Minimum an Widerstand: selbst nicht mit-lügen

„Die Lüge mag alles überzogen haben, die Lüge mag alles beherrschen, doch im kleinsten Bereich werden wir uns dagegen stemmen: OHNE MEIN MITTUN! […]

Denn wenn die Menschen von der Lüge Abstand nehmen – dann hört sie einfach auf zu existieren. Wie eine ansteckende Krankheit kann sie nur in den Menschen existieren. […].

UNSER WEG: IN NICHTS DIE LÜGE BEWUSST UNTERSTÜTZEN! Erkennen, wo die Grenze der Lüge ist (für jeden sieht sie anders aus) – und dann von dieser lebensgefährlichen Grenze zurücktreten! Nicht die toten Knöchelchen und Schuppen der Ideologie zusammenkleben, nicht den vermoderten Lappen flicken – und wir werden erstaunt sein, wie schnell und hilflos die Lüge abfällt, und was nackt und bloß dastehen soll, wird dann nackt und bloß vor der Welt stehen.“

(Alexander Solschenitzyn: „Lebt nicht mit der Lüge!“)

Mehr dazu bei renovatio.org

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Neue internationale Schule mit einem klaren katholischen Auftrag

Mit dem Gründungsrektor des internationalen Saint Peter’s College in Saint Pierre de Maillé im Westen Frankreichs, wo die Schüler „zur Begegnung mit Christus“ geführt werden sollen, führte die DIE TAGESPOST Dr. Barbara Stühlmeyer ein Interview.

Auf die Frage, welche Rolle das liturgische Leben und der Standort für „Saint Peter’s College“ spielen würden, bekam sie die folgende Antwort:

Der Rhythmus des täglichen Lebens ist durch die Liturgie geprägt. Wir legen nicht nur Lippenbekenntnisse zu einem „katholischen Ethos“ ab. Das heilige Messopfer, bereichert durch den Gregorianischen Gesang ist Quelle und Gipfel unseres Lebens. Innerhalb des Stundenplanes sehen wir Gelegenheiten für das persönliche Gebet, den Täglichen Rosenkranz, Beichte, Anbetung und Segnungen vor.

Wir leben in einer idyllischen Umgebung, um exzellente Lernvoraussetzungen zu schaffen. Wir haben Saint Pierre de Maillé, das mitten in der wundervollen französischen Landschaft gelegen ist, wegen seiner inspirierenden Ruhe in einer Welt voller Lärm gewählt. Die vielen Wanderwege, die Welterbestätten, die Gegenden von außerordentlicher Naturschönheit und der großartige Fluss Gartempe vervollständigen die historische und religiöse Bedeutung unserer kleinen Stadt.“

https://www.stpetersfr.com/

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Dr. theol. Carmen Breuckmann-Giertz – Studienleiterin in der Priester- und Diakonenausbildung im Erzbistum Köln

DOMRADIO.DE meldet:

Erstmals besetzt das Erzbistum Köln eine Führungsposition in der Priesterausbildung mit einer Frau. Die Theologin übernimmt zum 1. Juni als Referentin die Studienleitung in der Priester- und Diakonenausbildung.

Zudem übernimmt sie die Begleitung der Kandidaten auf ihrem Weg in den seelsorglichen Einsatz, wie das Erzbistum am Mittwoch erklärte. Bislang seien dafür allein Priester oder Diakone zuständig gewesen.

Quelle

Künftigen Priester und Diakone des Erzbistums
können sich an ihrem Anblick erfreuen:

Foto: Meppener Tagespost

Dr. Carmen Breuckmann-Giertz – screenshot: Meppener Tagespost

Frau Dr. theol. Carmen Breuckmann-Giertz:
geb. 1975, studierte 1996 – 2002 Theologie und Germanistik in Bonn, Freiburg und Lahti/Finnland; nebenamtliche Referentin in der Jugendbildungsstätte Marstall Clemenswerth/Sögel; wiss. Hilfskraft am Moraltheol. Lehrstuhl der Universität Bonn; 2005 Promotion in Bonn; seit November 2005 Studienreferendarin in Meppen; seit dem Schuljahr 2014/15 als Studienrätin, dann Studiendirektorin in Haselünne und unterrichtete die Schüler in den Fächern Deutsch und kath. Religion.

