Pater Gerhard Winkler +

Der große Kenner des heiligen Bernhard von Clairvaux, DDr. Pater Gerhard Bernhard Winkler OCist, u. a. emeritierter Professor für Kirchengeschichte an der Universität Salzburg, ist 22. September 2021 vom Herrn über Leben und Tod in seinem 91. Lebensjahr in die ewige Heimat abberufen worden.

Requiescat in pace!

Zisterzienser von Wilhering und wird als solcher am Montag, 27. September, um 14 Uhr nach dem Requiem in der Stiftskirche, auf dem Klosterfriedhof beerdigt.

Pater Gerhard Winkler hat vor zwanzig Jahren eine Gesamtausgabe der Werke des hl.
Bernhard von Clairvaux im Verlag Tyrolia vorgelegt.

Band I: Traktate
Band II: Traktate und Briefe 1-180
Band III: Briefe 181-551
Band IV: Sentenzen und Parabeln = vergriffen!
Band V: Predigten über das Hohelied 1-38
Band VI: Predigten über das Hohelied 39-86
Band VII: Predigten zum Kirchenjahr und über den Psalm „Qui habitat“
Band VIII: Predigten zum Kirchenjahr
Band IX: Predigten
Band X: Register

Todestag: 23. September

Ein Beichtkind klagte Pater Pio:
„Seit einiger Zeit werde ich von unreinen Gedanken gequält. Es ist mir schon lästig.”
„Das ist die Sühne für die Strafen, die du für deine Sünden verdient hast. Wenn du nicht willst, kommst du ins Fegfeuer.”
„Nein, nein, ich will nicht ins Fegfeuer. Ich möchte aus Liebe sterben.”
Lächelnd sprach der Pater:
„Na, also!”

Am 23. September 1968 stirbt der Kapuziner Pater Pio. Geboren wurde er als Francesco Forgione am 25. Mai 1887 in Pietrelcina. 1903 ward er Novize bei den Kapuzinerorden. Die Priesterweihe empfing er im Jahr 1910.

1916 kam er ins Kapuzinerkloster San Giovanni Rotondo. Ab 1918 zeigten sich auf seinem Körper die Wundmale Jesu, – Stigmata. Obwohl die Ordensoberen versuchten, dies geheim zu halten, konnte es nicht verhindert werden. Fortan reisten Gläubige von weither, um bei ihm zu beichten, danach zur Hl. Messe zu gehen und seine Predigten zu hören. Pater Pio besaß die Seelenschau. Seitens der kirchlichen Oberen erfährt er Widerstand und schon 1922 wurden seine priesterlichen Tätigkeiten eingeschränkt. Sogar die öffentliche Zelebration der Heiligen Messe wurde ihm verboten. Der heilige Papst Johannes XXIII. soll über ihn gesagt haben, er richte eine „enorme Verwüstung der Seelen“ an. Die Gläubigen aber kamen weiterhin in Scharen zu ihm. Er besaß auch die Gabe der „Bilokation“, das heißt, Pater Pio konnte an zwei Orten gleichzeitig sein, was mehrfach bezeugt ist.

Als Pater Pio 1968 starb, wurde er in der Krypta der Klosterkirche San Giovanni Rotondo in Anwesenheit von hunderdtausend Menschen bestattet. Papst Johannes Paul II. sprach ihn 1999 selig und 2002 heilig.

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Matthäus, folge mir! – 21. September

An dem schönen, fischreichen See Genesareth lag die reiche Handelsstadt Kapharnaum. Von hier aus führten schöne Handelstrassen in das innere des heiligen Landes und groß war der Zusammenfluss der Handelsleute, welche da Ihre Waren aus- und einluden, kauften und verkauften. Es war daher in dieser Stadt auch eine wichtige, gewinnreiche Zollstation, und Einer von denen, welche die Zolleinnahme gepachtet hatten, war der Jude Levi, der fleißig auf der Zollbank saß, die Waren taxierte und genau den Zoll davon erhob. Wie alle Zolleinnehmer war auch er den gesetzestreuen Juden verhasst und ein Gegenstand des Abscheus. Die Zöllner waren nämlich bloß Unterpächter der Römer, denen, als Herren des Landes, der Zoll gehörte. Da diese Zöllner oft den Zoll hoch pachteten, so geschah es, dass sie, teils um den Pachtschilling zu erlangen, teils auch, um sich zu bereichern, die handelstreibenden Juden betrogen, bedrückten und Ihnen oft ungerechter Weise das Geld abnahmen. Es ließen sich daher auch nur Leute von gemeinem Schlage zu Zolleinnehmern gebrauchen und sie wurden von den Juden allgemein verachtet, für ehrlos und für öffentliche Sünder, weil Betrüger und Bedrücker des Volkes Gottes, gehalten. Eines Tages nun saß Levi seiner Gewohnheit gemäß in seinem Zollhäuschen an der Überfahrt des Sees und beschaute eben mit scharfen Augen die Waren, welche ein- und ausgeladen wurden, um davon den Zoll zu erheben, als Jesus aus der Stadt Kapharnaum herauskam, wo er einen Gichtbrüchigen geheilt hatte, und begleitet von einer Menge Volkes, dem Ufer des Sees sich nahte. Mit einem Blicke voll des innigsten Mitleides, aber auch unwiderstehlicher Gewalt, blickte Jesus den in seinem Häuschen sitzenden Zöllner Levi an und rief ihm zu:

