Von der Heiligen Messe

In der Messe, in der alles Gebet vollkommen wird, sprechen wir zu allen.

Manchmal sprechen wir zur Heiligen Dreifaltigkeit (Suscipe Sancta Trinitas)1,
manchmal zum Vater (Elevatis oculis ad Te Deum Patrem)2,
manchmal zu Jesus dem Wort,
manchmal zum Heiligen Geist (Veni Sanctificator)3,
manchmal zu den Heiligen im Himmel,
manchmal auch zu dem Volke rings um uns und
manchmal sogar zu uns selbst, sinnend
in der Gegenwart Gottes:
Quid retribuam Domino… calicem salutaris accipiam4.

Wenn wir nicht zu den Engeln sprechen (bis zu den Gebeten nach der Messe), so sprechen wir doch wenigstens zu Gott über die Engel, die als Seine Diener gegenwärtig sind und im Opfer eine aktive Rolle spielen. Und wir sprechen auch zu Ihm von den Heiligen und den frommen Seelen im Fegfeuer und vom Papst und vom Bischof und von allen unseren Freunden. Nichts könnte weniger privat sein als die Messe. Und doch ist sie zugleich auch vollkommene Einsamkeit.

(von fr. Louis in der Abtei Gethsemani am 15. März 1950;
in: Thomas Merton. Das Zeichen des Jonas. 1954)

1Suscipe, sancta Trinitas, hanc oblationem, quam tibi offerimus ob memoriam passionis, resurrectionis, et ascensionis Jesu Christi, Domini nostri, et in honorem beatæ Mariæ semper Virginis, et beati Joannis Baptistæ, et sanctorum apostolorum Petri et Pauli, et istorum et ominum sanctorum: ut illis proficiat ad honorem, nobis autem ad salutem: et illi pro nobis interecedere dignentur in cælis, quorum memoriam agimus in terris. Per eumdem Christum Dominum nostrum. Amen. – Heiliger Vater, allmächtiger ewiger Gott, nimm diese makellose Opfergabe gnädig an. Dir, meinem lebendigen, wahren Gott, bringe ich, Dein unwürdiger Diener, sie dar für meine unzähligen Sünden, Fehler und Nachlässigkeiten. Ich opfere sie auf für alle Umstehenden und alle Christgläubigen, für die Lebenden und Verstorbenen. Gib, daß sie mir und ihnen zum Heile gereichen für das ewige Leben. Amen

2Qui pridie quam pateretur, accepit panem in sanctas ac venerabiles manus suas, et elevatis oculis in cælum ad te Deum, Patrem suum omnipotentem, tibi gratias agens, benedixit, fregit, deditque discipulis suis, dicens. – Am Abend vor seinem Leiden nahm er das Brot in seine heiligen und ehrwürdigen Hände, erhob die Augen zum Himmel, zu dir, seinem Vater, dem allmächtigen Gott, sagte dir Lob und Dank, brach das Brot, reichte es seinen Jüngern und sprach:

3Veni, sanctificator, omnipotens æterne Deus: et benedic hoc sacrificium, tuo sancto nomini præparatum. – Komm, Heiligmacher, allmächtiger, ewiger Gott, und segne + dieses Opfer, das Deinem heiligen Namen bereitet ist.

4 – Quid retribuam Domino pro omnibus quae retribuit mihi? Calicem salutaris accipiam. – Womit kann ich dem Herrn vergelten für alles, was er mir Gutes getan hat? Den Kelch des Heils will ich nehmen.

Pater Louis (Thomas Merton) erhebt den Kelch während seiner ersten Zelebration des feierlichen Hochamtes (Konventamt) nach seiner Priesterweihe in der Trappistenabtei Unserer Lieben Frau von Gethsemani (Kentucky, USA) am 28. Mai 1949. – An dieser Stelle der heiligen Messe wird die Wandlung des Leibes und Blutes Christi vollzogen. – Foto von H.P. Littell über AP-Archive.

„Niemand kann zwei Herren dienen.
Dein Leben ist geprägt von dem Ziel,
für das du lebst.“

Thomas Merton

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Papst Franziskus sucht im Plattenladen nach alten gregorianischen Gesängen

Papst Franziskus hat am Dienstagabend den 11. Januar 2022 persönlich einen Musikshop im Zentrum von Rom aufgesucht. Den Plattenladen in der Nähe des Pantheons kannte er bereits als Erzbischof, als er hier öfter vorbeischaute. Laut Vatican News traf der Heilige Vater gegen 19 Uhr Ortszeit ein, um das neu renovierte Haus zu segnen. Er sprach mit Letizia, der älteren Ladenbesitzerin, ihrer Tochter und ihrem Schwiegersohn.

