Laurentius von Brindisi – 21. Juli

Der heilige Laurentius von Brindisi, dessen Taufname Julius Cäsar war, wurde 1559 in Brindisi geboren. Gestorben ist er am 22. Juli 1619 in Lissabon. Im Alter von 16 Jahren wurde er Kapuziner. Er war sehr gebildet und im Orden in mehrere hohe Ämtern berufen, sogar zum Generaloberen. Papst Klemens VIII. sandte ihn als Missionar hinaus. Durch ihn und seine glaubensstarken Predigten verbreitete er die Kapuziner in Deutschland, Österreich und Ungarn. Berühmt ist er auch, weil er den Soldaten während der Belagerung durch die Türken beistand und ihnen als geistlicher Beistand Mut machte. Laurentius starb während einer Reise in Lissabon. Dieser glaubensstarke Kapuziner ward Kirchenlehrer und „Doctor apostolicus“ genannt.

Am 23. März 2011 sprach Papst Benedikt XVI. anläßlich einer Generalaudienz zu den Menschen auf dem Petersplatz über den heiligen Laurentius von Brindisi:

… Seit seiner Kindheit hatte die geistliche Familie des hl. Franz von Assisi ihn angezogen. Als er mit sieben Jahren seinen Vater verlor, wurde er von der Mutter der Obhut der Franziskaner-Minoriten seiner Stadt anvertraut. Einige Jahre später zog er jedoch mit der Mutter nach Venedig. In Venetien lernte er die Kapuziner kennen, die sich in jener Zeit großherzig in den Dienst der ganzen Kirche gestellt hatten, um die große geistliche Reform zu unterstützen, die vom Konzil von Trient ausging. 1575 wurde Laurentius durch die Ordensprofeß Kapuzinerbruder, und 1582 wurde er zum Priester geweiht. Schon während der kirchlichen Studien zeigte sich, daß er mit hervorragenden intellektuellen Fähigkeiten begabt war. Er lernte mit Leichtigkeit die alten Sprachen – Griechisch, Hebräisch und Syrisch – sowie die modernen Sprachen wie Französisch und Deutsch, die zur Kenntnis des Italienischen und des Lateinischen, das einst von allen Klerikern und gebildeten Männern fließend gesprochen wurde, hinzukamen.

Dank der Beherrschung so vieler Sprachen konnte Laurentius ein intensives Apostolat bei verschiedenen Kategorien von Personen durchführen. Er war ein erfolgreicher Prediger und war nicht nur mit der Bibel, sondern auch mit der rabbinischen Literatur so sehr vertraut, daß selbst die Rabbiner darüber staunten, ihn bewunderten und ihm Anerkennung und Respekt entgegenbrachten. Als Theologe mit einer fundierten Kenntnis der Heiligen Schrift und der Kirchenväter war er in der Lage, die katholische Lehre in mustergültiger Weise auch den Christen zu erläutern, die – vor allem in Deutschland – der Reformation anhingen. Mit seinen klaren und ruhigen Ausführungen zeigte er die biblische und patristische Grundlage aller Glaubensartikel auf, die Martin Luther in Frage gestellt hatte – unter anderem des Primats des hl. Petrus und seiner Nachfolger, des göttlichen Ursprungs des Bischofsamts, der Rechtfertigung als innere Verwandlung des Menschen, der Notwendigkeit der guten Werke für das Heil. Der Erfolg, den Laurentius genoß, hilft uns zu verstehen, daß die Auseinandersetzung mit der Heiligen Schrift, in der Überlieferung der Kirche ausgelegt, auch heute, wo der ökumenische Dialog mit viel Hoffnung vorangetragen wird, ein unverzichtbares Element von grundlegender Bedeutung ist, wie ich im Apostolischen Schreiben Verbum Domini in Erinnerung gerufen habe (vgl. Nr. 46).

Auch die einfachen Gläubigen, die keine große Bildung besaßen, zogen Nutzen aus Laurentius’ überzeugendem Wort. Er wandte sich an die einfachen Menschen, um alle zu einem Leben zu ermahnen, das im Einklang steht mit dem Glauben, den man bekennt. Dies war ein großes Verdienst der Kapuziner und anderer Ordensgemeinschaften, die im 16. und 17. Jahrhundert zur Erneuerung des christlichen Lebens beitrugen, indem sie mit ihrem Lebenszeugnis und ihrer Lehre tief in die Gesellschaft vordrangen. Auch heute bedarf es für die Neuevangelisierung gut ausgebildeter, eifriger und mutiger Apostel, damit das Licht und die Schönheit des Evangeliums die Oberhand haben über die kulturellen Ausrichtungen des ethischen Relativismus und der religiösen Gleichgültigkeit und die verschiedenen Denkströmungen und Handlungsweisen in einen echten christlichen Humanismus verwandeln können. Es ist erstaunlich, daß der hl. Laurentius von Brindisi dieser Tätigkeit als angesehener und unermüdlicher Prediger in vielen Städten Italiens und in verschiedenen Ländern unermüdlich nachgehen konnte, obgleich er weitere gewichtige und verantwortungsvolle Ämter bekleidete. Innerhalb des Kapuzinerordens war er Professor der Theologie, Novizenmeister, mehrmals Provinzial und Generaldefinitor und schließlich, von 1602 bis 1605, Generalminister.

