Ist man auf der Welt, um sich zu unterhalten?

Verzeihung, wozu denn? Vielleicht, um zu leiden? –
Ja und nein, wir müssen uns nur verständigen.
Das Wort des Bürgers ist zweischneidig wie das Schwert Ehuds, des Sohnes Geras, des dritten Richters in Israel. Das Leiden ist für die anderen, er allein ist auf der Welt, um sich zu unterhalten. Sobald man dies Gesetz aus den Augen verliert, wird alles dunkel.

Im Evangelium steht geschrieben, dass es immer Arme geben wird. Selbstverständlich. Soll sich etwa der Bürger der Mühe unterziehen, selber zu leiden?

Es genügt ihm nicht, Lakaien zu haben, er braucht Sklaven, Unglückliche, deren Leiber er schinden, deren Seelen er schänden kann.
Das ist seine Unterhaltung!
Seelen zu entehren, zu beschmutzen und verzweifeln zu lassen … Schreit aber der Arme auf vor Schmerz, dann wird ihm als Trost gesagt:
„Man ist nicht auf der Welt, um sich zu unterhalten“,
und der Gequälte glaubt, umringt zu sein von Dämonen.

(Léon Bloy. Exegese der Gemeinplätze)

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Über das „heilige Schaftum“

Aus einer Ansprache von Prof. Dr. Wolfgang Koch zum Priesterjubiläum von Pater Thomas Bücker.

Es wäre unangemessen, wenn ich als Laie über das Geschenk des heiligen Priestertums spräche. […] Aber vielleicht darf ich heute über das „heilige Schaftum“ sprechen. In welcher Haltung sollen schlangenkluge Schafe, also wir Laien, uns Hirten suchen, die wie Sie selbst, lieber Herr Pater Bücker, den „Guten Hirten“ vertreten, und ihnen folgen?

Dumme Schafe, die ihren guten Hirten nicht mehr folgen, gehen in die Irre. Wir sehen das im Umfeld des sogenannten „Synodalen Weges“. Aber beobachten wir nicht auch im Bereich der katholischen Tradition fehlenden Abstand zu uns selbst und unseren subjektiven Vorstellungen? Erbarmungsvoll spricht der Herr selbst von den oves vexati, den „Wutschafen“, die geplagt daniederliegen, weil sie keine rechten Hirten haben. Aber wie leicht machen wir es unseren guten Hirten, uns zu führen? Wie korrigierbar sind wir, wenn wir uns einmal geistig verlaufen?

Unter allen Sonntagen des Kirchenjahres ist es der Sonntag vom Guten Hirten, der unser Herz als Schafe nach dem Jubel der Osterfreude innig berührt. Denn im Choral singt die Braut des Lammes davon: Ego sum pastor bonus, alleluja: et cognosco oves meas, et cognoscunt me meae, alleluja, alleluja.

Der auferstandene Herr selbst ist es, der sich in göttlicher Vollmacht zu seinem Hirtenamt bekennt und seine Schafe kennt, die er ins Weite führt, auf die Bergweide der Bergpredigt, zum Beispiel. Dilatasti mihi, singen die Schafe in den Psalmen so oft oder exaudivit me in latitudine Dominus, „er erhörte mich ins Weite“, wie in der Sonntagsprim. Aber damit nicht genug. Der Gute Hirte lässt sich von seinen Schafen auch er-kennen. Wer sich mit dem Lied der Kirche verbindet, ja es sogar mitsingen darf, hört in der Choralmelodie des me meae das zarte, liebevolle Blöken heiliger Schafe heraus, die der Stimme ihres Guten Hirten erkennend antworten und ihm ins Weite folgen.

Welche Antwort sollen wir Schafe auf den Ruf des Guten Hirten geben, um unserer Berufung zum „heiligen Schaftum“ zu folgen? Wie wäre das Blöken heiliger Schafe in die Menschensprache übersetzen? Zu welchem großen Ziel führt der Gute Hirte uns, seine Schafe, durch seine Priester ins Weite seiner guten Weide?

In der natürlichen Ordnung sind Schafe für die Menschen da. Sie kleiden sie durch ihre Wolle, nähren sie durch die Milch und den Käse, den man aus ihr macht, auch durch ihr Fleisch. Materiell, aber auch im geistig übertragenen Sinne besteht die Berufung der Schafe genau darin, die Berufung der Laien, Männer, Frauen, und Kinder, durch ihr „heiliges Schaftum“ die Welt zu nähren und wärmen.

