Was wäre die Welt ohne Dich!

Was wäre die Welt ohne Dich, heiliges Blut!
Seit uralten Zeiten
singt die Sehnsucht das Lied von den Brunnen,
die tief unter der Wüste rauschen.
Verloren wäre doch alles, was unsere Augen sehen!
Der Menschen sinnloses Schwätzen,
Wahn ringsum und Jagen nach Irrlicht und Trug,
Mord und das Wehgeschrei der Ratlosen,
kaltlächelnde Gemeinheit und das Gesetz
der plumpen geistlosen Kraft:
Wüstensand alles,
der fruchtbringenden Wasser beraubt!
Und doch fließt in der Tiefe das allerbarmende Blut,
heiliger Lebenstrom der Vergebung!
Am Altar wird der Kelch zur Höhe gehoben.

Unversieglich ist der Quell
aus des Gottmenschen heiliger Seite.
Du wunderbares Blut!
Du Glück aller Zeiten und aller Geschlechter,
Glutwein, der Jungfrauen gebiert,
Fest-Trank der Hochzeit,
die in den hohen Sphären gefeiert wird!
Glück allen Glückes,
sei angebetet!
Sei ewig gegrüßt!

(Hymnus an das heiligste Blut unseres Erlösers.
von Pfarrer Hans Milch)

Christus am Kreuz mit Maria und Johannes, Detail. Albrecht Altdorfer.

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Das Sakrament der Taufe – Die erste Mission

„Dass die heilige Taufe als das Tor zur christlichen Religion und zum ewigen Leben unter den anderen Sakramenten des Neuen Bundes, die von Christus eingesetzt sind, die erste Stelle einnimmt und allen Menschen der Wirklichkeit oder doch dem Verlangen nach notwendig ist zum Heile, das bezeugt die Ewige Wahrheit selbst mit den Worten: ,Wenn jemand nicht wiedergeboren ist aus dem Wasser und dem Heiligen Geiste, kann er nicht eingehen in das Reich Gottes‘ (Joh 3,5). Um sie also rechtzeitig und richtig zu spenden und zu empfangen, gilt es, die höchste Umsicht anzuwenden.“ (Aus dem römischen Rituale)

„Ordentlicher Spender der Taufe ist der Bischof, der Priester und der Diakon.“ (CIC can 861 §1)

Fähig zum Empfang der Taufe ist jeder und nur der Mensch, der noch nicht getauft ist.“ (CIC can 864)

„Die Eltern sind verpflichtet, dafür zu sorgen, dass ihre Kinder innerhalb der ersten Wochen getauft werden; möglichst bald nach der Geburt, ja sogar schon vorher, haben sie sich an den Pfarrer zu wenden, um für ihr Kind das Sakrament zu erbitten und um entsprechend darauf vorbereitet zu werden. Wenn sich ein Kind in Todesgefahr befindet, ist es unverzüglich zu taufen.“ (Can 867 CIC)

„Damit ein Kind erlaubt getauft wird… muss die begründete Hoffnung bestehen, dass das Kind in der katholischen Religion erzogen wird; wenn diese Hoffnung völlig fehlt, ist die Taufe gemäß den Vorschriften des Partikularrechts aufzuschieben; dabei sind die Eltern auf den Grund hinzuweisen.“ (CIC can 868 §1)

„Einem Täufling ist, soweit dies geschehen kann, ein Pate zu geben; dessen Aufgabe ist es … mitzuhelfen, dass der Getaufte ein der Taufe entsprechendes christliches Leben führt und die damit verbundenen Pflichten getreu erfüllt.“ (CIC can 872)

„Damit jemand zur Übernahme des Patendienstes zugelassen wird, ist erforderlich;
1. er muss … von den Eltern des Täuflings oder dem, der deren Stelle vertritt, oder, wenn diese fehlen, vom Pfarrer oder von dem Spender der Taufe dazu bestimmt sein; er muss zudem geeignet und bereit sein, diesen Dienst zu leisten;
2. er muss das sechzehnte Lebensjahr vollendet haben, außer vom Diözesanbischof ist eine andere Altersgrenze festgesetzt oder dem Pfarrer oder dem Spender der Taufe scheint ausgerechtem Grund eine Ausnahme zulässig;
3. er muss katholisch und gefirmt sein sowie das heiligste Sakrament der Eucharistie bereits empfangen haben; auch muss er ein Lehen führen, das dem Glauben und dem zu übernehmenden Dienst entspricht.“ (Can 874 §1 CIC)

+ Oration

Allmächtiger, ewiger Gott, gnädiger Vater,
Du hast heute diesen Deinen Diener (diese Deine Dienerin)
an Kindesstatt angenommen;
so gib auch, wir bitten Dich,
dass er (sie), gefirmt mit dem Heiligen Geiste
und genährt durch die himmlische Speise,
zum Vollalter Christi heranwachse.
Seinen Namenspatron (Ihre Namenspatronin) aber,
den heiligen (die heilige) N., lass ihm (ihr) dabei ein Vorbild sein.
Ihm (Ihr) nachfolgend, möge er (sie) einst
ins ewige Vaterhaus gelangen.
Durch Christus, unsern Herrn.
Amen.

