Gebet zur Friedenskönigin

O Mutter der Barmherzigkeit,
erflehe du uns von Gott den Frieden!
Und vor allem jene Gnaden, die in einem Augenblick die menschlichen Herzen umwandeln können, jene Gnaden, die den Frieden vorbereiten, schließen und sichern!
Königin des Friedens, bitte für uns und gib der streitenden Welt den Frieden, den die Völker ersehnen, den Frieden in der Wahrheit, in der Gerechtigkeit und in der Liebe Christi! Gib ihr den Frieden der Waffen und den Frieden der Seelen, damit Gottes Reich sich in der Ruhe der Ordnung ausbreite.
(Pius XII).

Maria, Königin des Friedens,
schenke uns den Frieden mit Gott, verleihe uns den wahren Frieden des Herzens, erfülle uns mit Liebe zu unseren Brüdern und Schwestern, tröste die Kranken, bekehre die Sünder, verbreite immer mehr den Frieden unter den christlichen Familien, führe die Völker der Erde zu aufrichtiger Eintracht, behüte uns alle an Leib und Seele, erbitte den Lebenden die Gnade deines göttlichen Sohnes und den Sterbenden einen seligen Heimgang zum Vater im Himmel. Amen.

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Dreifaltigkeitssonntag: „O mein Gott, Dreifaltiger, den ich anbete“

Am 21. November 1904 entsprang einem ‚Seufzer ihres Herzens‘ am Ende der geistlichen Exerzitien der französischen Karmelitin Elisabeth von der Heiligsten Dreifaltigkeit (1880-1906) der Ausruf: „O mon Dieu, Trinité que j’adore – O mein Gott, Dreifaltiger, den ich anbete“.

O mein Gott, Dreifaltiger,
den ich anbete,
hilf mir, mich ganz zu vergessen, damit ich in Dir bin,
regungslos und friedvoll, als ob meine Seele
bereits in der Ewigkeit weilte.
Nichts soll meinen Frieden stören,
nichts mich von Dir entfernen,
o mein Unwandelbarer, jede Minute soll mich mehr
in die Tiefe Deines Geheimnisses hineinführen. …

(Ganzer Text)

„Man muss alles aus Liebe tun;
man muss sich selbst vergessen.“

Für den belgischen Benediktiner Dom Jean Vandeur OSB war die Lektüre der französischen Originalausgabe des Buches „Souvenirs“ sehr eindringlich. Besonders dem Gebet „O mon Dieu, Trinité que j’adore“ fühlte er sich dermaßen angesprochen, dass er dazu eine Reihe von Meditationen geschrieben hatte. In Deutschland erfuhr dieses Büchlein unter dem Titel „O mein Gott Dreifaltiger“ bis in die fünfziger Jahre hinein mehrere Auflagen im Pustet-Verlag. Der Sarto-Verlag veröffentlichte diese „Gebetsbetrachtungen im Geist der heiligen Schwester Elisabeth von der heiligsten Dreifaltigkeit“ unter dem gleichen Titel „O mein Gott Dreifaltiger“ neu und überarbeitet, sowie mit einer neuen Einleitung versehen.

Dom Eugen Vandeur OSB
O mein Gott Dreifaltiger
Sarto-Verlag 2017, Neuherausgabe
136 Seiten; 8,90€
ISBN: 978-3943858846

Bestellmöglichkeit – HIER

Untergang des zweiten Rom

Konstantinopel, 29. Mai 1453

Fast 1000 Jahre nach dem Untergang des weströmischen Reiches fallen Ostrom und das Morgenland an Sultan Mehmed, während das Abendland zu Europa wird, mit einem dritten Rom als neuem Nachbarn im Osten.

Ein enger Gang führt dahinter zu einer schmalen Treppe, auf einen zweiten Flur hoch, zu einem engen ummauerten Balkon hinaus, von wo wir eine ferne Rauchwolke über dem Meer zum Himmel hochsteigen sehen. Das ist Byzanz. Da hinten brennt Konstantinopel. Das ist das Ende des zweiten Roms Kaiser Konstantins, sein neues Jerusalem, wo Staat und Kirche wie nirgendwo sonst mehr in Europa zur fast vollständigen Deckung gekommen sind – wenn auch in einer klaren Hierarchie: unter der Herrschaft der Selbstherrscher und Kaiserpäpste, und einer bestechend einfachen Staatsdoktrin. Wer innerhalb dieses Reiches lebt, gehört zum Volk Gottes. Hier geht es zugrunde.

