„Ist das noch die katholische Kirche?“

„Ist das noch die katholische Kirche?“

So lautet die Klage eines südasiatischen Raum lebenden Missionars, der sich fragt: „Für wen, wozu und wie soll ich noch missionieren, wenn Rom die Gleichheit der Religionen verkündet?

Der Missionar notierte in 16 Punkten seine Klagen. Er sandte sie an den Vatikanisten Sandro Magister, der sie veröffentlichte. – Die hier vorgestellte vollständige deutsche Übersetzung der 16 Punkte stammt von Guiseppe Nardi, der sie am 19. März 2019 in katholisches.info veröffentlichte.

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1. Nun ist es klar: Die katholische Kirche ist nicht mehr dieselbe, die sie vor 2013 war. Und ich bin wirklich gespannt, ob es jemand zu definieren weiß, was die katholische Kirche heute ist.

2. Je mehr ich mich mit diesem Problem befasse, desto mehr berührt mich die Sache persönlich. Wenn ich die Kirche jemandem vorstellen soll, der außerhalb steht, muß ich zuallererst wissen, welcher Art von Kirche ich angehöre. An zweiter Stelle muß ich wissen, was ich sagen soll?

3. Wir leben in Missionsländern, wo es viele Religionen gibt, die mehr oder weniger harmonisch miteinander auskommen. Wir unterscheiden uns nicht nur durch Glaubenslehre und Theorien, sondern sichtbar gerade auch durch das praktische Leben, die Sitten, die Gesetze, die Gebräuche und die Pflichten. Die Muslime zum Beispiel essen kein Schweinefleisch, werden beschnitten und beachten den Ramadan, sie können sich scheiden lassen und mehrfach wieder heiraten, sie können überhaupt zwei oder mehr Frauen haben, sie beten fünfmal am Tag und in besonderer Weise auch am Freitag usw.
Die Hindus essen kein Rindfleisch, fasten vor einigen Festen, die Frauen heiraten nur einmal und können nicht wieder heiraten, auch wenn ihr Mann stirbt, sie verehren zahlreiche Gottheiten, sie verbrennen ihre Toten usw.
Und die katholischen Christen? Zumindest bis noch vor einiger Zeit durften sie nur einmal heiraten, eine Wiederverheiratung war nur nach dem Tod des Ehegatten erlaubt, ihre Priester und Ordensfrauen hatten ledig zu bleiben und das Keuschheitsgebot zu halten, sie gehorchten dem Papst, verehrten die Gottesmutter und die Heiligen, sie glaubten nicht an Aberglauben, Hexen und Geister, sie brachten keine Tieropfer dar, in der Kirche beteten Männer und Frauen zusammen, sie aßen jede Art von Fisch und Fleisch, hielten aber am Freitag ein Fleischfasten, am Sonntag galt die Ruhepflicht und die Teilnahme an der Messe usw.

4. Der auferstandene Jesus sandte die Apostel aus, um die Menschen im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes zu taufen. Auf diese Weise breitete sich das Christentum aus und formte die Sitten, die Gesetze und die Gebräuche ganzer Gesellschaften und überhaupt die Zivilisation. Das alles brachte viele Früchte, nämlich konkret viele Märtyrer und Heilige, und erlaubte vielen, mystische Erfahrungen zu machen und uns teilhaben zu lassen an eine aufblitzende Erinnerung des Paradieses und Vorahnung des Himmelreiches.

5. Um diese Gaben und Gnaden zu erlangen, haben sich so viele Menschen bekehrt und mit vielen Entbehrungen ihre Herkunftsgemeinschaften verlassen und deren Lebensweise aufgegeben!

6. Jetzt aber weiß ich als Missionar nicht mehr genau, was die katholische Kirche ist. Seit ich sehe, daß der Papst, die Kardinäle, die Bischöfe schrittweise und unerbittlich den Ehebruch dulden, die Homosexualität gutheißen, Homo-Ehen segnen, die anderen Religionen gleichauf als Heilsweg anerkennen… zu welcher Bekehrung soll ich die anderen noch einladen?

