Nach der Kreuzigung

Responsorium auf die 8. Lesung der 3. Nokturn:

Ich werde denen gleichgeachtet,
die ins Grab herniedersteigen.
Ich wurde wie ein Mensch
der ohne Hilfe blieb,
bin unter Toten frei.

Sie warfen mich in eine tiefe Grube,
in Finsternis und Toodesschatten.

Ich wurde wie ein Mensch
der ohne Hilfe blieb,
bin unter Toten frei.

Lamentation – Quentin Metsis, auch Massys (1466-1530)

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Die Passion Jesu Christi und meine Schuld

Am heutigen Karfreitag zeige ich das Gemälde ECCE HOMO des Antwerpener Malers Quentin Metsis [auch: Metsy / Massys] (1466-1530), aus dem frühen 16. Jahrhundert. Es befindet sich im Dogenpalast in Venedig und zeigt in einem bedrückenden Realismus und in überquellender Farbenpracht die Grausamkeit der Leiden Christi bis zu seinem Kreuzestod. Mich beeindruckt jedes Detail des Bildes, und gerade in besonderer Weise der Henker Christi. Natürlich nicht, weil ich sein möchte wie er. Ich stelle mir aber die Frage, ob ich es nicht bin. Bin ich der Henkes des Heilandes?

Ecce Homo, Quentin Massys / Foto-http://kerdonis.fr/ZMETSYS01/index.html

In den vergangenen Passionstagen haben wir den Großen Kanon des hl. Andreas gebetet.
Die zweiten Ode hilft uns zur Erkenntnis zu gelangen, dass wir AUCH in diesem Henker Jesu zu finden sind, dass wir uns durch unsere Sünden diesem armen Menschen ausgeliefert haben, anstatt der Liebe.
Beten noch einmal die Worte aus der 2. Ode.
Betrachten wir dazu die verschiedenen Bildausschnitte.
Bitten wir Gott um Erkenntnis und um Bekehrung!

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Hört zu, ihr Himmel, ich will reden!
O Erde, lausche meinen Worten, vernimm die Stimme dessen, der vor Gott seine Sünden bekennt und Ihn verherrlicht.
Herr, Du Gott des Erbarmens, schenke mir Deinen Blick der Liebe und entnimm meinen Lippen das Bekenntnis meiner Sünden.
Gegen Dich allein habe ich gesündigt.
Aber Du, mein Retter,* hab Erbarmen mit dem Werk Deiner Hände.

Die Wogen der Leidenschaften umbranden mich, Herr des Erbarmens,
doch reiche Du mir Deine Hand, wie Du sie einst Petrus auf den Wellen gereicht hast.
Vor Dir, o Christus, verströme ich meine Tränen wie die Sünderin.

Ecce Homo, Quentin Massys (Ausschnitt_1) Foto-httpkerdonis.frZMETSYS01index.html

In Deiner Liebe hab Erbarmen mit mir.
Die Schönheit meiner Seele habe ich durch den Genuß, den ich in den Leidenschaften gefunden habe, zerstört. Nun ist mein Sinn nur dem Irdischen zugewandt. Ja, ich habe die Schlange, die mich verführte, das Gewand zerreißen lassen, das ich von Dir bekommen hatte. Ich habe die verlockende Schönheit des Baumes, von dem Du mir verboten hattest zu kosten, betrachtet, und mein Geist ließ sich verführen, und so habe ich das lichtvolle Gewand meiner Seele verloren.

Alle Fürsten des Bösen haben auf meinem Rücken gepflügt,
und in meinem Herzen die langen Furchen der Sünde gezogen.

Ich habe meine ursprüngliche Schönheit und meine Würde verloren.
Du aber, mein Erlöser, siehst mein Elend und hast Erbarmen mit mir.

Ecce Homo, Quentin Massys (Ausschnitt_2) Foto-httpkerdonis.frZMETSYS01index.html

Nachdem sie mir schon das Gewand zerrissen hat, das Gott selbst mir gewoben hatte, hat die Sünde auch mein Herz zerrissen. Das Leben, das ich in Begierlichkeiten vergeudet habe, ist mir wie ein vom Scharlach der Schande getränkter Mantel.

Geschaffen nach Deinem Bild und Gleichnis, habe ich das Gewand dieser ersten Schönheit beschmutzt und mit Flecken bedeckt. Ich war den Vergnügungen und der Verderbnis verfallen, und der Feind hat mich unterjocht.

„Blickt auf und seht,* Ich bin es, euer Gott!“, sagt der Herr.
Höre auf Ihn, der zu dir ruft:
„Wende dich ab von der Sünde“.
Sei voll Ehrfurcht vor dem Herrn, Er ist dein Richter.

Ecce Homo, Quentin Massys (Ausschnitt_3) Foto-httpkerdonis.frZMETSYS01index.html

Mit wem soll ich mich in meinen Sünden vergleichen?
Mit Kain, dem ersten Mörder? Oder mit Lamech? Denn meinen Körper habe ich mit dem Bösen gesteinigt, und meinen Geist durch törichte Begierden umgebracht. Ich habe die Väter, die vor dem Gesetz lebten, nicht nachgeahmt, weder Set, Enosch, noch Henoch, der emporgehoben wurde, und auch Noach nicht. Ich habe mich um das Leben der Gerechten gebracht. Ich habe die Schleusen des Himmels geöffnet und bin außerhalb der Arche geblieben.

„Einen Mann erschlug ich für eine Wunde, einen Knaben für eine Strieme“, rief Lamech.
Auch ich zittere nicht, mein Fleisch zu erschlagen
und meinen Geist zu töten.

Ecce Homo, Quentin Massys (Ausschnitt_4) Foto-httpkerdonis.frZMETSYS01index.html

Ja, Lamech, dem Mörder bin ich gefolgt, als ich meinen Geist wie einen Mann und meine Seele wie einen Knaben getötet habe. Wie Kain dem Leben seines Bruders auflauerte, so habe ich meinen Körper umgebracht durch die Heftigkeit meiner Begierde. Ich habe eigenmächtig versucht, einen Turm zu bauen und eine befestigte Stadt zu errichten.