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Franz Xaver tauft ein Heidenkind

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Wer predigt heute noch darüber?

Die Kämpfe der Endzeit:
Der Antichrist und Satans letzte Bedrängnis.

Prof. Dr. Michael Fiedrowitcz:

Wer von den Gläubigen nie etwas davon erfährt, ist nicht imstande, Zusammenhänge zu erfassen, Ereignisse einzuordnen, latente Gefahren zu erkennen. Die Kirchenväter haben jedenfalls Vorzeichen der endzeitlichen Ereignisse schon in ihrer Gegenwart erkannt und die Bedrängnisse der eigenen Zeit in deren Licht gedeutet. Wenn es in der Johannes-Apokalypse heißt: ‚Der Widersacher Gottes zieht aus, um Krieg zu führen gegen die Heiligen‘, dann sahen die frühchristlichen Ausleger darin die gesamte Geschichte der Kirche vorgezeichnet, nicht erst Ereignisse der Endzeit.

(Kirchliche Umschau 9, 2017: Wenn es keinen Kampf gibt, gibt es kein Christentum)

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Martin Luther und der junge Leser

Buchbesprechung

Leider ist das Jugendbuch von Karlheinz Weißmann insgesamt zu unkritisch gegenüber Martin Luther. Auch die Darstellung der katholischen Kirche ist nicht präzise genug und daher nicht fair.

Das 500-jährige Reformationsjubiläum im Jahr 2017 hat der Lehrer und Autor Karlheinz Weißmann zum Anlass genommen, sich in einem Buch an junge Leser zu wenden und ihnen die Persönlichkeit des Martin Luther vorzustellen. „Prophet der Deutschen. Martin Luther für junge Leser“ ist bei JF Edition, dem Verlag der Wochenzeitung „Junge Freiheit“, erschienen. Rund 170 Seiten, ungefähr von der Größe A4, sind illustriert mit Abbildungen, die von Sascha Lunyakov produziert wurden. Bei diesen handelt es sich um ein Glanzlicht des Buches.

Luther als „Prophet der Deutschen“ zu bezeichnen, ist in gewisser Hinsicht durchaus gerechtfertigt. Der Verdienst des Reformators um die deutsche Sprache ist nicht zu leugnen. Karlheinz Weißmann beobachtet: „Dieses den Leuten ‚auf das Maul sehen‘ darf man aber nicht verstehen, als habe Luther geschrieben, wie die Leute daherredeten. Aber er hat doch die deutsche Sprache, wie sie schon in den Amtsstellen und zur Ausfertigung schriftlicher Dokumente verwendet wurde – die sogenannte ‚Sächsische Kanzleisprache‘ – ergänzt und lebendiger gemacht durch die Formulierungen, die die Menschen seiner Zeit gebrauchten und ihnen neue Wendungen – ‚Rat und Tat‘ – und Worte – ‚friedfertig‘, ‚Lückenbüßer‘, ‚Herzenslust‘ – hinzugefügt. Wenn man Luther ein Genie genannt hat, dann wegen dieser Fähigkeit, die Sprache schöpferisch zu verwenden und vor allem bildkräftig auszudrücken, was in einer fremden und seit langem nicht mehr gesprochenen Sprache gemeint gewesen war, es nicht einfach zu übersetzen, sondern zu ‚verdeutschen‘.“

Ebenfalls lobenswert ist, dass die Haltung Luthers zur Prädestination als nicht überzeugend charakterisiert wird: „Luther hat auf die Frage, warum Gott manche Menschen auserwählt und erlöst und die anderen verwirft und verdammt, niemals eine ganz überzeugende Antwort gefunden.“

Leider ist das Buch insgesamt zu unkritisch gegenüber Martin Luther und der von ihm angestoßenen Revolution in Kirche und Gesellschaft. Auch die Darstellung der katholischen Kirche ist nicht präzise genug und daher nicht fair. Die Priesterweihe verleiht dem Priester eben nicht bloß eine wie auch immer geartete „Gabe des Heiligen Geistes“, sondern ein unauslöschliches Merkmal in der Seele. Das Bußsakrament wird von Karlheinz Weißmann charakterisiert als „ein Gespräch zwischen dem Christen und einem Priester, in dem der Christ seine Sünden, also die Verstöße gegen Gottes Gebote, gestand und vom Priester erfuhr, welche Strafe er auf sich nehmen musste, um dafür zu büßen […]“. Korrekt ist stattdessen, dass das Beichtkind seine Sünden bekennt und bereut, worauf der Priester ihm im Namen Gottes die Lossprechung erteilt. Mit anderen Worten, Gott selbst vergibt die Sünden, durch den Priester.