7. Das Gleiche gilt auch für jeden westlichen Menschen, der vielleicht Atheist oder ungläubig ist. Warum sollte er sich bekehren und unseren Glauben annehmen, wenn wir all diese Dinge bekennen? Jetzt verstehe ich einige Sätze des Papstes, der sagt, daß man keine Proselyten machen soll. Es braucht schon eine gehörige Portion Mut, um die Menschen überzeugen zu wollen, solche Abirrungen zu glauben.

8. Zum Glück reden unsere Bischöfe hier nicht von allen Bizarrheiten, über die man in Rom diskutiert. Die einzige Neuheit ist, daß sie nun die Ehenichtigkeitsverfahren etwas leichter machen, obwohl das die Leute nicht so gern akzeptieren, da sie gelernt haben, daß die Ehe in keinem Fall zu lösen ist.

9. Die Gefahr ist, daß es zum Ärgernis kommt, da in diesem und in anderen Missionsländern nur die Christen, Protestanten wie Katholiken, den Ehebruch und die Homosexualität akzeptieren. Für die Muslime und die Hindus ist der Ehebruch, also jede Form der außerehelichen Beziehung, ein Verbrechen, das auf Gemeinschaftsebene, aber auch staatlich geahndet wird. Die Homosexualität wird als sehr schwerwiegende Tat gesehen und ist Gegenstand öffentlichen Tadels. Die Polygamie der Muslime hat nichts mit Ehebruch zu tun, weil es sich dabei um einen sozialen Vertrag handelt, der mit einem Eheritus besiegelt wird und mit allen Verpflichtungen zum Unterhalt für die Frauen und die Kinder verbunden ist.

10. Die Tragikomik der Sache ist, daß es den anderen Religionen, obwohl sie das Evangelium nicht kennen, nicht an soliden moralischen und auf Hausverstand und Natur gegründeten Normen fehlt, während ausgerechnet das Christentum durch seine offiziellen Anführer den Lebensstil und die Moral der vorchristlichen, heidnischen Zeit fördert und unterstützt. Ist denn Jesus wirklich vergeblich in die Welt gekommen!?

11. In Deutschland gibt es sogar solche, die sich über die Bischöfe Afrikas lustig machen, als seien sie rückständig, weil auf ihrem Kontinent die Homosexualität verpönt ist. Es fehlt nur noch, daß sie eine „Neuevangelisierung“ im Namen dieses auf den Kopf gestellten Evangeliums fördern wollen, das in Wirklichkeit nichts anderes wäre, als den Armen, die einen gesunden Menschenverstand haben, die falschen anthropologischen Errungenschaften des Westens aufzunötigen.

12. Was ich nicht verstehen kann, ist die Unterwerfung und das Schweigen so vieler Bischöfe und Priester. Ich sehe nicht einmal einen passiven Widerstand. Die Märtyrer haben den Tod auf sich genommen. Heute reden aber nur einige Laien, die nicht von kirchlichen Stellen abhängig sind, mit lauter Stimme, während die Priester und Bischöfe – mit wenigen Ausnahmen – aus Angst vor Vergeltung und diskreditierenden Anschuldigungen schweigen.

13. Man predigt dauernd, daß man nicht spalten, sondern einigen soll. Das heißt, man soll den Mund halten, weil eine offene Opposition der Kirche zu sehr schaden würde. Diese Zurückhaltung begünstigt aber genau jene, die für die Katastrophen verantwortlich sind.

14. Der Papst weiß es und erfindet alles nur erdenkliche, um sich selbst zu schützen. Seine ständigen Reisen, die Vereinbarungen mit den Lutheranern, die Vereinbarungen mit den Muslimen, die Vereinbarungen mit der Volksrepublik China und so weiter sind die Schützengräben, die ihn schützen. Wie kann man ihn denn kritisieren, wo er doch überall, wo er hinkommt, mit großem Pomp und Jubel empfangen wird?

15. Eine Vorsorge, die die Kirchenspitze trifft, wenn sie redet, entscheidet und Synoden abhält, besteht darin, ja nichts gegen die Schemata des LGBT-Credos zu sagen. Nicht ein einziges Mal fragen sie sich, ob Gott Vater etwas darüber weiß und ob Gott Vater ebenso denkt wie sie. Gott Vater beklagt sich nie, und da Jesus dem Petrus die Schlüssel des Himmelreiches übergab, so denken sie, können sie diese auch nach ihrem Gefallen benützen und die Herren spielen.

