Am 25. Juni 1942 – vor 75 Jahren – starb im Alter von 41 Jahren in …

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Am 25. Juni 1942 – vor 75 Jahren – starb im Alter von 41 Jahren in einem Klarissenkloster in Jerusalem Schwester Maria von der Heiligsten Dreifaltigkeit.

Sr. Maria von der Heiligsten Dreifaltigkeit kommt als Louisa Jacques am 26. April 1901 in Südafrika zur Welt, wo ihr Vater protestantischer Pastor war, Begründer der Mission in Pretoria und Johannesburg. Die Mutter stirbt bei ihrer Geburt. So wächst Louisa bei einer Tante in der Schweiz auf, dem Herkunftsland der Familie. Eine sehr gebrechliche Gesundheit rechnet mit dem anfangs entschiedenen und starken Charakter ab. Mehrmalige Enttäuschungen in der Arbeit, die gescheiterte Beziehung zu einem verheirateten Mann, sowie die Einsamkeit, die durch die Entfernung von ihren lieben Verwandten verursacht ist, bringen die Fünfundzwanzigjährige so weit, den Sinn des Lebens nicht mehr zu verstehen und folgende bittere Feststellung zu machen: „Gott gibt es nicht.

Doch es ereignet sich gerade in dieser Nacht, „dass in die Verzweiflung Licht drang“. Die Wahrnehmung einer Gegenwart, die sie heimsuchte, „einer Ordensfrau, die in einen braunen Habit gekleidet war, mit einem Strick als Gürtel.“ Seit diesem Augenblick wuchs in ihr eine „unwiderstehliche Anziehung“ hinsichtlich des Klosterlebens und der brennende Wunsch, die Eucharistie zu empfangen. So begann der Weg, der sie dazu bringt, eine Tochter der katholischen Kirche zu werden.

Der durch die Tuberkulose immer schwächer werdende Gesundheitszustand und die noch frisch zurückliegende Bekehrung, verhinderten immer wieder den Versuch, in eine Ordensgemeinschaft einzutreten. Doch die lang durchlebten Wehen im Glauben und die Suche nach dem Willen Gottes, erwiesen sich als langsame und geduldige Arbeit der Gnade.

Im Jahr 1938 findet sie im Klarissenkloster von Jerusalem endlich den sicheren Hafen, in dem Gott sie erwartet. Eine innere Stimme – die des Herrn Jesus – führt sie im Alltag eines Lebens, das der Geschwisterliebe, dem Schweigen und dem Dienen hingegeben ist. Der Herr selbst offenbarte ihr den Sinn des langen Weges: „Du selbst solltest von alleine meine Stimme entdecken, indem du dich deiner selbst entäußertest.“ Im Gehorsam gegenüber ihrem geistlichen Begleiter schrieb sie ihre „Anmerkungen“ – nämlich das, was die Stimme empfiehlt: es sind kleine Tropfen evangeliumsgemäßer Weisheit, die zusammen mit der „Geschichte der Bekehrung und Berufung“ später veröffentlicht wurden. Es ist das innere Hören der Stimme des Herrn, die tiefe Kenntnis der Freiheit, die Gott seinem Geschöpf lässt, um ihm zu antworten, das „Opfergelübde“, verstanden als höchster Grad der Verfügbarkeit und des Nicht-Widerstandes zu allen Entscheidungen Gottes in einer im Grunde zutiefst eucharistischen Haltung.

In Folge eines Fiebers, das Sr. Maria von der Heiligsten Dreifaltigkeit durch eine Lungentuberkulose befallen hatte, stirbt sie friedvoll mit 41 Jahren am 25. Juni 1942. Sie hinterlässt ein stilles aber leuchtendes Zeugnis eines christlichen Lebens.