Inmitten der vielen Arbeiten pflegte Laurentius ein geistliches Leben von außergewöhnlichem Eifer, indem er dem Gebet und besonders der Feier der heiligen Messe viel Zeit widmete. Diese zog er oft über Stunden hin, tief bewegt in das Gedenken des Leidens, des Todes und der Auferstehung des Herrn hineingenommen. In der Schule der Heiligen kann jeder Priester, wie im kürzlich beendeten Priester-Jahr oft hervorgehoben wurde, die Gefahr des Aktivismus – also des Handelns, das die tiefen Beweggründe des Dienstes vergißt – nur dann vermeiden, wenn er für sein eigenes inneres Leben Sorge trägt. In meiner Ansprache an die Priester und Seminaristen in der Kathedrale von Brindisi, Laurentius’ Geburtsstadt, habe ich in Erinnerung gerufen: »Der Augenblick des Gebets ist der wichtigste Moment im Leben des Priesters, denn in ihm wirkt die göttliche Gnade und verleiht seinem Dienst Fruchtbarkeit. Beten ist der vorrangige Dienst an der Gemeinde. Deshalb müssen die Momente des Gebets in unserem Leben eine bevorzugte Stelle einnehmen. … Wenn wir nicht mit Gott innerlich in Gemeinschaft sind, können wir auch den anderen nichts geben. Deshalb hat Gott den absoluten Vorrang. Wir müssen immer die notwendige Zeit aufbringen, um mit unserem Herrn in Gebetsgemeinschaft zu sein« […]. Mit seinem unverwechselbar leidenschaftlichen Stil ermahnt Laurentius alle – nicht nur die Priester –, das Gebetsleben zu pflegen, weil wir dadurch zu Gott sprechen und Gott zu uns. Er ruft aus: »O hielten wir uns doch nur diese Wirklichkeit vor Augen: daß Gott wirklich gegenwärtig ist, wenn wir betend zu ihm sprechen; daß er unser Gebet wirklich hört, auch wenn wir nur mit dem Herzen und im Geiste beten – daß er nicht nur gegenwärtig ist und uns hört, sondern sogar gerne und mit größter Freude unseren Bitten entgegenkommt und dies seinem Wunsch entspricht«.

Ein weiterer Zug, der das Werk dieses Sohnes des hl. Franziskus auszeichnet, ist sein Einsatz für den Frieden. Sowohl die Päpste als auch die katholischen Fürsten vertrauten ihm wiederholt wichtige diplomatische Missionen an, um Streitigkeiten beizulegen und die Eintracht zwischen den europäischen Staaten zu fördern, die in jener Zeit durch das Osmanische Reich bedroht waren. Das moralische Ansehen, das er genoß, machte ihn zu einem gesuchten Ratgeber, auf den man hörte. Wie zur Zeit des hl. Laurentius hat die Welt auch heute einen großen Bedarf an Frieden, braucht sie Männer und Frauen, die den Frieden lieben und die Frieden vermitteln. Alle, die an Gott glauben, müssen immer ein Quell des Friedens und Friedensstifter sein. Im Rahmen einer dieser diplomatischen Missionen beendete Laurentius sein irdisches Leben: Er starb 1619 in Lissabon, wo er den König von Spanien, Philipp III., aufgesucht hatte, um das Anliegen der neapolitanischen Untertanen zu vertreten, die von den örtlichen Obrigkeiten schikaniert wurden.

Er wurde 1881 heiliggesprochen und verdiente sich durch seine kraftvolle und intensive Tätigkeit, sein umfassendes und ausgewogenes Wissen den Titel »Doctor apostolicus«, apostolischer Kirchenlehrer, der ihm von seiten des seligen Papstes Johannes XXIII. 1959 anläßlich seines 400. Geburtstages verliehen wurde. Diese Anerkennung wurde Laurentius von Brindisi auch deshalb zuteil, weil er Autor zahlreicher exegetischer und theologischer Werke sowie von Schriften war, die für die Predigt bestimmt waren. In ihnen bietet er eine in sich geschlossene Darlegung der Heilsgeschichte, bei der das Geheimnis der Menschwerdung im Mittelpunkt steht, die größte Offenbarung der göttlichen Liebe für die Menschen. Als hochkarätiger Mariologe und Autor einer Sammlung von Predigten über die Gottesmutter mit dem Titel »Mariale« hebt er die einzigartige Rolle der Jungfrau Maria hervor, deren Unbefleckte Empfängnis und deren Mitwirken am durch Christus gewirkten Heil er klar bestätigt. Mit feinem theologischem Gespür hat Laurentius von Brindisi auch das Wirken des Heiligen Geistes im Leben des Gläubigen hervorgehoben. Er erinnert uns daran, daß die dritte Person in der Dreifaltigkeit unser Bemühen, die Botschaft des Evangeliums freudig zu leben, erleuchtet und unterstützt. Der hl. Laurentius schreibt: »Der Heilige Geist sorgt dafür, daß das Joch des göttlichen Gesetzes nicht drückt und seine Last leicht ist, damit wir die Gebote Gottes mit größter Leichtigkeit, ja sogar mit Freude befolgen «.

