Die auf Dich warten: werden nicht enttäuscht!

Ad te levavi animam meam:
Deus meus, in te confido,
non erubescam:
neque irrideant me inimici mei:
etenim universi, qui te exspectant,
non confundentur.

Zu Dir erhebe ich meine Seele;
mein Gott, auf Dich vertraue ich.
Drob werd ich nicht erröten,
noch sollen meine Feinde mich verlachen.
Denn all die vielen, die auf Dich warten,
werden nicht enttäuscht.

(Introitus 1. Advent
Ps 24,1-3)

Ad te levavi animam meam

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Advent des Herrn

Nach dem hl. Bernhard von Clairvaux kennen wir eine dreifache Ankunft des Herrn:
In der ersten Ankunft kam er im Fleisch und in der Schwachheit.
In der zweiten kommt er in Geist und Kraft.
In der letzten kommt er in Herrlichkeit und Majestät.

„Die Weisen der mittleren Ankunft sind vielfältig: Der Herr kommt durch sein Wort; er kommt in den Sakramenten, besonders in der heiligsten Eucharistie; er kommt durch Worte und Ereignisse in mein Leben hinein. Es gibt aber auch epochale Weisen dieses Kommens. Das Wirken der beiden großen Gestalten Franziskus und Dominikus im 12. aufs 13. Jahrhundert war eine Weise, wie Christus neu in die Geschichte hereintrat, neu sein Wort und seine Liebe zur Geltung brachte; eine Weise, wie er seine Kirche erneuerte und die Geschichte auf sich zu bewegte. Ähnliches können wir von den Heiligengestalten des 16. Jahrhunderts sagen: Teresa von Avila, Johannes vom Kreuz, Ignatius von Loyola, Franz Xaver bringen mit sich neue Einbrüche des Herrn in die verworrene und von ihm wegtreibende Geschichte ihres Jahrhunderts.

Können wir also um das Kommen Jesu beten? … Ja, wir können es. Nicht nur das: Wir müssen es! Wir bitten um Antizipationen seiner welt-erneuernden Gegenwart. Wir bitten ihn in Augenblicken persönlicher Bedrängnis: Komm, Herr Jesus, und nimm mein Leben hinein in die Gegenwart deiner gütigen Macht. Wir bitten ihn, dass er Menschen, die wir lieben oder um die wir Sorge tragen, nahe werde. Wir bitten ihn, dass er in seiner Kirche wirksam gegenwärtig werde. Warum sollten wir ihn nicht bitten, dass er uns auch heute wieder neue Zeugen seiner Gegenwart schenke, in denen er selber kommt? … Komm, Herr Jesus!“

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Klage Christi über den Papst und die Stände der Kirche

Eines Tages beklagte sich Christus
seiner Braut Birgitta von Schweden gegenüber so:

«Ich bin es, der vom himmlischen Vater in den jungfräulichen Schoss Marias gesandt und Mensch geworden ist. Wozu aber ist das geschehen? Fürwahr, damit Ich in Wort und Werk den wahren Glauben kundtue. Außerdem bin Ich am Kreuze dazu gestorben, dass Ich den Menschen den Zugang zum Himmel öffne. Dazu bin Ich auch begraben worden und am dritten Tage wieder auferstanden. Ich werde einmal wiederkommen zum Gericht.

Weil denn jetzt die Bischöfe zusammengekommen sind, so teile dem Erzbischof folgendes mit:

‚Du wunderst dich, weshalb Ich dir Meine Worte mitteilen lasse. Aber hebe deine Augen und schau um dich, merke mit deinen Ohren auf und höre, öffne deinen Mund und forsche nach, wie sehr Ich jetzt von allen vernachlässigt werde… Forsche nach und vernimm, wie jetzt der Römische Hof beschaffen ist, der doch Mein Sitz sein sollte!