Ein wichtiges Betätigungsfeld von Frau Dr. Theol. Carmen Breuckmann-Giertz war bisher, neben Ihrem Dasein als Mutter eines Sohnes, Ihre Tätigkeit im Bereich der Sterbehilfe. Sie engagierte sich für die Hospizbewegung und war von 2012-2020 Vorsitzende des ambulanten Hospizdienstes Meppen e.V. und seit 2014 Vorsitzende der Hospiz Stiftung Niedersachsen; seit 2017 ist sie im Beirat des DHPV (Deutsche Hospiz- und PalliativVerband).

Schon in ihrer Studienzeit hat sie sich mit diesem Thema befasst und über die Herausforderungen am Lebensende promoviert: „Hospiz erzeugt Wissenschaft. Eine ethisch-qualitative Grundlegung hospizlicher Tätigkeit“ (Münster-Berlin LIT 2006).

In diesem Fachgebiet hat sie sich einen guten Ruf erworben und ist insbesondere aus katholischer Sicht derzeit für die Hospizbewegung und den Kampf für eine würdige Sterbehilfe nicht verzichtbar.

Der Ehemann von Dr. theol. Carmen Breuckmann-Giertz, Thorsten Giertz, war Schulleiter an der der Bödiker Oberschule in Haselünne. Seit einem Jahr ist er als Diakon des Erzbistum Köln in der „Abteilung Pastorale Dienste – Einsatz und regionale Begleitung“ angestellt, wo er als Referent im „Einsatz für Priester (außer leitende Pfarrer)“ tätig ist.

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Mai 2021: Provokation gegenüber dem Lehramt der Kirche

[…] Die Katakombenzeit ließ keinen Zweifel daran aufkommen, dass […] die Diskrepanz zwischen dem universalen Anspruch des Evangeliums und der Minderheitssituation derer, die diesen Anspruch anerkennen, bis zum Ende der Tage nicht verschwinden wird. Und dass es deswegen kein Betriebsunfall ist, wenn man als Christ be- und abgedrängt wird.

Im Gegenteil, es gehört sogar ein offensiver missionarischer Impetus dazu. Die Bedrängnis, zu der die frühe Kirche gezwungen war, hat ihr am Anfang ihrer Ausbreitung einen ihrer Wesenszüge geradezu in Fleisch und Blut übergehen lassen. Es ist die Unbekümmertheit, mit der die Christen berufen sind, IN der Welt aber nicht VON der Welt zu sein.

Und letzteres als ein unaufgebbares Merkmal so zu leben, dass an den Glaubenden ablesbar ist, wo der Ausgang aus der Welt der Schatten ist, nämlich dort, wo Christus bekannt und bezeugt und wo nach Seinen Geboten gelebt wird. Im Leben nach den nicht von der Welt und ihren „Wirklichkeiten“ erdachten Weisungen liegt die Rettung aus der Sklaverei des Vergänglichen.

Die Christen in der Verfolgung haben deswegen durch die Verfolgung zu allen Zeiten ein Gespür für die Wahrheit behalten. Denn die Prüfungen haben sie ihren Glauben nicht als ihre eigene Idee von einer Gottesbeziehung, sondern als ein Geschenk, als Gnade erfahren lassen. Sie waren automatisch imprägniert gegen die Versuchung, dieses Geschenk für austauschbar zu halten.

Das Athanasianische Glaubensbekenntnis spricht es in seinem ersten, den meisten nicht bekannten Satz aus, wenn es sagt: „Wer immer gerettet werden will, für den ist es vor allem notwendig, dass er den katholischen Glauben festhält.