Zum Abschluß dieser kurzen Vorstellung des Lebens und der Lehre des hl. Laurentius von Brindisi möchte ich hervorheben, daß seine ganze Tätigkeit von einer großen Liebe zur Heiligen Schrift beseelt war, die er großenteils auswendig kannte, sowie von der Überzeugung, daß das Hören und das Annehmen des Wortes Gottes uns von innen her verwandelt und diese Verwandlung uns zur Heiligkeit führt. Er sagt: »Das Wort Gottes ist Licht für den Verstand und Feuer für den Geist, so daß der Mensch Gott erkennen und lieben kann. Dem inneren Menschen, der vom Geist Gottes lebt, ist es Brot und Wasser: Brot, das süßer ist als Honig, und Wasser, das besser ist als Wein… Es ist ein Hammerschlag gegen ein Herz, das hartnäckig in den Untugenden verharrt. Es ist ein Schwert gegen das Fleisch, die Welt und den Teufel, das jede Sünde vernichtet«. Der hl. Laurentius von Brindisi lehrt uns, die Heilige Schrift zu lieben, in der Vertrautheit mit ihr zu wachsen, täglich die freundschaftliche Beziehung zum Herrn im Gebet zu pflegen, damit unser ganzes Handeln, alle unsere Tätigkeiten in ihm ihren Anfang und ihr Ende haben. Aus dieser Quelle müssen wir schöpfen, damit unser christliches Zeugnis leuchten kann und fähig ist, die Menschen unserer Zeit zu Gott zu führen.

Quelle

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Karl-Leisner-Verein zur Förderung der überlieferten Liturgie in Kleve

An jedem Sonntag um 8.30 Uhr:
Heilige Messe im tridentinischen Ritus
im äußersten Westen Deutschlands,
in der Kirche
St.-Antonius-Frasselt
Gocher Str. 57
47599 Kranenburg

Unser Verein wurde im Juli 2016 als Reaktion auf die im Dezember 2015 erfolgte Absetzung der seit 2007 in der Herz-Jesu-Kirche in Kleve gefeierten Alten Messe gegründet (http://www.summorum-pontificum.de/meldungen/d-a-ch/868-der-propst-der-goettlichen-barmherzigkeit.html). Nach einigem Briefwechsel mit dem Bistum Münster und einem Gespräch mit Vertretern des Bischofs wurde uns die Möglichkeit gegeben, die von uns gewünschte heilige Messe in Frasselt zu feiern. Hier erfolgte die erste Feier dieser heiligen Messe im September 2016.

HIER gibt es eine Standortbeschreibung um die Kirche zu finden.

https://www.alte-messe-frasselt.de/

St.-Antonius-Frasselt

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Mit dem Weggang der Benediktinerinnen aus Steinfeld …

… schließt das dritte monastische Kloster in der Eifel innerhalb von zwei Jahren.

Nachdem die Zisterzienser-Mönche von Himmerod (Bistum Trier) im Oktober 2017 sich selbst auflösten und in diesem Sommer 2018 der letzte Trappisten-Mönch Mariawald verlassen muss, weil Rom es so verfügt hat, haben nun auch die Benediktinerinnen von Steinfeld (beide Bistum Aachen) angekündigt, demnächst ihr Kloster zu verlassen.

Der Aderlass an Klöstern nimmt kein Ende. Und die Verantwortlichen in den Dikasterien und Ordinariaten fordern noch immer weitere Anpassung an den (Un-)Geist der Welt oder gleich die Schließung der Klöster.

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Das Benediktinerinnen-Kloster in Steinfeld ist eine Gründung des belgischen Priorats Notre-Dame/Ermeton-sur-Biert. Mehrere deutsche Frauen, die zwischen den beiden Weltkriegen in ein neues belgisches Benediktinerinnen-Kloster eingetreten waren, taten dies mit dem Wunsch, später wieder ein Kloster in Deutschland zu gründen. Sie waren fasziniert von dem Ideal des Gründers Dom Eugène Vandeur OSB (1875 – 1967), einem Mönch der Benediktiner-Abtei Maredsous (Belgien). Dieser war der Überzeugung, dass die Kirche „neue“ Benediktinerinnen braucht, deren Leben offen sein sollte für die Teilnahme der Gläubigen, besonders der Frauen, an der Liturgie der Klostergemeinschaft, was damals nicht üblich war. 1951 kamen fünf deutsche Schwestern aus Belgien nach Deutschland, um einen geeigneten Ort für eine Neugründung zu suchen. 1954 konnten sie in Steinfeld ein Haus mit Grundstück erwerben. In diesem Haus begannen die Schwestern unter schwierigen Verhältnissen ein klösterliches Leben.

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Die Benediktinerinnen der Abtei Maria Heimsuchung in Steinfeld haben am 16. Juli 2018 mit einer Pressemitteilung von der Aufhebung ihres Klosters berichtet:

Die Benediktinerinnen-Abtei Maria Heimsuchung in Steinfeld gleich neben dem alten Prämonstratenserkloster, in dem heute Salvatorianer wirken, besteht an diesem Ort seit 1954. Gegründet wurde die Abtei von fünf deutschen Schwestern, die eine damals nicht übliche Offenheit für Gäste auch in der Liturgie aus ihrem belgischen Kloster in Ermeton-sur-Biert mitbrachten. Viele Menschen nennen Liebe zum Choral und Gastfreundschaft als Kennzeichen der Gemeinschaft in Steinfeld.

Doch wie geht es ohne junge Schwestern weiter? Nach reiflicher Erwägung sind die Schwestern zu einer einmütigen Entscheidung gekommen.

