Heilige Gründeräbte des Zisterzienserordens

Heilige Muttergottes von Mariawald,
heiliger Josef,
ihr Heiligen: Bernhard von Clairvaux,
Robert, Alberich, Stephan, Benedikt,
Rafael, Joseph Cassant und alle verehrungswürdigen
Trappisten und Zisterzienser –
wir bitten Euch
für das Kloster Mariawald,
um Trappisten der Tradition:

Herr Du großer Gott
wir bitten um Deinen Segen,
Deinen Schutz
und um Gnaden und rechte Weisung!

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Memorare, o piissima Virgo Maria,
non esse auditum a sæculo,
quemquam ad tua currentem præsidia,
tua implorantem auxilia,
tua petentem suffragia esse derelictum.
Ego tali animatus confidentia ad te,
Virgo Virginum, Mater, curro;
ad te venio;
coram te gemens peccator assisto.
Noli, Mater Verbi,
verba mea despicere,
sed audi propitia et exaudi.
Amen.

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Gedenke, gütigste Jungfrau Maria,
von Ewigkeit ist es unerhört,
dass einer, der zu dir seine Zuflucht nahm,
der zu dir um Hilfe rief,
der um deine Fürsprache bat,
von dir verlassen wurde.
Von diesem Vertrauen beseelt,
eile ich zu dir, Jungfrau der Jungfrauen.
Mutter, zu dir komme ich,
vor dir stehe ich seufzend als Sünder.
Verschmähe nicht meine Worte,
du Mutter des Wortes,
sondern höre sie gnädig an
und erhöre mich.
Amen.

AVE MARIA

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Wer wirklich hinter Gittern lebt

Ein Priester besuchte in Polen mit seiner Abiturklasse ein Kloster der Unbeschuhten Karmelitinnen. Während der Begegnung der ganzen Klasse mit den Nonnen konnte einer der Schüler es nicht mehr ertragen und stellte aufgeregt die Frage:

„Wie können sie so hinter Gittern leben?“

Die älteste der Schwestern antwortete und stellte ihm sanft diese Frage:

„Weißt du, die Frage ist doch,
wer wirklich hinter Gittern lebt,
wir oder du?“

Der Junge war sprachlos.

Unbeschuhte Karmelitinnen im Sprechzimmer

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Am Tag nach „Pauli Bekehrung“

Deutsche Bischöfe werfen mit Steinen
auf die Lehre der Kirche
und auf Papst Benedikt.

kath.net veröffentlichte gestern einen langen Text vom 14. September 2011, in dem es heißt:

Missbrauchsopfer klagen den Papst in Den Haag an, lautete die Schlagzeile am 13. September 2011. In ihrer 10.000 Seiten starken Klageschrift beschuldigen das Center for Constitutional Rights (CCR) und das Survivors Network of those Abused by Priests (SNAP) den Papst und drei weitere hochrangige Vatikan-Verantwortliche der Tolerierung und Ermöglichung der systematischen und weit Vertuschung von Vergewaltigung und Sexualverbrechen an Kindern in der ganzen Welt. Verbrechen gegen Zehntausende von Opfern, die meisten von ihnen Kinder, seien von Verantwortlichen auf der höchsten Ebene des Vatikans gedeckt worden. Die vier Vatikan-Spitzen seien sowohl durch die Vorgesetztenverantwortlichkeit als auch durch die direkte Vertuschung von Verbrechen“ verantwortlich.

