Kniebeugungsgebet – 3

Du ewig strömende Quelle des Lebens und des Lichtes, Du gleichewige schöpferische Kraft des Vaters, der Du die ganze Heilsordnung zur Erlösung der Sterblichen so herrlich erfüllt hast, Christus, unser Gott; der Du die unlösbaren Bande des Todes und die Riegel der Hölle zersprengt, die Menge der bösen Geister aber niedergetreten. Der Du Dich selbst als makelloses Schlachtopfer für uns dargebracht hast und – den reinen, von aller Sünde unberührten und [ihr] unzugänglichen Leib zum Opfer hingebend – uns durch diesen furchtbaren und unaussprechlichen Priesterdienst das ewige Leben geschenkt hast; der Du zum Hades hinuntergestiegen bist, die ewigen Riegel zertrümmert und den in der Tiefe Sitzenden den Aufstieg gewiesen; [der Du] den urbösen Drachen des Abgrunds aber mit göttlich weiser Lockung gefangen genommen und mit den Ketten der Finsternis im Tartaros gebunden und in unauslöschlichem Feuer und äußerstem Dunkel mit Deiner grenzenlos mächtigen Stärke gefesselt hast; Du hochgerühmte Weisheit des Vaters, der Du den Bedrängten als großer Helfer erscheinst und diejenigen erleuchtest, die im Finstern sitzen und im Schatten des Todes. Du Herr der ewigen Herrlichkeit und des höchsten Vaters geliebter Sohn, ewiges Licht vom ewigen Lichte, Sonne der Gerechtigkeit, erhöre uns, die wir Dich bitten und lass ruhen die Seelen Deiner Diener, unserer vormals entschlafenen Väter und Brüder und der übrigen Blutsverwandten, ja aller Glaubensgefährten, deren Gedächtnis wir jetzt feiern; denn Du hast Gewalt über alles und hältst in Deiner Hand alle Enden der Erde. Gebieter, Allherrscher, Gott der Väter und Herr des Erbarmens, Schöpfer des sterblichen und des unsterblichen Geschlechts und aller menschlichen Natur, der entstehenden und wieder vergehenden, des Lebens und des Hinscheidens, des Hierweilens und der Versetzung ins Jenseits; der Du den Lebenden die Jahre bemessest und die Zeit des Todes bestimmst, ins Totenreich hineinführst und wieder herausführst, bindest in Schwäche und lösest in Kraft, das Gegenwärtige zum Nutzen einrichtest und das Zukünftige zuträglich anordnest; der Du die mit dem Stachel des Todes Verwundeten durch die Hoffnung auf die Auferstehung belebst. O Gebieter des Alls, Gott, unser Heiland, Du Hoffnung aller Enden der Erde und derer, die weit auf dem Meere; der Du uns auch an diesem letzten, großen und heilbringenden Tag des Pfingstfestes das Geheimnis der heiligen, wesenseinen, gleichewigen, unteilbaren und unvermischten Dreifaltigkeit geoffenbart hast und [der Du] das Herabkommen und die Ankunft Deines Heiligen und lebenspendenden Geistes über Deine Apostel in Gestalt feuriger Zungen ausgegossen, sie zu Verkündern unseres frommen Glaubens eingesetzt und als Bekenner und Prediger der wahren Gotteslehre erwiesen hast; der Du auch an Deinem hocherhabenen und heilbringenden Fest das Flehen um Versöhnung für die im Hades Gefangenen anzunehmen geruhest und [der Du] uns die große Hoffnung gewährst, dass den Gefangenen Erleichterung von dem sie umfangenden Makel und Tröstung von Dir herabgesandt werde. Erhöre uns Niedrige, Deine Diener, die wir Dich bitten, und lass die Seelen Deiner entschlafenen Diener ruhen am Orte des Lichts, am Orte der Wonne, am Orte der Erfrischung, an dem hinwegflieht aller Schmerz, [alle] Trauer und [alle] Klage; versetze ihre Geister in die Gezelte der Gerechten und würdige sie des Friedens und der Erholung; denn nicht die Toten werden Dich preisen, o Herr, noch werden sich die Bewohner der Unterwelt erkühnen, Dir Danksagung darzubringen; wir aber, die wir leben, preisen Dich, beten Dich an und bringen Dir sühnende Gebete und Opfer für ihre Seelen dar.

