Totensonntag

Die Bedeutung des Totensonntags ist den heutigen Deutschen kaum bekannt. Dabei handelt es sich eigentlich um einen evangelischen Feiertag.

Der Preußen-König Friedrich Wilhelm III. ordnete 1816 an, dass jährlich am letzten Sonntag des evangelischen Kirchenjahres ein allgemeiner Feiertag zur Erinnerung an die Verstorbenen zu begehen sei.

Bald wurde dieser Feiertag so etwas wie das evangelische Gegenstück von Allerseelen.

Wie bei den Katholiken werden am Totensonntag die Friedhöfe besucht und an die Auferstehung der Toten gedacht. Die Protestanten singen das Lied: „Wachet auf, ruft uns die Stimme“. In manchen Gegenden heißt der Totensonntag auch Ewigkeitssonntag.

Eines Tages ist der letzte Tag unseres Lebens gekommen – für jeden Menschen. Er wird unser kürzester Tag sein. Bedenke täglich:

„Heute ist der erste Tag vom Rest deines Lebens“

HODIE MIHI, CRAS TIBI.

HODIE MIHI – CRAS TIBI

„Heute kommt der Tod für mich, morgen für dich!“

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Selig sind diejenigen …

… die Heilige Messen in den Katakomben gehört haben!

Dem Herrn, der seiner Zeugen Dienst
mit ewigen Geschenken lohnt,
ihm schalle heute unser Lob
im Lied, das ihren Ruhm besingt.

Als Helden stritten sie im Kampf
und trugen mannhaft Qual und Pein –
der Kirche Adel, unser Stolz,
die wahren Leuchten dieser Welt.

Sie überwanden alle Furcht
und hielten selbst der Folter stand.
Ihr Mund bekannte ohne Scheu,
was ihres Herzens Glaube war.

Ins Feuer stößt man sie hinein,
gibt sie den wilden Tieren preis,
zerreißt mit stahlbewehrter Hand
den zarten Leib in bbnder Wut.

Des Leibes Innre quillt hervor,
vergossen wird ihr heil’ges Blut:
doch unerschüttert bleiben sie,
gestärkt durch ew’gen Lebens Kraft.

Der Glaube, den sie oft bezeugt,
der Hoffnung starke Zuversicht,
die Liebe Christi voller Glut
besiegt den Fürsten dieser Welt.

In ihnen strahlt des Vaters Glanz,
in ihnen wirkt des Geistes Kraft,
in ihnen triumphiert der Sohn,
und Jubel füllt den Himmelssaal.

Erlöser, Herr, wir bitten dich,
erhöre gnädig unser Flehn:
Gib Anteil uns an ihrem Los,
laß uns mit ihnen bei dir sein! Amen.

( Aeterna Christi munera)

Katakomben sind durch die Grablegungen der Märtyrer zum Zeugnis für den Glauben geworden. Die Katakombe der hl. Domitilla, einer Enkeltochter des Kaisers Vespasian (69-79), ist eine der größten in Rom. Sie hat an Galerien eine Ausdehnung von 17 Kilometer.

Die Domitilla- Katakombe ist die einzige die über eine unterirdische Basilika (im 19. Jh. Rekonstruiert) verfügt. Diese wurde im 5. Jahrhundert über einem bereits vorhandenen Heiligtum, durch Papst Damasus (366-384) errichtet. Darin befand sich die Grablege der beiden Märtyrer Nereus und Achilleus. In unmittelbarer Nachbarschaft, hinter der Apsis, findet sich das Grab der hl. Petronilla.

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Mehr denn je aktuell: Wohin steuert der Vatikan?

(Reinhard Raffalt’s Analyse von 1973:)

Unter Paul VI. dagegen reichte die Tendenz zum Hominismus bei der Reform bis in die Sprache der Meßtexte hinein. Im alten Missale Romanum war beim Offertorium das Brot als „immaculata hostia“, als makellose Opfergabe bezeichnet worden. Der Ordo Novus nannte es „fructurn terrae et operis manuum hominum“ – die Frucht der Erde und der Arbeit menschlicher Hände. Ebenso wurde der Wein, einstmals Kelch des Heiles, zur Frucht der Traube und – natürlich wieder – der Arbeit menschlicher Hände.

