Johannes vom Kreuz und das Gefängnis

An dieser Stelle befand sich seit dem 19. August 2019 ein anderer Beitrag. Dieser musste durch Androhung von kirchlicher Seite mit der Staatsgewalt am 10. Oktober 2019 von diesem Blog genommen werden.

Dieser „traurige Anlass“ veranlasst „tu domine“, einen unverfänglichen Beitrag über den großen heiligen Karmeliten und Kirchenvater Johannes vom Kreuz zu posten.

+

… Als die vier ihr Ordensgelübde nach der „Regula primitiva“ erneuerten, nahmen sie einen neuen Namen an: Johannes nannte sich damals „vom Kreuz“, wie man ihn von da an auf der ganzen Welt kennen sollte. Ende 1572 wurde er auf Bitten der heiligen Theresia Beichtvater und Vikar des Klosters der Menschwerdung in Ávila, in dem die Heilige Priorin war. Es waren Jahre enger Zusammenarbeit und geistlicher Freundschaft, die beide bereicherten. Auf jene Zeit gehen auch die wichtigsten Werke Theresias und die ersten Schriften von Johannes zurück.

Das Festhalten an einer Reform des Karmel war nicht einfach und verursachte Johannes auch schweres Leid. Die traumatischste Episode war im Jahr 1577 seine Entführung und seine Gefangensetzung im Kloster der Karmeliten von Toledo, die nach einer falschen Anschuldigung erfolgte. Der Heilige blieb [auf Geheiß des Ordens] monatelang im Gefängnis und war physischen Entbehrungen und moralischen Zwängen ausgesetzt. Hier verfasste er zusammen mit weiteren Dichtungen den berühmten „Geistlichen Gesang“. Endlich gelang es ihm in der Nacht vom 16. auf den 17. August 1578 auf abenteuerliche Weise zu fliehen …

(Papst Benedikt XVI. Generalaudienz am 16.2.2011)

+

… Andere Seelen freizumachen für Gott und auf den Weg der Vereinigung zu führen, das war sein Amt in Avila, dem galt seine ganze Wirksamkeit im Orden. Für dieses Ideal der Reform ertrug er die Leiden der Kerkerhaft. Freudig nahm er alle Kränkungen und Mißhandlungen hin um seines geliebten Herrn willen. Und nun schien das süße Licht im Herzen zu erlöschen – Gott ließ ihn allein.

Das war das tiefste Leiden, dem kein irdisches Leid sich vergleichen konnte. Und doch war es Sein Beweis der auserwählenden Liebe. Es schien zum Tode zu führen und war doch der Weg zum Leben.

Kein Menschenherz ist je in eine so dunkle Nacht eingegangen wie der Gottmensch in Gethsemani und auf Golgotha. In das unergründliche Geheimnis der Gottverlassenheit des sterbenden Gottmenschen vermag kein forschender Menschengeist einzudringen.

Aber Jesus kann auserwählten Seelen etwas von dieser äußersten Bitterkeit zu kosten geben. Es sind seine treuesten Freunde, denen er es als letzte Probe ihrer Liebe zumutet. Wenn sie nicht davor zurückschrecken, sondern sich willig hineinziehen lassen in die Dunkle Nacht, dann wird sie ihnen zum Führer:

O Nacht, die Führer war?
O Nacht, viel liebenswerter als die Morgenröte!
O Nacht, die du verbunden
Die Liebste dem Geliebten,
In den Geliebten die Geliebte umgewandelt!

Das ist die große Kreuzeserfahrung von Toledo: äußerste Verlassenheit und eben in dieser Verlassenheit die Vereinigung mit dem Gekreuzigten. So ist es vielleicht zu verstehen, daß die Aussagen über die Zeit seiner Gefangenschaft widersprechend klingen: wenn berichtet wird, er habe selten oder nie Tröstungen empfunden, Leib und Seele hätten gelitten; und auf der andern Seite: eine einzige der Gnaden, die ihm Gott dort erwies, sei durch viele Kerkerjahre nicht zu bezahlen. […]

Das sind gewiß kostbare Gnaden, die durch nichts zu teuer erkauft werden können, und wir würden es schon um ihretwillen verstehen, daß Johannes nach seiner Flucht aus dem Kerker bei den Karmelitinnen von Toledo von seinen Peinigern wie von großen Wohltätern sprach. Wenn er aber bei dieser Gelegenheit versicherte, er habe nie eine solche Fülle von übernatürlichem Licht und Trost genossen wie in der Gefangenschaft, so müssen wir doch annehmen, daß er hier über die Leidensgnaden hinausgelangt ist. Auch die Strophen der Dunklen Nacht und des Geistlichen Gesanges, die im Kerker entstanden sind, legen Zeugnis ab von beseligender Vereinigung. Kreuz und Nacht sind der Weg zum himmlischen Licht: das ist die frohe Botschaft vom Kreuz.

