Tageslauf und Jahreslauf deutscher Nonnen im 13./14. Jahrhundert (2/2)

Der Jahreslauf

Wie der Tag von den sieben Stationen des Offiziums seine Gestaltung und Weihe empfing, so gab das Kirchenjahr mit den drei großen Mysterienkreisen Weihnachten, Ostern und Pfingsten dem Jahresgang eine gewaltige dramatische Steigerung, Größe und Abgeschlossenheit.

Die Inhaltsfülle dieser drei Festkreise bot nicht nur immer wechselnden Andachtsstoff und Stimmungszauber, was heute viele nur noch ästhetisch verstehen, sondern es wurde von den Nonnen mit einer Einfühlungsglut nachgelebt, von der wir uns kaum einen Begriff machen könnten, wenn wir nicht aus jenen Aufzeichnungen ersähen, dass dieses Nachleben im wörtlichen Sinne leibhaftig war, d. h. wie Visionen und Ekstasen mit Krankheiten und plötzlichen Genesungen aufs engste mit der Ereignisabfolge des Kirchenjahres zusammen hingen, wie namentlich Todes- und Auferstehungstag Christi sich in den wunderlichsten körperlichen und seelischen Wandlungen widerspiegelten.

Veranlasst und gepflegt wurde diese Empfänglichkeit durch Kirche und Orden, indem Liturgie, Offizium und Lektionen sich aufs innigste dem Kirchenjahresgang anpassten. Die Fastenzeiten bedeuteten in ihrer Strenge und Dauer einen Einfluß auf den körperlichen Organismus und mithin auch auf die Seele, den die wenigsten von uns auch nur einmal erprobt haben. Ähnlich unbekannt aus eigener Erfahrung und Übung sind dem modernen Abendländer die Konzentration und ihre Folgeerscheinungen, die in der stundenlangen Beschauung der biblischen Ereignisse wirksam waren.

Dazu traten bestimmte Klostergepflogenheiten, z. B. die Vorbereitung auf die Ankunft des Christkindes im Advent, (…) die uns fast wie Spielerei anmutete, wenn die uns nicht in ihrer psychologischen Berechnung auf den weiblichen Mutterinstinkt und somit als wirksamstes Einfühlungsmittel in die zu erregende Weihnachtsfreude und -rührung eher Bewunderung einflößen müsste.

So reiht sich jede Einzelheit ins Ganze; Arbeit und Chordienst, Übung und Beschauung, Tagesgang und Jahreskreis ordnen sich dem Einen unter, das uns zu Beginn des nächsten Abschnitts begegnen wird.

Aus: Deutsches Nonnenleben. Das Leben der Schwestern zu Töss und der Nonne von Engeltal.  1921.

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Tageslauf und Jahreslauf deutscher Nonnen im 13./14. Jahrhundert (1/2)

Der Tageslauf

Das Siebengestirn der horae canonicae: Mette, Prim, Terz, Sext, Non, Vesper, Komplet steht unverrückbar über dem äußeren und inneren Leben der Nonne.

Noch tief in der Nacht sammelt die Mette (Matutin) die Frauen im Chorraum zu Gebet und Gesang. Die Zwischenzeit bis zur Prim gehört wieder dem Schlaf; aber so manche gönnt sich diese Ruhe nicht, bleibt kniend im Betgestühl und erfüllt diese geheimnisgraue Stunde der ersten Frühe mit tiefster Versenkung. Das ist die visionenschwangere Zeit, die in Dunkelheit und Todesstille ihre inneren Stimmen und Lichterscheinungen gebiert. Andere nehmen um diese noch nächtliche Stunde wohl auch gemeinsam ihre Disziplin (Geißelung), „so dass es einem vor dem Kapitelhaus grausig zumute wurde“.

Die Prim mit der stillen Messe im Anschluß eröffnet dann das eigentliche Tagewerk. Es bestand meist in gemeinsamer Handarbeit (gewöhnlich Spinnen) im Werkhaus. Schwestern, die sich auf „höhere Künste“ verstanden, saßen in der großen Schreibstube und fertigten Bücher, noch öfter Notenabschriften für den Chorgesang an. Die Novizenmeisterin unterwies die Anfänger im Lesen und Latein und hörte sie Psalter und Sequenzen ab.

Die Arbeit wurde jeweils durch die weiteren „Tagzeiten“ unterbrochen, zu denen die Glocke wieder in den Chor rief. Diesem Glockenzeichen unverweilt Folge zu leisten, galt als besonders verdienstlich, und die Chroniken versäumen nicht, solch rasche Bereitwilligkeit rühmend hervorzuheben (…).

