Einhundertjähriger Messkoffer

Vor einigen Tagen berichtete die facebook-Seite vom Zisterzienserstift Heiligenkreuz, dass Pater Edmund „ein originelles und interessantes Geschenk“ bekommen hätte, denn „seine Schwester hat in einem Antiquariat in Oberösterreich“ einen „Messkoffer für Feldgeistliche im Ersten Weltkrieg entdeckt, gekauft und Pater Edmund geschenkt“. Dieser Messkoffer sei jetzt hundert Jahre alt und „in sehr gutem Zustand“. Der Autor der Veröffentlichung meint, der Koffer mit allen Utensilien sei deswegen so gut erhalten geblieben, weil er „offensichtlich“ „kaum verwendet worden“ sei.
Dazu schrieb jemand, der gute Zustand käme wahrscheinlich nicht wegen seltenem Einsatz zustande, sondern wegen der liebevoller Behandlung, die man ihm angedeihen ließ. Beides ist möglich…

Das Beste an dem Geschenk der Schwester an den Priesterbruder ist wohl, dass Pater Edmund den Koffer mit Inhalt wirklich auch seiner Bestimmung gemäß benutzen kann. Denn Pater Edmund Waldstein zelebriert wirklich im tridentinischen Ritus die Messe aller Zeiten. Deo Gratias.

„Man klappte den Koffer auf, steckte oben ein Kreuz und Kerzen an, legte die mit einem Altarstein ausgestattete Altarmensa auf, bereitete alles vor und konnte die Heilige Messe feiern. Sogar Messgewänder in allen liturgischen Farben sind in dem Koffer erhalten. Ein besonders interessantes Stück Geschichte, das Einblick in die Seelsorge für Soldaten Anfang des 20. Jahrhunderts gibt und auch von einer großen Liebe zur Feier der Liturgie zeugt.“

Foto: Pater Edmund mit dem historischen Messkoffer aus der Zeit des Ersten Weltkrieges. Stift Heiligenkreuz. – https://www.facebook.com/stiftheiligenkreuz/photos/a.156147794020.117509.151746389020/10155684097729021/?type=3&theater

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Parteipolitik und Liturgiereform

„Kirchfahrter Archangelus“ macht sich Gedanken über die
Illusionen der „Generation Konzil“ in Kirche und Politik.

Er beschäftigt sich als „Noch-CDU-Mitglied“ mit dieser Partei, insbesondere mit dem Vorurteil, bei ihr handle es sich tatsächlich um eine dezidiert christliche Partei, in der das Katholische tatsächlich auch Einfluss habe. Dem ist offenbar nicht so. Es wird hier sogar von „Lebenslüge“ gesprochen. Interessant ist an diesem sehr lesens- und bedenkenswerten Artikel ist seine Weiterführung und die Verbindung mit dem 2. Vatikanischen Konzil und seinen Früchten. Der Leser kann nicht umhin festzustellen, dass das Konzil wesentlich mit der 68.er Geschichte zu tun hat, obwohl es ein paar Jahre vorher stattgefunden hat. Aber es geht um das „Lebensgefühl“(?) dieser kurzen Zeitspanne, in der offenbar so ziemlich alles aus den Fugen geraten ist, was möglich war. Mich erinnert das an pubertierende Jugendliche, die alles ablehnen, verwerfen, oder zumindest auf den Prüfstand stellen, dessen, was die Werte der Eltern sind/waren. Auch die katholische Kirche verhielt sich in Teilen so. „Kirchfahrter Archangelus“ geht als für alle nachvollziehbar auf das Ereignis der Liturgiereform ein. Er entdeckt nämlich eine hochinteressante Parallele in den örtlichen Pfarrgemeinden und Diözesen. Auch werden noch einmal wichtige Tatsachen genannt, die heute fast vergessen sind oder von jungen Menschen nicht einmal gewußt werden. Und dazu erteile ich Archangelus nun das Wort:

Die Liturgiereform sorgte in deren Augen dafür, dass alles volksnaher wurde, bei der Sprache mal angefangen. Latein konnten sowieso nur noch die wenigsten (was soll man die Leutchen und vor allem die Kinder mit sowas quälen?). Ob nun die Hostie in die Hand oder den Mund gelegt wurde, wird ja schon so wichtig kaum sein und durch den Volksaltar sah man wenigstens nunmehr etwas vom Pfarrer. Nach dem Bruch mit Altvätersitte hatte sich später dann kaum etwas geändert (ja, gut, das Händeschütteln beim „Friedensgruß“, sicher) , die Messe wurde in der Regel würdig gefeiert, da sich sowohl Priester als auch die überwiegende Mehrzahl der Gottesdienstbesuchter unwillkürlich an der überlieferten Messe orientierten. Die Mitzwanziger und -dreißiger schufen sich die bequeme Fiktion „es ist ja eigentlich großartig nichts Neues passiert“, übersahen geflissentlich die bereits damals von den Bischöfen geduldeten „liturgische Experimente“ mit ihren „Gestaltungsmöglichkeiten“ eines Gottesdienstes. Ob beim späteren Heidenspektakel von Assisi oder jüngst „Amoris laetitia“, immer ist ein Zurückschrecken dieser Jahrgänge vor der Realität wahrnehmbar. Ob aus psychologischem Selbstschutz, Gewöhnung oder Denkfaulheit, das ach-so-mündige nachkonziliare Gottesvolk meint unverdrossen, es habe sich ja „eigentlich“ kaum etwas geändert. Ärgerlich diese Drewer- und Ranke-Heinemänner, dieser Küng, aber man vertraut auf die Hierarchie, an der Spitze der Heilige Vater. Die noch vorkonziliar geprägten „Alten“ starben, standen verbittert abseits oder gingen gleich zur FSSPX; die in den wilden 70ern „neugeformten“ Pfarrer hingegen begannen nunmehr, mit den nun ihrerseits ins mittlere Alter vorgerückten, vormaligen Jugendlichen als unermüdliche Laienspielschar im Rücken allsonntäglich „Liturgie zu gestalten“.