Die Berufung zum Schaftum beinhaltet, dass die Schafe von ihren Hirten gut genährt sein sollen. In loco pascuæ ibi me collocavit. Super aquam refectionis educavit me, heißt es in der Donnerstagsprim. Wer aber führt uns Schafe auf die fette Weide und zu den frischen Wasserquellen? Und was genau nährt sie dort? Beim Wunder der Brotvermehrung, das auf das Allerheiligste Altarssakrament verweist, heißt es ja ausdrücklich erat autem foenum multum in loco, es war viel Gras dort, es war also eine fette Weide.

Sie, lieber Herr Pater Bücker, haben uns Schafe in den 25 Jahren Ihres heiligen Hirtentums dorthin geführt, zur fetten Weide und der Quelle des Heiligen Messopfers. Vorbereitet haben Sie uns zum Beispiel durch Ihre stets gut vorbereiteten, verständlichen und gehaltvollen Predigten, durch Ihren verständnisvollen und manchmal zur Recht strengen Zuspruch im Beichtstuhl und durch Ihren lebensklugen Rat außerhalb.

Für die „Endverbraucher“, sozusagen, die von der Wolle, der Milch, dem Käse und Fleisch der Schafe leben, ist es allerdings am Ende nicht besonders wichtig, wer nun im Einzelnen der Hirt eines bestimmten Schafes war, wenn es nur fett ist und gute Wolle gibt.

Wem sollen Schafe folgen, die ihre Berufung zum „Schaftum“ erfüllen und geistlich fett werden wollen? Denn nur so nähren und wärmen sie ja andere, materiell und übertragen. Solche fetten Schafe, die gute Wolle geben wollen für ihre Familien und Gemeinden, für ihre Arbeitswelt, aber auch für die Kirche und Welt im größeren Rahmen, suchen sich schlangenklug Hirten wie Sie, lieber Herr Pater Bücker, und meiden die „Mietlinge“.

Sie suchen sich Hirten, die sie zum Guten Hirten führen und sie nicht zu followers ihrer selbst machen. Sie suchen sich Hirten, die kein Schaf „abschreiben“, sondern ihm nachgehen, es finden und zur Herde zurückführen. Und sie suchen sich Hirten, die ihnen nicht nach dem Mund reden, sondern von denen sie lernen und wenn nötig auch korrigiert werden. Gerade in Zeiten der Verwirrung bedürfen Schafe der Korrektur, des Hirtenstabes, des Hütehundes. Auch diese so wertvolle Orientierung haben Sie uns Schafen gerade in den vergangenen und sehr schwierigen beiden Jahren immer wieder gegeben, „sei es gelegen oder ungelegen“. Auch dafür sagen wir Ihnen heute herzlichen Dank. Lieber Herr Pater Bücker, bitte bewahren Sie sich Ihre ausstrahlende Freude am heiligen Priestertum und weiden Sie uns, Ihre Schafe und Lämmer, auch weiterhin so verantwortungsvoll wie bisher. Denn darin wird ja Ihre eigene große Liebe zum „Guten Hirten“ fruchtbar, der Sie zum Priestertum berufen hat. Ad multos annos, lieber Herr Pater Bücker.

Die ganze Ansprache gibt es HIER

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Notwendige weltliche Predigt

„Es gibt keine Rettung für die Gesellschaft,
weil wir aus unseren Kindern
keine wahren Christen machen wollen
und selbst keine wahren Christen sind.“

„Die europäische Gesellschaft stirbt.
Ihre Extremitäten sind bereits kalt.
Bald wird es auch ihr Herz sein.
Und wissen Sie, warum sie stirbt?
Sie stirbt, weil sie vergiftet worden ist.
Sie stirbt, weil Gott sie geschaffen hatte um mit der katholischen Substanz ernährt zu werden und weil Kurpfuscher ihr die rationalistische Substanz als Nahrung verabreicht haben.
Sie stirbt, weil der Irrtum tötet und weil diese Gesellschaft auf Irrtümer aufgebaut ist.
Daher wird die Katastrophe, die kommen muss, in der Geschichte die Katastrophe schlechthin sein.
Die einzelnen Menschen können sich noch retten, weil sie sich immer retten können. Aber die Gesellschaft ist verloren, nicht deshalb, weil ihre Rettung eine radikale Möglichkeit an sich darstellt, sondern weil die Gesellschaft meiner Überzeugung nach ganz offenbar nicht gerettet werden will.
Es gibt keine Rettung für die Gesellschaft, weil wir aus unseren Kindern keine wahren Christen machen wollen und selbst keine wahren Christen sind. Weil der katholische Geist, der einzige, der Leben in sich trägt, nicht alles belebt, weder den Unterricht noch die Regierung noch die Institutionen noch die Gesetze noch die Sitten.
Es wäre ein gigantisches Unterfangen, das sehe ich nur zu klar, wollte man den derzeitigen Lauf dieser Dinge ändern.“