Zurzeit gehören 13 Schwestern zur Gemeinschaft der Abtei Maria Heimsuchung, von denen acht ein Alter von über 80 Jahren haben. Von den fünf „Jüngeren“ sind nur zwei unter 65. Drei Schwestern mussten bereits in den letzten Monaten in entfernte Pflegeheime übersiedeln, weil die Pflege und Sorge für sie vor Ort nicht mehr geleistet werden konnte. Auch die Arbeit im Gästehaus mit all ihren Verpflichtungen kann trotz des Engagements der Mitarbeiter immer weniger bewältigt werden.

Die Schwestern haben aus diesem Grund die Konsequenz gezogen und beabsichtigen, das Gästehaus Ende 2018 zu schließen. Sie planen in der ersten Jahreshälfte 2019 nach Bonn umzuziehen. Dort bietet sich die schöne Möglichkeit zum Einzug in ein kleines, altengerecht gebautes Kloster auf dem Venusberg, gegründet von Schwestern Unserer lieben Frau. Das Haus wird künftig mit von der Stiftung der Cellitinnen zur hl. Maria, Köln, betreut, die auch Träger des benachbarten Seniorenhauses Maria Einsiedeln ist. Das herzliche Willkommen der Cellitinnen eröffnet den Schwestern den Weg, die Gemeinschaft wieder an einem Ort zusammenzuführen und auch auf diese Weise nah bei ihren pflegebedürftigen Schwestern zu leben. In Betreuung und Begleitung der Bewohner und Bewohnerinnen des Seniorenhauses Maria Einsiedeln erschließt sich zudem ein neues Wirkungsfeld für einige der Benediktinerinnen.

Auch in Zukunft werden die Schwestern im benediktinischen Dreiklang von Gebet, Lesung und Arbeit leben. In Bonn werden sich die alltäglichen Lebensbedingungen für die Schwestern, vor allem für die älteren, sehr verbessern. Wenn auch erfüllt von Trauer und Schmerz, das schöne Kloster in der Eifel verlassen zu müssen und den Mitarbeitern nicht mehr zur Seite stehen zu können, haben sich die Schwestern zu diesem für Benediktinerinnen außerordentlichen Schritt entschlossen.
Über die Stabilität des Ortes und die Stabilität in der Gemeinschaft hinaus ist für die Schwestern die wesentlichste Dimension der benediktinischen stabilitas aber die Beständigkeit des Herzens: treu zu sein in der Gottsuche und treu zu sein in der Beziehung zu Christus.

Die Zukunft des Klostergebäudes der Schwestern in Steinfeld in Nachbarschaft der mittelalterlichen Klosteranlage ist zur Zeit noch offen.

Mit Dank und Sympathie denken die Benediktinerinnen der Abtei Maria Heimsuchung an alle Menschen, von denen sie in Steinfeld begleitet und unterstützt wurden, und vor allem an jene, die in der Abtei eine geistliche Heimat gefunden haben.

Letzte (und zweite) Äbtissin des Klosters ist Michaela Hohmann OSB. Nach dem Rücktritt der ersten Äbtissin wurde sie 2001 Priorin-Administratorin und am 19. November 2004 zur Äbtissin gewählt.

Benediktinerinnen in Steinfeld

https://www.benediktinerinnen-steinfeld.de/index.html

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Kamillus von Lellis – 18. Juli

Kamillus von Lellis wurde am 25. Mai 1550 in Bucchianico bei Pescara in Italien geboren. Er starb am 14. Juli 1614 in Rom. Er ist der Gründer des Kamillanerordens.

… Als sich immer mehr Mitglieder für seine Gemeinschaft meldeten, reiste er mit zwölf von ihnen nach Neapel, um auch dort ein Ordenshaus zu gründen. Er übernahm daselbst mit den Brüdern das abschreckendste und gefährlichste Geschäft, nämlich den Pestkranken auf den Galeeren zu dienen. Auch in vielen andern Städten errichtete er Ordenshäuser.

Die „Erbarmungen des Herrn

Kamillus hatte vierzig Jahre lang eine offene eiternde Wunde am Fuß, zehn Jahre lang litt er an den furchtbaren Steinschmerzen; diese und noch andere Übel litt er mit solcher Ergebung und Geduld, daß er sie „Erbarmungen des Herrn“ nannte. Dabei legte er sich noch viele und beschwerliche Bußwerke auf, während er zugleich von seiner Bekehrung an das ganze Leben und alle seine Kräfte unermüdet dem Krankendienst um Christi willen und aus Barmherzigkeit widmete.

Für die Reinheit seines Gewissens war er so besorgt, daß er jeden Tag beichtete, und Gott hatte sein besonderes Wohlgefallen an diesem eifrigen Diener Gottes auch noch dadurch zu erkennen gegeben, daß er ihm die Gabe der Weissagung und Wunder verlieh. Wer konnte getrösteter der Ewigkeit entgegensehen als Kamillus?

Dennoch sprach der demütige Diener Gottes, als ihm bei seiner letzten Krankheit das heilige Sakrament gebracht wurde, mit Tränen: „Ich erkenne, o Herr, daß ich der größte Sünder bin und nicht würdig der Gnade, welche du mir erweisen willst. Rette mich aber um deiner unendlichen Barmherzigkeit willen. Ich setze mein ganzes Vertrauen auf die Verdienste deines kostbaren Blutes!

Er starb mit dem Ausruf: „Jesus, Maria!“ in jener Stunde, die er für seinen Tod vorausgesagt hatte, im Alter von 65 Jahren.

Nachbildung des hl. Camillus mit den sterblichen Überresten unter einem Altar in der Kirche „Santa Maria Maddalena“ in Rom.

