Weihwasserbecken- gestern, heute, morgen

Weihwasserbecken
Statt Weihwasser: Desinfektionsspray und Gesichtsmasken. – Foto: Kirche St. Remigius Viersen
Ist das die Zukunft? – Weihwasserspender

+

 

Corona-Test aus der Drogerie und die Folgen

Fragolin berichtet in seiner Fußnoten zum Dienstag:

Endlich gibt es einen Corona-Test in der Drogerie zu kaufen. Für nur 120 Eulen darf man in eine Röhre spucken und seinen Speichel an ein Labor schicken. Oder den vom Nachbarn oder dessen Pferd, egal, kann eh keiner nachweisen.
Wenn der Test negativ ist, ist er wertlos, weil ihn sowieso keine offizielle Stelle anerkennt. Eben weil keiner nachweisen kann, wer da wohin gespuckt hat.
Wenn der Test positiv ist, wird man der Behörde gemeldet und sofort unter Quarantäne gestellt. Im Zweifel für den Anschober.
Und das ohne jeden Beweis, wie zuverlässig der Test ist und wie groß die Testunsicherheit.
Also eine Masochisten-Lotterie mit einem 120-Euro-Los und als einzig möglichem Gewinn zwei Wochen Freiheitsentzug.
Ich bin mal gespannt, wie viele Idioten sich das kaufen werden und mit dem eigenen Geld der Panikregierung entsprechende Infiziertenzahlen schenken. Herrlich.

LE PENSEUR – http://lepenseur-lepenseur.blogspot.com/2020/07/funoten-zum-dienstag_14.html

+

 

Fall der Hagia Sophia – Warnung an Europa

Paulus hat einen Brief an die Galater geschrieben. „Galatien“ ist ein Gebiet im Zentrum Kleinasiens, in der heutigen Türkei. Der Apostel Paulus schreibt an diese große „Gemeinde“:

„Täuschet euch nicht,
Gott lässt seiner nicht spotten.“
Gal 6,7

Hagia Sophia fresco, © Heidi Jonker 25-OCT-2005. – http://www.pbase.com/image/51459837

Der Schriftsteller Stefan Zweig (1881-1942) hatte die symbolische Bedeutung der Eroberung der Kirche durch die Osmanen im Jahre 1453 in seinem Band „Sternstunden der Menschheit“ beschrieben. Den Fall Konstantinopels deutete er hier als historische Warnung an Europa, dem das gleiche Schicksal drohe, wenn es ihm an Wachsamkeit und Verteidigungsbereitschaft gegenüber den radikalen Strömungen im Islam mangele, die es seit über 1400 Jahren bedrohen.

[…]

Während Europa in der Erzählung Zweigs gleichgültig gegenüber der Gefahr ist, dass die „Hagia Sophia, die herrlichste Kirche des Abendlandes, in Gefahr schwebt, eine Moschee des Unglaubens zu werden“ und „noch immer nicht die Gefahr für die Kultur des Abendlandes“ erkennt, bewahren nur seine Mauern Byzanz vorläufig noch vor dem Untergang. Diese Mauern, die „von jedem Kaiser der tausend Jahre abermals ergänzt und erneuert“ wurden, schützen die Stadt nicht nur vor „dem zügellosen Ansturm der Barbarenhorden und den Kriegsscharen der Türken“, sondern sind auch ein Symbol für seine Kultur.

[…]

Zweig schildert die letzten Tage von Konstantinopel als den Überlebenskampf einer sterbenden Kultur, die noch einmal alle Mittel mobilisiert, über die sie verfügt:

„Damit allen gewärtig sei, was ihnen zu verteidigen obliege: der Glaube, die große Vergangenheit, die gemeinsame Kultur, ordnet der Basileus eine ergreifende Zeremonie an. Auf seinen Befehl sammelt sich das ganze Volk, Orthodoxe und Katholiken, Priester und Laien, Kinder und Greise, zu einer einzigen Prozession.

[…]

Nicht kann er zwar wie Mahomet ihnen unermeßliche Beute versprechen. Aber die Ehre schildert er ihnen, die sie für die Christenheit und die ganze abendländische Welt erwerben, wenn sie diesen letzten entscheidenden Ansturm abwehren, und die Gefahr, wenn sie den Mordbrennern erliegen: Mahomet und Konstantin, beide wissen sie: dieser Tag entscheidet auf Jahrhunderte Geschichte.“

Während der Fall Konstantinopels im kollektiven Gedächtnis Europas kaum noch eine Rolle spielt, gilt dieses Ereignis im islamischen Kulturraum verbreitet als Symbol für den Sieg des Islam über das Christentum.

