Fest der Gründer der Zisterzienser – 26. Januar

Der heutige Festtag, der in allen zisterziensischen Klöstern feierlich begangen wird, ist in diesem Jahr ein trauriger Tag für die Mönche, Mitarbeiter und Freunde der Trappistenabtei Mariawald. Am 23. Januar hat Abt Bernardus Peeters aus der „Abdij Koningsoord“, der, wie man lesen konnte, als „apostolischer Kommissar“ die Geschicke von Mariawald (mit-)bestimmt, offiziell mitgeteilt, dass er im Auftrag der vatikanischen Kongregation (für die Institute geweihten Lebens und für die Gesellschaften apostolischen Lebens), der Kardinal Braz de Aviz vorsteht, das Kloster Mariawald abzuwickeln habe (TAGESPOST).

Es ist gut, für die Mönche und für das Fortbestehen des Klosters zu beten!

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Am 26. Januar begehen die verschiedenen Zweige aller Zisterzienser ein großes Ordensfest. Sie feiern die Gründeräbte:

Robert von Molesme – * um 1027 in der Champagne, † 1111 in Molesme

Alberich von Cîteaux – * um 1050 in Frankreich, † 26. Januar 1109 in Cîteaux

Stephan Harding – * 1059 in Merriott, Somerset, England; † 28. März 1134 in Cîteaux

Diese drei und weitere achtzehn Mönche aus Molesme wollten ganz treu nach der Regel des heiligen Benedikt leben. Die Lebensweise der Mönche von Cîteaux wollte sich unterscheiden von der des damals üblichen benediktinischen Lebensstiles, der geprägt war durch die Abtei Cluny in Burgund, nicht weit von Citeaux. Es entstand aus dieser Reform innerhalb des benediktinischen Mönchtums ein neuer Orden.

Freilich wird oft auch weithin auch Bernhard von Clairvaux als Mitbegründer des Zisterzienserordens genannt. Aber er war kein Ordensgründer, er war Ordensreformer und Motor dieser neuen geistlichen Bewegung. Bernhard trat 1113 zusammen mit 30 weiteren Gefährten, die meisten waren mit ihm verwandt, als Novize in Citeaux ein. Durch den Einfluss seiner starken Persönlichkeit begann ein enormer Aufschwung im neuen Orden. Sehrschnell wurden die ersten Tochterklöster gegründet werden: 1113 La Ferté, 1114 Pontigny, 1115 Morimond.

Kloster Mariawald – Figurengruppe der Zisterzienserväter über dem Eingangsportal der Abteikirche

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Jesus vor den Augen deines Herzens

„Ich spüre, mein Sohn, ich spüre, wie innig, wie leidenschaftlich, mit wieviel Tränen du das in deinen Gebeten von Jesus erfragst, wenn das beseligende Bild des beseligenden Jesus vor den Augen deines Herzens steht, wenn du dir sein wunderschönes Antlitz vorstellst, wenn du seine liebevollen und milden Augen freundlich strahlend auf dich blicken fühlst. Dann, wie mir scheint, rufst du aus tiefstem Herzen: Oh beseligender Jesus, wo warst du? Wo hieltest du dich verborgen? Wo fandest du Aufnahme?“

(Sel. Aelred [Cistercienser-Vater] an seinen Freund Ivo in der Einleitung seines Werkes über die Schriftmeditation zur Perikope des zwölfjährigen Jesus)