Nun fühlte man sich als älterer Mensch langsam nicht mehr heimisch bei den verquasten Predigten und politischen Fürbitten, die eher von der IG Metall oder Amnesty International zu stammen schienen, aber man hielt halt den Mund, um den „verstockten erzreaktionären Levebvrianern“ ja keinen Triumph zu gönnen. Hatte man doch selbst freudig als Kommunionhelfer oder Lektionarin „am Altar gedient“ – sollte dies alles falsch gewesen sein? Sollte dieser lächerliche mittelalterliche Bußprediger aus Hattersheim etwa Recht behalten?
Nein, nein und nochmals nein! Dann lieber zu den Kapriolen schweigen und nur hinter vorgehaltener Hand mosern, da wird im vertrauten Kreis der Pfarrgemeinderats-Veteranen reklamiert und räsoniert („Hast Du schon gehört, was der Bischof jetzt gesagt hat?„), man hangelt sich fortweg von Aufreger zu Aufreger, ohne im Geringsten irgendwelche Schlüsse zu ziehen. Man wehrt sich verzweifelt gegen die sich gnadenlos aufdrängende Einsicht, dass die „Neue Messe“ lediglich ein zeitbedingter Reißbrett-Entwurf der 60er war und ist. Da dieser spirituell steril blieb, mußte die liberale Hierarchie notgedrungen seine Blößen notdürftig mit aktueller Tagespolitik, Gemeinschaftsfolklore und Entertainment-Elementen wie Gesangsvortrag oder klassischen Musikstücken bedecken. Es regiert der „Kult des Menschen“, den nicht zufällig Papst Paul VI. als Vollstrecker der Liturgiereform lobte, seine Bedürfnisse treten in den Vordergrund, die Gebote Gottes mußten dafür Platz machen. Das Gespräch des Herrn am Jakobsbrunnen wurde modernistisch interpretiert: man müsse nun in Afrika Brunnen für sauberes Wasser finanzieren – das „lebendige Wasser“ des Herrn wurde darüber vergessen.
Da konziliar geprägt, sind besagte Jahrgänge „gut ökumenistisch“ gesonnen, sie waren allzeit bereit, Glaubenspositionen nicht so wichtig zu nehmen, da die „Einheit der Christen“ ja oberstes Ziel sei. Sie machten daher auch unbesehen bei allem mit, ob Weltgebetstag der Frauen oder „ökumenische Andachten“, wenn es nur als „ökumenisch“ bezeichnet wurde.

Allerdings wurde beim sog. „Reformationsjubiläum“ doch sehr deutlich, dass sich seit dem Konzil in den vergangenen fünf Jahrzehnten in Sachen Ökumene rein gar nichts getan hatte – von fortlaufenden Zugeständnissen auf katholischer Seite einmal abgesehen. Die katholischen und protestantischen Gesprächspartnern konnten sich weder in Sachen Anzahl der Sakramente, noch Bibelkanon, Priesterweihe oder der Realpräsenz Christi im allerheiligsten Altarsakrament einigen – die eilfertig gemeldeten „entscheidenden theologischen Übereinstimmungen“ konnten daher auch bezeichnenderweise nicht präzise benannt werden.

Den konzilsgeprägten Ökumene-Begeisterten vergangener Tage dämmert langsam, dass sie einer Illusion aufgesessen sind. Eine „evangelische Kirche“ als Pendant zur katholischen gibt es nicht, auch die öffentlich-rechtliche Körperschaft Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) ist lediglich ein Dachverband und besteht aus nicht weniger als 20 selbständigen lutherischen, unierten und reformierten Gliedkirchen. Seit der Reformation existierten und existieren eine unübersehbare Vielzahl einzelner, untereinander zerstrittene protestantischer Denominationen, folglich gibt es übrigens auch kein „evangelisches Verhandlungsmandat“, welches alle protestantischen Denominationen inhaltlich binden könnte.

Davon abgesehen nimmt die ältere Generation unbewußt wahr, dass – mangelnder Fortschritte ungeachtet – gleichwohl der Endzweck die Protestantisierung der eigenen Kirche zu sein scheint: die kirchlichen Strukturen in Deutschland werden von den diözesanen Apparaten schrittweise an die Strukturen der protestantischen Gemeinschaften angeglichen: Zölibatswegfall, Frauen-„Priestertum“ durch die Hintertür der priesterlosen „Wort-Gottes-Feiern“ mit Albe und Schal ausstaffierter Gemeindereferentinnen, Interkommunion, kommender interkonfessionelle Religionsunterricht und protestantisierte, weil laiengeleitete, Pfarreien.

