Demut und Hingabe

Deine tiefe Demut, o Maria,
hat den Sohn Gottes aus den Höhen des Himmels
in die Niederungen unseres irdischen Lebens herabgezogen.
Wie darf ich wagen, Jesus zu mir einzuladen?
Wie darf ich Seinen heiligsten Leib,
das lebendige Heiligtum der Gottheit,
als Speise meiner Seele in mein Herz aufnehmen?
Wie darf ich seine göttliche und anbetungswürdige Person,
die mit dem Vater im Himmel und dem heiligen Geist
ewig EINS ist,
mit meinem armen sündhaften Wesen vereinigen?
Liebste Mutter Maria, bitte deinen lieben Sohn Jesus,
dass er nicht auf meine Unwürdigkeit sehe,
sondern mich mit Seiner großen Liebe und Barmherzigkeit
anschauen und zu mir kommen möge.

+

 

Über die Gottesliebe – Hl. Bernhard – 20. August

Die treue Seele aber sehnt sich verzehrend nach der Gegenwart und findet süße Ruhe im Gedenken, und bis sie würdig ist, mit enthülltem Antlitz Gottes Herrlichkeit zu schauen, rühmt sie sich der Schmach des Kreuzes.

So also gönnt sich die Braut und Taube Christi inzwischen Ruhe und schlummert inmitten der ererbten Güter.

Aus dem Andenken an den Überfluß deiner übergroßen Süße, Herr Jesus, hat sie schon jetzt die silbernen Schwingen erlangt; nämlich den strahlenden Glanz der Unschuld und Keuschheit, und sie hofft darüber hinaus, mit Freude erfüllt zu werden durch dein Angesicht, sobald auch die Federn ihres Rückens goldglänzend geworden sind, wenn sie, voll Freude eingeführt in die leuchtende Schar der Heiligen, in noch größerer Fülle mit dem Glanz der Weisheit erfüllt wird. Mit Recht also rühmt sie sich schon jetzt und sagt: „Seine Linke liegt unter meinem Haupt und seine Rechte umfängt mich.“ (Hld 2,6)

Dabei versteht sie unter der Linken die Erinnerung an jene Liebe, die größer ist als jede andere, da sie ihr Leben hingibt für ihre Freunde; die Rechte bedeutet die selige Schau, die der Herr seinen Freunden versprach, und die Freude über die Gegenwart seiner Majestät.

Mit Recht wird jene die Seele vergöttlichende Schau Gottes, jenes unermeßliche Entzücken über die göttliche Gegenwart als „die Rechte“ bezeichnet, da von ihr auch voll Freude gesungen wird: „Freude wohnt in deiner Rechten bis ans Ende der Zeiten.“ (Ps 15,11)

Mit Recht wird der Linken jene bewundernswürdige Liebe zugeschrieben, derer wir gedenken und immer gedenken sollen, weil die Braut sich auf sie stützt und in ihr ruht, bis das Unheil vorübergeht.

Mit Recht also ruht die Linke des Bräutigams unter dem Haupt der Braut; auf sie stützt sie, zurückgeneigt, ihr Haupt, das heißt, die Absichten ihres Geistes, damit sie sich nicht hinwendet und abfällt zu fleischlichem und irdischem Begehren. „Denn der vergängliche Leib beschwert die Seele; und das irdische Zelt belastet den um vieles besorgten Geist.“ (Weish 9,15)

Was sonst sollte die Betrachtung eines so großen und ungeschuldeten Erbarmens, einer so frei geschenkten und erprobten Liebe, einer so unverhofften Herablassung, einer so unbeweglichen Milde, einer so staunenerregenden Süßigkeit bewirken?

Was, sage ich, bewirken alle diese Dinge, wenn man sie sorgfältig erwägt, anderes, als daß sie den Geist des Betrachtenden, nachdem er ganz frei geworden ist von jeder verkehrten Liebe, in wunderbarer Weise zu sich hinreißen, heilig entflammen und ihn veranlassen, alles zu verachten, was nicht erstrebt werden kann ohne Verachtung der vorhergenannten Güter.