Das gemeinschaftliche Mittagsmahl wurde um die Nonzeit im Refektorium eingenommen und war von Vorlesung begleitet. Die Kost scheint einfach gewesen zu sein. Die Erholungszeit konnte im Winter auf der heizbaren Kemenate, dem „Warmhaus“, zugebracht werden, im Sommer im Kreuzgang oder Obstgarten. Doch gab es Schwestern, die sich auch dies versagten, einige aus asketischen Gründen, andere um der Behütung ihrer Seele willen (…).

Als Neuerung tritt uns (…) im Dominikanerorden entgegen „die Feierlichkeit, womit die Komplet, das kirchliche Nachtgebet, gesprochen wurde, und das unter Abhaltung einer Prozession gesungene Salve. Hierzu mußten alle Schwestern, auch die vom Anwohnen der übrigen Horen dispensierten Laienschwestern, erscheinen. Das Offizium dieser Schwestern bestand in einer Anzahl Vaterunser, die sie still für sich in den freien Augenblicken, die die Arbeit ihnen ließ, hersagten“ (…).

Nach der Komplet war Schweigen geboten bis zur Schlafenszeit. Diesen Tagesabschluss verbrachten einige noch betend und betrachtend im Dormitorium an ihrem Bette, andere im einsamen Kirchenchor, Gnaden ersehnend und im halben Traum empfangend.

Aus: Deutsches Nonnenleben. Das Leben der Schwestern zu Töss und der Nonne von Engeltal.  1921.

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Karl-Leisner-Verein zur Förderung der überlieferten Liturgie in Kleve

An jedem Sonntag um 8.30 Uhr:
Heilige Messe im tridentinischen Ritus
im äußersten Westen Deutschlands,
in der Kirche
St.-Antonius-Frasselt
Gocher Str. 57
47599 Kranenburg

Unser Verein wurde im Juli 2016 als Reaktion auf die im Dezember 2015 erfolgte Absetzung der seit 2007 in der Herz-Jesu-Kirche in Kleve gefeierten Alten Messe gegründet (http://www.summorum-pontificum.de/meldungen/d-a-ch/868-der-propst-der-goettlichen-barmherzigkeit.html). Nach einigem Briefwechsel mit dem Bistum Münster und einem Gespräch mit Vertretern des Bischofs wurde uns die Möglichkeit gegeben, die von uns gewünschte heilige Messe in Frasselt zu feiern. Hier erfolgte die erste Feier dieser heiligen Messe im September 2016.

HIER gibt es eine Standortbeschreibung um die Kirche zu finden.

https://www.alte-messe-frasselt.de/

St.-Antonius-Frasselt

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Wodurch unterscheiden sich Weisheit, Verstand und Wissenschaft

Der folgende Artikel von Pater Gerd Heumesser sei allen Lesern von TU DOMINE empfohlen. Wir alle sollten wieder einmal – und von nun an immer öfter – über die Wahrheiten nachdenken, die uns der heilige Thomas von Aquin erschlossen hat:

Die sieben Gaben des Heiligen Geistes sind jedem geläufig, der sich im Katechismus auskennt. Was die Gabe der Stärke zu bedeuten hat, ergibt sich aus ihrem Namen. Das gleiche gilt für die Gabe der Gottesfurcht und der Frömmigkeit. Wie aber sieht es mit den anderen vier Gaben aus? Wie unterscheidet sich die Gabe der Wissenschaft von der des Verstandes? Und wie der Verstand von der Gabe der Weisheit? Und hängt die Gabe des Rates nicht auch zusammen mit dem Verstand und mit der Weisheit?

Weisheit, Verstand, Wissenschat und Rat haben gemeinsam, daß sie etwas mit dem Glauben zu tun haben. Der Glaube aber ist ein weites Feld. Thomas teilt dieses Feld in drei Bereiche ein. In erster Linie informiert uns der Glaube über Gott. Er zeigt uns Gott als den Dreifaltigen, als den Gütigen usw. Ein zweiter Bereich des Glaubens unterrichtet uns über geschaffene Dinge: über die Engel, über die Sakramente, über die Menschen und ihren Zustand nach der Sünde, über die Rolle der Geschöpfe auf unserem Weg zum Himmel. Und drittens spricht der Glaube auch über das, was wir tun und lassen sollen. Er lehrt, daß wir beten müssen, daß wir die Nächsten lieben sollen, daß wir unser Herz nicht an die Welt hängen sollen.

Wenn diese Botschaft an unser Ohr kommt, müssen wir darauf reagieren. Zuerst müssen wir mit unserem Verstand das erfassen, was uns der Glaube sagt. Uns muß klar sein, was Dreifaltigkeit bedeutet, nämlich ein Gott in drei Personen, auch wenn wir das Geheimnis selbst nicht begreifen. Die Sätze des Glaubensbekenntnisses müssen wir kennen. Wir müssen in unseren Verstand aufnehmen, was der Glaube über die Engel und Sakramente lehrt, und so bei allen Glaubenswahrheiten.

