Der verwüstete Weinberg

Ein kurzer Beitrag von Armin Schwibach bei kathnet beschreibt symbolisch das Drama um einen Papst, der noch zu seinen Lebzeiten erleben muss, wie sein Werk, sein Erbe, verwüstet wirb.

Armin Schwibach:
Der Weinberg Benedikts XVI. in Castel Gandolfo wurde dem Erdboden gleichgemacht.

19. April 2005: wer könnte die ersten Worte des Pontifikats Benedikts XVI. vor dem Segen „Urbi et Orbi“ auf der Benediktions-Loggia der Petersbasilika vergessen? „Nach einem großen Papst Johannes Paul II. haben die Herrn Kardinäle mich gewählt, einen einfachen und bescheidenen Arbeiter im Weinberg des Herrn. Mich tröstet die Tatsache, dass der Herr auch mit ungenügenden Werkzeugen zu arbeiten und zu wirken weiß…“.

Der Weinberg – ein Papst Benedikt XVI. besonders teures Bild aus dem Evangelium (vgl. Mt 20,1-16). Gerade aufgrund der ersten Worte des neuen Papstes hatte der italienische Bauernverband dann beschlossen, Benedikt XVI. einen Weinberg zu schenken. Dies geschah anlässlich des damaligen Welttages zur Bewahrung der Schöpfung. Die Reben wurden mit großer Sorgfalt ausgewählt.

Der zu Ehren Benedikts XVI. angelegte kleine Weinberg nahm etwa 1000 Quadratmeter ein. Er bestand aus den Rebsorten „Trebbiano“ (weiß) und „Cesanese di Affile“ (rot), einem sehr alten einheimischen Wein. „Ein wunderbarer Weinberg von nur wenigen Reihen, poetisch und symbolisch zugleich. In einer Ecke des Gartens, die Papst Benedikt XVI. sehr liebte, wo er während seiner Aufenthalte in der päpstlichen Villa von Castel Gandolfo an schwülen Sommerabenden auf der Suche nach frischer Luft gerne zwischen den Pflanzen spazieren ging und betete“, so die Vatikan-Journalistin der römischen Zeitung „Il Messaggero“, Franca Giansoldati.

Aber: gerade in diesen Wochen wurde jener Bereich des Gartens radikal verändert, Arbeiten, denen vor allem der Weinberg Benedikts XVI. zum Opfer fiel: er wurde verwüstet, die Pflanzen ausgerissen, der kleine Meditationsgarten wurde zerstört und dem Erdboden gleichgemacht.

Warum? Nun denn… Einige geben an, dass Platz für eine Straße genutzt werden soll, deren Bau angeblich unmittelbar bevorsteht. Die Entscheidung zu den Veränderungen wurde von der neuen Verwaltung der päpstlichen Villen getroffen, die den Auftrag zum Abriss eines der symbolträchtigsten Orte des Pontifikats Benedikts XVI. gab. Als der Bauernverband Benedikt XVI. sein Geschenk machte, wollte der Papst die Anlage an genau jener Stelle, parallel zur Marmorstatue des Guten Hirten, um die symbolische Bedeutung zu unterstreichen. Jetzt: halt „nichts mehr“.

„Die Verwüstung des Weinbergs“: so lautet der Titel eines Buches des deutschen Philosophen und Theologen Dietrich von Hildebrand (2.10.1889 Florenz +26.1.1977 New York) aus dem Jahr 1973. In diesem Werk setzt sich Hildebrand mit den „Irrtümern der Moderne“ auseinander und dabei auch mit dem Zustand des modernen Christentums, dies insbesondere mit dem Blick auf die nachkonziliare Glaubensverwüstung.

Nun hat diese Glaubensverwüstung in einer von besonderen und diabolischen Wirrungen durchzogenen Zeit ein weiteres symbolhaftes Bild bekommen.

http://kath.net/news/70382

+

 

Aktueller denn je:

„Am liebsten würde ich jede Bischofskonferenz meiden.
Denn ich habe noch nie
eine Versammlung mit glücklichem Ausgang gesehen,
die die Probleme gelöst statt vermehrt hätte.“

(Hl. Gregor von Nazianz, Brief 130)

+

 

KIRCHLICHE UMSCHAU für jede katholische Familie

Wir leben in Kirche und Welt in schwierigen Zeiten. Orientierungslosigkeit greift mehr und mehr um sich. Wo können sich Katholiken, katholische Familien, heute die so notwendige Orientierung bekommen.

