Der Rosenkranz – DIE Waffe

(Der Rosenkranz – DIE Waffe der RITTER der IMMACULATA)

Der Rosenkranz ist nicht irgendein menschliches Gebet, sondern im Plan der göttlichen Vorsehung DIE Waffe des Himmels, welche die Gottesmutter dem hl. Dominikus anvertraute. Der Teufel versuchte durch alle Jahrhunderte den Glauben an den himmlischen Ursprung dieses Gebetes zu untergraben, alle Spuren zu verwischen. Der Rosenkranz soll nur als ein rein menschliches Gebet einiger „Betschwestern“ angesehen werden. Die Wahrheit über den himmlischen Ursprung wurde jedoch nicht nur von den Päpsten immer wieder betont, auch der Himmel offenbarte es verschiedenen Heiligen und „brannte“ die Wahrheit sogar für alle Zeiten in den Stein. In Las Lajas, Kolumbien, erschien die Gottesmutter 1754 und hinterließ ein lebensgroßes Bild auf einem Felsen, welches zeigt, wie sie dem hl. Dominikus den Rosenkranz übergibt.

Diese Waffe hat sich in der Geschichte der Christenheit immer wieder wunderbar bewährt, insbesondere in scheinbar aussichtslosen Situationen. Es ist die Waffe Davids, vergleichbar mit seiner Steinschleuder (Pius XII.). Ähnlich wie bei der Steinschleuder braucht es Demut und Gottvertrauen, um zum Rosenkranz als Waffe zu greifen, insbesondere in schwierigen Situationen.

Unser Patron, der heilige Maximilian, hat den Rosenkranz als das Schwert des Ritters bezeichnet. Die Päpste haben ihn oft die Waffe der Christenheit genannt. So etwa Papst Pius XI. in seiner Enzyklika Ingravescentibus Malis. Er nennt darin den Rosenkranz die mächtigste Waffe der Kirche, die mächtige Waffe zur Vertreibung teuflischer Mächte, zur Bewahrung eines heiligen Lebens, zur leichteren Erreichung der Tugend und schließlich als friedenstiftendes Mittel unter den Menschen.

Unzählige Gläubige, welche sich treu und eifrig an den Rosenkranz gehalten haben, haben selber erlebt, was uns in Fatima versprochen wurde: Dass dem Rosenkranz für diese letzten Zeiten eine neue Wirksamkeit gegeben wurde und es kein Problem gibt, das wir mit ihm nicht lösen könnten.

Eine Waffe, die oft benutzt wird, kann jedoch stumpf werden und bedarf der Pflege: Sie muss frisch geschärft werden. Viele von uns haben sicherlich die gute Gewohnheit, den Rosenkranz zu beten. Jedoch hat sich vielleicht unmerklich eine gewisse Routine eingeschlichen. Man betet ihn, weil es sich so gehört, zu wenig bewusst, mit zu wenig Vertrauen.

Vielleicht beten wir auch noch zu wenig eifrig: Wenn der heilige Ludwig und der hl. Maximilian vom Rosenkranz schreiben, meinen sie stets alle 15 Geheimnisse. Sonst schreiben sie von den fünf Geheimnissen des Rosenkranzes, oder von einem dritten Teil des Rosenkranzes. Der hl. Ludwig ermutigt selbst die Sünder, den ganzen Rosenkranz zu beten. Wenn sich in einem Kampf die Reihen lichten, ist es für den Sieg absolut notwendig, dass die noch verbleibenden Kräfte einen umso größeren Einsatz zeigen und den Wegfall so kompensieren. So sind wir aufgerufen, den Rosenkranz mit immer größerem Eifer und immer häufiger zu beten.

