Danach habe ich mich geschämt

Roberto de Mattei schreibt in der Übersetzung von Giuseppe Nardi über „Erfolg und Scheitern von ′68“. Darin findet sich folgender Abschnitt, der mich beim Lesen an meine Jugend erinnert hat.

Zitat:
′68 war keine politische Revolution, sondern eine moralische Revolution, die beabsichtigte, den Menschen von den traditionellen Moralvorstellungen zu „befreien“, um eine „herrschaftsfreie Gesellschaft“ zu errichten, in der die Lebensenergie sich spontan in einer neuen sozialen Kreativität ausdrückt. Der Marxismus war dahingehend zu überwinden, weil er seine revolutionäre Offensive nur auf den politischen Aspekt im engeren Sinn beschränkte, ohne auf den wirklich familiären und persönlichen Bereich einzuwirken. Die Revolution sollte hingegen in das tägliche Leben hineingetragen werden, um das Wesen des Menschen selbst zu verändern, ohne sich auf den äußeren und oberflächlichen Aspekt zu beschränken, zu dem sie die klassische, marxistische Perspektive zu verurteilen schien. Die Parole „Verbieten verboten“ brachte die Ablehnung jeder Autorität und jedes Gesetzes zum Ausdruck im Namen einer Befreiung der Instinkte, der Bedürfnisse und der Wünsche. Die sexuelle Freiheit und die Drogen waren die beiden Zutaten, um die neue Lebensphilosophie zu bekräftigen.
Hier den ganzen Artikel lesen

Die angesprochene „moralische Revolution“ ging hinein in die Familien und in den Religionsunterricht. Wer Anfang der 50er Jahre geboren wurde befand sich in jener Zeit mitten in der Pubertät. „Aufklärung“ war ein großes Thema. Die Burschen tuschelten unter sich darüber, – nach den Hausaufgaben in der Freizeit oder beim Sport. Auch in der katholischen Jugendgruppe wurde darüber geflachst, und, wenn der Gruppenführer dabei war, ernsthaft gesprochen. Das heißt, man konnte Fragen stellen und bekam vielleicht seine Neugierde ein wenig gestillt. Auf jeden Fall waren die Informationen anders als im familiären Gespräch, oder besser, im Gespräch mit Vater oder Mutter.

Dann kam „Helga“. Das war ein Aufklärungsfilm, der erste dieser Art. Im Untertitel hieß der Film, der im Kino gezeigt wurde „Helga – Vom Werden des menschlichen Lebens“. Das klang unverfänglich. War dieser Film möglicherweise die Befreiung der Eltern von vielleicht lästigen Fragen, mehr noch, von schwierigen Antworten? Im Religionsunterricht kam auch der Kaplan nicht um das Thema „Aufklärung“ und um „Helga“ herum. Schließlich war er es, der den Vorschlag machte, wir Schüler sollten unsere Eltern um Erlaubnis fragen, den Film in Kino sehen zu dürfen. Untermauert wurde der Vorschlag des Kirchenmannes mit seinem Hinweis, dieser Aufklärungsfilm sei von der Bundesregierung gedreht worden und die Gesundheitsministerin (Käte Strobel, SPD) habe ihn eigens überwacht und empfohlen. Dann konnte der Film also nur gut sein und sicher ganz im Sinne der katholischen Kirche.

Tatsächlich bekam ich die elterliche Erlaubnis, weil ja der Kaplan die Empfehlung ausgesprochen hatte. Mit ein paar Klassenkameraden waren wir sonntags nachmittags im Kino. Natürlich haben wir interessiert hingesehen, manchmal auch weggesehen oder die Augen geschlossen. Nach dem Film, ich erinnere dies ganz genau, habe ich mich geschämt.

Der nach heutigem Ermessen eher harmlose Film, – zumindest im Vergleich mit so manchen heutigen Fernsehfilmen -, war für viele der Einstieg in sexuelle Ungezügeltheit. Ja, auch daran erinnere ich mich. Die sexuelle Befreiung, die moralische Revolution, hatte begonnen. In den späten 60er und vor allem in den 70er Jahren wurden unzählige Sex-Filme gedreht, die auch im TV gezeigt wurden. Heute weiß man, dass es Pornofilme waren. Ich möchte nicht wissen, wie viele Menschen -wahrscheinlich vor allem Männer- solchen Schund angesehen haben. Und wie man gelegentlich hört und liest, ist das Geschäft mit Pornofilmen vor allem durch das Internet immer noch im Höhenflug. Heute ist sexuell alles erlaubt; am Schlimmsten: die Abartigkeiten werden sogar gelehrt.