Lesen SIE die Monatszeitschrift
KIRCHLICHE UMSCHAU

Seit 1998 ist die KIRCHLICHE UMSCHAU eine treue Chronistin der progressistischen Verwüstungen, die das katholische Leben verdorren lassen. Gläubige, die ihre Kirche lieben, stehen oft fassungslos vor immer neuen Hiobsbotschaften. Der Grundwasserspiegel von Glauben und Sittlichkeit sinkt immer mehr. Kardinäle stehen gegen Kardinäle (vielleicht sogar Papst gegen Papst), Bischöfe gegen Bischöfe. Priester, die gutwillig den katholischen Glauben verkünden wollen, werden immer weiter marginalisiert. Sie gehen einen Kreuzweg. Männer (und Frauen), die man als Modernisten betrachten muss, werden heute in die höchsten Positionen der Hierarchie befördert.

Die KIRCHLICHE UMSCHAU bietet sichere Wegweisung in einer verwirrten Zeit. Sie ist treu katholisch und vermittelt ebensolche Inhalte. Sie gehört in jedes katholische Haus. Anders als die allermeisten katholischen Print-Medien ist die KIRCHLICHE UMSCHAU nicht Kirchensteuerfinanziert.

Lesen Sie die KIRCHLICHE UMSCHAU!
Bestellen Sie ein Abonnement:

KIRCHLICHE UMSCHAU

+

 

 

Msgr. Carlo Maria Viganò über das Pontifikat von Papst Bergoglio

„Seit mehr als sechs Jahren werden wir von einem falschen Lehramt vergiftet“

Kurz vor Weihnachten meldete sich der ehemalige Apostolische Nuntius in den USA, Msgr. Carlo Maria Viganò, zu Wort. Wo sich der ehemalige Vatikandiplomat und Titularerzbischof aufhält, ist unbekannt, seit er am 26. August 2018 enthüllte, daß Papst Franziskus über den Fall von Ex-Kardinal Theodore McCarrick schon seit Juni 2013 informiert war und nicht erst seit Juli 2018, als die New York Times darüber berichtete. Aus Sicherheitsgründen hält er seinen Aufenthaltsort geheim. Mit seiner Stellungnahme, die von Corrispondenza Romana veröffentlicht wurde, reagiert er auf die jüngsten Ereignisse und formuliert „aus Liebe zur Kirche“ eine neue Anklage gegen Franziskus.

Wörtlich schreibt Erzbischof Viganò:

So spricht Gott, der Herr,
der den Himmel erschaffen und ausgespannt hat,
der die Erde gemacht hat und alles, was auf ihr wächst,
der den Menschen auf der Erde den Atem verleiht
und allen, die auf ihr leben, den Geist:

„Ich bin Jahwe, das ist mein Name;
ich überlasse die Ehre, die mir gebührt, keinem andern,
meinen Ruhm nicht den Götzen.“

Der Herr zieht in den Kampf wie ein Held,
er entfacht seine Leidenschaft wie ein Krieger. Er erhebt den Schlachtruf und schreit,
er zeigt sich als Held gegenüber den Feinden.

Ich hatte sehr lange geschwiegen,
ich war still und hielt mich zurück. Wie eine Gebärende will ich nun schreien,
ich schnaube und schnaufe.

Die Berge und Hügel dörre ich aus
und lasse ihr Gras völlig vertrocknen. Flüsse mache ich zu festem Boden
und Teiche lege ich trocken.

Alle müssen weichen und werden beschämt,
die auf Götzenbilder vertrauen, die zu gegossenen Bildern sagen:
„Ihr seid unsere Götter“.

Wer lieferte Jakob den Plünderern aus
und Israel den Räubern? Hat nicht der Herr es getan,
gegen den wir gesündigt hatten? Sie wollten nicht auf seinen Wegen gehen,
sie hörten nicht auf sein Gesetz.

Da goß er über sie seinen glühenden Zorn aus
und den Schrecken des Krieges: Ringsum hat er sie umlodert,
doch sie merkten es nicht; du hast sie in Brand gesetzt,
doch sie nahmen es sich nicht zu Herzen.

(Jesaja 42, 5–25)

Erzbischof Carlo Maria Viganò hält sich zur Sicherheit seit August 2018 versteckt (Aufnahme von Mai 2018)

Unbefleckte Jungfrau und Mutter Maria, Acies ordinata, ora pro nobis

„Gibt es im Herzen der Jungfrau Maria etwas anderes als den Namen unseres Herrn Jesus Christus? Auch wir wollen nur einen Namen in unserem Herzen haben: den von Jesus, wie die Allerseligste Jungfrau.“

Die tragische Parabel dieses Pontifikats setzt sich mit einer Reihe bedrückender Schläge fort. Kein Tag vergeht: Vom höchsten Thron aus setzt der Papst die Demontage der Cathedra Petri fort, indem er die höchste Autorität gebraucht und mißbraucht, nicht um zu bekennen, sondern zu leugnen, nicht um zu bestätigen, sondern in die Irre zu führen, nicht um zu einen, sondern zu spalten, nicht um aufzubauen, sondern niederzureißen.