(aus: Sr. Benedicta a Cruce – Edith Stein: Kreuzeswissenschaften)

+

 

Skapulierfest U.L.F. vom Berge Karmel – 16. Juli

Wenn wir das Skapulier anlegen, dann tun wir nichts anderes als ein Kleidungsstück von jemand anders anziehen. Man nennt das Skapulier auch das „Kleid Marias“. Das Skapulier gehört der Gottesmutter Maria. Es ist ein Symbol für ihren schützenden Mantel.Wenn wir dieses Kleid anziehen, dann übernehmen wir etwas, das Maria gehört. Wir treten sozusagen in ihren Privatbereich ein, wir sind ganz nahe bei ihr, es geht etwas von der Ausstrahlung Marias auf uns über. … Die Kleidung, die wir tragen, betont unsere Würde als Menschen. – Das Skapulier erinnert uns daran, dass diese Würde von Gott kommt. Es hilft uns, entsprechend unserer Würde zu leben, so wie Maria …

(Sven Raube, Pfarrer der Pfarrei St. Josef Wilhelmsthal)

Gebet zur seligen Jungfrau vom Berge Karmel

O allerseligste, unbefleckte Jungfrau, Zierde und Glanz des Berges Karmel, du blickst mit besonders gütigem Auge auf den, der mit deinem gesegneten Gewand bekleidet ist. Blicke gnädig auch auf mich und umhülle mich mit dem Mantel deines mütterlichen Schutzes. Stärke meine Schwäche mit deiner Macht, erleuchte die Finsternisse meines Geistes mit deiner Weisheit, vermehre in mir den Glauben, die Hoffnung und die Liebe. Hilf mir, deinem Sohn Jesus stets treu zu sein. Stehe mir bei im Leben, tröste mich im Tod mit deiner liebenswürdigen Gegenwart und stelle mich der Heiligsten Dreifaltigkeit vor als dein Kind, um dich im Himmel zu loben und zu preisen. Amen.

+

 

Sie folgen dem Befehl des Heiligen Vaters Franziskus

Die polnischen Karmelitinnen antworten auf den „Befehl des Heiligen Vaters Franziskus“, dass „alle Klöster von Nonnen innerhalb ihres Instituts Föderationen bilden müssen“. Das Wort „Befehl“ benutzen die frommen Karmelitinnen und erinnern den Schreiber dieser Zeiten an den „Diktatorpapst“.

Am 1. April 2018 hat die vatikanische Kongregation für die Institute des geweihten Lebens und die Gesellschaften des Apostolischen Lebens die Instruktion „Cor orans“ zur Anwendung der Apostolischen Konstitution „Vultum Dei quaerere“ über das weibliche kontemplative Leben veröffentlicht.

In 289 Artikeln werden wesentliche Punkte im Leben von kontemplativen weiblichen Ordensgemeinschaften neu geregelt. Zwar wird etwa die Ordensoberin juristisch an jene der männlichen Ordensoberen angeglichen, gleichzeitig schafft sich der Vatikan ein außerordentliches Zugriffsrecht, das jederzeit z. B. die Schließung einzelner Klöster ermöglicht.

Es werden in dem Dokument die Aus- und Weiterbildung von Ordensfrauen neu geregelt und verlangt, dass die Zulassung zur feierlichen Profess mindestens neun Jahre dauern muss. Damit wird manchem Nonnenkloster die Zukunft verbaut.

Neben diesem gravierenden Einschreiten in die Belange eines Klosters gibt es eine weitere Neuerung, welche jedes Kloster verpflichtet einer Föderation anzugehören. Damit werden kleine Klöster gewissermaßen zunächst geistiger Weise, später auch wirtschaftlich enteignet. Da jede Föderation eine Präsidentin zu wählen hat, der weitreichende Vollmachten erteilt werden, sind solche Maßnahmen ohne weiteres zu erwarten.