Aber nicht nur die Waffe kann Schaden leiden, auch die Kämpfer können schwach werden oder gar vom Geist des Feindes angesteckt werden. Papst Pius XI. schreibt in der besagten Enzyklika weiter:

„Mit dem marianischen Rosenkranz werden wir nicht nur die Gotteshasser und Feinde der Religion niederwerfen, dieses Gebet wird uns auch zu einem Streben nach den Tugenden des Evangeliums anspornen und uns dafür erwärmen. Es wird besonders den katholischen Glauben stärken; denn die Betrachtung der heiligen Geheimnisse erhebt den Geist zu den von Gott geoffenbarten Wahrheiten.

Es braucht nicht eigens darauf hingewiesen werden, wie heilsam dies in unseren Tagen ist, wo man oft eine gewisse Gleichgültigkeit gegenüber den Dingen des Geistes und ein bedauerliches Gelangweiltsein bei der Verkündigung der christlichen Lehre antrifft. Das Rosenkranzgebet wird sodann unsere Sehnsucht nach den unsterblichen Gütern stärken, und die Betrachtung der Herrlichkeit Christi und seiner Mutter im letzten Teil des Rosenkranzes wird uns den Himmel offen zeigen und uns so zur Erreichung des ewigen Vaterlandes anspornen.

Und während in den Herzen der Menschen eine entfesselte Sucht nach Dingen dieser Erde brennt, während sie täglich gieriger nach den hinfälligen Reichtümern und vergänglichen Vergnügungen streben, werden die Beter des Rosenkranzes zu den himmlischen Schätzen hingezogen, an ‚die kein Dieb sich wagt und die keine Motte verzehrt‘ und die beständig bleiben werden.

Wie sehr ist doch heute die Liebe in vielen kalt geworden und erloschen! Sollten nicht alle diese doch wieder zur Gegenliebe entzündet werden, wenn sie mitfühlend die Leiden und den Tod unseres Erlösers und die Betrübnis seiner schmerzhaften Mutter betrachten? Aus dieser Gottesliebe wird dann notwendig eine größere Liebe zum Nächsten folgen; denn das Erwägen dessen, was Christus der Herr an Mühen und Schmerzen erdulden musste, um allen die verlorene Kindschaft Gottes wiederzugeben, muss der Nächstenliebe einen mächtigen Auftrieb verleihen.“

Das kommende Jahr ist ein Jahr besonderer Jubiläen: Am 6. Mai wird die Militia Immaculatae der traditionellen Observanz den 20. Jahrestag ihrer Wiederbegründung nach den Originalstatuten unseres Gründers feiern dürfen. Ende Oktober 2020 wird die katholische Tradition in Lourdes das 50-jährige Bestehen der Priesterbruderschaft St. Pius X. feiern. So möchte ich für alle Ritter ein Jahr des Rosenkranzes vorschlagen. Vom heutigen Gründungstag der MI bis zur Jubiläumsfeier der Tradition in einem Jahr wollen wir das Rosenkranzgebet in der MI intensivieren.

Insbesondere wollen wir den Rosenkranz

häufiger beten: Soweit es sich mit den Standespflichten vereinbaren lässt, wollen wir versuchen, häufiger den ganzen Rosenkranz (Psalter), also alle 15 Gesätze zu beten. Wir können dies umsetzen, indem wir neben dem einen Rosenkranz, den wir womöglich in der Gemeinschaft beten, untertags das eine oder andere Gesätz beten. Wer noch nicht die gute Gewohnheit hat, täglich den Rosenkranz zu beten, möge sich dies vornehmen.
bewusster beten: indem wir immer eine besondere Intention mit dem Rosenkranz verknüpfen (im Laufe des Jahres wird der Generalobere uns besondere Intentionen ans Herz legen). So gleichen wir Rittern, die ihr Schwert gezielt einsetzen. Bewusster beten bedeutet auch, dass wir die Geheimnisse wirklich betrachten.
mit mehr Vertrauen beten: Denken wir an die vielen Manifestationen der Macht dieses Gebetes und an die vielen Versprechen Unserer Lieben Frau. Lesen wir etwas über den Rosenkranz, um unsere Überzeugung zu stärken, bitten wir um ein großes Vertrauen.
– als Ritter der Immaculata in unserem Umfeld verbreiten und fördern. Es gibt dazu gute Flyer, Broschüren und Rosenkranzsets in diversen Sprachen, welche in den Sekretariaten der MI erhältlich sind.
– in den Rundbriefen und Zeitschriften der MI besonders thematisieren, um dieses Gebet in unseren Reihen zu vertiefen und zu einer neuen Blüte zu führen.