Der Papst in Den Haag wie Milosevic? […] Seit Beginn seines Pontifikats ist Benedikt XVI. damit beschäftigt, den Augiasstall der sexuellen Missbräuche von Klerikern gegenüber Schutzbefohlenen auszumisten. Kein Papst, kein Bischof der Welt hat in diesem Sumpf soviel geleistet wie Benedikt XVI., der der Kirche eine entschiedene Wende aufgeprägt hat. […]

Nachfolgend legt kath.net eine Chronik“ des Kampfes Benedikts XVI. gegen die Geißel des Missbrauchs in der Kirche vor:

HIER – kath.net

Heute sind es nicht nur selbsternannte „Lebensrechtler“, die Benedikt vor den Kadi bringen wollen. Heute wollen deutsche Bischöfe Papst Benedikt XVI. wie einen Kriegsverbrecher im hohen Alter von 95 Jahren vor einen weltlichen Richterstuhl zerren um ihn anzuklagen. Er habe sich erstens nicht erinnert, dass er vor über 40 Jahren an einer Sitzung teilgenommen habe, bei der es um einen Priester ging, der offenbar des sexuellen Missbrauchs bezichtigt wurde. Und zweitens habe der emeritierte Papst als vormaliger Erzbischof von München um diesen Fall und um andere ähnlich gelagerten Fälle gewusst und nicht so durchgegriffen, wie man heute, Jahrzehnte später, durchzugreifen gedenkt.

In meinem Bericht vom 24. Januar notierte ich in Bezug auf die Angriffe von Bischof Dieser aus Aachen:

Dem einfachen Katholiken fällt zu all dem nur das Schriftwort Jesu ein:
„Wer ohne Sünde ist werfe den ersten Stein.“ (Joh 8,7)

Tatsächlich war ich mit dieser Aussage recht blauäugig. Ein hier ungenannt bleibende hochrangige Persönlichkeit äußerte dazu nur zwei Worte:

„… er wirft!“

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Zum Fest der Bekehrung des hl. Paulus ein Blick auf den Papst – 25. Januar

Zweifelsohne ist die geistliche Macht das Wesentliche am Papsttum, die weltliche Macht rechnet insoweit dazu, als sie zur Wahrnehmung der geistlichen Aufgaben erforderlich ist.

Also hat die katholische Kirche das Recht zu verlangen,
dass der unfehlbare Lehrer seines Glaubens
frei und unabhängig bleibe!

Die katholische Welt kann aber von dieser Freiheit und Unabhängigkeit
nur überzeugt sein,
wenn ihr Oberhaupt souverän ist,
weil nur der Souverän von niemandem abhängt.

(Donoso Cortés, Der Fall vom Abendland, 51)

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Bischof Dieser – unsäglich

Teil-1:

Offener Angriff deutscher Bischöfe auf Papst Benedikt XVI.

Die Aachener Nachrichten haben einen Mitarbeiter am Sonntag (23.01.2022) in den Dom zu Aachen geschickt. Der Journalist erwartete die Predigt des Diözesanbischofs Helmut Dieser, der etwas zum Missbrauchsgutachten von München zu sagen hatte. Der Journalist wurde nicht enttäuscht, und so lautet die Schlagzeile am Montag:

„Dieser fordert Schuldeingeständnis von Benedikt“.

Das Blatt schreibt, Dieser fordereangesichts des Münchner Missbrauchsgutachtens ein öffentliches Schuldeingeständnis des emeritierten Papstes Benedikt XVI.“

In seiner Predigt im Aachener Dom rief der Bischof aus:

„Es kann nicht dabei bleiben, dass Verantwortliche sich flüchten in Hinweise auf ihr Nichtwissen oder auf damalige andere Verhältnisse oder andere Vorgehensweisen. Denn deswegen wurden doch damals Täter nicht gestoppt und Kinder weiter von ihnen missbraucht!“

Dieser mahnte: „Auch Bischöfe, auch ein ehemaliger Papst, können schuldig werden, und in bestimmten Situationen müssen sie das auch öffentlich bekennen, nicht nur im Gebet vor Gott oder im Sakrament in der Beichte“.

Wie das Blatt weiter berichtet, habe auch der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, „desaströses Verhalten“ beklagt, das „von den Spitzen der Kirche“ komme: „Verdeckt und vertuscht wurde lange genug, jetzt ist die Zeit der Wahrheit.“

Ob diese Bischöfe mit ihren starken Worten Gott gefallen wollen?
Oder wollen sie doch wieder nur der Welt gefallen?