Er fügt auch dieses Gebet hinzu:

O Gott, [Du] Großer und Ewiger, [Du] Heiliger und Menschenliebender, der Du uns gewürdigt hast, in dieser Stunde vor Deiner unnahbaren Herrlichkeit zu stehen zur Besinnung und zum Lobe Deiner Wunder; versöhne Dich uns, Deinen unwürdigen Dienern, und verleihe uns die Gnade, Dir zerknirschten Herzens und ohne Hochmut den dreimal heiligen Lobgesang und die Danksagung darzubringen für Deine großen Wohltaten, die Du an uns getan hast und immerfort an uns noch tust! Gedenke, o Herr, unserer Schwachheit und vertilge uns nicht in unseren Sünden, sondern übe gemäß unserer Demut große Gnade, auf dass wir – der Finsternis der Sünden entronnen – im Tage der Gerechtigkeit wandeln und – angetan mit der Rüstung des Lichtes – unangefochten verbleiben von jeglicher Arglist des Bösen und Dich, den einzigen, wahren und menschenliebenden Gott, für alles voll Zuversicht preisen!

Quelle

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Himmlische Lehre

Wenn wir das Auge darauf richten,
die Würde des Heiligen Geistes zu erfassen,
so dürfen wir nicht etwas
von der Erhabenheit des Vaters und des Sohnes
Verschiedenes denken.
Denn das Wesen der göttlichen Dreifaltigkeit
widerspricht in keiner Hinsicht Ihrer Einheit.

Eine ewig währende Eigenheit ist es für den Vater,
der Erzeuger eines Ihm gleich ewigen Sohnes zu sein.
Eine ewig währende Eigenheit ist es für den Sohn,
zeitlos vom Vater hervorgebracht zu sein.
Auch für den Heiligen Geist
ist es eine ewig währende Eigenheit,
der Geist des Vaters und des Sohnes zu sein.

Daher ist der Vater nie ohne Sohn,
nie sind Vater und Sohn
ohne den Heiligen Geist gewesen.

In Ihrer Existenz
sind alle Zeitstufen ausgeschlossen;
keine Person ist früher, keine später,
Denn die unwandelbare Gottheit
dieser seligen Dreifaltigkeit
ist eins im Wesen, ungeteilt im Werk,
übereinstimmend im Willen,
gleich in der Allmacht,
ebenbürtig in der Herrlichkeit.

Wenn die Heilige Schrift von Ihr so spricht,
dass sie Ihr Taten oder Worte zuschreibt,
die den einzelnen Personen
Rentsprechen scheinen,
wird der katholische Glaube
dadurch nicht verwirrt, sondern belehrt,
so dass durch die Eigentümlichkeit der Stimme
oder des Werkes
die Wahrheit der Dreifaltigkeit
|indringlich eingeschärft wird:
Der Verstand soll nicht trennen,
Bas das Gehör unterscheidet.
Deswegen nämlich werden gewisse Dinge
unter Nennung des Vaters oder des Sohnes
oder des Heiligen Geistes vorgebracht,
damit das Bekenntnis der Gläubigen
in der Dreifaltigkeit nicht irre.
Da sie ja in sich untrennbar ist,
würde man nie darauf kommen,
dass es eine Dreifaltigkeit gibt,
wenn diese immer ungetrennt genannt würde.
So zieht also gerade die Schwierigkeit,
darüber zu sprechen,
unser Herz zum richtigen Verständnis hin,
und gerade wegen unserer Schwachheit
kommt uns die himmlische Lehre zu Hilfe.