Es versteht sich von selbst, dass dies nur Anregungen sind, die an Ihre Großherzigkeit appellieren. Vergessen wir nicht: Wir sind so heilig wie unsere Gewohnheiten! So möge es sich in diesem Jahr jeder Ritter zu Gewohnheit machen, stets einen Rosenkranz bei sich zu tragen und möglichst oft während des Tages von seiner Waffe Gebrauch zu machen.

Die Königin des heiligen Rosenkranzes möge uns für diese Vorsätze die nötigen Gnaden schenken.

(Pater Karl Stehlin)

Die Militia Immaculatae – MIhttps://militia-immaculatae.info/de/

+

 

Rosenkranz für die Amazonas-Synode – Die Glorreichen Geheimnisse

1 – Jesus, der von den Toten auferstanden ist.

Die ersten Lichtstrahlen des dritten Morgens begannen, den Himmel zu erleuchten; die Soldaten reckten sich noch einmal und stellten fest, dass nichts geschehen war – drei Frauen machten sich auf den Weg zum Grab, um mit den während des Ruhetages bereiteten Salben die Einbalsamierung des Toten zu vollenden; besorgt fragten sie sich: „Wer wird uns den Stein wegwälzen?“ – da geschah das Unverhoffte und Unvorstellbare: Die Erde erbebte – der Stein rollte zur Seite – die Wächter sahen, dass das Grab leer war, und liefen, diese Nachricht den Hohenpriester zu bringen – die Frauen trafen einen weiß gekleideten Mann, der ihnen sagte, ER sei auferstanden, sie sollten die Jünger benachrichtigen; auf dem Weg trafen sie IHN, der sie als Botinnen schickte; Maria Magdalena kam als erste zu den Aposteln und erzählte keuchend, was geschehen war – Petrus und Johannes liefen zum Grab und fanden alles so, wie es die Frauen gesagt hatten …. Es ist viel, was an diesem Morgen und während dieses ersten Tages der Woche geschah, weil ER auferstanden war, weil ER sich zeigte und ihnen bewies, dass ER es wirklich war, weil ER ihnen den Heiligen Geist gab und das Sakrament der Sündenvergebung anvertraute, weil ER das neue Leben lebt, das kein Ende kennt: Weil ER will, dass auch wir dieses neue Leben leben in Heiligkeit und Gerechtigkeit! Denn nur dann werden wir wirkliche Zeugen Seiner Auferstehung sein!

2 – Jesus, der in den Himmel aufgefahren ist.

Vierzig Tage lang erschien ER ihnen und erklärte ihnen immer wieder den Sinn der Schrift – alles war so geschehen, wie es vorhergesagt war; nichts war außerhalb des Planes Gottes gewesen. „Ihr Männer, die ihr so schwer seid von Begriff! Mußte nicht Christus all dies erleiden, um so in Seine Herrlichkeit einzugehen?“ Sollten wir einen anderen Weg finden können als diesen, den ER gegangen ist und nach dem Willen und Ratschluß des Vaters zu unserer Erlösung gehen musste? Sind wir wirklich bereit, diesen Weg zu bejahen? Sind wir auch bereit, seinen letzten Auftrag wirklich innerlich und äußerlich anzunehmen und zu verwirklichen: „Geht hinaus in alle Welt und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen! Wer glaubt und sich taufen lässt, wird gerettet werden – wer den Glauben verweigert, wird verdammt werden! Taufet alle im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, lehrt sie alles halten, was ICH Euch geboten habe – seht, ICH bin bei Euch alle Tage bis ans Ende der Welt!“ Was zögern wir noch mit unserer Zustimmung? Glauben wir wirklich, dass ER wiederkommen wird, uns nach der Liebe zu richten, die wir lebten und weitergaben, damit sich Sein Reich immer mehr verwirkliche?

