimmten Zweck der Gemeinschaft. Die Gemeinschaft ist vom Schöpfer gewollt als Mittel zur vollen Entfaltung der individuellen und sozialen Anlagen, die der Einzelmensch, gebend und nehmend, zu seinem und aller anderen Wohl auszuwerten hat. Auch jene umfassenderen und höheren Werte, die nicht vom Einzelnen, sondern nur von der Gemeinschaft verwirklicht werden können, sind vom Schöpfer letzten Endes des Menschen halber gewollt, zu seiner natürlichen und übernatürlichen Entfaltung und Vollendung. Ein Abweichen von dieser Ordnung rüttelt an den Tragpfeilern, auf denen die Gemeinschaft ruht, und gefährdet damit Ruhe, Sicherheit, ja Bestand der Gemeinschaft selbst.

Der gläubige Mensch hat ein unverlierbares Recht, seinen Glauben zu bekennen und in den ihm gemäßen Formen zu betätigen. Gesetze, die das Bekenntnis und die Betätigung dieses Glaubens unterdrücken oder erschweren, stehen im Widerspruch mit einem Naturgesetz.

 

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US-Präsident – Lebensrechtsbewegung – Ein Blick über den Tellerrand hinaus

Die Verfassung der Vereinigten Staaten legt den Beginn der Amtszeit eines US-Präsidentendiesen auf den 20. Januar fest. So begann heute vor vier Jahren die Präsidentschaft von Donald Trump. Am heutigen 20. Januar 2021 legt Joe Biden den Amtseid als US-Präsident ab.

Nun ist es höchste Zeit, um vom Trump-Zug abzuspringen
und wieder nach vorne zu schauen.

Ein Blick über den Tellerrand hinaus:

Nach vorne schauen

Die Lebensschutzbewegung in den USA nach Donald Trump

Am 16. Dezember war US-Vizepräsident Mike Pence Gastgeber einer Veranstaltung im Weißen Haus mit dem Titel „Das Leben siegt: Wir feiern vier Jahre Erfolge für den Lebensschutz“, um über eine außerordentlich erfolgreiche Amtszeit des Präsidenten für die pro-life-Bewegung zu reflektieren. Vertreter von mehr als zwanzig pro-life-Gruppen waren anwesend, zusammen mit vielen Trump-Funktionären. Pence legte die Lebensschutzpolitik dar, welche die Regierung erfolgreich umgesetzt hat, und versprach den Anwesenden, dass sein eigenes Eintreten für das Leben gerade erst beginnt. „Sie haben sich in den letzten vier Jahren für das Leben eingesetzt, und ich verspreche Ihnen, dass wir niemals aufhören werden, für das Recht auf Leben zu kämpfen“, erklärte Pence mit Leidenschaft. „In den kommenden Monaten und Jahren werden wir sehen, wie die Heiligkeit des Lebens wieder in den Mittelpunkt des amerikanischen Rechts gerückt wird.“

Diese Errungenschaften, die von eben jenen Anführern der pro-life-Bewegung und den Funktionären der Trump-Regierung hervorgebracht wurden, die sich versammelt hatten, um Bilanz zu ziehen, sind beeindruckend. Drei Richter des Obersten Gerichtshofs; mehr als 220 konservative Ernennungen von Bundesrichtern; beispiellose Kürzungen bei der Finanzierung der Abtreibungsindustrie; beispielloser Zugang zur Regierung für Anführer der pro-life-Bewegung. Eine Reihe von hochrangigen Vertretern, einschließlich des Präsidenten selbst, kamen zum Marsch für das Leben, um die lebensrettende Arbeit der Bewegung zu würdigen. Viele Anführer der pro-life-Bewegung setzten darauf, dass eine transaktionale Beziehung mit einem Präsidenten, der bereit ist, mit ihnen Geschäfte zu machen, Früchte tragen würde. Sie erreichten mehr, als sie sich hätten vorstellen können.

