Prostratio nach den Exequien von Zisterziensern

Bei Exsequien kommt die Prostratio in folgender Weise vor:

Im letzten Teil der Beerdigungsliturgie, nach der Versenkung des Verstorbenen ins Grab, kehrt die Mönchsprozession in die Kirche zurück; die Mönche stellen sich der Seniorität nach entlang der Altarstufe auf und prosternieren sich mit dem Kopf zum Altar. Ist der Konvent groß, bildet sich eine zweite Reihe, eine Körperlänge dahinter, die sich ebenso zu Boden wirft. Der Abt kehrt, nachdem er in der Sakristei die Messgewänder abgelegt hat, an die Stufe zurück und nimmt seinen Platz auf dem Boden ein, den die ältesten Mönche ihm freihielten.

Aus: Cist. Chronik 27 (1915) 218-221.

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Trappisten-Stift-Engelszell

Im Trappistenkloster „Stift Engelszell“ in Österreich ist am 31. August 2018 Pater Stephan Losbichler gestorben. Der Senior des Hauses wurde 1929 in Kleinraming in Oberösterreich geboren. 1947 trat er in Engelszell ein, machte 1953 seinen feierlichen Profeß und wurde 1956 zum Priester geweiht. Pater Stephan war 89 Jahre alt, von denen er 68 Jahre unter den Mönchsgelübden stand. – Er möge ruhen in Frieden!

So leben in Engelszell noch vier Mönche, zwei Patres und zwei Brüder.

Die Schließung des einzigen österreichichen und damit letzten deutschsprachigen Trappistenklosters steht bevor. In diesen Tagen des September 2018 verlassen die letzten deutschen Trappisten Mariawald in der Eifel.

Foto – Stift Engelszell

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Dom Alexis Presse

Am Gedenktag des heiligen Alexis sei an einen seiner vielen Namensvetter erinnert. Auch Dom Alexis Presse trug seinen Namen. Darum sei heute an diesen großen Trappistenabt erinnert.

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Dom Alexis Presse wurde geboren am 26. Dezember 1883 in Plouguenast/Bretagne und erhielt in der Taufe den Namen Mathurin. Nachdem er sich die notwendige Schulbildung angeeignet und erste Studien im Priesterseminar von Saint-Brieuc absolviert hatte, trat er 1903 in die Zisterzienserabtei Timadeuc ein. Nach seiner zeitlichen Profess am 11. Februar 1905, der Feierlichen Profess am 16. Februar 1908 und seiner Priesterweihe am 29. Juni des gleichen Jahres setzte er seine Studien in Rom fort, bei dem er sich speziell mit kirchenrechtlichen Fragen beschäftigte und im Jahr 1914 zum Doktor des kanonischen Rechts promoviert wurde.

Nach seiner Teilnahme am 1. Weltkrieg konnte er nach einem Aufenthalt in Timadeuc für drei Jahre, von 1920 bis 1923, als Lehrer in der Abtei Bonnecombe wirken. Schon 1923 wurde er jedoch als Superior in die Abtei Tamié geschickt, deren Mönche ihn 1925 zu ihrem Abt wählten.

Die Abtei, der er nun vorstand, hatte schwere Prüfungen zu bestehen. Die Gemeinschaft war aus zwei Klöstern zusammengelegt worden und dadurch nicht wirklich geeint. Finanzielle Probleme und fehlender Nachwuchs bedrängten die Gemeinde, die nach tatkräftiger Führung verlangte. Dom Alexis verstand es, die Mönche und Konversen zu fördern und zu ermutigen. Er brachte unter vielen Mühen die desolate Finanzsituation wieder ins Lot und versuchte, mit neuen Einnahmequellen der angespannten Lage Herr zu werden. Seiner Gemeinde war er ein liebevoller Abt, seine Kontakte zum Klerus der Diözese waren hervorragend und seine Begeisterung für das zisterziensische Leben mitreißend. Er hatte intensiven Kontakt zu dem unermüdlichen Verbreiter der in Vergessenheit geratenen Schriften der frühen Zisterzienserväter, Dom Anselme Le Bail.

