Geburt Johannes des Täufers – 24. Juni

Der hl. Johannes der Täufer gilt als des Vorläufers Jesu. Heute, am Samstag, den 24. Juni, wird ihm zu Ehren, als einzigem Heiligen im Römischen Kalender, sein Geburtstag gefeiert.

Pinturicchio, Naissance de Saint Jean Baptiste, 1504-1506

Die Ankündigung dieser Geburt geschieht am Ort des Gebets, im Tempel von Jerusalem, ja sie geschieht als Zacharias das große Vorrecht zufällt, in das Allerheiligste des Tempels einzutreten, um dem Herrn das Rauchopfer darzubringen (vgl. Lk 1,8–20). Auch die Geburt des Täufers ist vom Gebet geprägt: Der Gesang der Freude, des Lobpreises und des Dankes, den Zacharias zum Herrn erhebt und den wir jeden Morgen in der Laudes sprechen, das „Benedictus“, preist das Wirken Gottes in der Geschichte und verweist prophetisch auf die Sendung seines Sohnes Johannes: dem menschgewordenen Sohn Gottes voranzugehen und ihm den Weg zu bereiten (vgl. Lk 1,67–79).

Die gesamte Existenz des Vorläufers Jesu wird von der Beziehung zu Gott genährt, besonders die Zeit, die er in der Wüste verbringt (vgl. Lk 1,80); die Wüste ist der Ort der Versuchung, aber auch der Ort, an dem der Mensch die eigene Armut spürt, weil er ohne Halt und materielle Sicherheiten ist und versteht, daß der einzige feste Bezugspunkt Gott selbst bleibt. Aber Johannes der Täufer ist nicht nur ein Mann des Gebets, des ständigen Kontakts mit Gott, sondern er führt auch zu dieser Beziehung hin. Als der Evangelist Lukas das Gebet wiedergibt, das Jesus die Jünger lehrt, das „Vaterunser“, merkt er an, daß die Bitte von den Jüngern mit diesen Worten formuliert wird: „Herr, lehre uns beten, wie schon Johannes seine Jünger beten gelehrt hat“ (vgl. Lk 11,1).

Papst Benedikt XVI. am 29.08.2012 – Quelle

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Durch das Kostbare Blut Jesu Christi – (Franz Pfanner)

O Ihr Heiligen Gottes!
Erlangt mir die Gnade,
welche ich durch das
Kostbare Blut Jesu Christi
begehre: nämlich,
immer den Willen Gottes zu tun,
immer mit Gott vereinigt zu sein,
nichts anderes zu denken
als nur an Gott,
alles zu tun wegen Gott,
in allem die Ehre Gottes zu suchen,
mein Nichts vollständig zu erkennen,
den Willen Gottes immer besser zu erkennen
und die Geistessammlung zu bewahren.

(Abt Franz Pfanner, Trappist in Mariawald
und Gründer der Mariannhiller Missionare)

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Abt Franz Pfanner, Trappist und Ordensgründer

(21. Sep. 1825 Langen-Hub bei Bregenz – 24. Mai 1909 Emaus, Südafrika)

Franz Pfanner wurde 1850 nach beendetem Theologiestudium zum Priester geweiht und Pfarrer in Haselstauden-Dornbirn (Österreich). 1863 trat er in die Abtei Mariawald ein. Ein Jahr später legte er dort die Profess ab und wurde wenige Wochen danach zum Subprior ernannt. 1865 übernahm er das Amt des Novizenmeisters.
Am 23. Juli 1867 wurde Pfanner ausgesandt, um in Österreich ein neues Kloster zu gründen, was aber scheiterte. Daraufhin wollte er eine Neugründung im heutigen Kroatien versuchen, wurde jedoch durch ein Schreiben des Abtes der Abtei Ölenberg, dem Mutterkloster der Abtei Mariawald, daran gehindert. Pfanner ging sodann nach Rom. Dort beauftragte ihn Papst Pius IX., die Abtei Tre Fontane in Rom wieder aufzubauen. Nach dem Pfanner diesen Auftrag erfüllt hatte, begab er sich in das heutige Bosnien, um dort eine Klosterneugründung zu versuchen. Im Frühjahr 1869 begann er bei Banja Luka mit der Gründung des Klosters Mariastern, dessen Prior er 1872 wurde.
1879 brach Pfanner nach Natal in Südafrika auf, um dort eine Klosterneugründung zu versuchen. 1880 traf er dort mit 31 weiteren Mönchen ein und gründete das Kloster Mariannhill bei Durban, zu dessen erstem Abt er am 27. Dezember 1885 geweiht wurde. Im selben Jahr gründete Pfanner die Missionsschwestern vom Kostbaren Blut.
Mariannhill entwickelte sich zu einer Missionsstation. Da die Missionstätigkeit mit dem beschaulichen Trappistenleben nicht vereinbar war, wurde das Kloster Mariannhill 1909, kurz nach Pfanners Tod, von Papst Pius X. vom Trappistenorden getrennt und zum Mutterhaus der Mariannhiller Missionare erhoben.
1893 gab Abt Franz das Abtsamt auf und lebte bis zu seinem Tod am 24. Mai 1909 zurückgezogen in Mariannhill.
Franz Pfanner war erster Abt von Mariannhill und Gründervater der Kongregation der Mariannhiller Missionare und der Missionsschwestern vom kostbaren Blut
1981 wurde der Seligsprechungsprozess eingeleitet.