Eine ökumene-begeisterte Generation realisiert nun langsam, dass sie ihr Kirchenbild auf eine Illusion aufbauten. Die ganzen Änderungen blieben einzig auf ihre Kirche beschränkt, es änderte sich nur die Messe, diese wurde immer protestantischer:
• Der Altar wurde in einen Tisch ohne Altarstein umgewandelt.
• Die Einführung, daß der Priester die Messe dem Volk zugewendet zelebriert.
• Die Konzelebration.
• Die Messe wird in der Landessprache zelebriert.
• Die Messe wird laut gelesen.
• Die Messe zerfällt in zwei Teilen: die Liturgie des Wortes und die der Eucharistie.
• Das profanierte Altargerät.
• Das gesäuerte Brot.
• Die Austeilung der Eucharistie durch Laien.
• Die Handkommunion.
• Die Unterbringung des Allerheiligsten in der Wand.
• Die Vornahme der Lesungen durch Frauen.
• Die Spendung der Kommunion an Kranke durch Laien

Die evangelischen Gottesdienste hingegen wurden im Gegenzug keinen Deut katholischer. Auch die sog. „Einheitsübersetzung“ der Bibel wird ausschließlich in der katholischen Kirche gebraucht, die protestantischen Gemeinschaften bleiben lieber bei ihren Übersetzungen. In der neuesten Auflage des Gotteslobes finden sich demzufolge auch mehrere Texte von Martin Luther, auf Kreuze o.ä. verzichtete man zugunsten obskurer Schlangenlinien und schwer deutbarer Symbole.

Die Lebenslüge diese Generation bestand darin, anzunehmen, dass man als guter Katholik mit der CDU das Gemeinwesen christlich prägen könnte. Dabei war klar, dass ethisch-moralische Aspekte wie etwa der § 218 StGB lediglich in die Funktion hatten, in den Koalitionsverhandlungen mit der FDP die notwendige Verhandlungsmasse darzustellen, um die eigenen, wichtigen, Ziele in Fragen der inneren und äußeren Sicherheit sowie der Wirtschaft zu erreichen. So dachte in der CDU/CSU niemand daran, den bestehenden § 218 zu verändern und gesellschaftliche Verwerfungen zu provozieren . Auch für ethische Fragen wie etwa Präimplantationsdiagnostik, Klonen oder andere bioethische Fragen hat sich die Union nie ernsthaft interessiert. Solche Themen wurden zuverlässig in Wahlkämpfen angesprochen und nach Schließung der Wahllokale ebenso zuverlässig wieder vergessen. Nicht von ungefähr berichtet der Artikel „Die neuen Gesichter der CDU“ in der DT-Ausgabe vom 1. März über die Reaktion der Parteitagsdelegierten zur Feststellung des Delegierten Eugen Adler, die CDU habe wenig Interesse am Thema Abtreibung: „und der Sender Phoenix übertrug dazu Bilder von intensiv quatschenden und lachenden Delegierten“.

Es gehört schon eine gehörige Portion Schizophrenie zur Behauptung, die CDU hätte das Gemeinwesen christlich prägen wollen. Als dies in den 80er Jahren immer deutlicher zu Tage trat, kam verstärkt die bekannte Phrase vom „kleineren Übel“ zum Einsatz. Dieses hieß nichts anderes, als dass die anderen halt noch viel schlimmer wären.

Spätestens durch die handstreichartige Entscheidung von Frau Merkel in Sachen „Ehe für alle“ wurde wohl überdeutlich, dass selbst christliche Grundsatzfragen in der Union keinerlei Rolle spielen, sondern lediglich als Staffage für christlich-orientierte Wähler benutzt werden. Da es solche immer weniger gibt, müssen führende Unionspolitiker ihre Ignoranz gegenüber religiös-ethischen Fragen auch immer weniger verhehlen.

Die FAZ berichtet über eine Absprache zwischen der Union und der SPD über das Werbeverbot für Abtreibungen im deutschen Strafgesetzbuch […]

Trotzdem die Illusion zu pflegen, für christliche Werte mit der CDU Mehrheiten erringen zu können, zeigt die Schizophrenie der Halb-und Halben auf: irgendwie schon katholisch sein wollen, aber zugleich bemüht sein, als „aufgeklärt“ von der modernen Umwelt akzeptiert zu werden.

So gesehen sind es eigentlich nicht zwei Lebenslügen, sondern nur eine einzige, allerdings mit zwei Seiten. Die eine Seite der Lebenslüge war, mittels der CDU die liberal verfaßte Gesellschaft der Bundesrepublik katholisch beeinflussen zu können. Die andere Seite war, den katholischen Glauben einer glaubensfernen Umwelt, als aufgeklärt und modern präsentieren zu können und so im Konzilsüberschwang die Welt zu christianisieren.

Bei Licht besehen ist die „Generation Konzil“ mit beiden Vorhaben gescheitert.

„Kirchfahrter Archangelus“

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Sr. Maria-Gabriella, Trappistin – und die Einheit der Christen

Ein Beitrag zur Gebetswoche für die Einheit der Christen

Der katholische Priester Paul Couturier, der den Kartäusern nahe stand, aber dann Oblate einer benediktinischen Gemeinschaft wurde, war es, der den Gedanken einer ökumenischen Gebetswoche neu entfachte. Nachdem diese Gebetswoche 1908 von Vertretern protestantischer Gemeinschaften ins Leben gerufen wurden, und daraufhin eine solche Gemeinschaft in die katholische Kirche übertrat, stockten weitere Aktionen, weil sich orthodoxe und protestantische Christen nicht imstande sahen an einer solchen Gebetswoche teilzunehmen. Erst 1932 kam wieder Bewegung in die Angelegenheit. Couturier begeisterte sich an dem Wort von Kardinal Mercier: „Um sich zu vereinigen muss man sich lieben. Um sich zu lieben muss man sich kennen. Um sich kennenzulernen muss man zusammenkommen.