Derartige problematische Passagen sorgen dafür, dass man das Buch dem jungen Leser nicht uneingeschränkt empfehlen kann. Denn mit den grundlegenden Informationen nimmt der Leser auch einige der gängigen protestantischen Vorurteile auf. Das ist schade. Eine ausgewogenere Darstellung, die in Luther nicht beinahe ausschließlich den deutschen Helden sieht, wäre sehr zu wünschen gewesen.

Erstveröffentlicht bei kath.net

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Martin Luther für junge Leser
Prophet der Deutschen
Von Karlheinz Weißmann
Illustriert von Sascha Lunyakov
Hardcover, 172 Seiten; m. farb. Illustr.
ab 12 Jahre
2017 Junge Freiheit, Euro 24,90
ISBN 978-3-929886-64-1

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Der Sünder und der Heilige Geist

Die Sünde, die vom Menschen gesehen, aber nicht begangen wird, die er erkannt und bedauert hat – diese Art von Sünde zieht Ihn an!

Je mehr der Mensch seine Sünde betrachtet und je mehr er darüber lamentiert, desto angenehmer und zugänglicher ist er für den Heiligen Geist, der sich wie ein Arzt nur jenen naht, die sich krank wissen. Andererseits wendet Er sich von jenen ab, die eingebildet sind und sich wichtig nehmen.

Schau auf deine Sünde und mache sie ausfindig. Wende deine Augen nicht von ihr ab. Verleugne dich selbst, schätze deine Seele nicht zu hoch ein. Gib dich ganz der Betrachtung deiner Sünde hin und weine über sie. Dann wirst du dir zu gegebener Zeit deiner Erneuerung durch das unbegreifliche und unerklärliche Wirken des Heiligen Geistes bewusst werden. Er wird zu dir kommen, wenn du ihn nicht erwartest. Er wird in dir wirken, wenn du dich für Ihn als ganz unwürdig erkannt hast.

Theophan der Rekluse

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Du zweifelst noch?

Du blickst auf mich und einen solchen Sünder vor deinen Augen fragst du dich unwillkürlich – ist es möglich, dass der Heilige Geist in diesem Sünder wirkt, in dem die Leidenschaften so offensichtlich und stark sind?
Eine berechtigte Frage!
Und sie macht mich verlegen und erschrocken. Ich werde fortgerissen, ich sündige; ich begehe Ehebruch, ich verrate meinen Gott, ich verkaufe ihn für den abscheulichen Preis der Sünde.

Und trotz meines ständigen Verrats, meines treulosen und verräterischen Verhaltens bleibt Er unveränderlich. Immer gnädig, wartet Er langmütig auf meine Reue und zieht mich mit jedem erdenklichen Mittel zur Reue und Änderung meines Lebens. Du hast gehört, was der Sohn Gottes im Evangelium sagt? „Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken. Ich bin gekommen, um die Sünder zu rufen, nicht die Gerechten“. (Mk 2,17) So sprach der Heiland und so handelte Er. Jesus aß mit Zöllnern und Sündern, bekehrte ihre Herzen zu Glauben und Tugend und führte sie so in geistliche Gemeinschaft mit Abraham und anderen rechtschaffenen Menschen.

Erstaunt dich die unendliche Güte des Gottessohnes?
Sei gewiss, dass der All-Heilige-Geist genauso gütig und genauso bemüht ist um die Erlösung der Menschheit; Er ist genauso sanftmütig, mild, langmütig und ganz und gar barmherzig. Der Heilige Geist ist eine der drei gleichen Personen der Heiligen Trinität die unvermischt und ungeteilt, das einzigartige Göttliche Wesen drei Personen in einer Natur bilden.