So schlimm und abscheulich jede Art des Missbrauchs auch ist – es ist nicht die Aufgabe der Bischöfe, die sich selbst offenbar selbst für fehlerfrei und integer halten, den Papst zu kritisieren. Es steht ihnen nicht gut zu Gesicht, wenn sie „Mitbrüder im Bischofsamt“ verunglimpfen und Forderungen an sie stellen.

Die „brüderliche Zurechtweisung“ ist ein Instrument der Diskretion und keine Glaubensvermittlung, die sie aufgrund eigener Betroffenheit oder einer ihnen von Teilen der Gesellschaft auferlegten Erwartungshaltung, lautstark auf der Kanzel verkünden müssten.

Dem einfachen Katholiken fällt zu all dem nur das Schriftwort Jesu ein:
„Wer ohne Sünde ist werfe den ersten Stein.“ (Joh 8,7)

Teil_2:

Die ARD-Doku „Wie Gott uns schuf“ …

… könne die katholische Kirche in eine weitere Glaubenskrise stürzen. So kündigt der Sender den Film an. Darin geht es um ein Thema, das für die Kirche immer drängender wird: homosexuelle Mitarbeiter.

(Quelle: PRO. Das christliche Medienmagazin)

Die Dokumentation „Wie Gott uns schuf“ von Hajo Seppelt, Katharina Kühn, Marc Rosenthal und Peter Wozny rührt an einem wunden Punkt. Doch die Journalisten wollen mehr als nur ein wenig stören. Sie erhoffen sich, dass sich nun tatsächlich etwas ändert in der Katholischen Kirche. Das wurde bei einem Pressegespräch vor Veröffentlichung des Films deutlich. Hunderttausende Menschen arbeiten in Deutschland für die Kirche und ihre Einrichtungen. „Diese Menschen halten unsere Gesellschaft Tag für Tag am Laufen“, macht der Film klar. Doch unzählige von ihnen empfinden in sexueller Hinsicht etwas anderes als das, was die Katholische Kirche aus Gründen der Tradition oder der Theologie akzeptieren kann oder will. Die TV-Dokumentation „Wie Gott uns schuf“ habe das Potential, „die Katholische Kirche in Deutschland in eine weitere Glaubenskrise zu stürzen“, teilte die ARD mit.

Der verantwortliche Autor, Hajo Seppelt, ist eigentlich bekannt aus dem Sport-Journalismus, doch das Thema seines aktuellen Films habe ihn seit vielen Jahren beschäftigt, sagte er vorab der Presse. „Ich bin katholisch sozialisiert, war Ministrant, Lektor und in Jugendgruppen aktiv.“ Schon damals fand er den Umgang der Kirche mit Fragen der Sexualität verstörend. Aber erst Jahrzehnte später, als mit dem deutschen Papst Benedikt erneut ein Hardliner an der Spitze der Weltkirche stand, reichte es ihm endgültig und er trat aus.

Rom verweist bei dem Thema auf Bibelstellen oder den Katechismus, der Homosexualität als „schlimme Abirrung“ und als „gegen das natürliche Gesetz“ oder als schlicht krank darstelle. Die Bibel verurteile gleichgeschlechtlichen Sex, klärt der Film auf, aber nirgendwo sei von Homosexualität als einer gleichberechtigten Liebesbeziehung („wie wir den Begriff heute verstehen“) die Rede. „Diese traditionelle Lesart des Vatikans ist auch in Kirchenkreisen für viele heutzutage überholt“, sagen die Autoren.

Die Katholische Kirche will verhindern, ein Problem mit ihrer Glaubwürdigkeit zu bekommen, erklären Kirchenrechtler. Diesen „Loyalitätsobliegenheiten“, die zu den „Grundsätzen der katholischen Glaubens- und Sittenlehre“ gehören, stimme jeder Arbeitnehmer kirchlicher Institutionen mit dem Arbeitsvertrag auch zu. Und diese Sittenlehre sieht Homosexualität als Sünde an.