Nun sollte die Weltgebetswoche bei allen Christen auf drei Pfeilern ruhen:
1. Ein Schuldbekenntnis
2. Das Gebet um die Einheit
3. Respektierung der Bekenntnisse und Traditionen.
Dieser eifrige Priester lud vor allem die beschaulichen Orden ein, sich an der Gebetswoche zu beteiligen. So kam die Einladung 1936 in die Trappistinnenabtei Grottaferrata (südl. v. Rom).

Die 77jährige Sr. Immaculata Scalvini war von diesem Gedanken ergriffen und wollte „ihr bisschen Leben Gott anbieten“. Bei ihrem Sterben am folgenden 25. Februar war eine junge Nonne zugegen, die sich Sr. Immaculata zum Vorbild nahm: Sr. Maria-Gabriella Sagheddu, die schon ein Jahr später ihr irdisches Leben vollenden wird.

Gabriella wurde am 17. März 1914 auf Sardinien geboren. Sie wird als schwieriges und trotziges Kind beschrieben. Am 30. September 1935 ist sie in das Kloster Grottaferrata eingetreten und legte am Christkönigsfest, am 31. Oktober 1937 ihre ersten Ordensgelübde ab. Zu Beginn des folgenden Jahres brachte Gabriella ihre Ganzhingabe dem Herrn dar, in die Gebetswoche „für die Einheit der Christen“. Bald darauf diagnostizierten Ärzte bei ihr Lungentuberkulose. Deswegen lag sie mehrere Wochen in einem Krankenhaus in Rom. „Der Herr hat mir diesen Schatz gegeben, diese Krankheit, und ich möchte ihn mit niemandem teilen“ sagte sie zu einer Mitschwester kurz vor ihrem Tode, nachdem sie wieder in ihr Kloster zurückgekehrt war.

Von dem ökumenischen Dialog war Sr. Maria-Gabriella kaum beeindruckt. Sie betete und opferte. Und sie wusste, dass die wahre Ökumene nur im Schoß der heiligen Mutter Kirche möglich ist. Ein Mönch eines anglikanischen Klosters schrieb ihr: „… bitte erlauben sie mir, einem ihrer getrennten Brüder, ihnen aus tiefstem Herzen für das Opfer zu danken, das sie für die Einheit der Christen darbringen. … Ich kann ihnen versichern, dass jetzt, wo sie sich Stunde um Stunde mehr der göttlichen Liebe anvertrauen, ihre Brüder durch ihr Opfer die Größe und faszinierende Anziehungskraft des Heiligsten Herzens Jesu neu verehren. …

Die Leidenszeit für Gabriella war lang und schwer. Der Herr holte sie zu sich am Sonntag des Guten Hirten, am 23. April 1939.

Papst Johannes Paul II. sprach sie selig am 25. Januar 1983.
Ihr Gedenktag ist am 22. April.

Sr. Maria-Gabriella, 17.3.1914 – 23.4.1939. Grabstätte.

Die südlich von Rom gelegene Trappistinnenabtei Grottaferrata wurde bald nach dem Krieg aufgegeben. Die Nonnen übertrugen die Gemeinschaft 1957 in ein neuerbautes Kloster nördlich von Rom in Vitorchiano, in der Nähe von Viterbo.

Diese Klostergemeinschaft von Trappistinnen hat, offenbar auf die Fürsprache der sel. Sr. Maria-Gabriella, einen ständigen Zuwachs an Berufungen, so dass seither 7 Tochterklöster gegründet werden konnten (Valserena, Italien 1968, Hinojo, Argentinien 1973, Quilvo, Chile 1981, Humocaro, Venezuela 1984, Gedono, Indonesien 1987), Matútum, Philippinen 1995, Naší Paní, Tschechien 2007).

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18. bis 25. Januar: Weltgebetswoche für die Einheit der Christen …

… durch die Rückkehr der getrennten Glieder zur heiligen römisch-katholischen Kirche!

Papst Leo XIII. definierte am 29. Juni 1896 in seiner Enzyklika Satis cognitum das Ziel aller ökumenischen Bemühungen: Rückführung der Getrennten in die Kirche!