(Juan Donoso Cortés, 1809 bis 1853, spanischer Diplomat und Philosoph.
Essay über den Katholizismus, den Liberalismus und Sozialismus und andere Schriften, Berlin 1996)

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Europa steht ein „demographischer Winter“ bevor

„Wir müssen dieses Problem in Europa lösen. Jetzt wollen sie den demografischen Übergang bewältigen, aber man löst Probleme nicht, indem man von den Menschen verlangt, bis ins Alter von 80 Jahre zu arbeiten, nur weil sie einen Knopf drücken können. Also muss man dieses Problem lösen. Und sie können diese Probleme ohne die Familien nicht lösen.“

(Vincenzo Bassi, Präsident der Föderation der katholischen Familienverbände in Europa)

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Zitate von Virginia Coda Nunziante, Gründerin des Marsches für das Leben in Italien:

„… wenn wir uns nicht auf die Rolle der Frau in der Gesellschaft besinnen, die im Mittelpunkt der Familie stehen sollte, wird es in der Tat schwierig sein, die Dinge zu ändern. Und auch, weil wir wissen, dass die Familie die Säule der Gesellschaft ist.“

„… private Klausurtagung mit der deutschen Bildungsministerin unter der Regierung Merkel. Sie sagte …:
‚Wir wollen keine Familien. Wir wollen Individuen‘.
Sie wollen also keine Familien, weil das Individuum viel leichter zu regieren ist, weil die Familie den anderen hilft. Wenn sie das nicht wollen, dann wollen sie uns komplett übernehmen, und ich glaube, das ist wirklich eine Strategie.“

Quelle: CNA

screenshot – http://www.neomedia.com

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Was singt die Emanze?

Können Sie sich vorstellen, dass eine Sängerin, die eine mühelose „Königin der Nacht“ singt, die männlichen Sänger um ihre Rollen beneidet und lieber den „Sarastro“ singen würde? Ich war nicht lange, aber lange genug an der Oper, um das für absurd zu halten. Für den Sänger unserer christlich-abendländischen Kultur, der weder elektronisch verstärkt noch frisiert wird, sondern ehrliche Leistung bietet, gilt spätestens seit Orpheus und der Antike die Wahrheit der Natur.

Er ist sich – mit oder ohne Studium – seiner allgemein menschlichen und musischen Natur voll bewusst und verfügt über einen voll aufgeschlossenen Gesangsorganismus. Sein elementares Singen gibt ihm und seinen Zuhörern leibseelische Erfüllung. Umso erstaunlicher ist es, dass der weibliche Typus dieser urtümlich-vitalen Spezies es sich in unserer wissenschaftlich aufgeklärten Zeit immer noch gefallen lässt, sich seine Arien von Männern schreiben bzw. vorschreiben zu lassen. Noch nie stellte eine Sängerin gesellschaftliche Forderungen zum Ausgleich dieser jahrhundertelangen frauen-verachtenden Bevormundung durch den Mann. Lebt sie noch auf dem Mond? Jeder Mensch, nicht nur der Mann, hat in seiner Kehle ein „vollkommenes Instrument“, dessen einzige Bestimmung es ist, sich melodisch zu äußern.

Kennen Sie singende Menschen? Wenn ja, sind das eher mäkelig-kritische Leute? Gibt es feministische Chöre, die melodische Lieder singen und im Kirchenchor mehrstimmig dahinschmelzen, wenn die schönen Terzen, die so schön zu Herzen gehen, sie so schön zu Tränen rühren?

Was singt die Emanze? Singt sie auch beim Duschen oder in der Badewanne? Singt sie melodisch – oder rappt sie nur? Fühlen Sie sich bei ihr von Mensch zu Mensch, oder tritt sie als Abgeordnete der sozial beschleunigten Bildungselite auf, die über das Haar in der Suppe diskutiert und alles weiß, weil sie alles gelesen hat? Kann sie über sich selber lachen?