Aber der Schöpfer hat mein Vorhaben vereitelt.
Er hat mein Bauwerk umgestürzt.
Ich bin zerschlagen, verwundet.
Die Schläge des Feindes haben mir Seele und Leib schwer getroffen.

Ecce Homo, Quentin Massys (Ausschnitt_5) Foto-httpkerdonis.frZMETSYS01index.html

Die Verletzungen und Entzündungen meiner Wunden
zeugen von der Heftigkeit meiner Leidenschaften.

Einst ließ der Herr eine Feuersbrunst vom Himmel herabregnen,
und durch sie wurde die Sünde von Sodom verschlungen.

Warum schüre ich für mich
durch meine Sünden
das Feuer der Hölle?

Erkennt, daß Ich der Herr bin,
der die Herzen erforscht und die verborgenen Gedanken aufdeckt,
die Absichten reinigt und die Sünden tilgt;
der Recht schafft den Waisen,
den Kleinen und den Schwachen.“

Ecce Homo, Quentin Massys (Ausschnitt_6) Foto-httpkerdonis.frZMETSYS01index.html

Mutter Gottes, Du reine Königin,
Hoffnung aller, die zu dir eilen,
sicherer Hafen für die, die aus den Stürmen kommen,
rufe durch dein Gebet
das Erbarmen deines Schöpfers und Sohnes
auf mich herab.

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Der Große Kanon des heiligen Andreas von Kreta – (4/11)

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Der Große Kanon des heiligen Andreas von Kreta – (11/11)

9. Ode: Christus, der Retter – Magnifikat

P: Gottesgebärerin und Mutter des Lichtes! Mit Lobgesang preisen wir dich selig!
V: Meine Seele preist die Größe des Herrn,* und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.
Denn auf die Niedrigkeit Seiner Magd hat Er geschaut.* Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter.
Denn der Mächtige hat Großes an mir getan,* und Sein Name ist heilig.
Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht* über Alle, die Ihn fürchten.
Er vollbringt mit Seinem Arm machtvolle Taten,* Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind.
Er stürzt die Mächtigen vom Thron* und erhebt die Niedrigen.
Die Hungernden beschenkt Er mit Seinen Gaben,* und läßt die Reichen leer ausgehn.
Er nimmt sich Seines Knechtes Israel an* und denkt an Sein Erbarmen, das Er unsern Vätern verheißen hat, Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.