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Dom Alexis Presse

Am Gedenktag des heiligen Alexis sei an einen seiner vielen Namensvetter erinnert. Auch Dom Alexis Presse trug seinen Namen. Darum sei heute an diesen großen Trappistenabt erinnert.

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Dom Alexis Presse wurde geboren am 26. Dezember 1883 in Plouguenast/Bretagne und erhielt in der Taufe den Namen Mathurin. Nachdem er sich die notwendige Schulbildung angeeignet und erste Studien im Priesterseminar von Saint-Brieuc absolviert hatte, trat er 1903 in die Zisterzienserabtei Timadeuc ein. Nach seiner zeitlichen Profess am 11. Februar 1905, der Feierlichen Profess am 16. Februar 1908 und seiner Priesterweihe am 29. Juni des gleichen Jahres setzte er seine Studien in Rom fort, bei dem er sich speziell mit kirchenrechtlichen Fragen beschäftigte und im Jahr 1914 zum Doktor des kanonischen Rechts promoviert wurde.

Nach seiner Teilnahme am 1. Weltkrieg konnte er nach einem Aufenthalt in Timadeuc für drei Jahre, von 1920 bis 1923, als Lehrer in der Abtei Bonnecombe wirken. Schon 1923 wurde er jedoch als Superior in die Abtei Tamié geschickt, deren Mönche ihn 1925 zu ihrem Abt wählten.

Die Abtei, der er nun vorstand, hatte schwere Prüfungen zu bestehen. Die Gemeinschaft war aus zwei Klöstern zusammengelegt worden und dadurch nicht wirklich geeint. Finanzielle Probleme und fehlender Nachwuchs bedrängten die Gemeinde, die nach tatkräftiger Führung verlangte. Dom Alexis verstand es, die Mönche und Konversen zu fördern und zu ermutigen. Er brachte unter vielen Mühen die desolate Finanzsituation wieder ins Lot und versuchte, mit neuen Einnahmequellen der angespannten Lage Herr zu werden. Seiner Gemeinde war er ein liebevoller Abt, seine Kontakte zum Klerus der Diözese waren hervorragend und seine Begeisterung für das zisterziensische Leben mitreißend. Er hatte intensiven Kontakt zu dem unermüdlichen Verbreiter der in Vergessenheit geratenen Schriften der frühen Zisterzienserväter, Dom Anselme Le Bail.

Schon bald nach seiner Berufung nach Tamié im Jahr 1923 sanierte er das Kloster etappenweise. Junge Novizen traten der Gemeinde bei, unter ihnen auch der später sehr bekannte Kunsthistoriker P. Anselme Dimier, der schließlich nach Scourmont übertreten sollte. Nicht alle Änderungen und Neuerungen, die Dom Alexis in Tamié einführte, stießen auf Zustimmung bei den Ordensoberen.

Die Einführung altzisterziensischer Gebräuche wurde nur widerstrebend geduldet, so dass sogar in Rom Beschwerden gegen ihn eingingen. Auf den Generalkapiteln der Strengeren Observanz musste er sich wiederholt rechtfertigen. Allerdings stärkte der einflussreiche Vater Immediat von Tamié, Dom Jean-Baptiste Chautard von Sept-Fons, dem temperamentvollen jungen Abt oft den Rücken.

Schließlich jedoch wurden die Übertretungen der Ordensdisziplin in Tamié in bestimmten Punkten zum Anlass genommen, Dom Alexis streng zurechtzuweisen und auf sofortigen und strikten Gehorsam zu pochen. Nachdem er sich geweigert hatte, sich öffentlich zu den Maßnahmen zu äußern, die gegen ihn ergriffen werden sollten, falls er nicht bedingungslos einlenken würde, zitierte ihn das Generalkapitel nach Cîteaux und verhängte über ihn die Exkommunikation des Ordens, indem es ihm mit sofortiger Wirkung verbot, nach Tamié zurückzukehren und mit seinen Mönchen und Konversen Kontakt zu haben.

Dom Marie Godefroy als Vaterabt hatte diese Strafe der erschütterten Gemeinschaft in Tamié zu verkünden und die weiteren Schritte zu regeln, die sich als Konsequenzen aus der Exkommunikation von Dom Alexis ergaben. Er und seine Begleiter gestatteten dem ratlosen Abt allerdings aus Freundschaft, die notwendigen persönlichen Dinge aus seinem bereits versiegelten Zimmer zu holen. Alexis Presse war kein sehr diplomatischer Mensch. Die Differenzen zwischen der Ordensleitung und seiner Person waren die Folge des ungestümen bretonischen Charakters von Dom Alexis und einer Konzeption des Ordenslebens seitens der Ordensleitung, die sich ganz auf aszetische und rubrizistische Ideale stützte.

Dom Alexis Press in Bocuqen

Relativ bald, schon im Oktober 1936, besiedelte Alexis Presse daraufhin die alte Zisterzienserabtei Boquen wieder. Als Gebäude fast ganz ruiniert und zerstört, baute Dom Alexis in geduldiger und harter Arbeit Teile des ursprünglichen Klosters wieder auf. Eine kleine Gemeinschaft begann ein Leben nach den ursprünglichen Gebräuchen von Cîteaux, wie sie Dom Alexis interpretierte.

