Vorsichtig sein

Ich glaube an die Existenz von Verschwörungen in der Geschichte. Der Mensch als soziales Wesen wird dazu gebracht, sich zu vereinen, und da er durch die Erbsünde verwundet ist, verbindet er sich nicht nur zum Guten, sondern auch zum Bösen. Das Merkmal der Gottlosen, die nicht zufällig „Söhne der Finsternis“ genannt werden, ist es, sich heimlich zu treffen, ihr Handeln zu verbergen. Deshalb haben die Päpste Geheimbünde immer verurteilt, angefangen mit der Freimaurerei. Gerade weil ich um die Manöver der Söhne der Finsternis weiß, denke ich, daß wir sehr vorsichtig sein sollten, wenn wir teuflische Pläne anprangern, ohne den Beweis dafür zu haben. Jede Hypothese ist legitim, aber es muß mit Sorgfalt vorgegangen werden, bevor sie zur absoluten Gewißheit erklärt wird.

Roberto de Mattei

Ganzer Artikel bei katholisches.info

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Verbot der Mundkommunion: War diese Corona-Maßnahme berechtigt und medizinisch geboten?

Und auch nach einer Handdesinfektion bleiben die Hände der Kirchenbesucher nicht keimfrei, da sie unwillkürlich beim Sitzen und Knien in Kontakt mit den Kirchenbänken kommen. Der Empfang der Kommunion in der Hand kann daher nicht als sichere hygienische Alternative bezeichnet werden. Eine versehentliche Berührung durch den Kommunionspender ist sowohl bei der Mund- als auch bei der Handkommunion nicht auszuschließen. Erfahrenen Kommunionspendern gelingt es in der Regel aber, diese zu vermeiden. Eine Unterbrechung der Kommunionspendung nach einer Berührung zwecks Handdesinfektion ist in beiden Fällen möglich. Die Gefahr einer Tröpfcheninfektion ist bei der Mundkommunion geringer als bei der Handkommunion, da bei der Öffnung des Mundes natürlicherweise leicht eingeatmet wird. Zudem besteht bei der kniend empfangenen Mundkommunion ein größerer Abstand zwischen Empfänger und Spender der Kommunion. Da der Kommunionempfänger auch bei der Handkommunion atmet, dem Kommunionspender dabei aber direkt gegenübersteht, ist dieser durch die Spendung der Handkommunion stärker gefährdet als bei der Spendung der Mundkommunion, weshalb in einer der den Bischöfen vorliegenden Stellungnahmen der kniende Kommunionempfang aufgrund der größeren Sicherheit in jedem Fall, also auch bei der Spendung der Handkommunion empfohlen wird.

Barbara Stühlmeyer:
„Mediziner setzen sich für die Mundkommunion ein“
DIE TAGESPOST, 17.09.2020

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Was wir tun können …

Erzbischof Viganò:

„Initium sapientiae timor Domini.
Wer die Gottesfurcht hat, will allein Gott gefallen
und denkt nicht daran, Lehre oder Moral zu ändern,
um den Menschen zu gefallen oder dem Irrtum zuzuzwinkern.“

Erzbischof Viganò schreibt an den 16jährigen Massimo, der ihm vorher einen Brief geschrieben hat:

 

Liebster Massimo,

Ich habe Deinen Brief erhalten, der mich wirklich beeindruckt hat. Er offenbart eine starke Persönlichkeit und noch mehr eine Klarheit der Ideen, die viele Erwachsene, darunter viele Kleriker und Prälaten, nicht haben.

Du hast den Kern des Problems mit einigen wenigen Zügen erfasst: die Krise, die die Kirche heute beunruhigt, ist darauf zurückzuführen, dass sie den heiligen „Timor Dei“ vergessen hat, der, wie der Psalmist lehrt, der erste Schritt der Weisheit ist. Initium sapientiae timor Domini. Es ist ein Vers aus Psalm 110, den wir bis zum Konzil sonntags bei der Vesper in unseren Kirchen widerhallen hörten.