Materielle Häresien, formelle Häresien, Götzendienst, Oberflächlichkeiten aller Art: Papst Bergoglio hört nicht auf, die oberste Autorität der Kirche hartnäckig zu demütigen und das Papsttum zu „entmythisieren“ – wie der berühmte Gefährte Karl Rahner vielleicht sagen würde. Sein Handeln zielt darauf ab, das Heilige Depositum zu mißachten und das Katholische Antlitz der Braut Christi zu entstellen mit seinem Reden und Tun, mit Täuschungen und Lügen, mit jenen eklatanten Gesten der demonstrativen Spontaneität, die aber akribisch ausgedacht und geplant sind, und durch die er sich in einer ununterbrochenen, narzißtischen Zelebration selbst feiert, während die Gestalt des römischen Papstes, des sanften Christus auf Erden, gedemütigt und verdunkelt wird.

Sein Handeln bedient sich der lehramtlichen Improvisation, jenes improvisierten, fluiden Lehramtes, das heimtückisch wie Treibsand ist, und das nicht nur in großen Höhen, wo er der Spielball der Journalisten aus aller Welt ist in jenen ätherischen Räumen, die ein pathologisches Delirium illusorischer Allmacht sichtbar werden lassen können, sondern auch im Rahmen der feierlichsten Funktionen, die heiligen Schauer und ehrfurchtsvollen Respekt einflößen sollten.

Am Gedenktag der Jungfrau von Guadalupe hat Papst Bergoglio noch einmal seiner offensichtlichen marianischen Ungeduld Ausdruck verliehen, die an jene der Schlange in der Erzählung vom Sündenfall in jenem Protoevangelium erinnert, das die von Gott gesetzte, unerbittliche Feindschaft zwischen der Frau und der Schlange und die erklärte Feindseligkeit von letzterer prophezeit, die bis zur Vollendung der Zeit versuchen wird, die Ferse der Frau zu treffen und über sie und ihre Nachkommen zu triumphieren. Was der Papst getan hat, ist eine offensichtliche Aggression gegenüber den erhabenen Vorrechten und Eigenschaften, welche die Unbefleckte Jungfrau und Gottesmutter zur weiblichen Ergänzung zum Geheimnis des menschgewordenen Wortes machen, die aufs engste mit Ihm in der Heilsökonomie verbunden ist.

Nachdem er sie zur „Nachbarin von nebenan“ deklassierte, und zur flüchtenden Migrantin, und zum einfachen Laien mit den Mängeln und Krisen irgendeiner Frau und von der Sünde gezeichnet, oder zuletzt zur Schülerin, die uns offensichtlich nichts zu lehren hat; nachdem er sie auf die gleiche Art und Weise banalisierte und entsakralisierte wie jene Feministen, die in Deutschland mit ihrer Bewegung „Maria 2.0“ an Boden gewinnen und darauf abzielen, die Gottesmutter zu modernisieren, um aus ihr ein Trugbild nach ihrem Abbild und Ebenbild zu machen, hat Papst Bergoglio sich noch weiter an der majestätischen Königin und unbefleckten Gottesmutter ausgetobt, indem er erklärte, „sie hat sich mit der Menschheit vermischt… und hat selbst „Gott vermischt“. Mit wenigen, salopp hingeworfenen Sätzen traf er das marianische und das damit verbundene christologische Dogma ins Herz.

Die Mariendogmen sind das Siegel, das an den katholischen Wahrheiten unseres Glaubens befestigt ist, die von den Konzilen von Nicäa, Ephesus und Chalcedon definiert wurden. Sie sind der unzerbrechliche Schutzdamm gegen christologische Häresien und gegen die wütende Entfesselung der Pforten der Unterwelt. Wer sie „vermischt“ und entweiht, zeigt daß er auf der Seite des Feindes steht. Maria anzugreifen, bedeutet, sich auf Christus selbst zu stürzen. Die Mutter anzugreifen, bedeutet, sich gegen den Sohn zu erheben und gegen das Mysterium der Heiligsten Dreifaltigkeit zu rebellieren. Die Unbefleckte Theotokos, „furchterregend wie Heerscharen“ – acies ordinata, ein Heer in Aufstellung –,  wird kämpfen, um die Kirche zu retten, und sie wird die Armee des von den Ketten gelassenen Feindes zerstören, der Ihr den Krieg erklärt hat, und mit ihm werden alle dämonischen Pachamamas endgültig in die Hölle zurückkehren.