16. Der Geist Gottes ist aber immer lebendig. Wir können also auch heute sicher sein, daß es viele Heilige gibt, die es Gott erlauben, unter uns zu wohnen.

O Herr, bleib doch bei uns (Lk 24,29).

katholisches.info

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Sie folgen dem Befehl des Heiligen Vaters Franziskus

Die polnischen Karmelitinnen antworten auf den „Befehl des Heiligen Vaters Franziskus“, dass „alle Klöster von Nonnen innerhalb ihres Instituts Föderationen bilden müssen“. Das Wort „Befehl“ benutzen die frommen Karmelitinnen und erinnern den Schreiber dieser Zeiten an den „Diktatorpapst“.

Am 1. April 2018 hat die vatikanische Kongregation für die Institute des geweihten Lebens und die Gesellschaften des Apostolischen Lebens die Instruktion „Cor orans“ zur Anwendung der Apostolischen Konstitution „Vultum Dei quaerere“ über das weibliche kontemplative Leben veröffentlicht.

In 289 Artikeln werden wesentliche Punkte im Leben von kontemplativen weiblichen Ordensgemeinschaften neu geregelt. Zwar wird etwa die Ordensoberin juristisch an jene der männlichen Ordensoberen angeglichen, gleichzeitig schafft sich der Vatikan ein außerordentliches Zugriffsrecht, das jederzeit z. B. die Schließung einzelner Klöster ermöglicht.

Es werden in dem Dokument die Aus- und Weiterbildung von Ordensfrauen neu geregelt und verlangt, dass die Zulassung zur feierlichen Profess mindestens neun Jahre dauern muss. Damit wird manchem Nonnenkloster die Zukunft verbaut.

Neben diesem gravierenden Einschreiten in die Belange eines Klosters gibt es eine weitere Neuerung, welche jedes Kloster verpflichtet einer Föderation anzugehören. Damit werden kleine Klöster gewissermaßen zunächst geistiger Weise, später auch wirtschaftlich enteignet. Da jede Föderation eine Präsidentin zu wählen hat, der weitreichende Vollmachten erteilt werden, sind solche Maßnahmen ohne weiteres zu erwarten.

Vom 11. bis 15. März 2019 haben die „delegierte Nonnen“ aus den Klöstern der Unbeschuhten Karmelitinnen (OCD) der Krakauer Provinz sowie aus Tschechien darüber beraten, wie sie eine „Antwort auf den Befehl des Heiligen Vaters Franziskus“ geben können, der von ihnen verlangt, dass „alle Klöster von Nonnen innerhalb ihres Instituts Föderationen bilden“ müssen.

Das Treffen der polnischen Karmelitinnen befasste sich mit der Ausarbeitung der „Statuten der zu bildenden Föderation“ und entsprach so ganz dem zweifachen Ansinnen von Cor Orans. Zum einen geht es um die Föderation und die Bündelung der Macht; zum anderen sollen „wertvolle Erfahrungen und Erkenntnisse“ ausgetauscht werden und neue Beziehungen untereinander aufgebaut werden.

Die polnischen Karmelitinnen stellen fest, dass die Kirche durch ihre Dokumente, die „extra für sie geschrieben“ wurden, einlädt, „eins zu sein“, damit die Welt glauben und erkennen könne, wie ein solches Zeugnis der Einheit – in Vielfalt – , basieren auf dem Geist der Gemeinschaft, zu einem attraktiven Zeichen des lebendigen Gottes werde.

Selbstverständlich gibt es eine Föderation der Karmelitinnenklöster (OCD) in Deutschland schon viel länger, wie man hier auf dem Bildschirmfoto erkennen kann.

Bildschirmfoto – https://www.karmelitinnen-foederation.de/

Trotz allem gibt es in Deutschland immerhin der Klöster der Karmelitinnen, die die erneuerten Ordensstatuten nicht übernommen haben, sondern sich nach jenen von 1990 richten, die weitgehend den ursprünglichen Statuten der heiligen Teresa von Jesus (Avila) entsprechen. Es sind dies die Karmelitinnenklöster in Hauenstein, in Speyer und in Wemding. Doch auch sie sind nun genötigt, dem Befehl des Heiligen Vaters Franziskus Folge zu leisten.

