Clear Creek: Feierliche Professen

Our Lady of Clear Creek Abbey ist eine Benediktinerabtei der Kongregation von Solesmes. Das Leben ihrer Mitglieder ist gänzlich auf das kontemplative Leben ausgerichtet. Das göttliche Offizium – das Stundengebet – durchzieht den Tag und die Nacht.

4:50 Uhr – Aufstehen
5:15 – Matutin
6:15 – Laudes, anschl. Privat-Messen
8:00 – Prim anschl. Frühstück
9:00 – Lectio Divina (geistliche Lesung)
10:00 – Terz anschl. Konventamt
11:15 – Studium bzw. Arbeit
12:50 – Sext anschl. Mittagessen, Erholung
14:35 – Non anschl. Handarbeit
18:00 – Vesper, stilles Gebet
19:00 – Lectio Divina oder Konferenz
19:30 – Abendessen
20:25 – Kompletlesung im Kapitelsaal anschl. Komplet

Das Stundengebet und alle heilige Messen werden in lateinischer Sprache gefeiert und im gregorianischen Gesang gesungen. Mit Zustimmung des Heiligen Stuhls werden die Sakramente gemäß dem Römischen Messbuch und dem klösterlichen Rituale von 1962 (mit geringfügigen Modifikationen) beobachtet.

Clear Creek wurde 1999 von der Abtei Fontgombault gegründet. Die Gründung befindet sich in der Diözese Tulsa, Oklahoma. Im Jahr 1910 wurde das Kloster zur Abtei erhoben. Heute führen hier 55 Mönche ein verborgenen Leben in Stille und Einsamkeit, in ständigem Gebet und bereitwilliger Buße.

Am 6. August 2022, dem Fest der Verklärung Christi – Transfiguration, legten zwei weitere junge Mönche ihre feierliche Profeß ab, wodurch sie sich für immer an die Abtei binden.

Nach über zwanzigjährigem Bestehen als Kloster ist aus dem ursprünglichen Provisorium an Klostergebäuden inzwischen eine ansehnliche Abtei entstanden. Auch der Bau der Abteikirche schreitet weiter voran.

Hier ein aktuelles Video über den Baufortschritt

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Glocken rufen zum Gebet

Die Glocken wollen uns daran erinnern,
dass nur Gott gut ist,
dass wir ihm gehören und
dass wir nicht für diese Welt leben.

Die Glocken rufen uns aus unseren Tätigkeiten
um uns daran zu erinnern,
dass alles vorübergeht und
dass dabei unsere Ängste keine Rolle spielen.

Die Glocken sind die Stimme unserer Allianz
mit dem Gott im Himmel.

Pater M. Louis, Trappist (Thomas Merton)

Glockenzeichen – Timadeuc, Trappist

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Zwei mögliche Wege für die „traditionelle Messe“

Aus einem Interview mit
Abt Philippe Anderson
(Benediktinerabtei Clear Creek)

Frage: – Wie beurteilen Sie das motu proprio Traditionis custodes, dann die Responsa und schließlich das Exemtionsdekret der Petrusbruderschaft?

D.P-A. – Der Papst hat sicherlich das Recht, den liturgischen Gebrauch in der Kirche zu regeln, und wir respektieren, was in Traditionis custodes und der Responsa festgelegt wurde.

Wir haben diese Dokumente mit dem Ernst und der kindlichen Haltung entgegengenommen, die immer passt, wenn der Heilige Vater und seine Mitarbeiter sprechen, aber zugegebenermaßen nicht ohne eine gewisse Traurigkeit. Es muss anerkannt werden, dass eine ganze Reihe von hochqualifizierten Personen, entweder in den Vereinigten Staaten oder in Europa, respektvoll gegen eine gewisse Härte der Traditionis custodes und des darauf folgenden Dokuments protestiert haben. Mindestens fünf Kardinäle, darunter Kardinal Burke, drückten vor dem Motu Proprio ihre Enttäuschung aus. Es gibt auch Priester, Theologen, Philosophen, Kanonisten, Historiker und viele andere in den Vereinigten Staaten und auf der ganzen Welt.

