Bitte ums Gebet

Der Orden der Cistercienser der strengerern Observanz – OSCO – hat zu Jahresende darum gebeten, besonders für einen ihrer Mönche zu beten.

Es handelt sich um Dom Eric Varden, ehemals Abt der Abtei des Mount Saint Bernard in England, der vor einigen Wochen zum Prälaten (Bischof) der Apostolischen Prälatur von Trondheim in Norwegen ernannt wurde. Aufgrund einer Krankheit musste der erste Termin der Bischofsweihe verschoben werden. Offenbar wurde nun auch der vorgesehene neue Termin verschoben.

Der Orden gibt als Grund für die Verzögerung der Bischofsweihe von Erik Varden an, dass er unter chronischer Müdigkeit leide.

Wir empfehlen ihn Ihren Gebeten.

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Sr. Marie-Claire, die hl. Margrit Bays und die Trappistinnen in Fille-Dieu

Am 23. November 2019 ist Sr. Marie-Claire Crausaz, Trappistin der Abtei Fille-Dieu in der Schweiz, von ihrem Schöpfer aus diesem irdischen Dasein abberufen worden. Sie starb 53-jährig.

Marie-Claire Crausaz wurde 1966 in dem kleinen Dorf Villarsiviriaux in der Nähe des Klosters geboren. Sie tat es einer ihrer Tanten gleich und trat im November 1991 in das Kloster ein

Nach ihrer feierlichen Profess 1998 wurde Sr. Marie-Claire mit den unterschiedlichsten klösterlichen Aufgaben betraut und wurde zu einer Stütze der Abtei. Sie ließ sich von keinem Auftrag abschrecken; alles ging sie im Vertrauen auf Gott und mit ihrer ganzen Kraft an. Ihre Anliegen und Sorgen teilte sie mit dem hl. Josef.

Als sie an Krebs erkrankte, erwartete sie nicht, dass dieser sie so schnell besiegen könnte. Noch am 13. Oktober 2019 durfte sie in Rom an der Heiligsprechung von Margrit Bays teilnehmen, die, wie sie selbst, im Dunstkreis der Trappistinnen von Fille-Dieu aufgewachsen ist und gelebt hat. – Am 25. November wurde Sr. Marie-Claire Crausaz auf dem Klosterfriedhof beigesetzt.

Gott sei ihrer Seele gnädig. – RIP

Video: Ein Tag der Trappistinnen in Fille-Dieu

Margrit Bays wurde am Fest Mariä-Geburt am 8. September 1815 in La Pierraz, unweit des Klosters der Trappistinnen von Fille-Dieu, geboren. Sie wuchs als frommes, bescheidenes und häufig die Stille suchendes Kind in einer gut katholischen Bauernfamilie auf. Obwohl sie sehr religiös war, wollte sie keine Ordensfrau werden, weil sie sich dazu nicht berufen fühle. Sie erlernte den Beruf einer Näherin, der damals überwiegend in Näharbeiten bestand, die in den Bauersfamilien und in deren Häuser erledigt wurden.

Im Jahr 1853 erkrankt Margrit Bays und erhält die Diagnose Darmkrebs. Trotz OP verschlimmert sich die Krankheit. Am 8. Dezember 1854, dem Tag der Verkündigung des Dogmas von der unbefleckten Empfängnis, wird sie plötzlich geheilt. Von nun an trägt sie die Wundmale Jesu an ihrem Leib, die an jeden Freitag und während der Karwoche hervortreten. Margrit wurde „an ihrem Leibe durch die Stigmata verwundet und fiel oft in unaussprechliche Verzückungen“. Zwar verbirgt sie die Wundmale, sie werden trotzdem bekannt. Es folgen Untersuchungen von Ärzten, angeordnet durch kirchliche Behörden. Am 11. April 1873, einem Karfreitag, muss sie wieder eine Untersuchung über sich ergehen lassen. Der Arzt versucht mit einer Lanzette „Anzeichen von Empfindungen hervorzurufen“. Er will „dem Unfug“ ein Ende bereiten.

So arbeitet denn die Lanzettenspitze weiter. Sie sticht in die Stigmata der Hände und des Herzens; sie sticht in die Nasenlöcher, unter die Fingernägel und sogar in die Augen.“ „Margrit verharrt im Zustand völliger Empfindungslosigkeit. Keine einzige Bewegung, nicht das geringste Zittern, überhaupt kein Reflex. Alles an ihr verhält sich wie bei einer Toten.