Ihre Aufzeichnungen werden später veröffentlicht und in fünf Sprachen übersetzt. Das in deutscher Sprache zur Verfügung stehende Buch trägt den Titel „Jesus – Offenbarungen an Maria von der Heiligsten Dreifaltigkeit“. Dieses, von dem Franziskanerpater Fidelis Butter herausgegebene Buch ist derzeit sehr günstig zu erwerben. Das 296-Seiten starke Taschenbuch, ausgestattet mit zwölf Illustrationen, kann beim FE-MEDIEVERLAG für unschlagbare 1-EURO bestellt (Best.-Nr. 50247) werden:

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Mit der Persönlichkeit von Sr. Maria von der Heiligsten Dreifaltigkeit befasst sich ein eigener Blog, der den geneigten Lesern empfohlen wird:

Blog zu Sr. Maria von der heiligsten Dreifaltigkeithttps://louisajacques.wordpress.com/

Erstveröffentlichung der Buchempfehlung bei kath.net

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Heilige Rosa von Lima – 30. August

Die heilige Rosa von Lima ist am 30. April 1586 in Lima, damals Hauptstadt des Vizekönigreichs Peru, geboren. Ihr ursprünglicher Name war Isabel Flores de Oliva. Sie war eines von dreizehn Kindern ihrer Eltern.

Die kleine Isabel wurde von ihrer Mutter von Kind an Rosa genannt. Rosa zog mit einzigartiger Kraft das Beispiel der hl. Caterina von Siena an. Das führte sie 1606 zu dem Entschluss, wie diese, den weißen Habit der Terziarinnen des Dominikanerordens zu tragen. Trug den Ordensnamen Rosa von der heiligen Maria.

Sie war geschickt im Nähen, und trug mit ihren Näharbeiten zum Unterhalt der Familie bei. Um 1615 baute sie sich eine kleine Zelle oder Klause im Garten ihres Elternhauses. In diesem kleinen Raum von nur etwa zwei Quadratmetern fand sie die Sammlung zum Beten und zu Bußwerken. Sie half von hier aus den Ärmsten und Bedürftigsten von Lima. Im März 1617 feierte sie in der Dominikus-Kirche in Lima ihre mystische Vermählung mit Christus.

Halbseitig gelähmt, übergab die Jungfrau aus Lima am frühen Morgen des 24. August 1617 ihre Seele an Gott.

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Der hl. Antonius Maria Claret verehrte die heilige Rosa von Lima. In seiner Autobiographie stellte er fest, das Beispiel der heiligen Frauen habe ihn noch stärker bewegte als das das der heiligen Männer. Er widmet der heiligen Rosa von Lima drei Abschnitte.

„Einem ihrer Beichtväter wurde eine Missionsreise angetragen. Er hatte Angst vor der Reise wegen der mit ihr verbundenen Gefahren und besprach die Angelegenheit mit der Heiligen. Sie sagte zu ihm: ‚Gehen Sie nur, mein Vater, und fürchten Sie sich nicht. Gehen Sie, um diese Ungläubigen zu bekehren. Bedenken Sie, der größte Dienst, den die Menschen Gott erweisen können, ist der, Seelen zu ihm zu bekehren, und das ist ein den Aposteln eigenes Werk.‘“

Interessanterweise blickt A. M. Claret auf eine Begebenheit, in der scheinbar die Rollen zwischen der Heiligen und ihrem Beichtvater vertauscht werden. Denn der Beichtvater vertraut der Heiligen, seinem Beichtkind, seine Ängste an und empfängt von ihr Trost, geistliche Motivation, und das Bewusstsein, dass er den Willen Gottes tut, wenn er dorthin geht, wohin man ihn sendet.

Dabei entdeckt er auch den Eifer in Rosa von Lima, den sie für die Verkündigung des Glaubens hatte. Und so ermutigte und ermahnte sie diejenigen, die predigen durften (sie durfte es nicht). Von diesem Eifer erfüllt, vom Geist Gottes durchdrungen scheut sie nicht davor zurück, einen Prediger zurechtzuweisen, damit er mit seiner Predigt nicht mehr den Beifall sucht, sondern sich anstrengt, die Menschen zu bekehren.