Zweig betonte diesen Aspekt in seiner Erzählung:

Siehe: – https://renovatio.org/2020/07/stefan-zweig-der-fall-der-hagia-sophia-als-warnung-an-europa/

+

 

In Deutschland undenkbar.

Am Tag nach dem Gewinn der der Präsidentschaftswahlen in Polen (12. Juli 2020) erschien der Gewinner und Amtsinhaber Andrzej Duda im polnischen Marienwallfahrtsort Jasna Góra in Tschenstaochau. Zuerst gab es nur wenige Zeugen für die Ankunft der Präsidentenlimousine. Es war ein persönlicher Besuch Dudas bei der schwarzen Muttergottes. Andrzej Duda kam um 20.13 Uhr an und ging mit dem General des Paulinerordens Arnold Chrapkowski und dem Prior des Klosters, Pater Samuel Pacholski, in die Kirche.

Immer um 21 Uhr ist in der Kirche das Abendgebet der Mönche, zu dem viele Gläubige erscheinen. So füllte sich auch an diesem Abend die Kirche von Jasna Gora. Die Menschen beteten für Andrzej Duda und für ihr Land. Sie setzen große Hoffnungen auf ihren glaubenstreuen und praktizierenden katholischen Staatspräsidenten .

In Deutschland undenkbar.

+

 

Heimatprimiz auf dem Parkplatz …

… das klingt wie die Geburt eines Säuglings auf dem Parkplatz …
… ist aber nicht zu ändern.

Unweit von Hattersheim, zwischen Zeilsheim und Unterliederbach befindet sich die „Jahrhunderthalle Frankfurt-Höchst“. Die in den 60er Jahren hochmoderne Konzert- und Kongresshalle war wiederholt Ort von legendären TV-Veranstaltungen, etwa mit Kuhlenkampf, Frankenfeld und anderen Größen der 60er bis 80er Jahre.

Ein spektakuläres Ereignis für die Frankfurter steht am Samstag den 11. Juli bevor. Zwar nicht in der Jahrhunderthalle sondern auf dem Parkplatz Jahrhunderthalle.

An diesem Samstag wird der Neupriester Pater Johannes Rehm seine Heimatprimiz feiern, nicht in einer großen Frankfurter Kirche, sondern auf einem Parkplatz …

„Johannes Rehm wurde 1993 in Frankfurt a. M. geboren. Als viertes von fünf Kindern hatte er das große Glück, in einer tief katholischen Familie aufzuwachsen. Schön früh durfte er in der Kapelle der Priesterbruderschaft in Hattersheim beim heiligen Messopfer ministrieren. Dort besuchte er auch den Katechismusunterricht und empfing die großen Gnaden der Erstkommunion und der Firmung. Weil seine Eltern ihm eine wirklich traditionell-katholische Ausbildung auf den Lebensweg mitgeben wollten, scheuten sie kein Opfer, um ihm den Besuch der Internatsschulen der Priesterbruderschaft zu ermöglichen. So konnte er im Don-Bosco-Gymnasium in Diestedde (2004–2007), der Herz-Jesu-Schule in Saarbrücken (2007–2010) und der St. Michael ́s School in England (2010–2013) geformt werden.

Mit großer Dankbarkeit blickt er auf diese Jahre zurück, in denen er die Größe des Messopfers entdecken durfte und von dem Vorbild der dort wirkenden Priester wesentlich geprägt wurde. Ganz natürlich reifte so der Wunsch in ihm heran, auch Priester zu werden. Nach dem Schulabschluss verbrachte er ein knappes halbes Jahr im Priorat und Waisenhaus der Priesterbruderschaft in Indien, bevor er im Oktober 2014 in das Priesterseminar in Zaitzkofen eintrat.“

Herzliche Einladung zur Heimatprímiz von Pater Johannes Rehm in Frankfurt.
Es gibt keine Beschränkung der Teilnehmerzahl.