Als sie nach 25 Minuten aus der Ekstase erwachte, fühlte sie mit einem Schlag die von den Lanzettenstichen hervorgerufenen Schmerzen, an denen sie noch mehrere Wochen zu leiden hatte. Sie bat Gott, er möge die Wundmale von ihr nehmen, doch die Schmerzen belassen. Von diesem Tag an verschwanden die Stigmata. Sie wurde „von innerem Feuer verzehrt“.

Margrit wird Terziarin im Dritten Orden des heiligen Franziskus. Doch das Kloster der Trappistinnen von Fille-Dieu ist ihr ein Stück Heimat. Dort ist sie oft zu Gast und erhält sogar einen eigenen Platz im Chor der Schwestern. Manchmal bleibt sie eine ganze Woche dort.

Der Schweizer Franziskaner Pater Gottfried Egger hat zum Anlass der Heiligsprechung von Margrit Bays eine Kleinschrift beim Miriam-Verlag herausgegeben. Er zitiert einen Satz von Bischof Bürcher von Rejkjavik, der darin zum Ausdruck bringt, dass es sich bei Margrit Bays zuerst und vor allem um ein treues katholisches Leben handele:

Margit, ein wunderbar ausgeglichenes Leben, aufgeteilt zwischen Gebet, Betrachtung und tätiger Liebe an ihrem Nächsten, das alles macht aus ihr ein Lebensmodell, ein Beispiel der Heiligkeit für uns alle.

P. Gottfried Egger OFM
Hl. Margrit Bays – Die Näherin mit den Wundmalen
Bebilderte Biografie und Novene
Miriam-Verlag 2019
64 Seiten; 3,80 Euro
ISBN: 978-3- 87449-418-2

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Robert Loup
Margrit Bays. Die stigmatisierte Näherin
Paulus-Verlag (Herder) 2019
144 Seiten; 24 Euro
ISBN: 978-3722809410

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Sébastien Wyart , Trappist

Geboren am 12. Oktober 1839 Bouchain, Nordfrankreich,
24. Aug. 1860 – 20. Sept. 1870 – Soldat der päpstlichen Armee,
11. Februar 1872 – Eintritt und Einkleidung in Mont-de-Cats,
12. Februar 1874 – Profess,
31. März 1877 Priesterweihe (Lateranbasilika, Kard. Monaco della Valletta),
30. Jan. 1883 – Weihe zum Abbas,
30. Jan. 1883 – 15. Juni 1889 – Abt von Mont-de-Cats,
28. Okt. 1887 – 14. Juni 1899 – Abt von Sept-Fons,
Okt. 1892 – 18. Aug. 1904 – Generalabt OCSO,
1899 – 18. Aug. 1904 – Abt von Cîteaux,
31. Dez. 1892 – 1900 – Apostolischer Administrator von Tre Fontane,
18. Aug. 1904 gestorben am Rom.

Sébastien Wyart – Generalabt der Trappisten

Sébastien Wyart hatte viele Jahre seines Lebens in Rom verbracht und daher ausgezeichnete Verbindungen zu Papst Pius IX., dem er als Zuavenoffizier (Offizier eines Infanterie-Regiment, das 1861 zur Verteidigung des Kirchenstaates aufgestellt wurde) gedient hatte, Leo XIII. und Pius X.

Er war die treibende Kraft hinter der 1892 vollzogenen Loslösung der Trappisten vom Zisterzienserorden der gewöhnlichen Observanz und wurde daher auch zum ersten Generalabt des neuen Ordens gewählt.

Schwankend zwischen der eigenen Neigung zur militärischen und dem Wunsch der Eltern zur geistlichen Laufbahn, hatte Henri Wyart nach der Seminarzeit in Cambrai zunächst am Kolleg in Turcoing unterrichtet, war dann aber 1860, dem Ruf Pius IX. folgend, in die päpstliche Armee eingetreten. Er nahm an mehreren Gefechten gegen die piemontesischen Truppen teil, wurde bei Castelfidardo verwundet und stieg langsam bis zum Hauptmann auf. Nach der Kapitulation Roms und der Auflösung des päpstlichen Truppen 1870 kämpfte er, wie die meisten aus Frankreich stammenden päpstlichen Zuaven, als Soldat seines Heimatlandes im Deutsch-Französischen Krieg und wurde für seine Tapferkeit mit dem Kreuz der Ehrenlegion ausgezeichnet.