Weil in der Gottheit des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes
nicht an eine einzige Person,
noch an eine Verschiedenheit der Natur
zu denken ist,
kann die wahre Dreifaltigkeit
gleichzeitig im Geist gedacht,
aber nicht gleichzeitig mit dem Mund
ausgesprochen werden.
Wenn dieser Glaube
in unseren Herzen fest gegründet ist,
dann glauben wir auf heilbringende Weise,
dass die ganze Dreifaltigkeit zusammen
eine Kraft, eine Majestät, ein Wesen ist,
ungeschieden im Wirken,
untrennbar durch die Liebe,
ununterschieden in der Macht,
die alles zugleich erfüllt
und alles zugleich umfasst.

(Leo der Große)

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Nach DIR verlangen

O ewige Gottheit,
o ewige Dreieinigkeit!
Du hast bewirkt,
dass das Blut Deines einzigen Sohnes
durch die Vereinigung mit der göttlichen Natur
ein so wertvoller Preis ist!

Du, ewige Dreifaltigkeit, bist ein tiefes Meer,
in dem ich immer Neues entdecke,
je länger ich suche.
Und je mehr ich finde,
desto mehr suche ich Dich.

Gleichsam auf unersättliche Weise
sättigst Du die Seele;
denn in Deinem Abgrund
sättigst Du die Seele so,
dass sie doch immer noch hungrig bleibt,
nach Dir, ewige Dreifaltigkeit, verlangt
und sich danach sehnt,
Dich, das Licht,
in Deinem Licht zu schauen.

Ich kostete und schaute
mit dem Licht der Vernunft
in Deinem Licht Deinen Abgrund,
ewige Dreifaltigkeit,
und die Schönheit Deiner Schöpfung.

Darum hüllte ich mich ein in Dich
wie in ein Gewand und sah,
dass ich Dein Bild sein werde.

Denn, ewiger Vater,
Du schenktest mir von Deiner Macht
und von Deiner Weisheit,
von der Weisheit,
die Deinem Eingeborenen eigen ist.
Und der Heilige Geist,
der von Dir, dem Vater,
und von Deinem Sohn ausgeht,
hat mir die Willenskraft verliehen,
durch die Er mich fähig macht zu lieben.

Du, ewige Dreifaltigkeit,
bist der Schöpfer, ich bin das Geschöpf.
Durch das Blut Deines eingeborenen Sohnes
hast Du mich neu geschaffen;
daran erkenne ich, von Dir erleuchtet,
dass Du von der Schönheit Deines Geschöpfes
ergriffen bist.

O Abgrund, o ewige Dreifaltigkeit,
o Gottheit, o tiefes Meer!
Wie konntest Du mir Größeres geben
als Dich selbst!

Du bist das ewig brennende Feuer,
das sich nie aufzehrt,
doch mit Seiner Glut
alle Eigenliebe der Seele verzehrt.
Du bist das Feuer,
das alle Kälte wegnimmt
und mit Seinem Licht die Geister erleuchtet,
mit dem Licht,
in dem Du mir Deine Wahrheit
zu erkennen gabst.

Im Spiegel dieses Lichtes erkenne ich Dich,
das höchste Gut,
das Gute über allem Guten,
das selige Gute, das unermesslich Gute,
das unschätzbar Gute;
die Schönheit über aller Schönheit,
die Weisheit, größer als jegliche Weisheit.

Du Speise der Engel,
Du, der sich den Menschen schenkt
Feuer der Liebe.
Du bist das Gewand,
das meine Nacktheit bedeckt;
da wir hungern,
gibst Du uns die Speise Deiner Süße;
denn süß bist Du ohne alle Bitterkeit.
O ewige Dreifaltigkeit!

(Caterina von Siena)

+

Verwandle mein Herz

Dich verherrliche, lobe,
verehre, rühme und preise ich,
Dich, den allmächtigen Vater,
den Sohn und den Heiligen Geist,
den einzigen Gott in drei Personen.
Du bist mein Gott, König und Herr.
Hilf mir, verzeih mir, läutere und heilige mich!