„Folge mir nach.“

Und siehe, kaum hatte der Zöllner diese Worte vernommen, als er sich erhob, auf den Heiland zu eilte und seinem Dienste sich weihte, weshalb er auch den Namen Matthäus, das heißt „der Geschenkte“ an nahm.

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PSALM 63

(Am Samstag zu den Laudes)

2 Hör an, o Gott, mein Gebet, wenn ich flehe: *
von dem Schrecken des Feindes rette meine Seele.
3 Du hast mich geschützt vor der Rotte der Übeltäter: *
vor der Menge derer, die Unrecht verüben.
4 Denn wie ein Schwert schärften sie ihre Zungen: *
ihren Bogen spannten sie – eine gar bittere Waffe –,
5 um im Verborgenen den Schuldlosen mit Pfeilen zu treffen.
6 Urplötzlich werden sie auf ihn schießen und dabei keine Furcht empfinden: *
einen boshaften Plan haben sie sich festgelegt.
Sie redeten davon, daß sie heimlich Schlingen legen wollten: *
Sie sagten: Wer wird sie sehen?
7 Sie planten Freveltaten: *
gescheitert sind sie in all ihrem Sinnen und Planen.
Ein Mensch wird hinzutreten zum hohen Herzen: *
8 und Gott wird erhöht werden.
Pfeile von kleinen Kindern, dazu sind ihre Schläge geworden: *
und ganz schwach wurden ihre Zungen gegen sie.
Es erschraken alle, die sie sahen: *
10 und Ehrfurcht empfand jeder Mensch.
Und sie verkündeten die Werke Gottes, *
und seine Taten lernten sie verstehen.
11 Freuen wird sich der Gerechte im Herrn, und seine Hoffnung wird er setzen auf ihn, *
und es werden sich alle rühmen, die aufrichtigen Herzens sind.

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Die hl. Hildegard und die Engel – 17. September

Lebendiges Licht –
Die Engel als Wegweiser zum Sinn in der Schau Hildegards von Bingen

Dass auf der Säule der Menschheit des Erlösers besonders viele Frauengestalten zu sehen sind, ist kein Zufall. Hildegard ist eine Frau und sie lebt in einem Konvent mit Gott suchenden Frauen zusammen. Dass weibliche Spiritualität für sie ein wichtiges Thema ist, liegt nahe. Aber bei der Darstellung von himmlischen Kräften geht es ihr nicht um die Frage, wie viele Sitze die Frauen im Rat der Heiligen für sich beanspruchen. Sie zu stellen, läge ihr wohl auch deshalb fern, weil diese Fokussierung auf Zahlen, hinter der sich der Wunsch nach Machtausübung verbirgt, genau jene Fehlhaltung des Auf-sich-bezogen-Seins fördert, die in ihrem Konvent zum Streit geführt hatte.

Was Hildegard erreichen möchte, ist vielmehr, ihre Schwestern dazu zu motivieren, sich aufzurichten, um sich neu ausrichten zu können. Denn der stete Blick auf uns selbst macht uns klein. Er nimmt uns die Perspektive des Himmels und schrumpft unsere Entwicklungsmöglichkeiten auf ein allzu irdisches Mittelmaß zurück. Wenn wir uns aber, wie Richardis, Odilia, Clementia und all die anderen Nonnen in Hildegards neuem Kloster Rupertsberg an der Säule der Menschheit des Erlösers ausrichten, hat dies zwei entscheidende Vorteile.

Zum einen ist diese Säule sehr greifbar und überaus standfest. Mehr, als man von den wankelmütig gewordenen Schwestern auf der Baustelle behaupten konnte.

Zum Zweiten trifft das Bild von der Säule mitten in die Schwärze des Konfliktes. Denn mit ihm macht Hildegard klar: Bei diesem Bau geht es um die Kirche als Ganzes, darum, sich einzuordnen in den Leib Christi, der weit mehr ist als die jeweils sichtbare Kirche, die nur »die Spitze des Eisbergs« darstellt. Denn als Gesamt ist die Kirche ein mystisches Phänomen, eins, das über die Zeiten hinweg bis in die Ewigkeit hineinreicht, umfasst sie neben der sichtbaren doch auch die unsichtbare Kirche, jene, die vor uns gelebt und geglaubt haben und die nun Teil jener Engelchöre sind, aus denen uns hier in unseren irdischen Gegebenheiten Hilfe zukommt.

