Padre Roberto +

Noch vor der Vollendung seines 100.sten Lebensjahres hat ihn Gott zu sich gerufen. Er möge in Frieden ruhen. Betet für seine Seele.

Padre Roberto Magalhães OFMCap
hat sein ganzes Priesterleben hindurch
im tridentinischen Ritus zelebriert.

Er wurde geboren am 10. September 1920.
Von Gott heimgerufen am 18. Mai 2020.

Roberto Magalhães OFMCap (10.9.1920-18.5.2020)

Siehe auch HIER

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„Summorum Pontificum“ – Negatives

Die Feier von heiligen Messen im klassischen römischen Ritus wird an manchen Stellen immer noch unterdrückt, erschwert, die Information darüber, wann wer wo zelebriert, untersagt. Das reicht von der „Bestrafung“ traditioneller Gottesdienstgemeinden durch Rücknahme der Genehmigung zur Feier der alten Messe – weil die Gläubigen etwa mit einer Petition gegen irgendetwas protestiert haben – bis zur Forderung an junge Männer, die Priester werden wollen, alle im Internet publizierten Artikel, in denen sie sich positiv zur außerordentlichen Form des römischen Ritus äußern, zu löschen beziehungsweise löschen zu lassen.

Monika Rheinschmitt im Interview mit CNA

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Heilige Städte

Ein roter Punkt auf der Karte deutet auf eine von 20 808 Städten in Europa, die einen Heiligen oder „heilig“ in ihrem Namen tragen. Die christlichen Wurzeln unseres Kontinents liegen auf der Hand.

1. – 8963 x in Frankreich
2. – 4444 x in Spanien
3. – 2638 x in Italien
4. – 797 x in Portugal
5. – 694 x in Österreich
6. – 664 x in Griechenland
7. – 464 x in Belgien
8. – 464 x in Ungarn
9. – 327 x in Großbritannien
10.  – 244 x in Deutschland

Quelle

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Weihen in Clear Creek Abbey

Für die Abtei der Benediktiner von Our Lady of Clear Creek weihte der zuständige Bischof der Diözese Tulsa und Ost-Oklahoma, Exc. David Konderla, am 17. November 2019 einen Mönch zum Diakon und einen anderen zum Priester.

Beachten Sie auch das kurze VIDEO.

clearcreekmonks

Our Lady of Clear Creek Abbey
5804 W Monastery Road
Hulbert, OK 74441-5698

googlemap

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Die katholische Tradition wächst – doch die Kirche wird zum Ableger von UNO-Agenturen

Erzbischof Nicola Bux:

Auf den Reisen durch Italien und ins Ausland stelle ich immer mehr fest, daß die Bewegung der katholischen Tradition nicht aufzuhalten ist – überall, in den großen wie in den kleinen Zentren. Die Gläubigen erkennen – ich meine jene, die die katholische Wahrheit kennen und daher wissen, wie man sie von Irrtum und Häresie unterscheidet –, daß das „Mahl“ der sogenannten Pastoral ein vergifteter Fleischkloß ist, und sie reagieren, indem sie sich zusammenfinden und auf die katholische Tradition zurückgreifen, die im Katechismus und in der Liturgie bewahrt wurde, insbesondere in jener, die Benedikt XVI. freigegeben hat.

Die Befreiungstheologie oder ihre Indio-Version hingegen verstärken, wie wir an den jüngst im Vatikan stattgefundenen Handlungen gesehen haben, den religiösen Relativismus – man denke an die Erklärung von Abu Dhabi –, entleeren den Glauben, lassen die Menschen zu Sekten abwandern und führen zum Götzendienst. Wer aber die katholische Lehre kennt, reagiert, indem er jenen folgt, „die den von den Aposteln überlieferten katholischen Glauben“ (Römischer Kanon), also die heilige Tradition bewahren. Sie ist, wie das Zweite Vatikanische Konzil bekräftigt, eine der beiden Quellen der Offenbarung. Auf sie wurde auch bei der Abfassung der Heiligen Schrift zurückgegriffen. Aus diesen beiden inspirierten Quellen ziehen wirkliche Katholiken die Normen des moralischen Lebens. Wenn die Kirchen sich leeren und die Zahl der standesamtlichen Trauungen und Lebensgemeinschaften zunimmt, bedeutet das, daß die Bischöfe und der Klerus sich nicht mit Wort und Tat um die Evangelisierung der Menschen bemühen, sondern mit der gesellschaftspolitischen Agenda, mit Migration und Klimawandel befassen, obwohl die Mehrheit der Katholiken das ablehnt, denn der erste zu stillende Hunger des Menschen ist die Sehnsucht nach Gott.