GLOSSE – Der Papst erkundigte sich nach gregorianischen Gesängen. Insbesondere interessierte er sich für die neue CD des Priesterseminars der Petrusbruderschaft in Wigratzbad: „Sancta Nox“. Ebenso hat er sein Interesse an der CD „Requiem“ bekundet, die vom Priesterseminar der FSSP in Denton produziert wurde. Offenbar hatte er, als er sich daraus das „Diae irae“ anhörte großen Gefallen daran, – wie das Foto vermuten läßt:

Der Tochter der Ladenbesitzerin vertraute Papst Franziskus an, dass ihm in Santa Marta traditionelle geistliche Gesänge verweigert würden. Auch bedauerte er, dass die Kardinäle und Bischöfe mit denen er zu tun habe, ihn immer wieder dazu drängten, seine Vorliebe für traditionelle Liturgie, für die Gregorianik und überhaupt für die katholische Tradition, verborgen zu halten.

Zum Abschied schenkte sie ihm eine Schallplatte. Dass es sich dabei um eine alte Single mit Aufnahmen aus dem Jahr 1958 aus Maria Laach handelt, ist bisher ein Gerücht.

Ein Video vom Papstbesuch im Plattenladen:
https://www.youtube.com/watch?v=HL6Pl_hs83s&t=20s

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Kritischer Zustand – Pater Stefano Maria Manelli FI

Bitte beachten Sie, dass sich Pater Stefano Maria Manelli FI (Gründer der traditionellen Kongregation der Franziskaner der Unbefleckten Empfängnis) in einem gesundheitlich schwierigen Zustand befindet. Wir bitten um Gebet und, wenn dies Gottes Wille ist, um einen guten Tod für ihn. Er befindet sich in seinem 89. Lebensjahr.

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Kardinal Müller – Exerzitien in Clear Creek

Die Mönche von Clear Creek
profitierten vom 3. bis 9. November 2021
von den Konvent-Exerzitien,
des emeritierten Präfekten der Glaubenskongregation
Gerhard Ludwig Kardinal Müller.

Am Sonntag, den 7. November 2021, zelebrierte der Kardinal
in der Abteikirche ein Pontifikalamt im Ritus von 1962.

https://clearcreekmonks.org/

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Der Mönchspriester – Beter für das Volk

Das Priestertum, das Christus seiner Kirche geschenkt hat, ist eines, aber es verbindet sich mit vielfaltigen Charismen und vielfältigen Begabungen entsprechend der Vielfalt der Menschen, die in die Gemeinschaft mit Christus gerufen sind und seine Kirche bilden sollen. Heute geschieht es, dass das Sakrament des Priestertums sich begegnet mit dem Charisma des Mönchtums in seiner strengsten Form: mit der kontemplativen Hingabe an den Herrn in einem Leben des Gebetes und des Sinnens über das Göttliche. Unsere Vorstellung von Pastoral ist inzwischen so pragmatisch und auch so funktional geworden, dass wir uns eigentlich nur sehr schwer vorstellen können, wie dies zusammengehen solle: ein Hirte zu sein für die Menschen vom Herrn her und zugleich ein Mensch der Hingabe, des Schweigens, im Heraustreten aus den Aktivitäten dieser Welt, in der betenden Zugewandtheit zum lebendigen Gott. Dennoch gehört beides zueinander, und gerade wenn wir auf dieses Miteinander sehen, werden wir vor einer Vereinseitigung dessen bewahrt, was Priester-Sein heißt und verstehen es tiefer. Wir können dieses Miteinander recht begreifen, wenn wir auf den Kern hingehen, der sich dann in vielfältiger Weise der Verwirklichung öffnet.

Dies zu verstehen, hat mir geholfen und hilft mir immer wieder ein Wort, das die Kirche in der zweiten Vesper für heilige Hirten im Anschluss an Texte des Alten Testamentes geformt hat. Da heißt es: »Hic est fratrum amator qui multum orat pro populo suo: Dies ist der Freund der Brüder, der große Beter für das Volk.«

Hier die ganze Predigt von
Kardinal Joseph Ratzinger
am 15. September 1991.

Friedhof der Mönche in Mariawald

Die Abtei Mariawald
wurde auf Anordnung des Vatikan vom Orden aufgehoben.
Es bleibt die Erinnerung –
und die Hoffnung auf andere Zeiten.

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Priesterweihe im Kloster Clear Creek

Am morgigen Sonntag, den 24. Oktober 2021, wird der junge Benediktinermönch Frater John McFadden OSB in der Kirche der US-amerikanischen Benediktinerabtei Clear Creek von Mons. Edward Slattery, dem ehemaligen Bischof der Diözese Tulsa (Oklahoma) zum Priester geweiht.

