Betrachtungen und Fürbitten für den Karfreitag – Buchempfehlung

Gerade pünktlich zur Fastenzeit kommt ein kleinformatiges Bändchen aus der Verlagsbuchhandlung Sabat auf den Büchermarkt, das nicht geeigneter sein könnte für die Einstimmung auf das höchste Fest der Christen, die Auferstehung. Es handelt sich um Kardinal NewmansBetrachtungen und Fürbitten für den Karfreitag“.

Dabei geht es nicht nur um den Sterbetag Jesu am Kreuz, vielmehr schon sein Hingehen, sein Hingeführtwerden dorthin. In zwölf Betrachtungen führt John Henry Newman die Leser und Beter durch Jesu Leben. Alle Betrachtungen schließt er mit einem Gebet ab. Diesen folgen in dem von der Verlagsbuchhandlung Sabat herausgegebenen handlichen Buch Gebete zum leidenden Heiland, zum heiligsten Herzen Jesu Christi und für die Verstorbenen sowie die Litanei vom Leiden Jesu und eine Bußlitanei. Daran schließt sich der Kreuzweg an, den Kardinal Newman über 14 Stationen leitet. Jede schließt er mit einem kurzen Gebet ab. Am Ende des Gebet- und Betrachtungsbuches finden sich noch zwei weitere Litaneien: jene von den sieben Schmerzen Mariä und die Litanei von der Auferstehung.

Kurz Erwähnung finden soll hier die zweite Betrachtung „Jesus, der Sohn Davids“. Hier betet Newman „für das Volk der Juden“, sowie zu „ihrem Herrn und Gott“, den sie gekreuzigt haben und zu dem sie wieder zurückkehren sollen. Anders als die meisten heutigen Bischöfe sieht der selige Kardinal Newman, auf welche Weise eine Bekehrung erfolgen muss und er bittet Gott:
„Sei im Zorn eingedenk Deiner Erbarmungen. Vergib ihnen ihre Halsstarrigkeit für die geistigen Dinge, ihre Liebe zu dieser Welt und ihren Genüssen. Rühre ihre Herzen und schenke ihnen den wahren Glauben und den Geist der Buße.“

Sodann betet er:
„Erbarme Dich, o Jesus, deiner eigenen Brüder, der Volksgenossen Deiner Mutter, des heiligen Joseph, Deiner Apostel, des heiligen Paulus, der Gerechten des Alten Bundes, Abraham, Moses, Samuel und David. O Herr, erhöre uns; Gott sei ihnen gnädig; Herr, merke auf und handle; zögere nicht um Deiner selbst willen, o mein Gott, denn einstmals ward Dein Name genannt in der Stadt Jerusalem und unter Deinem Volke.“

Zuerst veröffentlicht bei CNAdeutsch

John Henry Newman
Betrachtungen und Fürbitten für den Karfreitag
Verlagsbuchhandlung Sabat 2019
128 Seiten; 14,95 €
ISBN 9783943506532

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Mit dem heiligen Rafael Arnáiz Barón von Septuagesima bis Ostern – (9/17)

Rafael wird am 9. April 1911 geboren; 15. Januar 1934 Eintritt in die Trappistenabte St. Isidro; 26. Mai 1934 verlässt er das Kloster wegen schwerer Diabetes; 11. Januar 1936 Rückkehr in die Abtei, er wird Oblate; am 29. September 1936 muss er wegen des Bürgerkrieges das Kloster verlassen; 6. Dezember 1936 Rückkehr ins Kloster; am 7. Februar 1937 muss er wieder wegen seiner Krankheit das Kloster verlassen; am 15. Dezember 1937 kehrt Rafael unter Verzicht auf die Bequemlichkeiten und die Fürsorge in seinem Elternhaus erneut und endgültig in die Abtei zurück. Todestag am 26. April 1938, gerade 27 Jahre geworden. – Rafael Arnáiz Barón erhielt das Ordenskleid der Trappisten „Angesichts des Todes“ und legte dabei die feierliche Profess ab.

Gott und meine Seele

Hl. Rafael Arnáiz Barón notiert am 25. März 1938 zum Fest Mariä Verkündigung:

Jesus, wie gut läßt es sich leben, wenn man mit Dir leidet in der Verborgenheit des Klosters!
Wie sehr bedauere ich die Menschen in der Welt!
Mein Bruder war zu Besuch hier… Wie sehr liebe ich ihn!