Die falsche moralische Revolution hat bis heute weitgehend den Sieg davon getragen. Die Menschen haben sich befreit von traditionellen Moralvorstellungen. Doch wurde etwa eine „herrschaftsfreie Gesellschaft“ errichtet? Drückt sich die Lebensenergie der Menschen durch eine „neue soziale Kreativität“ aus? Oder wurden tatsächlich nicht eher die niederen Instinkte des Menschen geweckt? Jene Wünsche, die heute mit „Spaß haben“ wollen so harmlos daherkommen. „Just for fun“ soll alles sein, und zwar jetzt und sofort. Jene „sexuelle Befreiung“, das Abschaffen der Moral und natürlich, in deren Sog, die Drogen, waren jene Zutaten, die eine Lebensphilosophie begründeten, die heute als modernes Lebensgefühl bestimmt wird.

Was ist schon dabei. Das ist heute einfach so, und es macht doch jeder.

Oder?

Wollen wir uns damit zufriedengeben? Haben wir schon kapituliert?

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Lebende die tot sein sollen und die Widerspruchsregelung

Die Transplantationsmedizin benötigt zur Organspende Lebende, die zugleich tot sein sollen. Das ist schon ein ziemlicher intellektueller Spagat, ein seriös nicht auflösbarer Widerspruch. Im Jahre 1968 wurde deshalb an der Universität Harvard die sogenannte »Hirntoddefinition« entwickelt. Sie besagt, dass wegen einer als irreversibel angesehenen Schädigung des Großhirns, des Kleinhirns und des Hirnstamms und wegen des damit verbundenen Ausfalls der integrativen Funktionen des Gehirns der Eintritt des Todes unumkehrbar sei. Dabei handelt es sich aber um keine gewöhnliche medizinische Diagnose, sondern um eine auf die Zukunft bezogene Prognose, die nur deshalb nicht falsifizierbar ist, weil der für »hirntot« erklärte Patient in der unmittelbaren Folge entweder durch die Organentnahme stirbt oder weil andernfalls die lebenserhaltende Intensivtherapie beendet wird. Danach ist der »Hirntote« in beiden Fällen unzweifelhaft tot.

Seit einer Änderung von § 2 Absatz 1a des Transplantationsgesetzes im Jahre 2012 schreiben die Krankenkassen in Deutschland alle Versicherten ab 16 Jahren – darunter Jugendliche, Schwerkranke, Suizidgefährdete oder Behinderte – regelmäßig an und erfragen ihre Bereitschaft zur Organspende. Der Staat übt dadurch bereits jetzt massiven moralischen Druck auf seine Bürgerinnen und Bürger aus: Wer nicht bereit ist, sich nach dem »Hirntod« Organe entnehmen zu lassen, soll sich schuldig fühlen, wenn anderen Menschen, deren Organe durch eine schwere Krankheit irreparabel zerstört sind, nicht geholfen werden kann.

Eine derart persönliche Frage sollte den Bürgern nicht dadurch aufgedrängt werden, dass sie einer Organentnahme ausdrücklich widersprechen müssen. Eine Widerspruchslösung käme einer sozialen und moralischen Pflicht zur Organspende gleich. Menschliche Organe sind aber keine Produkte, die bestellt und ausgeliefert werden können. Mit Blick auf die Würde des Menschen, die auch dem »Hirntoten« zukommt, macht das deutsche Transplantationsgesetz bisher die Organentnahme von einer Einwilligung des Betreffenden, seiner engsten Angehörigen oder einer anderen Person abhängig, die der potenzielle Organspender benannt hat.