Kein Wunder, daß die Braut nun voll Freude und Eifer dahineilt im Duft dieser Salben, daß sie glühend liebt, daß sie, die sich so geliebt sieht, glaubt, selbst zu wenig zu lieben, auch wenn sie sich völlig der Liebe hingegeben hat. Und nicht zu Unrecht!

Was nämlich wird einer so großen und so kostbaren Liebe Großes vergolten, auch wenn das kleine Stäubchen all seine Kräfte sammelt, um widerzulieben? Sehen wir doch, daß jene göttliche Majestät, dem Stäubchen in der Liebe zuvorkommend, voll Aufmerksamkeit tätig ist für dessen Heil. Denn: „Gott hat die Welt so sehr geliebt, daß er seinen einzigen Sohn hingabt.“ (Joh 3,16) Ohne Zweifel wird hier vom Vater gesprochen. Und ebenso heißt es: „Weil er sein Leben dem Tod preisgab.“ (Jes 53,12) Ohne Zweifel ist damit der Sohn gemeint.

Und er sagt vom Heiligen Geist: „Der Beistand aber, der Heilige Geist, den der Vater in meinem Namen senden wird, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.“(Joh 14,26)

Gott also liebt, und er liebt aus seinem ganzen Sein, da die ganze Dreifaltigkeit liebt, wenn man von einem „Ganzen“ sprechen kann bei dem Unendlichen und Unfaßbaren oder jedenfalls bei dem Einfachen.

Wer dies betrachtet, erkennt, glaube ich, zur Genüge, weshalb Gott geliebt werden muß, das heißt, warum er geliebt zu werden verdient.

Im übrigen hat der Ungläubige, der den Sohn nicht hat, auch nicht den Vater und den Heiligen Geist. „Wer den Sohn nicht ehrt, ehrt auch den Vater nicht, der ihn gesandt hat“ (Joh 5,23), und auch nicht den Heiligen Geist, den dieser sandte.

Es ist deshalb nicht verwunderlich, wenn er den, den er weniger kennt, auch weniger liebt.

Aber dennoch weißer sehr wohl, daß auch er sich dem ganz verdankt, von dem er weiß, daß er der Urheber seines ganzen Seins ist.

Was schulde nun erst ich, der ich meinen Gott nicht nur festhalte als den uneigennützigen Spender meines Lebens, den freigebigen Erhalter, den liebevollen Tröster, den besorgten Lenker, sondern darüber hinaus als den, der die Fülle der Erlösung schenkt, der mich ewig bewahrt, bereichert, verherrlicht, wie geschrieben steht: „Bei ihm ist Erlösung in Fülle“ (Ps 129,7) und wiederum: „Er ist ein für allemal in das Heiligtum hineingegangen, und so hat er eine ewige Erlösung bewirkt“ (Hebr 9,12)

Und von der Bewahrung heißt es: „Er verläßt seine Frommen nicht. In Ewigkeit wird er sie bewahren.“ (Ps 36,28) […]

(Bernhard von Clairvaux. Über die Gottesliebe,12-14, Innsbruck 1990)

+

Christus umarmt vom Kreuz herab den hl. Bernhard
Francisco Ribalta (1565-1628)

+

 

 

Andacht zum 100-jährigen Fatima-Jubiläum – zum 19. August

Heiligste Jungfrau und glorreichste Gottesmutter Maria, wir haben uns hier vor dir versammelt, um dir unsere Verehrung und Liebe zu bezeigen. Wir freuen uns deiner hohen Würde und Glorie, die dir der Allmächtige verliehen hat. Wir loben und preisen den Herrn, dass er dich uns zur Mutter gegeben hat, dass er dein reinstes und heiligstes Herz mit der vollkommensten Liebe ausgeschmückt hat. Möge doch dein liebevolles Herz Freude haben an unseren Lobgesängen und Gebeten! Wir vereinigen sie mit den Gebeten aller frommen Christen, wie auch mit den Lobgesängen, die die Engel des Himmels dir, ihrer liebreichen Königin, darbringen. Die größte aller Gnaden erbitte uns, dass wir Gott, unseren Herrn, bis an unseren Tod treu bleiben und dann das unaussprechliche Glück haben, mit allen Heiligen und Engeln des Himmels dir zu danken, dich zu loben und zu lieben und mit dir Jesus, deinen Sohn, und die Allerheiligste Dreifaltigkeit zu preisen und zu lieben in alle Ewigkeit. Amen.