Schon bald nach seiner Berufung nach Tamié im Jahr 1923 sanierte er das Kloster etappenweise. Junge Novizen traten der Gemeinde bei, unter ihnen auch der später sehr bekannte Kunsthistoriker P. Anselme Dimier, der schließlich nach Scourmont übertreten sollte. Nicht alle Änderungen und Neuerungen, die Dom Alexis in Tamié einführte, stießen auf Zustimmung bei den Ordensoberen.

Die Einführung altzisterziensischer Gebräuche wurde nur widerstrebend geduldet, so dass sogar in Rom Beschwerden gegen ihn eingingen. Auf den Generalkapiteln der Strengeren Observanz musste er sich wiederholt rechtfertigen. Allerdings stärkte der einflussreiche Vater Immediat von Tamié, Dom Jean-Baptiste Chautard von Sept-Fons, dem temperamentvollen jungen Abt oft den Rücken.

Schließlich jedoch wurden die Übertretungen der Ordensdisziplin in Tamié in bestimmten Punkten zum Anlass genommen, Dom Alexis streng zurechtzuweisen und auf sofortigen und strikten Gehorsam zu pochen. Nachdem er sich geweigert hatte, sich öffentlich zu den Maßnahmen zu äußern, die gegen ihn ergriffen werden sollten, falls er nicht bedingungslos einlenken würde, zitierte ihn das Generalkapitel nach Cîteaux und verhängte über ihn die Exkommunikation des Ordens, indem es ihm mit sofortiger Wirkung verbot, nach Tamié zurückzukehren und mit seinen Mönchen und Konversen Kontakt zu haben.

Dom Marie Godefroy als Vaterabt hatte diese Strafe der erschütterten Gemeinschaft in Tamié zu verkünden und die weiteren Schritte zu regeln, die sich als Konsequenzen aus der Exkommunikation von Dom Alexis ergaben. Er und seine Begleiter gestatteten dem ratlosen Abt allerdings aus Freundschaft, die notwendigen persönlichen Dinge aus seinem bereits versiegelten Zimmer zu holen. Alexis Presse war kein sehr diplomatischer Mensch. Die Differenzen zwischen der Ordensleitung und seiner Person waren die Folge des ungestümen bretonischen Charakters von Dom Alexis und einer Konzeption des Ordenslebens seitens der Ordensleitung, die sich ganz auf aszetische und rubrizistische Ideale stützte.

Dom Alexis Press in Bocuqen

Relativ bald, schon im Oktober 1936, besiedelte Alexis Presse daraufhin die alte Zisterzienserabtei Boquen wieder. Als Gebäude fast ganz ruiniert und zerstört, baute Dom Alexis in geduldiger und harter Arbeit Teile des ursprünglichen Klosters wieder auf. Eine kleine Gemeinschaft begann ein Leben nach den ursprünglichen Gebräuchen von Cîteaux, wie sie Dom Alexis interpretierte.

Das Leben in Boquen zeichnet sich durch große Flexibilität und gesundes Maßhalten aus, zeigte aber auch Tendenzen zu historisierenden Engführungen, vor allem in hygienischer Hinsicht. Alexis Presse war es vergönnt, Unterstützung zu finden von den verschiedenen Generaläbten ocist.

Im Jahr 1950 wurde er offiziell zum Abt von Boquen ernannt. Die Narben der Verwundungen von 1936 konnten langsam heilen und voller Freude durfte Alexis Presse zu seinem goldenen Priesterjubiläum im Jahr 1958 den ehemaligen Generalabt ocso und einstigen Wegbegleiter aus seiner Zeit in Timadeuc in Boquen begrüßen. Seine große Liebe zum Zisterzienserorden und seine außerordentliche Gelehrsamkeit ließen ihn den Versuch wagen, auch im 20. Jahrhundert der ursprünglichen Observanz des frühen Cîteaux gerecht zu werden. Dazu führte er in Boquen den mittelalterlichen Tagesplan wieder ein, der die Stunden nach dem Sonnenstand berechnete und harmonisch dem natürlichen menschlichen Rhythmus folgte. Schon in Tamié hatte Dom Alexis mit Sorgfalt nach den alten Melodien des zisterziensischen Offiziums (vor allem der gesungenen Teile des Nachtgottesdienstes) gesucht und konnte daher in Boquen auf seinen reichen Erfahrungsschatz zurückgreifen.