Im Fall einer Widerspruchslösung gälte der Umkehrschluss:
»Im Zweifel gehören deine Organe uns.«

Ethische Debatten werden bei uns jetzt fast nur noch unter dem Aspekt des Organmangels geführt. Das ist jedoch keine hinreichende Rechtfertigung dafür, angeblich Toten Organe zu entnehmen, weil zuvor kein Widerspruch eingelegt wurde. Im Übrigen ist ja bereits der Begriff der »Spende« im Zusammenhang mit dem »Hirntod« ein zwar schon seit 50 Jahren selbstverständliches, aber dennoch im Grunde genommen unglaubliches sprachliches Monstrum: Ich wüsste nämlich ansonsten keinen Lebenssachverhalt zu benennen, bei dem ein Spender seine Spende grundsätzlich nicht überleben kann.

»Angeblich Tote« – Der Hirntod als Tod des Menschen?

In der Fachwelt gibt es inzwischen massive Zweifel sowohl an der eindeutigen Diagnostizierbarkeit des »Hirntodes« wie auch an der Gleichsetzung von Hirntod und Tod des Menschen.

Dass diese Definition eine Wunschvorstellung, nicht aber eine biologische Realität ist, wird mittlerweile selbst von Wissenschaftlern zugegeben, die sie seinerzeit mit aufgestellt haben. Das erklärte uns zum Beispiel am 21. März 2012 der Pädiatrische Neurologe und langjährige Verteidiger der Hirntoddefinition Professor Alan Shewmon aus Los Angeles bei einer Anhörung des Deutschen Ethikrates in Berlin. Herr Shewmon stellte fest, dass sogenannte Hirntote noch längere Zeit biologisch leben können. So haben Frauen noch mehrere Monate nach dem Eintritt der mit »Hirntod« bezeichneten Situation Kinder geboren, Männer sind noch zeugungsfähig. Schon 2008 konzedierte der amerikanische Anästhesiologe, Kinderarzt und Medizinethiker Robert D. Truog von der Harvard-Universität gemeinsam mit seinem Kollegen Franklin Miller von den National Institutes of Health, die Praxis des Hirntod-Kriteriums habe tatsächlich die Tötung des Spenders zur Folge. Truog und Miller forderten aber gerade nicht als Konsequenz daraus, die derzeitige Praxis der Organentnahme zu beenden, sondern sie kamen zu dem wohl kaum widerspruchslos hinnehmbaren Schluss, dass die Regel, wonach der Spender tot zu sein habe, aufgegeben werden müsse: Die Tötung des Patienten durch Organentnahme solle künftig einfach durch den guten Zweck der Organspende als »gerechtfertigt« angesehen werden!

Professor Dr. med. Axel W. Bauer
(Leiter des Fachgebiets Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin an der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg. Von 2008 bis 2012 war er Mitglied des Deutschen Ethikrats, der Bundesregierung und Parlament in bioethischen Fragen berät)

Quelle: LEBENSFORUM, Zeitschrift der Aktion Lebensrecht für Alle e.V. (ALfA) 2. Quartal 2018

Siehe auch: Organspendewiderspruch

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Die „Widerspruchslösung“ ablehnen! – Den Staat stoppen!

„In Deutschland darf ein Arzt
kein Blut abnehmen,
keine Röntgenuntersuchung,
keine Operation durchführen
ohne Einwilligung des Patienten.
Das wird sehr streng durchgesetzt.

Und eine, meist die größte, Operation am Ende des Lebens
soll ohne Zustimmung des Patienten
durchgeführt werden?
Weil der Gesetzgeber diese Zustimmung schon gegeben hat?
Das kann nur für irrwitzig gehalten werden.

In Deutschland gilt eine, zumal invasive, Behandlung eines Patienten
als Körperverletzung.
Das ist nur in Deutschland so.
Und für diese monströse Operation
am Lebensende
willigt der Staat für uns ein?“

Dr. Martin Stahnke, 2.Vorsitzender
„KAO – Kritische Aufklärung über Organtransplantation e.V.“

Lesen Sie hier: KAO e.V. lehnt die „Widerspruchslösung“ ab

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Frage der Eltern: „Was wird aus meinem Kind werden?“

Erziehungsziel Bekenner

[…] Die Ziele vieler Eltern sind reichlich unbestimmt. Galt in den Nachkriegsjahrzehnten weithin die zumindest hoffnungsvolle Devise: „Unsere Kinder sollen es einmal besser haben als wir“, so scheint mittlerweile eine andere Stimmung vorzuherrschen.
Zwar planen ehrgeizige Eltern auch weiterhin frühzeitig und bis ins Detail die Karriere ihres Nachwuchses, fordern und fördern ihn auf alle nur erdenkliche Weise, spornen ihn zu harter, zielstrebiger Gangart an und helfen nötigenfalls dem Erfolg mit kraftvollen Maßnahmen nach. Doch insgesamt dürfte das eher die Ausnahme sein. Und ist diese Art von Zielstrebigkeit überhaupt wünschenswert?