+

 

 

Von Georg Ratzinger, dem Priester

(Paul Badde): „Georg Ratzingers große Kunst war die Verwandlung der Welt und unvergessen bleibt mir ein Gespräch für die WELT, als ich ihn vor der letzten Deutschlandreise seines päpstlichen Bruders in der Regensburger Luzengasse besuchte, wo er folgendes gestand:

„Was ich mit meinem Bruder gemeinsam habe, ist zunächst diese Grundstimmung, die uns trägt, die uns beide als Gläubige doch sehr froh sein lässt, vor allem der Glaube an die Barmherzigkeit Gottes. Dass es einmal gut ausgeht bei den Menschen, die einigermaßen guten Willens sind. Das ist unser Glaube. Und das ist uns auch der Grund der Hoffnung. Dass wir sehen: Darauf geht es hin. Nicht auf irgendein Nichts. Es geht auf die gesamte Erfülltheit mit Freude hin. Wo nichts mehr dagegen ist. Wo kein Wurm mehr drin ist.

Das erfüllt uns mit Freude. In einem würdigen und feierlichen Gottesdienst wird das ja schon vorweggenommen, in einem schönen Kirchenraum, mit wundervoller Musik, in der anbetenden Menge, wo die Leute mit einer Stille erfüllt sind, die nicht angeschafft oder befohlen ist, sondern mit einer Stille, die von selber kommt, wo alle menschlichen Sinne gepackt werden. Das ist etwas, was man so in einem weltlichen feierlichen Rahmen nicht hat, auch in dem allerschönsten Konzert nicht.

Das ist für uns Glück: diese Erfülltheit und das Getragensein von irgendwo anders her. Dieser Vorgeschmack des Himmels in einem feierlichen Gottesdienst. – Glück, wissen Sie, das ist die Anbetung Gottes!“

Notiert von Paul Badde – siehe CNAdeutsch

Papst Benedikt XVI. mit seinem Bruder Georg Ratzinger, Sixtinische Kapelle, Konzert der Regensburger Domspatzen, 17. Januar 2009.

+

 

Jean Raspail + (1925 – 2020)

Am 13. Juni 2020 ist der Schriftsteller Jean Raspail verstorben.

Jean Raspail durchlief eine Reihe katholischer Schulen, die ihm jedoch meist die Tür wiesen; das Abitur gelang erst im dritten Anlauf. Eine berufliche Orientierung scheiterte ebenso wie erste Schreibversuche, deren Mängel er aber intuitiv begriff. Das Nachkriegsfrankreich mit seinen schrumpfenden Horizonten eignete sich wenig zur Erweiterung des eigenen; es folgte „ein Abenteuer, das über meine Existenz entschieden hat“: Raspail durchmaß im Kanu über 4.500 Kilometer die einstigen französischen Besitzungen in Nordamerika, von Québec bis La Nouvelle-Orléans. Seine Leitsterne waren der Jesuitenmissionar Marquette und der Cavelier de La Salle, die Entdecker des Mississippis beziehungsweise seiner Mündung. Beide gingen nach ungeheuren Anstrengungen dabei zugrunde. Dann ging er nach Kanada und Louisiana, entlang der „Wasserwege des Königs“, allesamt 2005, 55 Jahre nach der Fahrt, im gleichnamigen Buch von Raspail in berückender Schönheit heraufbeschworen. Man findet darin schon den Kern von Raspails Faszinationen und Werk angedeutet – Königtum, Katholizismus, verlorene Sachen, ergänzt durch eine zärtliche Liebe zu untergehenden Kleinstvölkern, erworben auf einer weiteren Reise, diesmal vom Kap Hoorn nach Alaska und zu den Ureinwohnern Patagoniens, die in den Regenstürmen der Magellanstraße ein Dasein herzerweichender Kargheit fristeten.

Eine Laufbahn als Reiseschriftsteller folgte, bis Raspail sesshaft wurde und Frankreich in einem „radikalen Wandel kultureller Natur“ wiederfand, in seiner Substanz bedroht und wie so viele Völkerschaften davor „reif für den finalen Schlag“. Mit dem „Heerlager der Heiligen“ (Schnellroda 2015), dessen Übersetzungen allein mehrere Regalreihen füllen, nimmt er auch die Literatur wieder auf und die Gegenwart in beängstigend prophetischer Weise schon 1973 vorweg: Eine Million bettelarmer, aber entschlossener Boatpeople fällt als Vorhut der Dritten Welt gewaltlos in Frankreich ein, das ein Trommelfeuer der Indoktrination durch faktisch gleichgeschaltete Medien und politische Eliten zu jeglichem Widerstand und Selbstbehauptungswillen unfähig gemacht hat. Heute spricht man von „Willkommenskultur“ – und Raspail von der „altruistischen Idiotie, die Millionen deutscher Schwachköpfe, pardon, ‚Aber ja! Nur immer herein!‘ ausrufen lässt“.