Dormitorium in Bocquen. LIFE-Magazin-Photo

Die Weihe der wiedererrichteten Abteikirche am 22. August 1965 unter großer Anteilnahme der offiziellen Förderer und vieler Freunde von Boquen konnte Dom Alexis vom Rollstuhl aus mitfeiern.

Allerdings waren ihm nur noch wenige Wochen zu leben vergönnt. Wie er es sich gewünscht hatte, starb Dom Alexis, erschöpft und krank, in der Nacht des Festes Allerheiligen, das er schon im Himmel feiern wollte, und wurde unter zahlreicher Beteiligung in der Abteikirche von Boquen bestattet.

Text: Cistopedia

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Wie alt muss ein Mann geworden sein, wenn …

… er 81 Jahre Mönch und 70 Jahre Priester gewesen ist?

Pater Benjamin aus dem Trappistenkloster Acey ist am Schutzengelfest 94-jährig gestorben. Mit 12 Jahren ist er als Oblate ins Kloster eingetreten, da er noch nicht das kanonische Alter für das Noviziat hatte. Er wurde so alt, obgleich er sein ganzes Leben lang, aufgrund einer kindlichen Tuberkuloseerkrankung, kränklich war.
Seine Seele möge in Frieden ruhen!

P.-Benjamin-Acey-pdf

VIDEO    –    Abbaye N.D. d’Acey

Muttergottes mit Jesuskind in der Abteikirche Acey
Abbaye Notre-Dame d’Acey

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Trappisten im Bruch mit der Vergangenheit

Geschichte eines Bruches.

Dom Eric Varden, Abt von Mount St. Bernard ergriff am 18.9.2017 anlässlich des Generalkapitels der „Zisterzienser der strengeren Observanz“ (OCSO) das Wort. In seiner Rede über die Vision des Ordens im einundzwanzigsten Jahrhundert sagte er einen Satz, der auf den Bruch dieses alten Ordens mit der katholischen und monastischen Tradition hinweist. Dieser Bruch entwickelte sich bereits seit dem Generalkapitel des Jahres 1969, als die alten Ordensstatuten (Usus) von jetzt auf gleich für ungültig erklärt wurden und stattdessen ein Dokument mit dem Titel „Einheit und Pluralismus“ das neue Leben der Mönche regeln sollte, was bedeutete, das jede Kommunität weitgehend das machen konnte was sie wollte.

Dom Eric Varden, Abt von Mount St. Bernard:

“I feel gratitude. I also feel perplexity. My perplexity springs from what I see as a crisis of transmission. It is on this I wish to reflect. When I entered the monastery in 2002, I was conscious of entering a flow of continuous life. I was no less conscious of entering a history of rupture.”
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„Ich fühle Dankbarkeit. Ich fühle auch Verwirrung [Ratlosigkeit?]. Meine Bestürzung entspringt dem, was ich als eine Übertragungskrise sehe. Darüber möchte ich nachdenken. Als ich 2002 in das Kloster eintrat, war ich mir bewusst, einen Fluss kontinuierlichen Lebens zu betreten. Ich war mir nicht weniger bewusst, in eine Geschichte des Bruches einzugehen.