Für gläubige Menschen gibt es jedenfalls Wichtigeres zu erreichen als Geld, Macht und Ansehen.

Was aber, wenn auch christliche Eltern keine klaren Vorstellungen haben? Wenn, allen Erwartungen zum Trotz, nicht die Regel gilt: Je gläubiger ein Erzieher, desto eindeutiger seine Ziel-Ausrichtung und desto konsequenter Wahl und Einsatz der entsprechenden Mittel? Wo die hohen Ideale und die konkreten Ideen, die zu ihrer Verwirklichung nun einmal nötig sind, fehlen, da breitet sich bald Resignation und Passivität, Ratlosigkeit und Unentschiedenheit aus. Genau das ist die Situation vieler, sehr vieler Familien.

Oftmals ist die Zielbestimmung der Erziehung auch bei gläubigen Eltern eine weitgehend negative. Das heißt: Es geht ihnen vor allem darum, was aus den Kindern nicht werden soll. Je nach Ausprägung des Glaubenslebens kann dann in bestimmten Entwicklungsphasen des Heranwachsenden das Denken der Eltern fast ausschließlich um einzelne Fragen kreisen wie die, ob er denn noch (!) seine Sonntagspflicht erfülle. So wichtig der Kirchgang am Tag des Herrn auch ist: Man wird zugeben müssen, daß er nicht den einzigen Richtwert für ein christliches Leben und, für sich genommen, auch keinen Beweis für eine gelungene Erziehung darstellt.

Nicht wenige religiöse Eltern zeigen sich besonders von der Sorge bestimmt, ihre Kinder mögen doch bitteschön „normal“ sein und bleiben, sich also nicht zu Exoten entwickeln. In den Vorstellungen solcher Erzieher geistert das Schreckgespenst des (tatsächlich auch hier und da real existierenden) überspannten und weltfremden Frömmlers herum: „Daß sich doch keines unserer Kinder in diese Richtung entwickeln möge – Gott bewahre!“

Daher die Beflissenheit, mit der sich solche Eltern um die Anpassung ihrer Nachkommenschaft an die vorherrschenden Strömungen bemühen, wo immer diese nicht in offenen Konflikt mit dem ausdrücklichen Gebot Gottes geraten. Kleidung und Frisur, Musik- und Filmkonsum, Verwendung von Kommunikations- und Unterhaltungsmedien – in allen diesen Bereichen ist zu beweisen, daß ein gläubiger Jugendlicher nicht rückständig und langweilig sein muß.

„Wie schön, wenn dieselben jungen Leute, die am Sonntag im Gottesdienst erscheinen, am Vorabend auch in der Disco waren!“ Die Aussage eines Geistlichen könnte man in umgedrehter Form wohl gelten lassen: „Wie schön, wenn die Discobesucher am Sonntag trotzdem zur Kirche finden.“ Andersherum aber zeugt sie von gefährlicher Naivität. Denn die statistische „Normalität“ unter heutigen Jugendlichen paßt ebenso wenig mit den bleibenden Normen der Schöpfungs- und Erlösungsordnung zusammen, wie eine Jugendkultur, die unwürdige Entfesselung predigt und schlußendlich dumpfe Betäubung bewirkt, mit dem Kult der heiligen Messe harmoniert.

(Ausschnitt aus einer Predigt von Pater Bernward Deneke, Petrusbruderschaft, Wigratzbad)

Ganze Predigt HIER

Was wid aus ihm werden…

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Den Hirntod gibt es nicht!