Legt man diese Haltung der frühen, im Untergrund durch Leiden und durch den Zwang zu Entscheidung zu beachtlicher Dynamik gereiften Kirche auf das, was wir derzeit in den Wirrnissen der Zukunftsplanungen des „Synodalen Weges“ der deutschen Kirche erleben, zeigt sich, dass beides nicht zueinander passen will.

Denn heute ersetzt die Lebenswirklichkeit die Offenbarung, die Mission wird nicht mehr von dem Willen zur Rettung bestimmt, sondern abgelöst von der Einreihung einiger weniger unanstößiger christliche Inhalte in die Parade der Religionen und Weltanschauungen. Die Theologie hat sich ihrer Fähigkeit zur Objektivität entledigt, weshalb sich die Praxis der Seelsorge nicht mehr am Glaubensgut orientiert.

Der Wunsch, alle Menschen an dem teilhaben zu lassen, was zur Ewigkeit dient, wird durch die Sucht ersetzt, die Kissen im Diesseits möglichst flauschig aufzuschütteln, um das Dösen im Halbschlaf nachmoderner philanthropischer Träume nicht zu stören.

Dabei geht es auch ans Eingemachte, wenn die zeitüberhobene Gültigkeit des verbrieften Glaubensgutes, wie es im Katechismus zusammengefasst ist, bestritten und zur Änderung freigegeben wird.

So geschieht es derzeit im Hinblick auf die Anerkennung und Würdigung von außerehelichen Paarbeziehungen und deren Installation als ordentliche Heilswege, bei der Forderung nach einer Aufgabe des katholischen Eucharistieverständnisses zugunsten einer Gleichzeitigkeit in der Anerkennung gegensätzlicher Vorstellungen von dem, was das Vermächtnis des Herrn bedeutet, und beim Ruf nach Aufgabe der wesenhaften Ausschließlichkeit in der Spendung des Weihesakraments an dazu berufene Männer.

Nicht nur Theologen, sondern auch Bischöfe fordern eine Hermeneutik der apostolischen Tradition, die lange schon nicht mehr der Verständlichmachung der Wahrheit in der jeweiligen Zeit dienen will, sondern die Botschaften der Zeit in kirchliches Vokabular kleidet, damit man an sie glaubt. Man krönt diesen betrügerischen Ersatz der Verkündigungsinhalte mit den Begriffen „Fortschreibung“ oder „Weiterentwicklung“ der Lehre, eine perfide Methode des Durcheinanderwerfens.

Der Mai dieses Jahres ist voller Akte der Provokation gegenüber dem Lehramt unter dem Vorzeichen einer neuen Zukunftsfähigkeit der Kirche.

Man braucht wenig Phantasie, um sich den Zusammenbruch der Institution vorzustellen, der nach der offiziellen Aufgabe der Bindung an die Offenbarung und in der Abkehr von einer, von der Wahrheitsfähigkeit des Menschen überzeugten objektiven Theologie und ihrer lehramtlichen „Leitplanken“ (Bischof Stefan Oster) folgen wird.

Was allerdings noch tragischer im Raum steht, ist die damit verbundene Zerstörung der Kirche als Heilsinstrument.

Wenn Rom die Entscheidung einiger deutscher Bischöfe ungeahndet lässt, die Basis des katholischen Glaubens mit wohlfeilen Argumenten zu verlassen und sowohl die neopagane „Lebenswirklichkeit“ einer von allem Christlichen weitgehend entbeinten Gesellschaft als auch eine, die apostolische Tradition ignorierende „pastorale Praxis“ gegen das authentische Lehramt in Stellung zu bringen, wird es keine andere Wahl für die Treuen geben, sich dem Paradigmenwechsel durch den Gang in die Katakomben zu entziehen. Alles andere würde bedeuten, sich an einem Verrat durch die Mimikry eines verbissenen Dabeibleibens zu beteiligen.

Somit ist die Stunde des Martyriums wieder da. Und inmitten des teutonischen Feldzugs gegen das Wesen der Kirche steht diese Herausforderung: die mutige Entscheidung, inmitten eines neuen deutschen Schismas, das in vertikaler Hinsicht als Lösung von der lehramtlichen Autorität und in horizontaler Hinsicht als Trennung der Theologie von der Rechtgläubigkeit daherkommt, katholisch zu bleiben.