Der hl. Antonius Maria Claret stellte fest: „Da man ihr nicht zu predigen erlaubte, versuchte sie mit himmlischer Beredsamkeit, so wie Gott sie ihr schenkte, alle Menschen, mit denen sie umging, dafür zu gewinnen, dass sie die Tugenden lieben sollten, die Laster aber verabscheuen.“

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Enthauptung des hl. Johannes des Täufer – 29. August

Martyrologium Romanum vom 29. August:

„Die Enthauptung des heiligen Johannes des Täufers. Herodes ließ ihn um das Osterfest enthaupten; das Gedächtnis wird jedoch heute feierlich begangen, weil an diesem Tag sein ehrwürdiges Haupt wieder gefunden wurde. Es wurde später nach Rom gebracht und wird in der Kirche des heiligen Silvester auf dem Marsfeld vom Volke hochverehrt.“

Als der Täufer dem Fürsten, der seine erste Gattin verstoßen hatte, vorhielt, er dürfe nicht Herodias, die Frau seines Halbbruders Herodes Philippus zu dessen Lebzeiten heiraten, da ließ Herodes Antipas den unbequemen Mahner festnehmen, der offenbar vor ihn getreten war, um ihn persönlich zu ermahnen.

Der Fürst hätte den Täufer einerseits gern getötet, um ihn loszuwerden, doch fürchtete er andererseits das Volk, und außerdem hörte er Johannes gern an, denn er hielt ihn für einen gerechten und heiligen Mann.

Der Täufer verbrachte einige Zeit im Gefängnis. Dann kam der Geburtstag des Fürsten, an dem Salome, die Tochter der Herodias, vor ihm tanzte. Voller Begeisterung versprach er ihr, denjenigen Wunsch zu erfüllen, den sie an ihn richten würde. Sie aber kam mit ihrer Mutter überein, das Haupt des Täufers zu fordern, den Herodias anscheinend unbedingt zum Schweigen bringen wollte. So ließ Herodes Antipas den Täufer enthaupten.

Dies geschah (nach Flavius Josephus) auf der Burg Machärus
im ostjordanischen Peräa, wohl im Jahre 29.

Enthauptung Johannes des Täufers, Carel Fabritius (1622-54). Öl auf Leinwand. Amsterdam Rijksmuseum.

Den Jüngern des Täufers wurde der Leichnam ihres Meisters überlassen, und sie bestatteten ihn. Das Grabmal soll bei der Stadt Samaria gelegen haben, wo es dem Zugriff des Herodes Antipas entzogen war. – Der Fürst fand trotz der Hinrichtung des Täufers nicht zur Ruhe. Er fürchtete, dass Johannes von den Toten auferweckt in Jesus wirke, von dessen Wundertaten er hörte.

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Der hl. Franz von Sales an die hl. Johanna Franziska von Chantal (2)

„O meine Tochter, wann wird uns vollkommene Vereinigung mit Gott verbinden?
Wann werden unsere Herzen von seiner Liebe entflammt sein?
Mut, meine liebe Tochter, wir sind für dieses selige Ziel bestimmt.

Lassen wir uns durch unfruchtbare Zeiten nicht stören, diese werden letzten Endes doch Frucht bringen; auch nicht durch Trockenheiten, denn das dürre Land wird sich in Quellen lebendigen Wassers verwandeln (Ps 36,7).

Als ich neulich im Gebet die geöffnete Seite unseres Herrn betrachtete und sein Herz sah, schien mir, als stünden unsere Herzen rings um ihn und huldigten ihm als dem höchsten König aller Herzen. Möge er immerdar unser Herz sein! Amen.“

(Aus: Brief des hl. Franz von Sales an Johanna Franziska von Chantal, 6. Mai 1608)

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Franz von Sales – Johanna Franziska von Chantal, Kloster Dietramszell

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Der hl. Franz von Sales an die hl. Johanna Franziska von Chantal (1)

„Halten Sie sich ganz fest in Gottes Gegenwart.
Tun Sie es mit allen Mitteln, die Sie kennen.
Hüten Sie sich vor Hast und Unruhe, denn nichts hindert den inneren Fortschritt mehr als dies.
Versenken Sie ohne Gewalt und ganz ruhig ihr Herz in die Wunden des Herrn.
Haben Sie unbegrenztes Vertrauen, daß seine Barmherzigkeit und Güte sie nie verlassen wird.
Hören Sie darob nicht auf, sein heiliges Kreuz zu umfassen.

Nach der Liebe zu unserem Herrn empfehle ich Ihnen die Liebe zu seiner Braut, der Kirche. Sie ist die edle und sanfte Taube, die als einzige ihrem göttlichen Bräutigam Kinder zu schenken vermag.