Schenke mir Klugheit, Gerechtigkeit,
Tapferkeit und Augenmaß.

Schenke mir Glauben, Hoffnung und Liebe.

Schenke mir die Weisheit des Geistes,
des Verstandes und der Vernunft,
den Geist der Tapferkeit, der Wissenschaft,
der Frömmigkeit und der Gottesfurcht.
Verwandle mein Herz aus Stein
in ein Herz aus Fleisch;

Schenke mir die Demut des Herzens
und die Erkenntnis meiner großen Schuld.

Herr, ich bin nicht würdig,
in Deine Kirche einzutreten,
ich bin nicht würdig,
die Augen zum Himmel zu erheben
und Deinen Namen anzurufen.

Du aber hast mich nach Deinem Willen
geschaffen;
ab Erbarmen mit mir,
ein Herr und mein Gott.

(Petrus Damiani)

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Kniebeugungsgebet – 2

Herr Jesus Christus, unser Gott, der Du Deinen Frieden den Menschen gegeben hast und die Gabe des Allheiligen Geistes – noch im Leben uns gegenwärtig – als unentreißbares Erbe den Gläubigen immerfort darbietest; [der Du] sichtbarer aber dieselbe Gnade Deinen Jüngern und Aposteln heute herabgesandt und ihre Lippen durch feurige Zungen gekräftigt hast, durch die wir [wiederum], das menschliche Geschlecht, – die Erkenntnis Gottes in eigener Sprache im Gehöre empfangend – mit dem Licht des Geistes erleuchtet und dem Irrtum – [sozusagen] wie aus der Finsternis – entrissen sind; und [die wir] durch die Verteilung der wahrnehmbaren und feurigen Zungen und durch übernatürliche Wirksamkeit den Glauben an Dich erlernt haben und Dich mit dem Vater und dem Heiligen Geiste in einer Gottheit, Macht und Gewalt als Gott zu bekennen angefacht sind. Du nun, Abglanz des Vaters, Seines Wesens und Seiner Natur unveränderliches und unbewegliches Abbild, Quelle der Weisheit und der Gnade: öffne auch mir Sünder die Lippen und lehre mich, wie und wofür ich beten soll; denn Du kennst die große Menge meiner Sünden, Deine Barmherzigkeit aber wird die Unzahl derselben überwinden. Siehe, in Furcht stehe ich vor Dir [und] werfe die Verzagtheit meiner Seele in das Meer Deines Erbarmens; leite mein Leben, der Du durch [ein] Wort die ganze Schöpfung mit [der] unaussprechlichen Macht der Weisheit leitest, o stiller Hafen der vom Sturm Bedrängten; weise mir auch den Weg, den ich wandeln soll! Den Geist Deiner Weisheit gib meinen Gedanken, den Geist des Verstandes schenke meiner Unvernunft, mit dem Geiste Deiner Furcht überschatte meine Werke, erneuere auch den rechten Geist in meinem Innern und mit Deinem führenden Geist stärke meine ausgleitenden Gedanken, damit ich jeden Tag – durch Deinen guten Geist geführt zu dem, was förderlich ist – gewürdigt sei, Deine Gebote zu erfüllen und ewig Deiner herrlichen, über unsere Handlungen Rechenschaft fordernden Wiederkunft zu gedenken. Lasse mich nicht den vergänglichen Reizen dieser Welt anschmiegen, sondern stärke mich, nach dem Genusse der zukünftigen Schätze zu streben! Denn Du hast gesagt, o Gebieter, dass ein Jeglicher [das], was er auch immer erbitten werde in Deinem Namen, unverwehrt empfangen werde von Deinem mitewigen Gott und Vater. Darum, so flehe auch ich Sünder am Tage der Ankunft Deines Heiligen Geistes Deine Güte an: gib mir zum Heile, worum ich gebeten! Ja, Herr, Du jeglicher Wohltat reichlicher Geber und gütiger Spender, der Du in überfließender Fülle gibst, um was wir bitten; Du bist [ein] mitleidiger und erbarmender [Herr], der Du sündelos teilgehabt hast an unserem Fleische und Dich denen, die ihre Knie vor Dir beugen, mildherzig neigst, [und der Du] auch zur Sühnung geworden bist für unsere Sünden. Schenke denn, o Herr, Deinem Volke Deine Erbarmungen; erhöre uns aus Deinem heiligen Himmel; heilige uns mit der Kraft Deiner heilenden Rechten; birg uns unter dem Schatten Deiner Flügel; verschmähe nicht die Werke Deiner Hände! Dir allein sündigen wir, Dir allein dienen wir aber auch. Wir verstehen uns nicht, einen fremden Gott anzubeten, noch zu einem andern Gott, o Gebieter, unsere Hände auszustrecken. Verzeihe uns die Übertretungen und nimm unsere kniefälligen Bitten an; strecke nach uns allen [Deine] hilfreiche Hand aus; nimm das Gebet aller an als ein angenehmes Rauchopfer, das vor Deinem huldreichen Throne aufgenommen wird!