Während man in Rom noch um die Endfassung des Ordo Novus rang, ergriff einen beträchtlichen Teil des Klerus in allen Ländern der Welt bereits die Welle der Purifizierung. Im Hochgefühl nachkonziliarer Freiheit wurden Hochaltäre ausrangiert, Tabernakel entfernt oder nicht mehr benützt, Darstellungen von Heiligen verpönt. Neupriester verlangten als Bedingung für die Annahme ihrer Weihe die Zusicherung des Bischofs, sie würden niemals in einer barocken Kirche Dienst tun müssen.

Wie hoch die Dinge gediehen waren, zeigte der Verlauf der Messe, die Paul VI. am 17. September 1972 zum Abschluß des italienischen Eucharistie Kongresses in Udine feierte. 150.000 Menschen hatten sich eingefunden. Der Altar, sinnigerweise errichtet über einem camouflierten deutschen Wehrmachtsbunker, war ein riesiger weißgedeckter Tisch. Trotz seiner Größe reichte er nicht aus für die geplante Konzelebration. Die Veranstalter hatten errechnet, daß wenigstens zwei Drittel der zusammengeströmten Gläubigen den Wunsch hegen würden, die Kommunion zu empfangen. Folglich traten zur Konzelebration zweihundert Priester in Albe und Stola an, jeder mit einem Kelch voller Hostien. Sie wurden nicht um den Altar gruppiert, sondern hinter ihm in Fünferreihen gestaffelt. Für alle sprach der Papst die Wandlungsworte. Zur Austeilung des Sakraments verließen die Priester in langer Reihe die Plattform. Je zweien von ihnen wurde ein Jugendlicher beigegeben, der sie zu ihrem vorbestimmten Bezirk geleiten sollte. Alle diese Jugendlichen hatten es aus überzeugung verschmäht, durch Meßdienerkleidung und gereinigtes Haupthaar als Glieder des liturgischen Geschehens kenntlich zu sein. Also gab man ihnen ein Kreuz in die Hand, das sie ermächtigte, den nachfolgenden Priestern Raum zu schaffen. Hundert solcher Kreuze zu finden, war nur bei einer Firma möglich gewesen, die provisorische, mit leeren Emailschildern versehene Friedhofskreuze herstellte. Solcherart geleitet, gelangten die Priester mit dem Sakrament zu den Gläubigen. Nur recht wenige nahmen die Kommunion. Bald standen die Priester mit halbgefüllten Kelchen in der Menge und riefen: „Chi vuole ancorai“ – Wer möchte noch? Schließlich entdeckte ich zwei, die einander, die Hostien in der Hand, eine anscheinend komische Geschichte erzählten. Ein Mann neben mir sagte: „Und die wollen uns weismachen, daß das, was sie da austeilen, der Leib des Herrn ist.“ Auf der Ebene des Papstaltares hatte die neue Liturgie gerade noch gehalten. Fünf Meter tiefer, auf dem Parterre der Massen, war ihr Sinn verflogen.

Man kann verstehen, daß kompromißlose Priester – selbst in Rom, unter den Augen des Papstes – einen Schritt weiter gingen und auf die Liturgie überhaupt verzichteten. Einer von ihnen war Don Gerardo Lutte, ein Salesianerpater aus Belgien, den das alsbald verhängte Berufsverbot wenig kümmerte. Die Barackensiedlung Monte Rotondo, in der Don Lutte arbeitete, ist umstellt von modernsten Luxusappartements. Als Besitzer fungiert ein römischer Aristokrat, dessen Vermögen aufs innigste mit den vatikanischen Finanzen verflochten ist. Jedes. Kind weiß, daß hier mit Riesensummen spekuliert wurde, deren Hauptgewinn in die päpstlichen Kassen fließt. Hundert Meter davon entfernt hielt Don Lutte seine Art von Messe in einem kahlen ungefegten Raum. Als ich hinkam, fand ich ihn und seine Anhänger mitten in einer politischen Diskussion. Don Lutte saß an einem alten Schreibtisch, neben sich eine wohlgekleidete, gepflegte Studentin der Soziologie, die plötzlich begann, aus dem Evangelium vorzulesen. In der anschließenden Aussprache sagte Don Lutte: „Ich weiß schon, warum heutzutage so wenig Leute zur Messe gehen. Die Kirche hat sich zu oft auf die Seite der Reichen gestellt. Sie hat das Wort des Herrn verleugnet, der gesagt hat, die Kirche müsse vor allem für den Dienst an den Armen da sein. Statt dessen hat sie die Rechte der Reichen gegen die Armen verteidigt. Für viele, die sich das klarrnachen, ist der Besuch der Messe wie ein Verrat – ein Verrat an den Arbeitern, an den Menschen, die leiden, die unterdrückt sind und ausgenützt werden. Nur wer sich dem Dienst an den Armen hingibt, darf ein Recht auf Autorität haben.“ Darauf ein junger Mann: „Wir untersuchen viel zu wenig, ob man sich gegen Autorität nicht empören, ob man sie nicht zusammenschlagen müßte. Ich glaube, es ist besser, aus der Kirche draußen zu bleiben, weil es wichtig ist, zu protestieren, auch wenn man im Irrtum ist.“ In den Augen der Zuhörer glänzte Zustimmung.

