Zehn Merkzeichen für den Mann

1. Als Mann bist du ein Mitkreator des Schöpfer-Gottes!
(Als Erfinder, als Künstler, als Vater.)

2. Du hast die Aufgabe, die Erde zu bebauen!
(Auch Acker, Haus, Herd und Land.)

3. Du hast die Aufgabe, die Erde zu bewahren!
(Auch vor ihrer Zerstörung durch Maßlosigkeit in Technik und Wirtschaft.)

4. Du bist für die Erde verantwortlich!
(Für die Gesunderhaltung und die Bewahrung des Lebens – auch des ungeborenen Menschen und der Geschöpfe.)

5. Du bist für dein Umfeld verantwortlich!
(Für deine Familie – auch für deine Nachbarn, deine Stadt und deinen Kreis, für ihre Flüsse, Seen und Berge.)

6. Lass dich aus diesen Aufgaben von niemandem verdrängen!
(Selbst nicht von deinen eigenen wilden Schösslingen, nicht von Macht-anmaßenden Männinnen – auch dann nicht von deiner Frau.)

7. Du bist für deine Kinder zum Vorbild berufen!
(Auch in Gemeinden und Verbänden.)

8. Deine Kinder wollen von dir geliebt und wert gehalten sein!
(Wie deine Nächsten auch.)

9. Deine Kinder wollen von dir beschützt sein!
(Auch durch das geltende Recht und durch Landesverteidigung.)

10. Die dir Anvertrauten wollen verstanden sein!
(Gebrauche dafür die dir von Gott geschenkten Augen und das dir dafür erstellte Gehirn zum Nach-Denken und Einfühlen – auch beim Umgang mit deiner Frau.)

(Christa Meves)

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In princípio erat Verbum

In princípio erat Verbum, et Verbum erat apud Deum, et Deus erat Verbum. Hoc erat in princípio apud Deum. Omnia per ipsum facta sunt: et sine ipso factum est nihil, quod factum est: in ipso vitae rat, et vitae rat lux hóminum: et lux in ténebris lucet, et ténebræ eam non comprehendérunt. Fuit homo misus a Deo, cui nomen errat Jóannes. Hic venit in testimónium, uttestimónium perhibéret de lúmine, ut omnes créderent perillum. Non erat ille lux, sed ut testimónium perhibéret de lúmine. Erat lux vera, quæ illúminat omnem hóminem veniéntem in hunc mundum. In mundo erat, et mundus per ipsum factus est, et mundus eum non cognóvit. In própria venit, et sui eum non recepérunt. Quotquot autem recepérunt eum, dedit eis potestátem fílios Die fíteri, his, qui credunt in nómine ejus: qui non ex sanguínbus, neque ex voluntáte carnis, neque ex voluntáte viri, sed ex Deo nati sunt. Et Verbum caro factum est, et habitávit in nobis: et vídimus glóriam ejus, glóriam quasi Unigénita Patre, plenum grátiæ et veritátis. – Deo grátias.

Im Anfang was das Wort (der Sohn Gottes),
und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort.
Dieses war im Anfang bei Gott.
Alles ist durch dasselbe geworden,
und ohne dasselbe ist nichts geworden,
was geworden ist.
In ihm war das Leben,
und das Leben war das Licht der Menschen.
Und das Licht leuchtet in der Finsternis, (der Sünde);
aber die Finsternis hat es nicht erfasst.
Es war ein Mensch von Gott gesandt, sein Name war Johannes.
Er kam zum Zeugnis, damit er Zeugnis gäbe von dem Licht,
auf dass alle durch ihn glauben.
Dieser war nicht das Licht, sondern er sollte geben vom Licht,
welches jeden Menschen erleuchtet, der in diese Welt kommt.
Er war in der Welt, und die Welt ist durch Ihn gemacht worden,
und die Welt hat Ihn nicht erkannt.
Er kam in Sein Eigentum; doch die Seinigen nahmen Ihn nicht auf.
Allen aber, die Ihn aufnahmen,
gab er Macht, Kinder Gottes zu werden,
all denen, die an Seinen Namen glauben,
welche nicht aus dem Geblüt, nicht aus dem Verlangen des Fleisches,
auch nicht aus dem Willen des Mannes,
sondern aus Gott geboren sind.
Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt.
Und wir haben Seine Herrlichkeit gesehen,
die Herrlichkeit des Eingeborenen vom Vater,
voll der Gnade und Wahrheit.

Dank sei Gott.

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Am letzten Tag des Jahres halten wir fest:

Die Analyse zahlreicher Aussagen von Papst Franziskus zeigt, dass wir uns in einer solchen Heterodoxie befinden, dass wir nicht länger daran zweifeln können, zu sagen, dass es keine Kontinuität mit der Tradition gibt oder, mit anderen Worten, dass solche Aussagen nicht im Licht des katholischen Glaubens gemacht werden.