Er fügt auch dieses [Gebet] hinzu:

Herr, Herr, der Du uns errettest vor jedem Pfeil, der am Tage fliegt; errette uns auch von jedem Ungemach, das im Finstern schleicht! Nimm an das abendliche Opfer, die Erhebung unserer Hände! Würdige uns auch, die Strecke der Nacht ohne Tadel zurückzulegen, ohne Versuchung zu bösen [Dingen] und erlöse uns von aller Unruhe und Angst, die uns vom Teufel erregt wird! Verleihe unseren Seelen Zerknirschung und unseren Gedanken Besorgnis ob der Prüfung in Deinem furchtbaren und gerechten Gerichte! Festige unser Fleisch in Deiner Furcht und ertöte unsere irdischen Gliedmaßen, auf dass wir auch in der Ruhe des Schlafes erleuchtet werden durch die Betrachtung Deiner Gerichte! Halte auch fern von uns jeden unziemlichen Traum und [jede] schädliche Begierde! Aufstehen aber lass uns zur Zeit des Gebetes, gestärkt im Glauben und fortgeschritten in Deinen Geboten!

Quelle

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Kniebeugungsgebet – 1

Allerreinster, makelloser, anfangloser, unsichtbarer, unbegreiflicher, unerforschlicher, unveränderlicher, unüberwindlicher, unermesslicher, langmütiger Herr! Der Du allein Unsterblichkeit besitzest und wohnest in unnahbarem Lichte; der Du geschaffen hast den Himmel und die Erde und das Meer und alle Geschöpfe, die darin sind; der Du, bevor Du gebeten wirst, allen die Bitte gewährst! Dich bitten wir und Dich rufen wir an, menschenliebender Gebieter, den Vater unseres Herrn, Gottes und Erlösers Jesu Christi, der für uns Menschen und um unseres Heiles willen herabgekommen ist aus den Himmeln und Fleisch geworden vom Heiligen Geiste und der immer jungfräulichen und ruhmreichen Gottesgebärerin Maria. Der zuerst durch Worte belehrend, später aber auch durch Taten unterweisend, als Er das heilbringende Leiden erduldete, uns, Seinen niedrigen, sündhaften und unwürdigen Knechten, ein Vorbild gab, Dir unter Beugung von Nacken und Knien Gebete darzubringen für die eigenen Sünden und die unwissentlichen Vergehen des Volkes! Du selbst nun, gnadenreicher und menschenliebender Gott, erhöre uns, an welchem Tage auch immer wir Dich anrufen, vornehmlich aber an diesem Tage des Pfingstfestes, an dem unser Herr Jesus Christus, nachdem Er zum Himmel aufgefahren war und sich zu Deiner – Gottes, des Vaters – Rechten gesetzt hatte, den Heiligen Geist sandte auf Seine heiligen Jünger und Apostel; dieser [Heilige Geist] ließ sich auch auf einen jeden von ihnen nieder, und sie wurden alle erfüllt mit Seiner unerschöpflichen Gnade und verkündeten in fremden Zungen Deine Großtaten und weissagten. Nun also erhöre uns, die wir Dich bitten, und gedenke unser, die wir niedrig sind und verdammt, und hebe auf die Gefangenschaft unserer Seelen, der Du selbst Mitleid hast, das für uns eintritt! Nimm uns an, die wir vor Dir