Gleichwie an einem Stuhl vier Stützen sind, die denselben halten, und ein Mittelstück, auf welchem der darauf Sitzende ruht, so sollten auch an Meinem Stuhl, den Ich den Päpsten hinterlassen habe, vier Stützen sein: die Demut, der Gehorsam, die Gerechtigkeit und die Barmherzigkeit, und dazu ein Mittelstück, nämlich die göttliche Weisheit zusammen mit der göttlichen Liebe.

Dieser Päpstliche Stuhl aber ist jetzt umgestaltet worden zu einem neuen, an welchem anstelle der Demut die Hoffart, anstelle des Gehorsams der Eigenwille, anstelle der Gerechtigkeit die Liebe zum Geld, anstelle der Barmherzigkeit Zorn und Neid herrschen, das Mittelstück aber ist nun weltliche Gelehrsamkeit anstelle göttlicher Weisheit und Liebe.

Siehe, so ist Mein Sitz umgestaltet und verändert worden!

Schau aber noch weiter zu und durchforsche die übrigen Glieder Meines geheimnisvollen Leibes vom Haupte abwärts im gesamten Klerus, und du wirst finden, dass Ich, Christus, Gottes Sohn und Schöpfer aller Dinge, ihnen zur Last geworden bin wie ein schwerer Felsblock; Ich schmecke ihnen nur noch wie Gift; für ihre Gefräßigkeit bin Ich nur noch wie ein kleiner Bissen. Sieh doch zu, wie verworfen Ich doch jetzt bin! Siehe doch zu, welcher Lohn Mir jetzt für Meine Liebe zuteil wird! Ich habe sie alle erschaffen und mit größter Sühnebereitschaft und Gerechtigkeit erlöst.

Bildhaft gesprochen:
Ich habe gewissermaßen eine Waage vor Gott Vater hingestellt, auf die Ich, damit darauf richtig gewogen werde, nichts anderes legte als Mein eigenes Herz … So viel habe Ich für die Sünden der Menschen gelitten, niemand aber nimmt sich das noch zu Herzen.
Darüber beklage Ich Mich …‘ »

(Holböck, F. – Gottes Nordlicht, Rev. extrav. Kap. 51).

Offenbarungen an die heilige Birgitta von Schweden

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Strafen gegen Kleriker

Bis zu den Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils gab es eine ganze Reihe von Strafen gegen Kleriker, die ihr Amt verraten haben.

Diese Regeln seien „sehr lebhaft“ gewesen. Ein Erzbischof oder Bischof wurde in die Fülle seiner Gewänder gekleidet, von denen er dann der Reihe nach, einzeln und unter strengen Erklärungen entkleidet wurde. Zuletzt wurden die Hände, die bei der Weihe gesalbt worden waren, mit einem Messer [symbolisch] zerkratzt, um zu zeigen, daß diese Person das Amt völlig verraten hatte.

(Kardinal Burke)

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Johannes vom Kreuz – 24. November

Die Bedeutung des Wortes: Sein Kreuz auf sich nehmen.

Sein Kreuz auf sich nehmen, das heißt
aktiv in die dunkle Nacht eingehen.

Der Heilige Johannes vom Kreuz gibt dafür einige kurze und bündige Weisungen, von denen er selbst sagt:

Wer sich … allen Ernstes darin schulen will,
der wird keine anderen mehr brauchen,
da er in ihnen alle hat.

1) Trage immerfort das Verlangen, Christus in allen Dingen nachzuahmen und dein Leben dem seinen gleichförmig zu machen. Darum mußt du es betrachten, damit du es nachahmen und in allem dich so verhalten kannst, wie er sich verhalten würde.

2) Damit du das ja gut fertigbringst, mußt du auf jeden Genuß verzichten, der sich deinen Sinnen bietet, und ihn fern von dir halten, wenn er nicht einzig zur Ehre und Verherrlichung Gottes gereicht.