Durch die Brille meiner Erfahrungen beobachte ich so manche unzufriedene Frau in unserer katholischen Kirche, in der „man“ sich als Frau benachteiligt fühlt. Was genau fehlt ihr eigentlich? Hat sie etwas verloren oder hat ihr jemand widerrechtlich etwas genommen, was sie seit Geburt hatte und nun lebenslang beklagen muss? Wie kann die Rolle des männlichen Priesters einer Frau ersetzen, was sie nicht vermissen kann, weil sie es nie hatte? Warum orientiert sie sich überhaupt am Mann? Und wieso fühlt sie sich von anderen ungerecht behandelt, wenn sie von Anfang an ungerecht gegen sich selbst ist, indem sie sich am Mann misst, statt sich mit einigem Gottvertrauen ihre genetisch vorgegebene weibliche Entwicklung zu gönnen?

Keine Sportlerin würde sich am Mann messen, um anhand dieser Daten zu klagen, dass sie keinen Preis erzielt. Warum verdrängt die unzufriedene Frau die Unterschiede der Geschlechter und neidet dem Mann seinen natürlichen „Vorteil“, um ihn widernatürlich zu begehren? Mit ihrer suggestiven Erwartung: „Sorge Du dafür, dass ich mich wohlfühle!“ überträgt sie ihm die Verantwortung für sich selbst und gibt ihm rückwirkend noch die Schuld an ihrer Unzufriedenheit dazu. In einer Ehe bedeutet das den Verlust des Paradieses mit Umzug in den Teufelskreis gegenseitiger Vorwürfe, in dem die Frau fordert und der Mann sich für sie abstrampelt und als Versager fühlt, bis sich beide ihren Ansprüchen nicht mehr genügen.

In der Kirche könnte die Frau immerhin auf die Idee kommen, aus eigenen Kräften ein ergänzendes weibliches Amt zu entwickeln und dies dem Papst vorzuschlagen, wenn sie meint, auch der Mann habe sich sein Priesteramt mit Gottes Hilfe selbst geschaffen. Oder noch einfacher: Warum wählt sie nicht eine Konfession, die ihr problemlos gibt, was sie verlangt? Muss eine Jahrtausende alte Kultur einen Kniefall vor der Schattenpflanze des Ewig-Weiblichen zelebrieren, damit diese im Licht der Erkenntnis zu blühen beginnt?

Solange die Frau dem Mann seinen „Vorteil“ neidet und ihn anklagt, statt anzuerkennen und davon zu profitieren, wird sie ihn im übertragenen Sinne „kastrieren“ wollen und dabei selber eine „zu kurz gekommene“ bzw. seelisch unterentwickelte Frau bleiben. Sie kann gar nicht anders. Denn Neid ist die blinde = unbewusste Apophis-Schlange, die dem göttlichen Licht seinen Glanz missgönnt, um selber zu glänzen. Sie umarmt, um zu verschlingen … Es ist schwer, einem Menschen alles recht zu machen, der unter sich selber leidet. Das ist wie im Märchen vom Fischer und seiner Frau: „Mantje, mantje, timpete, buttje, buttje, in der See …“ Keiner wird dabei glücklich.

Unsere Erde hat zwei Pole. Dazwischen gibt es viele Übergänge, wie es auch zwischen den Gattungen der Singstimme und den Geschlechtern Übergänge gibt. Aber die Polarität an sich dürfen wir nicht schmelzen. Sie trägt nicht nur unsere Erde, sondern auch unsere Geisteswelt. Nach allem, was wir schon aufgetaut haben, sodass wir auf manchen Gebieten nur noch schwimmen können, sollten wir die Polarität männlich-weiblich als richtungsweisend stehen lassen: Eine kulturfähig potente Männerstimme wird niemals eine glaubwürdige „Königin der Nacht“ singen, auch wenn der Mann endlos falsettieren und wie der schönste Gockel krähen kann. Die in und um uns lebende Natur zeigt uns nicht nur unsere Grenzen, sondern ist wichtigste Voraussetzung für eine gesunde Denkweise und Kultur.

Gott schuf den Menschen nicht als Hermaphroditen, sondern ab Mann und Frau (Gen 1,27). Ihre Leben schaffende Einheit lebt, solange wir auf dem Boden dieser Erde stehen, vom Unterschied, von der Polarität. Wem dient es, wenn wir den göttlichen Eros durch eine wissenschaftlich aufgeblasene Dekadenz ersetzen? Dient diese Verachtung unserer Natur der Erhaltung unseres Planeten?

(Lucia Tentrop: „Welche Lieder singen die Emanzen“ in THEOLOGISCHES Jg. 52, Nr. 03/04, 2022)

Die Erlaubnis zur Übernahme des Artikels wurde von der Autorin erteilt, wofür wir uns herzlich bedanken! – http://www.lucia-tentrop.de/

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Weder Held noch Heiliger: Selenskyj

Nicht Putin und nicht Selenskyj!