Er ist ein Engel Gottes. Seine christliche Denkweise erbaut mich, sein ernsthafter, seriöser Lebenswandel, seine Seele, in der ich hervorragende Veranlagungen sehe und ein Herz, tauglich für Gott … Das ist mein Bruder, der sympathische Oberleutnant der Artillerie! [….]

Nachdem ich den Tag mit ihm verbracht habe, jetzt, in der Abgeschiedenheit meiner Zelle, denke ich daran, wie gut Gott zu mir ist, indem Er mich zum Ordensleben rief, fernab von der Welt und ganz nahe bei Jesus. Wie glücklich bin ich mitten in meinen Leiden und Opfern! Wie glücklich bin ich, eine Seele sein zu dürfen, die für Jesus leidet! Wie glücklich bin ich, mein Verlangen, meine Wünsche, ja sogar meine Schwächen vor den Tabernakel legen zu können, in dem Jesus gegenwärtig ist!

Ich sprach mit meinem Bruder von der Welt und sah, was ich schon öfters erkannt hatte: die Eitelkeit der Dinge dieser Welt … Er erzählte mir von unseren Angehörigen, von seinen Sorgen und Interessen … Wir sprachen über Zukunftspläne … Er teilte mir Einzelheiten aus dem Leben meiner Eltern und Geschwister mit und sprach über Veränderungen im Haus. Er erzählte mir von Hunden, Pferden, Autos … und was weiß ich! Wie gut ist Gott, der mich aus all dem herausgeholt hat! Für mich gibt es nichts mehr, was mich interessieren könnte. Wie glücklich bin ich mit Gott allein und mit meinem Kreuz!

In der Welt wird gelitten … Alles sind Mühen, Wünsche, Hoffnungen … – selten erfüllt. In der Welt vergießt man Tränen über materielle Angelegenheiten, die banal und verächtlich sind. In der Welt weint man wenig aus Liebe zu Christus. In der Welt leidet man wenig aus Liebe zu Gott. Wie leid tut mir die Welt! Der Mensch verliert die Zeit mit Bagatellen. Er verliert die Zeit, indem er über dieses Leben weint, das der Hauch eines Kindes mitten im Sturm ist, ein Sandkorn im Meer, ein Augenblick der Ewigkeit … Ich beneide niemanden … Ich will keine Freiheit, wenn sie mir nur dazu dient, das einzig Notwendige zu vergessen, und das ist die Liebe zu Jesus am Kreuz.

Wie leid tut mir die Welt! Sie weiß mitten in ihrem Verlangen nach Genuß und Glück nicht, daß die einzige Glückseligkeit darin besteht, das Kreuz Jesu zu umfangen und zu sterben unter Tränen des Schmerzes, unter Seufzern und Sehnsucht nach Himmel und Liebe.

Ich leide sehr …, ja. Manchmal ist die Last sehr groß, die ich auf meine schwachen und kranken Schultern genommen habe … Ich schaue zurück und sehe: das Leben ist schwer für den, der alles besaß und dem nichts fehlte! Ich schaue nach vorn, und der Anstieg zur Höhe, die ich erklimmen soll, erscheint mir so steil! Manchmal verbirgt sich Jesus so sehr! Mein Leben hat sich reduziert auf einen beständigen Verzicht auf alles. Und das ist nicht einfach für ein derart schwaches und gebrechliches Geschöpf wie mich …, und darum leide ich.

Und doch – o Wunder der göttlichen Gnade! – , ich begreife es doch: was mit mir geschieht, ist ihr Werk (ich weiß nicht, ob ich mich klar genug ausdrücke).

Ich empfinde eine wahnsinnige Freude darüber, daß ich für Jesus leiden darf; so hätte ich es mir nie ausmalen können. Täglich liebe ich mein Kreuz mehr und möchte es für nichts in der Welt missen … Ich erinnere mich an die Zeit, in der ich in der Welt glücklich, ja, sehr glücklich war: christliche Eltern, Wohlergehen, Gesundheit und Freiheit – alles lächelte mir zu … Wer denkt da an Leiden?

Jesus ruft mich: Einsamkeit und Armut, Krankheit, Eingeschlossensein ohne Sonne …, manchmal große Dunkelheit, die mich weinen läßt …; ich weiß nicht, was es ist.

