Rosenkranz beten!

Auch wenn wir vielleicht alle den Rosenkranz mehr oder weniger schätzen und praktizieren, so bedarf es von Zeit zu Zeit einer Revision: Die Überzeugung muss gestärkt werden, dieses Gebet wieder bewusster, eifriger, mit mehr Glauben und vielleicht auch öfter zu verrichten.

Hier ein paar Auszüge aus der Enzyklika Ingruentium Malorum von Papst Pius XII, der diese am 15. September 1951 im Hinblick auf den bevorstehenden Rosenkranzmonat veröffentlichte. – Sie erscheint heute aktueller denn je!

Der Rosenkranz, das Heilmittel für die Nöte der Zeit

Aufs neue also und mit Nachdruck bekennen Wir unbedenklich, dass Wir Unsere große Hoffnung auf den marianischen Rosenkranz setzen, um Heilung für die Nöte unserer Zeit zu erlangen; denn die Kirche stützt sich nicht auf Gewalt und Waffen, auch nicht auf menschliche Hilfsquellen, sondern allein auf die Hilfe von oben, wie sie gerade durch solche Gebete gewonnen wird; die Kirche gleicht hierin David, der nur mit einer Schleuder ausgerüstet war, und so geht sie unerschrocken gegen den höllischen Feind zum Angriff über, dem sie die Worte des Hirtenknaben entgegenrufen kann: „Du kommst zu mir mit Schwert, Lanze und Schild; ich aber komme zu dir im Namen des Herrn der Heerscharen…; und all dies Volk hier soll erkennen, dass nicht durch Schwert und Lanze der Herr die Rettung bringt“ (1 Kön 17,44.49).

… Wenn das Böse und die Kraftanstrengungen der Bösen immer weiter anwachsen, so soll in gleicher Weise von Tag zu Tag mehr auch der fromme Sinn aller Guten erstarken und seine Kraft entfalten! Ihr Streben soll darauf gerichtet sein, von unserer liebreichsten Mutter gerade durch das ihr sicherlich so liebe Rosenkranzgebet zu erflehen, dass für die Kirche und die menschliche Gesellschaft möglichst bald wieder bessere Zeiten anbrechen!

Unser aller Gebet aber soll dahin gehen, es möge die mächtige Gottesmutter bestürmt von den Bitten ihrer vielen Kinder, von ihrem eingeborenen Sohne die Gnade erwirken, dass diejenigen, die unglückseligerweise vom Wege der Wahrheit und der Tugend abgeirrt sind, in sich gehen und wieder zurückfinden; dass hasserfüllte Feindseligkeiten, diese wirklichen Quellen aller Zwietracht und aller Art von Elend, glücklich beigelegt werden; dass ferner der Friede, der wahre, gerechte und aufrichtige Friede, über jedem einzelnen und über den häuslichen Gemeinschaften, den Völkern und Nationen glückverheißend aufleuchte.

Weiter ruft der Papst zum Gebet für die Kirche auf und beklagt sich über ein besonderes Verbrechen: den verruchten Ansturm auf die Unschuld der Jugend. Was würde er heute schreiben!

Der Papst ermutigt die Kirche, sich nicht von den schlimmen Zeitverhältnissen entmutigen zu lassen, sondern – so wie es die Gläubigen auch in der Vergangenheit in besonderen Nöten stets taten – mit umso größerem Vertrauen zur Rosenkranzkönigin Zuflucht zu nehmen.

Vielleicht denken Sie: „Ich bete ja schon so lange den Rosenkranz und werde nicht erhört!“ Möglicherweise beten wir ihn manchmal zu wenig bewusst, mehr aus Routine und um unsere Pflicht zu erfüllen. Vielleicht begehen wir die zwei größten Fehler (nach dem hl. Ludwig Maria) und beten den Rosenkranz zu schnell und ohne eine Intention. Der Rosenkranz ist nach dem Zeugnis vieler Heiligen unsere Waffe. Wenn wir jedoch nicht bewusst und mit einer gezielten Intention, also wirklich mit dem Herzen beten, gleichen wir einem Ritter, der mit seinem Schwert nur Luftstreiche ausübt, und sich dann beklagt, dass der Feind ungeschlagen ist.

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„Gebt mir eine Armee von Rosenkranzbetern und ich werde die Welt bezwingen“,
sagte der selige Papst Pius IX.
Wenn diese Armee immer kleiner wird, müssen die Übriggebliebenen umso eifriger beten und mehr beten, um die drohende Niederlage abzuwenden.