3 – Jesus, der uns den Heiligen Geist gesandt hat.

Mit Sturm und Feuerzungen sandte ER uns vom Vater den Heiligen Geist – die Vertreter der Völker versammelten sich vor dem Haus, in dem die Apostel mit Seiner Mutter versammelt waren diese öffneten nun Fenster und Türen und begannen in der einen Sprache der Liebe und Wahrheit die Verkündigung des Evangeliums. Die Zerstreuung der Völker, Stämme und Sprachen, welche der Hochmut der Menschen, die den Thron Gottes damals erobern wollten mit ihrem Turm von Babel und ihn immer neu errichten wollen, verursacht hatte, wurde umgekehrt: „Wir alle hören sie in unserer Muttersprache die Großtaten Gottes verkünden! … Was sollen wir tun?“ – „Bekehrt Euch, lasst Euch taufen und glaubt an das Evangelium!“ war die Antwort des Petrus von damals und heute – es gibt keine andere Botschaft als diese des Evangeliums, die wirklich erlösende Frohbotschaft für alle ist. Aber wie sollen sie hören, wenn niemand verkündet? Wie sollen sie verkünden, wenn niemand sendet? Wie sollen sie senden, wenn niemand gehen will? – Hier bin ich, Herr, sende mich!

4 – Jesus, der dich, o Jungfrau, in den Himmel aufgenommen hat.

„Nachdem Du, Maria, Dein Erdenleben beendet hattest, wurde Du mit Leib und Seele in den Himmel erhoben” – wenn schon der Geliebte im Hohenlied (Hhl 2,11 14) zu seiner Geliebten sagte: „Erhebe Dich, meine Geliebte, Du meine Schöne, komm zu mir! Sieh: schon verging der Winter des Leidens! Schau den Regen der Schmerzen: Jetzt ist er für immer vorbei! Laß mich sehen Dein Angesicht, laß mich hören Deine Stimme: Denn Dein Antlitz ist schön, und lieblich ist Deine Stimme!“ – wie konnte Jesus, Dein Sohn und Herr, Dich länger warten lassen, bis ER Dich zu sich erhob und Dich teilhaben ließ an jener Herrlichkeit, die allen bereitet ist, die IHN lieben??!! Leben auch wir diese Liebe in allen Augenblicken unseres irdischen Lebens, damit wir einmal in das ewige eingehen und hören können: „Getreuer Knecht, weil du über Weniges getreu gewesen bist, will ich Dich über vieles setzen! Geh ein in die Freude deines Herrn!“

5 – Jesus, der dich, o Jungfrau, im Himmel gekrönt hat.