Der heilige „Timor Dei“ ist, wie Du sicherlich weißt, eine der Sieben Gaben des Parakleten, dank derer die Gläubigen leben und handeln, indem sie sich ständig in den Augen des Herrn betrachten und danach streben, ihm mehr als der Welt zu gefallen, wie ein Kind, das der Liebe des Vaters entsprechen will, und nicht wie ein Untertan, der sich nicht beim Brechen des Gesetzes erwischen lassen will. Es ist das Bewusstsein von der Größe des Allmächtigen, von seiner Autorität, von seiner unendlichen Majestät: und von unserer Kleinheit, von unserer Pflicht, vor ihm niederzuknien, von dem Gehorsam, den wir ihm schulden.

Wer die Gottesfurcht vor ihm hat, will allein ihm gefallen und denkt nicht daran, Lehre oder Moral zu ändern, um den Menschen zu gefallen, oder dem Irrtum zuzuzwinkern: er wagt es nicht, die Liturgie der Kirche zu manipulieren, indem er das, was in ihr an die göttliche Majestät des Herrn der Heerscharen erinnert, annulliert, sondern er behütet sie mit Verehrung, weil auf dem Altar in unblutiger Form das Heilige Opfer wiederholt wird, das uns am Kreuz die Erlösung verdient hat. Wer die Furcht vor Gott hat, zittert bei dem Gedanken an den Skandal, den er den ihm anvertrauten Seelen zufügen kann, und um derer willen Unser Herr sein Blut vergossen hat. Diejenigen, die Gottesfurcht haben, sind entsetzt über die Vorstellung, ihn beleidigen zu können, indem sie im Namen des Dialogs die Götter der Heiden neben ihn stellen.

Und es stimmt, was Du sagst: wenn all dies geschieht und Gott nicht eingreift, dann deshalb, weil er daraus ein größeres Gut ableitet, das für uns unbegreiflich ist. In Wirklichkeit scheint es, dass der Herr uns uns selbst überlässt, aber genau in dem Moment, in dem der Irrtum die Wahrheit zu überwältigen scheint, in dem alles verloren scheint und die Hirten geflohen sind und die Herde den gefräßigen Wölfen ausgeliefert haben, in dem die Kirchen von den Gläubigen im Stich gelassen werden und die öffentliche Moral das Laster erhöht und die Tugend verurteilt, sieh an: da entstehen gottgeliebte Seelen, die mit ihrem Leben, mit dem stillen Beispiel guter Werke, mit Gebet und Opfer den göttlichen Zorn zurückhalten und neue Gnaden, neue Segnungen, neue undenkbare Wunder bewirken, zu denen nur der Allmächtige fähig ist.

Du fragst mich, was wir tun können, während wir auf den Triumph des Heiligsten Herzens Jesu und des Unbefleckten Herzens Mariens warten: wir können und müssen den heiligen „Timor Dei“ pflegen, in seiner Gegenwart leben, das unaussprechliche Wunder verkosten, mit dem unsere von der Wahrheit erleuchtete und von der Nächstenliebe entflammte Seele zum Tempel des Heiligen Geistes und zum Tabernakel wird, in dem die Heiligste Dreifaltigkeit sich niederlässt, um ihre Wohnung einzunehmen. Aus dem Leben im Zustand der Gnade bezieht die Seele die unentbehrliche Nahrung, um in der Heiligkeit zu wachsen, und je mehr sie in der Heiligkeit wächst, desto mehr entspricht ihr Handeln dem Willen Gottes.

Dass ist mein Wunsch für Dich, in der Gewissheit, dass dieses heilige Feuer, das Du in Deinem Herzen trägst, Deine Freunde erleuchten und sie mit der Liebe Gottes und zum Nächsten entflammen kann. Angesichts des Wunders junger, von Nächstenliebe brennender Seelen werden auch die verhärteten Herzen vieler Gläubiger und nicht weniger Kleriker von der Gnade berührt werden, und sie werden voll Furcht und zitternd in die Knie fallen, ihre Schuhe ausziehen und ihr Gesicht bedecken, wie Mose es vor der Majestät Gottes tat, die sich im brennenden Dornbusch verborgen hatte.

Möge Dich und Deine Familie, lieber Massimo, von ganzem Herzen mein väterlicher Segen erreichen.