Gott sehe ich nicht …, und mitten darin schreie ich mit allem Ungestüm meines Herzens … Wie glücklich bin ich!! Wieviel leide ich für Jesus!! Ich verlange nicht nach dem Glück der Welt; mit ihm wäre ich ein armseliger Mensch. Ich will für Ihn leiden, ohne Ihn zu sehen … Mir genügt das Wissen, daß es für Ihn ist. Die Welt begreift das nicht …; es ist sehr schwer zu verstehen. Ich weiß, daß die Gnade es bewirkt, aber ich kann mich nicht richtig ausdrücken.

Heute sprachen mein Bruder und ich über die Welt. Ich empfand Schmerz … Ich sah mich fern von allem, was mein Herz liebte und immer noch liebt, und glaube nicht, daß es unlauter ist. Wer von denen, die ein Herz haben, liebt nicht sein Vaterhaus? Und doch: Gott wirkt weiterhin in meiner Seele, und ich fühle tief drinnen einen Abstand von allem, den ich nicht erklären kann. Ich empfinde eine ganz zarte und liebevolle Zuneigung zu meinen Angehörigen, aber anders als früher. Ich erfahre eine tiefere Freude darüber, die Liebe Jesu nicht zu fühlen, als über eine mögliche spürbare Liebe der Geschöpfe. Meine Einsamkeit schmerzt mich, ich leide daran und möchte sie doch für nichts in der Welt entbehren. Ich weiß nicht, ob jemand das verstehen kann. Es ist so schwer zu erklären, warum man das Leid liebt! Aber ich glaube, die Deutung liegt darin, daß man es nicht als einen Wert in sich liebt, sondern als das, was es in Christus ist. Und wer Christus liebt, der liebt Sein Kreuz. Weiter kann ich nichts dazu sagen, obwohl ich es verstehe.

Ich liebe Jesus so sehr, daß ich nichts außer Ihm liebe. Und ich spüre, daß mich Jesus so sehr liebt, daß ich vor Schmerz sterben würde, wenn ich wüßte, daß ich jemanden mehr liebte als Ihn.
Ich fühle mich so sehr eins mit Seinem Willen, daß ich – wenn ich leide – nicht mehr leide, wenn ich bedenke, daß Er es so will.
Ich befinde mich in einer Lage, daß ich ganz benommen bin, wenn ich mich daran erinnere …
Ich hoffe, daß mir Jesus bald einen Führer schenkt [er denkt an seinen früheren Beichtvater, P. Teöfilo Sandoval], der mir das alles erklärt und für meine Seele richtungweisend ist, denn sonst werde ich wahnsinnig.

Ach, Herr Jesus, wie sehr liebe ich Dich!
Hätte ich tausend Leben,
Dir würde ich sie schenken …
Mit Deiner göttlichen Gnade
und der Hilfe Mariens
vermag ich alles.
Sei gepriesen!

(Aus: Nur Gast auf Erden 600f)

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Mit dem heiligen Rafael Arnáiz Barón von Septuagesima bis Ostern – (8/17)

Rafael wird am 9. April 1911 geboren; 15. Januar 1934 Eintritt in die Trappistenabte St. Isidro; 26. Mai 1934 verlässt er das Kloster wegen schwerer Diabetes; 11. Januar 1936 Rückkehr in die Abtei, er wird Oblate; am 29. September 1936 muss er wegen des Bürgerkrieges das Kloster verlassen; 6. Dezember 1936 Rückkehr ins Kloster; am 7. Februar 1937 muss er wieder wegen seiner Krankheit das Kloster verlassen; am 15. Dezember 1937 kehrt Rafael unter Verzicht auf die Bequemlichkeiten und die Fürsorge in seinem Elternhaus erneut und endgültig in die Abtei zurück. Todestag am 26. April 1938, gerade 27 Jahre geworden. – Rafael Arnáiz Barón erhielt das Ordenskleid der Trappisten „Angesichts des Todes“ und legte dabei die feierliche Profess ab.

Wie müde bin ich, Herr!