Papst Bergoglio scheint seine Ungeduld gegen die Unbefleckte nicht länger im Zaum zu haben und scheint sie nicht mehr unter dieser so auffälligen, scheinbaren Verehrung verbergen zu können, die er im Rampenlicht der Kameras zeigt, während er den Feierlichkeiten zum Hochfest Mariä Himmelfahrt und dem  Rosenkranzgebet mit den Gläubigen fernbleibt, die mit Johannes Paul II. und Benedikt XVI. den Damasushof und die obere Loggia des Petersdoms füllten.

Papst Bergoglio benutzt die Pachamama, um sich der Guadalupana zu entledigen. Die Erhöhung dieses Amazonas-Götzen bis vor das Petrusgrab war nichts weniger als eine Kriegserklärung an Unsere Liebe Frau und Patronin von ganz Amerika. Indem sie sich dem heiligen Juan Diego zeigte, vernichtete sie die dämonischen Götzen und gewann dank ihrer mütterlichen Vermittlung die Indianer für Christus und für die Anbetung des „Wahren und Einzigen Gottes“. Und das ist keine Legende!

Wenige Wochen nach dem Ende der Amazonassynode, deren Kennzeichen die Einsetzung der Pachamama im Herzen der Katholizität war,  haben wir erfahren, daß die konziliare Katastrophe des Novus Ordo Missae einer weiteren Modernisierung unterzogen wird, unter anderem durch die Einführung des Taus [lat. ros, ital. rugiada] [1] in das Eucharistische Hochgebet anstelle der Erwähnung des Heiligen Geistes, der dritten Person der Allerheiligsten Dreifaltigkeit.

Das ist ein weiterer Schritt im Sinne eines Rückschritts zur Naturalisierung und Immanentisierung des katholischen Kultes zu einem pantheistischen und götzendienerischen Novissimus Ordo. Der Tau, ein im „theologischen Ort“ der Amazonas-Tropen vorhandenes Wesen, gilt – wie wir von den Synodenvätern erfahren haben – als das neue immanente Prinzip der Befruchtung der Erde, das sie im Sinne der „Transsubstantiation“ in ein pantheistisch verbundenes Ganzes wesensverwandelt, dem die Menschen assimiliert und unterworfen werden zur höheren Ehre der Pachamama. Und schon sind wir wieder in die Finsternis des Heidentums zurückgeworfen, eines neuen, globalistischen und öko-tribalen Heidentums mit seinen Dämonen und seinen Perversionen. Durch diesen x-ten liturgischen Umbruch wird die göttliche Offenbarung von der Fülle zum Archaismus zurückgestuft. Von der hypostatischen Identität des Heiligen Geistes rutscht man in Richtung der symbolischen und metaphorischen Vergänglichkeit, die dem Tau eigen ist, und den sich die freimaurerische Gnosis schon seit einiger Zeit zu eigen gemacht hat.

Aber kehren wir für einen Moment zu den selten häßlichen Götzen-Figuren zurück und zu der Erklärung von Papst Bergoglio nach ihrer Entfernung aus der Kirche Santa Maria in Traspontina und ihrer Entsorgung im Tiber. Auch in diesem Fall haben die Worte des Papstes den Geruch einer kolossalen Lüge: Er ließ uns glauben, daß die Figuren durch das sofortige Eingreifen der Carabinieri aus dem schmutzigen Wasser befreit wurden. Man fragt sich verwundert, warum nicht eine von Tornielli und Spadaro von der Civiltà Cattolica koordinierte VaticanNews-Truppe mit Reportern und Kameraleuten der Hofpresse hinzugeeilt ist, um die Heldentat von Tauchern zu filmen und die Rettung der Pachamama festzuhalten. Es scheint auch unwahrscheinlich, daß eine so spektakuläre Aktion auch nicht die Aufmerksamkeit einiger Passanten auf sich gezogen hätte, die mit einem Mobiltelefon ausgestattet gefilmt und die Aufnahme in den sozialen Medien verbreitet hätten. Wir sind versucht, die Frage an die Person weiterzureichen, die die Erklärung abgegeben hat. Mit Sicherheit würde er uns auch diesmal mit seinem beredten Schweigen antworten.

Seit mehr als sechs Jahren werden wir von einem falschen Lehramt vergiftet, von einer Art extremer Synthese aller zweifelhaften Konzilsformulierungen und aller nachkonziliaren Irrtümer, die sich unaufhaltsam ausgebreitet haben, ohne daß die meisten von uns es bemerkt hätten. Ja, weil das Zweite Vaticanum nicht nur die Büchse der Pandora, sondern auch das Overton-Fenster geöffnet hat, und zwar so allmählich und schrittweise, daß wir die Umwälzungen, die wirkliche Natur der Reformen und ihre dramatischen Konsequenzen, nicht erkannt haben, und uns nicht einmal der Verdacht kam, wer wirklich die Regie bei dieser gigantischen, subversiven Operation führte, die der modernistische Kardinal Suenens als „1789 der katholischen Kirche“ bezeichnete.