Aus Anlass des 100-jährigen Jubiläums Deines Erscheinens in Fatima knien wir vor dir, o Maria, hin und senden dir hinauf unseren kindlichen Gruß, unseren Dank und unsere Bitte. Wir danken …

Siehe pdf zum herunterladen: Andacht 100_Jahre_Fatima

+

 

Apostel Jesu und Mariens – Hl. Johannes Eudes – 19. August

Buchempfehlung

Dieses empfehlenswerte, 2014 erschienene Buch aus dem Sarto-Verlag, ist eine sprachlich bearbeitete und erweiterte Ausgabe der Biographie von P. Joseph Hector aus der Kongregation der Oblaten der unbefleckten Jungfrau Maria, ursprünglich erschienen unter dem Titel „Der selige Johannes Eudes, Apostel der heiligsten Herzen Jesu und Maria, Stifter des Ordens Unserer Frau von der Liebe und der Ordensfrauen vom guten Hirten“. Insbesondere das Kapitel über die Muttergottesverehrung des Heiligen wurde jedoch erheblich erweitert auf Grundlage einer noch viel älteren Arbeit von P. Herambourg aus derselben Kongregation, die 1874 in deutscher Übersetzung erschienen ist unter dem Titel „Die Tugenden des ehrwürdigen Dieners Gottes Johann Eudes“.

„Sei gegrüßt, heiligstes Herz Jesu und Mariens!“

Es ist eines der bezeichnendsten Merkmale der Spiritualität dieses im deutschen Sprachraum noch zu wenig bekannten Heiligen, niemals – weder in der Andacht noch im Gebet – das Herz Jesu vom Herzen Mariens zu trennen. Er sieht sie als ein vereintes Herz, wie es auch das Gebet zum Ausdruck bringt, mit dem er in seiner erstgegründeten Kongregation von Jesus und Maria, die sich die Erziehung und Ausbildung von Priestern und Volksmissionaren zur Aufgabe gemacht hat, den Tag beginnen ließ: „Sei gegrüßt, heiligstes Herz Jesu und Mariens!“

Die vorliegende Biographie geht auf das ganze Leben und Wirken des Heiligen ein, widmet sich aber schwerpunktmäßig dieser Spiritualität des Heiligen, dank derer er vom Papst Pius X. bei seiner Seligsprechung geehrt wurde, als „Urheber, Lehrer und Apostel der liturgischen Verehrung“ der heiligsten Herzen Jesu und Mariens. 1925 wurde er heiliggesprochen; er ist als größter Volksmissionar Frankreichs in die Geschichte eingegangen. Insbesondere aber seine weitsichtigen Aktivitäten zur Erneuerung des Priestertums sind nach wie vor von großer Bedeutung.

„Heilige Jungfrau Maria,
einige uns in der Liebe Deines göttlichen Sohnes
und bewirke, daß wir Sein heiliges Herz
vollkommener lieben und in dieser Liebe
auch die gegenseitige Eintracht unserer herzen
immer mehr begründet werde.“

Ein sehr umfangreicher Gebetsteil lichtet das Geheimnis der Liebe, von der diese große Priesterseele erfüllt und angetrieben war.

Das vorgestellte Buch sei allen Verehrern, Seelsorgern wie Gläubigen, der Herzen Jesu und Mariens sehr empfohlen.

Joseph Hector
Apostel Jesu und Mariens
der hl. Johannes Eudes (1601-1680)
Sein Leben, Wirken und Beten
Sarto Verlag 2014
250 Seiten; 19,90 Euro
ISBN 978-3-943858-48-8

http://www.sarto.de

HIER BESTELLEN

 

 

+

 

Widersteht wie die Katholiken in der Vendée!