Nach der Niederlage Frankreichs 1871 wechselte Wyart die Offiziersuniform gegen den Mönchshabit und trat als Novize in die Zisterzienserabtei strengerer Observanz Mont-des-Cats (Ste.-Marie-du-Mont) in Nordfrankreich ein (5. Feb. 1872). Nach seiner Profess wurde er zum Studium der Theologie nach Rom geschickt (1875–1880), was damals nicht üblich war im Orden, wurde – immer noch zweifelnd – am Karsamstag 1877 auf Wunsch und im Beisein Pius‘ IX. zum Priester geweiht und im Mai 1880 zum Doktor der Theologie promoviert.

Wegen der klosterfeindlichen Gesetzgebung in Frankreich eilig in sein Kloster zurückgerufen und ausgesandt, für den Konvent ein Exil im Ausland zu finden, gründete P. Sébastien in den Niederlanden das Kloster Koningshoeven, wurde aber schon bald wieder als Prior nach Mont-des-Cats zurückbeordert und 1883 zum Abt gewählt. Im folgenden Jahre kam er wieder nach Rom, um auf den Wunsch Leos XIII. das Kloster zu den Katakomben des hl. Calixtus zu gründen (später nach Frattocchie verlegt). 1887 auf den Abtstuhl von Sept-Fons berufen, war er damit auch Vorsteher (Generalvikar) der gleichnamigen Kongregation.

Als das Generalkapitel der Trappisten im Oktober 1892 schließlich die schon lange in der Luft liegende Ablösung der Kongregationen von Westmalle, Sept-Fons und Melleray von der gewöhnlichen Observanz beschloss, wurde Wyart, der durch seine guten Verbindungen nach Rom die Trennung maßgeblich vorangetrieben hatte, zum ersten Generalabt des neuen Ordens der reformierten Zisterzienser gewählt.

Auch in seiner neuen Funktion blieb Wyart, obwohl in Rom residierend, Abt von Sept-Fons, bis es 1898 gelang, die infolge der französischen Revolution 1790 aufgehobene Zisterziensergründungsabtei Cîteaux wieder für den Orden zu gewinnen und der hl. Stuhl ihn 1899 zu deren Abt ernannte.

Als Generalabt gelang es Sébastien Wyart, die ehemaligen Kongregationen zu einem gemeinsamen Orden zu formen. Als Student hatte er den Wert einer fundierten wissenschaftlichen Ausbildung schätzen gelernt, die zu seiner Zeit noch eine Ausnahme bei den reformierten Zisterziensern war, und gründete nun ein eigenes Studienhaus in Rom, in dem die Studenten während ihres Studiums wohnen konnten.

Sébastien Wyart genoss das Vertrauen Leos XIII. und Pius‘ X. und wurde, über seine Leitungsfunktion im Orden hinaus, mit wichtigen Missionen betraut, u.a. 1897 von Leo XIII. mit einer Vertrauensmission zu den französischen Bischöfen. Schon lange an Diabetes erkrankt, starb er am 18. August 1904 in Rom und wurde in der Abtei Trefontane beigesetzt. Sein Nachfolger als Generalabt wurde Augustin Marre, Abt von Igny und Weihbischof in Reims.

Quelle: zisterzienserlexikon

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Trappist wird Bischof einer Diözese

Am 1. Oktober 2019 erfolgte im Vatikan die Ernennung des neuen Bischofs von Trondheim, Norwegen:

Erik Varden, OCSO.
Abt der Abtei Mount Saint Bernard in Leicestershire, England.

Dom Eric Varden, Trappisten-Abt von Mount Saint Bernard

Abt Erik Varden wurde am 13. Mai 1974 im norwegischen Sarpsborg in der Diözese Oslo geboren. Er studierte Philosophie und Theologie in Cambridge, promovierte in Theologie und am Päpstlichen Orientalischen Institut in Rom. 2002 trat er in den Zisterzienserorden (Trappisten) ein und legte am 6. Oktober 2007 in der Abtei Mount Saint Bernard in Leicestershire, England, seine Gelübde ab. Am 16. Juli 2011 wurde er zum Priester geweiht und 2015 zum Abt von Mount Saint Bernard gewählt.

