Den unberechenbaren, unvorhersehbaren Tod täglich vor Augen haben. (RB 4.47)

Im 4. Kapitel seiner Regel beschreibt der heilige Benedikt die „Die Werkzeuge der geistlichen Kunst“. Eine dieser „Künste“ ist seine Forderung, den eigenen Tod täglich vor Augen zu haben.

Memento mori.

Diese Forderung ist eingebettet von ihr ähnlichen, die sowohl den heutigen Menschen wie der Kirche abhanden gekommen zu sein scheinen. Morgen beginnt der Monat November, der auch der Totenmonat genannt wurde. In unserer Zeit gilt er eher als Einstimmung auf das größte kommerzielle Ereignis des Jahres.

Der heilige Benedikt fordert, wir (ok, er richtet die Forderung an seine Mönche) sollen:

– Den Tag des Gerichtes fürchten.
– Vor der Hölle erschrecken.
– Das ewige Leben mit allem geistlichen Verlangen ersehnen.
– Den unberechenbaren Tod täglich vor Augen haben.
– Das eigene Tun und Lassen jederzeit überwachen.
– Fest überzeugt sein, dass Gott überall auf uns schaut.
– Böse Gedanken, die sich in unser Herz einschleichen,
sofort an Christus zerschmettern
und dem geistlichen Vater eröffnen.

(RB 4, 44-50)

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Bleiben und Schweigen

Abbas Serapion hat die wunderschöne, aber leichtlebige Kurtisane Taïs in Alexandrien dazu überreden können, ihren Lebenswandel aufzugeben; er führt sie in ein Frauenkloster, wo sie sich für drei Jahre – bis zu ihrem Tod – in ein Kellion einschließen lässt. Bevor Serapion sie verlässt, fragt sie:

„Wie befiehlst du mir zu beten? Ich fürchte, dass ich dazu nicht würdig bin.“
Da sagt er ihr:
„Ich weiss, dass du unwürdig bist, den Namen des Herrn anzurufen, oder [auch nur] die Hände auszubreiten, um ihn anzuflehen, denn deine Lippen sind befleckt und deine Hände unrein, deshalb [bleibt dir] nur:
Sitze schweigend, nach Osten gewendet,
sage in deinem Herzen nichts als dies:
Der du mich geschaffen hast, erbarme dich meiner;
ich habe gesündigt, sei mir gnädig.“

Und nachdem er noch ein Gebet gesprochen und sie dem Herrn anbefohlen hatte, ging er.

(F. NAU: Histoire de Taïs. Serapion und Thaïs)

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Warum sollte Paul VI. nicht heilig sein?

… oder warum ihn der regierende Papst nicht hätte heilig sprechen dürfen.

Peter Kwasniewski schreibt in seinem sieben Punkte umfassenden Artikel „Warum wir Paul VI. nicht ‚heilig‘ nennen müssen (und es auch nicht tun sollten)“ bedenkenswertes über eine Heiligsprechung als solche und über jene des Montini-Papstes im Besonderen.

Unter Punkt 5 ist u. a. zu lesen:

„Was ist an Paul VI. bewundernswert?“

Gibt es Gründe für traditionelle Katholiken, Paul VI. für irgend etwas zu bewundern? Ja, durchaus. Wir wären töricht, würden wir seine guten Taten nicht anerkennen. Aber dieses Gute reicht nicht hin, um die vielen ernsten Probleme aufzuwiegen, die wir im letzten Abschnitt angesprochen haben. Die Geschichte des Montinischen Pontifikats ist faktisch eine äußerst prägnante Demonstration des Unterschieds zwischen der Person und dem Amt. Im Fall heiliger Päpste hat man den Eindruck, die Amtsgnade nehme die Person auf und umhülle sie und verwandle sie in eine strahlende Ikone des heiligen Petrus und Jesu Christi. Im Fall schlechter oder mittelmäßiger Päpste ist die Amtsgnade etwas, das stellenweise aufflackert, das in Notsituationen aus der Verborgenheit zum Vorschein kommt, das aber den Inhaber nicht auf dieselbe Weise verwandelt. Letzteres können wir bei Paul VI. beobachten […]