Quelle: freilich-magazin – Es lebe der König – Nachruf auf Jean Raspail (1925 – 2020)

+

Aktueller denn ja:

Das Heerlager der Heiligen“ – kein Allerheiligen- oder Allerseelen-Roman

Jean Raspails Roman „Das Heerlager der Heiligen“ ist 1973 in Frankreich erschienen. Eine deutsche Übersetzung erschien erstmals 1985. Zwanzig Jahre später, am 12.10.2005, nahm sich die Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.10.2005 dem Roman an. Denn der Papst, der in „Das Heerlager der Heiligen“ vorkommt, ist kein geringerer als Benedikt XVI., allerdings aus Brasilien stammend.

Dieser Papst Benedikt XVI. hat nicht nur wie Papst Paul VI. seine Papstkrone verschenkt, er hat auch ein III. Vatikanischen Konzil einberufen. Er ist ein Papst der Armen und der Barmherzigkeit und hat es geschafft, das gesamte Vermögen der römisch-katholischen Kirche zu verkaufen. Doch vom erzielten Verkaufserlös konnte nicht einmal der vergleichsweise kleine Landwirtschaftsetat von Pakistan auch nur für ein Jahr ausgeglichen werden.

Lorenz Jäger von der FAZ schreibt 2005 über den Roman:
„Raspails Roman ist grotesk-apokalyptisch bis zur Obszönität, er schwelgt im Häßlichen, Grausamen, und vielleicht war dies der Preis für die visionäre Kraft. Der Autor verlängerte, wie Orwell in der negativen Utopie „1984“, die Linien seiner Gegenwart. Die traurigste Rolle spielen die Kerenskis der multikulturellen Gesellschaft – jene, die an Dialog glauben, aber gleich vom ersten Ansturm am Strand überrannt werden. Zu diesen Gutgläubigen gehören im Roman auch die Vertreter der Kirche […]. Überall herrscht die neue Religion der Ökumene – für Raspail die Lehre des Antichrist. Man trifft sich zum Hungerstreik für die Migranten in einer Abtei, deren Leiter Dom Vincent Laréole eigens zu diesem Zweck von einem buddhistischen Kongreß in Kioto zurückgekehrt ist.“

Lorenz Jäger griff am 23.09.2015 erneut in die Tastatur seines PC:
„Das Heerlager der Heiligen dürfte ein Kultbuch werden.“ Warum?
Weil „Das Heerlager der Heiligen die aktuelle Flüchtlingskatastrophe im Mittelmeer in prophetischen und verstörenden Bildern vorweggenommen wird.

Das Buch ist erschütternd zu lesen; auch heute noch.

So ist tatsächlich aus ganz aktuellem Anlaß Jean Raspails Roman in den Schlagzeilen vieler Feuilletons und Zeitschriften, sowie mancher Blogs präsent. Vor wenigen Tagen, am 27. Oktober 2015, gab der Tagesspiegel gar „eine Lesewarnung“ heraus und bezeichnete „Das Heerlager der Heiligen“ als „Das Kultbuch der Neuen Rechten“ und sei „eine Blaupause von Pegida“.

Alexander Pschera schrieb im Vatican Magazin ein Essay, das zu lesen ich empfehle. Er zitiert Raspai, der über sich „mit anti-ökumenischer Verve“ sagte: „Ich bin Katholik, kein Christ“.

Pschera schreibt:

„Das „Heerlager der Heiligen“ ist sein bekanntestes und erfolgreichstes Buch. Es schildert
den Untergang und die freiwillige Unterwerfung Frankreichs unter eine Flut von Immigranten aus Indien. Das Land ist dabei nur ein Platzhalter. Es könnte auch ein afrikanisches oder lateinamerikanisches gemeint sein. Das Buch erzählt, wie eine Million ausgehungerter und kranker indischer Immigranten an der französischen Mittelmeerküste landet – an einem Ostersonntag, nachdem die Flotte vierzig Tage auf den Wüsten der Weltmeere umherirrte. Eine ins Negative gewendete Ostersymbolik durchzieht den ganzen Roman wie ein dunkler Basso Continuo. Die Ankunft der Flüchtlinge versetzt Kirche, Politiker und Journalisten in einen kollektiven Rausch des Gutmenschentums, der durch das postkoloniale schlechte Gewissen weiter angestachelt wird.