Hl. Rafael Arnáiz Barón notiert am 20. März 1938, dem 3. Fastensonntag:

Wie müde bin ich, mein Herr und mein Gott!
Wie lange noch, Herr, vergißt du meiner? … [Ps 13,1]
Wie sehr erfreut sich meine Seele jener Psalmen Davids, in denen er in seinem Überdruß darüber weint, daß er noch auf Erden lebt, und nach Dir verlangt!
Incola ego sum in terra [Ich bin nur Gast auf Erden (Ps 119,19)], wiederhole ich mir selbst sehr häufig.
Ich sehne mich nach dem Himmel und empfinde mich fremd und als Pilger auf der Erde. Wie müde bin ich, Herr!
Wie schwer fällt es mir oft, mit den Geschöpfen umzugehen, die mir von allem reden außer von Gott! …
Wieviel Kraft muß ich oft gegen mich selbst aufbringen, um nicht loszuschreien und Gott um Hilfe anzurufen mitten in dieser Verbannung, in der – wie die hl. Teresa sagt – alles ein Hindernis ist für die Freude an Ihm! […]

Wie lange noch, Herr?

Die Menschen ermüden mich, sogar die guten … Sie sagen mir nichts … Den ganzen Tag über habe ich Verlangen nach Christus, und mitten in meinem Verlangen nach dem Himmel und nach der Liebe zu Jesus trage ich schwer an meinem Leben, das immer noch an die Welt gebunden ist. Und notgedrungen muß ich mich damit aufhalten zu essen, zu schlafen. Wie ekelhaft! … […]

Herr, verzeih mir! Es ist Dein Wille.
Ich weiß nicht, was ich rede. Ich weiß nicht, was ich fühle …
Verzeih mir, Herr! Ich bin so müde!
Meine Seele leidet, weil sie sieht, daß ihr Deine Liebe fehlt;
Sie leidet, da sie sich im Gefängnis dieses armseligen Leibes sieht.
Ich bin krank, Herr, erbarme Dich meiner!
Ich war ein großer Sünder.
Ich weiß nicht, was ich will und was mit mir los ist …
Verzeih mir, Herr, was ich so von mir gebe! …

Du, der Du mein Herz bis ins letzte kennst,
kannst mich verstehen … Mit den Menschen ist das anders,
aber das ist mir einerlei … Mögen sie weitermachen mit dem,
was sie bewegt, mit ihrer Welt, mit ihren Sorgen, mit ihren
Eitelkeiten …! Ich, Herr, will nichts; nichts ist mir wichtig …,
ur Du! Achte nicht auf das, was ich rede!
Manchmal spiele ich verrückt.

Gestern wollte ich vor lauter Buße sterben; heute sehe ich,
daß ich nicht imstande bin, etwas zu tun, was Du nicht willst.
An Deinen Willen bin ich gebunden … Welche Freude!
Herr, beachte mich nicht! Ich bin ein wunderliches Kind …
Aber Du trägst die Schuld, mein Gott …
Wenn Du mich nicht so sehr liebtest! …

Versteh doch, mein Jesus, daß es sehr mühsam ist,
zu leben, weil Du mich nun einmal so liebst und
ich Dich so sehr liebe! … Und klar, so wirst Du verstehen,
daß ich manchmal die Sehnsucht verspüre, mich von diesem
Leib zu lösen, der mir so viel zu schaffen macht; daß ich wünsche,
wegzukommen von so vielen Geschöpfen, die nicht Du sind …;
daß ich müde werde vom Warten … Du siehst schon, Herr,
daß ich schwach und elend bin. Ich bin unfähig zu leiden,
ich bin unfähig, Deinen Willen zu erfüllen …

Ich bin ein armer Mensch, der im gleichen Augenblick,
da er danach verlangt, einzig und allein das zu tun,
was Du willst und wünschst, das Verlangen hat, sich zu Dir
zu erheben und Maria und die Heiligen zu sehen.

Welche Freude wird das sein an dem Tag,
an dem ich Maria mit dem hl. Evangelisten Johannes
sehen darf und den hl. Johannes vom Kreuz, den
hl. Bernhard, den hl. Franz von Assisi und
den hl. Josef, meine Beschützer;
auch die beiden Heiligen, die Dich so sehr liebten
und die mich so vieles lehrten:
Gertrud und Teresa von Jesus;
die hl. Therese von Lisieux … sowie alle Engel;
den großen hl. Rafael und meinen Schutzengel und …
Gut, und Dich, Herr, den ich so sehr liebe,
den ich anbete, den ich über alles liebe,
nach dem ich verlange, nach dem ich mich sehne,
um den ich weine und für den ich – Du weißt es genau,
mein guter Jesus – wahnsinnig werden möchte! […]

In mir ist all das, Herr, wie Du siehst,
und so kann ich nicht leben.
Ich sag’s Dir im Ernst, Herr:
ich bin ein armer Kerl …

Aber verzeih meine Kühnheit!
Wer bin ich, um so viel zu wagen?
Ich weiß nicht …, der Unwissende wagt alles,
und ich weiß oft nicht, wer ich bin und was ich war.
Erleuchte meine Finsternis, damit ich mich besser
kennenlerne und in dem Licht, das Du mir schenkst,
mein Elend, meine Sünden und meine großen
Missetaten erkenne, die ich noch lange Zeit
hier auf Erden beweinen muß!