Die katholische und königstreue Bevölkerung der Vendée und ihrer Umgebung erhob sich 1793 – 1796 in einem Aufstand gegen die kirchen- und königsfeindliche Schreckensherrschaft der französischen Revolution. Ihr Aufstand wurde von den Revolutionären im Namen von „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ grausam niedergeschlagen. Die Grausamkeit der Revolutionsregierung und ihrer „Höllenkolonnen“, wie die Revolutionstruppen genannt wurden, die den Aufstand in der Vendée niederschlugen, forderte durch systematisches Niederbrennen ganzer Ortschaften und Ermordung der Bevölkerung rund 200.000 Tote.

+

Wir Christen brauchen den Geist der Bewohner der Vendée! Wir brauchen ein solches Vorbild! Wie sie müssen wir unsere Aussaat, unsere Ernte, die von unseren Pflügen gezogenen Furchen verlassen, um zu kämpfen – nicht für die Verteidigung menschlicher Interessen, sondern für Gott!

Wer wird also heute für Gott aufstehen? Wer wird es wagen, sich den modernen Verfolgern der Kirche entgegenzustellen? Wer wird den Mut haben sich zu erheben, waffenlos, nur mit dem Rosenkranz und dem Heiligsten Herzen, um sich den Todeskolonnen unserer Tage entgegenzustellen, die das sind: der Relativismus, die Gleichgültigkeit und die Verachtung Gottes? Wer wird dieser Welt sagen, daß die einzige Wahrheit, für die es zu sterben lohnt, die Freiheit zu glauben ist?

Brüder, wie einst unsere Brüder der Vendée, sind heute wir zum Bekenntnis gerufen, das heißt: zum Martyrium!

Heute sterben unsere christlichen Brüder im Nahen Osten, in Pakistan, in Afrika für ihren Glauben, vernichtet von den Kolonnen des sie verfolgenden Islamismus. Deshalb: Du, Volk von Frankreich, Du, Volk der Vendée, wann wirst Du die friedlichen Waffen des Gebets und der Liebe ergreifen, um Deinen Glauben zu verteidigen?

Liebe Freunde, das Blut der Märtyrer fließt in Euren Adern. Seid ihm treu!

Wir alle sind geistig Söhne der Märtyrer der Vendée! Auch wir Afrikaner, die wir viele Missionare aus der Vendée bekommen haben, die gekommen sind, um uns Christus zu verkünden und bei uns zu sterben! Wir müssen ihrem Erbe treu bleiben!

An diesem Ort umgibt uns der Geist dieser Märtyrer. Was sagen sie uns? Was wollen sie uns weitergeben?

In erster Linie ihren Mut! Wenn es um Gott geht, ist kein Kompromiß möglich! Die Ehre Gottes steht nicht zur Diskussion! Das hat bei unserem persönlichen Leben, unserem Gebetsleben und unserer Anbetung zu beginnen.

Brüder, es ist Zeit, uns gegen den real existierenden Atheismus zu erheben, der unser Leben erstickt. Beten wir in der Familie, stellen wir Gott an erste Stelle! Eine Familie, die betet, ist eine Familie, die lebt! Ein Christ, der nicht betet, der Gott keinen Raum durch Stille und Anbetung läßt, der stirbt!

Vom Beispiel der Vendée haben wir auch die Liebe zum Priestertum zu lernen. Weil ihre „guten Hirten“ bedroht waren, haben sie sich erhoben. Ihr Jüngeren, wenn Ihr dem Beispiel Eurer Vorfahren treu sein wollt, dann liebt Eure Priester, liebt das Priestertum!

Ihr müßt Euch fragen: Bin auch ich gerufen, ein Priester in der Nachfolge dieser guten Priester zu sein, die durch die Revolution das Martyrium erlitten haben? Hätte auch ich den Mut, das Leben ganz für Christus und für meine Brüder hinzugeben?