Don Lutte war kein Einzelfall. In Florenz hatte ich Gelegenheit, Zeuge eines Gottesdienstes zu sein, den der weitberühmte Don Mazzi auf dem Kirchenplatz des Isolotto hielt. Es regnete in Strömen. Unter Schirmen standen zweihundert Menschen im Kreis um einen improvisierten Altar. Zum Schluß sagte Don Mazzi, für das Ausharren der Gemeinde dankend: „Wir sind die Kirche der Armen, der Rechtlosen, Ausgesetzten und Unterdrückten. Wir sind stolz darauf, nichts mit den Prälaten gemein zu haben, die in ihren Basiliken sitzen und sich den Segnungen der Zentralheizung hingeben.“ Im Elendsviertel unter dem claudischen Aquädukt unweit der Via Appia nuova erklärte mir Don Roberto in franziskanischer Heiterkeit: „Ich bin kein Intellektueller, der am grünen Tisch ein vorgeformtes Schema ausheckt, mit dessen Hilfe er der Kirche suggerieren könnte, wie sie sich reformieren soll. Ich überlasse diese Frage den Armen. Wenn es wahr ist, daß die Armen der lebende Christus in der Geschichte sind, dann soll dieser Christus reden. Es muß ein Ende damit haben, daß das Schicksal der Kirche im Studierzimmer der Theologen entschieden wird oder gar in der Taubheit und Kälte der Kurie.“ In Ravenna gab es einen Priester namens Don Ulisse Frascali, der seinen Beruf als Busfahrer ausübte. Er ging von der Voraussetzung aus, das Christentum könne sich nur erneuern durch radikale Politisierung. Die Methode dazu biete der Marxismus, der aber nicht das Ziel sei. Dieses definierte Don Ulisse mit der totalen Selbstverwirklichung des Menschen in der Gemeinschaft. Er selber hatte am Stadtrand von Ravenna ein Kinderheim gegründet, dessen kleine Insassen sich darin angeblich so wohl fühlten, daß es ihnen als Strafe erschien, wenn sie hin und wieder in die eigene Familie zurück mußten. Damit bewies Don Ulisse seine These, die Familie sei eine Erfindung der bürgerlichen Gesellschaft zur Unterdrückung der freien Willensbildung der Kinder. Analog dazu seien die Sakramente eine Erfindung der amtlichen Hierarchie zur Unterdrückung der freien Willensbildung der Christen. Die Messe in ihrer rituellen Form feiere er noch, weil alte Leute daran gewöhnt sind und nicht enttäuscht werden dürfen. Im übrigen hielte er jede Art von Liturgie für einen Ausfluß des „Kultualismus“, der von Hierarchie und Bourgeoisie zusammen kreiert worden sei, um den Menschen durch den Zwang zur Verehrung unkontrollierbarer Mächte an seiner Selbstverwirklichung zu hindern. Da die Übernatur außerhalb der überschaubaren Welt liege, könne sie nicht in den Auftrag des Evangeliums einbegriffen sein. Deshalb stelle er einem Sterbenden stets als letzten Trost vor Augen, wie vollkommen er in der Gemeinschaft aufgegangen sei – Grund genug, um das Schicksal seiner Seele beruhigt Gott zu überlassen. „Wenn aber“, so fragte ich dagegen, „ein Mensch ganz und gar nicht so gelebt hat, wie Sie es wollen, wenn er ein Egoist, ein Geizhals, ein Verräter war und dies im letzten Augenblick einsieht – was sagen Sie ihm dann?“ – „Das“, so antwortete er, „muß ich bei der nächsten Versammlung diskutieren.“