Und zum Dritten hat die Säule der Menschheit des Erlösers ein Haupt, Jesus Christus. Durch das Bild wird ganz klar, dass es beim Mitbauen, egal ob es dabei um den Geräteschuppen im Garten des neuen Klosters oder das Reich Gottes geht, darauf ankommt, Teil des Ganzen zu sein, zu wissen, der Bauplan liegt bereits vor, der Magister operis, der Leiter des großen Projektes hat das Gesamt im Blick. Diese Perspektive wirkt einordnend, entlastend und stiftet Gemeinschaft.

Die Engel-Kräfte, die Hildegard in ihrer Vision von der Säule der Menschheit des Erlösers schaut, zeigen, wie so oft in Hildegards Werken, in ihrer äußeren Erscheinung ihr Wesen. Die Demut beschreibt sie so: »Die erste Gestalt trug auf ihrem Haupt eine goldene Krone, die drei höher hervorragende Zacken hatte und in reichem Schmuck kostbarster Edelsteine von grüner und rötlicher Farbe und weißen Perlen funkelte. Auf ihrer Brust aber trug sie einen hell leuchtenden Spiegel, in dem in wunderbarer Klarheit das Bild des fleischgewordenen Gottessohnes erschien.«

Alles weiter lesen Sie in dem neuen Buch von Barbara Stühlmeyer:

Lebendiges Licht
Die Engel als Wegweiser zum Sinn in der Schau Hildegards von Bingen
Mit einem Vorwort von Karl Braun, Erzbischof em. von Bamberg
Verlagsbuchhandlung Sabat 2021
192 Seiten; 19,95 Euro
ISBN 978-3943506938

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Der Papst – ist er der treueste Nachfolger Jesu Christi?

Wer sind die treuesten Nachfolger Jesu Christi?

Die treuesten Nachfolger Jesu Christi sind die Heiligen.

Die Heiligen sind wie Sterne am Himmel.
Sie sind der Abglanz Gottes und sein himmlischer Hof.
Uns aber sind sie mächtige Helfer und Führer
auf dem dornenvollen Weg zur Tugend und Vollkommenheit.

(Katholischer Katechismus für das Bistum Basel, Nr. 425)

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Sieben Schmerzen Mariens – 15. September

In einem Gebet der Ostkirche heißt es:

Als deine Mutter, o Wort,
dich mit Nägeln ans Kreuz geheftet sah,
da ward ihre Seele
mit den Nägeln bitterer Trauer und mit Pfeilen verwundet.
Als dich, du Süßigkeit aller, die Mutter erblickte
wie du mit bitterem Tranke getränkt wardst,
rannen aus ihren Augen bittere Ströme von Tränen.
Furchtbar bin ich verwundet.
Mein Inneres zerreißt es, o Wort,
da deinen ungerechten Tod ich schaue,
so sagte die Allheilige weinend.
Wehe, Simeons Weissagung ist nun erfüllt;
denn dein Schwert, o Emmanuel,
durchbohrte mein Herz.

Im Osten ist die Verehrung der schmerzhaften Muttergottes schon in frühesten Zeiten bekannt. Der große Dichter Ephräm der Syrer (+ 373) besingt die Schmerzensmutter unter dem Kreuz und eine große Anzahl Schriftsteller des christlichen Altertums weisen auf die Schmerzen Mariens hin. Diese Texte gehen dann in die Liturgie des Ostens ein. Im 6. Jahrhundert ist dort die Darstellung Mariens unter dem Kreuz allgemein verbreitet.

Im Westen breitet sich die Verehrung der schmerzhaften Muttergottes erst ab dem 12. Jahrhundert aus. Der um 1240 gegründete Orden der Mariendiener (Serviten) machte die Andacht zur „mater dolorosa“ in weiten Schichten des Volkes bekannt. In dieser Zeit entstand auch der berühmte Hymnus an die Schmerzensmutter, das „Stabat Mater“. Seit dem Mittelalter ist die Verehrung der schmerzhaften Muttergottes tief im Herzen der Menschen verwurzelt. Wallfahrten entstehen zu den Gnadenbildern, die Jesus nach der Kreuzabnahme im Schoß seiner betrübten Mutter zeigen.

Ein eigener Festtag zu Ehren der Schmerzen Mariens ist im 15. Jahrhundert in Köln belegt, 1721 führt Papst Benedikt XIII. das „Fest der sieben Schmerzen der seligen Jungfrau Maria“ für die ganze Kirche ein. Das Fest wurde zunächst am Freitag vor dem Palmsonntag gefeiert, 1913 legte Papst Pius X. das Fest auf den 15. September, dem Oktavtag von Mariä Geburt und dem Tag nach dem Fest der Kreuzerhöhung. 1960 wurde es vom Rang eines Festes auf einen Gedenktag herabgestuft und erhielt die offizielle Bezeichnung „Gedächtnis der Schmerzen Mariens“.

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