Wer die Kirche bisher nicht recht erkannt oder aus eigener Schuld verlassen hat, muss die Rückkehr zur liebenden Mutter zwar nicht wie Christus mit dem eigenen Blut, aber doch mit einiger, wenn auch geringerer Mühe und Beschwerde bezahlen. Dabei wird es jedermann einleuchten, dass dieses Opfer dem Menschen nicht von Menschen, sondern durch Gottes Befehl und Anordnung auferlegt wurde.“

„Wer die Wahrheit sucht, muss auf diesen Grundlehren aufbauen: Christus hat die Kirche gegründet und eingerichtet. Will man also untersuchen, welches ihr Wesen ist, so muss man vor allem wissen, was Christus gewollt und tatsächlich getan hat. Gemäß dieser Norm ist insbesondere die Einheit der Kirche zu bestimmen, von der Wir zum allgemeinen Nutzen in diesem Schreiben einiges sagen wollen.“

„Tatsächlich geht die Einheit der wahren Kirche Jesu Christi nach jedermanns Urteil so klar aus den herrlichen und zahlreichen Zeugnissen der Heiligen Schrift hervor, dass kein Christ sie zu bestreiten wagt. Aber in der näheren Beurteilung und genaueren Bestimmung des Wesens dieser Einheit hat vielfacher Irrtum manche vom rechten Wege abgebracht. Nicht nur die Gründung der Kirche, sondern auch ihre Verfassung gehört zu den Werken, die aus einem freien Willensakt hervorgehen. Deshalb hat die Beurteilung sich einzig an das zu halten, was wirklich geschehen ist, und sie hat nicht zu untersuchen, welche Form die Einheit der Kirche etwa haben könnte, sondern welche Einheit ihr Stifter beabsichtigt hat.

Fassen wir das ins Auge, was wirklich geschehen ist, so hat Christus die Kirche nicht in der Weise gebildet und gestaltet, als sollte sie eine Vereinigung von mehreren Gemeinschaften sein, die zwar einander in der Art ähnlich wären, sich aber von einander unterscheiden würden und nicht durch solche Bande geeint wären, welche die eine und einzige Kirche bilden könnten, in dem Sinne, wie wir im Glaubensbekenntnis sagen: ‚Ich glaube an die eine … Kirche‘.

‚Zur Einheit ist die Kirche ihrem Wesen nach bestimmt, da sie auch wirklich einzig und eins ist, aber die Irrlehrer wollen sie in viele Kirchen zerstückeln. Wir sagen also, die alte und katholische Kirche ist nur eine einzige ihrem Wesen und ihrer Überzeugung nach, ihrem Ursprung und ihrer Würde nach. Die erhabene Würde der Kirche wie der Grundgedanke ihres Aufbaues stammt übrigens aus der Einheit und übertrifft alles andere und hat nicht ihresgleichen‘. Als Jesus Christus von diesem mystischen Bau sprach, erwähnte er nur eine Kirche, er nannte sie Seine Kirche: Ich werde meine Kirche bauen. Jede andere außer dieser, welche auch immer man sich denken mag, kann die wahre Kirche Christi nicht sein, da sie nicht von Christus gestiftet ist.“

Enzyklika Satis cognitum

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IHS – Jesusmonogramm

Das Jesusmonogramm ist wohl den meisten von uns bekannt. Es sind die drei Buchstaben, Trigramm, die sich vom Namen Jesus (Jhesus) her ableiten. Man kann es als „Jesus, der Menschen Erlöser“, verstehen.

griechisch: Ιησους (Jesus)
lateinisch angelehnt:
Iesus – Hominum – Salvator
in deutscher Sprache angelehnt:
Jesus – Heiland – Seligmacher

Dieses Zeichen wurde später von den Jesuiten übernommen. Und so findet man es heute noch an vielen von ihnen erbauten Barockkirchen. Es verbreitete sich dann über das ganze katholische Land. An diesem Zeichen konnte jeder erkennen, dass „katholisch“ damit gemeint war. Jedoch wird heutzutage die Bedeutung, die die Katholiken mit diesem Zeichen über die Jahrhunderte hinweg verbanden, nicht mehr gerne gesehen. Selbst in neueren Werken (z. B. Bieger, Das Bilderlexikon der christlichen Symbole, Benno-V. 2010) wird dies verschwiegen. Aber warum? Ist es nicht ein Symbol katholischer Frömmigkeit, wenn wir zu Gott rufen:

Jesus – Heiland – Seligmacher.

IHS

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Historische Tatsache: Martin Luther war Millionär!

Hans Conrad Zander hat es ausgegraben und ausgesprochen und jeder kann es, zurzeit noch, nachhören und staunen, oder sich aufregen. Ausgerechnet die WDR5 Sendung Zeitzeichen hat es am 31. Oktober, dem Reformationstag, ausgestrahlt. Und die öffentlich-rechtlichen Medien lügen nicht, haben alles genauestens recherchiert: Martin Luther war Multimillionär!

Seinen Erben hinterließ Luther ein Vermögen von umgerechnet drei Millionen Euro. Sein Reichtum bestand aus Grundstücken, Häusern, Schmuck, Gold usw. Der „Reformator“, der gegen die „katholischen Geldwänste und Wucherer“ polemisierte, war Multimillionär.

Warum nur erinnert mich diese Luther Geschichte an Kardinal Marx?

500 Jahre liegen zwischen diesen beiden Kirchenfürsten; – hat man nichts gelernt? Doch, natürlich, denn alles ist gut, alles ist legal. Kardinal Marx verdient es! Er hat eine lange Ausbildung genossen und trägt große Verantwortung! Und ich sage: mit gleicher Verantwortung würde er in der freien Wirtschaft ein Vielfaches von dem bekommen. Also: diejenigen, die sich aufregen, sind alles Neider. Was sind schon 12.500 Euro im Monat für den Kardinal gegenüber den Millionen von Martin Luther…!