Nimm keine Rücksicht auf mich, Herr, bis ich rein bin!
Sende mir Dein Licht, damit ich begreife;
die heilige Zerknirschung, damit ich weinen kann;
den Glauben, um mich nur auf ihn zu verlassen;
die Hoffnung, um meine Schwächen zu ertragen!
Und vor allem – alles übertreffend – erfülle mich, Herr,
mit Deiner unendlichen Zuneigung, mit Deiner Liebe! …
Erfülle, überströme, überschütte mich
mit der Freude über Deine unerschöpfliche Liebe …,
und laß mich wirklich wahnsinnig werden!

Verzeih mir, Herr, ich weiß nicht, worum ich bitte!…
Maria, Mutter, sei mir Hilfe und Richtschnur! So sei es!

(Aus: Nur Gast auf Erden 598f)

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Die Bekenntnisse des heiligen Kirchenlehrers Petrus Canisius SJ – Buchempfehlung

Kein Geringerer als Papst Benedikt XVI., der am 9. Februar 2011 bei seiner Generalaudienz über den heiligen Petrus Canisius predigte, zitiert aus dessen Bekenntnissen: »Da fühlte ich überaus großen Herzenstrost und die Gegenwart deiner Gnade, die mir durch diese mächtigen Fürbitter [Petrus und Paulus] liebevoll angeboten wurde. Auch sie gaben mir jetzt ihren Segen und bestätigten meine Sendung nach Deutschland. Es war mir, als verhießen sie mir ihren wohlwollenden Schutz für meinen Apostelberuf in Deutschland. Du weißt es, o Herr, wie sehr und wie oft du mir an jenem Tag Deutschland ans Herz gelegt hast. Ich sollte fortfahren, für dieses Land besorgt zu sein, mich ganz dafür hingeben … und nichts anderes mehr begehren, als für es zu leben und zu sterben«.

Johannes Canisius, 1521 in Nimwegen in der Grafschaft Geldern (heute Niederlande) geboren, war Jesuit. Als solcher war er gewohnt, Gehorsam zu üben. In seinen Bekenntnissen geht es dem Apostel Deutschlands nicht in erster Linie um Deutschland: es geht ihm darum, seinem Herrn und Meister zu folgen. Wenn er Gottes Wille erkannt hat, kann er sagen: „Jetzt habe ich mir fest vorgenommen, unter deiner Gnadenhilfe in allem die […] Grundlage festzuhalten, mich mit neuen Augen vor dir zu betrachten und zugleich, wie es sich geziemt, in Demut und Einfalt des Herzens voranzuschreiten“.

Von Beginn an sucht er den Willen Gottes auch im Willen seiner Vorgesetzten und Ordensoberen zu erkennen. Er spricht hier von der „göttlichen Gnade“. Im Jahre 1549, nach seiner Teilnahme am Konzil von Trient, wurde er von Rom nach Deutschland ausgesandt. Da fühlte er „überaus großen Herzenstrost“ und die Gegenwart von Gottes Gnaden. „Es war mir, als verhießen sie mir ihren wohlwollenden Schutz für meinen Apostelberuf in Deutschland.

In seinem Missionsgebiet Deutschland wurde der Apostel mit den Dingen der Welt konfrontiert. Doch er wusste, wessen Apostel er war, und wem er zu dienen hatte. Das ging nicht ohne innere Kämpfe: „O dass ich doch nur an deinem Kreuz, o König der ewigen Herrlichkeit, Geschmack fände! O dass mir doch die Welt mit ihren Lockmitteln und mit ihrem Trug zum Ekel würde! Ich muss mich gegen dieselbe wappnen durch die heilige Armut sowie durch das Beispiel der Märtyrer […].“

Das handliche Büchlein aus der Verlagsbuchhandlung Sabat ist geeignet, Bischöfen, Priestern und Laien Wegweiser für ein christliches Leben in der Welt zu sein.