Die Schande des Westens ist es, Putin als Verbrecher hinzustellen und Selenskyj als demokratischen Helden. Vermutlich sind beide FÜHRER und MACHTMENSCHEN mit le eigenen, persönlichen Interessen. Den einen als Teufel zu bezeichnen ist so falsch wie den anderen als Heiligen zu betrachten. Beide sind Menschen, die die Mitbürger ihrer Länder als Leibeigene betrachten; sie sind sowohl auf ihr eigenes Wohlergehen aus, als auch auf ihre eigene Karriere. Der Westen ist dabei, den Beelzebub mit dem Teufel auszutreiben.

Waffenlieferungen bedeuten, dass der Krieg kein Ende findet, und dass kein einziger Mensch weniger getötet wird.

Mit den Waffen des Westens wird der Krieg verlängert; werden mehr Menschen umkommen; wird sich das Leid noch weiter verbreiten … – Opfer eines Krieges sind immer Menschen: immer die anderen.

Anfang März wurde Selenskyj wie auf Knopfdruck von führenden westlichen Medien als „Held“ gezeigt. Die Aktion begann vier Tage nach Kriegsbeginn, wenig verwunderlich, im angelsächsischen Raum. Im deutschen Sprachraum machte die Bild-Zeitung am 3. März den Auftakt. Innerhalb weniger Tage folgten zahlreiche andere Zeitungen und Magazine. Von den Titelseiten prangte Selenskyj in hoch professioneller Bildkomposition als „Held“. Es war dann Jacob Schrot, Büroleiter des neuen CDU-Bundesvorsitzenden Friedrich Merz, der am 3. Mai Selenskyj besuchte und anschließend auf Twitter ein Foto mit ihm veröffentlichte mit einer Botschaft, die jenseits des Atlantiks ankommen sollte: „The leader of the free world“.

Den Grund für Schrots Aktion hatte vor allem mit Merz und inner-transatlantischen Befindlichkeiten zu tun, die im Internet für alle nachlesbar sind. Selenskyj wird dabei als Anführer „der freien Welt“ bezeichnet. Da mache noch jemand Jugendlichen zum Vorwurf, sie würden die Zeit vor einem Computerspiel in einer virtuellen Welt verbringen. Der Verfassungsauftrag an Verantwortungsträger lautet jedenfalls anders.


Die Ukraine wehrt sich, das ist ihr gutes Recht. Besser wäre es, zu verhandeln. In der Wahl der Propagandamittel sollte dennoch nicht zu weit über die Stränge geschlagen werden. Die Ukraine gilt als das korrupteste Land Europas. Das ist keine russische Kriegspropaganda, sondern wurde noch vor kurzem von westlichen Mainstream-Medien berichtet. Im Oktober 2020 mahnte die EU Selenskyj, den „Kampf gegen Korruption zu verstärken“. Die Süddeutsche Zeitung schrieb noch im Februar des vorigen Jahres: „Ukraine 2021: Korruption ohne Ende“. Dieselben Medien legten inzwischen eine 180-Gradwende zur Verklärung hin. Selenskyj verdiente laut Steuererklärung, bevor er mit westlicher „Beratung“ 2019 in das höchste Staatsamt gewählt wurde, 4.000 Euro im Monat. Zwei Jahre später geht die Frage um: Wie kommt er laut Pandora Papers, die 2021 in Steuerparadiesen verstecktes Geld enthüllten, zu einem Vermögen von 850 Millionen – im Ausland gebunkert? In diesen Tagen ist wegen solcher Fragen eine neue Kampagne im Gange, um Selenskyjs Vermögensverhältnisse in der westlichen Medienöffentlichkeit reinzuwaschen. Demnach besitze der ukrainische Präsident regulär und offiziell „nur“ ein Vermögen von 30 Millionen Dollar. Die Pandora Papers bleiben unerwähnt.