Vom 11. bis 15. März 2019 haben die „delegierte Nonnen“ aus den Klöstern der Unbeschuhten Karmelitinnen (OCD) der Krakauer Provinz sowie aus Tschechien darüber beraten, wie sie eine „Antwort auf den Befehl des Heiligen Vaters Franziskus“ geben können, der von ihnen verlangt, dass „alle Klöster von Nonnen innerhalb ihres Instituts Föderationen bilden“ müssen.

Das Treffen der polnischen Karmelitinnen befasste sich mit der Ausarbeitung der „Statuten der zu bildenden Föderation“ und entsprach so ganz dem zweifachen Ansinnen von Cor Orans. Zum einen geht es um die Föderation und die Bündelung der Macht; zum anderen sollen „wertvolle Erfahrungen und Erkenntnisse“ ausgetauscht werden und neue Beziehungen untereinander aufgebaut werden.

Die polnischen Karmelitinnen stellen fest, dass die Kirche durch ihre Dokumente, die „extra für sie geschrieben“ wurden, einlädt, „eins zu sein“, damit die Welt glauben und erkennen könne, wie ein solches Zeugnis der Einheit – in Vielfalt – , basieren auf dem Geist der Gemeinschaft, zu einem attraktiven Zeichen des lebendigen Gottes werde.

Selbstverständlich gibt es eine Föderation der Karmelitinnenklöster (OCD) in Deutschland schon viel länger, wie man hier auf dem Bildschirmfoto erkennen kann.

Bildschirmfoto – https://www.karmelitinnen-foederation.de/

Trotz allem gibt es in Deutschland immerhin der Klöster der Karmelitinnen, die die erneuerten Ordensstatuten nicht übernommen haben, sondern sich nach jenen von 1990 richten, die weitgehend den ursprünglichen Statuten der heiligen Teresa von Jesus (Avila) entsprechen. Es sind dies die Karmelitinnenklöster in Hauenstein, in Speyer und in Wemding. Doch auch sie sind nun genötigt, dem Befehl des Heiligen Vaters Franziskus Folge zu leisten.

+

 

Hl. Elisabeth von der Heiligsten Dreifaltigkeit – 9. November 1906.

Die Karmelitin Sr. Elisabeth von der Heiligsten Dreifaltigkeit starb im Alter von 26 Jahren am frühen Morgen des 9. November 1906.

O mein Gott Dreifaltiger!

 Mein Schifflein ist auf weiten, sanften Wogen,
o gute Mutter, leicht dahingezogen;
durch eine klare, friedevolle Nacht
glitt es in tiefem Schweigen, einsam, sacht.
Rings nur des Ozeans Unendlichkeiten,
der mit des Himmels ferngewölbten Weiten
der Stimme des Allmächt´gen schien zu lauschen.
Da plötzlich einer tiefen Woge Rauschen,
verschlungen ward das Fahrzeug von der Flut,
in deren Abgrund es begraben ruht.
Geöffnet ward der Schoß der Ewigkeit,
und mich umfasste die Dreieinigkeit;
in ihren Abgrund fühlt´ ich mich begraben,
und nie wird mich das Ufer wiederhaben.
Eintaucht´ ich ins Unendliche als Erbe,
dass meine Seele Heimat dort erwerbe,
und leb´ in Gottes Unermesslichkeit
mit meinen Drei wie in der Ewigkeit.

Sr. Elisabeth von der Hl. Dreifaltigkeit OCD

+

 

 

Karmeliten verkaufen ihr Kloster in Bamberg

Die in Bamberg ansässige Deutschen Provinz der beschuhten Karmeliten-O.Carm-, teilt mit, dass sich der Orden „von seinem historischen Kloster“ zurückzieht, zugunsten eines neu zu bauenden Klosters auf einem kleineren Grundstück. Die Karmeliten seien gefordert, ihre Lebens- und Arbeitsbedingungen anzupassen. Offenbar bedarf es dafür solche weitreichenden Entscheidungen.

Der alte „Klosterkomplex, der im Kern noch aus dem 12. Jahrhundert stammt“ sei sanierungsbedürftig. Außerdem sei das Kloster zu groß für die noch 13 dort lebenden Brüder. Die Karmeliten haben in Bamberg eine über 800-jährige Geschichte.

Zentraler Punkt ist der Verkauf des Klosters mit seinen rund 6000 Quadratmetern Nutzfläche an eine Grundstücksentwicklungsgesellschaft. „Im Kaufvertrag sei vereinbart, dass die neue Entwicklung des alten Klosters mit dem Investor abgestimmt wird und man Miteigentümer bleibe. Die Krypta wird Sondereigentum des Ordens, die Kirche würde nicht verkauft. Der Kreuzgang soll der Öffentlichkeit zugänglich bleiben.