1. Verfinstert ist mein Geist,* geschwächt mein Leib,* ohne Urteilskraft mein Verstand.* Mein Ende naht, ich liege im Sterben.* Was werde ich tun,* wenn ich vor Deinem Gericht erscheine?
2. Du hast mir, o Herr, die Mahnung des Mose vor Augen gestellt* und die ganze Heilige Schrift,* die Geschichte der Gerechten und Ungerechten.* Durch meine Sünden habe ich die letzteren und nicht die ersteren nachgeahmt.
3. Für mich, o Herr, blieb das Gesetz ohne Wirkung* und das Evangelium ohne Frucht.* Ich habe die Heilige Schrift vernachlässigt.* Die Worte der Propheten und Heiligen haben mich nicht gerührt.* Meine Wunden haben sich vermehrt und kein Arzt konnte mich heilen.
4. Die Beispiele des Neuen Testaments* laden uns zur Reue und Umkehr ein.* Die Gerechten spornen uns an zur Heiligkeit.* Dem Weg der Sünder wollen wir nicht folgen.* Das Fasten und das Gebet, die Demut und die Wachen,* öffnen unser Herz für den Herrn.
5. Der ewige Sohn des Vaters ist Mensch geworden.* Er hat die Dirnen und die Zöllner zur Umkehr gerufen.* Beeile dich, o Mensch,* denn das Tor zum Himmelreich steht offen.* Eintreten werden die,* die ihr Leben nach dem Evangelium ausrichten.
6. Das Wort Gottes ist Fleisch geworden.* Durch die Menschwerdung hat Es sich mit uns vereint.* Christus war uns in allem gleich,* außer der Sünde.* Er erniedrigte sich und gab uns das Beispiel der Demut.
7. Christus sammelt die Hirten.* Er führt die Weisen zur Anbetung.* Er ruft zum Martyrium die unschuldigen Kinder.* Im Tempel verherrlicht Er den Greis und die Witwe.* Empfange auch du Ihn durch deine Umkehr.
8. Der Herr fastete vierzig Tage in der Wüste.* Dann hungerte Ihn und so erwies Er sich als wahrer Mensch.* Sei nicht entmutigt,* wenn die Versuchung über dich kommt.* Mit der Hilfe des Herrn* kannst du den Feind durch Fasten und Beten besiegen.
9. Auch Christus wurde von Satan versucht,* der Ihm Steine zeigte,* damit Er ihnen befehle,* zu Brot zu werden.* Der Teufel nahm den Herrn mit auf einen hohen Berg,* und zeigte Ihm in einem Augenblick alle Reiche der Erde.* Fliehe vor den Schauspielen des Bösen,* sei wachsam und rufe den Namen des Herrn an zu jeder Stunde.
10. Wie die Stimme der Taube in der Wüste,* so ruft die Stimme des Vorläufers des Herrn zur Bekehrung auf.* Herodes und Herodias haben gegen Gott gesündigt.* Du sei wachsam, damit du nicht in die Falle des Bösen gerätst.* Wende dein Herz zum Herrn.
11. Der Vorläufer der Gnade lebte in der Wüste,* und ganz Judäa und Samaria hörte auf ihn.* Alle kamen herbei, bekannten ihre Sünden,* und empfingen mit Freude die Taufe der Reue.* Ahme auch du ihre Umkehr nach.
12. Geheiligt ist die Vermählung,* und die eheliche Vereinigung ist ohne Makel.* Christus hat beides bei der Hochzeit zu Kana gesegnet:* als erstes Seiner Wunder hat Er dort Wasser in Wein verwandelt.* So zeigte Er, daß Er auch dein Herz vergöttlichen will.
13. Den Gelähmten stellte Christus wieder aufrecht,* so daß dieser seine Bahre tragen konnte.* Tote erweckt der Herr zum Leben:* den Sohn der Witwe, und die Tochter des Jairus.* Er begegnete der Samariterin und lehrte uns die Anbetung in Geist und Wahrheit.
14. Der Herr hat die an Blutfluß erkrankte Frau geheilt,* die den Saum Seines Mantels berührte.* Die Aussätzigen machte Er rein.* Den Blinden schenkte Er das Licht.* Die Tauben, die Stummen und die gekrümmte Frau heilte Er durch Sein Wort.* Auch dir offenbart Er Sein Heil.
15. Christus, das ewige Wort des Vaters,* verkündet die Frohbotschaft den Armen.* Er heilt die Krankheiten und Gebrechen.* Er ißt mit den Zöllnern und redet mit den Sündern.* Die Tochter des Jairus faßt Er an der Hand und schenkt ihr das Leben zurück.
16. Der Zöllner empfing das Heil.* Die Sünderin bekam eine neue Reinheit.* Der stolze Pharisäer aber wurde nicht gerechtfertigt.* Der Zöllner sagt: „Verzeih mir, o Herr!“* Die Sünderin rief. „Hab Erbarmen mit mir!“* Der Pharisäer aber sagte in seinem Stolz:* „Ich danke Dir, o Herr, daß ich nicht bin wie die andern.“
17. Zachäus war Zöllner, und er wurde gerettet.* Simon, der Pharisäer, erkannte das Reich Gottes nicht.* Die Sünderin jedoch empfing die Lossprechung des Herrn.* Er hat die Macht, die Sünden zu vergeben.* Auch dir kann Er alle deine Sünden vergeben.
18. Die Sünderin nahm ein Alabastergefäß voll duftender Narde.* Weinend salbte sie die Füße des Herrn* und trocknete sie mit ihren Haaren.* Getilgt wurden dadurch all ihre Sünden.
19. Die Städte, in denen Christus am meisten Wunder gewirkt hat,* die aber die Frohbotschaft nicht empfingen, tadelte Er:* „Wenn in Sodom die Wunder geschehen wären,* die bei dir geschehen sind,* hätte man dort in Sack und Asche Buße getan.“
20. Verzweifle nicht, denn du weißt,* wie die kanaanäische Frau durch ihren Glauben* auf ein einziges Wort des Herrn* die Heilung ihrer Tochter erlangte.* Rufe auch du aus dem Tiefsten deines Herzens:* „Herr Jesus, erbarme Dich meiner.“
21. Herr Jesus, erbarme Dich meiner und rette mich.* Du hast die Besessenen durch Dein Wort befreit.* Laß auch mich wie den Schächer die tröstenden Worte hören:* „Wahrlich, Ich sage dir, du wirst mit mir im Paradies sein,* wenn ich in meiner Königsherrschaft komme.“
22. Einer der Schächer, die mit Dir am Kreuz hangen, klagte Dich an.* Der andere hat Dich als Gott bekannt.* O mein Herr, der Du reich bist an Erbarmen,* öffne auch mir – wie dem gläubigen Schächer – das Tor zu Deinem Königreich.
23. Die ganze Schöpfung wurde in Trauer gestürzt,* als sie Dich am Kreuz sah.* Die Berge, die Felsen, die Tiefen der Erde erbebten,* die Unterwelt verlor ihre Beute,* und der helle Tag wurde zur Nacht.
24. Du forderst von mir keine große Buße.* Du kennst meine Schwachheit.* Schenke mir ein reuevolles Herz und den Geist der Armut,* damit ich Dir, mein Erlöser, ein wohlgefälliges Opfer darbringe.
25. Mein Richter bist Du und Du kennst mich.* Schau mit Erbarmen auf mich,* wenn Du mit Deinen Engeln kommst,* um die Welt zu richten.* Nimm mich auf auch wenn ich ein großer Sünder war.

Heilige Maria von Ägypten,* bitte für uns.
O Maria von Ägypten,* alle Engel im Himmel und alle Menschen auf Erden* hast Du in Staunen versetzt* durch dein übernatürliches Leben.* Von Gott getragen bist du über den Jordan geschritten.
Heilige Maria von Ägypten,* bitte für uns.
Bitte für uns den Schöpfer, o heilige Maria von Ägypten,* daß Er uns alles vergebe,* und uns aus der Bedrängnis befreie.* Wir loben Ihn ohne Ende, der dich verherrlicht hat.

Heiliger Andreas von Kreta,* bitte für uns.
Heiliger Andreas, du Hirte von Kreta,* bekleidet mit Weisheit,* der du die Barmherzigkeit Gottes in seinen Erwählten preisest,* bitte Gott für uns, die wir diesen Hymnus singen.

Ehre sei dem Vater und dem Sohn* und dem Heiligen Geist:
Wir preisen den Vater, wir lobsingen dem Sohn,* im Glauben beten wir an den Heiligen Geist;* die unteilbare Heilige Dreifaltigkeit und Einheit in Drei Personen,* alleiniges und dreifaches Licht,* alleiniges und dreifaches Leben,* das alle Enden der Erde belebt und erleuchtet.
Jetzt und allezeit* und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Heilige Maria, Mutter Gottes,* behüte das gläubige Volk,* denn es herrscht durch dich im Glauben.* In dir ist es stark und in dir ist es siegreich,* weist es die Versuchungen zurück und besiegt den Feind.* Heilige Mutter Gottes, bitte für uns.