Papst Paul VI. wird von den meisten Historikern als eine Art tragische Gestalt beschrieben, der versuchte, der ihn umgebenden Ereignisstürme Herr zu werden, allerdings unfähig war, viel auszurichten. Wahrscheinlich deswegen, und weil man den Eindruck hatte, Montini beuge sich häufig den Meinungen der Welt; weil man den Eindruck hatte, er habe häufig (mit nur ganz geringen Veränderungen) die vorgefertigten Begriffe und Vorstellungen einfach übernommen, die ihm falsche Experten lieferten; wahrscheinlich stechen aus diesen Gründen die Augenblicke, in denen er sich nicht beugte, mit der schlichten Helligkeit des Petrus so klar hervor. Die Nota Praevia (vorangestellte Notiz) zu Lumen Gentium, die energische Verteidigung traditioneller eucharistischer Lehren (in Mysterium Fidei) und der Lehren über Ablässe (in Indulgentiarum Doctrina), das Credo des Gottesvolkes sind Pfeiler, die in einem zerfallenden Gebäude unerschütterlich stehenbleiben, Zeichen übernatürlichen Schutzes. Mitten im moralischen Zusammenbruch der 1960er Jahre und im Widerspruch zu der Kommission, die von seinem Vorgänger eingesetzt worden war, um die Frage erneut zu untersuchen, sprach Petrus durch [Papst] Paul in Humanae Vitae: „Es ist niemals erlaubt – auch aus noch so ernsten Gründen nicht –, Böses zu tun um eines guten Zweckes willen.“

Wenn solche guten Taten und Lehren für Paul VI. eine Gewohnheit, normal und charakteristisch gewesen wären, und wenn sie mit dem Schmuck christlicher Tugenden versehen, von den christlichen Tugenden erfüllt gewesen wären, die der heilige Thomas im Zweiten Teil der Summa behandelt, und wenn sich darüber hinaus noch ein volkstümlicher Kult um einen geliebten Papst gebildet hätte, der sich in vielen unstrittigen Wundern manifestiert hätte, dann – und nur dann – hätten wir einen berechtigten Anlaß gehabt, Paul VI. zur Ehre der Altäre zu erheben. […]

Quelle

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Christus ist unser König! – Viva Christo Rey!

Christus der König wird als Menschensohn
mit großer Macht und Herrlichkeit erscheinen!

In jener Zeit sprach Jesus zu Seinen Jüngern:
„Wenn ihr am heiligen Ort den Greuel der Verwüstung seht, dann fliehe, wer in Judäa ist, auf die Berge; wer auf dem Dache ist, steige nicht herab, um etwas aus seinem Hause mitzunehmen; und wer auf dem Felde ist, kehre nicht heim, um sein Oberkleid zu holen.
Wehe aber den Müttern und ihren Kindlein in jenen Tagen! Betet, daß eure Flucht nicht in den Winter oder auf einen Sabbat falle. Denn es wird alsdann eine so große Bedrängis sein, wie sie von Anfang der Welt bis jetzt nicht war, auch fernerhin nicht mehr sein wird. Ja, würden diese Tage nicht abgekürzt, so würde kein Mensch gerettet werden; doch um der Auserwählten willen werden jene Tage abgekürzt werden.

Wenn dann jemand zu euch sagt:
Seht, hier ist Christus, oder dort, so glaubt es nicht.
Denn es werden falsche Christus und falsche Propheten aufstehen und große Zeichen und [Schein-] Wunder wirken, so daß selbst die Auserwählten, wenn es möglich wäre, in Irrtum geführt würden.

Seht, Ich habe es euch vorhergesagt.
Wenn man also zu euch sagt:
Seht, er ist in der Wüste, so geht nicht hinaus; seht, er ist in den Gemächern, so glaubt es nicht. Denn wie der Blitz vom Aufgang ausgeht und bis zum Niedergang leuchtet, ebenso wird es mit der Ankunft des Menschensohnes sein (plötzlich und allen sichtbar). Wo ein Aas ist, da sammeln sich auch die Adler (so sicher wie die Adler über Aas, so sicher kommt der Richter). Sogleich nach der Trübsal jener Tage wird die Sonne verfinstert werden, der Mond wird seinen Schein nicht mehr geben, die Sterne werden vom Himmel fallen und die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden.