Die Kirche scheint zu einem Ableger der UNO-Agenturen zu werden, die an jeder Form von Relativismus interessiert sind, und denen es gefällt, daß die Kirche nicht mehr Jesus Christus verkündet, sondern vom „einen Gott“ spricht, obwohl der von Jesus geoffenbarte Gott dreieinig ist, und sich stattdessen um die Umwelt und die Indio-Kulturen kümmert.

Quelle: katholisches.info

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Trappisten 1970

Schon während der Zeit des 2. Vatikanischen Konzils drängten Neuerungen in das strenge Klosterleben der Trappisten. Es war aber auch jene Zeit, da nicht nur fast alle Klöster dieses Ordens voll besetzt waren. 60, 70, ja 100 und mehr Mönche lebten damals in vielen Trappistenklöstern weltweit.

Während die bisher eintretenden meist ein Büßerleben suchten und gänzlich von der Welt getrennt das Lob Gottes an die erste Stelle setzten, änderte sich nun die Situation. Es wurde mehr die eigene und ganz persönliche Gotteserfahrung hervorgehoben. Dazu bedürfe es nicht mehr jener strengen Tagesordnung, meinte man. In allen Lebensbereichen gab es Lockerungen; auch traten Bedürfnisse Einzelner in den Vordergrund, ihre Selbstverwirklichung.

Es herrschte regelrechte Euphorie und man dachte, die Zukunft der Kirche und der Klöster würde mehr als rosig werden. Dass es anders kommen musste spürte so mancher Mönch. Doch im Gehorsam blieben die meisten von ihnen still und schwiegen; und so kam es zu vielerlei Veränderungen.

Am auffälligsten traten die Neuerungen in der Klosterkirche zutage. Natürlich wurde als erstes ein sogenannter Volksaltar vor dem Hauptaltar platziert, an dem nun nicht mehr die Opfermesse zelebriert, sondern das Gemeinschaftsmahl gefeiert wurde.

Ein sehr interessantes Zeitdokument ist das hier verlinkte Video aus dem Jahr 1970. Ein Dokumentarfilm über das Leben in der Trappistenabtei von Orval zeigt ansatzweise, teilweise sehr deutlich, die bereits eingetretenen Neuerungen.

Video – N.D. de ORVAL 1970

Abbaye d’Orval – Abtei von Orval

Die Liturgie wurde zunächst durch die Muttersprache ergänzt, aufgewertet und bald weitestgehend ersetzt. Die altehrwürdigen, wenigen liturgischen Bücher wurden immer mehr an den Rand gedrängt und vielfach kaum noch oder gar nicht mehr benutzt.

Bald benötigte man die alten liturgischen Bücher, die allesamt in der Druckerei der belgischen Abtei Westmalle hergestellt wurden, nicht mehr. Vielfach wurden sie entsorgt.

Die Druckplatten, die einen unschätzbaren Wert besaßen, wurden in den siebziger Jahren zerschlagen.

Heutige Trappistenliturgie : Ringbücher, lose Blätter, Ringbücher …

Es sei noch erwähnt, dass in jenen Jahren, ab Ende der 60er und für ungefähr zehn Jahre, die meisten Ordensleute aus ihren Klöstern abgewandert sind, sie verlassen haben. Ein Gott wohlgefälliges Leben könne man auch in der Welt führen und ein Büßerleben war nun nicht mehr notwendig, wo doch die theologische Auffassung immer mehr um sich griff, dass alle Menschen bereits erlöst seien.