Das Leben in Boquen zeichnet sich durch große Flexibilität und gesundes Maßhalten aus, zeigte aber auch Tendenzen zu historisierenden Engführungen, vor allem in hygienischer Hinsicht. Alexis Presse war es vergönnt, Unterstützung zu finden von den verschiedenen Generaläbten ocist.

Im Jahr 1950 wurde er offiziell zum Abt von Boquen ernannt. Die Narben der Verwundungen von 1936 konnten langsam heilen und voller Freude durfte Alexis Presse zu seinem goldenen Priesterjubiläum im Jahr 1958 den ehemaligen Generalabt ocso und einstigen Wegbegleiter aus seiner Zeit in Timadeuc in Boquen begrüßen. Seine große Liebe zum Zisterzienserorden und seine außerordentliche Gelehrsamkeit ließen ihn den Versuch wagen, auch im 20. Jahrhundert der ursprünglichen Observanz des frühen Cîteaux gerecht zu werden. Dazu führte er in Boquen den mittelalterlichen Tagesplan wieder ein, der die Stunden nach dem Sonnenstand berechnete und harmonisch dem natürlichen menschlichen Rhythmus folgte. Schon in Tamié hatte Dom Alexis mit Sorgfalt nach den alten Melodien des zisterziensischen Offiziums (vor allem der gesungenen Teile des Nachtgottesdienstes) gesucht und konnte daher in Boquen auf seinen reichen Erfahrungsschatz zurückgreifen.

Dormitorium in Bocquen. LIFE-Magazin-Photo

Die Weihe der wiedererrichteten Abteikirche am 22. August 1965 unter großer Anteilnahme der offiziellen Förderer und vieler Freunde von Boquen konnte Dom Alexis vom Rollstuhl aus mitfeiern.

Allerdings waren ihm nur noch wenige Wochen zu leben vergönnt. Wie er es sich gewünscht hatte, starb Dom Alexis, erschöpft und krank, in der Nacht des Festes Allerheiligen, das er schon im Himmel feiern wollte, und wurde unter zahlreicher Beteiligung in der Abteikirche von Boquen bestattet.

Text: Cistopedia

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Unsere liebe Frau vom Berge Karmel – 16. Juli

Gedächtnis der allerseligsten Jungfrau Maria vom Berge Karmel

Als am heiligen Pfingstfeste die Apostel vom Heiligen Geiste erfüllt, in verschiedenen Sprachen redeten und unter Anrufung des heiligsten Namens Jesu viele Wunder wirkten, da erkannten, so wird berichtet, auch sehr viele Männer, die den Spuren der heiligen Propheten Elias und Eliseus gefolgt und durch die Predigt des heiligen Johannes des Täufers auf die Ankunft Christi vorbereitet waren, die Wahrheit und nahmen sofort den Glauben und die frohe Botschaft an; sie begannen nun, die heiligste Jungfrau, mit der sie reden und in beglückender Weise zusammensein konnten, mit solcher Innigkeit zu verehren, daß sie zuerst an der Stelle des Berges Karmel, wo Elias einst die aufsteigende Wolke, das leuchtende Vorbild der heiligen Jungfrau, geschaut hatte, dieser reinsten Jungfrau eine Kapelle erbauten. …

In dieser neuen Kapelle kamen sie oft am Tage zusammen und verehrten durch fromme Übungen, in Gebeten und Gesängen die heiligste Jungfrau als die besondere Beschützerin ihres Ordens. Darum nannte man sie auch allenthalben Brüder der heiligen Jungfrau Maria vom Berge Karmel. Diese Bezeichnung haben die Päpste nicht nur bestätigt, sondern sie haben auch besondere Ablässe denen verliehen, die den Orden oder einzelne Brüder so nannten. Die hehrste Jungfrau lieh dem Orden jedoch nicht nur den Namen und ihren Schutz, sondern verlieh ihm auch noch als besondere Auszeichnung das heilige Skapulier. Sie überreichte es dem heiligen Simon von England; durch dieses himmlische Gewand sollte dieser heilige Orden von anderen sich unterscheiden und vor drohenden Gefahren beschützt werden. Der Orden war in Europa zunächst unbekannt und viele verlangten von Honorius III. dessen Aufhebung. Die heiligste Jungfrau Maria erschien jedoch dem Honorius in der Nacht und gab ihm deutlich zu verstehen, er solle sich des Ordens und seiner Mitglieder in Güte annehmen. …

Doch nicht nur in dieser Welt zeichnete die allerseligste Jungfrau den ihr so teuren Orden mit vielen Vorzügen aus; es ist auch ein frommer Glaube, daß sie, die durch ihre Macht und ihre Güte überall so viel vermag, auch in der andern Welt ihren Kindern, die der Skapulierbruderschaft angehören, etwas Enthaltsamkeit üben, die vorgeschriebenen wenigen Gebete regelmäßig verrichten und standesgemäße Keuschheit bewahren, in ihrer mütterlichen Liebe Trost spendet, wenn sie im Fegfeuer leiden müssen, und sie durch ihre mächtige Fürsprache möglichst schnell in das himmlische Vaterhaus führt. Da dieser Orden also mit so vielen großen Hulderweisen überhäuft wurde, setzte er den feierlichen Gedächtnistag der seligsten Jungfrau ein, der für ewige Zeiten jedes Jahr zu ihrem Ruhme feierlich begangen wird.