„Pence war die treibende Kraft“

Aber während Trump von Pence immer wieder als „der lebensschutzfreundlichste Präsident in der amerikanischen Geschichte“ bezeichnet wird, ist der Vizepräsident viel zu bescheiden. Pence selbst war die treibende Kraft hinter der pro-life-Politik der Trump-Regierung, und er und andere pro-life-Getreue in der Mannschaft von Trump nutzten eine weitgehend chaotische Präsidentschaft, um eine enorm viel für den Kampf gegen die Abtreibung zu erreichen. Trump war glücklicherweise bereit, ein Wegbereiter zu sein. Aber warum war dieser Präsident bereit, die Agenda der Lebensschutzbewegung anzuerkennen und ihr mehr Priorität einzuräumen als frühere Präsidenten der Republikaner – sogar mehr als Ronald Reagan oder George W. Bush?

Es gibt einen wichtigen Hintergrund, der häufig übersehen wird. Trump war der erste Kandidat der Republikaner, der keine festgelegte eigene Agenda hatte, die über Parolen hinausging. Im Gegensatz zu anderen Präsidenten kam er nicht mit einer Wunschliste von Maßnahmen, die er durchsetzen wollte, nach Washington. Weit davon entfernt, von seinem Vermächtnis besessen zu sein, war Trump offenbar fassungslos, dass er das Amt überhaupt gewonnen hatte. Als das geschah, griff er auf die Menschen um ihn herum zurück – Männer wie Pence, die ihm das Vertrauen der Lebensschutzbewegung gesichert hatten. Trump zog nicht mit einem Trump-Plan ins Weiße Haus ein, sondern mit einer Schar von Leuten, die entschlossen waren, seine Präsidentschaft zu nutzen, um ihre eigenen Ziele zu erreichen. Viele von ihnen waren pro-life. Sie haben in großem Stil geliefert.

Trump wollte „Anschein von Anstand“ vermitteln.

Waren es Trumps Überzeugungen, die der Lebensschutzbewegung zum Erfolg verhalfen, oder waren es die Überzeugungen und Prioritäten der Menschen um ihn herum? Wenn auch nur ein Bruchteil der Berichte und Insider-Aussagen aus seiner Amtszeit zutreffen, scheint es außerordentlich unwahrscheinlich, dass Trump selbst die Absicht hatte, seine Amtszeit zu nutzen, um Siege für die Lebensschutzbewegung zu erzielen. Laut Bob Woodward war es Steve Bannon, der Trump sagte, er müsse sich für den Lebensschutz einsetzen, um die Präsidentschaftsvorwahlen der Republikaner überhaupt zu gewinnen. Es ist viel wahrscheinlicher, dass gute Menschen Trumps Präsidentschaft genutzt haben, um pro-life-Politik durchzusetzen – nicht in erster Linie, weil Trump „der lebensschutzfreundlichste Präsident“ war, sondern weil Männer wie Pence die Gelegenheit mit beispiellosem Spielraum von oben genutzt haben.

Möglicherweise ist auch ein anderes, grundlegenderes Missverständnis im Spiel. Vor Trump war der Einsatz für den Lebensschutz in der Regel Teil einer allgemeinen familienfreundlichen Haltung, die zumindest den Anschein von Anstand vermittelte. Es stimmt, es gab eine Menge Heuchler auf diesem Weg – Politiker, die behaupteten, für das Leben zu sein, während sie Abtreibungen vornehmen ließen, wenn ihre Liebhaberinnen oder ihre Töchter schwanger wurden. Es hat auch viele Bekehrte gegeben – Menschen, die einst so hedonistisch waren wie Trump, aber schließlich umkehrten oder zum Glauben fanden. So drehte sich die Debatte um die Aufrichtigkeit von Trumps Überzeugungen im Allgemeinen darum, ob er tatsächlich gegen Abtreibung war. Wenn er wirklich für den Lebensschutz eintrat, so die Vermutung, war dies der Beweis dafür, dass wir ihn „falsch verstanden“ hatten und er ein neuer Mensch war.