Übrigens ist nie untersucht worden, wie viele Mönche nicht aus solchen oder ähnlichen Beweggründen ihr Kloster verlassen haben, sondern deswegen, weil die neue Ordnung nicht mehr mit ihrer Berufung übereinstimmte.

Liturgische Bücher aus der Vergangenheit – für die Zukunft?

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Erste Begegnung mit der „alten Messe“

Es sind allem voran bestimmte Begegnungen, die unserem Leben Richtung und Prägung geben.

Begegnungen, die aus dem flüchtigen Grau-in-Grau des Alltags hervorstechen. Die ihr Zeichen tief in Seele und Herz drücken. Und die uns wie verwandelt entlassen. Rückblickend erkennen wir sie als Fügungen göttlicher Vorsehung; als Wege der Gnade hin zum Leben in Fülle.

Die bescheidene Begegnung, von der hier die Rede sein soll, ereignete sich vor über 3 Jahrzehnten in einer Kapelle. Deren Besonderheit liegt nicht in hohem Alter und bedeutenden Kunstschätzen, sondern darin, daß sie zur Versammlungsstätte jener Katholiken geworden ist, die die heilige Messe im „alten Ritus“ besuchen wollen.

Der Verfasser dieser Zeilen hatte eigentlich keine Veranlassung, sich in den Kreis solcher Außenseiter zu begeben. Selbst Ministrant in seiner Pfarrei und aktiv in deren Jugendgruppen, war er im „normalen“ kirchlichen Leben zuhause und vertraut mit der Form des Gottesdienstes, die er von Kindertagen an als einzige kennengelernt hatte. Warum etwas Neues, auch wenn es das Ältere wäre?

Aber einige Vorkommnisse, teils abschreckender, teils erfreulicher Art, trieben zur Suche an und drängten mit wachsender Eindeutigkeit auf den Pfad der Tradition. So erlebte er auf der einen Seite die offene In-Frage-Stellung von Glaubenswahrheiten im Religionsunterricht und Abstoßendes in der Jugendarbeit und in Jugendgottesdiensten, an deren Gestaltung er selbst Anteil hatte.

Auf der anderen Seite standen Begebenheiten, die neue Horizonte eröffneten: eine intensiv religiöse Wallfahrt, die Entdeckung und Pflege „altertümlicher Frömmigkeitsformen“ (besonders des Rosenkranzgebetes) sowie die Lektüre wahrhaft katholischen Schrifttums.

Zum ersten Mal wurde der Glaube hier in seiner erregenden Größe und Schönheit, in seinem bindenden und bannenden Anspruch erfahren. Schwindelerregend hoch und abgrundtief, erhaben und innig zugleich erschien die Lehre von der eucharistischen Gegenwart Jesu und von der unblutigen Vergegenwärtigung Seines Liebes- und Lebensopfers in der heiligen Messe.

Warum nur waren dem praktizierenden und engagierten Jugendlichen alle diese Wahrheiten so lange beinahe vollständig vorenthalten geblieben? Und wo fanden sie überhaupt einen angemessenen Ausdruck? Im gewohnten gottesdienstlichen Leben jedenfalls war davon wenig auszumachen. Trotz – oder vielmehr: wegen? – der vielgepriesenen „Verständlichkeit“ der neuen Liturgie.

So wurde der Wunsch unabweislich, das, was bisher nur vom Hörensagen her bekannt war, mit eigenen Augen und Ohren mitzuerleben: die „alte Messe“. War sie, die von den Bauleuten Verworfene, nicht schon durch die bloße Kunde zum Eckstein im Herzen des Suchenden geworden?

Fast immer erspäht der junge Mensch in neuer Umgebung zuerst, was er denn da für Leute um sich habe. Erfreulich war die Entdeckung, daß sich in der Kapelle alle Altersstufen einfanden; und daß es sich keineswegs um lauter religiöse Fanatiker und frömmelnde Exzentriker (die es natürlich auch gab) handelte.