Und zwar sollst du das tun aus Liebe zu Jesus, der in seinem Leben keine andere Freude und kein Verlangen kannte, als den Willen seines Vaters zu vollziehen. Dies nannte er seine Speise und Nahrung. Wenn sich dir z. B. ein Vergnügen bietet im Anhören von Dingen, die nicht zum Dienste Gottes beitragen, dann sollst du daran weder Freude haben noch sie anhören wollen …

Ebenso übe Entsagung in Bezug auf alle deine Sinne, sofern du ihre Eindrücke gut abweisen kannst. Denn sofern du dies nicht kannst, genügt es, daß du wenigstens keine Freude daran hast, wenn diese Dinge an dich herantreten.

Sorge desgleichen dafür, wie du deine Sinne abtötest und unberührt bewahrst von jener Lust. Dann werden sie gleichsam im Dunkeln sein und du wirst so in kurzer Zeit große Fortschritte machen.

Als durchgreifende Mittel zur Abtötung und harmonischen Ordnung der vier natürlichen Leidenschaften: Freude, Hoffnung, Furcht und Schmerz mögen folgende Leitsätze dienen. Denn wo diese Leidenschaften beruhigt und wohlgeordnet sind, da können die obengenannten Güter und viele andere gedeihen. Darum sind diese Leitsätze auch von großem Wert und die Wurzel großer Tugenden.

Trage Sorge dafür, daß deine Neigung stets gerichtet sei:

– Nicht auf das Leichtere, sondern auf das Schwierigere,
– Nicht auf das Angenehmere, sondern auf das Unangenehmere,
– Nicht auf das, was dir mehr Freude, sondern was dir Unfreude bringt,
– Nicht auf das, was dir Trost, sondern vielmehr auf das, was dir Mißtrost bereitet,
– Nicht auf die Ruhe, sondern auf die Mühe,
– Nicht auf das Mehr, sondern auf das Weniger,
– Nicht auf das Höhere und Wertvollere, sondern auf das Niedrige und Unscheinbare,
– Nicht auf das, was etwas sein will, sondern auf das, was nichts sein will.
-Nicht das Bessere in den Dingen suchen, sondern das Schlechtere.

Verlange um Christi willen einzugehen in völlige Entblößung und Freiheit und Armut von allem, was es in der Welt gibt. Diese Werke sollst du von Herzen umfangen und dich bemühen, den Willen darin aufgehen zu lassen … Wird das Gesagte recht gehandhabt, so genügt es, um eingehen zu können in die Nacht des Sinnes …

Daß dieses aktive Eingehen in die dunkle Nacht der Sinne gleichbedeutend ist mit bereitwilligem Aufnehmen des Kreuzes und beharrlichem Kreuztragen, bedarf keiner Erläuterung mehr. Aber am Kreuztragen allein stirbt man nicht. Und um die Nacht völlig zu durchschreiten, muß der Mensch der Sünde sterben. Er kann sich zur Kreuzigung ausliefern, aber er kann sich nicht selbst kreuzigen.

Darum muß das, was die aktive Nacht begonnen hat, durch die passive Nacht vollendet werden, d. h. durch Gott selbst. »Soviel sich auch die Seele bemüht, sie vermag doch nicht durch eigene Anstrengung sich so wirksam zu reinigen, daß sie auch nur im geringsten zur vollkommenen Liebesvereinigung mit Gott fähig ist, wenn er sie nicht in seine Hand nimmt und in jenem dunklen Feuer reinigt …

Aus: Edith Stein/Sr. Teresia Benedicta a Cruce: Kreuzeswissenschaft – Studie über Johannes vom Kreuz, § 3. Dunkle Nacht der Sinne; b. Aktives Eingehen in die Nacht als Kreuzesnachfolge.

Johannes vom Kreuz

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Aldo Maria Valli über Erzbischof Vigano

«Schau, manchmal beschuldigen sie mich, als Sprecher von Monsignore Viganò aufzutreten, als ob das eine Schuld wäre. Eigentlich spreche ich von meinem persönlichen Fall, weil ich ein bisschen erklären möchte, wie die Dinge laufen.