Was dann geschah, als Du, Maria, nach der Aufnahme in den Himmel gekrönt wurdest, schildert vorausschauend der Psalmist (Ps 45 (46), 1516): „Mit goldgewirkten Gewändern bekleidet, wird die Königstochter in den Palast des Königs geführt. Es folgt ihr das Gefolge von Jungfrauen, die mit ihr voll Jubel und Freude in den Königspalast einziehen.“ Unendlich mehr gilt für Dich, was über Dein Vorbild, was über Judit im Alten Testament gesagt wurde (Jt 13, 18+19): „Gesegnet bist Du, Tochter, vom allerhöchsten Gott, mehr als alle Frauen der Erde! Niemals werden die Menschen das Vertrauen auf Dich verlieren, auf immer werden sie sich der Macht Gottes erinnern“. „Du bist der Ruhm Jerusalems! Du bist der Stolz Israels! Du bist die höchste Ehre unseres Geschlechtes!“ (Jt 15,6). Auch für den Seher des Neuen Bundes öffnet sich in der Vision (Apok 12,1) ein Spalt für einen Blick in jene himmlische Herrlichkeit, die Dich, Maria, aufnimmt: „Im Himmel öffnete sich der Tempel des Herrn. Es blitzte und donnerte. Ein herrliches Zeichen erschien am Himmel: eine Frau, mit der Sonne bekleidet. Sie hatte den Mond zu ihren Füßen, und auf dem Kopf trug sie eine Krone von zwölf Sternen.“ – Ja, Maria, Du bist die erste, die Dein Sohn krönte – Du gute Mutter so vieler Kinder, die Dir Jesus anvertraut hat, als ER am Kreuz starb, willst aber nicht die einzige bleiben, sondern uns alle um Dich scharen, die wir uns jetzt noch unter Deinen Schutz und Schirm flüchten; nach diesem Leben wirst Du auch uns im Namen Deines Sohnes und mit mütterlicher Liebe jene Krone der Herrlichkeit überreichen, die allen hinterlegt ist, die IHN lieben!

(Text: Pater Dr. Herbert Douteil /Pater Herbert Douteil CSSp; seit 1979 Missionar in Brasilien in der Prälatur Alto Juruá (jetzt Diözese Cruzeiro do Sul) unter Indios, Gummischneidern und Siedlern; Ausbildung von Katecheten, Auf- und Ausbau des Systems der Gesundheitspflege. 1980–1993 Leiter des Kleinen und Großen Seminars der Spiritaner in Cruzeiro do Sul. 1994-2002 Professor für Philosophie, Anthropologie und Exegese am Großen Seminar der Diözese von Cruzeiro do Sul. Veröffentlichung von Missions- und katechetischen Handbüchern. Seit 2000 tägliche Radiosendungen. Seit 2003 Projekt „Jesuskind von Nazareth“ für behinderte Kinder. 2005-2010 Generalvikar der Diözese Cruzeiro do Sul. – Webseite – https://www.herbertdouteil.de/

Beachten Sie angesichts der „Amazonassynode“
seinen wichtigen Aufsatz:

Das wahre Bild der Kirche im Amazonasgebiet
PDF – amazonas Herbert Douteil FELS

+

 

Rosenkranz für die Amazonas-Synode – Die Schmerzhaften Geheimnisse

1 – Jesus, der für uns Blut geschwitzt hat.

Vor IHM stand in voller Klarheit das kommende Leiden, der Verrat durch den Jünger, das Verlassensein von den übrigen Aposteln, die Undankbarkeit des Volkes, die Feigheit des Richters, das Gegeißelt und Gekrönt werden mit Dornen, der schwere Weg zur Hinrichtungsstätte, das Angenagelt werden und langsame Sterben – die menschliche Natur lehnte sich auf und ließ IHN im Garten Blut schwitzen – doch ER sagte in vollem Bewußtsein: „Vater, nicht mein Wille, sondern der DEINE geschehe!“ – mögen auch wir diese uneingeschränkte Zustimmung in die Pläne Gottes immer geben, wenn sie von uns gefordert wird, auch wenn es uns im Augenblick noch so schwer fallen sollte!

2 – Jesus, der für uns gegeißelt worden ist.

Christus wurde gefangen, den Hohenpriestern vorgestellt, vom Hohen Rat abgeurteilt und dem römischen Statthalter zur endgültigen Todesverurteilung ausgeliefert; obwohl Pilatus erkannte, dass ER unschuldig war, drehte und wandte er sich, wie er nur konnte, um keine Verantwortung zu übernehmen – endlich wollte er durch den Blutüberströmten an das Mitgefühl der Menschen appellieren und ließ Christus geißeln… – Wir beten oft so leichthin: „Der für uns gegeißelt worden ist“ – sind wir uns bewusst, wie häufig auch wir in das Geschrei anderer einstimmen, unseren Mitmenschen innerlich und auch äußerlich verurteilen? Wie oft wollen auch wir keine Verantwortung übernehmen, schieben sie auf die Menge und die allgemeine Meinung ab und drücken uns feige, obwohl wir Verantwortung und Vollmacht hätten, Wahrheit und Gerechtigkeit zur Herrschaft zu verhelfen?