Allerdings rufe ich jenen gegenüber spöttisch mit dem heiligen Bernhard aus:
„Wir antworten denen, die uns auffordern, das Sichtbare zu verachten:
Ist es nicht besser, Reichtümer zu besitzen, gut zu essen und ein
verwöhntes Leben zu führen, weich zu liegen, nach Lust spazieren zu gehen
und sich zu ergötzen, als unsere Tage unter Bedrängnissen zu verbringen?“
(Sentenzen III,88)

Quelle – WDR5 – Zeitzeichen. 31.10.2017

Quelle für Kardinal Marx

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Teresa von Avila – Kämpferin gegen Luther und seine Revolution

Aufmerksam geworden durch diesen ARTIKEL bei katholisches.info habe ich mich genauer umgesehen, was es mit der heiligen Teresa als Gegnerin Luthers auf sich hat. In dem Buch Teresas „Der Weg der Vollkommenheit“ notiert sie im 1. Kapitel die Begründung dafür, warum sie „dieses Kloster“ (San José) „in so großer Strenge“ gegründet hat. Neben dem ersten Grund, Gott zu dienen, kommt sie schnell auf die zweite wichtige Begründung: sie erkennt, dass mit Waffengewalt „einem so großen Übel“ nicht ausreichend begegnet werden kann. Dieses Übel ist Luther und seine Bewegung, die die Sakramente abschafft, Priester umbringt und Kirchen zerstört usw. „Die Welt steht in Flammen“ und Teresa erkennt, dass gerade die „Christen“ es sind, die „dich am meisten quälen“. Dieses Kloster gründet Teresa, damit die Nonnen keine Zeit verlieren mögen und in aller Strenge und in aller Vollkommenheit ihre Gelübde erfüllen. Sie möchte, dass „an den Martern, die dir die Juden antaten“ nicht noch mehr zugefügt werden durch die Revolutionäre Luthers.

Im Folgenden der betreffende Text aus >Teresa von Avila. Der Weg der Vollkommenheit.< Kapitel 1 (Hervorhebungen von mir):

Über den Grund, der mich bewog, dieses Kloster in so großer Strenge zu gründen, und worin für die Schwestern sein Nutzen bestehen sollte, und wie sie um die leiblichen Bedürfnisse unbekümmert sein sollen, und vom Wert der Armut.

1. Am Anfang, als man mit der Gründung dieses Klosters begann (aus den Gründen, die ich in dem Buch, das ich erwähnte, schon niedergeschrieben habe, zusammen mit einigen der Großtaten Gottes, durch die er zu verstehen gab, daß man ihm in diesem Hause eifrig dienen würde1), war es nicht meine Absicht, daß es im Äußerlichen eine so große Strenge gäbe, noch daß es ohne festes Einkommen wäre, vielmehr wollte ich – eine schwache und erbärmliche Frau 2 –, daß es nach Möglichkeit an nichts fehle, auch wenn ich damit mehr gute Absichten verfolgte als meine Bequemlichkeit.

2. Nachdem ich von den Schäden in Frankreich durch diese Lutheraner 3 erfahren hatte, und wie sehr diese unheilvolle Sekte im Anwachsen war, setzte mir das sehr zu, und wie wenn ich etwas vermöchte oder etwas bedeutete, weinte ich mich beim Herrn aus und bat ihn, diesem großen Übel abzuhelfen. Ich glaube, ich würde als Abhilfe für eine der vielen Menschenseelen, die ich verlorengehen sah, tausend Leben hergeben. 4 Doch da ich mich als Frau sah, erbärmlich und ohne Möglichkeit, 5 im Dienst des Herrn etwas Nützliches zu leisten 6 – denn es war und ist nach wie vor mein Verlangen, daß angesichts der vielen Feinde und der wenigen Freunde, die er hat, diese gut wären –, beschloß ich, das ganz wenige, das ich vermag und an mir liegt, zu tun, 7 und das ist, die evangelischen Räte mit aller Vollkommenheit, zu der ich fähig wäre, zu befolgen und dafür zu sorgen, daß die paar Schwestern, die hier sind, das gleiche täten, im Vertrauen auf die große Güte Gottes, dessen Hilfe dem, der sich seinetwegen entschließt, alles aufzugeben, nie fehlt. Und wenn die Schwestern so 8 wären, wie ich sie mir in meinen Wünschen ausmalte, dann hätten unter ihren Tugenden 9 meine Fehler keine Kraft; so könnte ich den Herrn in manchem zufriedenstellen, damit wir alle, wenn wir im Gebet für die beschäftigt sind, die Verteidiger der Kirche und Prediger und gelernte Theologen sind, die sie verteidigen, diesem meinem Herrn helfen, so gut wir können, 10 denn diejenigen, denen er so viel Gutes getan hat, halten ihn so niedergedrückt, daß es so aussieht, als ob ihn diese Verräter von neuem ans Kreuz bringen wollten und es nichts gäbe, wo er sein Haupt hinlegt. 11

3. O mein Erlöser, mein Herz kann gar nicht so weit kommen, ohne sich sehr zu quälen! Was ist das heute mit den Christen? Müssen es immer welche von ihnen sein, die dich 12 am meisten quälen? An denen du die besten Werke vollbringst, die dir am meisten schulden, die du zu deinen Freunden erwählst, unter denen du wandelst und denen du dich in den Sakramenten mitteilst? Haben sie, Herr meiner Seele, an den Martern, die dir die Juden antaten, noch nicht genug? 13