Die Märtyrer der Vendée lehren uns auch die Vergebung und die Barmherzigkeit. Trotz der Verfolgung und des Hasses haben sie in ihrem Herzen die Sorge für den Frieden und die Vergebung bewahrt. Erinnert Euch, wie Kommandant Bonchamps1) 1793 5.000 Gefangenen die Freiheit geschenkt hat, wenige Minuten bevor er gestorben ist. Wir sollen dem Haß ohne Ressentiments und ohne Animositäten entgegentreten. Wir sollen mit dem Herzen Jesu gerüstet sein, und wie dieses wollen wir voller Sanftmut sein!

Schließlich haben wir von den Märtyrern der Vendée auch noch die Großzügigkeit und die Selbstlosigkeit zu lernen.

Eure Ahnen haben sich nicht für ihre Eigeninteressen geschlagen. Sie hatten nichts zu gewinnen. Heute lehren sie uns daher wahre Menschlichkeit. Wir leben in einer Welt, die von der Diktatur des Geldes, der Interessen und des Reichtums beherrscht wird. Die Freude der Selbstlosigkeit wird überall verachtet und verspottet. Dennoch: Nur die großzügige Liebe und die uneigennützige Hingabe des eigenen Lebens können den Haß gegen Gott und die Menschen besiegen, der Ursprung jeder Revolution ist. Die Bewohner der Vendée haben uns gelehrt, allen diese Revolutionen zu widerstehen. Sie haben uns gezeigt, daß es auf die Höllenkolonnen, die nationalsozialistischen Vernichtungslager, die kommunistischen Gulag, die islamistischen Barbarei nur eine Antwort gibt: Die völlige Selbsthingabe des eigenen Lebens. Nur die Liebe besiegt die Mächte des Todes!

Heute wieder, vielleicht heute sogar mehr denn je, wollen die Revolutionsideologen den natürlichen Ort der Selbsthingabe, der freudigen Großzügigkeit und der Liebe vernichten – ich meine die Familie!

Die Gender-Ideologie, die Verachtung der Fruchtbarkeit und der Treue sind die neuen Leitsprüche der Revolution. Die Familien sind zu vielen Vendées geworden, die ausgerottet werden sollen. Man plant systematisch sie auszulöschen, wie man es einst gegen die Vendée getan hat.

Diese neuen Revolutionäre ärgern sich für die Selbstlosigkeit der kinderreichen Familien. Sie lachen über die christlichen Familien, weil diese alles verkörpern, was sie hassen. Sie sind bereit, ihre Höllenkolonnen gegen Afrika loszuschicken, um die Familie unter Druck zu setzen und ihr die Sterilisation, die Abtreibung und die Verhütung aufzuzwingen.

Afrika wird widerstehen wie die Vendée!

Überall: Die christlichen Familien müssen freudige Avantgarde eines Aufstandes gegen diese neue Diktatur des Egoismus sein!

Jetzt muß sich im Herzen einer jeden Familie, eines jeden Christen, eines jeden Menschen guten Willens eine innere Vendée erheben! Jeder Christ ist geistig ein Vendéaner! Lassen wir es nicht zu, daß in uns die selbstlose und großzügige Hingabe erstickt wird. Lernen auch wir, wie die Märtyrer der Vendée, diese Gabe aus ihrer Quelle zu schöpfen: das Herz Jesu. Bitten wir darum, daß sich eine mächtige und freudige, innere Vendée sich in der Kirche und der Welt erhebt. – Amen!

Predigt von Robert Kardinal Sarah (Präfekt der römischen Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung) in der Kirche Saint Laurent sur Sèvres in der Vendée, Frankreich.

Quelle: katholisches.info

Kardinal Robert Sarah betet am Grab des hl. Ludwig-Maria Grignion von Montfort in der Kirche in Saint-Laurent-Sur-Sevres.

+

 

Sankt Rochus – 16. August

Rochus von Montpellier, geboren um 1295 in Montpellier, gestorben ebendort am 16. August 1327, hat der Legende nach viele Pestkranke geheilt.

Er wurde niemals heiliggesprochen. Dennoch wurden seine Gebeine in Venedig zur Ehren der Altäre erhoben und die in der Pestzeit entstandenen Rochusbruderschaften mit päpstlichen Privilegien ausgestattet. Er wird zu den Vierzehn Nothelfern gezählt und gilt als Schutzpatron der Pestkranken und der Haustiere.