Die doktrinäre Absicht solcher Äußerungen kann nicht dadurch geschmälert werden, dass behauptet wird, dass sie sich auf eine rein pastorale Ordnung beziehen, da auch eine pastorale Lehre in jedem Fall eine Lehre ist. Die drei Munera oder Ämter der Kirche sind: lehren, leiten und heiligen. Diese Ämter sollen von den Dienern der Kirche für das Heil der Seelen ausgeübt werden.

Soweit es um das Heil ihrer Seelen geht, haben die Gläubigen die Pflicht, wachsam zu sein, um sicherzustellen, dass diese Ämter angemessen ausgeübt werden. Wenn dies nicht der Fall ist, haben sie das Recht, dies klarzustellen.

Gleichzeitig gilt: wenn ein Amtsträger der Kirche erkennt, dass ein Prälat seinen munus docendi (das Lehren) missbraucht (indem er nicht den Glauben lehrt oder Lehren verkündet, die ihm widersprechen), hat er die Pflicht, denselben munus (die Funktion) auszuüben, um seinen Missbrauch aufzudecken und die Wahrheit mitzuteilen.

Der heilige Thomas von Aquin schreibt:
Da es eine unmittelbare Gefahr für den Glauben gibt, müssen die Prälaten von denen, die ihre Untertanen sind, auch öffentlich zurechtgewiesen werden. So nahm der heilige Paulus, der dem heiligen Petrus unterstand, es öffentlich auf, wegen einer unmittelbaren Gefahr eines Skandals in Glaubensfragen.“ (ad Gal.2.14)

Der heilige Augustinus kommentiert:
Der heilige Petrus selbst gab denen, die regieren, ein Beispiel, damit sie, manchmal vom rechten Weg abweichend, eine Korrektur, die auch von ihren Untertanen gekommen ist, nicht als unangemessen ablehnen.“

In Bezug auf die öffentliche Kritik des heiligen Paulus am heiligen Petrus schreibt der heilige Thomas:

Die Zurechtweisung war gerecht und nützlich, und ihr Motiv war nicht trivial: Es war eine Gefahr für die Bewahrung der Wahrheit des Evangeliums … Die Art der Zurechtweisung war bequem, weil sie öffentlich und offenkundig war. Deshalb schreibt der heilige Paulus: ‚Ich sprach zu Kephas‘, das heißt zu Petrus ‚vor allen‘, weil die Simulation des heiligen Petrus eine Gefahr für alle mit sich brachte.

Das ist also der Geist, in dem die Kritik an den Lehren oder Gesten, die folgen, mit der gebührenden Frömmigkeit eines Kindes gegenüber seinem geistlichen Vater, dem sichtbaren Haupt der heiligen Kirche Gottes, unternommen wird.

Beten wir für die Hirten und alle Diener der Kirche!

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Die Menschen im Spiegel

Heute bin ich an der Reihe, morgen auch du.

Speculum miseriæ et fragilitatis humanæ.
Hodie mihi cras tibi.

Eine Prüfung für Stolz und Eitelkeit.
Oder:
Ein Spiegel menschlichen Elends und Gebrechlichkeit.

Ein Skelett mit Schlangen und Ratten. Radierung von C. Grignion. – Photo https://wellcomecollection.org/works/au2m2w6y

Charles Grignion der Ältere (1721–1810) wurde in London als Sohn von Hugenotten geboren. Er war ein bekannter und produktiver Kupferstecher und Buchillustrator.

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Die Guillotine, nicht das Kreuz, ist die Mutter der modernen Welt!

Frieden?

Haben all diejenigen,
die sich mit den schrecklichsten Waffen ausgerüstet haben,
das wirklich für den Frieden getan?

Nach ihnen kommt das Proletariat, das nach dem Blut der Lämmer dürstet, dieser ganze planetarische Mob, der hinter den Telefonen nach Hass stinkt und von den Fürsten der Dunkelheit mit noch mehr Dummheit gefüttert wird.

(Savatie Baștovoi *1976,
Moldawisch-Orthodoxer Mönch und Schriftsteller)

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Gesetz des Menschen – Gesetz Gottes

Was ist der Unterschied zwischen dem Gesetz des Menschen und dem Gesetz Gottes?

Der Unterschied besteht darin, dass das Gesetz beim Menschen „perfektionierbar“ ist, d.h. es kann geändert werden. – Das Gesetz Gottes bleibt immer gleich, weil es perfekt ist.

Bei Menschen macht bzw. definiert das Gesetz Gerechtigkeit.
Bei Gott macht seine ewige Gerechtigkeit das Gesetz.
Menschliche Gesetze ändern sich und vergehen.