(Deutsches Brevier. Vollständige Übersetzung des Stundengebetes der römischen Kirche, Zweiter Band: Pfingsten bis Advent, hrsg. v. Dr. Johann Schenk, 2. Aufl., Regensburg o. J. [1939], S. 651 f. – Imprimatur: Ratisbonæ, die 21. Octobris 1939)

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Die Andacht zum kostbaren Blute Jesu Christi

Als im Anfange des 19. Jahrhunderts der sel. Kaspar del Bufalo in Rom auftrat und die Andacht zu diesem Preise unserer Erlösung mit mächtiger Stimme verkündete, da ward er öfters höherer Erleuchtungen gewürdiget und Gott ließ ihn prophetische Blicke in die Zukunft werfen. Was aber der Diener Gottes in der Zukunft sah, war derart schrecklich, daß er im Innersten erschauderte und unter Tränen seine Mitbrüder ermahnte, sie möchten doch immer und immer wieder das kostbare Blut Jesu Christi dem himmlischen Vater aufopfern und um seinetwillen um Abwendung der drohenden Strafgerichte bitten. Der sel. Kaspar versicherte aber auch öfters und eindringlich, daß, wenn einmal die Strafgerichte kommen und die göttlichen Heimsuchungen begonnen haben, diejenigen Barmherzigkeit finden, welche das kostbare Blut in besonderer Weise verehren. Wahrhaft eine tröstliche Verheißung für diejenigen, welche zu diesem Born der Barmherzigkeit ihre Zuflucht nehmen! Doch wir bedürfen keiner Prophezeihungen, um zu beweisen, daß das kostbare Blut von Gott verlangt wird, um seiner Gerechtigkeit wieder Genugtuung zu leisten. Die Geschichte des alten und neuen Bundes zeigt es mit unwiderstehlicher Klarheit.

Als Gott im Begriffe war, Pharao und das ägyptische Volk mit der zehnten und schrecklichsten Plage zu schlagen, da befahl er Moses und Aaron, den Führern der Israeliten, daß ein jeder für seine Familie und sein Haus ein Lamm nehmen, dasselbe schlachten, und etwas von seinem Blute an die beiden Türpfosten und an die Oberschwelle der Häuser streichen solle, in denen sie es verzehren werden. (Exodus 12:.1 u. 7.) Weiter spricht der Herr:

„Und ich werde in jener Nacht durch das Land Aegypten hindurchziehen, und alle Erstgeburt im Lande Aegypten, sowohl unter den Menschen, wie unter dem Vieh töten, … Das Blut aber wird zum Zeichen für euch an den Häusern sein, in denen ihr seid; wenn ich das Blut sehe, werde ich vor euch vorübergehen und die verderbenbringende Plage soll nicht über euch kommen.“ (Exod. 12. 12 u. 13.)

Wenn nun das Blut jenes irdischen Lammes, das doch nur ein Vorbild des kostbaren, allein rettenden Blutes Jesu Christi war, die Israeliten vor zeitlichem Schaden bewahren konnte, wie viel mehr wird das hochheilige Blut des Lammes Gottes, das gekommen ist, um die Sünden der Welt hinwegzunehmen, unsere Seelen und Leiber vom ewigen Verderben erretten, wenn wir dasselbe an uns fruchtbar machen?

Als im dreizehnten Jahrhundert die Sarazenen Assisi belagerten und das Kloster der heiligen Klara zu erobern versuchten, da ließ sich die Heilige, trotz schwerer Krankheit, das hochwürdigste Gut bei sich tragend, zur Pforte bringen, wo sie also betete:

„O Herr, übergib die Seelen, die auf dich vertrauen, nicht den Gelüsten iher Feinde und beschütze deine Dienerinnen, welche du mit deinem kostbaren Blute erlöst hast.“ Und es erscholl die Stimme Gottes: „Ich werde euch immer beschützen.“ (Brev. Rom.) Tatsächlich konnten die Anhänger Mohammeds dem Kloster kein Leid antun.

Der selige Pfarrer von Ars sagt, daß die Aufopferung des kostbaren Blutes Jesu Christi durch die Hände der allerseligsten Jungfrau Maria das beste Gebet sei, das man verrichten könne, und er fügt hinzu:

„Meine Kinder, merkt euch dieses wohl! Jedesmal, wenn ich eine Gnade erhalten habe, so habe ich sie auf diese Weise erbeten; sie trügt niemals.“

Als im Jahre 1837 in Rom die Cholera ausgebrochen war, eilte der selige Kaspar, obwohl selber schon sehr kränklich und dem Tode nahe, dorthin, er half, wie er nur konnte, die Not zu lindern. Besonders aber forderte er auf zum Vertrauen auf das kostbare Blut Jesu Christi, welches die beste Versicherung sei gegen die göttlichen Strafgerichte. Zu einem Priester, der ihn besuchte, sagte er:

„Es ist Zeit, daß wir mit aller Inbrunst beten, weil Gott uns züchtigt für unsere Sünden; predigen Sie mit aller Kraft und ohne Unterlaß die Andacht zum kostbaren Blute, da haben Sie die Reglen dieser Andacht.“

Damit überreichte er ihm 1000 Stück Statuten der Erzbruderschaft vom kostbaren Blute. Es versicherte der Selige, das kostbare Blut ist es, das die Sünde tilgt, die Seelen rettet, dem Worte des Missionärs Kraft und Fruchtbarkeit gibt und das kostbare Blut ist es, durch das wir gerettet werden.