Ich habe Monsignore Viganò tatsächlich im Jahr 2018 kennengelernt, als er sich sowohl an mich als auch an andere Blogger wandte, um den berühmten McKerrick-Bericht bekannt zu machen. Und damit begann unsere Beziehung. Ich habe diesen Monsignore kennengelernt, der deutlich unter der Situation in der Kirche gelitten hatte und der mich von seinen Thesen überzeugte, von seinen Positionen gerade aus menschlicher Sicht angesichts seines wirklichen Leidens, seiner echten Anteilnahme.

Ein Satz von Monsignore Viganò im Besonderen hat mich sehr überzeugt; hat mich zum Nachdenken gebracht: Er sagte zu mir:
„Ich bin mittlerweile alt. Ich gehe auf die 80 zu.“
Ich wiederhole: Es war 2018.
„Bald werde ich mich dem Gericht Gottes stellen müssen und ich möchte dorthin gelangen und meinem Gott sagen, dass ich alles getan habe, um die Wahrheit zu bezeugen!“

Nun! Wenn jemand so mit dir spricht, verstehst du, dass wir jenseits dieser Streitigkeiten der Journalisten sind, die unsere Köpfe jeden Tag vollstopfen. Wir sind wirklich am Grund der Probleme und stehen vor den wirklichen Problemen, die für unsere Existenz, für die Erlösung unserer Seele von Bedeutung sind. Zu sehen, dass eine Person wie diese jetzt von der untersten Schublade angegriffen wird, lässt mich sehr leiden. Daher bekunde ich meine volle Solidarität mit Monsignore Viganò. Ich kann sagen: meinem Freund Monsignore Viganò. Und ich sage ihm, er soll weitermachen.

Weitermachen, denn inzwischen sind wir nicht wenige. Viele haben ihre Augen geöffnet oder sind dabei, sie zu öffnen. Sicher! Wenn wir uns auf das vorherrschende Narrativ verlassen, merken wir es natürlich nicht, weil die Nachrichten nicht über all dies sprechen.

Die sogenannten „Giornaloni“, die großen Tageszeitungen, wie du täglich dokumentierst, sprechen über all das nicht. Sie streben nach einer Realität, die zur Ideologie passt, die nicht die tatsächliche Realität ist. Aber die Welt geht einen anderen Weg. Wir müssen uns also Mut machen, mutig sein und uns weiter austauschen, ohne uns von denen herunterziehen zu lassen, die alles nur auf die Begriffe Gegenposition und Gehorsam lenken möchten. Stattdessen: Stirn nach vorn, freies Denken, für diejenigen, die gläubig sind: großes Vertrauen in unseren Herrn; der uns nie eine Prüfung schickt, nur weil er Geschmack daran hat, uns leiden zu lassen, sondern wenn er sie uns sendet; dann immer nur zu unserem Besten.»

Quelle: Visione TV: „Giù le mani da Viganò – Dietro il Sipario“ – Talk Show

Quelle + Video siehe – https://www.youtube.com/watch?v=zaNgjloiXYI

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Kritischer Zustand – Pater Stefano Maria Manelli FI

Bitte beachten Sie, dass sich Pater Stefano Maria Manelli FI (Gründer der traditionellen Kongregation der Franziskaner der Unbefleckten Empfängnis) in einem gesundheitlich schwierigen Zustand befindet. Wir bitten um Gebet und, wenn dies Gottes Wille ist, um einen guten Tod für ihn. Er befindet sich in seinem 89. Lebensjahr.

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Ein legitimer Papst

„Glauben Sie, daß Franziskus ein legitimer Papst ist?“

„Ja. Ich hatte Leute, die mir alle möglichen Argumente präsentierten, die die Wahl von Papst Franziskus in Frage stellten. Aber ich nenne ihn jedes Mal, wenn ich die Heilige Messe zelebriere, Papst Franziskus. Das ist meinerseits kein leeres Wort. Ich glaube, daß er der Papst ist, und ich versuche das konsequent den Leuten zu sagen, weil – da haben Sie recht – auch meiner Meinung nach, die Menschen immer extremer auf das reagieren, was in der Kirche vor sich geht.“

(Kardinal Burke)

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