„Gottes Wort ist seine Wahrheit und Gerechtigkeit
von Ewigkeit zu Ewigkeit“ (Ps 110,3).

Darum kann kein Mensch […] Gerechtigkeit üben, weil kein anderes menschliches Sittengesetz die Kraft hat, ihn im Recht zu halten, leicht verdreht nach dem Zeitgeist.

Das erklärt das Paradoxon, dass jemand, der gegen Kriminalität ist, die Abtreibung zugibt, und diejenigen, die sich gestern für die Meinungsfreiheit eingesetzt haben, heute die Zensur unterstützen.

Der populäre Ausdruck „Mensch ohne Gott“ oder „er hat keinen Gott“, der manchmal den Menschen des Nichts bezeichnete, scheint heute zum einzigen Kriterium geworden zu sein, nach dem die Herrscher der Welt, die sich „zivilisiert“ nennt, ausgewählt werden.

(Savatie Baștovoi *1976,
Moldawisch-Orthodoxer Mönch und Schriftsteller)

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Ist es die „höchste Pflicht“ des Menschen, zum Staat zu gehören?

„Immerhin hat das den Staat zur Hölle gemacht,
daß ihn der Mensch zu seinem Himmel machen wollte.“
(Friedrich Hölderlin)

Häufig beschreibt die Heilige Schrift, dass die Mächtigen sich vor dem Volk fürchteten und somit die eigenen Absichten verbargen und ihr Tun vertagten, um im Volk keinen Unmut hervorzurufen. Über die Jahrhunderte war das Volk mit seinen Hierarchien, Traditionen und Bindungen ein Hinderungsgrund für die umfassende Machtausübung jedweden hohen Tieres, vom Clan-Chef über Majestäten und Gurus bis zu den Kirchenfürsten; und sogar auch manche Hexenverfolgung scheiterte dort, wo sich die heute in einem zweifelhaften Ruf stehenden Patriarchen der Gemeinschaft hinter die Bezichtigte stellten und ein Foltern und Urteilen verhinderten. Herrschaftsausübung war also mitnichten frei, sie sah sich einer dicht verwobenen Wirklichkeit gegenübergestellt. Und sie hatte selbst noch ein Gesicht! Mit diesem organisch gewachsenen, in der Tradition wurzeln-den konkreten Leben musste sich die Macht auseinandersetzen, daran kam sie nicht vorbei.

Die Menschheitsgeschichte ist verdorben vom Ringen um Macht, es ist eigentlich die Geschichte des Kampfes gegen Gott und Seine Herrschaft, bei dem die nach Macht Gierenden einander ständig ablösen in einem verzweifelten Tanz der Eitelkeiten und der Gewalt, einem endlosen Gesellschaftsspiel ohne Gewinner, denn am Ende sterben sie alle und haben nichts, aber auch gar nichts gewonnen. Ihre Paläste? In einem einzigen flüchtigen Wimpernschlag verlassen, abgerissen und vergessen. Ihre Absichten? Wenn man sich überhaupt an sie erinnert, so nur verzerrt oder verstümmelt und durch die Nachgeborenen bestimmt, so gehen dann auch Revolutionen ungeachtet der Leichenberge als Befreiungsakt in die Geschichte ein.

Da der Kampf um die Macht auch allerlei Hässlichkeit hervorbringt, erscheint die Idee verheißungsvoll: alle zu Gleichen erklären und einen Gemeinwillen erfinden als Projektionsfläche für eine bessere Zukunft. Schauplatz der Verwirklichung dieser Idee ist der Staat.

Zunächst ist der Staat bloß ein System der öffentlichen Institutionen zur Regelung der Angelegenheiten eines Gemeinwesens – doch recht schnell wird er zu einer sittlichen Auffassung hin umgebogen – nach Hegel ist es dann sogar der „Gang Gottes in der Welt“, dass es den Staat gibt, und „sein Grund ist die Gewalt der sich als Wille verwirklichenden Vernunft“. Der auf das Gemeinwohl des politischen Körpers gerichtete Wille ist die volonté générale. Die Grenze des Willens ist jedoch seit je her die Vergewaltigung. So müsste doch eigentlich besser, unverfälscht gelten: weg vom wollen, hin zum lieben!