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Ein HIRTENBRIEF für unsere Zeit

Brüder und Schwestern im Herrn,

das Wahrsagen ist ein Phänomen aller Zeiten. Auch Paulus und Silas begegneten auf ihrer Missionsreise in Philippi einer Frau, welche einen Wahrsagegeist hatte. Dieser Geist hat wirklich Wahres gesagt. Denn die Frau erkannte die Sendung der zwei Männer und rief hinter ihnen her: Diese Menschen sind Knechte des höchsten Gottes; sie verkünden euch den Weg des Heils (Apg 16,17). Ja, der Weg des Evangeliums, den Paulus und Silas verkünden, ist der Weg des Heils. Das hat diese Frau, das hat der Geist in ihr richtig festgestellt. Paulus und Silas waren Sendboten dieses Weges. Ihn kennenzulernen und zu gehen, ist das Verlangen jedes Menschen, der sich nach dem Heil sehnt.

Kurzformel des Glaubens
Weil der Weg des Evangeliums der Weg des Heils ist, kann uns Paulus in der heutigen Lesung zum ersten Fastensonntag sagen: … wenn du mit deinem Mund bekennst: Herr ist Jesus – und in deinem Herzen glaubst: Gott hat ihn von den Toten auferweckt, so wirst du gerettet werden (Röm 10,9). Das ist eine Kurzformel unseres Glaubens. Dieser Glaube soll sich in unserem Alltag entfalten und bewähren. Vor allem muss uns klar werden, was er für unser Leben und unsere Lebensführung bedeutet. Wer gibt uns dazu Aufschluss? Wer erläutert uns diese Kurzformel?

Grundlage des Weges
Die Grundlage unseres Glaubens und die Voraussetzung für den Weg des Heils ist die Gottesfurcht. Petrus fordert uns in seinem ersten Brief mit folgenden Worten dazu auf: Und wenn ihr den als Vater anruft, der jeden ohne Ansehen der Person nach seinem Tun beurteilt, dann führt auch, solange ihr in der Fremde seid, ein Leben in Gottesfurcht (1 Petr 1,17)! Gottesfurcht ist in sich nichts anderes als der Glaube an Gott. Gottesfurcht ist die ergebene, achtungsvolle Liebe zu Gott. Darauf baut unser Leben auf.

Weitergabe des Glaubens
Was bedeutet nun ein Leben in Gottesfurcht? Was bedeutet ein Leben auf dem Weg des Heils? Was antworten wir, wenn jemand uns fragt, wie wir den Weg des Heils gehen? Mit anderen Worten lautet die Frage: Was gehört zu einem christlichen Leben? Die Frage wird dann noch dringender, wenn jemand den katholischen Glauben annehmen will; wenn jemand den Weg der Konversion wählt und sagt: Ich möchte katholisch werden. Wie führen wir Menschen in den Weg des Heils ein? Was sagen wir, um den Glauben weiterzugeben?

Begegnung mit Jesus
Der Weg des Heils beginnt mit der Begegnung mit Jesus. Denn er ist der Weg und die Wahrheit und das Leben (Joh 14,6). Er ist der Sohn Gottes. Die Begegnung mit Jesus ist der Anfang unseres christlichen Glaubens. Wer den Weg des Heils gehen möchte, muss Jesus kennen lernen. Er muss sich in die Evangelien vertiefen. Er muss einen Menschen neben sich haben, der ganz von Jesus ergriffen ist (vgl. Phil 3,12). Er muss einen Menschen neben sich haben, der wie Paulus sagen kann: Ich halte dafür, dass alles Verlust ist, weil die Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn, alles überragt. Seinetwegen habe ich alles aufgegeben und halte es für Unrat, um Christus zu gewinnen und in ihm erfunden zu werden (Phil 3,8-9).

Eingliederung in die Kirche
Wer Jesus sagt, sagt auch Kirche. Denn Jesus selber hat die Kirche ins Dasein gerufen (vgl. Mt 16,18). Er liebt die Kirche und hat sich für sie hingegeben, um sie zu heiligen (vgl. Eph 5,25-26). Deshalb ist der Weg des Heils auch der Weg der Kirche. Jesus ja, Kirche nein! Das verträgt sich nicht. Das verträgt sich auch dann nicht, wenn das Antlitz der Kirche von vielen ihrer Söhne und Töchter entstellt wird. Dann erst recht müssen wir dafür besorgt sein, dass die Kirche heilig und makellos vor dem Herrn erscheint (vgl. Eph 5,27).