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Meine Dankbarkeit für die Erlaubnis zur Übernahme der hauptsächliche Quelle, des Großen Kanon, gilt der Ukrainisch-griechisch-katholische Gemeinde des Byzantinischen Ritus in Westösterreich.http://www.ukrainische-kirche.at/

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Die Leser von tudomine haben die Möglichkeit, den GROSSEN KANON als pdf herunterzuladen: entweder im DIN-A4 oder DIN-A5 – Format.

 A4 – Großer Kanon

A5 – Großer Kanon

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Der Große Kanon des heiligen Andreas von Kreta – (10/11)

8. Ode: Die Propheten und die Frohbotschaft

1. O mein Erlöser, hab Erbarmen mit mir Sünder.* Wecke mich, damit ich mich bekehre.* Nimm meine Reue an und gewähre mir Gnade,* wenn ich zu Dir rufe: „Gegen Dich allein habe ich gesündigt“.
2. Elija wurde im Feuerwagen von der Erde in den Himmel empor gehoben,* wie getragen von seinem Eifer für Gott.* Diese Himmelfahrt gibt auch uns zu denken.
3. Elischa, der den Mantel des Elija empfangen hatte,* erhielt eine doppelte Gnade von Gott.* Hast du nicht wegen deiner Lauheit ähnliche Gnaden versäumt?
4. Einst unterbrachen die Wasser des Jordan ihren Lauf,* als Elischa mit dem Mantel des Elija auf sie schlug.* Hast du denselben Glauben?
5. Die Schunemiterin gewährte* in ihrer Güte dem Gerechten Gastfreundschaft.* Nimm auch du den Fremden und den Pilger auf,* damit du nicht weinend vor der Wohnung des Bräutigams bleiben mußt.
6. Hast du die Niederträchtigkeit eines Gehasi nachgeahmt,* so entsage wenigstens am Ende deines Lebens deiner Gier.
7. Usija wurde durch den Aussatz bestraft.* Hast nicht auch du an Unheil gedacht* und Unrecht getan?* Lasse, was du hast, und geh den Weg der Reue.
8. Von den Einwohnern Ninives habe ich gehört,* die vor Gott Buße taten in Sack und Asche.* Gewähre mir, o Herr, ihrem Beispiel zu folgen.
9. Einst weinte und klagte Jeremia* auf dem Grund einer Zisterne.* Er vergoß seine Tränen über die Stadt Zion.* Nimm dir seine Trauer als Vorbild,* und du wirst Vergebung erlangen.
10. Da er die Bekehrung der Einwohner von Ninive voraussah,* floh Jona nach Tatschisch.* Als Prophet wußte er um die unendliche Barmherzigkeit seines Gottes.
11. Du weißt, wie Daniel in der Grube* den Rachen der Löwen verschloss,* und wie Asarja und seine Geführten mit ihrem Glauben* die glühenden Flammen des Feuerofens erstickten.
12. Alle Vorbilder des Alten Bundes* hast du gesehen.* Folge den Spuren der Gerechten,* vom Beispiel der Sünder aber wende dich ab.
13. O du mein Retter und mein gerechter Richter,* hab Erbarmen mit mir,* erlöse mich von dem Feuer,* das ich für meine Sünden verdienen würde.* Gewähre mir vor dem Ende meiner Tage die Gnade der liebenden Reue.
14. Wie der Schächer rufe ich:* „Herr gedenke meiner“.* Wie Petrus weine ich bitterlich.* Wie der Zöllner seufze ich:* „Vergib mir, mein Gott“.* Wie die Sünderin salbe ich Dich mit meinen Tränen.* Nimm mein Flehen an wie einst das der kanaanäischen Frau.
15. O Herr, du bist der wahre Arzt.* Pflege meine kranke Seele.* Gieße in meine Wunden Salbe, Öl und Wein.* Gewähre mir den Balsam der Reue und die Tränen der Zerknirschung.
16. Wie die kanaanäische Frau rufe ich zu Dir:* „Sohn Davids, hab Erbarmen mit mir!“* Wie die an Blutfluß erkrankte Frau* berühre ich Deinen Mantel.* Und wie Maria weine ich mit Dir über Lazarus.
17. O Erlöser, indem ich Dir das Haupt* mit dem Öl meiner bereuenden Liebe salbe* bitte ich Dich wie die Sünderin:* Nimm an mein Gebet,* und schenke mir die Vergebung all meiner Sünden.
18. Obwohl ich um Deine große Liebe weiß,* habe ich Dich so tief verwundet, o mein Retter.* Nimm dennoch meine Reue an* und den Ruf meiner Liebe.* Gegen Dich allein habe ich gesündigt,* ich habe getan was Dir mißfällt.
19. O Guter Hirte,* suche mich wie das verlorene Schaf.* Beschütze mich vor dem reißenden Wolf* und gib, daß ich auf deine Stimme höre.
20. Furchterregend wirst Du zum Gericht erscheinen, o Christus.* Deine Herrlichkeit wird über uns erstrahlen.* Die ganze Erde wird beim Anblick Deiner Majestät von Ehrfurcht ergriffen sein.

Heilige Maria von Ägypten, bitte für uns.
O Maria von Ägypten,* erleuchtet von der Mutter des Lichtes, das keinen Abend kennt,* wurdest du der Finsternis entrissen.* Du hast die Gnade des Heiligen Geistes empfangen.* Erleuchte die Gläubigen, die dich loben.
Heilige Maria von Ägypten, bitte für uns.
Der heilige Zosimas war von Erstaunen ergriffen,* als er das Wunder sah,* das in dir geschehen ist,* o Maria von Ägypten.* Er betrachtete einen Engel in der Gestalt eines Menschen* und lobte Christus von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Heiliger Andreas von Kreta, bitte für uns.
Heiliger Andreas und all ihr Heiligen Gottes,* die ihr voll Vertrauen zum Herrn sprechen könnt,* entreißt uns der Sünde durch euer Gebet,* damit wir die Herrlichkeit Gottes besingen.