Zeitgenössisch

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Ich beuge meine Knie! – Herz-Jesu-Fest

Die Herz-Jesu-Verehrung ist
keine sentimentale Frömmelei,
vielmehr ist sie
Hoffnung und Angelpunkt
für unsere Seligkeit.
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„Sie werden auf den schauen,
den sie durchbohrt haben.“
(Evg. Joh 19,31f)

(Introitus der hl. Messe vom Herz-Jesu-Fest; Ps 32, 11.19)

Cogitationes Cordis eius
in generatione et generationem:
ut eruat a morte animas eorum
et alat eos in fame.
V. Exsultate iusti in Domino
R. Rectos decet collaudatio.
Gloria Patri et Filio et Spiritui Sancto,
sicut erat in principio, et nunc et semper;
et in saecula saeculorum. Amen.
Cogitationes.

Seines Herzens Sinnen
waltet von Geschlecht zu Geschlecht,
ihre Seelen dem Tod zu entreißen
und sie im Hunger zu nähren.
Frohlockert, ihr Gerechten, im Herrn;
den Redlichen ziemt Lobgesang.
Ehre.


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Herz Jesu und Herz Mariens

Jesu, mitis et humilis corde, fac cor nostrum secundum cor tuum!
Jesus, sanft und demütig von Herzen, bilde unser Herz nach Deinem Herzen!

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Das ist es, was wir im Monat Juni, der dem Herzen Jesu geweiht ist, bedenken sollen: Jesus ist unter uns gegenwärtig und leidet mit und für uns. Hierfür steht das Symbol des Herzens als Zeichen der Liebe. Wir sprechen deshalb von Todsünde, weil die Sünde eine schreckliche Lieblosigkeit Gott gegenüber ist, der uns das ewige Leben schenken will. Die Hölle nennen wir den ewigen Tod, weil der Verdammte in alle Ewigkeit Gott nicht lieben will und der Teufel das Gute hasst. Vom Herzen geht überdies das Blut aus und aus dem Herzen Jesu floss Blut und Wasser heraus (Joh 19,34) als Symbol für Eucharistie und Taufe und als Zeichen für die Kirche.

… Liebe ist nicht eine sentimentale Angelegenheit, sie ist nicht die Liebe, die wir von Anderen erwarten. Es ist eine selbstlose Liebe, begründet im ewigen Wunsch Gottes, uns wahrhaft glücklich zu machen. Diese Liebe müssen wir auch dann nachahmen, wenn es uns nicht leicht fällt. Als Wesen mit Gefühlen wehrt sich unser Herz gegen diese Ganzhingabe, wie Christus sie uns vorgelebt hat. Das Herz Jesu, das alle Menschen in seiner Liebe umfasst, ist das Herz des Gottmenschen. Deshalb hat Christus die Kirche gegründet und deshalb lebt er in ihr, weil er alle Menschen durch die Kirche retten will.

Als Glieder des mystischen Leibes Christi sind auch wir Teil dieser Kirche und als solche sollen wir gemäß dem Haupt der Kirche, Jesus Christus, handeln: das ist der Wille Jesu und der Kirche, dass wir Miterlöser sind mit Christus!

Was bedeutet aber Miterlöser zu sein? Es zeigt sich ganz einfach darin, wie Jesus zu handeln und unser ganzes Streben und Bemühen aufzuopfern für das Heil der Menschen: die Mühen des Tages, die Widerwärtigkeiten, die uns begegnen, aber auch unsere Freude während des Tages, alles, was wir tun und lassen. So werden wir, mit Christus vereint, zu Miterlösern!