Die neue Bedrängnis kommt nicht von den Cäsaren, sondern aus der Mitte der Kirche.

Das, was jetzt im Mai in der Segnung und kirchlichen Würdigung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften und in der Aufgabe des katholischen Eucharistieverständnisses durch die Übernahme einer protestantischen Auslegung inklusive der von Bischof Georg Bätzing ermutigten Interkommunion geschieht, bedeutet eine reguläre Kirchenspaltung und öffnet strukturell den Weg zu immer neuem Verrat.

Wer sich jetzt als Bischof, Priester oder Laie unsicher fühlt, wohin er gehen soll, kann sich von Octavius den Ausweg zeigen lassen. Man wird auf ihm allerdings nur als Märtyrer bestehen.

Pfarrer Dr. Guido Rodheudt

(Auszug aus: „Octavius und die Kirche in Deutschland“,
VATICAN-Magazin Mai 2021)

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Erklärung von Erzbischof Viganò

(zur Fifth International Vatican Conference)

Vom 6. bis 8. Mai 2021 wird die Fünfte Internationale Vatikankonferenz mit dem Titel „Exploring the Mind, Body & Soul. Unite to Prevent & Unite to Cure. A Global Health Care Initiative: How Innovation and Novel Delivery Systems Improve Human Health (Erforschung von Geist, Körper und Seele. Vereint vorbeugen & vereint heilen. Eine globale Gesundheitsinitiative: Wie Innovation und neuartige Liefersysteme die menschliche Gesundheit verbessern) stattfinden. Gastgeber der Veranstaltung sind der Päpstliche Kulturrat, die Cura Foundation, die Science and Faith Foundation und die Stem For Life Foundation.

Über die Teilnehmer und Themen der Konferenz berichtete Michael Haynes auf LifeSiteNews, darunter finden sich auch die Namen des berüchtigten Anthony Fauci, dessen skandalöse Interessenkonflikte ihn nicht daran hinderten, das Management der Corona-Pandemie in den USA zu übernehmen; von Chelsea Clinton, [Tochter von Bill und Hillary Clinton], Anhängerin der Church of Satan und überzeugte Abtreibungsbefürworterin; des New-Age-Gurus Deepak Chopra; von Dame Jane Goodall, Umweltschützerin und Schimpansenexpertin; die Geschäftsführer von Pfizer und Moderna, darunter Albert Bourla; der Vertreter der CDC, FDA und von Big Tech sowie eine ganze Liste von Abtreibungsbefürwortern, Malthusianern und Globalisten, die der breiten Öffentlichkeit bekannt sind. Die Konferenz rekrutierte als Moderatoren fünf prominente Journalisten ausschließlich aus linken Medien wie CNN, MSNBC, CBS und Forbes.
[…]

Ich mache darauf aufmerksam, daß der Päpstliche Kulturrat im Jahr 2003 die Yoga-Meditation und allgemein das New-Age-Denken als mit dem katholischen Glauben unvereinbar verurteilte. Laut dem vatikanischen Dokument ist das New-Age-Denken dadurch gekennzeichnet, daß „mit einigen Gruppen von internationalem Einfluß das Ziel geteilt wird, die verschiedenen Religionen zu ersetzen und zu überwinden, um Platz für eine universelle Religion zu schaffen, die imstande ist, die gesamte Menschheit zu einen. Eng damit verbunden ist das konzentrierte Ziel vieler Institutionen, eine globale Ethik zu erfinden, einen ethischen Rahmen, der den globalen Charakter der zeitgenössischen Kultur, Wirtschaft und Politik widerspiegeln würde. Darüber hinaus bringt die Politisierung ökologischer Fragen Farbe in die gesamte Gaia-Hypothese oder des Mutter-Erde-Kultes. Es versteht sich, daß die heidnischen Zeremonien, mit denen der Petersdom zu Ehren des Pachamama-Götzen geschändet wurde, perfekt in diese „Politisierung der ökologischen Fragen“ passen, vor denen das vatikanische Dokument von 2003 warnt, die aber heute sine glossa durch das sogenannte Bergoglio-Lehramt, angefangen von Laudato sì und Fratelli tutti, gefördert werden.