Dann wird das Zeichen des Menschensohnes [das Kreuz] am Himmel erscheinen.
Alle Geschlechter der Erde werden wehklagen.
Und sie werden den Menschensohn kommen sehen in den Wolken des Himmels mit großer Macht und Herrlichkeit.
Er wird Seine Engel aussenden mit lautem Posaunenschall, und sie werden Seine Auserwählten sammeln von den vier Winden, von einem Ende des Himmels bis zum andern.
Vom Feigenbaum aber lernet das Gleichnis:
Wenn seine Zweige saftig werden und die Blätter hervorsprossen, so wißt ihr, daß der Sommer nahe ist. Ebenso sollt ihr auch, wenn ihr all dies sehet, wissen, daß das Ende nahe vor der Türe steht.
Wahrlich, Ich sage euch, dieses Geschlecht wird nicht vergehen, bis das alles geschieht.

Himmel und Erde werden vergehen, aber Meine Worte werden nicht vergehen.“

24. So. n. Pf. Evangelium (Matth. 24, 15-35)

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Jesus ist der Weg

„Ich bin der Weg, aber nicht alle Wege. Die Zeit führt auf drei Wegen zur Ewigkeit. Diese drei Wege sind jedoch nicht alle meine Wege, denn bei mir gibt es nur einen Weg. Dieser ist von den beiden anderen sehr verschieden, weil er allein durch meine göttlichen Hände bezeichnet wurde. Ich will dir diese drei Wege zeigen und dir den zu erkennen geben, der mir gehört und auf dem alle, die zu mir kommen wollen, wandeln müssen.

Der erste Weg ist breit, bequem und viel betreten. Satan hat dessen Furchen schon im irdischen Paradies gezogen und der Sünder, ein Sklave Satans, wandelt auf diesem Weg. Er ist mit Blumen bedeckt, aber diese Blumen, welche die Hölle und nicht der Himmel keimen lässt, bergen Dornen in sich, die tödlich verwunden. Der Mensch nährt sich da mit wildem Honig, dessen Geschmack süß erscheint, in Wahrheit aber denen, die ihn genießen, Gift bringt und tödlich ist. Das Ziel dieses Weges sind die ewigen Abgründe.

Der zweite Weg ist weniger breit, weniger bequem und weniger angenehm. Satan hat ihn nicht angelegt, aber er hat ihn eingegeben, um damit die Menschen leichter auf seinen Weg leiten zu können. Die Blumen, die diesen Weg bedecken, sind kleiner als die anderen und nicht in so großer Menge. Ihre Dornen sind auch weniger scharf und weniger gefährlich. Sie gehen nicht bis zum Herzen und verwunden nicht tödlich. Die auf diesem Weg wandeln, behalten das Leben, sofern sie ihn nicht verlassen, um den ersteren zu betreten. Sie wandeln und finden am Ziel ihrer Wanderung das Fegefeuer mit seinen vorübergehenden, aber schrecklichen und fürchterlichen Qualen.

Der dritte Weg gleicht den beiden anderen überhaupt nicht. Er ist sehr schmal, sehr beschwerlich und sehr wenig betreten. Ich habe ihn auf dem Kalvarienberg angelegt und der Christ, der mein zweites Ich ist, wandelt auf diesem Weg. Er ist mit Dornen bedeckt, aber diese Dornen schützen die vom Himmel gekommene Blume, deren Wohlgeruch die Seele erfreut und die von den Dornen beigebrachten Wunden heilt. Diese Wunden sind nicht tödlich, sie nehmen vielmehr alles weg, was Verderbtes im Menschen ist und verschonen alles, was sich Gutes in ihm befindet. Wer auf diesem Weg wandelt, findet nur sehr bitteren Wermut, wenn er sich von seiner Ermüdung erholen und erquicken will. Sobald er aber seinen Durst damit gelöscht hat, verwandelt sich die Bitterkeit in Süßigkeit.