4. Gewiß, Herr, wer sich heutzutage von der Welt 14 trennt, leistet gar nichts. Dir erweisen sie schon so wenig Achtung, was erwarten wir uns da? Verdienen wir es vielleicht mehr, daß sie uns Achtung erweisen? Haben wir ihnen etwa bessere Werke getan, so daß uns die Christen jetzt ihre Freundschaft bewahren? Was ist das? Was erwarten wir, die wir durch die Güte des Herrn ohne jene pestartige Seuche sind? Diese sind ja schon des Bösen. Eine gehörige Strafe haben sie mit ihren eigenen Händen verdient und sich durch ihre Vergnügungen so recht ewiges Feuer eingehandelt! Soll es ihnen doch dort so ergehen, auch wenn es mir unablässig das Herz bricht, so viele Menschen zu sehen, die verloren gehen; doch möglichst wenig Unheil! 15 Ich möchte jeden Tag nicht noch mehr verlorengehen sehen.

5. O meine Schwestern in Christus! Helft mir, das von ihm zu erbitten; dazu hat der Herr euch hier zusammengeführt; das ist eure Berufung, das haben eure Geschäfte zu sein; das sollen eure Wünsche sein; dafür sind eure Tränen, das eure Bitten, 16 und nicht, meine Schwestern, wegen Geschäften der Welt hier! Ich lache bei mir und gräme mich wegen der Dinge, mit denen man uns hier kommt und beauftragt, daß wir Gott 17 sogar wegen Geschäften und Prozessen um Geld für diejenigen bitten, denen ich wünschte, sie würden Gott anflehen, das alles mit Füßen zu treten. Sie haben freilich gute Absichten, und, um die Wahrheit zu sagen, empfehle ich sie Gott auch, bin aber überzeugt, daß er mich niemals erhört.

Teresa verlangt, die evangelischen Räte in aller Vollkommenheit zu befolgen.

Die Welt steht in Flammen! Sie wollen über Christus von neuem das Urteil sprechen, wie es heißt, 18 denn sie erheben tausend Anklagen gegen ihn und wollen seine Kirche zu Boden stürzen; 19 und da sollen wir Zeit vergeuden mit Dingen, durch die wir, wenn Gott sie gewährte, einen Menschen weniger im Himmel hätten? Nein, meine Schwestern, nein, es gibt keine Zeit, um mit Gott über Geschäfte von wenig Bedeutung zu verhandeln.

6. Gewiß, wenn es nicht geschähe, um der menschlichen Schwachheit entgegenzukommen, die darin Trost findet, daß man ihr in allem hilft, wie freute ich mich dann, wenn man einsähe, daß nicht das die Dinge sind, um die man Gott in San José anflehen soll.