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Diakon Erik Varden
singt in der Osternacht des 23. April 2011
das Exultet in der Peterskirche in Rom

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Trappisten 1970

Schon während der Zeit des 2. Vatikanischen Konzils drängten Neuerungen in das strenge Klosterleben der Trappisten. Es war aber auch jene Zeit, da nicht nur fast alle Klöster dieses Ordens voll besetzt waren. 60, 70, ja 100 und mehr Mönche lebten damals in vielen Trappistenklöstern weltweit.

Während die bisher eintretenden meist ein Büßerleben suchten und gänzlich von der Welt getrennt das Lob Gottes an die erste Stelle setzten, änderte sich nun die Situation. Es wurde mehr die eigene und ganz persönliche Gotteserfahrung hervorgehoben. Dazu bedürfe es nicht mehr jener strengen Tagesordnung, meinte man. In allen Lebensbereichen gab es Lockerungen; auch traten Bedürfnisse Einzelner in den Vordergrund, ihre Selbstverwirklichung.

Es herrschte regelrechte Euphorie und man dachte, die Zukunft der Kirche und der Klöster würde mehr als rosig werden. Dass es anders kommen musste spürte so mancher Mönch. Doch im Gehorsam blieben die meisten von ihnen still und schwiegen; und so kam es zu vielerlei Veränderungen.

Am auffälligsten traten die Neuerungen in der Klosterkirche zutage. Natürlich wurde als erstes ein sogenannter Volksaltar vor dem Hauptaltar platziert, an dem nun nicht mehr die Opfermesse zelebriert, sondern das Gemeinschaftsmahl gefeiert wurde.

Ein sehr interessantes Zeitdokument ist das hier verlinkte Video aus dem Jahr 1970. Ein Dokumentarfilm über das Leben in der Trappistenabtei von Orval zeigt ansatzweise, teilweise sehr deutlich, die bereits eingetretenen Neuerungen.

Video – N.D. de ORVAL 1970

Abbaye d’Orval – Abtei von Orval

Die Liturgie wurde zunächst durch die Muttersprache ergänzt, aufgewertet und bald weitestgehend ersetzt. Die altehrwürdigen, wenigen liturgischen Bücher wurden immer mehr an den Rand gedrängt und vielfach kaum noch oder gar nicht mehr benutzt.

Bald benötigte man die alten liturgischen Bücher, die allesamt in der Druckerei der belgischen Abtei Westmalle hergestellt wurden, nicht mehr. Vielfach wurden sie entsorgt.

Die Druckplatten, die einen unschätzbaren Wert besaßen, wurden in den siebziger Jahren zerschlagen.

Heutige Trappistenliturgie : Ringbücher, lose Blätter, Ringbücher …

Es sei noch erwähnt, dass in jenen Jahren, ab Ende der 60er und für ungefähr zehn Jahre, die meisten Ordensleute aus ihren Klöstern abgewandert sind, sie verlassen haben. Ein Gott wohlgefälliges Leben könne man auch in der Welt führen und ein Büßerleben war nun nicht mehr notwendig, wo doch die theologische Auffassung immer mehr um sich griff, dass alle Menschen bereits erlöst seien.

Übrigens ist nie untersucht worden, wie viele Mönche nicht aus solchen oder ähnlichen Beweggründen ihr Kloster verlassen haben, sondern deswegen, weil die neue Ordnung nicht mehr mit ihrer Berufung übereinstimmte.

Liturgische Bücher aus der Vergangenheit – für die Zukunft?

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EIN MENSCH WIRD FERTIG MIT GOTT

„Wir haben nur einen Grund traurig zu sein,
– daß wir nicht heilig sind.“

(Leon Bloy)

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Hinweis zum Buch

PATER M. RAYMOND

EIN MENSCH WIRD FERTIG MIT GOTT
Vom Cowboy zum Trappisten

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Der Trappistenautor Pater M. Raymond (Joseph David Flanagan, 1903-1990) trat 1936 in das Trap-pistenkloster Unsere Lieben Frau von Gethsemani in Kentucky ein. Er verfasste zahlreiche Bücher, die z. T. ins Deutsche übersetzt wurden. Bekannt sind „Die drei Rebellen“ über die Anfänge des Zister-zienserordens in Citeaux und „Die weißen Mönche von Kentucky“, ein Buch, in dem der Autor die Entstehungsgeschichte seines Klosters beschreibt. In Gethsemani war Pater Raymond Zeitgenosse seines berühmteren Mitbruders Pater Louis (Thomas Merton), der ihn jedoch als Autor nicht schätzte.