Wir waren andererseits erfreut, nicht nur die kindliche Haltung zu sehen, die die Priesterbruderschaft St. Petrus dazu veranlasste, sich in dieser Angelegenheit auf den Heiligen Vater zu verlassen, sondern vor allem zu sehen, mit welcher Freundlichkeit dieser auf seine Bitte reagierte.

Frage: Wie sehen Sie die Zukunft der traditionellen Messe und der „Tradis“?

D.P-A. – Ich sehe zwei Wege, die sich in Bezug auf die „traditionelle“ Messe vor uns auftun.

Einerseits ist es möglich, dass der Heilige Stuhl und unsere Bischöfe diese Form der Feier so weit wie möglich unterdrücken. In diesem Fall wird der usus antiquior wahrscheinlich mehr oder weniger heimlich und illegal weitergehen. Ein gewisser Teil der Katholiken wird in einem Quasi-Schisma leben, die Wut auf die Hierarchie wird zunehmen, viele der Jugendlichen werden aufhören, den Glauben zu praktizieren, und eine gewisse Traurigkeit wird die Kirche befallen.

Der andere Weg würde, wie mir scheint, dazu führen, dass die kirchlichen Autoritäten sich das zu eigen machen, was tatsächlich einen neuen Impuls im christlichen Leben darstellt, dieses Interesse am alten Ritus im besten Sinne vollständig katholisch und orthodox zu machen. Heutzutage geht es nämlich nicht mehr um alte Menschen, die sich an nostalgische Erinnerungen klammern, sondern um junge Menschen, die irgendwie ihr eigenes Erbe entdecken.

Hier ist ein Vergleich, der helfen kann, die Situation besser zu verstehen. Im 12. und 13. Jahrhundert begann die Tendenz, sich einem bestimmten Ideal der evangelischen Armut anzuschließen, ernsthafte Probleme zu verursachen, wie zum Beispiel die Geschichte der Waldenser zeigt, die in der Häresie endeten.

Eine aktuelle Studie von Donald Prudlo zeigt, inwieweit die Kontroverse der damaligen Zeit die Gemüter an der Universität von Paris und anderswo aufregte. Der heilige Thomas von Aquin und der heilige Bonaventura mussten die bloße Existenz der Prediger und Minderbrüder energisch gegen ihre Feinde verteidigen, die sie falsche Propheten und Vorläufer des Antichristen nannten. Aber Papst Innozenz III. und seine Nachfolger sahen in diesen neuen Ordnungen ein neues Leben für die Kirche selbst, anstatt diese Bewegung zu zerschlagen. Den Rest kennen wir.

HIER das ausführliche Interview bei LaNef in französischer Sprache

Abbey Notre-Dame de l’Annonciation
5804 W Monastery Road, Hulbert, OK 74441, OSA
https://clearcreekmonks.org/

Fronleichnam 2022 – Photo Abb. Clear Creek

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Von der Heiligen Messe

In der Messe, in der alles Gebet vollkommen wird, sprechen wir zu allen.

Manchmal sprechen wir zur Heiligen Dreifaltigkeit (Suscipe Sancta Trinitas)1,
manchmal zum Vater (Elevatis oculis ad Te Deum Patrem)2,
manchmal zu Jesus dem Wort,
manchmal zum Heiligen Geist (Veni Sanctificator)3,
manchmal zu den Heiligen im Himmel,
manchmal auch zu dem Volke rings um uns und
manchmal sogar zu uns selbst, sinnend
in der Gegenwart Gottes:
Quid retribuam Domino… calicem salutaris accipiam4.

Wenn wir nicht zu den Engeln sprechen (bis zu den Gebeten nach der Messe), so sprechen wir doch wenigstens zu Gott über die Engel, die als Seine Diener gegenwärtig sind und im Opfer eine aktive Rolle spielen. Und wir sprechen auch zu Ihm von den Heiligen und den frommen Seelen im Fegfeuer und vom Papst und vom Bischof und von allen unseren Freunden. Nichts könnte weniger privat sein als die Messe. Und doch ist sie zugleich auch vollkommene Einsamkeit.