Wir wollen das besonders im Monat Juni bei der Aufopferung des Tagewerks bedenken, dann wenn wir aufstehen und uns bekreuzigen. Wir wollen dann ganz bewusst zu Jesus sagen: Alles, restlos alles in meinem Tun heute soll ein Werk für Dich und für die Menschen sein! Wir sagen ihm, dass wir uns mit ihm vereinigen wollen für das Heil der Welt.

Ein vollkommenes Beispiel hierfür gibt uns unsere Mutter Maria. Das Wort des Irenäus, der mit Justin, die Mutter Gottes die wahre Eva, die Mutter der Lebendigen nennt, bezeichnet Maria als Urbild der Kirche und spricht von ihr als die Ursache unseres Heils. Seit dem Beginn der Scholastik nennt man Maria: Mutter der Wiederherstellung aller Menschen, Tor des Lebens und Tür zum Heil (so z. B. bei Anselm von Canterbury). Paul VI. proklamierte Maria am 21.11.1964 feierlich zur Mutter der Kirche.

Deshalb feiert die Kirche das Fest des Herzens Mariens in zeitlicher Einheit mit dem Fest des Herzens ihres Sohnes am Samstag, nach dem Herz Jesu Fest. Das Herz Jesu Fest wiederum wird am Freitag nach der Oktav von Fronleichnam begangen. Und so gibt es einige Orte, in denen fromme Katholiken ein kleines Kapellchen Maria geweiht haben und das Fest Mariens in der Oktav begehen. Die Kirche aber hat den Samstag als Tag Mariens vorgezogen.

In Maria sehen wir, was Miterlösung bedeutet, wenn sie am Anfang ihrer Auserwählung sagt: „Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du gesagt hast.“ (Lk 1,38) Miterlösung heißt also dem Liebegebot Jesu zu folgen und unsere Mühen und Anstrengungen für das Heil der Menschen aufzuopfern.

(German Roviera. Mariologisches, 2-2017) –

Der ganze Aufsatz ist hier zu lesen: Herz Jesu und Herz Mariens

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Herz-Jesu-Weihe (Bischof von Ketteler)

O allerheiligstes und allerliebevollstes Herz Jesu, Du Urquell aller Gnaden und Erbarmungen! Wir weihen uns hiermit feierlich und auf immer Deinem Dienste und Deiner Verehrung. Wir stellen unsere Familien (…) unter Deinen Schutz in diesen Gefahrvollen Zeiten. Wir bitten Dich mit unbegrenztem Vertrauen, Du wollest uns im wahren Glauben erhalten und Deine heilige Kirche (…) aus allen Gefahren durch Deine liebevolle und allmächtige Vorsehung erretten. Du bist unsere unerschütterliche Hoffnung. So nimm uns denn auf und erbarme Dich unser. Durch alle heiligen Geheimnisse Deiner Erbarmungen und unserer Erlösung, durch Dein kostbares Blut, durch Deine unendliche göttliche Liebe bitten wir Dich: Du wollest jetzt und allezeit unser Gebet erhören.
O Maria, unsere Mutter, heiliger Josef, unser Schützer, alle Engel und Heiligen des Himmels, seid Zeugen dieser unserer Weihe und helft uns mit eurer Fürsprache bei dem Herzen Jesu, eures und unseres Gottes und Heilandes. Ihm sei mit dem Vater und dem Heiligen Geiste Anbetung, Lob und Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

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Bischof Wilhelm Emmanuel von Ketteler (1811-1877); 1850 Bischof von Mainz

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Nachtrag zu Fronleichnam

Wir wollen nicht jammern über die schlimmen Dinge, die wir an Fronleichnam überall gesehen haben. Lasset uns vielmehr erfreuen an den vielen Aufbrüchen der Tradition!

Docti saris institutis,
panem, vinum in salutis
consecramus hostiam.

Dogma datur Christianis,
quod in carmem transit panis
et vinum in sanguinem.

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Belehrt durch heilige Anordnungen,
wandeln wir Brot und Wein
in das Opfer des Heils.

Es ist ein Dogma für die Christen,
daß das Brot in Fleisch und
der Wein in Blut verwandelt wird.

(Sequenz, Thomas von Aquin)

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