Anmerkungen
1 Vgl. V 32–36.
2 Siehe unten Anm. 5 zu CE 1, 2.
3 Teresa meint die Hugenotten (Kalvinisten) Frankreichs, wobei jedoch hinter diesem religiösen Konflikt der andauernde Kampf zwischen Frankreich und Spanien um die Hegemonie in Europa zu sehen ist. Die religiöse Einfärbung erleichterte es den Monarchen, die Menschen zum Einsatz von Gut und Leben dafür zu gewinnen. Die „Lutheraner“ – was auch immer Teresa darunter versteht – sind in ihrem Denken stark präsent: Sie spielen bei der Gründung von San José eine Rolle (V 32, 6.9–10), das „Anwachsen dieser unheilvollen Sekte“ verändert bestimmte Vorstellungen für ihre Gründung. Möglicherweise hat Teresa im Palast der Doña Luisa de la Cerda in Toledo, wo sie von Ende Dezember 1561 bis Juni 1562 weilte, von den Unruhen der Kalvinisten in Mittel- und Südfrankreich nach dem Edikt von Saint-Germain vom 17. Januar 1562 erfahren. Die Lutheraner sind für sie „Häretiker“; vgl. auch CE 4, 2; 58, 2; 61, 8; V 7, 4; 21, 1; 40, 5.14; usw. Sie bezeichnet sie als „Verräter“ und „unheilvolle Sekte“ (CE 1, 2), die Christus „von neuem ans Kreuz bringen“ will (ebd.) und ein „Feuer“ (CE/CV 3,1) entfacht, das „die Welt in Flammen“ setzt (CE/CV 1, 5). Deswegen sind sie „ein großes Übel“ (CE/CV 3,1). Sie schaffen die Sakramente, vor allem die Eucharistie, ab, bringen Priester um, zerstören Kirchen usw. (CE 4,2 bzw. CV 3, 8; CE 58,2 bzw. CV 3, 3; CV 35, 1). All das zeigt ihre sehr begrenzte und einseitige Information über sie. Doch weiß sie auch, und damit steht sie damals fast allein da, daß man „mit Waffengewalt einem so großen Übel nicht abhelfen“ kann (CE 3, 1).
4 Vgl. CE 10,4 bzw. CV 6, 9; und ferner V 21, 1; F 1, 7.
5 Mit diesen und ähnlichen Worten greift Teresa scheinbar die Einstellung der Männer, vor allem der letrados ihrer Zeit auf, ohne jedoch deren schlechte Meinung über die Frau zu teilen. Durch diese kluge Taktik gelingt es ihr, als Frau nicht nur zu überleben, sondern den Männern ihrer Zeit auch etwas zu sagen. Vgl. die Anm. zur vorgetäuschten Demut zu CE pról 3 und ferner z. B. F 5, 2.
6 Hier und an vielen anderen Stellen, z.B. in V 21, 2; 27, 13; 30, 21; 33, 11; 6M 6, 3; F 1, 7, wird deutlich, daß Teresa am liebsten Aufgaben übernommen hätte, die damals Priestern vorbehalten waren.
7 Ein wichtiger Grundsatz der Spiritualität Teresas: Tun, was einem möglich ist, und sei es auch nur wenig. Siehe auch V 31, 18; CE 1, 2; 11, 8; 12, 1; 31, 2; 65, 5; CV 8,1; 17, 7; 37, 3 und besonders 7 M 4,15.
8 Teresa schreibt tales cuales, was zeigt, daß sie eine konkrete Vorstellung davon hatte, wie ihre Neugründung aussehen sollte. Wie? Jedenfalls nicht einfach eine Reform!
9 Virtudes, siehe Anhang I.
10 Anfanghafte Vorstellungen über die apostolische Ausrichtung ihrer Gründung begegnen dem Leser auch schon in V 21,1 und V 32, 6.
11 Vgl. Lk 9, 58.
12 Teresa redet Gott immer mit Vos – Ihr an, das jedoch im Deutschen antiquierter klingt und einen anderen Gefühlswert hat, als von der Autorin intendiert war; für sie widersprach die Höflichkeitsform keineswegs einem sehr vertrauten Umgang, vgl. etwa V 8, 5. Darum wird durchweg mit „du“ übersetzt.
13 Bezüglich der Zuweisung der Schuld am Tod Jesu an die Juden ist Teresa, die selbst aus einer jüdischen Familie stammte, ganz Kind ihrer Zeit, doch ist sie in ihrer Meinungsäußerung sehr zurückhaltend.
14 Mundo, siehe Anhang I.
15 Zum Verständnis und zur Übersetzung dieses Einschubs – -mas del mal no tanto!“ – siehe V 19,12 und T. Álvarez, Ficha Teresiana. A propósito de un inciso de Camino 1,4.
16 Man beachte den anaphorischen Parallelismus (gezielte Wiederholung eines Wortes zu Beginn aufeinanderfolgender Satzteile), ein typisches Stilmittel, das die Autorin auch an anderer Stelle benutzt, um ihre Leser für ihre Anliegen zu gewinnen; vgl. etwa CE 6,4; 11, 1; 16, 4; 38, 1; 69,3 usw. Siehe dazu J. A. Marcos, Mística y subversiva, 143–156.
17 Dios, siehe Anhang I.
18 Wohl eine Anspielung auf die Flugblätter, mit der die kirchliche und weltliche Obrigkeit die Leute über das Vordringen der neuen Lehre informierte, nicht zuletzt auch um die verschiedenen Maßnahmen zugunsten der königlichen Politik zu rechtfertigen.
19 Siehe zu diesen Klagen und Fakten, die Teresa hier und in CE 1, 1; 3, 1; 4, 2; 62,3 erwähnt, die Intervention von Charles de Guise, des Cardinal de Lorraine, beim Konzil von Trient am 23. November 1562: „Die Hand Gottes hat uns getroffen! . . . Im ganzen Reich gibt es Streitereien, Haß, Raub, verbissene Kriege, schlimmer als Bürgerkriege, überall Trauer, überall Schmerz und zuhauf die Fratze des Todes. Nicht einmal Gottes heilige Tempel werden geschont; Priester und Patres werden an den Füßen der Altäre, die sie umfangen, niedergemacht; die sichtbaren Zeichen der Sakramente werden mit Füßen getreten und verbrannt. Überall flammen Scheiterhaufen aus aller Art von kirchlichen Gewändern empor und große Feuer von weggeworfenen Bildern, genährt von Büchern, die nicht nur aus Kirchen, sondern aus altehrwürdigen Bibliotheken stammen .. . Aus den Altären gerissene Heiligenreliquien versinken in Asche, die hernach in die Flüsse geworfen wird. Mich packt der Schauder, wenn ich davon rede, daß nicht einmal die Gräber von Päpsten, Kaisern, Königen, Fürsten, Bischöfen und gemeinen Menschen in Ruhe gelassen werden, am wenigsten die von denen die ob ihrer großen Verdienste um die Kirche Gottes in Denkmälern liegen. Überall wird Gottes Name gelästert. . . Und schließlich, was mit Abstand das schlimmste ist, das heilige Opfer wird bei ihnen allenthalben nicht mehr gefeiert. . . Das Volk wird zum Aufruhr angestachelt und nach Abwerfung des Jochs der Monarchie, wie sie sagen, wird in Predigten öffentlich die Anarchie proklamiert. Bedenkt das alles gut, durchlauchte Redner, und was sich jetzt in Frankreich vor euren Augen abspielt, wo ihr die Hände in den Schoß legt, das werdet ihr bereuen, dann allerdings zu spät, wenn euch dann Frankreich mit seinem Gewicht und so ganz in eurer Nähe in den Untergang mitreißt“ (Concilium Tridentinum, Bd. 9, 162–165 [163]). Die Anklänge sind unüberhörbar, was zeigt, wie Teresa bei aller Begrenztheit und Einseitigkeit das Geschehen in Kirche und Welt mitbekam, intuitiv richtig einschätzte und von sich aus tat, was ihr möglich war.

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