30,2 Prozent gaben Selenskyj 2019 im ersten Wahlgang der Präsidentschaftswahl ihre Stimme. In der Westukraine, den katholischen Hochburgen des Landes, siegten die Westler Petro Poroschenko und Julija Tymoschenko, im ukrainisch kontrollierten Teil des Donbass und Teilen der Südukraine der Ostler Jurij Boiko. Gewählt wurde Selenskyj von der Mehrheit der Wähler zwischen diesen beiden geographischen Extremen der beiden Ukrainen, auch von vielen pro-russischen Wählern, weil er eine ausgewogene Position zwischen Moskau und Washington/Brüssel sowie die Bekämpfung der Korruption versprach. Er sollte, so die Hoffnung der Wähler, die Überwindung der bis dahin dominierenden Spaltung des Landes zwischen Westlern und Ostlern bringen. Stattdessen kam unter Selenskyj, sobald Joe Biden als US-Präsident im Weißen Haus installiert war, der Krieg. Die Ukraine und die Ukrainer sind als Figuren auf dem Schachbrett zu Opfern geworden. Sie können einem leid tun und verdienen Mitgefühl, ob sie nun pro-westlich oder pro-russisch eingestellt sind. Selenskyj hätte das Blatt wenden können. Doch der Präsident hat sich abhängig gemacht. Auch seine Kokainabhängigkeit ist ein offenes Geheimnis. Dergleichen gilt unter westlichen Politikern inzwischen als Kavaliersdelikt und wird von den Medien wie so manch anderes Detail verschwiegen.

Unerträglich sind jedoch Bilder, die Selenskyj als „Heiligen“ zeigen und zu den Altären einer Säkularreligion erheben. Die Bilder kann man nicht nur im Internet finden, sondern Produkte mit solchen Darstellungen auch kaufen. Selenskyj, obwohl Jude, wird mit dem Nimbus, dem Heiligenschein dargestellt, einem Symbol, das im Christentum Heiligkeit ausdrückt. Mehr noch, er wird gar als eine Art Jesus-Ersatz präsentiert. Handelt es sich dabei „nur“ um die übliche Internet-Vermarktung, der nichts heilig ist, oder kommt auch diese geschmacklose Verklärung von einer beauftragten PR-Agentur?

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Über Faustrecht und Regelwillkür

Seit vielen Jahren schon wurde in Deutschland das Verständnis dessen, was ein Gemeinwesen zusammenhält, total durcheinander gebracht. Gemeinwesen werden ausschließlich durch Gottesfurcht, Respekt vor der natürlichen Ordnung, Nächstenliebe und Hingabebereitschaft zusammengehalten. Wer liebt, braucht keine Gesetze. Je liebloser und hasserfüllter, je selbstverächtlich und verbogen die Einzelnen sind, desto mehr herrschen Regelwillkür und Menschenverachtung. Das Unterste wird zuoberst gekehrt. Je mehr verregelt wird, desto größer werden Entfremdung und Misstrauen zwischen den Menschen.

Zum ersten Mal fiel es mir bewusst auf, als ich als Mutter miterleben musste, wie es in deutschen Staatsschulen heutzutage zugeht. Dass überhaupt der Staat derart erpresserisch, wie es der Fall ist, das Bildungswesen stranguliert und kontrolliert, ist ein historisches Relikt, das niemals ausreichend reflektiert wurde. Die Krönung dieses Reliktes stammt mit dem Reichsschulpflichtgesetz vom 6. Juli 1938 aus dem NS-Staat und hat sich bis zur Stunde nicht wesentlich geändert. Kaum ein anderer Staat kennt eine Schulpflicht, das wissen viele nicht. Im heutigen Deutschland stammt ein zentraler Baustein totalitärer Kontrolle aus der Zeit des Nationalsozialismus über das Volk und setzt seinen Ungeist weiterhin fort. Der anstößige Inhalt dieses Gesetzes ist nicht, dass der Staat für alle Bildung ermöglicht, sondern dass er kontrollieren will, was Bildung überhaupt ist und alternative Schulprojekte oder private Initiativen nur dann genehmigt werden, wenn er es erlaubt, was eine echte Alternative nahezu unmöglich macht. […]

Vielen gehen erst anhand ihrer Kinder langsam, wie in einem Erwachen aus tiefer Narkose die Augen darüber auf, was im Lande überhaupt läuft … Und in manchem ist doch immer ein Unbehagen verblieben, ein Gefühl dafür, dass das alles so nicht richtig ist. Es ist vielleicht nicht jedem gegeben, die Dinge ins helle Licht der schonungslosen Analyse zu stellen. Wichtig ist, dass wir dem Unrecht und der Unordnung, die sich als Ordnung ausgibt, nicht unsere innere Zustimmung geben, auch wenn wir womöglich im Außen zu unsicher für Widerstand sind. Und wichtig wäre auch, sich zu fragen, ob ein Bildungswesen, das alleine schon baulich und organisatorisch eher einer Kaserne, einer Irrenanstalt, einem Lager oder einem Gefängnis gleicht, wirklich ein geeigneter Bildungsort ist. Offenkundig kann es in diesen Kasernen nicht um echte Bildung des Einzelnen und die Entfaltung der Individualseele gehen.