Rochus wurde als Sohn reicher Eltern in Montpellier geboren. Nachdem er als Zwanzigjähriger seine Eltern verloren hatte, verschenkte er sein Vermögen und trat in den Dritten Orden des hl. Franz von Assisi ein. Als er 1317 nach Rom pilgerte, half er unterwegs bei der Pflege von Pestkranken. Diese hat er nur mit Hilfe des Kreuzzeichens wundersam geheilt. In Rom heilte er weiter, ohne jedoch zu Ansehen oder Reichtum zu kommen.

Als Rochus auf seiner Rückreise in Piacenza 1322 selbst mit der Pest infiziert wurde, wurde er von niemandem gepflegt. Er empfahl sich Gott und ging in eine einsame Holzhütte im Wald. Dort wurde er von einem Engel gepflegt, und der Hund eines Junkers brachte ihm solange Brot, bis er wieder genesen war und er nach Piacenza zurückgehen konnte, wo er weiterhin Kranke heilte, bis er dort die Pest besiegt hatte.

Als er wieder in seine Heimatstadt kam, erkannte ihn aufgrund seiner Verunstaltungen durch seine Pesterkrankung niemand, und er wurde unter dem Verdacht der Spionage ins Gefängnis geworfen.

Rochus dankte Gott für all diese Prüfung und brachte geduldig fünf Jahre im Gefängnis zu, bis er starb.

Nach seinem Tod erkannte man ihn anhand eines kreuzförmigen Mals, das er seit seiner Geburt auf der Brust hatte.

Seine Reliquien befinden sich in Venedig in der Kirche San Rocco (Rochus).

Sankt Rochus, Bettler, Heiler, Aussätziger, Gefangener – Heiliger!

+

 

Maria-Himmelfahrt – 15. August – Gregor von Tours über den Heimgang Mariens.

Venantius Fortunatius (+ 600) verwendet in seinem Hymnus die Wortform „Dormitans – Entschlafend“. Modestus von Jerusalem (+ 634) schreibt vom „seligsten Entschlafen Mariens“, German von Konstantinopel (+ 733) „Die Mutter des Lebens entschlummerte“ und Andreas von Kreta (+ 740) vom „glorreichen Entschlafen“. Das Zeugnis des heiligen Johannes von Damaskus (+ 749) ist von besonderem Wert wegen seiner Treue zur Heiligen Schrift und freikirchlichen Überlieferung. Er schreibt: „Der Herrin Heimgang war herrlich und wahrhaft heilig“ (Homilie über die selige Entschlafung Mariens).

Entschlafung Mariens. Fresko in der Kirche St.Petka, Vukova

Der Herrin Heimgang war herrlich und wahrhaft heilig. Seht, wie die Quelle des Lebens mitten durch den Tod zum Leben geführt wird. Seht, wie die heilige Seele, da sie sich von dem Gott aufnehmenden Zelte loslöst, vom Schöpfer aller Dinge mit eigenen Händen aufgenommen wird! O herrlicher Abschied, welcher die Ankunft bei Gott beschert! Denn mag dies auch allen Gott liebenden Menschen von Seiten Gottes gewährt sein – und es ist gewährt, wir glauben daran -, so besteht doch zwischen den Knechten Gottes und der Mutter ein unendlicher Unterschied. Wie sollen wir dieses an ihr gewirkte Geheimnis nennen? Tod? Doch wenn auch der Leib dem herkömmlichen Grab übergeben wird, er verbleibt nicht in der Gewalt des Todes und fällt nicht der Verwesung anheim. Denn wie beim Gebären ihre Jungfrauschaft unversehrt blieb, so wird beim Scheiden ihr Leib vor der Verwesung bewahrt und nur in ein besseres und göttlicheres Gezelt versetzt, welches keinem Tod unterliegt, sondern ohne Ende in alle Ewigkeiten bestehen wird.