Unsere Liebe Frau hat uns in La Salette gewarnt: „Rom wird den Glauben verlieren und der Sitz des Antichristen werden“.

Ich bitte meine Brüder im Bischofsamt, die Priester, die Ordensleute und insbesondere die Laien, die sich von der Hierarchie verraten sehen, ihre Stimmen zu erheben, in einem Geist des wahren Gehorsams gegenüber unserem Herrn, dem Oberhaupt des mystischen Leibes, eine Anklage, fest und mutig, gegen diesen Abfall vom Glauben und gegen seine Urheber. Ich lade alle ein, zu beten, damit die göttliche Majestät zum Mitgefühl bewegt wird und als unsere Hilfe eingreift. Möge die Heilige Jungfrau, terribilis ut castrorum acies ordinata, furchterregend wie Heerscharen, am Thron Gottes Fürsprecherin sein und mit ihren Verdiensten die Unwürdigkeit ihrer Kinder kompensieren, die sie mit dem herrlichen Titel Auxilium Christianorum, Hilfe der Christen, anrufen .

+ Carlo Maria Viganò, Erzbischof

Ganzer Artikel bei katholisches.info

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Diese oder jene Worte

Die Zeit kommt, die traurige Zeit,
da alle Dinge dieser Welt für uns ein Ende nehmen.
O Tod, wie heilsam ist dein Andenken,
wenn es mit dieser Erinnerung an die Seele begleitet wird:

Was wird dir diese Rede oder Handlung in der Todesstunde nützen?
Wirst du dann wünschen, dieses und jenes so geredet zu haben?

(P. Friedrich Sturmlehner, 1820)

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Karsamstag

Diese Zeit
ist eine
Karsamstagexistenz
für Christen:

In einem „normalen“ Christenleben
schweigt der Christ als Christ
(er betet und singt nicht)
und Gott kommt nicht zu Wort.

Der fehlende Kirchenbesuch
verurteilt ihn zum Schweigen.

Nicht nur in den Kartagen
schweigen Gott und Mensch sich gegenseitig an,
sondern geradezu ein Leben lang.

(vgl. Klaus Berger. Schweigen)

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Zitat der Woche

„Die Medienwerker des Vatikans arbeiten eifrig daran, den Papst zum obersten Religionsführer und Anwalt für Brüderlichkeit und Humanität in der Welt hochzustilisieren. Franziskus mag sich einer globalen Mission verpflichtet sehen. Aber im Vatikan scheint es drunter und drüber zu gehen. Weder brüderlich noch human, eher wie in einem Obristenregime.“

Guido Horst – TAGESPOST 18.03.2021

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In Anbetracht der gegenwärtigen Situation

Ein Priester schreibt an seine Gläubigen:

In Anbetracht der gegenwärtigen Situation – in Deutschland und international – ist es sicher sinnvoll, sich einige Punkte der zeitlosen Lehre der hl. Kirche über Ursprung und Umfang der Staatsgewalt ins Gedächtnis zu rufen. Die Entfaltung der kirchlichen Lehre über das Staatswesen ist in einem ganz bedeutenden Umfang durch Papst Leo XIII. (er regierte die Kirche von 1878 bis 1903) geschehen. Allen sei empfohlen, die Lehrschreiben dieses Papstes aufmerksam zu studieren. Heute möchte ich Ihnen einen kleinen Ausschnitt aus seiner Enzyklika „Immortale Dei“ (über die christliche Staatsordnung) zur Verfügung stellen. Ebenso auch einen Ausschnitt aus einer Enzyklika Papst Pius‘ XI. (sein Pontifikat währte von 1922 bis 1939). Diese Enzyklika trägt den Titel „Mit brennender Sorge“ und wendet sich u.a. gegen staatlichen Totalitarismus, der sich im Namen eines sog. Volkswohles anmaßt, die objektiven Normen der Moral zu verletzen. (Hervorhebungen durch Fettdruck in den Textausschnitten aus den beiden Päpstlichen Lehrschreiben stammen von mir.)