Lobpreisen wir den Vater und den Sohn* und den Heiligen Geist, den Herrn!
Ewiger Vater, gleichewiger Sohn, Tröster Geist;* Vater des göttlichen Wortes,* Wort des ewigen Vaters,* lebensspendender Geist;* Heilige Dreifaltigkeit und Einheit zugleich, erbarme Dich meiner.
Jetzt und allezeit* und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Reine Jungfrau und Mutter Gottes,* aufrichtig bitten wir auch dich,* denn aus deinem Blut wurde der königliche Purpur gewoben,* der Leib des Emmanuel.* Heilige Mutter Gottes, bitte für uns.

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Der Große Kanon des heiligen Andreas von Kreta – (9/11)

7. Ode – Die sündhaften Könige

1. Ich habe mich verfehlt und gesündigt.* Ich habe Deine Weisungen mißachtet.* Als Sünder wurde ich geboren,* und dieser Wunde habe ich weitere hinzugefügt.* Doch hab Erbarmen mit mir* in Deiner Barmherzigkeit, Du Gott unserer Väter.
2. Dir, meinem Richter, habe ich das Geheimnis meines Herzens geöffnet.* Siehe meine Reue und meine Erniedrigung,* und mache Dir meine Sache zu eigen.* Hab Erbarmen mit mir* in Deiner Barmherzigkeit, Du Gott unserer Väter.
3. Saul war aufgebrochen,* um die Eselinnen seines Vaters zu suchen,* und er erfuhr da seine Berufung zum König.* Doch du hüte dich in deiner Unkenntnis,* die Herde deiner Leidenschaften dem Königreich Christi vorzuziehen.
4. David hat zweifach gesündigt,* er, der Vorfahre des Herrn.* Er ließ sich von der Neigung der Begierde hinreißen,* und machte anschließend Gebrauch vom Schwert des Mörders.* So trägst auch du schwer an der Last deiner Leidenschaften.
5. Einst beging David Sünde über Sünde.* Er brach die Ehe und mordete noch dazu.* Sofort aber büßte er doppelt*. Wenn du ohne Reue bist vor Gott,* ist deine Lage schlimmer als die seine.
6. David hat seine Reue in einem Psalm ausgedrückt* und öffentlich seine Taten bekannt.* „Gott des Alls, hab Erbarmen mit mir.* Gegen Dich allein habe ich gesündigt.* In Deiner Güte reinige mich!“
7. Als Usa die Rinder ausbrechen sah,* legte er die Hand auf die heilige Bundeslade und erregte dadurch den Zorn Gottes.* Ahme seine Kühnheit nicht nach,* sondern hab Ehrfurcht vor heiligen Dingen.
8. Du kennst die Geschichte Abschaloms und seiner Empörung.* Seine bösen Taten kennst du auch.* Ahme die Glut seiner Leidenschaft nicht nach.
9. Wie für David hat die Sünde deine Würde und Freiheit* zum Sklaven deiner Begierde gemacht.* Der Feind ist dir ein anderer Ahitofel,* ein Berater, der, wie einst David, auch dich verrät.* Aber Christus selbst hat ihn besiegt, um dich zu erretten.
10. Salomo, dieser bewundernswerte Mann,* reich an Gnade und Weisheit,* hat sich von Gott entfernt.* Folge nicht dem Beispiel seines Ungehorsams.
11. Dieser König liebte einst die Weisheit,* aber von seinen Leidenschaften mitgerissen,* liebte er auch die ausländischen Frauen.* Entferne dich nicht wie er von deinem Gott.
12. Ahme Rehabeam nicht nach,* der den Willen seines Vaters verachtete,* und auch nicht Jeroboam, den Abtrünnigen,* sondern rufe zum Herrn:* „Hab Erbarmen mit mir“.
13. Die Unreinheit ist der Weg des Ahab.* Wenn du auf diesen Weg geraten bist,* seufze und rufe zum Herrn.* Bekenne deine Schuld vor Ihm.
14. Elija ließ zweimal Feuer vom Himmel fallen,* das die Leute des Götzendieners Ahasja verzehrte,* nachdem er schon die Propheten Baals getötet hatte.* Sei auch du entschieden gegenüber allem,* was dich vom wahren Gott abwenden könnte.
15. Wenn der Himmel sich für dich verschließt* und der Hunger dich peinigt wie einst Ahab,* der der Prophezeiung des Elija keinen Glauben schenkte,* dann ahme die Witwe von Sarepta nach,* die den Propheten aufgenommen hat,* und stütze dich auf das Wort des Herrn.
16. Manasse hatte seine Sünden vermehrt.* Er hat sich seiner Leidenschaften gerühmt* und das getan, was dem Herrn mißfällt.* Du aber ahme seine Bekehrung und seine Zerknirschung nach.
17. Vor Dir, o Herr, falle ich nieder wie die Sünderin,* Tränen sind meine Worte.* Ich habe so viel gesündigt.* Doch hab Erbarmen mit mir und gedenke meiner in Deinem Reich.
18. Den Glanz meiner Ähnlichkeit mit Dir habe ich zerstšrt.* Dein Gesetz habe ich übertreten.* Meine Schönheit ist entschwunden.* Mein Licht ist erlöscht.* Herr, hab Erbarmen mit mir.* Mach mich wieder froh mit Deinem Heil.
19. Kehr um zum Herrn.* Eröffne Ihm deine geheimen Gedanken.* Sag zu ihm, der alles weiß:* „Du allein, mein Erlöser,* du weißt, was sich in der Tiefe meines Herzens verbirgt.* In Deiner großen Huld sei mir gnädig“.
20. Meine Tage sind verflogen wie ein Traum beim Erwachen.* Wie Hiskija weine ich auf meinem Lager* und bitte, daß mein Leben verlängert werde.* Aber welch anderer Jesaja wird zu mir kommen,* wenn nicht der Herr selbst?