(Übersetzung: Renate Focke)

Der bekannte katholische Philosoph Josef Seifert erklärt La Nuova Bussola Quotidiana – http://lanuovabq.it/it/seifert-brain-death-does-not-exist-i-explain-you-why – „den Utilitarismus“, der die neue Definition des „Hirntodes“ hervorgebracht hat, um dadurch Organentnahmen zu ermöglichen, die Rede von Johannes Paul II. und den Gedankenaustausch mit Benedikt XVI. – Klarstellung: „Die Person (Seele) ist ein eigenständiges Wesen und darf nicht auf das Bewusstsein reduziert werden. Außerdem ist die These, dass das Gehirn das Zentrum aller integrativen Lebensfunktionen sei, wissenschaftlich widerlegt worden.

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Professor Seifert, Sie waren einer der ersten innerhalb der katholischen Kirche, der sich gegen das „Hirntod“-Kriterium aussprach. Warum?

Von Anfang an, als ich von dieser neuen Todesdefinition erfuhr […] war ich davon überzeugt, dass die neue Definition bzw. die neuen Kriterien für den Tod infolge einer irreversiblen Fehlfunktion des Gehirns absolut falsch waren.

Meine Gründe waren und sind sehr einfach für jeden nachvollziehbar:

1. Ein Jahr nach der ersten erfolgreichen Herztransplantation wurde das pragmatische Interesse an dieser Neudefinition des Todes, um an Organe zu kommen, öffentlich und unverfroren ausgedrückt (im Report des Adhoc-Kommittees der Harvard Medical School to Examine the Definition of Brain Death: 1868). Die Absicht, Organe entnehmen zu wollen, brachte die Harvard-Kommission dazu, den Tod neu zu definieren. Der „Harvard Report“ führte keinen einzigen Grund an außer zwei pragmatischen Begründungen, warum der „hirntote“ Patient tot war. Es gibt darum viele Anzeichen und Beweise, dass die „Hirntod-Definition“ größtenteils auf ihren Nutzen, aber nicht auf Wahrheit begründet war. Die Tatsache, dass das Harvard-Kommittee nur zwei pragmatische Gründe für diese Neudefinition des Todes angab, macht es zutiefst unglaubwürdig. Menschen aus Nützlichkeits-Erwägungen für tot zu erklären oder „weil man seine Organe benötigt“, macht diesen Menschen noch nicht zu einem Toten. Aber es gab mehr viel Gründe für meine Zweifel:

2. Wie kann man einen Menschen für tot erklären, dessen Herz schlägt, dessen Atmung in der Lunge und allen Körperzellen voll funktioniert, (wenn auch die Spontan-Atmung ausgefallen ist, die aber durch Beatmungsgeräte ersetzt werden kann), und der viele andere Lebenszeichen aufweist? Wie kann man eine „hirntote“ Mutter für tot erklären, die ein Kind in ihrem Leib austrägt und es neun Monate später zur Welt bringt? Wenn man das Beatmungsgerät abstellt, tötet man sie und ihr Kind. Wie kann ein menschlicher Leib „tot“ sein, der noch Reflexe aufweist, ernährt wird und Flüssigkeiten absorbiert, das Wunder des Stoffwechsels aufweist und Nahrung verdaut, Krankheiten mit Hilfe seines Immunsystems bekämpft, eine normale Körpertemperatur aufrecht erhält, normales Körperwachstum aufweist (bei einem chronisch hirntoten Jungen …, der angeblich über zwanzig Jahre hindurch „tot“ war)? Widerspricht es nicht jedem Anzeichen von Leben, zu behaupten, dass jemand tot ist, der zahllose Lebenszeichen aufweist, in die Pubertät kommt, schwanger ist und ein Kind zur Welt bringt? Wann hat jemals eine Leiche ein Kind zur Welt gebracht?

3. Eine bio-philosophische Begründung für den „Hirntod“ behauptet, der Mensch sei ohne ein funktionierendes Gehirn nur noch eine Ansammlung von dissoziierten Zellen und Organen. Nur das Gehirn mache den Körper zu einer Einheit. Wie kann man dem Gehirn, einem relativ spät entwickelten Organ, dem viele Wochen der Entwicklung des lebenden menschlichen Organismus vorausgehen, dessen Gehirn es ist, die Rolle des zentralen Integrators zuschreiben oder den einzigen über das Leben entscheidenden Teil des Körpers? Ein großer Teil von integriertem menschlichem Leben entsteht offensichtlich vor der Entwicklung des Gehirns. Das Gehirn ist das Produkt dieses integrierten und sich entwickelnden menschlichen Wesens, es ist weder seine Ursache noch sein einziger Träger.