Denn nun ist Sultan Mehmed gerade in die Schöne eingedrungen. Hinter den Mauern geht es apokalyptisch zu, das Wehgeschrei nimmt kein Ende. Janitscharen vergewaltigen in der Hagia Sophia die schönsten Nonnen der Stadt und besaufen sich mit Messwein auf dem Altar.

Der letzte Kaiser Ostroms ist nur noch an seinen goldenen Adlerschuhen unter Bergen von Gefallenen zu identifizieren. Auch er heißt wieder Konstantin – wie sein Vorgänger, der das christliche Rom 1100 Jahre zuvor begründet hat.

„Menschen von allen Seiten strömten der großen Kirche zur Heiligen Weisheit zu“, heißt es dazu in einem Bericht über den letzten Tag, bevor die Mauern Konstantinopels brachen.

„Kaum ein Bürger, mit Ausnahme der Soldaten auf den Mauern, blieb dem verzweifelten Bittgottesdienst fern. Priester, in deren Augen die Union mit Rom eine Todsünde war, raten an den Altar, um zusammen mit ihren unionistischen Brüdern die Messe zu zelebrieren. Jedermann war gekommen, um die Beichte abzulegen und das Abendmahl zu empfangen, ohne zu achten, ob der Priester ein Orthodoxer oder ein Katholik war. Die goldenen Mosaiken mit den Abbildern Christi schimmerten im Licht von tausend Lampen und Kerzen. Unter ihnen bewegten sich zum letzten Mal die Priester in ihren herrlichen Messgewändern im feierlichen Rhythmus der Liturgie. In diesem Augenblick war die Kirche geeint.“

Einen Tag später war die alte Schwester des Westens gefallen.

Seit diesem 29. Mai 1453 wird „Europa“ zum Namen für das alte Abendland.

Und Konstantinopel wird zu Istanbul, zur „Hohen Pforte“ der islamischen Welt.

Im alten Morgenland erklärt aber kurz danach der Mönch Filofej das kerzenknisternde, ikonenschimmernde und hölzerne Moskau vor dem Ural zur Nachfolgerin Konstantinopels: zum „dritten Rom“.

Von diesem Tag an werden Rom und Moskau zu den eifersüchtigsten Nebenbuhlerinnen um das Herz Europas: das neue Byzanz im Osten, wo die Kirche seit Theodosius eine Sklavin der Herrscher war, und das alte Rom im Westen, wo die Kirche seit Ambrosius ein Widerpart aller Herrscher ist.

Moskau, die neue Dame im Europäischen Haus! Es ist noch keine sechshundert Jahre her, dass die ersten slawischen Völker – denen Moskau nun vorsteht – im Auftrag zuerst des Kaisers von Byzanz und dann der Päpste von Bayern und Mähren her zum Christentum bekehrt worden sind. Das hatten zwei Griechen fast ganz allein besorgt, die beiden Brüder Kyrillos und Methodios, und auch sie wieder, wie vorher schon die Iren unter den Franken, mit dem wichtigsten kulturellen Instrument jener Zeit überhaupt unter dem Arm: mit dem Buch.

Für die schriftlosen Slawen haben sie dafür eigens eine neue Schrift entwickelt, die bald für den Osten so bedeutend wird, wie es die Regel des Benedikt für den Westen schon geworden ist. Wie ein Kontrastmittel zeichnet seitdem das griechische und kyrillische neben dem lateinischen Alphabet die Texte und Landkarte einer einzigartigen Konfliktgeschichte zwischen Ost und West in Europa. …

(Aus: Paul Badde. Abendland)

Paul Badde
Abendland
Die Geschichte einer Sehnsucht
FE-Medienverlag 2020
ISBN: 978-3863572907
464 Seiten; 17,80 Euro

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Dr. theol. Carmen Breuckmann-Giertz – Studienleiterin in der Priester- und Diakonenausbildung im Erzbistum Köln

DOMRADIO.DE meldet:

Erstmals besetzt das Erzbistum Köln eine Führungsposition in der Priesterausbildung mit einer Frau. Die Theologin übernimmt zum 1. Juni als Referentin die Studienleitung in der Priester- und Diakonenausbildung.

Zudem übernimmt sie die Begleitung der Kandidaten auf ihrem Weg in den seelsorglichen Einsatz, wie das Erzbistum am Mittwoch erklärte. Bislang seien dafür allein Priester oder Diakone zuständig gewesen.