Ich bin dieser Weg. Ich stecke Blumen unter die Dornen. Ich gieße die Süßigkeit in die Bitterkeit, Ich gebe den Himmel nach der Reise. Ich bin der Führer auf diesem Weg. Ich leite die, welche diesem Weg folgen wollen, entweder selbst oder durch andere, weiter fortgeschrittene Menschen, die mehr Erfahrung haben. Aber Ich bin immer der Hauptführer.“

(Die Lehren Jesu an Marie Lataste)

SIEHE

Webseite Marie-Lataste

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Die Gnade trauter Freundschaft der Seele mit Gott

Welches Vertrauen mag wohl aus solcher Freundschaft erwachsen? –

Meiner Ansicht nach darf eine solche Seele nunmehr ungescheut sprechen:
Mein Geliebter mir!“ (HI 2,16).
Sie fühlt, daß sie liebt, und daß sie heiß liebt, und bezweifelt nicht, daß auch sie heiß geliebt wird. Und an der besonderen Aufmerksamkeit, Ängstlichkeit, Sorgfalt, Mühe, Genauigkeit und Hingebung, womit sie unaufhörlich und liebevoll darüber wacht, wie sie Gott gefallen könne, erkennt sie mit Bestimmtheit ein Gleiches auch an ihm, eingedenk seiner Verheißung:
Mit dem Maße, womit ihr meßt, wird euch zugemessen werden“ (Mt 7,2).
Nur daß die kluge Braut sich sorgsam davor hütet, Gottes gnadenreiche Gegenleistung als eigenes Verdienst anzusehen; weiß doch die Braut, daß ihr vielmehr der Geliebte zuvorgekommen ist. Daher stellt sie seine Tätigkeit voraus.
Mein Geliebter mir und ich ihm!
Also erkennt sie in ihren Vorzügen lediglich Gottes Vorzüge an und zweifelt nicht, daß sie bereits geliebt wird, wenn sie liebt. Ja, so ist es. Die Liebe Gottes gebiert die Liebe in der Seele. Daß er zuerst sein Sinnen auf die Seele richtet, macht sie nach ihm sinnen; daß er zuerst sich um sie kümmert, läßt sie um ihn sich kümmern. Dazu stimmt denn auch, daß die Seele, wenn sie einmal die Herrlichkeit des Herrn mit unverhülltem Auge schauen darf — ich weiß nicht welcher Naturverwandtschaft zufolge — sich ihm alsbald gleichgestalten, sich in sein Ebenbild umgestalten muß (2 Kor 3,18).
Wenn du dich also für Gott bereitest, so muß auch Gott sich dir zeigen.
Dem Heiligen zeigt er sich heilig, den Unschuldigen unschuldig“ (Ps 17,26).
Sollte Gott nicht ebenso dem Liebenden lieb, gegenüber dem Zugetanen zugetan, gegenüber dem Aufmerksamen aufmerksam und gegenüber dem Besorgten besorgt sein?

Zu guter Letzt noch dieses Wort:
Ich liebe die, die mich lieben; und die früh aufstehen, mich zu suchen, werden mich finden“ (Spr 8,17).
Du siehst, wie der Herr dich nicht nur seiner Liebe versichert, wenn du ihn liebst, sondern auch seiner Sorge um dich, wenn du um ihn dich sorgst.
Wachst du, so wacht auch er.
Steh auf in der Nacht zu Beginn deiner Metten; beeile dich noch so sehr, selbst den Metten zuvorzukommen — ihm wirst du nicht zuvorkommen, ihn wirst du bereits vorfinden. Keckheit wäre es, wolltest du dir bei diesem Messen einen Vorsprung oder ein Übergewicht zuschreiben. Gott liebt mehr und früher. Wenn die Seele dies weiß, oder vielmehr, weil sie dies weiß, darf es dich nicht wundern, daß sie sich rühmt, Gottes Majestät habe sich aller anderen Sorgen begeben und sinne nur mehr ihr nach; hat doch auch sie sich aller Sorgen entschlagen und sich in restloser Hingabe ihm geweiht.

(Hl. Bernhard von Clairvaux)

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Die Macht Gottes oder die Macht Satans

„Gott hat den Menschen zum König gemacht.
Das Reich des Menschen ist sein eigenes Herz.

Dieser König ist aber nicht unabhängig. Er ist seiner Natur nach tributpflichtig, denn über ihm steht entweder die Macht Gottes oder die Macht Satans und er ist allzeit dem einen oder dem anderen unterworfen.

Er ist dem unterworfen,
welchem er den Tribut
seines Herzens, seiner Seele, seiner Fähigkeiten,
den Tribut seines ganzen Ich zahlt.“

(Die Lehren Jesu an Marie Lataste)

SIEHE

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