Bei diesem „Verstehen“ des Geglaubten unterstützt uns die Gabe des Verstandes. Sie läßt uns erfassen, was wir glauben.

Damit ist aber nicht schon alles getan. Wenn wir die Wahrheiten des Glaubens mit dem Verstand aufgenommen haben, muß das Konsequenzen haben für unser Leben. Der Glaube fordert von uns, all dem einen den rechten Platz einzuräumen, von dem der Glaube zu uns spricht. Und das ist – wie Thomas oben dargelegt hat – dreierlei.

Da ist zuerst der Bereich Gottes. Es ist unsere Aufgabe, über Gott und die göttlichen Dinge so zu urteilen, wie es ihrer Würde entspricht. Gott darf in unserem Leben nicht eine Nebensache sein, sondern muß den ersten Platz einnehmen. Zu diesem richtigen Urteil über Gott verhilft uns die Gabe der Weisheit. Wer von dieser Gabe geleitet wird, stellt Gott an die erste Stelle.

Nicht nur Gott muß an dem Platz stehen, der ihm zusteht, sondern auch die Engel, die Sakramente, die Kirche und alle anderen Geschöpfe, über die uns der Glaube unterrichtet. Zum passenden Urteil in diesem Bereich hilft uns die Gabe der Wissenschaft.

Die Gabe des Rates schließlich ist dafür zuständig, uns recht zu lenken bei unserem Tun und Lassen. Diese Gabe hilft uns, unsere Handlungen richtig zu beurteilen.

Kurz gesagt: die Gabe des Verstandes läßt uns das Geglaubte erfassen, die drei anderen Gaben helfen uns, richtig zu urteilen: die Weisheit über Gott, die Wissenschaft über die Geschöpfe, die Gabe des Rates über unsere Handlungen.

Daß die Zuständigkeitsbereiche der Gaben sich wirklich so aufteilen, bekräftigt Thomas mit einem Wort des hl. Gregors des Großen. Dieser Kirchenlehrer sagt nämlich, wie der Gegensatz einer jeden Gabe heißt.

Den Gegensatz der Gabe des Verstandes nennt er „Stumpfheit des Geistes (hebetudo mentis)“. Stumpfheit des Geistes ist der Gegensatz zu einem scharfen Verstand, der eindringt in den Glauben. Das Gegenteil der Weisheit nennt er „Torheit (stultitia)“. Diese urteilt verkehrt über das Ziel des Lebens. Die Gabe der Wissenschaft ist der Unwissenheit (ignorantia) entgegengesetzt. Die Gabe des Rates schließlich ist das Gegenteil von Überstürzung (praecipitatio), die zum Handeln schreitet, ohne die Handlung vorher vernünftig überlegt zu haben.

Dieser Artikel erschien in „KIRCHLICHE UMSCHAU. Juni 2018“ – LINK zur KU

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Mangel an Unterwerfung unter die Zeichen Gottes

Warum beharren wir darauf, stehend und auf die Hand zu kommunizieren? Warum dieses Verhalten des Mangels an Unterwerfung unter die Zeichen Gottes? Möge kein Priester es wagen, seine eigene Autorität in dieser Frage aufzuerlegen, indem er es jenen, die die Kommunion auf den Knien und auf die Zunge empfangen wollen, verweigert oder diese schlecht behandelt: kommen wir wie Kinder und empfangen wir demütig auf den Knien und auf die Zunge den Leib Christi. Die Heiligen geben uns das Beispiel. Sie sind die Modelle, die Gott uns zur Nachahmung anbietet!

Aber wie konnte die Praxis, die Eucharistie in die Hand zu empfangen, so allgemein werden? […] Es handelte sich um einen Prozess, alles andere als klar, ein Übergang von dem, was die Instruktion Memoriale Domini einräumte bis hin zur Weise, die heute so verbreitet ist: es war – nur den Bischofskonferenzen der Länder, wo die Praxis schon missbräuchlich eingeführt war – zugestanden worden, ein Indult zu erbitten, um die Kommunion in die Hand austeilen zu können; und das nur dort, wo es unmöglich war und von Schaden für das Prinzip der Autorität, zur korrekten Weise des Kommunionempfangs zurückzukehren. Wie für die lateinische Sprache, als auch für eine liturgische Reform, die mit den früheren Riten in Einklang hätte sein sollen, ist ein besonderes Zugeständnis leider das Schlupfloch geworden, um den Safe der liturgischen Kirchenschätze zu erzwingen und zu leeren. Der Herr führt den Gerechten auf ‚geraden Wegen‘ (cf. Weish 10,10), nicht auf Schleichwegen; über die oben gezeigten theologischen Motivationen hinaus, zeigt sich folglich, dass sich auch die Weise, wie sich die Praxis der Handkommunion verbreitet hat, nicht den Wegen Gottes gemäß durchgesetzt hat.