Quelle

Künftigen Priester und Diakone des Erzbistums
können sich an ihrem Anblick erfreuen:

Foto: Meppener Tagespost

Dr. Carmen Breuckmann-Giertz – screenshot: Meppener Tagespost

Frau Dr. theol. Carmen Breuckmann-Giertz:
geb. 1975, studierte 1996 – 2002 Theologie und Germanistik in Bonn, Freiburg und Lahti/Finnland; nebenamtliche Referentin in der Jugendbildungsstätte Marstall Clemenswerth/Sögel; wiss. Hilfskraft am Moraltheol. Lehrstuhl der Universität Bonn; 2005 Promotion in Bonn; seit November 2005 Studienreferendarin in Meppen; seit dem Schuljahr 2014/15 als Studienrätin, dann Studiendirektorin in Haselünne und unterrichtete die Schüler in den Fächern Deutsch und kath. Religion.

Ein wichtiges Betätigungsfeld von Frau Dr. Theol. Carmen Breuckmann-Giertz war bisher, neben Ihrem Dasein als Mutter eines Sohnes, Ihre Tätigkeit im Bereich der Sterbehilfe. Sie engagierte sich für die Hospizbewegung und war von 2012-2020 Vorsitzende des ambulanten Hospizdienstes Meppen e.V. und seit 2014 Vorsitzende der Hospiz Stiftung Niedersachsen; seit 2017 ist sie im Beirat des DHPV (Deutsche Hospiz- und PalliativVerband).

Schon in ihrer Studienzeit hat sie sich mit diesem Thema befasst und über die Herausforderungen am Lebensende promoviert: „Hospiz erzeugt Wissenschaft. Eine ethisch-qualitative Grundlegung hospizlicher Tätigkeit“ (Münster-Berlin LIT 2006).

In diesem Fachgebiet hat sie sich einen guten Ruf erworben und ist insbesondere aus katholischer Sicht derzeit für die Hospizbewegung und den Kampf für eine würdige Sterbehilfe nicht verzichtbar.

Der Ehemann von Dr. theol. Carmen Breuckmann-Giertz, Thorsten Giertz, war Schulleiter an der der Bödiker Oberschule in Haselünne. Seit einem Jahr ist er als Diakon des Erzbistum Köln in der „Abteilung Pastorale Dienste – Einsatz und regionale Begleitung“ angestellt, wo er als Referent im „Einsatz für Priester (außer leitende Pfarrer)“ tätig ist.

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Gott, Du alte und zugleich neue Schönheit

„Das ist unser Gott und es kann nebst Ihm keinen anderen als diesen geben. Danach suche ich, suche ich nach meinem Gott. Dies liebe ich, wenn ich meinen Gott liebe. Erst nach langer Zeit habe ich Dich lieben gelernt, Du alte und zugleich neue Schönheit. Erst nach langer Zeit habe ich Dich lieben gelernt. Du warst in mir, und ich war draußen; dort war ich auf der Suche nach Dir und ich Ahnungsloser suchte unter den Formen, die Du erschaffen hattest!

Du warst mit mir, doch ich nicht mit Dir …

Oh Licht, Du hast mich erleuchtet, ich sah Dich, und ich liebte Dich. Denn niemand liebt Dich, außer wer Dich geschaut hat. Und keiner sieht Dich, außer wer Dich liebt. Erst nach langer Zeit habe ich Dich lieben gelernt, oh Schönheit von alters her! Erst nach langer Zeit habe ich Dich lieben gelernt; Schmach über jene Zeit, da ich Dich nicht liebte“.

(Hl. Augustinus. Questionibus 32)

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Widerspiegeln

„Wahrhaftige und verehrenswerteste Schönheit, die nur dem geläuterten Geist sichtbar wird, ist die, die die göttliche und selige Natur umgibt. Wer solche Lichtblitze und Strahlen geschaut hat, der empfängt etwas von diesem Licht – gerade so wie der Anflug einer leuchtenden Farbe, der auf uns trifft, auf unserem Antlitz widergespiegelt wird. So wurde auch bei Mose durch die Teilnahme an dieser Schönheit im Gespräch mit Gott sein Antlitz verherrlicht.“

(Hl. Basilius. Über die Jungfräulichkeit)

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Jenseits des Begreifens

„Steigt der Geist auf unerklärliche Weise zu dem Einen auf, der jenseits des Begreifens ist, so ist es ihm unmöglich, sich nicht in diesen zu verlieben. Denn er begegnet einer unsäglichen und unbegreiflichen Schönheit, die aus Ihm entströmt wie aus einer mächtigen Quelle. In diesem Zustand, eingetaucht ins göttliche Licht, ähnelt der Geist einem Fischernetz, das wegen des Gewichts der vielen Fische, die es enthält, zu reißen droht. In Staunen steht der Geist vor Gottes Schönheit und ist berauscht wie von Wein. Wie von Sinnen gerät er außer sich und wird er von einer Bewunderung erfasst, die alles Begreifliche übersteigt; denn er ist außerstande, die Schau solch außergewöhnlicher Schönheit über aller Schönheit zu ertragen. Darum ist er von der Liebe Banden gebunden und brennt er vor lauter Durst nach Gott“

(Hl. Kallistos. Philokalie, Kap. 24)

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Pfingsten – Komm, Schöpfer Geist

Komm, Schöpfer Geist, kehr bei uns ein,
besuch das Herz der Kinder dein!
Erfüll‘ uns all mit deiner Gnad‘,
die deine Macht erschaffen hat.