Als im Jahre 1848 Papst Pius IX. wegen beständiger Revolutionen von Rom flüchten und in einer kleinen Hafenstadt Gaeta mit Namen, seine Zuflucht nehmen mußte, da fand er scheinbar keine Hilfe, bis er, sozusagen auf Befehl Gottes, das Fest zu Ehren des kostbaren Blutes auf die ganze katholische Welt ausdehnte und dadurch die Andacht zu demselben besonders beförderte, wie im nächsten Abschnitte näher beschrieben wird.

Im Anschlusse an das erhabene Beispiel seiner erlauchten Vorgänger sprach und schrieb dann auch der gegenwärtig glorreich regierende Papst Benedikt XV. bei Gelegenheit einer Privataudienz, die er am 12. Juli 1915 dem hochwürdigsten General der Missionspriester vom kostbaren Blute gewährte, in folgender Weise eine Ansicht über diese Andacht und den Krieg aus:

„Ihr in der Tat befördert auf besondere Weise die Andacht zum kostbaren Blute und habt einen Zweck vor Augen, der den Zeitverhältnissen gemäß, besonders in unsern Tagen, nicht übertroffen werden kann.“

„Die Liebe und Nachahmung des Gekreuzigten muß notwendigerweise in den Herzen der Menschen entzündet werden, wenn wir den Zorn des Himmels besänftigen wollen.“

„Es ist absolut unmöglich, einen bleibenden Frieden hier auf Erden zu haben, wenn er nicht auf Ihn gegründet ist, durch welchen der Vater alles versöhnt hat, weil er durch dessen Blut am Kreuze allem, was auf Erden und im Himmel ist, den Frieden hergestellt hat.“ (Koloss. 1; 20.)

„Jesus von seinem Kreuz, durch die Vergießung seines Blutes, als wie mit einer mächtigen Stimme, lehrt uns jede Art des Lebens, besonders das Heil der Menchheit für alle Generationen.“

„Ermüdet deshalb nie und breitet immer mehr die Andacht zum göttlichen Blute aus, zum Heil der Seelen und zur Besserung der menschlichen Gesellschaft.“

Wenn Gott durch die Andacht zum kostbaren Blute früher auf so wunderbare Weise geholfen hat, sollte die nämliche Andacht, wenn wirklich und allgemein geübt, nicht auch jetzt der schwer bedrängten Menschheit zur Rettung dienen?

Sollten nicht wenigstens die Katholiken der ganzen Welt auf Anleitung des Heilgen Vaters und Stellvertreters Jesu Christi jetzt anfangen, die Andacht zum kostbaren Blute allgemein zu üben und dasselbe dem himmlischen Vater aufzuopfern zur Abwendung weiterer und schwererer Strafgerichte Gottes?

Man befördert und übt die Andacht zum kostbaren Blute schon durch ein frommes, christliches Leben, Meidung der Sünde und Gelegenheit zu derselben, durch häufigen und würdigen Empfang der heiligen Sakramente, durch Besuchung des heiligen Kreuzweges; dann duch die Stoßgebete:

„Gelobt und gebenedeit sei das heiligste Herz und das kostbare Blut Jesu im hochheiligen Sakramente des Altars.“ (300 Tg. Abl. jedesmal. Pius X. 25, Aug. 1908.)

„Ewiger Vater, ich opfere dir auf das kostbare Blut Jesu Christi zur Genugtuung für meine Sünden und für die Anliegen der heiligen Kirche.“ (Ablaß von 100 Tagen, so oft man dieses Gebet spricht. Pius VII. 22. Sept. 1817.)

Oder wie besonders angemessen für die gegenwärtige Zeit:

„Ewiger Vater, ich opfere dir auf durch die Hände der allerseligsten Jungfrau Maria das kostbare Blut Jesu Christi zur Genugtuung für meine Sünden, für die Anliegen der heiligen Kirche, zur Abwendung der Kriesgefahr und zum Troste der armen Seelen.“

„Wir bitten dich also, komme deinen Dienern zu Hilfe, die du mit deinem kostbaren Blute erlöset hast.“

„Hochgepriesen sei das heiligste Blut Jesu jetzt und allezeit und in alle Ewigkeit. Amen.“

Besonders verdienstliche Gebete zu Ehren des kostbaren Blutes sind die weiter unten angeführten sieben Aufopferungen oder das Rosenkränzlein.

„Gott will es! Gott will es!“ –
So ertönte einst der Ruf einer fast überirdischen Stimme an das Ohr des christlichen Volkes, um sie zu den Kreuzzügen aufzufordern. Gott will es! so rufen wir auch heute mit überzeugter Gewißheit, Gott will es, daß das kostbare Blut aufgeopfert werde zur Genugtuung für unsere Sünden, für die Anliegen der heiligen Kirche, zur Abwendung der Kriegsgefahren und zum Troste der armen Seelen.

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Aus: Die Andacht zum kostbaren Blute Jesu Christi. Hilfe und Trost in Trübsal. 5. Auflage 21 – 31000. Von P. Alfons Müller, Missionspriester vom kostbaren Blute. Druck der Theodosius-Buchdruckerei „Paradies“ Ingenbohl, Kt. Schwyz.
Nihil obstat: M. Balzer, Libr.Censor. Imprimatur. Curiae, 1. Mart. 1916. + Georgius, Ep. Cur. – Nihil obstat puominus iterum typis edatur. Romae, 6 Jan. 1915. Joseph Schaeper, Censor delegatus C. PP. S.

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