Foto: Dom Eric Varden. GC2017.OCSO

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Schließung von drei Trappistenklöstern

Das Generalkapitel des Ordens der „Zisterzienser von der strengeren Observanz“ (OCSO), das zur Zeit in Assisi stattfindet, hat entschieden, dass einige ihrer Klöster geschlossen werden. Die betroffenen Trappistenklöster sind:

Mount Melleray Abbey,
1832 gegründet durch die französischen Trappistenabtei Melleray. Von hier kam eine regelrechte Kolonie irischer und englischer Mönche, die durch die Französische Revolution aus der Abtei Melleray vertrieben wurden. Ihr neues Kloster in Irland nannten sie nach dem Mutterkloster „Mount Melleray“. Der Zulauf an Mönchen war so zahlreich, dass schon 1835 in England das Kloster „Mount St. Bernhard“ gegründet werden konnte.
(Mount Melleray Abbey, Cappoquin, Co. Waterford, Ireland)

Assumption Abbey,
1950 gegründet von fünf Mönchen der Abtei New Melleray (Iowa) in Missouri bei dem Ort Ava. Wie bei alle Gründungen in den USA gehörte zu dem Kloster ein großes Grundstück, hier mit einem riesigen Wald. Zisterziensergründungen sind von Anfang an dafür bekannt, dass Wildnis zu blühenden Gärten wird. Auch hier war es so. 1956 wird das Kloster zur Abtei erhoben. Die Mönche verdienten ihren Lebensunterhalt u. a. durch die Herstellung eines leckeren Fruchtkuchens, der in ganz Amerika verkauft wurde. Das Rezept dazu überließ ihnen ein ehemaliger Koch des Herzogs und der Herzogin von Windsor.
(Assumption Abbey, Route 5, Box 1056, Ava, MO 65608)

Abbey of the Holy Trinity,
1947 gegründet von der damals größten Abtei des Ordens, Gethsemani in Kentucki.
Die letzte Heilige Messe wurde am 27. August 2017 zelebriert. Offizielles Ende des Bestehens dieses Trappistenklosters war, nach 70 Jahren seiner Existenz, der 1. September 2017. Einst wurde es in einer weiten Ebene der Rocky Mountains auf einer Höhe von etwa 2000 Meter errichtet. Die Mönche benutzten zunächst Kasernen aus dem Zweiten Weltkrieg und errichteten ihr Kloster in einer vereinfachten Bauweise, nämlich mit Wellblechen. Die spannende Entstehungsgeschichte des Trappistenklosters, das sich in der Diözese Salt Lake City im Mormonenstaat Utah befindet (befand), ist teilweise in dem Buch „Die weißen Mönche von Kentucky“ nachzulesen.
(Abbey of the Holy Trinity, Country USA, City Huntsville, 1250 South 9500 East)

Einige Fotos der drei „ehemaligen“ Trappistenklöster –

Mount Melleray Abbey
Mount Melleray Abbey, Abteikirche
Mount Melleray Abbey, Auszug der Trappisten
Es war einmal, Assumption Abbey
P. Cyprian dekoriert Früchtekuchen, Assumption Abbey
Friedhof der Assumption Abbey
Our Lady of Holy Trinity, Huntsville
Br. Bonaventura, einer der letzten Mönche auf dem Friedhof der Holy Trinity Abbey in Huntsville
Der letzte schließt das Tor. – Holy Trinity Abbey

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Armutszeugnis

Derzeit findet in Assisi das Generalkapitel der „Zisterzienser von der strengeren Observanz“ (OCSO) statt. Dort treffen sich die Abgeordneten aus fast allen Klöstern der Trappisten und Trappistinnen, meist Äbte/Äbtissinnen und Prioren/Priorinnen.

Wiederum legt dieser Orden, der bis vor wenigen Jahren als einer der strengsten Orden in der Kirche bezeichnet wurde, bei dieser Gelegenheit ein Zeugnis der Armut ab: der LITURGISCHEN Armut.

Die nachfolgenden Fotos bleiben unkommentiert. Jeder mag sich selbst ein Bild einer völlig entgleisten „Liturgie“ machen, die mit der heiligen, ja göttlichen Ordnung der Heiligen Liturgie eines monastischen Ordens nichts mehr gemein hat.

Zur Erläuterung: die Plenarsitzungen finden im großen Konferenzsaal des DOMUS PACIS Hotels statt. Die Heilige Messe im Hotel-eigenen Kinosaal. …

Ein wahrliches Armutszeugnis!

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Alle folgenden Fotos: siehe OCSO

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