Für die Dokumentation haben die Journalisten die Spitzen aller 27 deutschen Bistümer angefragt. Doch nur einer war bereit, sich zu äußern: Aachens Bischof Helmut Dieser.

Dieser sagt, dass das Kirchenrecht in dieser Hinsicht reformiert werden müsse. Er selbst habe seine Einstellung queeren Menschen gegenüber irgendwann geändert, erklärt er. Früher habe er in Homosexualität eine Störung gesehen, heute sei er überzeugt, „dass der Begriff ‚Mann‘ und ‚Frau‘ vielfältiger ist als nur: ‚Der Mann ist auf die Frau hin geschaffen, und die Frau ist auf den Mann hin geschaffen.‘

Der Bischof ergänzt noch eilig: „Ich entschuldige mich im Namen der Kirche für die Menschen, die in ihren seelsorgerlichen Begegnungen mit der Kirche verletzt wurden.

Bischof Dieser entschuldigt sich im Namen der Kirche?
Das zeugt von größter Überheblichkeit und Selbstüberschätzung!

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„pro petitione lacrimarum“ – Bitte um die Gabe der Tränen

Das Missale Romanum hat ein Gebet „pro petitione lacrimarum“ bewahrt:

Omnipotens et mitissime Deus, qui sitienti populo fontem viventis aquae de petra produxisti: educ de cordis nostril duritia lacrimas compunctionis; ut peccata nostra plangere valeamus, remissionemque eorum, te miserante mereamur accipere.

„Allmächtiger und mildester Gott,
Du ließest dem dürstenden Volke
den Quell lebendigen Wassers
aus dem Felsen entspringen;
entlocke unserem steinharten Herzen
die Tränen der Zerknirschung:
lass uns unsere Sünden beweinen
und so durch Dein Erbarmen
Verzeihung für sie erlangen.“

Der allmächtige Gott, der zugleich voll der Süßigkeit ist, ließ die Quelle des lebendigen Wassers für das ausgedürstete Volk hervorsprudeln. Die mit den Gütern der Welt gesättigt sind, können von ihr nicht trinken. Sie bietet sich nur denen dar, deren steinernes Herz durch die göttliche Zuchtrute erweicht worden ist. Ohne die Tränen der Zerknirschung kann das fleischerne Herz, das Gott von uns erwartet, in uns nicht geschaffen werden. Wer aber über seine Sünden Tränen vergießt, dem schenkt Gott Verzeihung; denn solche Tränen zu vergießen ist bereits die erste Gabe.

(Aus: Louis Bouyer, Vom Geist des Mönchtums, Otto Müller Verlag 1958)

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Christus das Licht

Die Menschen haben ein Gesicht,
ein unwiederbringliches Gesicht verloren,
und wer möchte nicht jener Pilger sein,
der in Rom
das Schweißtuch der Veronika
erblickt und gläubig flüstert:

„Jesus Christus, mein Gott, wahrer Gott,
so also hat dein Gesicht ausgesehen?“

Wüssten wir in Wahrheit, wie es aussah,
so besäßen wir den Schlüssel zu den Gleichnissen
und wüssten, ob der Sohn des Zimmermanns
auch der Sohn Gottes war.

Paulus sah es als Licht, das ihn niederwarf.
Johannes sah es als Sonne,
wenn sie in ihrer höchsten Leuchtkraft steht.
Teresa von Jesus sah es viele Male,
in ein ruhiges Licht getaucht,
und konnte doch nie
die Farbe der Augen genau angeben.

(Jorge Luis Borges, El Hacedor (1960), Paradiso, XXXI, 108
Übertragung ins Deutsche von Paul Badde)

Volto Santo von Manoppello – Foto Paul Badde

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Die Kirche wird von INNEN aus den Angeln gehoben, nicht von außen!