Heilige Maria von Ägypten, bitte für uns.
O Maria von Ägypten,* du hast die Hilfe der Allheiligen Mutter Gottes erfleht.* Sie hat dich deinen heftigen Leidenschaften entrissen* und dich in Schutz genommen vor den Angriffen des Bösen.* Bring mir Hilfe, wenn ich in meiner Bedrängnis zu Dir bete.
Heilige Maria von Ägypten, bitte für uns.
Der Herr, nach dem du dich so sehr sehntest,* o Maria von Ägypten,* und dessen Spuren du gefolgt bist,* Er hat dich auf dem Weg der Umkehr geführt und gehalten.* Flehe ohne Unterlaß zu unserem mitfühlenden Gott,* damit Er uns aus jeder Gefahr errette.

Heiliger Andreas von Kreta, bitte für uns.
All ihr Heiligen Gottes, heiliger Andreas,* macht mein Herz auf dem Felsen des Glaubens fest* und rüstet mich mit Gottesfurcht aus.* Erlangt mir die Gnade der Reue* und schützt mich vor dem Bösen.

Ehre sei dem Vater und dem Sohn* und dem Heiligen Geist:
Du eine, unteilbare, wesenseine Dreifaltigkeit,* ein Licht im dreifachen Glanz,* eine Quelle in dreifacher Heiligkeit,* ich besinge und verherrliche Dich,* Quelle des Lebens und Gott allen Seins.
Jetzt und allezeit* und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Dir singen wir, o Mutter Gottes,* dich preisen wir, dich verehren wir,* denn die zweite Person der Heiligsten Dreifaltigkeit hast du geboren,* deinen Sohn und deinen Gott;* und den Himmel hast du uns hier auf Erden geöffnet.* Heilige Mutter Gottes, bitte für uns.

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Der Große Kanon des heiligen Andreas von Kreta – (8/11)

6. Ode – Der innere Exodus und
der Einzug ins Gelobte Land

1. Mit aufrichtigem Sinn bringe ich Dir, o Retter,* zu meinen Tränen die Klage meines Herzens dar.* O mein Gott, vor Dir habe ich gesündigt,* schenke mir Dein Erbarmen.
2. Wie Datan und Abiram,* die sich gegen die Führung des Mose auflehnten,* habe ich mich von Dir, Herr, entfernt.* Aber ich rufe zu Dir: Verschone mich,* damit der gähnende Abgrund mich nicht verschlingt.
3. Du gleichst Ephraim, dieser störrischen Kuh,* o meine Seele.* Wie soll der Herr dich führen?* Entfliehe deinen Fesseln wie eine Gazelle.* Entfliehe mit den Flügeln der Askese und der Kontemplation.
4. Die Hand des Mose sei dir ein Zeichen,* daß Gott vom Aussatz befreien* und heil machen kann.* So verzweifle nicht,* wenn dich der Aussatz der Sünde bedeckt hat.
5. Die Wogen und Wellen meiner Sünden* schlagen über meinem Kopf zusammen.* Und sie haben mich verschlungen* wie einst das Rote Meer den Pharao und sein Heer.
6. Wie das Volk Israel,* das des Mannas Überdrüssig war,* triffst auch du eine törichte Wahl,* wenn du in deiner Verblendung* dem Brot des Himmels die Speise deiner Leidenschaften vorziehst.
7. Aus den abgestandenen Wasserlöchern Kanaans* habe ich getrunken.* Die Quelle aus dem Felsen* aber habe ich verschmäht,* aus der das lebendige Wasser* der göttlichen Erkenntnis hervorsprudelt.
8. Herr Jesus, als Dein Knecht Mose* mit dem Stab an den Felsen schlug,* hat er Deine lebenspendende Seite angedeutet,* aus der wir den Trank des Lebens schöpfen.
9. Brich auf, folge den Spuren Josuas* auf der Suche nach dem gelobten Land.* Erkenne dein Erbteil und bleib in ihm,* im Schatten der Gebote Gottes.
10. Wie Josua gegen Amalek kämpfte,* so steh auch du auf und bekämpfe deine Leidenschaften.* Laß dich nicht durch die Gedanken täuschen,* wie es ihm durch die Leute von Gibeon geschah.
11. Überquere den schnellen Fluß der Zeit,* wie einst die Bundeslade den Jordan überquerte,* und nimm das ersehnte und verheißene Land* in Besitz, wie Gott es will.
12. Rette mich, o Erlöser,* sowie Du Petrus gerettet hast,* als er auf dem Wasser zu Dir schrie.* Strecke deine Hand aus* und entreiß mich dem Abgrund der Sünde.
13. In Dir, Meister und Herr, erkenne ich den Hafen des Heils. Zieh mich heraus aus dem Abgrund meiner Sünde und Verzweiflung.
14. Ich bin jene Drachme mit dem kaiserlichen Abbild,* die Dir, o Schöpfer, einst verlorenging.* O Sohn Gottes, Du entzündest die Fackel,* Deinen Vorläufer Johannes;* und kommst, um Dein Abbild zu suchen und es wiederzufinden.

Heilige Maria von Ägypten,* bitte für uns.
Maria von Ägypten,* um die Flamme deiner Leidenschaften auszulöschen,* die dein Herz verzehrten,* hast du unentwegt Tränen vergossen.* Gewähre mir Anteil an dieser Gnade.
Heilige Maria von Ägypten,* bitte für uns.
Schon hier auf Erden hast du Ruhe gefunden, o Maria von Ägypten* durch dein hehres Leben.* Denen, die dich loben,* erlange durch dein Flehen die Befreiung von der Leidenschaft.

Heiliger Andreas von Kreta,* bitte für uns.
Heiliger Andreas und ihr Heiligen Gottes,* wir kommen zu euch,* die ihr für die Welt bittet.* Entreißt uns dem Abgrund der Sünde.