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Lebensweg eines russischen Starzen

Ostrov – The Island – ein im Jahre 2006 in Russland produzierter Film

oder: Das andere Russland.

Nur dank seiner Hysterie überlebt der russische Soldat 1942 den Angriff der Angriff der Deutschen: Die Nazis zwingen ihn, seinen Hauptmann zu erschiessen. Dafür lassen sie ihn am Leben. In seiner Verzweiflung drückt der Soldat ab. Der Leichnam seines Hauptmannes verschwindet sofort in den Fluten. Zurück bleibt ein geschockter Soldat, der ahnt, dass er zwar noch am Leben ist, den Grund dafür aber nicht vergessen wird.

Der Soldat wird ans Ufer einer Insel gespült und findet Unterschlupf in einem abgelegenen Männerkloster, das auf der kargen, verwitterten Insel eine Art Mikrokosmos gebildet hat. In dieser Einsiedelei verbringt der Soldat fortan sein Leben.

34 Jahre später (1976) ist er in der weiteren Region als Heiler bekannt. Menschen aus Nah und Fern reisen an, um bei Vater Anatoly, wie sich der Soldat nun nennt, Rat und Heilung zu suchen. Doch auch wenn Anatoly mit Gottes Kraft viel Gutes tun kann, betet er unaufhörlich um Vergebung für seine Tat in den Kriegstagen. Zwar glaubt Anatoly an Gottes Barmherzigkeit, doch auf sich selber kann er sie nicht übertragen. Vergibt Gott tatsächlich auch einen Mord? Eines Tages geschieht das Unglaubliche: Ein weitgereister Admiral trifft mit seiner von Dämonen geplagten Tochter ein. Und im Admiral glaubt Anatoly einen alten Bekannten zu erkennen.

Sie sehen einen ruhigen und langsamen Film, der vor allem durch seine Schlichtheit und die karge Landschaft der Insel überzeugt. Zwischendurch bringen einen auch immer wieder lustige Szenen schmunzeln. Denn der Gottesfürchtige Anatoly liebt Schalk und ist ein Spitzbube geblieben.

Gedreht wurde der Film in Kem, eine kleine Insel im Norden des Weissen Meeres, wo Regisseur Pavel Lungin die richtige Kulisse entdeckte: Einen halbgesunkenen Lastkahn und eine alte Heizanlage – wahrscheinlich ein Überbleibsel aus den Zeiten der Gulags.

Tauchen Sie mit „Ostrov“ ein, in einen Film, in dessen Atmosphäre man leicht alles um sich herum vergessen kann.

Film mit deutschen Untertiteln

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Russen und Ukrainern gewidmet im Vertrauen auf Gottes Macht.

„Jede Seele, die von Leiden in welcher Form auch immer
zermalmt wird, kann sich sagen: Ich lebe mit Jesus Christus,
wir leben in Vertrautheit, die gleiche Wohnung schützt uns!
Das Zeichen, an dem wir erkennen,
dass Gott in uns ist
und dass seine Liebe uns ergriffen hat, besteht darin,
nicht nur mit Geduld, sondern auch mit Dankbarkeit anzunehmen,
was uns wehtut und uns leiden lässt.
Um diesen Punkt zu erreichen,
muss man den gekreuzigten Heiland aus Liebe betrachten,
und diese Betrachtung führt, wenn sie wahr ist,
unfehlbar zur Liebe und zum Leiden.“

(Heilige Elisabeth von der Dreifaltigkeit)

Der Gesang des Graduale Tribulationes am 2. Sonntag in der Fastenzeit) entstammt dem Psalm 24: Ad te Domine levavi animam meam)

Tribulationes cordis mei dilatatae sunt :
de necessitatibus meis eripe me, Domine.
V. Vide humilitatem meam et laborem meum:
et dimitte omnia peccata mea

Die Ängste [Trübsal, Drangsal]
meines Herzens haben sich vermehrt;
führe mich heraus aus meinen Nöten!
V. Sieh meine Not [Elend] und Plage an
und vergib mir all meine Sünden!