Skandale in Abtreibungsindustrie

Als sich die Beweise häuften, dass Trump zumindest eine persönliche Abneigung gegen Abtreibung hatte – vier Leute, die mit ihm persönlich gesprochen haben, versicherten mir, dass seine Position gegen Abtreibung echt sei –, kamen viele zu dem Schluss, dass Trump ein Bekehrter sei. Bekehrte sind in der Lebensschutzbewegung keine Seltenheit, und viele Anführung dieser Bewegung, die einst Abtreibungsbefürworter waren oder zuvor ein hedonistisches Leben führten, sahen keinen Grund zu glauben, dass Trump nicht den gleichen Weg eingeschlagen hatte. Als die Trump-Regierung eine politische Maßnahme für den Lebensschutz nach der anderen vorlegte, wurden viele zu wahren Gläubigen und begannen, seine offensichtlichen Charakterschwächen und seinen Narzissmus zu übersehen oder zu verteidigen. Verhaltensweisen, die bei keinem anderen Präsidenten akzeptabel gewesen wären, wurden ignoriert.

Die Wahrheit ist, dass Trump gegen die Abtreibung zu sein scheint, während er bei fast allen anderen Themen unverändert geblieben ist. Im letzten halben Jahrzehnt wurde die Abtreibungsindustrie durch eine Reihe von spektakulären Skandalen erschüttert: Die Enthüllung, dass abgetriebene Kinder zwecks Verkauf von Körperteilen ausgebeutet wurden; Abtreibungsüberlebende, die lebend geboren und dem Tod überlassen wurden; demokratische Politiker wie Ralph Northam, die den Mord an bereits geborenen Kindern verteidigten. (Marjorie Dannenfelser von der [Lebensschutzorganisation] Susan B. Anthony List sagte mir, dass Trump über Northams Äußerungen ehrlich entsetzt war). Aufgrund der unermüdlichen Arbeit der Lebensschutzbewegung und des wachsenden Abtreibungsextremismus der Demokraten war es für einen Politiker noch nie so einfach, pro-life zu sein.

„Man kann Pro-Life sein – und ein furchtbarer Mensch“

Kurz gesagt: Politiker können wirklich pro-life sein und furchtbare Menschen bleiben. So scheint es bei Trump der Fall zu sein. Sich gegen die Praxis zu stellen, „die Babys direkt aus dem Mutterleib zu reißen“, wie Trump es ausdrückte, ist einfach nur grundlegender menschlicher Anstand. Die Tatsache, dass die gruseligen Demokraten dies nicht herausfinden können, macht Trump nicht zu einem guten Mann – oder einem guten Präsidenten.

Da nun die Trump-Präsidentschaft in einem Wirrwarr von Verschwörungstheorien, Paranoia und beispielloser Realitätsverweigerung endet, ist es wichtig, dass pro-life-Aktivisten und Konservative klar im Auge behalten, was die Trump-Regierung repräsentierte. Es war eine Gelegenheit, Politik zu machen, und sie erwies sich als weitaus fruchtbarer, als die meisten vermuteten. Aber Trump selbst ist genau der Mann, für den ihn die meisten im Jahr 2016 gehalten haben. In den vergangenen vier Jahren sahen einige die sozialkonservative Politik, die aus seiner Regierung hervorging, und dachten: Vielleicht ist der Charakter doch keine Zielbestimmung. Die letzten vier Wochen haben jedoch einmal mehr bewiesen, dass dem doch so ist. Der Trump-Zug ist entgleist, wenn pro-Trump-Anwalt Lin Wood vorschlägt, dass Pence (zusammen mit vielen anderen hochrangingen Republikanern) verhaftet werden sollte, wegen Hochverrats angeklagt, und durch ein Erschießungskommando getötet. Derartiger beispiellosen Irrsinn nimmt fast stündlich zu.

Die beste Zeit, um vom Trump-Zug abzuspringen, war schon vor einiger Zeit. Die zweitbeste Zeit, dies zu tun, ist jetzt.

Von Jonathon Van Maren, er ist pro-life-Aktivist, Kommunikationsdirektor bei der Lebensschutzorganisation Canadian Centre for Bio-Ethical Reform und Publizist.