Erstveröffentlicht bei kath.net

Die Bekenntnisse des heiligen Kirchenlehrers Petrus Canisius SJ und sein Testament
Verlagsbuchhandlung Sabat 2019
Ca. 170 Seiten; 16,95 Euro
Format: 10,5 x 14,8 cm
ISBN 978-3-943506-54-9

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„Ist das noch die katholische Kirche?“

„Ist das noch die katholische Kirche?“

So lautet die Klage eines südasiatischen Raum lebenden Missionars, der sich fragt: „Für wen, wozu und wie soll ich noch missionieren, wenn Rom die Gleichheit der Religionen verkündet?

Der Missionar notierte in 16 Punkten seine Klagen. Er sandte sie an den Vatikanisten Sandro Magister, der sie veröffentlichte. – Die hier vorgestellte vollständige deutsche Übersetzung der 16 Punkte stammt von Guiseppe Nardi, der sie am 19. März 2019 in katholisches.info veröffentlichte.

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1. Nun ist es klar: Die katholische Kirche ist nicht mehr dieselbe, die sie vor 2013 war. Und ich bin wirklich gespannt, ob es jemand zu definieren weiß, was die katholische Kirche heute ist.

2. Je mehr ich mich mit diesem Problem befasse, desto mehr berührt mich die Sache persönlich. Wenn ich die Kirche jemandem vorstellen soll, der außerhalb steht, muß ich zuallererst wissen, welcher Art von Kirche ich angehöre. An zweiter Stelle muß ich wissen, was ich sagen soll?

3. Wir leben in Missionsländern, wo es viele Religionen gibt, die mehr oder weniger harmonisch miteinander auskommen. Wir unterscheiden uns nicht nur durch Glaubenslehre und Theorien, sondern sichtbar gerade auch durch das praktische Leben, die Sitten, die Gesetze, die Gebräuche und die Pflichten. Die Muslime zum Beispiel essen kein Schweinefleisch, werden beschnitten und beachten den Ramadan, sie können sich scheiden lassen und mehrfach wieder heiraten, sie können überhaupt zwei oder mehr Frauen haben, sie beten fünfmal am Tag und in besonderer Weise auch am Freitag usw.
Die Hindus essen kein Rindfleisch, fasten vor einigen Festen, die Frauen heiraten nur einmal und können nicht wieder heiraten, auch wenn ihr Mann stirbt, sie verehren zahlreiche Gottheiten, sie verbrennen ihre Toten usw.
Und die katholischen Christen? Zumindest bis noch vor einiger Zeit durften sie nur einmal heiraten, eine Wiederverheiratung war nur nach dem Tod des Ehegatten erlaubt, ihre Priester und Ordensfrauen hatten ledig zu bleiben und das Keuschheitsgebot zu halten, sie gehorchten dem Papst, verehrten die Gottesmutter und die Heiligen, sie glaubten nicht an Aberglauben, Hexen und Geister, sie brachten keine Tieropfer dar, in der Kirche beteten Männer und Frauen zusammen, sie aßen jede Art von Fisch und Fleisch, hielten aber am Freitag ein Fleischfasten, am Sonntag galt die Ruhepflicht und die Teilnahme an der Messe usw.

4. Der auferstandene Jesus sandte die Apostel aus, um die Menschen im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes zu taufen. Auf diese Weise breitete sich das Christentum aus und formte die Sitten, die Gesetze und die Gebräuche ganzer Gesellschaften und überhaupt die Zivilisation. Das alles brachte viele Früchte, nämlich konkret viele Märtyrer und Heilige, und erlaubte vielen, mystische Erfahrungen zu machen und uns teilhaben zu lassen an eine aufblitzende Erinnerung des Paradieses und Vorahnung des Himmelreiches.

5. Um diese Gaben und Gnaden zu erlangen, haben sich so viele Menschen bekehrt und mit vielen Entbehrungen ihre Herkunftsgemeinschaften verlassen und deren Lebensweise aufgegeben!

6. Jetzt aber weiß ich als Missionar nicht mehr genau, was die katholische Kirche ist. Seit ich sehe, daß der Papst, die Kardinäle, die Bischöfe schrittweise und unerbittlich den Ehebruch dulden, die Homosexualität gutheißen, Homo-Ehen segnen, die anderen Religionen gleichauf als Heilsweg anerkennen… zu welcher Bekehrung soll ich die anderen noch einladen?