3 – Jesus, der für uns mit Dornen gekrönt worden ist.

Die Soldaten trieben nach der Geißelung mit Christus ihr grausames Spiel weiter – im Laufe des Prozesses hatten sie gehört, dass Jesus als „König der Juden“ angeklagt war; „König der Juden“? Dann musste er auch gekrönt und auf einen Thron gesetzt, ihm ein Szepter überreicht und ihm gehuldigt werden – welch ein Spott wurde daraus: Seine Krone war aus einem Dornenzweig gedreht, der gewaltsam tief in seinen Kopf eingedrückt wurde – als Zepter steckten sie IHM ein schwankendes Rohr in die Hand, das sie IHM schließlich entrissen und um die Ohren schlugen – ihre Verehrung waren die höhnischen Verbeugungen und das Anspeien – Sein Königsmantel war ein zerrissener alter Soldatenmantel! Diesen zerschlagenen, blutenden Mann der Schmerzen ließ Pilatus mit dem bedeutsamen Wort vorführen: „Seht den Menschen!“ – aber nicht das Mitgefühl rührte an die Herzen der verführten und aufgehetzten Menge, sondern sie schrie: „Kreuzige ihn, kreuzige ihn!“ – Pilatus ließ sich Wasser geben, wusch sich die Hände in vermeintlicher Unschuld im Versuch, die Schuld auf die Menge zu abschieben – doch war er wirklich unschuldig, der von der Unschuld des Angeklagten überzeugt war? Hätte er nicht schon jetzt jenes Wort sprechen müssen, das er später sagte: „Was ich geschrieben habe, bleibt geschrieben!“? Hätte er wirklich nicht die Richtigkeit dessen erkennen können, was Christus ihm sagte: „Wer aus der Wahrheit ist, hört auf meine Stimme!“? War Pilatus wirklich vorurteilslos, als er ihm die skeptische Frage stellte: „Was ist denn Wahrheit?“ Und wie steht es mit meiner Haltung zur Wahrheit, zur Gerechtigkeit, zu meiner Verantwortung, wenn die Masse ihr Opfer haben will??

4 – Jesus, der für uns das schwere Kreuz getragen hat.

„Pilatus gab ihrem Willen nach und übergab ihnen Jesus zur Kreuzigung. Dieser wurde abgeführt, ging hinaus und trug sein Kreuz.” – Es wurde IHM zu schwer, immer wieder fiel ER zu Boden und wäre schon auf diesem Wege gestorben, hätten die Soldaten nicht Simon von Cyrene gezwungen, IHM das Kreuz nachzutragen. … Wie viele Kreuzträger gibt es heute, wie viele gezwungene oder freiwillige Simons? Wie viele Veronikas, wie viele mitfühlende Frauen, wie viele Mütter, die wie Maria ohnmächtig dem Leiden der Söhne und Töchter zusehen müssen? Wie viele Kreuze habe ich zu verantworten – wie oft weigere ich mich, jenes Wort anzunehmen: „Wenn jemand mir nachfolgen will, verleugne er sich selbst, er nehme täglich sein Kreuz auf sich und folge MIR nach“. Nehme ich Sein Joch auf mich, lerne von IHM, bin und werde ich wie ER sanftmütig und von Herzen demütig, damit ich Ruhe für meine Seele finde? Bin ich davon überzeugt, daß das Joch Seiner Gebote wirklich angenehm und diese Last leicht ist – weil ER sie mit uns trägt??

5 – Jesus, der für uns gekreuzigt worden ist.