Empfang der Sakramente
Als Jesus die Kirche ins Dasein rief, hat er ihr ein geistliches Leben geschenkt. Dieses Leben entfaltet sich durch die Sakramente. Die sieben Sakramente sind eine Gabe unseres Herrn. Sie bewirken das Leben der Kirche. Sie bewirken dieses Leben, weil sie uns das Leben Jesu schenken, seine Gnade, seinen Geist, den Heiligen Geist. Sie entspringen seinem Opfertod. Sie fließen heraus aus dem Herzen des Gekreuzigten (vgl. Joh 19,34). So oft wir sie empfangen, werden wir entsühnt und geheiligt. Bei einer Konversion, ja bei jeder Glaubensunterweisung ist daher die gute Einführung ins sakramentale Leben der Kirche vorrangig.

Halten der Gebote
Wenn wir den Spuren Jesu folgen und uns seine Worte zu eigen machen, kommen wir an einem heiligen Leben nicht vorbei. Das heißt aber auch: Wir kommen an den Geboten Gottes nicht vorbei. Denn sie sind uns zur Heiligung gegeben. Sie sind der Schutz für die Heiligkeit. Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben … Wer auch nur eines von den kleinsten Geboten aufhebt und die Menschen entsprechend lehrt, der wird im Himmelreich der Kleinste sein (Mt 5,17.19), sagt uns der Herr. Daher ist unser Leben ein ständiger Kampf gegen die Sünde. Denn Sünde ist Gesetzwidrigkeit (1 Joh 3,4) und richtet sich gegen Gottes Gebote. Wie bedeutend es aber ist, Gottes Gebote zu halten, sagt uns Jesus mit den Worten: Wenn du aber in das Leben eintreten willst, halte die Gebote (Mt 19,17).

Hören auf die Kirche
Der Glaubende ist nie allein. Er findet, wie wir schon festgestellt haben, Heimat in der Kirche. Er findet Heimat in einer Gemeinschaft, welche sich, seit ihrer Gründung durch den Herrn, über Jahrhunderte entfaltet hat und uns durch reiche Erfahrung Hilfe und Sicherheit bietet. Deshalb ist es nicht nur notwendig, der Kirche anzugehören, sondern auch auf sie zu hören (vgl. Mt 18,17). Das bedeutet, auf jene zu hören, welche im Auftrag des Herrn die Verantwortung für die Gemeinschaft der Kirche tragen, vor allem auf den Papst und die Bischöfe. Diesbezüglich ist unser Herr sehr streng, da er seinen Jüngern sagt: Wer euch hört, der hört mich, und wer euch ablehnt, der lehnt mich ab; wer aber mich ablehnt, der lehnt den ab, der mich gesandt hat (Lk 10,16). Deshalb sind auch die Weisungen der Kirche für den Weg des Heils von Bedeutung. Dabei muss aber auch gesagt sein, dass Papst und Bischöfe der ganzen Überlieferung der Kirche verpflichtet sind und von der überlieferten Lehre nicht abweichen dürfen. Sie können nicht nach Belieben vorgehen.

Praktische Hinweise
Ich schließe diesen kurzen Überblick mit einigen praktischen Hinweisen für den Weg des Heils: Betet täglich, wenigstens am Morgen und am Abend. Besucht oft die heilige Messe, sicher jeden Sonntag. Betet viel den Herrn im Allerheiligsten Sakrament an. Empfehlt euch immer wieder der Mutter Gottes. Nehmt gerne den Rosenkranz in die Hand. Erneuert euer Leben, erneuert die Gnade der Taufe regelmäßig durch die heilige Beichte. In meiner Jugendzeit wurde uns die Monatsbeichte zusammen mit der Monatskommunion empfohlen. Bereitet euch mit Eifer auf die jährliche Osterfeier vor. Meidet, wie es der Apostel sagt, die Unzucht und jede Sünde (vgl. 1 Kor 6,18). Haltet euren Leib heilig, da er ein Tempel des Heiligen Geistes (vgl. 1 Kor 6,19) und ein Glied Christi ist (vgl. 1 Kor 6,15). Tut allen Menschen Gutes, besonders jenen, die uns nahestehen im Glauben (vgl. Gal 6,10).