Ehre sei dem Vater und dem Sohn* und dem Heiligen Geist: Ich bin die eine Dreifaltigkeit,* unteilbar, doch unterschieden in den Personen,* Einer dem Wesen nach,* Ich, der Vater, mit dem Sohn* und dem Heiligen Geist.
Jetzt und allezeit* und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.
Mutter Gottes, Du hast für uns Gott geboren,* der unsere Gestalt angenommen hat.* Flehe zum Schöpfer des Alls,* damit wir gerechtfertigt werden.* Heilige Mutter Gottes, bitte für uns.

Meine Seele, meine Seele, Steh auf!* Warum schläfst du?* Das Ende kommt* und du wirst überrascht sein.* Sei wach in der Liebe,* damit du Christi Erbarmen* empfangen kannst.* Denn Er ist überall gegenwärtig* und erfüllt alles.

Als Satan die Wunder Christi sah, und das Heil, das sich über Adam ergoß, schmerzte es ihn und er stöhnte ob dieser Gefahr: „Was soll ich dem Sohn Mariens antun? Er wird mich besiegen, Er, der zu Bethlehem geboren wurde. Er ist überall gegenwärtig und erfüllt alles.“

Seligpreisungen

1. Aus dem reuigen Schächer machtest Du den ersten Bewohner Deines Reiches,* da er rief: „Gedenke meiner, o Herr!“.* Gewähre auch mir, deinem unwürdigen Diener,* seinen Spuren zu folgen. – Selig, die arm sind vor Gott,* denn ihnen gehört das Himmelreich.
2. Du kennst die Geschichte des Manoach:* Gott hatte ihn besucht,* und aus der Unfruchtbarkeit ging die Frucht der Verheißung hervor.* Seine Gottesfurcht ist uns ein Beispiel. – Selig die Trauernden,* denn sie werden getröstet werden.
3. Die großartigen Taten des Samson verloren ihren Wert,* infolge seines Leichtsinns,* denn aus Liebe zum Vergnügen* lieferte er dem Feind das Glück eines keuschen Lebens aus. – Selig, die keine Gewalt anwenden,* denn sie werden das Land erben.
4. Er, der einst seine Feinde mit dem Kinnbacken eines Esels erschlug,* wird jetzt zum Spielball fleischlicher Begierden.* Wir müssen uns hüten,* dein Beispiel eines solchen Leichtsinnes zu folgen. – Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit,* denn sie werden satt werden.
5. Barak und Jiftach wurden erwählt,* in Israel Recht zu sprechen* und seine Armee zu führen, ebenso die mutige Debora.* Suche die Tugend der Stärke,* die sie auszeichnete, zu erreichen. – Selig die Barmherzigen,* denn sie werden Erbarmen finden.
6. Du kennst den Mut der Jae,* die für lsrael zum Heil wurde,* weil sie die Schläfe Siseras durchstieß.* Sie hat den Feind mit einem Holz getötet,* das uns an das Holz des Kreuzes erinnern soll. – Selig, die reinen Herzens sind,* denn sie werden Gott schauen.
7. Bringe ein Lobopfer dar* und weihe dem Herrn die Reinheit deines Lebens,* wie es Jiftachs Tochter tat.* Opfere dem Herrn deine Leidenschaften.
Selig, die Frieden stiften,* denn sie werden Söhne Gottes genannt werden.
8. Du kennst das Vlies Gideons.* Laß dich auch vom Tau des Himmels tränken.* Wie die Leute Gideons bücke dich und koste von den Strömen der Gerechtigkeit,* die aus den Geboten des Herrn fließt. – Selig, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden,* denn ihnen gehört das Himmelreich.
9. Gib nicht aus Schwäche deinen Leidenschaften nach* wie Eli, der Priester von Schilo,* der die Augen vor der Gottlosigkeit seiner Söhne verschlossen hatte. – Selig seid ihr, wenn ihr um meinetwillen beschimpft und verfolgt* und auf alle mögliche Weise verleumdet werdet.
10. Anna, die Mutter Samuels, bewegte ihre Lippen und betete,* ohne daß man ihre Stimme hörte.* Ihre Bitte wurde erhört,* und trotz ihrer Unfruchtbarkeit gebar sie den Sohn,* den sie vom Herrn erbeten hatte. – Freut euch und jubelt:* Euer Lohn im Himmel wird groß sein.
11. Samuel wurde unter die Richter gezählt.* Gebürtig aus Arimathäa, wurde er im Haus des Herrn aufgezogen.* Nimm ihn als Vorbild und beurteile deine eigenen Taten,* bevor du die der anderen verurteilst. – Gedenke meiner, o Herr,* wenn Du in Dein Reich kommst.
12. Als David zum König erwählt wurde,* empfing er die heilige Salbung.* Du, der du Sehnsucht nach dem Himmelreich hast,* laß über dich das Salböl der Tränen fließen.
Gedenke meiner, o Herr,* wenn Du in Dein Reich kommst.
13. Hab Erbarmen mit dem Werk Deiner Hände, gütiger Gott.* Verurteile nicht jene, die gesündigt haben.* Hab Erbarmen mit Deinem Diener,* der Deine Gebote verachtet hat.

Ehre sei dem Vater und dem Sohn* und dem Heiligen Geist:
Ich bete den Vater an,* der den Sohn vor ewigen Zeiten zeugt.* Ich verherrliche den Sohn,* der vom Vater gezeugt wird.* Ich preise den Heiligen Geist,* der mit dem Vater und dem Sohn von derselben Herrlichkeit erstrahlt.
Jetzt und allezeit* und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

O Mutter Gottes,* wir beten Jesus als Frucht deines Leibes an,* ohne die Herrlichkeit Seiner Gottheit zu mindern.* Wir bekennen die Einheit Seiner Person in zwei Naturen.* Heilige Mutter Gottes, bitte für uns.