Die Formen der Ehrfurcht, im pfarrlichen Leben auf ein kaum noch zu unterbietendes Minimum reduziert und nur von wenigen Randexistenzen beibehalten, hatten bei diesen Gläubigen so gar nichts Übertriebenes an sich. Reine Selbstverständlichkeiten.

Und dann die heilige Messe selbst. Der Neuling sah sich einer eigenen Welt gegenüber. Die war ihm noch weithin verschlossen. Aber in ihrer erfüllten Stille und im erahnten Tiefsinn der Zeichen übte sie eine unaufdringliche und zugleich kraftvolle Anziehung aus. Bis auf die Predigt, weit und wogend wie das Meer, machte dieser Gottesdienst nicht den Eindruck eines Vortrages von Mensch zu Mensch, sondern einer Handlung, genauer noch: einer Begegnung.

Die Haltung und Ausrichtung des Zelebranten, der Ministranten und Gläubigen ließen keinen Zweifel mehr darüber, wer da im Mittelpunkt stand. Es fiel gar nicht schwer, an die wirkliche und persönliche Gegenwart des Erlösers in Seinem Opfer zu glauben. Alles redete ja davon. Alles lenkte die Aufmerksamkeit auf Ihn hin. Anstatt seine Person hervorzuheben, verschwand der Priester nahezu. Er tauchte gleichsam in dem liturgischen Vollzug unter und ging völlig auf in der Stellvertretung des einen Hohenpriesters Jesus Christus.

Aus der Hinwendung zum „Geheimnis des Glaubens“ heraus wandte er sich dann auch den Gläubigen zu. Aber ohne den Blick auf den Herrn zu verstellen. Keine störenden subjektiven Einlagen. Die heilige Messe hatte nicht das Gesicht ihres menschlichen Zelebranten. Sie war theozentrisch, christozentrisch.

Endlich hatte der Sucher den Ausdruck jenes eucharistischen Glaubens, der aus den Worten und Gebeten der Heiligen spricht, gefunden! Wohl waren die Zelebrationsrichtung, die lateinische Kultsprache und die lang empfundenen Phasen des Schweigens für den an Verständlichkeit und Abwechslung gewöhnten Meßbesucher zunächst fremdartig.

Durch den Entzug äußerer Beschäftigungen sah er sich plötzlich auf sein eigenes, armes Inneres zurückgeworfen: auf die Leere, den schwachen Glauben, die verkümmerte Fähigkeit zur Anbetung…

Doch gerade dadurch kam auch die Einsicht: Die heilige Messe ist eben ein Mysterium; ein Geheimnis, das nicht dem Fassungsvermögen des Menschen angepaßt werden darf, sondern dem sich dieses Fassungsvermögen durch die Gnade und eigenes Bemühen mehr und mehr anpassen soll.

Der innerste Mittelpunkt des Glaubenslebens kann nicht nach den Maßstäben Fernstehender gestaltet werden. Nur dem gläubigen Mitvollzug erschließt er sich nach und nach. In das wahrhaft Große wächst man erst mit der Zeit hinein.

Der Blick muß geläutert, das übernatürliche Sensorium geschärft werden. Dann beginnt das Abenteuer immer neuer, immer noch herrlicherer Entdeckungen.

Diese erste Begegnung läutete für den Verfasser eine Entdeckungsreise ein, die bis heute kein Ende gefunden hat. Auch die spätere „Gewöhnung“ an den traditionellen Meßritus im Priesterseminar und als Priester hat daran nichts geändert.

Während das Moderne in seiner Ausrichtung auf den „Menschen von heute“ veraltet, offenbart das Alte sich in ewiger Jugend, denn es ist in erster Linie ein „Hintreten zum Altare Gottes, zu Gott, der meine Jugend erfreut“ (Stufengebet der hl. Messe). In der Begegnung mit diesem Wunderwerk des Glaubens findet das abenteuerliche Herz, was es sucht: den unerschöpflichen Reichtum des Lebens in der Begegnung mit dem Herrn.