Ich begreife nicht,
wie wir uns noch darüber wundern mögen,
dass es in der Kirche so viele und große Übel gibt,
wenn sogar jene,
die allen übrigen als Tugendmuster hätten dienen sollen,
das Werk, das der Geist der Heiligung vergangener Zeiten
im Klerus und in den Ordensständen hinterlassen hat,
so gründlich zerstören.

(aus: Teresa von Avila. Leben)

Papst Benedikt XVI. sagte unmittelbar vor dem Antritt seines Amtes als Papst:

“Wie viel Schmutz gibt es in der Kirche und gerade auch unter denen, die im Priestertum ihm ganz zugehören sollten? […] Herr, oft erscheint uns deine Kirche wie ein sinkendes Boot, das schon voll Wasser gelaufen und ganz und gar leck ist. […] Das verschmutzte Gewand und Gesicht deiner Kirche erschüttert uns. Aber wir selber sind es doch, die sie verschmutzen.” (Joseph Ratzinger: Kreuzwegmediation)

Und später:

“[D]ie Leiden der Kirche kommen gerade aus dem Innern der Kirche, von der Sünde, die in der Kirche existiert. Auch das war immer bekannt, aber heute sehen wir es auf wahrhaft erschreckende Weise: Die größte Verfolgung der Kirche kommt nicht von den äußeren Feinden, sondern erwächst aus der Sünde in der Kirche.” (“Interview von Benedikt XVI. mit den Journalisten auf dem Flug nach Portugal”)

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Martertod der heiligen Agnes – 21. Januar

Agnes war zwölf Jahre alt, als sie den Martertod erlitt.

Keine Braut schreitet so beglückt zum Hochzeitsfeste, wie Agnes zur Stätte ihres Martertodes eilte.

Ihr Haupt schmückte nicht kunstvoll geflochtenes Haar, kein Blumengewinde, sondern der Liebreiz der Reinheit für ihren himmlischen Bräutigam.

Alle weinten, sie selbst war ohne Träne, vielmehr voll Glück und Freude. Alle staunten, dass sie so leicht ihr eben erst begonnenes Leben opferte; sie aber stand da als Zeuge des ewigen Gottes.

„Der soll mich als Braut holen, der mich zuerst erwählt hat. Mein Leib ist eins geworden mit dem seinen, sein Blut hat meine Wangen gerötet. Er zeigte mir seine herrlichen Schätze, die er mir zu geben versprochen hat. Seine Mutter ist eine Jungfrau, sein Vater kennt keine Frau. Ihm bin ich anverlobt, ihm, dem die Engel dienen, dessen Schönheit Sonne und Mond bewundern.“

Sie betete und beugte willig den Nacken dem Henker.
Der zitterte, als er die Hand zum Todesstreich ausholte.

Papst Damasus hatte eine Inschrift an ihrem Grabe anbringen lassen. Daraus:

„Als dieser ihren edlen Leib ins Feuer werfen wollte, habe sie habe sie mit ihren schwachen Kräften die gewaltige Furcht überwunden. Entkleidet habe sie die Fülle ihres Haares über die Glieder gebreitet, damit kein Antlitz des Herrn Tempel schaue.“

(aus: Gamber, Zeugnis der Martyrer)

Hl. Agnes, Foto: oddee.com

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Die Bernhardinerinnen von Esquermes

Bernhardinerinnen sind heute eine eigene Kongregation (Zweig) des Zisterzienserordens. In der Frühzeit der Zisterzienser wurden die Nonnen des Ordens, da sie dem heiligen Bernhard folgen wollte, oft Bernhardinerinnen genannt.

Die nordfranzösischen Nonnen-Abteien Notre Dame de la Brayelle in Annay (1196), Notre Dame de la Woestine in St. Omer (1217) und Notre Dame des Près in Douai (1221) waren drei Zisterzienserinnenklöster für Frauen in Flandern in Frankreich. Wie alle Klöster des Landes wurden auch diese Abteien mit der Französischen Revolution 1789 aufgelöst und die Mitglieder zerstreut.