Theophan der Rekluse

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Schülerin des Herzens Jesu – Margareta Maria Alacoque – 17. Oktober

Am 27. Dezember 1673 kniete Maragreta Maria Alacoque nach der heiligen Kommunion vor dem Tabernakel in inniges Gebet versunken: Da erschien ihr das göttliche Herz Jesu auf einem Flammenthrone, nach allen Seiten Strahlen sendend wie die Sonne, die Wunde der Lanze sichtbar, von einer Dornenkrone umgeben, und auf dem Herzen stand das Kreuz und Jesus sprach:

„Mein göttliches Herz ist so voll von Liebe zu den Menschen und besonders zu dir, daß ihre Flammen hervorbrechen, um sie durch dich den Menschen zu offenbaren, und sie zu bereichern mit den Schätzen, welche du siehst, und die überreiche aber notwendige Gnade enthalten, um die Menschen zu retten vor dem Abgrund des Verderbens. Dich, Unwürdige und Unwissende, habe ich auserwählt zur Erfüllung meiner Absichten, damit es klar werde, daß alles ganz mein Werk ist. Deshalb gib mir dein Herz!“

Sie tat wie befohlen, und der Erlöser nannte sie von jetzt an „Schülerin des Herzens Jesu“. Jesus verlangte, daß das Bild Seines Herzens überall ausgestellt und verehrt werden soll, und daß auf die Orte, wo sein Bild den Ehrenplatz einnehme, die reichsten Segnungen herniederströmen.

Diese Erscheinungen erneuerten sich für Margareta Maria am ersten Freitag eines jeden Monats.

Am 8. Februar 1674 erschien Jesus auf gleiche Weise, zeigte ihr sein Herz mit seiner Liebe zu den Menschen, die ihm aber nur mit Undank lohnten, was ihm schmerzlicher sei, als alle Qualen, die Er während seines bitteren Leidens erduldet habe.

„Gehe jeden ersten Freitag des Moants zur heiligen Kommunion.“
„Tue nichts ohne Gutheißung deiner Oberin, damit der Teufel dich nicht betrüge, denn über Gehorsame vermag er nichts.“

So befahl ihr Jesus. Schwere in Geduld ertragene Krankheiten und andere Prüfungen heiligten immer mehr die Gottesbraut, an der Gott immer neue Wunder wirkte.

1674 wurde P. Claudius de la Colombière Rektor der Jesuiten in Paray-le-Monial und zugleich Beichtvater und Seeelenführer der gottbegnadigten Ordensschwester. Claudius de la Colombière wurde am 16. Juni 1929 von Pius XI. selig gesprochen.

Am 19. Juni 1675, in der Fronleichnamsoktav, erschien ihr Jesus wieder, wie so oft, als sie vor dem Tabernakel kniete. Er entblößte sein Herz und sagte:

„Sieh hier das Herz, das die Menschen so sehr liebt, daß es nichts gespart hat, um sich zu opfern, und zu erschöpfen in Liebesbeweisen; und als Dank empfange ich von den meisten Menschen nur Kälte, Unehrerbietigkeit, Verachtung und Sakrilegien in diesem Sakrament der Liebe. Was mich aber am meisten schmerzt, ist, daß Herzen, die Mir besonders geweiht sind, Mir auf diese Weise begegnen. Darum verlange Ich von dir, daß der erste Freitag nach der Fronleichnamsoktav ein besonderer Festtag zur Verehrung Meines Herzens werde; daß man an dem Tage sich dem heiligen Tische nahe, und einen Ehrenersatz leiste, zur Sühnung all der Beleidigungen, welche Meinem Herzen, seit es auf den Altären weilt, zugefügt wurden, und ich verspreche dir, daß Mein Herz diejenigen im reichsten Maße den Einfluß seiner Liebe fühlen lassen wird, die es verehren, und die sorgen, daß es auch von andern verehrt werde.“

Maragreta Maria hatte Bedenken gegen die große Aufgabe, die sie als „Schülerin des Herzens Jesu“ erhalten; aber der Erlöser verhieß ihr seine Hilfe und schickte sie zu P. Claudius de la Colombière, ihrem Beichtvater, der ihr in der Ausführung ihres Auftrages behilflich sein soll. Am 21. Juni, am Fest des heiligen Aloysius, desselben Jahres, weihte sie sich ganz ungeteilt dem göttlichen Herzen Jesu. Schwerster Margareta Maria und P. Claudius de la Colombière führten trotz unzähliger Hindernisse mit der Hilfe Gottes den Befehl aus. Daß sie Erfolg hatten, zeigt der heutige Stand der Herz Jesu-Verehrung. 1676 wurde P. Claudius de la Colombière nach Paris und von dort nach England versetzt, von wo er mit dem Kloster in Paray-le-Monial in stetem Briefwechsel blieb.

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