Schlusswort
Ich begleite Euch gerne mit meinem bischöflichen Segen, werde es nicht unterlassen, immer für Euch zu beten und das heilige Opfer darzubringen, und ich empfehle Euch insbesondere unserer Lieben Frau von Chur.

Gelobt sei Jesus Christus!
Mit herzlichen Grüßen!
+ Vitus, Bischof von Chur

Bischof_Huonder Fasten_Hirtenbrief-2019

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Dunkle Mächte in der Kirche

Um diesen Mächten entgegenzutreten, müssen wir einen Blick auf ihre ideologischen Grundlagen werfen. In den 70er Jahren wurde Pädophilie als etwas durchaus dem Menschen und auch dem Kind Gemäßes theoretisiert. Dies aber war Teil einer grundlegenden Perversion des Konzepts von Ethos. Es wurde – auch bis in die katholische Theologie hinein – behauptet, das in sich Böse gebe es so wenig, wie es das an sich Gute gebe. Es gebe nur „besser als“ und „schlechter als“. Nichts sei in sich gut oder schlecht. Alles hänge von den Umständen und von der Zwecksetzung ab. Je nach den Zwecken und Umständen könne alles gut oder auch schlecht sein. Moral wird durch ein Kalkül der Folgen ersetzt und hört damit auf, als solche zu bestehen. Die Folgen dieser Theorien sind heute offenkundig. Ihnen gegenüber hat Papst Johannes Paul II. 1993 in seiner Enzyklika Veritatis Splendor mit prophetischer Kraft in der großen rationalen Tradition des christlichen Ethos die wesentlichen und bleibenden Grundlagen moralischen Handelns herausgestellt. Dieser Text muß heute als Weg der Gewissensbildung neu ins Zentrum gerückt werden. Es ist unsere Verantwortung, in der Menschheit diese Maßstäbe als Wege der wahren Humanität neu hörbar und verstehbar zu machen in der Sorge um den Menschen, in die wir hineingeworfen sind.

(Papst Benedikt XVI. – Ansprache beim Weihnachtsempfang für das Kardinalskollegium am 22.12.2010)

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Franziskus macht Kardinal Farrell zum Camerlengo

Personalentscheidungen sind nicht nur richtungs- und zukunftsweisend, sondern sagen viel über jenen Vorgesetzten aus, der diese Entscheidung trifft. Franziskus entfernt Personal und ernennt anderes Personal. Wie Schachfiguren werden ihm genehme Personen positioniert: für den entscheidenden Zugriff … unbeschadet ihrer eigenen Qualitäten …

<<Der Camerlengo bekleidet ein sehr heikles Amt, besonders in der Zeit der Vakanz zwischen zwei Päpsten. Zu den Aufgaben des Kardinalkämmerers gehören die Überwachung der Vorbereitungen für ein päpstliches Konklave und die Leitung der Verwaltung des Heiligen Stuhls in der Zeit zwischen dem Tod – oder Rücktritt – eines Papstes und der Wahl eines neuen.>>

In Zeiten einer Sankt-Gallen-Mafia kommt dieser „franziskanische Entscheidung“ noch größere Bedeutung zu, als üblich. Mit einem solchen Mann an der Spitze eines zukünftigen Konklaves muss man mit allem rechnen!

<<Seit Bekanntwerden des Falles Theodore McCarrick – dem Schlüsselskandal der Kirchenkrise – ist Farrell einer von mehreren Bischöfen, über die seit Monaten gefragt wird, ob und was sie über das mutmaßliche Fehlverhalten und Verbrechen des entehrten, ehemaligen Kardinals wussten.

Farrell war unter anderem Weihbischof in Washington, als McCarrick dort Erzbischof war, und diente dem „glaubhaft beschuldigten“ Kirchenmann als Generalvikar. Zudem lebte Farrell sechs Jahre lang mit McCarrick in einem renovierten Pfarrhaus im Washingtoner Stadtteil Kalorama. McCarrick sei der Mentor Farrells gewesen, sagen viele Beobachter.

Im vergangenen Juli bestritt Farrell, von Vorwürfen des Missbrauchs oder sexuellen Nötigung gegen McCarrick Kenntnis gehabt zu haben.>>

(Zitate siehe CNA)

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