PSALMUS 24
Ad te, Dómine, levávi ánimam meam: *
Deus meus, in te confído, non erubéscam.
Neque irrídeant me inimíci mei: *
étenim univérsi, qui sústinent te, non confundéntur.
Confundántur omnes iníqua agéntes *
supervácue.
Vias tuas, Dómine, demónstra mihi: *
et sémitas tuas édoce me.
Dírige me in veritáte tua, et doce me: *
quia tu es, Deus, Salvátor meus, et te sustínui tota die.
Reminíscere miseratiónum tuárum, Dómine, *
Et misericordiárum tuárum, quae a sáeculo sunt.
Delícta juventútis meae, *
et ignorántias meas ne memíneris.
Secúndum misericórdiam tuam meménto mei tu: *
propter bonitátem tuam, Dómine.
Dulcis et rectus Dóminus: *
propter hoc legem dabit delinquéntibus in via.
Díriget mansuétos in judício: *
docébit mites vias suas.
Univérsae viae Dómini, misericórdia et véritas, *
requiréntibus testaméntum ejus et testimonia ejus.
Propter nomen tuum, Dómine, propitiáberis peccáto meo: *
multum est enim.
Quis est homo qui timet Dóminum? *
legem státuit ei in via, quam elégit.
Anima ejus in bonis demorábitur: *
et semen ejus hereditábit terram.
Firmaméntum est Dóminus timéntibus eum: *
Et testaméntum ipsíus ut manifestétur illis.
Oculi mei semper ad Dóminum: *
quóniam ipse evéllet de láqueo pedes meos.
Réspice in me, et miserére mei: *
quia únicus et pauper sum ego.
Tribulatiónes cordis mei multiplicátae sunt: *
de necessitátibus meis érue me.
Vide humilitátem meam, et labórem meum: *
et dimítte univérsa delícta mea.
Réspice inimícos meos quóniam multiplicáti sunt, *
et ódio iníquo odérunt me.
Custódi ánimam meam, et érue me: *
non erubéscam quóniam sperávi in te.
Innocéntes et recti adhaesérunt mihi: *
quia sustínui te.
Líbera, Deus, Israël, *
ex ómnibus tribulatiónibus suis.

PSALM 24
1 Zu dir, o Herr, habe ich meine Seele erhoben: *
2 mein Gott, auf dich vertraue ich, nicht soll ich zuschanden werden.
3 Und meine Feinde sollen mich nicht verlachen: *
denn alle, die auf dich harren, werden nicht zuschanden werden.
4 Zuschanden werden sollen alle, die das Unrechte tun *
böswillig [eigentlich: ohne Ursache: d. h. in vorsätzlicher, böswilliger Absicht]
Deine Wege, Herr, zeige mir: *
und deine Pfade lehre mich.
5 Führe mich in deiner Wahrheit und lehre mich: *
denn du, o Gott, bist mein Heiland,
und auf dich habe ich den ganzen Tag geharrt.
6 Gedenke deiner Erbarmungen, o Herr, *
und der Erweise deiner Barmherzigkeit, die von Ewigkeit her sind.
7 An die Sünden meiner Jugend *
und an meine Verirrungen denke nicht mehr.
Nach deiner Barmherzigkeit gedenke meiner, du: *
um deiner Güte willen, o Herr.
8 Gütig und aufrichtig ist der Herr: *
deshalb wird er den Irrenden auf ihrem Weg Weisung geben.
9 Sanftmütige wird er führen in seinem Recht: *
die Milden wird er seine Wege lehren.
10 Alle Wege des Herrn sind Erbarmen und Wahrheit *
Für jene, die seinen Bund und seine Zeugnisse eifrig suchen.
11 Um deines Namens willen, o Herr, wirst du meiner Sünde gnädig sein: *
denn sie ist groß.
12 Wer ist der Mensch, der den Herrn fürchtet? *
Eine Weisung hat er für ihn aufgestellt auf dem Weg, den er erwählt hat.
13 Im Glück wird seine Seele weilen: *
und seine Nachkommenschaft wird das Land erben.
14 Eine Feste ist der Herr denen, die ihn fürchten: *
und sein Bund ist dazu da, daß es ihnen offenbart werde.
15 Meine Augen sind stets gerichtet auf den Herrn: *
denn er selbst wird meine Füße aus der Schlinge ziehen.
16 Blicke auf mich herab und erbarme dich meiner: *
Denn einsam bin ich und arm.
17 Die Bedrängnisse meines Herzens sind zahlreich geworden:*
aus meinen Nöten reiße mich heraus.
18 Sieh meine Erniedrigung und meine Plage: *
und vergib alle meine Sünden.
19 Sieh an meine Feinde, denn sie sind zahlreich geworden, *
und mit feindseligem Haß hassen sie mich.
20 Bewahre meine Seele und errette mich: *
möge ich doch nicht zuschanden werden,
denn auf dich habe ich meine Hoffnung gesetzt.
21 Unschuldige und aufrichtige Menschen haben sich mir angeschlossen: *
denn auf dich habe ich geharrt.
22 O Gott, befreie Israel, *
aus all seinen Bedrängnissen.

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