+ Carlo Maria Viganò, Erzbischof

 

Quelle: kath.net

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Die Pforten der Hölle

„[Die katholische Kirche] sah den Beginn aller Regierungen und aller kirchlichen Einrichtungen, die es heute in der Welt gibt; und wir fühlen keine Gewissheit, dass sie nicht dazu bestimmt ist, das Ende von ihnen allen zu sehen.“

(Zitat des britischen Historikers Lord Macauley)

Robert Royal dazu:

„Zweifellos wahr, vor allem für einen Katholiken, der glaubt, dass die Pforten der Hölle sich nicht durchsetzen werden, auch wenn unsere gegenwärtige Erneuerung vielleicht lange dauern wird.“

Aus einer Kolumne von Robert Royal in „The Catholic Thing
zu den Büchern:

Russell Shaw: Eight Popes and the Crisis of Modernity,
Edward Pentin: The Next Pope. The Leading Cardinal Candidates,
George Weigels: Der nächste Papst. Das Amt des Petrus und eine missionarische Kirche.

Ganzer Artikel der Übersetzung bei kath.net

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Von Erzbischof zu Erzbischof

Am gerade vorübergegangenen 6. Juli waren es 535 Jahre, dass im Jahr 1535 der großen heiligen Engländer Thomas Morus mit einem Beil hingerichtet wurden ist. Er hat nichts anderes getan, als in schwieriger Zeit der Lehre der Kirche treu zu bleiben.

Wer heute der Lehre der Kirche treu bleiben will wird zumindest in den westlichen Ländern nicht mit dem Tode bedroht. Doch Anfeindungen und Ausgrenzung sind schon längst eine beliebte und gerne angewendete Methode geworden. Auch von Seiten der Kirchenleitung.

In dieser Woche wurde ein Briefwechsel von zwei Erzbischöfen bekannt, der in Rom veröffentlicht worden ist. Erzbischof Carlo Maria Viganò schrieb an Erzbischof Luigi Negri:

(Auszüge)

„Die gegenwärtige Zeit, besonders für diejenigen mit einem übernatürlichen Blick, bringt uns zurück zu den grundlegenden Dingen des Lebens, zur Einfachheit des Guten und zum Schrecken des Bösen, zur Notwendigkeit, die Einheit zu wählen, in der wir unsere kleinen und großen täglichen Kämpfe fechten. Es gibt jene, die darin eine Banalisierung sehen, als ob die Klarheit des Evangeliums jetzt nicht mehr in der Lage wäre, einer komplexen und artikulierten Menschheit erschöpfende Antworten zu geben. Während einige unserer Mitbrüder im Bischofsamt fast besessen von der Inklusion und der Green Theology sind und die Neue Weltordnung und ein gemeinsames Haus für die abrahamitischen Religionen erhoffen, macht sich im Volk und unter den Priestern die Überzeugung breit, daß ihre Hirten – zum Glück nicht alle – ihnen genau im Moment der epochalen Konfrontation fern sind.“

[…]

„Es ist wahr, Exzellenz: Die Zeit zerrinnt uns zwischen den Fingern, und damit zerfallen die Sandburgen der fast initiatischen Rhetorik jener, die in der vergänglichen Natur und Zerbrechlichkeit ihren Erfolg aufbauen wollten. Es gibt etwas Unerbittliches in dem, was heute geschieht: Die vergänglichen Trugbilder, die die ewigen Wahrheiten ersetzen sollten, erscheinen uns im harten Licht der Wirklichkeit in ihrer Künstlichkeit und ihrem Elend, in ihrer ontologischen und unentrinnbaren Falschheit.“

[…]

„Wie viele törichte Worte wurden uns gesagt, wie viele nutzlose Palliative wurden uns vorgesetzt, weil man dachte, daß das ewige Wort des Vaters unzureichend sei, daß es zu aktualisieren sei, um es für die tauben Ohren der Welt attraktiver zu machen! Dabei hätte es gereicht, uns dieses Wort zu eigen zu machen. Selbst wenn wir uns bisher vom Lärm des Jahrhunderts verwirren haben lassen, können wir uns jetzt mit kindlichem Vertrauen hingeben und uns führen lassen, weil wir die Stimme des göttlichen Hirten erkennen und Ihm folgen, wohin Er uns führen will. Auch wenn andere, die auch sprechen sollten, schweigen.“