So wurde in den vergangenen Jahrzehnten der Mystische Leib durch eine unaufhaltsame Blutung langsam seines Lebenselixiers beraubt: Das Heilige Depositum Fidei wurde allmählich vergeudet, die Dogmen denaturiert, der Kult säkularisiert und schrittweise profaniert, die Moral sabotiert, das Priestertum verunglimpft, das eucharistische Opfer protestantisiert und in ein geselliges Bankett umgewandelt …

Jetzt ist die Kirche leblos, überzogen mit Metastasen und am Boden zerstört. Das Volk Gottes ist zum Analphabeten geworden und seines Glaubens beraubt und tappt durch die Finsternis von Chaos und Spaltung. In den vergangenen Jahrzehnten haben die Feinde Gottes nach und nach 2000 Jahre der Tradition verbrannt. Mit beispielloser Beschleunigung, dank der geballten, subversiven Ladung dieses Pontifikats und unterstützt vom mächtigen Jesuitenapparat, wird zum tödlichen Gnadenstoß gegen die Kirche angesetzt.

Bei Papst Bergoglio ist es – wie bei allen Modernisten – unmöglich, nach Klarheit zu suchen, da das Kennzeichen der modernistischen Häresie genau die Verstellung ist. Als Meister des Irrtums und Experten in der Kunst der Täuschung „arbeiten sie daran, daß das Mehrdeutige allgemein akzeptiert wird, indem sie es von seiner harmlosen Seite präsentieren, was als Passierschein dient, um die giftige Seite einführen zu können, die zuvor verborgen gehalten wurde“ (P. Matteo Liberatore SJ). So wird die Lüge, die hartnäckig und besessen wiederholt wird, langsam „wahr“ und von der Mehrheit akzeptiert.

Typisch modernistisch ist auch die Taktik, zu bekräftigen, was man zerstören will, indem vage und ungenaue Begriffe verwendet werden, um den Irrtum zu fördern, ohne ihn jemals klar zu formulieren. Genau das tut Papst Bergoglio mit seiner zersetzenden Formlosigkeit der Glaubensgeheimnisse und mit der ihm eigenen doktrinellen Ungenauigkeit, durch die er die heiligsten Dogmen „vermischt“ und demoliert, wie er es mit den marianischen der Jungfrau und Gottesmutter Maria getan hat.

Das Ergebnis dieses Mißbrauchs ist das, was wir jetzt vor Augen haben: eine katholische Kirche, die nicht länger katholisch ist; ein Container, der seines authentischen Inhalts entleert und mit Ramsch gefüllt wurde.

Die Ankunft des Antichristen ist unvermeidlich, das ist Teil des Epilogs der Heilsgeschichte. Aber wir wissen, daß das die Voraussetzung für den universalen Triumph Christi und seiner ruhmvollen Braut ist. Jene von uns, die sich von diesen Feinden der Kirche, die sich im Leib der Kirche eingenistet haben, nicht täuschen haben lassen, müssen sich vereinen und eine gemeinsame Front gegen das Böse bilden, das schon vor langer Zeit besiegt wurde, aber noch in der Lage ist, Schaden anzurichten und das ewige Verderben vieler zu provozieren, dem aber die Jungfrau, unsere Anführerin, endgültig den Kopf zertreten wird.

Jetzt ist es an uns: Ohne Mißverständnisse, ohne uns aus dieser Kirche vertreiben zu lassen, deren legitime Kinder wir sind, und in der wir das hochheilige Recht haben, uns zu Hause zu fühlen, ohne daß uns die haßerfüllte Horde der Feinde Christi das Gefühl gibt, ausgegrenzt, schismatisch und exkommuniziert zu sein.

Jetzt liegt es an uns! Der Triumph des Unbefleckten Herzens Mariens – Corredemptrix und Mittlerin aller Gnaden – erfolgt durch ihre „Kleinen“, die zweifellos zerbrechlich und sündige Wesen sind, die aber von absolut entgegengesetztem Zeichen sind als die Mitglieder der Armee des Feindes. Bedingungslos der Unbefleckten geweihte „Kleine“, um ihre Ferse zu sein, der am meisten gedemütigte und verachtete und am meisten von der Hölle gehaßte Teil, der aber zusammen mit Ihr den Kopf des höllischen Monsters zertreten wird.