Die so hell leuchtende und stets strahlende Sonne wird durch den Mond für eine kleine Weile verhüllt und scheint zwar zu erlöschen und im Dunkel zu versinken und den Glanz mit Finsternis zu vertauschen, trotzdem geht sie aber ihres Lichtes nicht verlustig, weil sie eine unaufhörlich sprudelnde Quelle des Lichtes in sich hat oder vielmehr selbst eine unversiegliche Quelle des Lichtes ist, wie Gott der Schöpfer bestimmt hat. So bist auch Du die unvergängliche Quelle des wahren Lichtes, der unerschöpfliche Schatz des Lebens selbst, der überreiche Sprudel des Segens, und wenn Du vorübergehend durch den Tod dem Leibe nach verhüllt wirst, so spendest Du uns doch in Überfülle unversiegliche und reine und unerschöpfliche Wasser unermesslichen Lichtes und himmlischen Lebens und wahrer Seligkeit, Ströme der Gnade, Quellen der Heilung, unaufhörlichen Segen. Deshalb werde ich Deinen heiligen Heimgang nicht Tod nennen, sondern Entschlafen oder Abschied oder, eigentlich zu reden, Ankunft.

Welch überwältigende Dinge! Jener Tod, der einst Gegenstand der Verwünschung und des Hasses war, wird jetzt gefeiert und seliggepriesen. Er, der einst Schmerz und Trauer, Tränen und Klage brachte, hat sich jetzt als Ursache der Freude und des Jubels erwiesen. Nun wird freilich bei allen Dienern Gottes, deren Tod gepriesen wird, ihre Gottwohlgefälligkeit erst nach dem Ende des Lebens sichergestellt: Und ihr Tod wird deshalb gepriesen, weil er sie vollendet und seligmacht, nachdem er ihnen die Unwandelbarkeit der Tugend verleiht, gemäß dem Worte, dass da sagt: „Preise keinen Menschen selig vor seinem Ende!“ (Sir 11,28)

Von Dir aber lassen wir das nicht gelten. Denn nicht der Tod erwirbt Dir die Seligpreisung, und nicht der Hingang gibt Dir die Vollendung, und nicht der Abschied gewährt Dir die Sicherheit. Nicht der Tod hat Dich seliggepriesen, sondern Du hast den Tod verherrlicht, indem Du seine Traurigkeit aufhobst und ihn zur Freude machtest.

So wollen wir unsere Seelen in der Hoffnung auf Dich als einen durchaus festen und sicheren Anker ketten, wollen Geist, Seele, Leib, alles was wir sind und haben, Dir zum Geschenke weihen und mit Psalmen, Hymnen und geistlichen Gesängen Dich verherrlichen, soweit wir es nur vermögen.

(vgl.: Johannes von Damaskus -gestorben um 750- in „Weisheit des christlichen Ostens. Der Himmel liebt die Erde“, Herder 1978)

+

Das Fest der seligen Entschlafung Mariens ist (wahrscheinlich) das älteste Marienfest. Im Sakramentar des heiligen Papstes Gelasius (492-496) ist das Fest der „Dormitio B.M.V.“ bereits erwähnt. Unter Kaiser Mauritius wurde das Fest der seligen Entschlafung Mariens (Koimesis) zwischen 588 und 602 über das ganze byzantinische Reich ausgebreitet.

In Portugal wurde am 13. August das Fest der Entschlafung Mariens gefeiert. Manche Mariologen sehen hierin sogar einen der Gründe, warum die Gottesmutter in Fatima an einem 13. erschien.

Man kann am 4. August mit einer Novene zu Ehren der seligen Entschlafung Mariens beginnen und für sich selber und für andere um eine gute Todesstunde bitten.

Durch die Andacht zur seligen Entschlafung Mariens legen wir unsere Todesstunde in ihre Hände und weihen sie ihrem Unbefleckten Herzen.

Wir bitten die Gottesmutter, Fürsprache einzulegen, zum richtigen Zeitpunkt zu sterben (wann), an dem richtigen, von Gott bestimmten Ort zu sterben (wo) und ähnlich wie sie auf der höchsten Stufe der Liebe zu sterben (wie).

+