„Als sie zur Schädelstätte gekommen waren, kreuzigten sie IHN“; keine Hand konnte ER mehr rühren – wohl aber seine Lippen, und so konnte ER beten für Seine Peiniger: „Vater, verzeih ihn, denn sie wissen nicht, was sie tun!“ – ER konnte dem mitgekreuzigten Schächer sagen: „Heute noch wirst du mit MIR im Paradiese sein!“ – ER konnte Seiner Mutter sagen: „Frau, sieh da deinen Sohn“ und zu seinem Lieblingsjünger: „Sieh da, deine Mutter!“ – ER litt noch einmal den Durst nach den Seelen: „Mich dürstet!“, aber die Soldaten gaben IHM Wein, der mit Galle vermischt war! – ER spürte die absolute Gottverlassenheit der Sünder, für die ER starb: „Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ – Und ER vollendete das Leiden mit den Worten: „Es ist vollbracht! Vater, in Deine Hände übergebe ich Meinen Geist!“ – So starb Jesus für uns am Kreuz. – Scheinbar triumphierten, wie bis ans Ende der Welt, in jenem Moment Gewalt, Unrecht, Haß und Lieblosigkeit – doch der von der Auferstehung bestätigte Glaube sagt uns: Das letzte Wort hat nicht der Tod, sondern das Leben; Christus wird zwar ins Grab gelegt, doch ER steigt zur Unterwelt hinab, um auch dort den Triumph der göttlichen Liebe zu verkündigen – und am dritten Tag wird ER auch für uns Menschen auferstehen! Wenden auch wir uns immer wieder gegen alle Ungerechtigkeit, allen Haß, alle Lieblosigkeit, auch wenn wir scheinbar unterliegen! Nehmen auch wir unser scheinbares Scheitern und unser Sterben als Mitsterben mit IHM an, damit wir mit IHM auferstehen und auf ewig mit IHM herrschen dürfen!

(Text: Pater Dr. Herbert Douteil /Pater Herbert Douteil CSSp; seit 1979 Missionar in Brasilien in der Prälatur Alto Juruá (jetzt Diözese Cruzeiro do Sul) unter Indios, Gummischneidern und Siedlern; Ausbildung von Katecheten, Auf- und Ausbau des Systems der Gesundheitspflege. 1980–1993 Leiter des Kleinen und Großen Seminars der Spiritaner in Cruzeiro do Sul. 1994-2002 Professor für Philosophie, Anthropologie und Exegese am Großen Seminar der Diözese von Cruzeiro do Sul. Veröffentlichung von Missions- und katechetischen Handbüchern. Seit 2000 tägliche Radiosendungen. Seit 2003 Projekt „Jesuskind von Nazareth“ für behinderte Kinder. 2005-2010 Generalvikar der Diözese Cruzeiro do Sul. – Webseite – https://www.herbertdouteil.de/

Beachten Sie angesichts der „Amazonassynode“
seinen wichtigen Aufsatz:

Das wahre Bild der Kirche im Amazonasgebiet
PDF – amazonas Herbert Douteil FELS

+

 

Rosenkranz für die Amazonas-Synode – Die Freudenreichen Geheimnisse

1 – Den Du, o Jungfrau, vom Heiligen Geist empfangen hast.

Glauben wir eigentlich, was wir im ersten Gesätz des Freudenreichen Rosenkranzes betend betrachten? Denn dann müssten wir auch an die anderen Worte glauben, die uns der Herr anvertraut hat; dann könnte dieses Wort auch in uns Fleisch annehmen und uns und der Welt zum Heil werden.

2 – Den Du, o Jungfrau, zu Elisabeth getragen hast.