Geht es aber nach den Aufklärern, so ist es für jeden einzelnen Menschen die „höchste Pflicht“, zum Staat zu gehören. Oberster Ordnungsbegriff ist hier die „Vernunft“, von der aber natürlich keiner sagen kann, was damit gemeint wäre und wessen Vernunft es denn sei soll. Schon Friedrich Hölderlin sagte daher folgerichtig: „Immerhin hat das den Staat zur Hölle gemacht, daß ihn der Mensch zu seinem Himmel machen wollte.“

Für die Vorantreiber der Aufklärung waren zwei Ideen entscheidend: Erstens, der Mensch ist von Natur aus gut, einen Sündenfall gibt es nicht; zweitens: für die moralische Legitimität der Gemeinschaft nimmt man den souveränen Willen in Anspruch. „Der reine Wille als solcher“, so erklärt es Hans Graf Huyn in „Ihr werdet sein wie Gott“, „der sich selbst Ziel seiner Erfüllung ist, ist der wahre Souverän. Die Metaphysik der permanenten Revolution ist damit vorweggenommen. Das Ergebnis ist der totale Staat.“ Das nur noch innerliche Geglaube des modernen Menschen hat es dem Staat erlaubt, sich gottlos ganz den Götzen zu ergeben – hier liegt die Wurzel der Abartigkeit des Westens. Für den Christen gilt dagegen: Ohne das Heraustreten aus dem eigenen Geist („Glauben“) in die Wirklichkeit gibt es überhaupt keinen christlichen Glauben.

An die Stelle Gottes tritt nun aber die volonté générale, die Summe des Willens aller Menschen als die oberste Norm. …

(Aus: Beile Ratut. Der Kult des Geldes und das Ende des Staates; CRISIS-2, 2022)

Beile Ratut geboren 1972, ist Finnin und schreibt in deutscher Sprache Romane, Erzählungen sowie Essays, darüber hinaus sind ihre Texte u.a. in der Tagespost, Rubikon, Z wie Zukunft, Cathwalk erschienen. 

Youtube-Kanal von Beile Ratut

Sie studierte Volkswirtschaft, Literatur und Skandinavistik in Finnland und in Deutschland. Sie ist 2019 zur Orthodoxie konvertiert und Mutter von drei Kindern. Lange Zeit lebte sie mit ihrer Familie in der Nähe von Frankfurt am Main, seit 2015 lebt die Familie in Zentral-Finnland auf dem Land.

Den vorstehenden Betrag komplett lesen in:

CRISIS – Journal für christliche Kultur

Heft 2 mit dem Schwerpunkt:
Christ – Kirche – Staat

CRISIS gibt es HIER

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Sich der eigenen Taufe besinnen und nicht den sexuellen Möglichkeiten

„Brauchen wir nicht auch und noch mehr ein neues Verständnis der Taufe, die den ganzen Menschen zum Tempel des Heiligen Geistes gemacht hat? Können wir noch sehen, dass es für den Christen keinen glaubensfreien Bereich geben kann und dass durch die Taufe alles (auch unsere Sexualität) in eine neue Wirklichkeit eingetaucht worden ist, die ein Leben lang eingeholt werden will (und diese Zeit gibt uns Gott, wenn wir nur unterwegs bleiben und uns immer mehr dem Evangelium angleichen)?“

Bischof Ipolt von Görlitz

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Pater Peter Gumpel SJ +

Kurz vor Vollendung seines 99. Lebensjahres ist am 12. Oktober 2022 Pater Peter Gumpel SJ gestorben. Er lebte sieben Jahrzehnte in Rom und wirkte unermüdlich für die katholische Kirche. Er arbeitete für mehrere Päpste und gilt als mächtiger Verteidiger von Papst Pius XII.

Pater Gumpel möge in Frieden ruhen! – RIP

Was Pater Gumpel für die Kirche leistete, kann man z. B. nachlesen, hören und sehen:

Interview zu Papst Pius XII.

Ein Pater erzählt vom Konzil

Der Stellvertreter

Über den Tod von Papst Johannes Paul I.

Interview: Wer ist ein Märtyrer?

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Ist man auf der Welt, um sich zu unterhalten?

Verzeihung, wozu denn? Vielleicht, um zu leiden? –
Ja und nein, wir müssen uns nur verständigen.
Das Wort des Bürgers ist zweischneidig wie das Schwert Ehuds, des Sohnes Geras, des dritten Richters in Israel. Das Leiden ist für die anderen, er allein ist auf der Welt, um sich zu unterhalten. Sobald man dies Gesetz aus den Augen verliert, wird alles dunkel.

Im Evangelium steht geschrieben, dass es immer Arme geben wird. Selbstverständlich. Soll sich etwa der Bürger der Mühe unterziehen, selber zu leiden?

Es genügt ihm nicht, Lakaien zu haben, er braucht Sklaven, Unglückliche, deren Leiber er schinden, deren Seelen er schänden kann.
Das ist seine Unterhaltung!
Seelen zu entehren, zu beschmutzen und verzweifeln zu lassen … Schreit aber der Arme auf vor Schmerz, dann wird ihm als Trost gesagt:
„Man ist nicht auf der Welt, um sich zu unterhalten“,
und der Gequälte glaubt, umringt zu sein von Dämonen.

(Léon Bloy. Exegese der Gemeinplätze)

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