Danken Sie Gott oft und oft für die Gnade, eine Tochter der Kirche sein zu dürfen.
So tat es Mutter Theresia, die dieses Wort auf dem Sterbebett mit großer Freude aussprach.
Richten Sie Ihre Blicke auf den Bräutigam und die Braut; sagen Sie zum Herrn: Wie schön ist doch Deine Braut! und zu ihr: O Braut, welches Glück, einem göttlichen Herrn vermählt zu sein!

(Aus: Brief des hl. Franz von Sales an Frau von Chantal, 3. März 1604)

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Bischof Franz von Sales begegnet Frau von Chantal
Bischof Franz von Sales predigt … an Johanna Franziska von Chantal
Glasfenster: Heilige Johanna Franziska von Chantal

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JESUS – mit glühendem Eisen auf die Brust gebrannt

Johanna Franziska von Chantal, deren Fest die Kirche nach dem tridentinischen Kalender am 21. August gefeiert hat, starb am 13. Dezember 1641 im Alter von 69 Jahren. Sie heiratete mit 20 Jahren als Johanna Franziska Frémyot den Baron von Chantal. Bei seinem Tod im Jahre 1600 war Johanna Franziska von Chantal 28 Jahre alt und Mutter von vier Kindern. Vier Jahre später begegnete sie in Dijon anlässlich der Fastenpredigten Franz von Sales. Er ermunterte sie, in der Erfüllung der täglichen Verpflichtungen die Heiligkeit zu suchen. Später gründete sie den Orden der Heimsuchung Mariens (Salesianerinnen).

Auf eine außergewöhnliche Tatsache bin ich erst vor kurzer Zeit aufmerksam geworden. In neueren Darstellungen des Lebens der hl. Johanna Franziska von Chantal findet dies allerdings weithin keine Berücksichtigung.

In „Katholische Geheimnis- und Sittenreden“ (Augsburg 1818) ist zu lesen:
Die heilige Franziska von Chantal hat sich den süßen Namen Jesus mit glühendem Eisen auf ihre Brust eingebrannt.“

Wir heutigen sind bei solchen Geschichten schnell dabei, uns eine logisch erscheinende Meinung zu bilden; etwa: „die ist wohl verrückt“; oder: „das muß man im übertragenen Sinne deuten“.

Das „Sonntagsblatt für religiöse Belehrung und Erbauung – Philothea“ (1857) schreibt:
Johanna Franziska von Chantal ließ sich, aus besonderem Antrieb des Heiligen Geistes, den heiligen Namenszug Jesu mit einem glühenden Eisen auf ihrer Brust einbrennen. Durch dieses unaustilgbare Zeichen wollte sie beständig an Den erinnert werden, dem dieser Name angehört.

Also doch verrückt. Heute käme sie sicher in die Klapsmühle.

Doch auch die „Geschichte der heiligen Johanna Franziska von Chantal“ (1869) bezeugt bei einem Besuch an ihrem Grab eindringlich:
Der Leichnam von Johanna Franziska von Chantal liegt in einem offenen, „mit einem Glase bedeckten Reliquienkasten“; „ihr Rosenkranz hing von dem Gürtel herab, ein Kruzifix ruhte auf ihrer Brust auf der Stelle, wo sie sich mit einem glühenden Eisen den heiligsten Namen Jesu eingebrannt hatte.“

In der „Zeitschrift für historische Theologie“ (1874) gibt es eine Begründung für das Tun der Heiligen:
Durch das Wort des Hoheliedes (8,6): „Setze mich wie ein Siegel auf dein Herz!“, wurde Johanna Franziska von Chantal angeregt, sich mit einem glühenden Eisen den Namen Jesu auf die Brust einzubrennen.

Wie steht es nun mit der Quintessenz? Dass diese Geschichte stimmt, und dass wir die Heiligen nachahmen sollen? Nun, die „Fastenpredigten von Pfarrer Georg Rienecker“ (Bamberg 1868) machen es deutlich: Er fragt:
Sollen wir wie die heilige Franziska von Chantal in dankbarer Liebe mit glühendem Eisen den Namen Jesu auf unsere Brust einbrennen?
Und er gibt sogleich die rechte Antwort, indem er sagt, dass der innere Sinn, das innere Leben, ausschlaggebend ist. Er sagt:
Wohl hat sie gethan;“
-weil:
„aber nur,
weil sie auch äußerlich auf der Brust tragen wollte,
was sie in der Brust,
was sie im Herzen trug.“