7. Das Gleiche gilt auch für jeden westlichen Menschen, der vielleicht Atheist oder ungläubig ist. Warum sollte er sich bekehren und unseren Glauben annehmen, wenn wir all diese Dinge bekennen? Jetzt verstehe ich einige Sätze des Papstes, der sagt, daß man keine Proselyten machen soll. Es braucht schon eine gehörige Portion Mut, um die Menschen überzeugen zu wollen, solche Abirrungen zu glauben.

8. Zum Glück reden unsere Bischöfe hier nicht von allen Bizarrheiten, über die man in Rom diskutiert. Die einzige Neuheit ist, daß sie nun die Ehenichtigkeitsverfahren etwas leichter machen, obwohl das die Leute nicht so gern akzeptieren, da sie gelernt haben, daß die Ehe in keinem Fall zu lösen ist.

9. Die Gefahr ist, daß es zum Ärgernis kommt, da in diesem und in anderen Missionsländern nur die Christen, Protestanten wie Katholiken, den Ehebruch und die Homosexualität akzeptieren. Für die Muslime und die Hindus ist der Ehebruch, also jede Form der außerehelichen Beziehung, ein Verbrechen, das auf Gemeinschaftsebene, aber auch staatlich geahndet wird. Die Homosexualität wird als sehr schwerwiegende Tat gesehen und ist Gegenstand öffentlichen Tadels. Die Polygamie der Muslime hat nichts mit Ehebruch zu tun, weil es sich dabei um einen sozialen Vertrag handelt, der mit einem Eheritus besiegelt wird und mit allen Verpflichtungen zum Unterhalt für die Frauen und die Kinder verbunden ist.

10. Die Tragikomik der Sache ist, daß es den anderen Religionen, obwohl sie das Evangelium nicht kennen, nicht an soliden moralischen und auf Hausverstand und Natur gegründeten Normen fehlt, während ausgerechnet das Christentum durch seine offiziellen Anführer den Lebensstil und die Moral der vorchristlichen, heidnischen Zeit fördert und unterstützt. Ist denn Jesus wirklich vergeblich in die Welt gekommen!?

11. In Deutschland gibt es sogar solche, die sich über die Bischöfe Afrikas lustig machen, als seien sie rückständig, weil auf ihrem Kontinent die Homosexualität verpönt ist. Es fehlt nur noch, daß sie eine „Neuevangelisierung“ im Namen dieses auf den Kopf gestellten Evangeliums fördern wollen, das in Wirklichkeit nichts anderes wäre, als den Armen, die einen gesunden Menschenverstand haben, die falschen anthropologischen Errungenschaften des Westens aufzunötigen.

12. Was ich nicht verstehen kann, ist die Unterwerfung und das Schweigen so vieler Bischöfe und Priester. Ich sehe nicht einmal einen passiven Widerstand. Die Märtyrer haben den Tod auf sich genommen. Heute reden aber nur einige Laien, die nicht von kirchlichen Stellen abhängig sind, mit lauter Stimme, während die Priester und Bischöfe – mit wenigen Ausnahmen – aus Angst vor Vergeltung und diskreditierenden Anschuldigungen schweigen.

13. Man predigt dauernd, daß man nicht spalten, sondern einigen soll. Das heißt, man soll den Mund halten, weil eine offene Opposition der Kirche zu sehr schaden würde. Diese Zurückhaltung begünstigt aber genau jene, die für die Katastrophen verantwortlich sind.

14. Der Papst weiß es und erfindet alles nur erdenkliche, um sich selbst zu schützen. Seine ständigen Reisen, die Vereinbarungen mit den Lutheranern, die Vereinbarungen mit den Muslimen, die Vereinbarungen mit der Volksrepublik China und so weiter sind die Schützengräben, die ihn schützen. Wie kann man ihn denn kritisieren, wo er doch überall, wo er hinkommt, mit großem Pomp und Jubel empfangen wird?

15. Eine Vorsorge, die die Kirchenspitze trifft, wenn sie redet, entscheidet und Synoden abhält, besteht darin, ja nichts gegen die Schemata des LGBT-Credos zu sagen. Nicht ein einziges Mal fragen sie sich, ob Gott Vater etwas darüber weiß und ob Gott Vater ebenso denkt wie sie. Gott Vater beklagt sich nie, und da Jesus dem Petrus die Schlüssel des Himmelreiches übergab, so denken sie, können sie diese auch nach ihrem Gefallen benützen und die Herren spielen.