Der heilige Ludwig Maria Grignion von Montfort fragte sich:

„Aber wann wird dieser Triumph eintreten? Gott allein weiß es.“

Unsere Aufgabe ist es, wachsam zu sein und zu beten, wie es die Heilige Katharina von Siena brennend empfiehlt:

„Ach! Möge ich doch sterben, aber ich kann nicht sterben. Schlaft nicht mehr in Nachlässigkeit. Nützt die heutige Zeit, so gut es geht. Stärkt Euch in Christus Jesus, der süßen Liebe. Taucht ein in das Blut des Gekreuzigten. Nehmt das Kreuz mit dem gekreuzigten Christus auf euch, versteckt euch in den Wunden des gekreuzigten Christus und nehmt ein Bad im Blut des gekreuzigten Christus“ (Brief 16).

Die Kirche ist von der Finsternis des Modernismus umhüllt, aber der Sieg gehört Unserem Herrn und Seiner Braut. Wir wollen weiterhin den ewiggültigen Glauben der Kirche bekennen angesichts des Tosen des Bösen, das sie belagert. Wir wollen mit Maria und mit Jesus wachen in diesem neuen Getsemani der Endzeit. Wir wollen beten und Buße tun zur Wiedergutmachung für die vielen ihnen zugefügten Beleidigungen.

+ Carlo Maria Viganò
Titularerzbischof von Ulpiana
Apostolischer Nuntius

19. Dezember 2019

Einleitung/Übersetzung: Giuseppe Nardi
Bild: vatican.va/LifeSiteNews (Screenshots)

Quelle katholisches.info https://katholisches.info/2019/12/19/seit-mehr-als-sechs-jahren-werden-wir-von-einem-falschen-lehramt-vergiftet/

+

 

Die katholische Tradition wächst – doch die Kirche wird zum Ableger von UNO-Agenturen

Erzbischof Nicola Bux:

Auf den Reisen durch Italien und ins Ausland stelle ich immer mehr fest, daß die Bewegung der katholischen Tradition nicht aufzuhalten ist – überall, in den großen wie in den kleinen Zentren. Die Gläubigen erkennen – ich meine jene, die die katholische Wahrheit kennen und daher wissen, wie man sie von Irrtum und Häresie unterscheidet –, daß das „Mahl“ der sogenannten Pastoral ein vergifteter Fleischkloß ist, und sie reagieren, indem sie sich zusammenfinden und auf die katholische Tradition zurückgreifen, die im Katechismus und in der Liturgie bewahrt wurde, insbesondere in jener, die Benedikt XVI. freigegeben hat.

Die Befreiungstheologie oder ihre Indio-Version hingegen verstärken, wie wir an den jüngst im Vatikan stattgefundenen Handlungen gesehen haben, den religiösen Relativismus – man denke an die Erklärung von Abu Dhabi –, entleeren den Glauben, lassen die Menschen zu Sekten abwandern und führen zum Götzendienst. Wer aber die katholische Lehre kennt, reagiert, indem er jenen folgt, „die den von den Aposteln überlieferten katholischen Glauben“ (Römischer Kanon), also die heilige Tradition bewahren. Sie ist, wie das Zweite Vatikanische Konzil bekräftigt, eine der beiden Quellen der Offenbarung. Auf sie wurde auch bei der Abfassung der Heiligen Schrift zurückgegriffen. Aus diesen beiden inspirierten Quellen ziehen wirkliche Katholiken die Normen des moralischen Lebens. Wenn die Kirchen sich leeren und die Zahl der standesamtlichen Trauungen und Lebensgemeinschaften zunimmt, bedeutet das, daß die Bischöfe und der Klerus sich nicht mit Wort und Tat um die Evangelisierung der Menschen bemühen, sondern mit der gesellschaftspolitischen Agenda, mit Migration und Klimawandel befassen, obwohl die Mehrheit der Katholiken das ablehnt, denn der erste zu stillende Hunger des Menschen ist die Sehnsucht nach Gott.

Die Kirche scheint zu einem Ableger der UNO-Agenturen zu werden, die an jeder Form von Relativismus interessiert sind, und denen es gefällt, daß die Kirche nicht mehr Jesus Christus verkündet, sondern vom „einen Gott“ spricht, obwohl der von Jesus geoffenbarte Gott dreieinig ist, und sich stattdessen um die Umwelt und die Indio-Kulturen kümmert.

Quelle: katholisches.info

+

 

Wo sind die mutigen Hirten?

So lautet die Frage von Bernhard Meuser unter dem Titel seines Artikels in aktuellen VATICANmagazin: „Das Schweigen der Lämmer hat ein Ende“.

Diesen sehr lesenswerten Text können Sie
als PDF lesen und herunterladen.