In Deutsch erschienen am 17. Januar 2021 bei CNAdeutsch

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Corona-Test aus der Drogerie und die Folgen

Fragolin berichtet in seiner Fußnoten zum Dienstag:

Endlich gibt es einen Corona-Test in der Drogerie zu kaufen. Für nur 120 Eulen darf man in eine Röhre spucken und seinen Speichel an ein Labor schicken. Oder den vom Nachbarn oder dessen Pferd, egal, kann eh keiner nachweisen.
Wenn der Test negativ ist, ist er wertlos, weil ihn sowieso keine offizielle Stelle anerkennt. Eben weil keiner nachweisen kann, wer da wohin gespuckt hat.
Wenn der Test positiv ist, wird man der Behörde gemeldet und sofort unter Quarantäne gestellt. Im Zweifel für den Anschober.
Und das ohne jeden Beweis, wie zuverlässig der Test ist und wie groß die Testunsicherheit.
Also eine Masochisten-Lotterie mit einem 120-Euro-Los und als einzig möglichem Gewinn zwei Wochen Freiheitsentzug.
Ich bin mal gespannt, wie viele Idioten sich das kaufen werden und mit dem eigenen Geld der Panikregierung entsprechende Infiziertenzahlen schenken. Herrlich.

LE PENSEUR – http://lepenseur-lepenseur.blogspot.com/2020/07/funoten-zum-dienstag_14.html

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Fall der Hagia Sophia – Warnung an Europa

Paulus hat einen Brief an die Galater geschrieben. „Galatien“ ist ein Gebiet im Zentrum Kleinasiens, in der heutigen Türkei. Der Apostel Paulus schreibt an diese große „Gemeinde“:

„Täuschet euch nicht,
Gott lässt seiner nicht spotten.“
Gal 6,7

Hagia Sophia fresco, © Heidi Jonker 25-OCT-2005. – http://www.pbase.com/image/51459837

Der Schriftsteller Stefan Zweig (1881-1942) hatte die symbolische Bedeutung der Eroberung der Kirche durch die Osmanen im Jahre 1453 in seinem Band „Sternstunden der Menschheit“ beschrieben. Den Fall Konstantinopels deutete er hier als historische Warnung an Europa, dem das gleiche Schicksal drohe, wenn es ihm an Wachsamkeit und Verteidigungsbereitschaft gegenüber den radikalen Strömungen im Islam mangele, die es seit über 1400 Jahren bedrohen.

[…]

Während Europa in der Erzählung Zweigs gleichgültig gegenüber der Gefahr ist, dass die „Hagia Sophia, die herrlichste Kirche des Abendlandes, in Gefahr schwebt, eine Moschee des Unglaubens zu werden“ und „noch immer nicht die Gefahr für die Kultur des Abendlandes“ erkennt, bewahren nur seine Mauern Byzanz vorläufig noch vor dem Untergang. Diese Mauern, die „von jedem Kaiser der tausend Jahre abermals ergänzt und erneuert“ wurden, schützen die Stadt nicht nur vor „dem zügellosen Ansturm der Barbarenhorden und den Kriegsscharen der Türken“, sondern sind auch ein Symbol für seine Kultur.

[…]

Zweig schildert die letzten Tage von Konstantinopel als den Überlebenskampf einer sterbenden Kultur, die noch einmal alle Mittel mobilisiert, über die sie verfügt:

„Damit allen gewärtig sei, was ihnen zu verteidigen obliege: der Glaube, die große Vergangenheit, die gemeinsame Kultur, ordnet der Basileus eine ergreifende Zeremonie an. Auf seinen Befehl sammelt sich das ganze Volk, Orthodoxe und Katholiken, Priester und Laien, Kinder und Greise, zu einer einzigen Prozession.

[…]

Nicht kann er zwar wie Mahomet ihnen unermeßliche Beute versprechen. Aber die Ehre schildert er ihnen, die sie für die Christenheit und die ganze abendländische Welt erwerben, wenn sie diesen letzten entscheidenden Ansturm abwehren, und die Gefahr, wenn sie den Mordbrennern erliegen: Mahomet und Konstantin, beide wissen sie: dieser Tag entscheidet auf Jahrhunderte Geschichte.“

Während der Fall Konstantinopels im kollektiven Gedächtnis Europas kaum noch eine Rolle spielt, gilt dieses Ereignis im islamischen Kulturraum verbreitet als Symbol für den Sieg des Islam über das Christentum.