Der du der Tröster wirst genannt,
vom höchsten Gott ein Gnadenpfand,
du Lebensstrom, Licht, Lieb‘ und Glut,
der Seele Salbung, höchstes Gut.

O Schatz, der siebenfältig ziert,
o Finger Gottes, der uns führt.
Geschenk, vom Vater zugesagt,
du, der die Zungen reden macht.

Zünd an in uns dein Gnadenlicht,
gieß Lieb‘ ins Herz, die ihm gebricht.
Stärk‘ unsres Leibs Gebrechlichkeit
mit deiner Kraft zu jeder Zeit!

Treib weit von uns des Feinds Gewalt,
in deinem Frieden uns erhalt‘,
daß wir, geführt von deinem Licht,
in Sünd‘ und Leid verfallen nicht.

Gib, daß durch dich den Vater wir
und auch den Sohn erkennen hier,
und daß als Geist von beiden dich
wir allzeit glauben festiglich.

Lob sei dem Vater auf dem Thron
und seinem auferstand’nen Sohn,
dem Heil’gen Geist auch allezeit,
von nun an bis in Ewigkeit. Amen.

Sende aus deinen Geist, und alles wird neu geschaffen.
Und du wirst das Angesicht der Erde erneuern.
Lasset uns beten. Gott, du hast die Herzen deiner
Gläubigen durch die Erleuchtung des Heiligen
Geistes belehrt. Gib, daß wir in diesem Geist verstehen,
was recht ist, und allezeit uns seines Trostes
erfreuen dürfen: durch Christus, unsern Herrn.
Amen.

(Pfingsthymnus)

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Gebet um die zwölf Früchte des Heiligen Geistes

Gütiger und barmherziger Vater!
Du hast die Welt so sehr geliebt, dass Du Deinen eingeborenen Sohn dahingegeben und durch denselben uns den Heiligen Geist geschenkt hast. Vollende dieses Werk der Liebe, das Du in uns angefangen hast, und:
– gib uns die Frucht der Liebe gegen Dich und den Nächsten;
– gib uns die Frucht der Freude und des Dankes in Leiden und Wohlergehen;
– gib uns die Frucht eines äußeren und inneren Friedens;
– gib uns die Frucht der Geduld in Schmach, Not und Widerwärtigkeiten;
– gib uns die Frucht der Milde und Freundschaft gegen Freunde und Feinde;
– gib uns die Frucht der Güte gegen die Menschen;
– gib uns die Frucht der Langmut und der Geduld;
– gib uns die Frucht der Sanftmut in Freuden und Leiden;
– gib uns die Frucht einer festen Treue im Glauben;
– gib uns die Frucht der Mäßigkeit und Bescheidenheit;
– gib uns die Frucht der Enthaltsamkeit von den Gelüsten der Welt;
– gib uns die Frucht einer standesgemäßen Keuschheit des Leibes und der Seele!
Um all diese Früchte bitten wir Dich, o himmlischer Vater, durch Deinen Sohn Jesus Christus, der mit Dir und dem Heiligen Geiste lebt und regiert in Ewigkeit.
Amen.

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Bittgebet zum Heiligen Geist

O Heiliger Geist,
ich bitte Dich demütig und inständig,
gewähre mir eine ganz besondere Gnade,
die ich von Deiner unendlichen Barmherzigkeit erflehe:
Gib, dass ich vor meinem Tode alle Verluste an Gnaden gutmache, die ich zu erleiden das Unglück hatte.
Gib, dass ich die höchste Stufe von Verdienst erreiche, wohin Du mich führen wolltest nach Deiner ersten Absicht, die ich bisher durch meine beständigen Treulosigkeiten vereitelt habe.
Endlich verzeihe mir die Sünden meiner Mitbrüder, die ich verschuldet habe, und setze Deiner Barmherzigkeit gegen mich dadurch die Krone auf, dass Du selbst in den Seelen die Verluste an Gnaden gutmachst, die sie durch meine Fehler erlitten haben.
Amen.

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