Quelle: katholisches.info

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Die Kirche, Corona und der Unterschied

[…] Noch in einem anderen Punkt unterscheidet sich unsere Situation gravierend von der Zeit der Pestepidemien. Auch Priester, die gern ihr eigenes Leben einsetzen würden, fürchteten, selbst ein Risiko für die Gläubigen zu sein, gerade für die Älteren und Geschwächten. Wie sollte das nicht den Mut dämpfen? Auch jedem Gläubigen wurde täglich in Erinnerung gerufen, es sei die größere Nächstenliebe, sich nun von anderen fernzuhalten, um niemanden zu gefährden.

Das stimmt – zum Teil. Und es ist gut, zu lernen, dass Distanz eine Weise der Nächstenliebe sein kann, auch zu anderen Zeiten. Denn zur Nächstenliebe gehört nicht nur Nähe, sondern auch Ehrfurcht. Wir haben Verantwortung für andere, denen wir vielleicht unbefangen „zu nahe treten“.

Aber bevor man skrupulant wird, sollte man sich bewusst machen, dass wir als Menschen kontingent sind: Wir können weder uns selbst 100%ig – in diesem Fall vor Ansteckung – schützen, noch können wir 100%ig verhindern, dass wir ein Risiko für andere sind. Das gilt zum Beispiel auch für den Straßenverkehr.

Daher ist hier mit der Tugend der Klugheit die Frage nach der Verhältnismäßigkeit zu stellen: Welches Risiko für welches Gut kann und darf man eingehen? Und da ist es erlaubt zu vergleichen:

– Ist derzeit das Risiko einer Infektion anlässlich der Sakramentenspendung größer als beim Kauf einer belegten Semmel in der Bäckerei (samt Dialog mit der Verkäuferin, mit MNS natürlich), oder eines Gelato am Eisstand?
– Ist das Risiko einer Dreiviertelstunde Verweildauer in einer Kirche (bei Mindestabstand von zwei Metern) größer als fünf Stunden in einem Mehr-Personen-Büro zu sitzen (Mindestabstand ein Meter)?
– Ist es ein verhältnismäßig zu großes Risiko, einen Menschen im Altenheim zu besuchen und die Krankenkommunion zu bringen, als ihm monatelange Isolation zuzumuten?
[…]

Von Prof. Dr. Marianne Schlosser. – Siehe:

https://de.catholicnewsagency.com/article/sakramente-in-zeiten-von-corona-0941

https://de.catholicnewsagency.com/article/sakramente-in-zeiten-von-corona-teil-12-0942

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Das Konzil öffnete die Fenster

Charles de Gaulle, Präsident von Frankreich von 1959 bis 1969:

„Johannes XXIII. öffnete die Schleusen und konnte sie nicht wieder schließen.
Es war, als wäre ein Damm gebrochen.
Johannes XXIII. wurde von dem, was er auslöste, überwältigt“
(siehe Alain Peyrefitte, C’était de Gaulle, Paris 1997, Bd. 2, S. 19).

Die Rede vom „Öffnen der Fenster“ vor und während des Konzils war eine irreführende Illusion und ein Grund zur Verwirrung.

Durch diese Worte bekamen die Menschen den Eindruck, dass der Geist einer ungläubigen und materialistischen Welt, der zu dieser Zeit deutlich zu erkennen war, einige positive Werte für das christliche Leben vermitteln könnte. Stattdessen hätten die Autoritäten der Kirche in jenen Zeiten ausdrücklich die wahre Bedeutung der Worte „Öffnen der Fenster“ erklären müssen, die darin besteht, das Leben der Kirche zu öffnen für die frische Luft der Schönheit der göttlichen Wahrheit, für die Schätze der immerfrischen Heiligkeit, für das übernatürliche Licht des Heiligen Geistes und der Heiligen, für eine Liturgie, die mit einem immer übernatürlicheren, heiligeren und ehrfürchtigeren Sinn gefeiert und gelebt wird. Im Laufe der Zeit, während der nachkonziliaren Ära, gab das teilweise geöffnete Schleusentor einer katastrophalen Flut Platz, die enorme Schäden in Lehre, Moral und Liturgie verursachte. Heute erreicht das eingedrungene Hochwasser gefährliche Werte. Wir erleben jetzt den Höhepunkt der Flutkatastrophe.