B. Meuser. Das Schweigen der Lämmer hat ein Ende

Nur wenige Sätze daraus:

„Haben Sie auch schon vergessen, um was es einmal gehen sollte, vor vielen Monaten, ganz zu Anfang der Krise? Um Missbrauch, Vergewaltigung, eine Kette von Verbrechen in der Kirche, um Komplizenschaft, Vertuschung, die ganzen Geschichten aus der untersten Schublade.“

„Wer die Vorstellung hat, es gäbe im Klerus der katholischen Kirche derzeit eine Normalverteilung – will sagen: Es müssten im Durchschnitt der Kleriker etwa durchschnittlich viele homosexuelle Menschen geben – gibt sich der ersten Illusion hin. Es gibt viele, die ins Amt gekommen sind und da nicht hingehören. Was nicht heißt, dass es nicht heiligmäßige schwule Priester gibt, die in der Kirche einen wertvollen Dienst leisten. Sie sind nicht gemeint, denn auch sie sind Opfer, weil sie nur zu leicht in einen Topf mit den Tätern geworfen werden. Trotzdem muss man das Fass aufmachen, denn es geht um den Schutz von Kindern und Jugendlichen!“

„Wie konnte der Klerus, der noch vor wenigen Jahrzehnten höchstes Vertrauen in der Bevölkerung genoss, so im Ansehen absinken, dass die Leute heute meinen, sie müssten ihre Kinder davor in Sicherheit bringen? Wie konnten immer mehr problematische Leute ins Amt kommen? Welche Maßnahmen werden ergriffen, damit das Priesteramt nicht dauerhaft zu einer Fluchtburg von Triebtätern wird? Ja, es ist peinlich, sich damit auseinanderzusetzen. Ja, es erfordert Mut. Ja, man wird Prügel dafür kassieren. Aber wann reden Bischöfe endlich über die Realität – über weggedrückte Homosexualität im Klerus, die in einer Bandbreite von heimlichen Beziehungen über Unzucht bis Knabenschändung dann doch ausgelebt wird? Wann reden sie mit Opfern ephebophiler Täter, um zu erfahren, was ihre Nachsicht mit den gefallenen Mitbrüdern in der Biographie lebenslang Geschädigter bewirkt? Das – und nichts Anderes – ist der Kern der Vertrauenskrise in die Kirche.“

„Unsere Kinder gehen. So viele sind schon weg. Und die wenigen Jugendlichen, die noch zur Kirche gehen, kommen ins Grübeln oder sind auf dem Sprung. So viele, die Gott suchen, wenden sich gerade mit Abscheu von einer Kirche – besser gesagt: einer Kirchenleitung – ab, der es nicht um Erneuerung an Haupt und Gliedern, sondern vor allem um eines geht: ihren strukturellen Selbsterhalt und ihre gesellschaftliche Reputation.“

https://www.vatican-magazin.de/

+

 

Aufzählung der Tatsachen

§ 1. Mit Ausnahme der besten katholischen Blogger, die unverzüglich in Bild und Wort berichtet haben, herrschte tagelang ein großes Schweigen unter den Oberhirten und in der Medienlandschaft darüber, daß Papst Franziskus in den Vatikanischen Gärten, in seinen Amtsräumen, Kirchen und Synodalen Versammlungen genüßlich lächelnd der Verehrung der PACHAMAMA mit wohlwollender Toleranz zugeschaut hat. Das hölzerne Götzenbild der Erdgöttin, die in Südamerika landauf, landab bekannt ist, wurde in Anwesenheit des Papstes und hoher Prälaten in Prozession herumgetragen. Auf Anfrage ahnungsloser Europäer wurde aber die gebührende Auskunft über die Identität der Holzfigur zunächst einmal verweigert.

§ 2. Alsdann passierte die zweite Entgleisung des Papstes: Wie ein Gottesgericht aus heiterem Himmel, ein beherzigter junger Mann und seine Helfershelfer waren nicht mehr willens, dem Treiben mutlos weiter zuzusehen. Auf leisen Füßen, unter dem Schutz der Morgendämmerung entfernten sie das Sakrileg aus der Kirche und warfen es dorthin, wo es hingehört, nämlich in den reißenden Tiber. Vorsorglich hielten sie die Wohltat für die breite Weltöffentlichkeit auch filmisch fest. Bergoglio entschuldigte sich für das Malheur im nachhinein bei den Falschen, nämlich bei Pachamama’s beleidigten Verehrern.