niederfallen und ausrufen: wir haben gesündigt, auf Dich sind wir geworfen aus dem Mutterschoße, vom Mutterschoße an bist Du unser Gott. Aber als unsere Tage dahinflossen in Eitelkeit, da sind wir Deiner Hilfe ledig geworden, sind verlustig gegangen jeglicher Entschuldigung; dennoch rufen wir voll Vertrauen auf Dein Erbarmen: der Sünden unserer Jugend und unseres Unverstandes gedenke nicht und reinige uns von unseren verborgenen Sünden; verwirf uns nicht im Alter, wenn unsere Kräfte schwinden, verlass uns nicht; ehe wir zur Erde zurückkehren, würdige uns der Umkehr zu Dir und sei uns geneigt in Huld und Gnade! Unsere Übertretungen miss mit Deinen Erbarmungen [und] stelle den Abgrund Deiner Erbarmungen der Menge unserer Versündigungen entgegen! Sieh herab von Deiner heiligen Höhe, o Herr, auf Dein vor Dir stehendes Volk, das reiche Gnade von Dir erwartet! Suche uns heim in Deiner Huld, reiße uns aus der Gewalt des Teufels; sichere unser Leben durch Deine heiligen und göttlichen Gebote! Einem treuen Schutzengel vertraue Dein Volk an, versammle uns alle in Dein Reich! Gewähre Verzeihung denen, die auf Dich hoffen; vergib ihnen und uns die Sünden! Reinige uns durch die Wirksamkeit Deines Heiligen Geistes; vernichte die gegen uns gerichteten Ränke des Feindes!

Angefügt wird demselben das folgende Gebet:

Gepriesen bist Du, Herr, Gebieter, Allherrscher, der Du den Tag mit dem Sonnenlicht erleuchtet und die Nacht mit Feuerglanz erhellt hast, der Du uns gewürdigt hast, den Lauf des Tages zu durchwandern und uns den Anfängen der Nacht zu nahen; erhöre unsere und die Bitten Deines ganzen Volkes; vergib uns alle absichtlichen und unabsichtlichen Sünden! Nimm unser Abendgebet an und sende die Fülle Deiner Gnade und Deiner Erbarmungen auf Dein Erbe herab! Umgib uns mit Deinen heiligen Engeln, wappne uns mit den Waffen Deiner Gerechtigkeit; umschirme uns mit Deiner Wahrheit, bewahre uns mit Deiner Macht, errette uns von jeder Drangsal, [und] von jedem Anschlag des Widersachers! Gewähre uns auch, dass der gegenwärtige Abend samt der anbrechenden Nacht vollkommen, heilig, [und] friedvoll sei, ohne Sünde, Versuchung, [und] bösen Traum, und [so] alle Tage unseres Lebens, auf die Fürbitten der heiligen Gottesgebärerin und aller Heiligen, die Dir von Ewigkeit her wohlgefallen haben!

Quelle

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Bitte um Vergebung

Christus, du bist Barmherzigkeit.
Wir bitten dich:
Komm in die Herzen der Erlösten,
und schenke ihnen den Geist der Buße!
Zu dir, Jesus, beten wir
mit Vertrauen und in Demut:
Christus, sei uns gnädig
und verzeih uns unsere Schuld
durch dein heiliges Kreuz
und deinen heiligen Leib.
Wir bitten dich: Behüte uns
wie deine Kinder für alle Zeit!

(Beda der Ehrwürdige)

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