Dort hörst Du, was auch einem jeden von uns gilt: „Selig bist Du, weil Du geglaubt hast, dass in Erfüllung gehen wird, was Dir vom Herrn gesagt wurde!“ – Maria, hilf uns, gläubig alles anzunehmen, was der Herr uns sagt, und laß uns einstimmen in Deinen Lobgesang: „Meine Seele preist die Größe des Herrn! Denn Er hat herabgeschaut auf die Niedrigkeit seiner Magd!“ Auch wir preisen Dich selig mit allen Geschlechtern und demütigen uns vor IHM allein; „denn Er stürzt die Mächtigen vom
Thron und erhöht die Demütigen!“

3 – Den Du, o Jungfrau, in Bethlehem geboren hast.

Beten wir es wirklich gläubigen Herzens? Du, Maria, und Du, Josef, beteten IHN an, das menschgewordene Wort; die Hirten taten es, erleuchtet von der Botschaft des Engels; wenn wir es im Glauben nachvollziehen, müssen wir IHN auch finden in jedem Kind und jedem Menschen, weil ER weiterhin unter uns lebt als Erniedrigter, Ausgestoßener, Armer – in Ställen, Gefängnissen und auf Krankenlagern. Wenn wir IHN dort suchen und finden, dann können wir IHM die Ehre geben, dann werden wir auch den Frieden erhalten, der allen verheißen ist, die IHN lieben – dann müssen wir auch von IHM künden, wie es die Hirten nach dem Besuch der Krippe getan haben.

4 – Den Du, o Jungfrau, im Tempel aufgeopfert hast.

Maria und Josef, Ihr tatet es in vollem Bewusstsein, gabt gehorsam Gott, was IHM gehört, hieltet nicht fest, was Euch anvertraut war. Simeon und Anna erkannten im Heiligen Geist das Licht zur Erleuchtung der Heiden, aber auch den Eckstein des Widerspruches und sahen das Schwert voraus, das Dein Herz, Maria, durchbohrte. Schenken auch wir uns dem Herrn, weil wir wissen, dass nur durch diese vorbehaltlose Hingabe unser Opfer dem Herrn wohlgefällig wird.

5 – Den Du, o Jungfrau, im Tempel wiedergefunden hast.

Maria, drei Tage suchtest Du gemeinsam mit Josef das Kind – welch ein Vorgeschmack von der Verlassenheit, die Dein Herz durchdrang, als Jesus einmal im Grabe lag! Und dann bewahrtest Du Sein Wort im Herzen: „Mußte Ich nicht in dem sein, was meines Vaters ist?“ – müssen nicht auch wir in dem sein und leben und wirken, was des Herrn ist? Dort werden wir IHN finden – in der täglichen, unauffällig mit Liebe erfüllten Pflicht eines verborgenen Lebens unseres Nazareth – und wer MICH liebt, sagt Christus, der Sohn Gottes und Mariens, hält wie Meine Mutter meine Gebote, liebt den Vater und Mich in den Brüdern und Schwestern in der Kraft und Lauterkeit des Heiligen Geistes!

(Text: Pater Dr. Herbert Douteil /Pater Herbert Douteil CSSp; seit 1979 Missionar in Brasilien in der Prälatur Alto Juruá (jetzt Diözese Cruzeiro do Sul) unter Indios, Gummischneidern und Siedlern; Ausbildung von Katecheten, Auf- und Ausbau des Systems der Gesundheitspflege. 1980–1993 Leiter des Kleinen und Großen Seminars der Spiritaner in Cruzeiro do Sul. 1994-2002 Professor für Philosophie, Anthropologie und Exegese am Großen Seminar der Diözese von Cruzeiro do Sul. Veröffentlichung von Missions- und katechetischen Handbüchern. Seit 2000 tägliche Radiosendungen. Seit 2003 Projekt „Jesuskind von Nazareth“ für behinderte Kinder. 2005-2010 Generalvikar der Diözese Cruzeiro do Sul. – Webseite – https://www.herbertdouteil.de/

Beachten Sie angesichts der „Amazonassynode“
seinen wichtigen Aufsatz:

Das wahre Bild der Kirche im Amazonasgebiet
PDF – amazonas Herbert Douteil FELS

+