Heutzutage wurde der Schleier gelüftet und der Modernismus hat sein wahres Gesicht offenbart, das darin besteht, Christus zu verraten und ein Freund der Welt zu werden, indem man sich ihre Denkweise aneignet. Sobald die Krise in der Kirche vorbei ist, wird das Lehramt der Kirche die Aufgabe haben, alle negativen Phänomene zurückzuweisen, die in den letzten Jahrzehnten im Leben der Kirche aufgetreten sind. Und die Kirche wird dies tun, weil sie göttlich ist. Sie wird es genau tun und alle Irrtümer korrigieren, die sich angesammelt haben, beginnend mit einigen mehrdeutigen Ausdrücken in den Konzilstexten.

Der Modernismus ist wie ein verborgenes Virus, das teilweise in einigen Aussagen des Konzils verborgen ist, und das sich jetzt manifestiert hat. Nach der Krise, nach der schweren geistigen Virusinfektion, werden die Klarheit und Genauigkeit der Lehre, die Heiligkeit der Liturgie und die Heiligkeit des Priesterlebens heller leuchten.

Weihbischof Athanasius Schneider

Quelle katholisches.info

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Seminaristen mit zwei Gesichtern

Über die „Ergebnisse diözesaner Untersuchung von Missbrauchsfällen im Bistum Limburg“ schreibt Regina Einig in der TAGESPOST:

Dass erhebliche Defizite in puncto Transparenz im Bistum bestehen, geht aus der Befragung dreier Seminaristen hervor, die scharfe Kritik an der Situation der Ausbildung im Priesterseminar Sankt Georgen üben.

Das überdiözesane Priesterseminar an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt am Main wird vom Jesuitenorden und den Diözesen Limburg, Hamburg, Hildesheim und Osnabrück getragen.

Den Angaben der Seminaristen zufolge fühlen sich die Seminaristen „kontrolliert und einer intransparenten Machtfülle der Regenten ausgesetzt“ und weder ernst genommen und noch wertgeschätzt. Die Anforderungen der Ausbildung seien „unklar beziehungsweise ihnen nicht bekannt“.

Wörtlich heißt es im Bericht: „Das gesamte Ausbildungssystem im Seminar ist intransparent.

Auch gehöre eine gewisse Verstellungstaktik für Seminaristen zum Alltag:

Man hat zwei Gesichter im Seminar:
eins, das ich zeige
und eins, wie ich wirklich bin.

DIE TAGESPOST, 18.06.2020

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„Evangelisiert wird auf den Knien.“

„Wie entstehen gute Predigten?“

Diese Frage stellt Regina Einig in Ihrem Artikel „Johannes von Avila: Lehrmeister und Wanderprediger“, der der in THEOLOGISCHES 05/06 2020 erschienen ist.

In unseren Tagen, in denen liturgisches Leben, ja kirchliches Leben im Allgemeinen, an seinem niedrigsten Level angelangt zu sein scheint, ist die Frage, wie Priester ihren Auftrag heute erfüllen gerechtfertigt. …

Wird nicht, wie seit Jahrzehnten schon, der sozial- und gesellschaftspolitische Aspekt in den Sonntagspredigten viel zu stark betont? Wird heute nicht etwa über Corona und Diskriminierung mehr geredet als über das Heil der Seele? Der gläubige Laie stellt sich die Frage, woher die Priester ihr Predigtmaterial nehmen. Wie haben sie sich auf ihre Sonntagspredigt vorbereitet?

Regina Einig:

„Johannes von Avila (1499-1500-1569) setzte bei der Ausarbeitung seiner Homilien auf Gebet und Studium:

Jeweils zwei Stunden vor und nach der Predigtvorbereitung widmete der Patron des spanischen Klerus dem Gebet.

Kontemplation hatte für den von Papst Benedikt XVI. im Jahr 2012 zum Kirchenlehrer erhobenen Weltpriester Vorrang.

Ein durchbetetes Predigtwort sage mehr als zehn ohne Gebet, schrieb Johannes einmal.“

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