-Name und Anschrift des Priesters sind tu domine bekannt.-

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Papst Leo XIII.

(Aus der Enzyklika „Immortale Dei“):

„Es ist nicht schwer, das Bild eines Staates zu entwerfen, der von der christlichen Philosophie geleitet wird. – Von Natur aus ist es dem Menschen angeboren, in der bürgerlichen Gesellschaft zu leben; denn, da ihm in der Vereinzelung die zum Leben notwendige Pflege und Fürsorge fehlt, ebenso auch die Bildung des Geistes und Gemütes nicht möglich ist, deswegen hat die göttliche Vorsehung es so geordnet, daß er in eine menschliche Gemeinschaft, die häusliche sowohl wie die bürgerliche, hineingeboren wurde; denn nur diese kann ihm vollen Lebensbedarf bieten. Da aber keine Gesellschaft bestehen kann, wenn nicht einer an der Spitze von allen steht, der durch kräftigen und gleichmäßigen Impuls einen jeden zu dem gemeinsamen Ziele hineinwendet, so ergibt sich für die bürgerliche Gesellschaft die Notwendigkeit einer Autorität, welche sie regiert; wie die Gesellschaft selbst, hat auch sie in der Natur und somit in Gott selbst ihren Ursprung. – Hieraus ergibt sich als zweite Folgerung, daß die politische Gewalt an und für sich Gott zu ihrem Urheber hat. Denn Gott allein ist so recht und im höchsten Sinne Herr der Dinge, dem darum alles, was da ist, untergeben ist und dienen muß, so daß, wer immer ein Herrscherrecht besitzt, dieses von keinem andern empfangen hat als von ihm, dem Herrscher über alle, von Gott. Es gibt keine Gewalt, außer von Gott.

Die Herrschergewalt ist aber an sich mit seiner Staatsform notwendig verknüpft; sie kann die eine oder andere Form annehmen, wenn diese das gemeinsame Wohl und Gedeihen wirksam fördert. Mag aber die Staatsverfassung sein welche sie wolle, immer haben jene, welchen die Gewalt innewohnt, vor allem auf Gott hinzublicken, den höchsten Regenten der Welt, und ihn als Vorbild und Richtschnur in der Leitung des Staates im Auge zu behalten. Wie nämlich Gott in den Dingen dieser sichtbaren Welt Mittel-Ursachen ins Leben gerufen hat, aus denen einigermaßen die Natur und das Walten Gottes erkannt werden können, und durch welche das Universum seinem letzten Ziele entgegengeführt werden soll, so wollte er auch in der bürgerlichen Gesellschaft eine Regierungsgewalt, deren Träger im gewissen Sinne ein Abbild sein sollten der Oberherrlichkeit Gottes über das menschliche Geschlecht und seiner göttlichen Vorsehung.

Darum soll die Regierung eine gerechte sein, nicht herrisch über alle Rechte hinaus, sondern väterlich, da ja auch Gottes Herrschaft über die Menschen eine höchst gerechte ist und mit väterlicher Güte verbunden; betätigen soll sie sich aber zum Nutzen der Bürger, weil nur darum den Herrschern die Gewalt gegeben ist, auf daß sie das Wohl des Staates wahrnehmen. Unter keiner Bedingung darf darum die Staatsgewalt dem Sonderinteresse des einen oder mehrerer dienen; zum Besten der Gesamtheit ist sie bestimmt. Wenn darum die Regierungsgewalt in Ungerechtigkeit entartet, wenn die Herrscher durch Härte und Übermut sich versündigen, wenn sie des Volkes Wohl nur schlecht in Acht nehmen, dann mögen sie wissen, daß sie einst Gott Rechenschaft abzulegen haben, und um so strenger, je heiliger das Amt gewesen, das anvertraut war, je höher die Würde, die ihnen war verliehen worden. ‚Die Mächtigen werden mächtig gestraft werden.'“

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Papst Pius XI.

