Stärkung für die in der Kirche Verfolgten

Daher ermahnen wir Euch, den Mut nicht senken zu lassen in den Trübsalen, sondern Euch zu erneuern in der Liebe zu Gott und den Eifer von Tag zu Tag zu steigern in der
Überzeugung, daß in Euch der Rest des Glaubens erhalten werden muß, den der Herr bei seiner Ankunft auf Erden finden wird.

Und mögen auch die Bischöfe aus ihren Kirchen vertrieben sein, so soll Euch das nicht erschüttern.
Mögen auch Verräter aus der Mitte des Klerus erstanden sein, so soll das Euer Vertrauen auf Gott nicht schwachen.

Es sind nicht die Namen, die uns selig machen, sondern der hl. Entschluß und die aufrichtige Liebe zu unserem Schöpfer.
Bedenkt, daß auch in den Anschlägen gegen unseren Herrn die Hohenpriester, Schriftgelehrten und Ältesten des Volkes in ihrer Arglist sich zusainmmenfanden, und nur wenige im Volke gefunden wurden, die seine Lehre aufrichtigen Herzens annahmen, und daß es nicht der große Haufen ist, der selig wird, sondern die Auserwählten Gottes.

Deshalb möge Euch nie die Volksmasse schrecken, die wie Meerwasser von den Winden hin und her getrieben wird.
Denn wenn auch nur einer gerettet wird, wie Lot zu Sodoma, so muß er bei der rechten Gesinnung bleiben –
in der unerschütterlichen Hoffnung auf Jesus Christus;
denn der Herr wird seine Heiligen nicht verlassen.

(Mahnwort des hl. Basilius im Jahre 376 an die von den Arianern verfolgten Mönche. – Aus der Bibliothek der Kirchenväter, Bd. 46)

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Man möge nicht glauben, dass …

Man möge nicht glauben, dass ich jeden Frieden empfehle!

Ich weiß, es gibt eine Auflehnung, die sehr gut, und eine Versöhnung, die sehr schädlich ist.

Ich empfehle einen Frieden, der gut ist um des Guten willen und der mit Gott verbindet.

Man soll weder allen kriechend nachgeben noch sich von allen erbittert abwenden.

Wo Bosheit offenkundig ist, ist es besser, mit Geschick und Macht auf alle mögliche Weise vorzugehen, als am Sauerteig teilzunehmen und mit den Bösewichtern gemeinsame Sache zu machen.

Nichts ist so sehr zu fürchten, als dass man etwas noch mehr als Gott fürchte und dass man also, während man der Wahrheit dient (= zu dienen glaubt), Glaube und Wahrheit verrät.

In solcher Erkenntnis wollen wir, Brüder, einander in Liebe begegnen und aufrichtig sein und den nachahmen, der die trennende Scheidewand niedergerissen und durch sein Blut alles verbunden und friedlich geeint hat.

Gregor von Nazianz – 6.Rede, Bibl.d.KV 59, 208.

(zitiert nach + Dr. P. Severin M. Grill, SOCist)

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Nehmet euch der Schwachen an!

In aller Milde und Sanftmuth sollt ihr die Kleinmüthigen trösten, euch der Schwachen annehmen und Geduld haben mit Allen. Denn wer mit Härte und Bitterkeit getadelt wird, der gibt gar leicht das Streben, wieder auf den rechten Weg zu kommen, ganz auf, kümmert sich immer weniger um die Autorität des Priesters und schüttelt am Ende das Joch derselben ganz ab. Darum gibt der Apostel den Vorstehern die Vorschrift, sie sollen die ihrer Natur nach bittere Arznei der Zurechtweisung durch eine milde Form der Mahnung möglichst versüßen. Was hat man aber unter den „Ungefügen“ zu verstehen? Das sind Diejenigen, welche nicht nach dem Willen Gottes handeln. Denn in der Kirche muß eine noch viel größere Ordnung herrschen als in einem Kriegsheere.

Darum ist der Schmähsüchtige ein Ungefüger, ist der Trunksüchtige und Habsüchtige ein Ungefüger, und Alle, so da Sünde begehen, sind Ungefüge, denn sie fügen sich nicht in die ihnen vorgezeichnete Ordnung, treiben sich außerhalb der ordnungsgemäßen Kampfreihe herum und gehen daher zu Grunde. Außer den genannten Sünden gibt es noch eine andere Art, zwar nicht von so grober Beschaffenheit, aber doch auch eine Sündengattung, das ist die Schwachherzigkeit mit all ihren Folgen. Denn sie kann die Menschen ebenso ins Verderben stürzen wie geistige Trägheit. Wer nicht im Stande ist, Beleidigungen willig hinzunehmen, der ist schwachherzig; wer Versuchungen nicht starkmüthig widerstehen kann, der ist schwachherzig. Bei den Schwachherzigen fällt der gute Samen auf felsiges Erdreich.

Eine andere Form der sündhaften Unvollkommenheit ist die Schwäche. Mit Beziehung hierauf sagt der Apostel: „Nehmet euch an der Schwachen!“ Er meint hiemit die Schwachen im Glauben, denn auch in dieser Beziehung gibt es eine krankhafte Schwäche. (Kap. 10,3)

(aus: Hl. Johannes Chrysostomos.
Homilien über den I. Thessalonicher-Brief.
Bliothek der Kirchenväter)