Werden wir in der MI – Militia Immaculata
immer mehr zu dieser Armee,
welche oft, herzhaft und mit Vertrauen
zu den Waffen greift!
Heilige Rosenkranzkönigin, bitte für uns!

https://militia-immaculatae.info/de/

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Ehre sei der Immaculata.

(Vom heiligen Maximilian Kolbe)

Vor ein paar Tagen kam eine Dame zu mir und bat mich, eine kranke Person zu besu-chen, die nicht zur Beichte gehen will. Pater H. war bereits dort gewesen, um sie zu sehen, und er hatte mir dann diese Dame geschickt, weil seine Versuche gescheitert waren. „Betet der Kranke zur Jungfrau Maria, indem er mindestens ein Ave Maria pro Tag spricht?“ fragte ich. „Ich habe es ihm vorgeschlagen, aber er sagte mir, er glaube nicht an die Gottesmutter.“ – „Bitte, bringen Sie ihm diese Medaille“, sagte ich und überreichte ihr eine Wundertätige Medaille. „Er mag sie aus Respekt vor Ihnen annehmen und sie sich von Ihnen um den Hals legen lassen.“ – „Er wird es akzeptieren, um mir einen Gefallen zu tun.“ – „Gut, bringt sie zu ihm und betet für ihn; ich für meinen Teil werde versuchen, ihm einen Besuch abzustatten.“ Und sie ging …

In der Zwischenzeit traf ich Pater H., der mir sagte: „Ich ging zu diesem kranken Mann, als wäre er ein Bekannter von mir, aber ich war ziemlich erfolglos. Würdest du bitte dorthin gehen? Ich sollte hinzufügen, dass der Patient eine gebildete Person ist. Er hat gerade sein Studium der Forstwirtschaft abgeschlossen.“ Nicht lange danach kam die Dame zurück, um zu berichten, dass es dem Patienten schlechter ging und dass seine Eltern, die bei ihm waren, zögerten, einen Priester zu rufen, weil sie Angst hätten, dass ihn das aufregen würde. Da dachte ich mir: „Weder der Kranke noch seine Eltern wollen einen Priester. Lohnt es sich dann also, zu gehen?“

Dennoch ging ich hin, obwohl ich tief in meiner Seele von Zweifeln über den Erfolg meines Besuchs gequält wurde. Meine einzige Hoffnung war die Medaille, die der Patient bereits trug. Ich habe auf dem Weg den Rosenkranz gebetet. Nach einer schwierigen Reise läutete ich an der Krankenhaustür. Ich wurde schnell in die Abteilung für Infektionskrankheiten gebracht, wo der Patient aufgenommen worden war.

Ich setzte mich neben sein Bett und kam in ein Gespräch. Ich fragte ihn nach seiner Gesundheit, aber bald wandte sich unser Gespräch der Religion zu. Der Patient äußerte seine Zweifel und ich versuchte, sie zu klären. Während unseres Gesprächs bemerkte ich eine blaue Schnur um seinen Hals, die durch die Medaille verlief. „Er trägt die Medaille“, dachte ich, „also ist das Spiel gewonnen.“ Plötzlich wandte sich der Kranke an mich und sagte: „Pater, könnten Sie bitte zur Sache kommen?“ „Also, möchten Sie die Beichte ablegen?“ fragte ich.

Als Reaktion floss eine Flut von Tränen auf seine abgemagerte Brust. Sein Schluchzen dauerte eine gute Minute. Als der Patient nachgelassen hatte, begann seine Beichte. Nach Erhalt des Viatikums und der Krankensalbung wollte mir der Patient seine Dank-barkeit zeigen, indem er mich umarmte und küsste. Trotz der Infektionsgefahr gab ich ihm freiwillig den Friedenskuss.

Ehre sei der Immaculata für diesen Sieg!!!

Neben ihm befand sich eine weitere kranke Person. Im Krankenhaus hatten sie mir gesagt, dass er auch dem Tod nahe war, aber nicht an eine Beichte dachte. Deshalb habe ich ihn der Immaculata auf die Fürsprache der kürzlich seliggesprochenen Theresia vom Kinde Jesu empfohlen.