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Der Große Kanon des heiligen Andreas von Kreta – (7/11)

5. Ode – Moses – Von der inneren Gefangenschaft
zum Berg der Begegnung mit Gott.

1. Mein Leben habe ich bis jetzt in der Dunkelheit verbracht;* es war Finsternis,* tiefstes Chaos, die Nacht der Sünde.* Du allein, mein Gott, kannst aus mir ein Kind des Lichtes machen.
2. Wie der unglückliche Ruben* habe ich den Willen des Allerhöchsten missachtet* und Seine väterliche Liebe verletzt.
3. Vor Dir, o Christus, mein König,* bekenne ich, daß ich gesündigt habe.* Wie Josefs Brüder* habe ich die Frucht der Weisheit und der Reinheit verkauft.
4. Der gerechte Josef* wurde von seinen eigenen Brüdern als Sklave verkauft,* wie später der Herr.* Auch wir sind vom Feind* in die Sklaverei der Sünde verkauft worden.
5. Folge dem Weg Josefs.* Ahme die Gerechtigkeit und die Reinheit seines Herzens nach* und gib dich nicht dem Rausch der Leidenschaften hin,* die nur von Gott abwenden.
6. Josef wurde in eine Zisterne geworfen.* Er ist ein Vorausbild Deiner Grablegung* und Deiner Auferstehung,* o mein Meister und Herr.* Was kann ich Dir Ähnliches darbringen?
7. Du hast gehört,* dass Mose in seiner Wiege wie in einer Arche* auf dem Wasser des Nil schwamm* und so dem Haß des Pharao entkam.
8. Du weißt, daß die Hebamme* die männlichen Kinder töten sollte.* So will es auch der Feind* mit dir tun.* Wie Mose in seiner Wiege,* laß dich retten von der göttlichen Umarmung.
9. Hast du nicht wie Mose* in deinem Zorn einen Ägypter erschlagen?* So kannst du auch nicht ohne die Hilfe der Buße* in Frieden in der Wüste leben.
10. Mose lebte dann in der Wüste.* Ahme seine Entsagung nach.* So wirst auch du* Gott im Brennenden Dornbusch schauen.
11. Zimmere dir einen Stab,* wie der des Mose.* Mit seinem Stab schlug er das Meer* und brachte die Wellen zum erstarren.* Zimmere dir einen Stab* nach dem Bild des göttlichen Kreuzes,* mit dem auch du große Dinge vollbringen kannst.
12. Aaron brachte dem Herrn ein reines Brandopfer dar.* Hofni und Pinhas, die Söhne des Priesters Eli,* entführten die Opfer für sich,* und sie mußten sterben.
13. Mein Herz ist verhärtet* wie das Herz des Pharao.* Wie das Denken der Ägyptischen Zauberer Jannes und Jambres,* ist auch das meine verdorben.* Ich breche unter meiner Last zusammen.* O Herr, eile mir zu Hilfe.
14. Ich stecke im Schlamm.* Wasche mich, o Herr,* im Bad der Tränen.* Mache mich weißer als Schnee.
15. Wenn ich den Wert meiner Taten abwäge,* o mein Erlöser,* so erkenne ich, daß ich schwerer als die anderen gesündigt habe,* weil ich es tat,* obwohl ich Deine große Liebe kenne.
16. Verschone das Werk Deiner Hände, o Herr.* Ich habe gesündigt,* verzeih mir meine Schuld.* Du allein bist rein,* du bist der Einzige ohne Sünden.
17. Um mich zu retten,* hast Du Deine göttliche Herrlichkeit* unter dem Mantel der Menschengestalt verhüllt*. Du hast Wunder gewirkt.* Aussätzige hast Du geheilt,* Gelähmte aufgerichtet.* Die blutflüssige Frau berührte Deinen Mantel und wurde gesund.
18. Folge dem Beispiel der blutflüssigen Frau,* berühre Sein Gewand.* Er wird dich erlösen,* und du wirst Ihn zu dir sagen hören:* „Dein Glaube hat dich gerettet“.
19. Wie die verkrümmte Frau,* gehe hin zu Jesus* und falle zu Seinen Füßen nieder.* Er wird dich aufrichten,* und du wirst auf dem Weg des Herrn aufrecht wandeln.
20. Herr, der Brunnen ist tief und mich dürstet.* Du aber läßt für mich das Wasser des Lebens* aus Deiner Seite hervorsprudeln,* das ich wie die Samariterin trinke,* um nie mehr durstig zu sein.* Denn Du tränkst mich mit den Strömen Deines Lebens.
21. Meine Tränen seien mir, o Herr,* wie der Teich von Siloach.* Sie waschen die Augen meines Herzens* und öffnen sie für Dein unerschaffenes Licht.

Heilige Maria von Ägypten, bitte für uns.
O Maria von Ägypten, dein Wunsch wurde erhört, als du dich vor dem Kreuz niederwerfen wolltest. Erlange mir durch dein Gebet, da§ ich der himmlischen Herrlichkeit würdig gemacht werde.
Heilige Maria von Ägypten, bitte für uns.
Nach dem du, o heilige Maria von Ägypten,* die Fluten des Jordan überschritten hattest,* fandest du den Frieden,* weil du das Joch der Begierden abgelegt hast.* Erlange auch uns die Freiheit durch dein Gebet.

Heiliger Andreas von Kreta,* bitte für uns.
Euch alle, ihr Erwählten Gottes,* und dich, heiliger Andreas,* bitten wir inständig und mit Zittern:* Erlangt für uns durch euer Gebet* das Heil und das ewige Leben.

Ehre sei dem Vater und dem Sohn* und dem Heiligen Geist:
Wir verherrlichen Dich,* Heilige Dreifaltigkeit,* als den einzigen Gott:* Heilig, heilig, heilig bist Du,* Vater, Sohn und Heiliger Geist,* wesenseine Gottheit.* Ohne Unterlaß beten wir Dich an.
Jetzt und allezeit * und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Aus dir, o unbefleckte Jungfrau,* heilige Mutter Gottes,* hat der Schöpfer unser Fleisch angenommen* und sich so aufs engste mit der Natur der Sterblichen verbunden.* Heilige Mutter Gottes, bitte für uns.

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