[…] Ich hoffe, dass es zu einer Wiederentdeckung und Förderung der Schönheit und des pastoralen Wertes dieses Modus kommt. Meiner Meinung und meinem Urteil nach ist dies ein wichtiges Anliegen, über das die Kirche von heute nachdenken muss. Das ist ein weiterer Akt der Anbetung und der Liebe, den jeder von uns Jesus Christus anbieten kann.

Es freut mich sehr, viele Jugendliche zu sehen, die sich entscheiden, unseren Herrn so, ehrfürchtig auf den Knien und auf die Zunge zu empfangen. […]
[Wir sind] in der Erwartung des sicheren Triumphs des Unbefleckten Herzens Mariens: demnach wird auch die Wahrheit in der Liturgie triumphieren.

Kardinal Robert Sarah,
Vorwort zu dem Buch von Federico Bortoli „La Nuova Bussola Quotidiana“
Übersetzung aus dem Italienischen von Pfarrer Johannes Lehrner.
Quelle: katholisches.info

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Die heilige Kommunion soll würdig empfangen werden:
kniend und auf der Zunge.
Eltern sind gute Vorbilder.
Die Gläubigen sollen zum würdigen Empfang
der heiligen Kommunion
hingeführt werden.
Dies ist zuerst die Aufgabe der Priester.
Betet um gute, fromme und heilige Priester.
Betet um gute, fromme und heilige Eltern.

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Generalkapitel der Piusbruderschaft

„Tradidi quod et accepi“
„Ich habe weitergegeben, was ich auch empfangen habe“
(1 Kor. 11, 23)

Vom 11. bis 21. Juli 2018 findet im Schweizer Ecône das IV. Generalkapitel der Priesterbruderschaft St. Pius X. statt. Einen Ausblick auf den vielleicht wichtigsten Programmpunkt gewährte in einem Interview der Generalsekretär der FSSPX, Pater Christian Thouvenot. Er sagte:

Unsere Statuten sehen vor, dass die Priesterbruderschaft „die nötigen Schritte unternehmen wird, um den Status eines Institutes päpstlichen Rechts zu erlangen“. Das war übrigens auch das Anliegen von Erzbischof Lefebvre gegen die ungerechte und illegale Auflösung der Priesterbruderschaft im Jahr 1975 und zu der Zeit der Anerkennungsvorschläge, die er im Jahr 1987 formulierte. Diese Frage unseres regulären Status ist jedoch eine Konsequenz der nicht normalen Lage der Kirche und des harten Vorgehens gegen uns. Wir sind katholisch, römisch, zutiefst mit dem Papst und der Hierarchie der Kirche verbunden, aber eben im katholischen Glauben. Wir folgen dem Papst als dem Stellvertreter Christi und Nachfolger des heiligen Petrus, nicht Luther oder Lamennais. Wir erkennen das Lehramt, die Autorität des Papstes und der Konzilien an, aber eben in der Kontinuität der Tradition und nicht in den Neuerungen, die den Glauben, die Liturgie und die Lehre der Kirche verderben.

Es ist wahrscheinlich, dass sich die Frage des Status einer Personalprälatur auf dem Kapitel stellt. Der Generalobere jedoch leitet allein die Priesterbruderschaft, und er trägt die Verantwortung für die Beziehungen der Tradition zum Heiligen Stuhl. Im Jahr 1988 hat Erzbischof Lefebvre diesen Punkt ganz deutlich hervorgehoben.

Es wäre wichtig, dass die Gläubigen ab jetzt für die Anliegen des Kapitels beten, und in einem weiteren Sinne auch für die Entwicklung der Bruderschaft als Werk der Kirche, …

Quelle Piusbruderschaft St. Pius X.

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Zum Dank

. . . für 70 000 Besucher hat die Seite

Die `Alte Messe´ in Mönchengladbach

Kempf’s Liturgik: „In Gottes Tempel“

eingestellt. Man kann hier nachschlagen oder sich das reich bebilderte Buch herunterladen. Das äußerst informative Buch vermittelt Basiswissen und erklärt Begrifflichkeiten aus dem Alltag der Kirche. So sei denn auch von hier aus sowohl das Nachschlagewerk als auch die Webseite empfohlen!

HIER zum „Geschenk“!

http://altemessemg.blogspot.de/

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