Am nächsten Tag kehrte ich zurück, angeblich, um die erste kranke Person zu besuchen, aber in Wirklichkeit wollte ich auch den anderen Patienten sehen. Ich setzte mich neben die erste, aber in der Zwischenzeit hatte ich die Krankenschwester gedrängt, die andere zu fragen, ob sie meine Anwesenheit ausnutzen wolle. Der Kranke hatte mich nicht bemerkt. Also antwortete er ungeduldig: „Der Arzt sagt, dass ich in einer Woche wieder gesund werde, und ich werde hier von einem Priester belästigt.“

Ohne den Mut zu verlieren, bei einem solchen Zeichen der mangelnden Bereitschaft des Kranken, habe ich ein Gespräch mit ihm aufgenommen und mich neben sein Bett gesessen. Da der Patient die Beichte hartnäckig abwies, nahm ich die „Kugel“, die wir in der Miliz verwenden, nämlich die Wundertätige Medaille. Der Patient fragte: „Was ist das?“ Ich erklärte es kurz. Er küsste sie, stimmte zu, sie um den Hals gelegt zu bekommen und … die Beichte begann.

Ewiger Dank gilt der Immaculata für solch‘ liebevolle und barmherzige Siege.

(gefunden in: Ritter der Immaculata. 1,2019)

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Salve Sancta Parens – Herz-Mariä-Sühnesamstag

Am 10. Dezember 1925 erschien die heiligste Jungfrau der Seherin Lucia; neben ihr stand das Jesuskind auf einer lichten Wolke. Die Gottesmutter zeigte ihr Herz, das von Dornen umgeben war: das Kind wies darauf und sagte:

Habe Mitleid mit diesem gütigsten Herzen, das immerfort durch die menschliche Undankbarkeit gemartert wird, ohne dass es jemand mit Akten der Sühne tröstete.

Und die Unbefleckte fügte hinzu:

„Meine Tochter, siehe mein Herz, das von Dornen umgeben ist, durch die es die undankbaren Menschen jeden Augenblick mit ihren Flüchen und ihrer Undankbarkeit durchbohren. Suche wenigstens du mich zu trösten. Ich meinerseits verspreche allen jenen, die am ersten Samstag von fünf aufeinanderfolgenden Monaten beichten, kommunizieren, den Rosenkranz beten und mir während 15 Minuten Gesellschaft leisten, indem sie die Rosenkranzgeheimnisse betrachten mit der Absicht, mir Genugtuung zu leisten, in der Todesstunde mit den Gnaden beizustehen, die zu ihrem Heil erforderlich sind.

Salve Sancta Parens

Zwei Monate später, am 15. Februar 1926, ermutigte das Jesuskind sie in einer neuen Erscheinung, die Andacht zum Unbefleckten Herzen zu verbreiten… Die Seherin fragte, ob man die Beichte am ersten Samstag ablegen müsse oder ob es genüge, wenn man während der Woche gebeichtet hat; Jesus antwortete ihr, das genüge, vorausgesetzt, dass man die heilige Kommunion im Stande der Gnade empfange und die angegebene Absicht habe.

Wichtig: Es geht hierbei nicht um ein einmaliges „Abhaken“ der fünf Sühnesamstage sondern um eine innige Verehrung zum Herzen Mariens. Es soll zu einer Lebenseinstellung führen, das Herz Mariens zu verehren, zu beten und zu sühnen – aus Liebe zu Gott, zu Maria und zu den Mitmenschen.

MILITIA IMMACULATAE

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Die Fastenzeit – Hl. Maximilian Kolbe

In Zakopane überreichte mir eine Studentin eine Broschüre von William Rose, ziemlich bekannt in Krakau, über den CVJM. Dann sagte sie mir unter Bezugnahme auf eine meiner kritischen Anmerkungen zu diesem Thema: „Ich sehe darin nichts Falsches.“ Ich nahm die Broschüre und betrachtete sie in aller Eile. Obwohl der Autor seine Absicht bekundet, Fragen des Dogmas „den Spezialisten, den Priestern“ zu überlassen, scheitert er völlig daran. Tatsächlich bemerkte ich, dass das Pamphlet lehrt, dass die Vergebung der Sünden durch das Gebet erfolgt, und fügt später hinzu, dass die Gläubigen im Mittelalter bei der Abtötung ihrer Körper falsch lagen. Ich hatte auch die Gelegenheit, mit einem evangelischen Pastor in der Stadt N. über das gleiche Thema zu sprechen. Als ich darauf hinwies, dass Paulus behauptet: „Ich züchtige meinen Körper und trainiere ihn, aus Angst, dass ich selbst, nachdem ich anderen gepredigt habe, verworfen werde“ [1 Kor 9,27], sagte er, dass diese Dinge nur vom heiligen Paulus praktiziert wurden, während andere nicht verpflichtet sind, ihn nachzuahmen.