(von fr. Louis in der Abtei Gethsemani am 15. März 1950;
in: Thomas Merton. Das Zeichen des Jonas. 1954)

1Suscipe, sancta Trinitas, hanc oblationem, quam tibi offerimus ob memoriam passionis, resurrectionis, et ascensionis Jesu Christi, Domini nostri, et in honorem beatæ Mariæ semper Virginis, et beati Joannis Baptistæ, et sanctorum apostolorum Petri et Pauli, et istorum et ominum sanctorum: ut illis proficiat ad honorem, nobis autem ad salutem: et illi pro nobis interecedere dignentur in cælis, quorum memoriam agimus in terris. Per eumdem Christum Dominum nostrum. Amen. – Heiliger Vater, allmächtiger ewiger Gott, nimm diese makellose Opfergabe gnädig an. Dir, meinem lebendigen, wahren Gott, bringe ich, Dein unwürdiger Diener, sie dar für meine unzähligen Sünden, Fehler und Nachlässigkeiten. Ich opfere sie auf für alle Umstehenden und alle Christgläubigen, für die Lebenden und Verstorbenen. Gib, daß sie mir und ihnen zum Heile gereichen für das ewige Leben. Amen

2Qui pridie quam pateretur, accepit panem in sanctas ac venerabiles manus suas, et elevatis oculis in cælum ad te Deum, Patrem suum omnipotentem, tibi gratias agens, benedixit, fregit, deditque discipulis suis, dicens. – Am Abend vor seinem Leiden nahm er das Brot in seine heiligen und ehrwürdigen Hände, erhob die Augen zum Himmel, zu dir, seinem Vater, dem allmächtigen Gott, sagte dir Lob und Dank, brach das Brot, reichte es seinen Jüngern und sprach:

3Veni, sanctificator, omnipotens æterne Deus: et benedic hoc sacrificium, tuo sancto nomini præparatum. – Komm, Heiligmacher, allmächtiger, ewiger Gott, und segne + dieses Opfer, das Deinem heiligen Namen bereitet ist.

4 – Quid retribuam Domino pro omnibus quae retribuit mihi? Calicem salutaris accipiam. – Womit kann ich dem Herrn vergelten für alles, was er mir Gutes getan hat? Den Kelch des Heils will ich nehmen.

Pater Louis (Thomas Merton) erhebt den Kelch während seiner ersten Zelebration des feierlichen Hochamtes (Konventamt) nach seiner Priesterweihe in der Trappistenabtei Unserer Lieben Frau von Gethsemani (Kentucky, USA) am 28. Mai 1949. – An dieser Stelle der heiligen Messe wird die Wandlung des Leibes und Blutes Christi vollzogen. – Foto von H.P. Littell über AP-Archive.

„Niemand kann zwei Herren dienen.
Dein Leben ist geprägt von dem Ziel,
für das du lebst.“

Thomas Merton

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Papst Franziskus sucht im Plattenladen nach alten gregorianischen Gesängen

Papst Franziskus hat am Dienstagabend den 11. Januar 2022 persönlich einen Musikshop im Zentrum von Rom aufgesucht. Den Plattenladen in der Nähe des Pantheons kannte er bereits als Erzbischof, als er hier öfter vorbeischaute. Laut Vatican News traf der Heilige Vater gegen 19 Uhr Ortszeit ein, um das neu renovierte Haus zu segnen. Er sprach mit Letizia, der älteren Ladenbesitzerin, ihrer Tochter und ihrem Schwiegersohn.