§ 3. Wenn das noch nicht genug wäre, setzte der Papst in seiner Eigenschaft als gestandener Befreiungstheologe noch ein drittes Ungemach darauf. Kurze Zeit später, in akutem Erklärungsnotstand berief er sich auf die Areopagrede des hl. Paulus und interpretierte die Pachamama-Verehrung als „Inkulturation“. Am 6. November in der 34. Generalaudienz mißbrauchte Bergoglio diese berühmte Rede, eine der schönsten Stellen der Apostelgeschichte, als Vorwand für seine platten Inkulturationshypo­thesen. Denn dem hl. Paulus auf dem Areopag ging es keine Sekunde lang um die „Inkulturation“ (Verkleidung) des wahren christlichen Glaubens in die verlotterten Trachten der heidnischen Vorstellungswelt. Mit missionari­schem Mut und Klugheit, Höflichkeit und rhetorischem Geschick lud er die perplexen Griechen ein, um den einen, wahren Gott zu proklamieren, der in Athen freilich ganz und gar unbekannt war. Die evidente Absicht und Konsequenz der Paulinischen Mission war – wie es aus der Areopagrede klar hervorgeht, – die Konversion samt dem zugehörigen Lebenswandel seiner Zuhörerschaft zur Annahme der Botschaft Jesu Christi und Verdrängung der zahlreichen heidnischen Götzen.

Aus der Apostelgeschichte (Kapitel 17):
Paulus in Athen in der Schilderung nach Lukas

16 Während Paulus auf [auf seine Begleiter] in Athen wartete, ward er innerlich tief erregt, als er die Stadt voller Götzenbilder sah. 17 Er hielt Ansprachen in der Synagoge an die Juden und Gottesfürchtigen, aber auch täglich auf dem Markte an jene, die er dort antraf. 18 Dabei gerieten einige epikureische und stoische Philosophen mit ihm in Streit. Einige meinten: „Was will dieser Schwätzer?“ Andere: „Er scheint ein Verkünder fremder Götter zu sein„, weil er Jesus und die Auferstehung verkündete.

19 Sie nahmen ihn nun, führten ihn auf den Areopag und fragten: „Dürfen wir erfahren, was das für eine neue Lehre ist, die du verkündest? 20 Du gibst uns ja seltsame Dinge zu hören. Darum möchten wir gerne wissen, was es damit auf sich hat.“ 21 Alle Athener und die dort ansässigen Fremden hatten ja für nichts mehr Zeit als Neuig­keiten zu erzählen oder zu hören.

22 So trat denn Paulus in die Mitte des Areopags und sprach: „Ihr Männer von Athen, ich finde, daß ihr in jeder Hinsicht sehr religiös seid; 23 denn als ich umherging und eure Heiligtümer betrachtete, fand ich auch einen Altar mit der Inschrift: Dem unbekannten Gott. Was ihr da verehrt, ohne es zu kennen, das verkünde ich euch.

24 Der Gott, der die Welt und alles in ihr geschaffen hat, der Herr des Himmels und der Erde, wohnt nicht in Tempeln, die von Menschenhand erbaut sind; 25 auch läßt er sich nicht von Menschenhand bedienen, als ob er etwas bedürfe, gibt er doch selber allem Leben, Odem und alles andere. 26 Er hat aus einem Menschen das ganze Menschengeschlecht hervorgehen lassen, daß es wohne auf der ganzen Erde, und hat bestimmte Zeiten und die Grenzen für ihre Wohnsitze festgesetzt. 27 Sie sollten Gott suchen, ob sie ihn fühlen und finden könnten, ist er doch nicht fern von einem jeden von uns. 28 Denn in ihm leben wir, bewegen wir uns und sind wir. So haben ja auch einige von euern Dichtern gesagt: Wir sind von seinem Geschlechte.

29 Sind wir also von Gottes Geschlecht, so dürfen wir nicht meinen, die Gottheit sei gleich dem Gold, Silber oder Stein, einem Gebilde menschlicher Kunst und Erfindung.

30 Nun hat Gott über die Zeiten der Unwissenheit hinweggesehen; jetzt aber läßt er den Menschen kundtun, daß überall alle sich bekehren sollen. 31 Denn er hat einen Tag bestimmt, an dem er die Welt in Gerechtigkeit richten wird durch einen Mann, den er dazu bestellt und durch die Auferstehung von den Toten bei allen beglaubigt hat.“

32 Als sie von der Auferstehung der Toten hörten, spotteten einige, andere sagten: „Darüber wollen wir dich ein anderes mal fragen.“ 33 So ging Paulus aus ihrer Mitte hinweg. 34 Einige aber schlossen sich ihm an und wurden gläubig; unter ihnen Dionysius, Mitglied des Areopags, eine Frau mit Namen Damaris und noch einige andere.

Quelle katholisches.infoWas ist das – die Inkulturation nach Jesuitenart?

+