Zweig betonte diesen Aspekt in seiner Erzählung:

Siehe: – https://renovatio.org/2020/07/stefan-zweig-der-fall-der-hagia-sophia-als-warnung-an-europa/

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In Deutschland undenkbar.

Am Tag nach dem Gewinn der der Präsidentschaftswahlen in Polen (12. Juli 2020) erschien der Gewinner und Amtsinhaber Andrzej Duda im polnischen Marienwallfahrtsort Jasna Góra in Tschenstaochau. Zuerst gab es nur wenige Zeugen für die Ankunft der Präsidentenlimousine. Es war ein persönlicher Besuch Dudas bei der schwarzen Muttergottes. Andrzej Duda kam um 20.13 Uhr an und ging mit dem General des Paulinerordens Arnold Chrapkowski und dem Prior des Klosters, Pater Samuel Pacholski, in die Kirche.

Immer um 21 Uhr ist in der Kirche das Abendgebet der Mönche, zu dem viele Gläubige erscheinen. So füllte sich auch an diesem Abend die Kirche von Jasna Gora. Die Menschen beteten für Andrzej Duda und für ihr Land. Sie setzen große Hoffnungen auf ihren glaubenstreuen und praktizierenden katholischen Staatspräsidenten .

In Deutschland undenkbar.

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Heimatprimiz auf dem Parkplatz …

… das klingt wie die Geburt eines Säuglings auf dem Parkplatz …
… ist aber nicht zu ändern.

Unweit von Hattersheim, zwischen Zeilsheim und Unterliederbach befindet sich die „Jahrhunderthalle Frankfurt-Höchst“. Die in den 60er Jahren hochmoderne Konzert- und Kongresshalle war wiederholt Ort von legendären TV-Veranstaltungen, etwa mit Kuhlenkampf, Frankenfeld und anderen Größen der 60er bis 80er Jahre.

Ein spektakuläres Ereignis für die Frankfurter steht am Samstag den 11. Juli bevor. Zwar nicht in der Jahrhunderthalle sondern auf dem Parkplatz Jahrhunderthalle.

An diesem Samstag wird der Neupriester Pater Johannes Rehm seine Heimatprimiz feiern, nicht in einer großen Frankfurter Kirche, sondern auf einem Parkplatz …

„Johannes Rehm wurde 1993 in Frankfurt a. M. geboren. Als viertes von fünf Kindern hatte er das große Glück, in einer tief katholischen Familie aufzuwachsen. Schön früh durfte er in der Kapelle der Priesterbruderschaft in Hattersheim beim heiligen Messopfer ministrieren. Dort besuchte er auch den Katechismusunterricht und empfing die großen Gnaden der Erstkommunion und der Firmung. Weil seine Eltern ihm eine wirklich traditionell-katholische Ausbildung auf den Lebensweg mitgeben wollten, scheuten sie kein Opfer, um ihm den Besuch der Internatsschulen der Priesterbruderschaft zu ermöglichen. So konnte er im Don-Bosco-Gymnasium in Diestedde (2004–2007), der Herz-Jesu-Schule in Saarbrücken (2007–2010) und der St. Michael ́s School in England (2010–2013) geformt werden.

Mit großer Dankbarkeit blickt er auf diese Jahre zurück, in denen er die Größe des Messopfers entdecken durfte und von dem Vorbild der dort wirkenden Priester wesentlich geprägt wurde. Ganz natürlich reifte so der Wunsch in ihm heran, auch Priester zu werden. Nach dem Schulabschluss verbrachte er ein knappes halbes Jahr im Priorat und Waisenhaus der Priesterbruderschaft in Indien, bevor er im Oktober 2014 in das Priesterseminar in Zaitzkofen eintrat.“

Herzliche Einladung zur Heimatprímiz von Pater Johannes Rehm in Frankfurt.
Es gibt keine Beschränkung der Teilnehmerzahl.

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