Die Immigranten gehen an Land und nehmen den ganzen französischen Süden in Besitz. Friedlich und gewaltfrei. Die Soldaten der Grande Armée desertieren. Die weiße Bevölkerung flieht nach Norden. Das Abendland hat keine Kraft mehr, sich zu wehren. In den südfranzösischen Städten werden die verbleibenden weißen Frauen in Bordelle für die Inder gesteckt. Umgekehrte Harems, sozusagen. In den Großstädten brechen Rassenunruhen aus.“

„Es gibt das Leben der Anderen, das nicht unser Leben ist, nicht unsere Geschichte, nicht unsere Kultur. Und es gibt unser Leben, unsere Geschichte, unseren Erfahrungsraum, den wir das „christliche Abendland“ nennen. Diese Unterscheidung hält Raspail für wesentlich. Ist er deswegen schon ein Rassist, wie es ihm linke Kritiker vorwerfen?

Zwei Jahrzehnte ist Raspail als Abenteurer unterwegs gewesen, hat bedrohte Völker besucht und in seinen Büchern ihre Bedrohung durch die moderne Zivilisation beschrieben. Das Fremde war ihm allzu gut bekannt, aber als Fremdes. Viele so genannte „Antifaschisten“, die sich lautstark zu Anhängern des „Anderen“, des „Fremden“ machen, haben ihr Kinderzimmer nie verlassen. Die Rassismus-Keule dieser Linken trifft Raspail durchaus in einigen Szenen, an denen er das Leben an Bord der Armada als ein wollüstig-animalisches Vegetieren schildert (wobei man ihm dabei aber auch den Geist der siebziger Jahre zu Gute halten kann, der ja auch die „rassistischen“ Blaxspoitation-Movies hervorbrachte). Sie trifft ihn aber nicht in seinem Versuch, das je Eigene der Kulturen herauszuarbeiten und auf einer kulturellen Authentizität der Völker zu beharren, was übrigens ein linker Ethnologe wie Lévi-Strauss auch getan hat.

Raspail formuliert die bedenkenswerte These, dass die Globalisierung, die mit dem Entstehen der so genannten „dritten Welt“ ihren Ausgang nahm, die Substanz des katholischen Selbstverständnisses angreifen und letztlich zerstören muss, weil sie die Identifikationsmuster dieses Katholischen auslöscht, das ja in seiner Geschichte immer auch mit einer Freund/Feind-Opposition gearbeitet hat.

Quelle: etnunc

Jean Raspail
Das Heerlager der Heiligen
Verlag Antaios 2015
ISBN: 978-3944422121

HIER BESTELLEN

 

 

 

 

+

 

Kollateralschäden

[Frage] Manche fürchten, dass Menschen Krankheiten verschleppen und häusliche Gewalt zunehme. Von einem Mehr an Depressionen und steigenden Suizidraten ist die Rede. Panikmache? Oder gibt es für solche Befürchtungen historische Vorbilder?

Axel W. Bauer:
US-Präsident Donald Trump hat neulich sinngemäß gesagt, die Therapie der Krankheit dürfe nicht schlimmer sein als die Krankheit selbst, und das entspricht dem 2400 Jahre alten Hippokratischen Prinzip, dass man dem Kranken nützen, ihm aber nicht schaden soll. Die Gefahr, dass es massive Nebenwirkungen gibt, liegt auf der Hand.

[Frage] Woran denken Sie dabei?

Nehmen wir nur die sogenannten elektiven Operationen, die jetzt in großer Zahl abgesagt wurden, also Eingriffe, die nicht absolut dringend sind, die aber dennoch Krankheiten betreffen, unter denen die Patienten erheblich leiden.
Selbst die Zahl der Einweisungen wegen eines Herzinfarkts ist zurückgegangen. Niemand weiß genau, wo diese Patienten geblieben sind. Es ist unwahrscheinlich, dass es zurzeit weniger Infarkte gibt als sonst.

Wir sehen Defizite, die aus der falschen politischen Beurteilung folgen, es sei im Augenblick nur noch eine einzige Krankheit relevant, nämlich COVID-19. Die Intensivstationen sind derzeit mit Rücksicht auf potenzielle COVID-19-Patienten viel weniger belegt als sonst. Das ist aber kein gutes Zeichen, sondern es weist darauf hin, dass Patienten, die etwa nach einer Operation kurzzeitig auf die Intensivstation kämen, momentan gar nicht behandelt werden.
Ihre Eingriffe werden verschoben, nur dadurch sind Betten frei.

Axel W. Bauer, DIE TAGESPOST 23.04.2020

+