Von P. Bernward Deneke FSSP im Schweizerisches Katholisches Sonntagsblatt

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Monastère Sainte-Marie de la Garde

Eine Tochtergründung von Le Barroux

Eine kleine Mönchsgemeinschaft bezog die noch bestehenden Gebäude eines alten Landgutes und stellte ihr klösterliche Leben unter den Schutz der allerseligsten Jungfrau Maria mit ihrem Titel als Unbefleckte Empfängnis.

Am 2. Oktober 2007 begann das Klosterprojekt, dedacht für 40 Mönche. Zunächst sollten Restaurierungen und Vergrößerung der bestehenden Gebäude vorgenommen, danach der Bau des eigentlichen Mönchstraktes samt Kreuzgang und Abteikirche in Angriff genommen werden. All das dauert seine Zeit … währenddessen die Mönchsgemeinschaft langsam wächst.

Monastère Sainte-Marie de la Garde – jetzige Klosterkapelle

Die vorzügliche Aufgabe der Mönche ist das Gotteslob, das ganz in der monastischen Tradition der Benediktiner gelebt wird.

3.30 Matutin / Vigilien
6.00 Laudes, anschl. Privatmessen der Priestermönche
7.45 Prim
9.30 Terz, anschl. Konventamt
12.00 Sext
14.00 Non
17.30 Vesper
19.45 Komplet

Plan für Monastère Sainte-Marie de la Garde

Monastère Sainte-Marie de la Garde
47270 Saint-Pierre-de-Clairac
Frankreich

https://www.la-garde.org

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Tageslauf und Jahreslauf deutscher Nonnen im 13./14. Jahrhundert (2/2)

Der Jahreslauf

Wie der Tag von den sieben Stationen des Offiziums seine Gestaltung und Weihe empfing, so gab das Kirchenjahr mit den drei großen Mysterienkreisen Weihnachten, Ostern und Pfingsten dem Jahresgang eine gewaltige dramatische Steigerung, Größe und Abgeschlossenheit.

Die Inhaltsfülle dieser drei Festkreise bot nicht nur immer wechselnden Andachtsstoff und Stimmungszauber, was heute viele nur noch ästhetisch verstehen, sondern es wurde von den Nonnen mit einer Einfühlungsglut nachgelebt, von der wir uns kaum einen Begriff machen könnten, wenn wir nicht aus jenen Aufzeichnungen ersähen, dass dieses Nachleben im wörtlichen Sinne leibhaftig war, d. h. wie Visionen und Ekstasen mit Krankheiten und plötzlichen Genesungen aufs engste mit der Ereignisabfolge des Kirchenjahres zusammen hingen, wie namentlich Todes- und Auferstehungstag Christi sich in den wunderlichsten körperlichen und seelischen Wandlungen widerspiegelten.

Veranlasst und gepflegt wurde diese Empfänglichkeit durch Kirche und Orden, indem Liturgie, Offizium und Lektionen sich aufs innigste dem Kirchenjahresgang anpassten. Die Fastenzeiten bedeuteten in ihrer Strenge und Dauer einen Einfluß auf den körperlichen Organismus und mithin auch auf die Seele, den die wenigsten von uns auch nur einmal erprobt haben. Ähnlich unbekannt aus eigener Erfahrung und Übung sind dem modernen Abendländer die Konzentration und ihre Folgeerscheinungen, die in der stundenlangen Beschauung der biblischen Ereignisse wirksam waren.

Dazu traten bestimmte Klostergepflogenheiten, z. B. die Vorbereitung auf die Ankunft des Christkindes im Advent, (…) die uns fast wie Spielerei anmutete, wenn die uns nicht in ihrer psychologischen Berechnung auf den weiblichen Mutterinstinkt und somit als wirksamstes Einfühlungsmittel in die zu erregende Weihnachtsfreude und -rührung eher Bewunderung einflößen müsste.

So reiht sich jede Einzelheit ins Ganze; Arbeit und Chordienst, Übung und Beschauung, Tagesgang und Jahreskreis ordnen sich dem Einen unter, das uns zu Beginn des nächsten Abschnitts begegnen wird.

Aus: Deutsches Nonnenleben. Das Leben der Schwestern zu Töss und der Nonne von Engeltal.  1921.

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