Drei Nonnen aus jeder der oben genannten Abteien trafen sich nach der Revolution mit dem einzigen Ziel, ihr klösterliches Leben als Zisterzienserinnen wieder aufzunehmen. Nach vielen Jahren im Exil und auf Reisen von Ort zu Ort konnte sich schließlich eine neu gebildete Gemeinschaft in dem kleinen Dorf Esquermes in der Nähe von Lille niederlassen, wo sie 1827 offiziell anerkannt wurde.

1936 wurde zunächst eine geistliche und informelle Verbindung zu den „Zisterziensern der strikten Observanz“ (Trappisten) hergestellt. Im Jahr 1955 wurden die Bernhardinerinnen von Esquermes offiziell als Kongregation im Orden der Zisterzienser mit feierlichen Gelübden anerkannt: „Ordo Monialium Cisterciensium Bernardinarum de Esquermes“.

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Aus dem Orden der Kongregation der Bernhardinerinnen von Esquermes verstarb am Fest der unbefleckten Empfängnis, dem 8. Dezember 2021, im Alter von 99 Jahren Schwester Marie-Helene.

Nach einem ausgezeichneten Studium in Mathematik, Physik und Chemie trat sie in den Karmel ein. Obwohl sie dort sehr glücklich war, erlaubt es ihre angegriffene Gesundheit nicht, Profess ablegen zu können. Man rät ihr zum Übertritt zu den Bernhardinerinnen.

In dem neuen Orden fühlt sie sich wohl. Ihre Persönlichkeit wie ihre Studien lenken die Aufmerksamkeit der Oberen auf sie. In den Gemeinschaften und im Orden werden ihr verschiedene Verantwortlichkeiten anvertraut. U. a. wirkt sie als Lehrerin in Lille und in Cambrai, wo sie Direktorin wird. Etwa zwanzig Jahre ist sie Generalökonomin und Generalpriorin in Péruwelz (Belgien) und später im Kloster „Monastère N.­D. de la Plaine„.

Das lange Leben von Schwester Marie-Helene verlief dennoch in großer Einfachheit, in der totalen Hingabe ihrer selbst an die Gemeinschaften, in denen sie lebte. Sie war zurückhaltend und diskret, aufmerksam für jeden. Sie zeichnete sich auch durch eine freudige, schnelle und effiziente Dienstbarkeit aus.

Es wird berichtet, dass Schwester Marie-Helene eine Beterin gewesen sei. Früh morgens sah man sie als Erste in der Kirche; hier war sie vor und bei den Gottesdiensten des Tages in ein tiefes Gebet eingetaucht.

Friedlich und schweigsam schuf sie durch ihre Anwesenheit eine heitere Atmosphäre um sich herum. Ihr feiner Humor, der von einem guten Urteilsvermögen und einem richtigen Blick geprägt war, sorgte für Distanz bei den kleinen Reibereien des Alltags und den Unwägbarkeiten des Alters. Man liebte ihre diskrete und intensive Präsenz. Sie diente der Gemeinschaft fast bis zu ihrem Ende; sie legte Wert darauf, die Dienste zu leisten, die ihre völlig zusammengekrümmten Hände ihr noch erlaubten.

Erst durch einen Sturz ein Jahr vor ihrem Tod wurde sie plötzlich völlig von anderen abhängig. Ohne zu klagen akzeptierte sie ihren neuen Zustand. Es schien ihr nichts auszumachen.

Schwester Marie-Helene starb diskret und friedlich im 70. Jahr ihrer klösterlichen Profess, am Tag der Unbefleckten Empfängnis Mariens, zu der sie stets fleißig betete.
Der zum Schmunzeln einladende schöne Spruch auf der Benachrichtigung des Todes der fast hundertjährigen Schwester Marie-Helene lautet:

„Ich hüpfe vor Freude in dem Herrn,
meine Seele jubelt in meinem Gott.“
(Jes 61,10)

Schwester Marie-Helene möge ruhen in Frieden!

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