Auch heute noch möchten viele jede Art von Abtötung abschaffen, da unsere degradierte Welt heutzutage das Glück in flüchtigen, sinnlichen und oft sündigen Vergnügungen sucht. Dennoch ist die Buße nicht das ausschließliche Privileg des hl. Paulus und auch nicht ein „Irrtum“ des Mittelalters, sondern eine Pflicht: eine Pflicht, eine Pflicht aller, denn niemand ist ohne Sünde. Auch die Menschen im Mittelalter begannen nicht damit, die Buße falsch zu verstehen: Schon in den ersten Jahrhunderten der Kirche hielten die Gläubigen, die den Geboten Christi gehorsam waren, ihren Körper fest im Zaum. Jesus Christus selbst fastete 40 Tage lang in der Wüste und forderte andere auf, unter Androhung der Verdammnis, Buße zu tun: „Wenn ihr nicht umkehrt, werdet ihr alle ebenso umkommen“ (Lk 13,5). Und der heilige Petrus lehrte im Tempel: „Tut also Buße und bekehrt euch, damit eure Sünden weggewischt werden“ (Apg 3,19). Schon die ersten Christen haben Werke der Buße vollbracht: Tatsächlich war sogar das Fasten unter ihnen bekannt, wie der heilige Augustinus († 430), der heilige Johannes Chrysostomus († 407), der heilige Origines († 253) und der heilige Irenäus († 202) bezeugen. Sie ermahnten die Gläubigen, die Fastenzeit inbrünstig zu beobachten, und ermahnten diejenigen, die sie nicht entsprechend der Strenge der damaligen Zeit befolgten. Und das war noch vor den Jahrhunderten des Mittelalters. Wer gerettet werden will, muss also Buße tun. Die heilige Kirche, obwohl sie die Buße nicht abschaffen kann, bestimmt aufgrund der Kraft, die sie von Christus empfangen hat, die Art und Weise, wie die Buße getan wird, je nach Zeit und Ort. Ein solches Mittel der Buße ist die Fastenzeit, die wir jetzt halten. In den ersten Jahrhunderten war sie kürzer, aber wesentlich strenger. Das Didascalia Apostolorum (aus dem dritten Jahrhundert) schreibt das Fasten, nämlich die völlige Enthaltung von Essen und Trinken, am Freitag und Samstag der Karwoche vor. In den vier Tagen davor schreibt sie das Fasten auf Brot, Wasser und Salz vor. Zu Beginn des vierten Jahrhunderts fasteten die Menschen 40 Tage lang nach dem Vorbild des Fastens Jesu. Die Synode von Nicäa hatte diesem Fasten bereits einen Namen gegeben (Kanon 5): „Quadragesima“, Fastenzeit. Im Westen fasteten die Menschen sechs Wochen lang, mit Ausnahme der Sonntage. Im Osten hingegen (Antiochia, Konstantinopel) war es üblich, die Menschen auch samstags vom Fasten zu befreien, so dass das Fasten sieben Wochen vor Ostern begann. In der Praxis wurde deshalb 30 Tage lang gefastet. Erst im siebten Jahrhundert wurde in Rom die Zahl der Fastentage auf 40 aufgerundet, da das Fasten mit dem Aschermittwoch begann. Zu Beginn des Mittelalters hatte sich diese Praxis in der gesamten katholischen Welt durchgesetzt. In der Synode von Benevento befahl Papst Urban II. auch die kirchenweite Einhaltung der bereits uralten Tradition, zu Beginn des Fastens Asche auf die Köpfe der Menschen zu streuen. Gleichzeitig wurden auch die Namen der Sonntage von Quinquagesima, Sexagesima, Septuagesima und Septuagesima übernommen …

Der jüngste Codex [1923] des kanonischen Rechtes unterscheidet sorgfältig zwischen Fasten und Abstinenz von Fleisch. Wer einmal am Tag isst, bis er keinen Hunger mehr hat, und morgens und abends eine leichte Mahlzeit zu sich nimmt … der fastet. … Während der Fastenzeit sind Fasten und Abstinenz am Aschermittwoch, am Freitag und am Samstag erforderlich, an anderen Fastentagen reicht das Fasten allein aus.

Als Angehörige der Militia Immaculatae sollten wir dieses heilige Fasten mit großer Inbrunst beobachten, so viel wir können, denn die Abtötung ist eine Macht, die zusammen mit dem Gebet göttliche Gnaden erlangt, Seelen reinigt, sie mit Liebe zu Gott und dem Nächsten entflammt und sie durch die Immaculata liebevoll Gott unterwirft.

(Artikel vom hl. Maximilian Kolbe, aus „Rycerz Niepokalanej“, März 1923)

Quelle: Militia Immaculatae

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