16. Der Geist Gottes ist aber immer lebendig. Wir können also auch heute sicher sein, daß es viele Heilige gibt, die es Gott erlauben, unter uns zu wohnen.

O Herr, bleib doch bei uns (Lk 24,29).

katholisches.info

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Sie folgen dem Befehl des Heiligen Vaters Franziskus

Die polnischen Karmelitinnen antworten auf den „Befehl des Heiligen Vaters Franziskus“, dass „alle Klöster von Nonnen innerhalb ihres Instituts Föderationen bilden müssen“. Das Wort „Befehl“ benutzen die frommen Karmelitinnen und erinnern den Schreiber dieser Zeiten an den „Diktatorpapst“.

Am 1. April 2018 hat die vatikanische Kongregation für die Institute des geweihten Lebens und die Gesellschaften des Apostolischen Lebens die Instruktion „Cor orans“ zur Anwendung der Apostolischen Konstitution „Vultum Dei quaerere“ über das weibliche kontemplative Leben veröffentlicht.

In 289 Artikeln werden wesentliche Punkte im Leben von kontemplativen weiblichen Ordensgemeinschaften neu geregelt. Zwar wird etwa die Ordensoberin juristisch an jene der männlichen Ordensoberen angeglichen, gleichzeitig schafft sich der Vatikan ein außerordentliches Zugriffsrecht, das jederzeit z. B. die Schließung einzelner Klöster ermöglicht.

Es werden in dem Dokument die Aus- und Weiterbildung von Ordensfrauen neu geregelt und verlangt, dass die Zulassung zur feierlichen Profess mindestens neun Jahre dauern muss. Damit wird manchem Nonnenkloster die Zukunft verbaut.

Neben diesem gravierenden Einschreiten in die Belange eines Klosters gibt es eine weitere Neuerung, welche jedes Kloster verpflichtet einer Föderation anzugehören. Damit werden kleine Klöster gewissermaßen zunächst geistiger Weise, später auch wirtschaftlich enteignet. Da jede Föderation eine Präsidentin zu wählen hat, der weitreichende Vollmachten erteilt werden, sind solche Maßnahmen ohne weiteres zu erwarten.

Vom 11. bis 15. März 2019 haben die „delegierte Nonnen“ aus den Klöstern der Unbeschuhten Karmelitinnen (OCD) der Krakauer Provinz sowie aus Tschechien darüber beraten, wie sie eine „Antwort auf den Befehl des Heiligen Vaters Franziskus“ geben können, der von ihnen verlangt, dass „alle Klöster von Nonnen innerhalb ihres Instituts Föderationen bilden“ müssen.

Das Treffen der polnischen Karmelitinnen befasste sich mit der Ausarbeitung der „Statuten der zu bildenden Föderation“ und entsprach so ganz dem zweifachen Ansinnen von Cor Orans. Zum einen geht es um die Föderation und die Bündelung der Macht; zum anderen sollen „wertvolle Erfahrungen und Erkenntnisse“ ausgetauscht werden und neue Beziehungen untereinander aufgebaut werden.

Die polnischen Karmelitinnen stellen fest, dass die Kirche durch ihre Dokumente, die „extra für sie geschrieben“ wurden, einlädt, „eins zu sein“, damit die Welt glauben und erkennen könne, wie ein solches Zeugnis der Einheit – in Vielfalt – , basieren auf dem Geist der Gemeinschaft, zu einem attraktiven Zeichen des lebendigen Gottes werde.

Selbstverständlich gibt es eine Föderation der Karmelitinnenklöster (OCD) in Deutschland schon viel länger, wie man hier auf dem Bildschirmfoto erkennen kann.

Bildschirmfoto – https://www.karmelitinnen-foederation.de/

Trotz allem gibt es in Deutschland immerhin der Klöster der Karmelitinnen, die die erneuerten Ordensstatuten nicht übernommen haben, sondern sich nach jenen von 1990 richten, die weitgehend den ursprünglichen Statuten der heiligen Teresa von Jesus (Avila) entsprechen. Es sind dies die Karmelitinnenklöster in Hauenstein, in Speyer und in Wemding. Doch auch sie sind nun genötigt, dem Befehl des Heiligen Vaters Franziskus Folge zu leisten.

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