Foto der Diakonatsweihe von Fr. John McFadden (links) am 17. November 2020. Mitte: Bischof von Tulsa, David Konderla; re: Abt Philip Anderson.

Wieder ein bedeutender Tag für die Benediktinerabtei „Our Lady of Clear Creek Abbey“ in Hulbert, Oklahoma: Diakon McFadden, Professe des Klosters, das erst im Jahr 1999 von der Abtei Unserer Lieben Frau von Fontgombault in Frankreich gegründet wurde, und bereits etwa 60 Mönche zählt, erhält die Priesterweihe.

Der künftige Priester besuchte das „Christendom College“, bevor er im August 2013 in das Kloster eintrat.

Das „Christendom College“ wurde 1977 als Reaktion auf den verheerenden Schlag, den die Kulturrevolution in den 1960er Jahren der katholischen Hochschulbildung zugefügt hatte, gegründet. Ihr Ziel ist es, eine wahrhaft katholische Ausbildung in Treue zum Lehramt der Katholischen Kirche anzubieten und damit die Studierenden auf ihre Rolle, alles in Christus wiederherzustellen, vorzubereiten.

John McFadden ist innerhalb von 24 Jahren der 99. Student des Christendom College, der zum Priester geweiht wird.

Geschwister McFadden
Fr. John McFadden mit seinen Eltern

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Ich fand Mariawald – das Eifelkloster der Trappisten.

„SWR Retro – Der Südwesten damals“
stellt ein bestaunenswerte Filmdokument
zur Verfügung.

Ein schwarz-weiß-Fernsehfilm,
der in der Karwoche des Jahres 1959
vom Südwestfunk ausgestrahlt wurde.

Abt des Trappisten-Klosters Mariawald
war Christophorus Elsen (von 1946-1961).

https://www.ardmediathek.de/video/swr-retro-der-suedwesten-damals/trappisten-kloster-mariawald/swrfernsehen-de/Y3JpZDovL3N3ci5kZS9hZXgvbzE1MDU1MDI/

Bildschirmfoto

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Die „Bußwallfahrt“ zu „Unserer Lieben Frau vom Christentum“, Spanien 2021.

Vor wenigen Wochen fand kurz nach dem Erscheinen des Papst-Schreibens „Traditionis custodes“, die erste Wallfahrt der Liebhaber der liturgischen Tradition in Spanien statt.

Die Wallfahrt der Tradition zu Unserer Lieben Frau von Covadonga musste allerdings unter erschwerten Bedingungen durchgeführt werden.

Obwohl der Erzbischof von Oviedo, Jesús Sanz Montes, sowohl die Wallfahrt, als auch die vorgesehenen feierlichen Heiligen Messen für den außerordentlichen Ritus in der Kathedrale von Oviedo und in der Basilika von Covadonga bestätigt hatte, hat kurzfristig seine Genehmigung der Heiligen Messen zurückgezogen.

Dennoch wurde seitens der Organisatoren „peregrinación tradicional desde Oviedo a Covadonga“ die Fußwallfahrt vom 24.-26. Juli durchgeführt.

Ganz im Stil der bekannten „Paris-Chartres-Wallfahrt“ sollte die erste Auflage dieser spanischen Wallfahrt von Oviedo nach Covadonga stattfinden. Hunderte, vor allem junger Menschen, hatten sich dazu bereits im Vorfeld angemeldet.

Trotz des Verbotes, das Herzstück der Wallfahrt, die Heiligen Messen im traditionellen Ritus, wie vorgesehen in den großen Kirchen feiern zu können, entschlossen sich die Organisatoren kurzerhand, die Wallfahrt als „Bußwallfahrt“ durchzuführen. Dabei richteten sie sich nach den Vorgaben von Erzbischof Sanz Montes, der sagte, dass außerhalb der Kapellen und Kirchen die Priester die Heilige nach dem Vetus Ordo feiern könnten, wenn die entsprechenden liturgischen Disziplin und der Rubriken eingehalten würden. Dem sollte nichts im Wege stehen.

So konnte also das grundlegende Merkmal dieser Wallfahrt, die tägliche Feier der Heiligen Messe in der außergewöhnlichen Form des römischen Ritus, in Gottes freier Natur stattfinden.

Webseite der Wallfahrt: https://nscristiandad.es/

VIDEO
Primera peregrinación Nuestra Señora de la Cristiandad, España, 2021

Die Jungfrau von Covadonga, im Volksmund als La Santina bekannt, ist ein Gnadenbild der Jungfrau Maria in einer Höhle von Covadonga. Sie ist die Schutzpatronin von Asturien. Im Jahr 722 waren die Muslime bereit, die letzte Bastion des Widerstands auf der Halbinsel aufzugeben und sich zurückzuziehen.

La Virgin de la Covadonga