1941 veröffentlichte Pater Raymond sein Buch „The man who got even wich God“. Es handelt sich um eine romanhafte Biografie des zwei Generationen vor ihm im selben Kloster lebenden Laienbruders Joachim, der als John Green Hanning (1849-1908) nur unweit der Trappistenabtei in Kentucky aufgewachsen ist. Das Buch ist in den USA vielfach nachgedruckt worden. Es wurde auch in viele Sprachen übersetzt und hat sogar in Deutschland mehrere Auflagen erfahren. Sein deutscher Titel lautet: „Ein Mensch wird fertig mit Gott. Vom Cowboy zum Trappisten“.

Mit den aufgeklärten Augen der heutigen Zeit gelesen handelt es sich um einen unmögliches Buch. Kein deutscher Verlag würde es heute so veröffentlichen. Nicht nur, dass die Sprache altmodisch erscheint, sie ist vor allem nicht „politisch-korrekt“. Ebenso hat sich das Bild von einem frommen und religiösen Leben vollständig gewandelt. Ein, wie hier geschildertes Klosterleben scheint dem modernen und vor allem „nachkonziliaren“ Menschen nicht nur wie unwirklich, sondern geradezu unmenschlich zu sein. Warum also sollte jemand dieses Buch lesen?

Ein Mensch wird fertig mit Gott. Vom Cowboy zum Trappisten“.

Pater Raymond hat in Gethsemani schon als junger Mönch durch seine älteren Mitbrüdern von Bruder Joachim gehört. In den Archiven des Klosters suchte er nach Aufzeichnungen, wovon allerdings nicht viel zu finden war. Doch das beflügelte den Autor umso mehr, zwar keine Biografie, dafür aber eine romanhafte Lebensbeschreibung zu verfassen. Was er gehört hatte und in den Klosterannalen fand, verarbeitete er zu einem spannenden Triller. Dabei fließen geschichtliche Ereignissen des 19. Jahr-hunderts ebenso ein wie die gesellschaftlichen Gegebenheiten jener Zeit.

Die etwas reißerisch daherkommenden Titel und Untertitel passen vielleicht zum Stil des Romans, auch nicht unbedingt zu einer Beschreibung des geistlichen Weges eines Trappistenmönches. Das als derbe beschrieben Klosterleben erinnert an heroische Zeiten. Beinahe so, als sei man im 17. Jahrhundert in La Trappe und bei Abt de Rance, dem Gründer der Trappisten. Es ging darum, heilig zu werden. Dafür kam man in solche Klöster. Das schaffte man aber nur, so war man der Ansicht, wenn es gelang, das eigene Ich abzutöten. Die dabei notwendigen Härten, die sich vor allem im Gehorsam dem Vater Abt, dem Oberen gegenüber zeigten, halfen dabei, den Mönch näher zu Gott zu führen. Dieser harte Weg vollzieht sich anhand der klösterlichen Gelübde von Armut, Gehorsam und Keuschheit. Das Ziel ist der Himmel.

Das Buch gewährt diesen Einblick in das Mönchs- insbesondere des Trappistenlebens- jener Zeit. Es wird die Opferbereitschaft und der Heldenmut jener Männer deutlich, die das Klosterleben ergriffen, um Gottes Ruf zu folgen und bereit waren wirklich alles hinzugeben, sogar ihren eigenen Willen mit ihrem ganzen Leben. Hier wird klar, dass Menschen der heutigen Zeit kaum Verständnis für jene Sichtweise  aufbringen können: den eigen Willen aufzugeben für Gott widerspricht der modernen Idee, seinen eigenen Willen ausleben zu müssen. Nein, einem anderen vorbehaltlos zu vertrauen und zu folgen, sich den eigenen Willen brechen zu lassen, ist dem modernen Menschen nicht vorstellbar. Doch vielleicht wird er nach der Lektüre dieses Buches erkennen, dass gerade der moderne Mensch sich mehr und mehr einem fremden Willen (Medien, Mainstream, usw.) unterwirft und in Wirklichkeit keinen eigenen Willen mehr besitzt. – Doch was ist schöner und größer, als sich Gottes Willen anzuvertrauen…

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