(Aus der Enzyklika „Mit brennender Sorge“):

„Im verhängnisvollen Zug der Zeit liegt es, wie die Sittenlehre, so auch die Grundlagen des Rechtslebens und der Rechtspflege vom wahren Gottesglauben und von den geoffenbarten Gottesgeboten mehr und mehr abzulösen. Wir denken hier besonders an das sogenannte Naturrecht, das vom Finger des Schöpfers selbst in die Tafeln des Menschenherzens geschrieben wurde und von der gesunden, durch Sünde und Leidenschaft nicht verblendeten Vernunft von diesen Tafeln abgelesen werden kann.

An den Geboten dieses Naturrechts kann jedes positive Recht, von welchem Gesetzgeber es auch kommen mag, auf seinen sittlichen Gehalt, damit auf seine sittliche Befehlsmacht und Gewissensverpflichtung nachgeprüft werden. Menschliche Gesetze, die mit dem Naturrecht in unlösbarem Widerspruch stehen, kranken an einem Geburtsfehler, den kein Zwangsmittel, keine äußere Machtentfaltung sanieren kann. Mit diesem Maßstab muß auch der Grundsatz: „Recht ist, was dem Volke nützt“, gemessen werden, wenn man unterstellt, daß sittlich Unerlaubtes nie dem wahren Wohle des Volkes zu dienen vermag. Indes hat schon das alte Heidentum erkannt, daß der Satz, um völlig richtig zu sein, eigentlich umgekehrt werden und lauten muß: „Nie ist etwas nützlich, wenn es nicht gleichzeitig sittlich gut ist. Und nicht weil nützlich, ist es sittlich gut, sondern weil sittlich gut, ist es auch nützlich.“ Von dieser Sittenregel losgelöst, würde jener Grundsatz im zwischenstaatlichen Leben den ewigen Kriegszustand zwischen den verschiedenen Nationen bedeuten. Im innerstaatlichen Leben verkennt er, Nützlichkeits- und Rechtserwägungen miteinander verquickend, die grundlegende Tatsache, daß der Mensch als Persönlichkeit gottgegebene Rechte besitzt, die jedem auf ihre Leugnung, Aufhebung oder Brachlegung abzielenden Eingriff vonseiten der Gemeinschaft entzogen bleiben müssen. Die Mißachtung dieser Wahrheit übersieht, daß das wahre Gemeinwohl letztlich bestimmt und erkannt wird aus der Natur des Menschen mit ihrem harmonischen Ausgleich zwischen persönlichem Recht und sozialer Bindung, sowie aus dem durch die gleiche Menschennatur bestimmten Zweck der Gemeinschaft. Die Gemeinschaft ist vom Schöpfer gewollt als Mittel zur vollen Entfaltung der individuellen und sozialen Anlagen, die der Einzelmensch, gebend und nehmend, zu seinem und aller anderen Wohl auszuwerten hat. Auch jene umfassenderen und höheren Werte, die nicht vom Einzelnen, sondern nur von der Gemeinschaft verwirklicht werden können, sind vom Schöpfer letzten Endes des Menschen halber gewollt, zu seiner natürlichen und übernatürlichen Entfaltung und Vollendung. Ein Abweichen von dieser Ordnung rüttelt an den Tragpfeilern, auf denen die Gemeinschaft ruht, und gefährdet damit Ruhe, Sicherheit, ja Bestand der Gemeinschaft selbst.

Der gläubige Mensch hat ein unverlierbares Recht, seinen Glauben zu bekennen und in den ihm gemäßen Formen zu betätigen. Gesetze, die das Bekenntnis und die Betätigung dieses Glaubens unterdrücken oder erschweren, stehen im Widerspruch mit einem Naturgesetz.

 

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