Über die Zukunft des Noch-Klosters gibt es erst vage Pläne. Eine Nutzung als Hotel oder der Umbau zu Wohnungen, könnte sich die Ordensleitung vorstellen. Was aus ihrer Sicht absolut tabu ist, wäre zum Beispiel die Umwidmung in ein Einkaufszentrum.

Beide Seiten haben über den Kaufpreis Stillschweigen vereinbart.

Voraussichtlichen Sanierungskosten des Klosters: mindestens 15 bis 18 Millionen Euro.

Millionen wird auch der Orden in die Hand nehmen müssen: erstens für das neue Klostergebäude und zweitens, um das Gotteshaus statisch zu sanieren. Die Kirche stammt aus dem 12. Jahrhundert.

Ohne das Geld aus dem Verkauf des Klosters wäre man nicht in der Lage, diese Investitionen anzugehen. Zuschüsse und Spenden für die Kirchensanierung benötigt man ebenso.

Quelle: Theresianum_aktuell, 63.2017

Kreuzgang Karmelitenkloster Bamberg
Kloster und Kirche der Karmeliten, Bamberg

+

 

Karmelitinnen – „Carmel Jesus, Mary and Joseph“

Wie man HIER lesen kann, ist am 30. November 2017 die noch nicht 24-jährige Jade Banks in ein Kloster der Unbeschuhten Karmelitinnen (OCD) eingetreten. Doch der Karmel von „Jesus, Maria und Josef“ ist nicht irgendein Karmel. Die Nonnen dieses Klosters folgen gänzlich der Tradition der Kirche und ihrer Liturgie. So wundert es kaum, dass dieses Kloster viele Neueintritte zu verzeichnen hat. Das Kloster ist übervoll besetzt mit 35 Karmelitinnen.

Carmel of Jesus, Mary and Joseph – Voller Chor

Ein Zeugnis können Sie HIER SEHEN und HÖREN.

Carmel of Jesus, Mary and Joseph – Viele weiße Schleier.

Msg. Ronald Gainer, Bischof von Harrisburg in Pennsylvania, ist dankbar für die Präsenz der Karmelitinnen in seiner Diözese und bezeichnet das Kloster der Nonnen als „ein wahres Kraftpaket des Gebets“. Er danke Gott für ihre Anwesenheit und für ihr Zeichen von „Neuheit und Wachstum“ dieser Karmelitinnenkommunität. Es leben hier über dreißig Karmelitinnen, obgleich das Kloster nur etwa 21 Nonnen beherbergen kann. Das Entstehen eines neuen Klosters wird vorbereitet.

Carmel of Jesus, Mary and Joseph
430 Monastery Rd.
Elysburg, PA 17824
http://fairfieldcarmelites.org/

+

 

 

 

Exerzitien mit der hl. Elisabeth von der heiligsten Dreifaltigkeit, Karmelitin

Am 9. November 1906 ist die Karmelitin Elisabeth von der heiligsten Dreifaltigkeit gestorben. Sie wurde selig- und heiliggesprochen. Ihr Gedenktag wird, besonders in den verschiedenen Zweigen des Karmelitenordens, am 8. November begangen.

Die letzten Worte der jungen, bereits 26-jährig verstorbenen
unbeschuhten Karmelitin aus Dijon,
Elisabeth von der heiligsten Dreifaltigkeit:
+
„Ich gehe zum Licht,
zur Liebe und zum Leben.“

Die karmelitische Webseite „500 Jahre Teresa von Avila“ bringt seit einigen Tagen Aufzeichnungen Sr. Elisabeths von ihren „Letzten Exerzitien“.
Sie sind herzlich eingeladen Sr. Elisabeth auf ihrem kontemplativen Weg zu begleiten!

Mehr zur hl. Elisabeth von der heiligsten Dreifaltigkeit – HIER

Zwei herzlich empfohlene Bücher:

M. v. Greiffenstein
Die hl. Elisabeth von der heiligsten Dreifaltigkeit
Alverna-Verlag 2017
258 Seiten. CHF 22.00; Euro 18.40
ISBN 978-3-9524562-9-3

HIER BESTELLEN

Buchbesprechung HIER

 

 

Dom Eugen Vandeur OSB
O mein Gott Dreifaltiger
Sarto-Verlag 2017,
136 Seiten; 8,90€
ISBN: 978-3943858846

HIER BESTELLEN

Buchbesprechung HIER

 

 

+