GLOSSE – Der Papst erkundigte sich nach gregorianischen Gesängen. Insbesondere interessierte er sich für die neue CD des Priesterseminars der Petrusbruderschaft in Wigratzbad: „Sancta Nox“. Ebenso hat er sein Interesse an der CD „Requiem“ bekundet, die vom Priesterseminar der FSSP in Denton produziert wurde. Offenbar hatte er, als er sich daraus das „Diae irae“ anhörte großen Gefallen daran, – wie das Foto vermuten läßt:

Der Tochter der Ladenbesitzerin vertraute Papst Franziskus an, dass ihm in Santa Marta traditionelle geistliche Gesänge verweigert würden. Auch bedauerte er, dass die Kardinäle und Bischöfe mit denen er zu tun habe, ihn immer wieder dazu drängten, seine Vorliebe für traditionelle Liturgie, für die Gregorianik und überhaupt für die katholische Tradition, verborgen zu halten.

Zum Abschied schenkte sie ihm eine Schallplatte. Dass es sich dabei um eine alte Single mit Aufnahmen aus dem Jahr 1958 aus Maria Laach handelt, ist bisher ein Gerücht.

Ein Video vom Papstbesuch im Plattenladen:
https://www.youtube.com/watch?v=HL6Pl_hs83s&t=20s

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Kritischer Zustand – Pater Stefano Maria Manelli FI

Bitte beachten Sie, dass sich Pater Stefano Maria Manelli FI (Gründer der traditionellen Kongregation der Franziskaner der Unbefleckten Empfängnis) in einem gesundheitlich schwierigen Zustand befindet. Wir bitten um Gebet und, wenn dies Gottes Wille ist, um einen guten Tod für ihn. Er befindet sich in seinem 89. Lebensjahr.

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Kardinal Müller – Exerzitien in Clear Creek

Die Mönche von Clear Creek
profitierten vom 3. bis 9. November 2021
von den Konvent-Exerzitien,
des emeritierten Präfekten der Glaubenskongregation
Gerhard Ludwig Kardinal Müller.

Am Sonntag, den 7. November 2021, zelebrierte der Kardinal
in der Abteikirche ein Pontifikalamt im Ritus von 1962.

https://clearcreekmonks.org/

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Der Mönchspriester – Beter für das Volk

Das Priestertum, das Christus seiner Kirche geschenkt hat, ist eines, aber es verbindet sich mit vielfaltigen Charismen und vielfältigen Begabungen entsprechend der Vielfalt der Menschen, die in die Gemeinschaft mit Christus gerufen sind und seine Kirche bilden sollen. Heute geschieht es, dass das Sakrament des Priestertums sich begegnet mit dem Charisma des Mönchtums in seiner strengsten Form: mit der kontemplativen Hingabe an den Herrn in einem Leben des Gebetes und des Sinnens über das Göttliche. Unsere Vorstellung von Pastoral ist inzwischen so pragmatisch und auch so funktional geworden, dass wir uns eigentlich nur sehr schwer vorstellen können, wie dies zusammengehen solle: ein Hirte zu sein für die Menschen vom Herrn her und zugleich ein Mensch der Hingabe, des Schweigens, im Heraustreten aus den Aktivitäten dieser Welt, in der betenden Zugewandtheit zum lebendigen Gott. Dennoch gehört beides zueinander, und gerade wenn wir auf dieses Miteinander sehen, werden wir vor einer Vereinseitigung dessen bewahrt, was Priester-Sein heißt und verstehen es tiefer. Wir können dieses Miteinander recht begreifen, wenn wir auf den Kern hingehen, der sich dann in vielfältiger Weise der Verwirklichung öffnet.

Dies zu verstehen, hat mir geholfen und hilft mir immer wieder ein Wort, das die Kirche in der zweiten Vesper für heilige Hirten im Anschluss an Texte des Alten Testamentes geformt hat. Da heißt es: »Hic est fratrum amator qui multum orat pro populo suo: Dies ist der Freund der Brüder, der große Beter für das Volk.«

Hier die ganze Predigt von
Kardinal Joseph Ratzinger
am 15. September 1991.

Friedhof der Mönche in Mariawald

Die Abtei Mariawald
wurde auf Anordnung des Vatikan vom Orden aufgehoben.
Es bleibt die Erinnerung –
und die Hoffnung auf andere Zeiten.

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