Auch wenn ich mir nicht vorstellen mag, wie das glühende Eisen auf die Brust von Johanna Franziska von Chantal gelangt ist und welche Schmerzen sie sich mit dieser Prozedur zugefügt hat, noch, wie lange es dauerte bis die Wunden nur einigermaßen verheilt waren und die Vernarbung wohl zeitlebens Beschwerden mit sich brachten, – so will ich gerne und in Einfalt glauben, dass Gott es einrichten kann, Menschen in seine Nachfolge zu rufen und sie mit außergewöhnlichen Gaben und Eigenschaften zu beschenken. Was uns Schmerzen sind, ist für sie das größte Glück und vielleicht die Begegnung einer großen Liebe. Dies lehren uns viele Heilige, auch die Tagesheilige vom 21. August.

Heilige Johanne Franziska von Chantal! – Bitte für uns!

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Kämpfen gegen eine tugendfeidliche Umgebung

Wo um die Herrschaft des Herzens Jesu in der Gesellschaft gekämpft wurde, konnte man die ihr entgegenstehenden Hindernisse besser wahrnehmen. Dabei wurde deutlich, dass die tugendfeindliche Umgebung das größte Hindernis darstellt, obwohl diese oft unter einem Mantel falscher Frömmigkeit oder Gleichgültigkeit verborgen bleibt.

In einer solchen Umgebung kann die Tugend nur schwerlich aufblühen, denn unter den Druck des Geselligkeitstriebs versucht der Mensch stets, im Einklang mit seinesgleichen zu leben. Um gegen die schlechten Tendenzen anzugehen, die unsere Umgebung beherrschen, ist es notwendig, vor allem diese grundlegende Neigung mit allem Nachdruck zu zügeln, da sie uns instinktiv dazu anhält, unser Verhalten nach dem anderer auszurichten. Das ist der Grund dafür, dass wir uns so leicht an die Umgebung anpassen, in der wir verkehren. Am Ende loben wir sogar Situationen, die eigentlich schärfsten Tadel verdienen würden.

Vielleicht steht nichts der Tugend mehr im Wege als menschliche Rücksicht, die kleinmütig dem Geselligkeitstrieb nachgibt. Der Eindruck, dass unsere Mitmenschen nicht unsere Anschauungen teilen und unser Tugendstreben belächeln, kann verheerende Auswirkungen auf unsere guten Vorsätze haben. Und zwar vor allem dann, wenn wir den Eindruck gewinnen, dass es sich um eine allgemein vorherrschende Meinung handelt, oder wenn sie von Menschen vertreten wird, die umständehalber über uns stehen, sei es, weil sie älter oder intelligenter sind, sei es, weil uns ihre höhere Bildung oder ihre gesellschaftliche Stellung und ihr Vermögen Respekt einflößen.

In der natürlichen Ordnung der Dinge besteht der beste Schutz gegen menschliche Rücksicht in einer katholischen Öffentlichkeit, denn mit ihrem zahlreichen Beispielen hält diese uns zur Tugend an. Wir haben ja bereits gesehen, dass es den Menschen im Allgemeinen schwerfällt, gegen die in der Gesellschaft vorherrschenden Tendenzen anzugehen.

Das Reich des Herzens Jesu in der Gesellschaft besteht in dieser Herrschaft über die Öffentlichkeit und die menschlichen Einrichtungen. Sie ist von transzendentaler Bedeutung für die Rettung der Seelen. In diesem Falle richten sich nämlich alle Daseinsbereiche von der Familie bis zum Staat nach dem Evangelium.

Die Schaffung des Reiches des Herzens Jesu in den Seelen und in der Gesellschaft erfordert gleichzeitige und aufeinander abgestimmte apostolische Bemühungen sowohl im persönlichen als auch im gesellschaftlichen Bereich. Der Erfolg in einem der beiden Bereiche trägt zum Sieg auch im anderen bei, so wie der Misserfolg hier den Fortschritt dort erschwert. Dieses Streben setzt Seelen mit einem weiten Horizont voraus, deren Blick weit über den engen Kreis der persönlichen Interessen hinausgeht.

Quelle: TFPhttp://www.tfp-deutschland.de/

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