4. Der Begriff „Hirntod“ ist sehr vieldeutig und bezeichnet völlig unterschiedliche Dinge: 1) den Tod eines Organs, 2) den Tod eines Menschen infolge einer Fehlfunktion seines Gehirns. Zudem ist der physische Zustand des Gesamt-Hirntodes vieldeutig: 1a )Tod des Hirnstamms), 1b) Tod des Großhirns (zerebraler Tod), 1c) Ganzhirntod usw. Für keines dieser extrem unterschiedlichen Konzepte zur Definition des „Todes“ gibt es triftige Argumente. Dazu kommt, solange völlig unklar ist, welcher dieser „Hirntode“ mutmaßlich der Tod des Menschen ist und solange völlige Konfusion und Unsicherheiten bestehen in Bezug auf die Gründe für die jeweilige Todes-Behauptung, ist jede solcher unklaren Definitionen verwirrend im Inhalt und in Bezug auf die Gründe, warum es der Tod des Menschen sein soll. Es ist vollkommen unethisch und widerspricht den Menschenrechten, aufgrund solcher zweifelhaften Definitionen die Entnahme von unpaarigen vitalen Organen zu erlauben und dadurch in der Tat oder zumindest potenziell einen Menschen zu töten.

5. Die menschliche Person (Seele) hat ein substanzielles Wesen und darf nicht reduziert werden auf die menschliche Fähigkeit, seinen Verstand auf empirisch nachweisbare Weise einzusetzen oder ein Bewusstsein zu haben. Darum sind viele Argumente der „Hirntod“-Befürworter, die mit dem angeblichen Verlust des Bewusstseins, des Denkens oder der Gefühle argumentieren, auf einem völlig falschen materialistischen Menschenbild begründet, das „eine Person zu sein“ gleichsetzt mit „wie eine Person zu handeln“. Auch wenn wir schlafen oder bewusstlos sind, sind wir eine Person, obwohl wir nicht als Person handeln können.

6. Die heftigen Reaktionen von sogenannten toten Patienten bei der Entnahme ihrer Organe analog zu den heftigen Reaktionen von Embryonen bei ihrer Abtreibung, wie es im Film „The silent cry“ dokumentiert wird, weisen darauf hin, dass es zumindest wahrscheinlich ist, dass die „Hirntoten“ etwas spüren können und dass diese Reaktionen nicht auf den „Lazarus-Effekt“ bei einer Leiche zurückzuführen sind. (Nebenbei: Lazarus lebte).

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Lesen Sie den ganzen Aufsatz von Professor Seifert. Frau Renate Focke (KAO) hat ihn dankenswerterweise ins Deutsche übersetzt.
Hier ein LINK zum PDF – Den Hirntod gibt es nicht. Prof. Seifert 2018

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Informieren Sie sich weiterhin über das Thema der Organtransplantation bei der Initiative:
„Kritische Aufklärung über Organtransplantation KAO e.V.“

Website: https://initiative-kao.de/

Email: kontakt@Initiative-KAO.de

https://initiative-kao.de

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Glück der Eltern

Gratulation und Glückwünsche den jungen Eltern!

Bonheur des parents – Glück der Eltern / Jean Eugène Buland (1852-1926) / Foto: https://alchetron.com/Jean-Eug%C3%A8ne-Buland

Sie „demonstrieren“ nicht das Ergebnis einer beliebigen Kopulation, sondern sie bezeugen der Welt die Liebe, die zwei Menschen, die sich vor Gott als Mann und Frau sakramental verbunden haben, als Gottesgabe empfangen.

Der sogenannte „Weltfrauentag“, den vor drei Tagen auf Befehl der UN die ganze Welt „gefeiert“ hat, der in Wirklichkeit aber eine sozialistische Aktion ist, demonstriert genau das Gegenteil: Diese Manifestationen zeigen uns Frauen, die ihre Brüste in der Luft werfen, gehen mit Vandalismus in Kirchen und anderen öffentlichen Orten einher, streiten für die Förderung von Abtreibung, und sie stoßen Drohungen gegenüber Männern aus, die sich nicht der Geschlechterideologie (Gender-Mainstreaming) unterwerfen wollen.

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„Warum ich lieber zum Pfarrer gehe statt zum Therapeuten“

Zum Priester oder der Beginn einer Psychiatriekarriere

In einem neuen Blog geht es um ein immer wichtigeres Thema unserer Gesellschaft – aber auch in der Kirche: „Psychiatrie“ – ein bangsteinflößender Begriff. Die Einweisung in eine psychiatrische Klinik klingt für viele unvorstellbar. Und wenn doch; wenn es doch geschieht? Wenn Ärzte sagen: deine Frau, dein Mann muss in die stationäre Psychiatrie? Und die vielen Medikamente, von denen ich „gehört habe“, – dass ein anderer Mensch aus mir werden könnte…, – nein, großer Widerspruch, große innere, wenn es sein muss, auch äußere Gegenwehr. Dieser neue Blog schreibt aber nicht nur über Psychiatrie und Medikamente usw. Hier wird besonders auf den Zusammenhang zum Glauben, zum katholischen Glauben, Bezug genommen. Das scheint mir etwas Neues und Besonderes zu sein. Ich kann mir sogar vorstellen, dass der Blog „Meine katholische Box“ so etwas wie eine Plattform werden könnte für Katholiken, denen ähnliches Widerfahren ist wie dem Autor und Initiator dieser neuen Webseite.

Ein paar Sätze aus Meine katholische Box :

„Manche der Pfarrer, mit denen ich spreche, wissen von meiner Diagnose. Manchen erzähle ich davon im Gespräch. Manche wissen es gar nicht. Keiner davon sortiert mich für eine Abrechnung und das Gesundheitssystem in eine Diagnose ein. (Diagnosen wird man eben nicht mehr los.) Ich bin eine normalsterbliche Sünderin und bedürflicher Mensch. Er gibt mir Hinweise, die er jedem gibt in dieser speziellen Situation. Er bleibt ‚neutral‘.“

„Für viele schon war das Gespräch mit dem Therapeuten der Einstieg in eine Psychiatriekarriere. Diese ‚Macht“‘ hat der Pfarrer nicht. Er kann Empfehlungen aussprechen, aber er übt kein medizinisches Urteil, das qua Titel Druck auf mich ausübt. Er hält sich zurück – vor allem, was eine Empfehlung angeht, es mit einem Psychiater zu versuchen – und bleibt in seinem nicht-medizinischen Rahmen. Er führt keine Akte über meine Sorgen, Reaktionen und Fehler, die später zum Fallstrick werden könnten. Weder schreibt er einen Antrag für einen Gesprächszyklus mit mir (wenn ich denn mehrere Gespräche wünsche), noch bekomme ich in eine Akte ‚Therapieabbruch‘ geschrieben, wenn ich gegen die Fortführung des Gesprächs entscheide.“

„Wenn ich Redebedarf habe, gehe ich in die öffentlich ausgeschriebenen Beichtzeiten oder zu einem Seelsorgegespräch, das ich individuell ausmachen kann. Weder bin ich an eine bestimmte Zeitspanne gebunden (45 minütige Sitzung oder ähnliches), noch bin ich verpflichtet, zu einem Termin wiederzukommen.“

„Meinen Therapeuten bringe ich in arge Bedrängnis, wenn ich ehrlich sagen würde, ich bin am Ende oder kann nicht mehr. Er würde, ja er muss Suizidgedanken vermuten und reagieren können: nachfragen, ob ich Suizidgedanken habe (nein, habe ich nicht!) oder an einen Psychiater verweisen oder gar das Krankenhaus nahelegen.“

„Ja, ein katholischer Pfarrer kann Schuld vergeben. Wenn ich spüre, ich habe mich schlecht verhalten, bin schuldig geworden und bereue dies, wird er nicht sagen, dass Dinge Vergangenheit sind oder ich lernen müsse, mir selbst zu vergeben oder andere Methoden, die Therapeuten anwenden können. Er vergibt mir in Gottes Namen, er nimmt meine Schuld ernst, aber spricht mich frei. Und tatsächlich spüre ich die Lossprechung jedes Mal wie Balsam auf der Seele.“

Psychisch Kranke wenden sich auch an die heilige Dymphna

Danke, liebe Freundin St. Dymphna.

Diese neue Webseite kann von hier aus besucht werden. Meine Empfehlung dazu:

https://meinekatholischebox.com/

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