Beispiele, die für Hunderte stehen. Sie sollen zeigen, daß der Kampf, der unter den Augen des Papstes tobte, nicht abzutun war mit Begriffen wie „Häresie“ und „Sektierertum“. Die dissidenten Priester bildeten längst eine weltweite Bundesgenossenschaft. Wer sie am Werke sah, mochte über die Blindheit klagen, mit der sie die Erlösungsbedürftigkeit der menschlichen Natur mißkannten, er mochte bestürzt sein über die Kraft, die hier vergeudet wurde, anstatt der Kirche neues Leben zuzuführen. Aber er konnte jenen Priestern nicht den Idealismus absprechen. Sie liebten es sehr, den heiligen Franziskus als Vorbild anzuführen. In der Tat hat der Poverello von Assisi ihre Grundsätze an Radikalismus womöglich noch übertroffen. Aber in einem unterscheidet er sich von ihnen. Er hat die Kirche, deren damaliger Feudalismus ihm höchst unchristlich erscheinen mußte, niemals angetastet. Er starb in der Überzeugung, gescheitert zu sein – nicht weil er an seiner Idee irre geworden wäre, sondern weil er in der Kirche verblieb. Ich fragte Don Ulisse, was nach seiner Ansicht die Kirche der Zukunft tun solle. „Selbstzerstörung“, sagte er, „ist ihr einziger Weg, und sie wird ihn gehen.“ – „Ist das eine Voraussage?“ – „Mehr – eine Forderung an die ganze Hierarchie.“ – „Und wenn sie erfüllt ist?“ – „Dann wird es keine Kirche mehr geben, keinen Vatikan, keine Priester, aber eine christliche Menschheit.“ Joachim von Fiore hat am Ende des dreizehnten Jahrhunderts für das letzte Zeitalter der Welt das gleiche prophezeit. Er war ein Mystiker. Don Ulisse dagegen behauptete, er sei ein Realist.

Hier wurde bloßgelegt, wie sehr die offenkundige Verwirrung in der katholischen Kirche ein Klerusproblem war. Man hatte sich angewöhnt, diesen Klerus nach einem Schema zu ordnen, das zwar bequem, aber falsch war. Im Vatikan fluktuierten Vertreter aller Richtungen, die wechselweise das Ohr des Papstes erreichten. Paul VI. selbst war stets im Geiste fortschrittlich, im Herzen aber konservativ, folglich als Regent ein Janus mit zwei Gesichtern. Schließlich konnte man in Rom deutlich wahrnehmen, daß den drei scheinbar wohlunterschiedenen Gruppen stets eines gemeinsam war – die Angst, unmodern zu sein.

Aus: Reinhard Raffalt. Wohin steuert der Vatikan? Papst zwischen Religion und Politik.
Verlag R. Piper & Co. München, Zürich 1973.

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Warum sollte Paul VI. nicht heilig sein?

… oder warum ihn der regierende Papst nicht hätte heilig sprechen dürfen.

Peter Kwasniewski schreibt in seinem sieben Punkte umfassenden Artikel „Warum wir Paul VI. nicht ‚heilig‘ nennen müssen (und es auch nicht tun sollten)“ bedenkenswertes über eine Heiligsprechung als solche und über jene des Montini-Papstes im Besonderen.

Unter Punkt 5 ist u. a. zu lesen:

„Was ist an Paul VI. bewundernswert?“

Gibt es Gründe für traditionelle Katholiken, Paul VI. für irgend etwas zu bewundern? Ja, durchaus. Wir wären töricht, würden wir seine guten Taten nicht anerkennen. Aber dieses Gute reicht nicht hin, um die vielen ernsten Probleme aufzuwiegen, die wir im letzten Abschnitt angesprochen haben. Die Geschichte des Montinischen Pontifikats ist faktisch eine äußerst prägnante Demonstration des Unterschieds zwischen der Person und dem Amt. Im Fall heiliger Päpste hat man den Eindruck, die Amtsgnade nehme die Person auf und umhülle sie und verwandle sie in eine strahlende Ikone des heiligen Petrus und Jesu Christi. Im Fall schlechter oder mittelmäßiger Päpste ist die Amtsgnade etwas, das stellenweise aufflackert, das in Notsituationen aus der Verborgenheit zum Vorschein kommt, das aber den Inhaber nicht auf dieselbe Weise verwandelt. Letzteres können wir bei Paul VI. beobachten […]

Papst Paul VI. wird von den meisten Historikern als eine Art tragische Gestalt beschrieben, der versuchte, der ihn umgebenden Ereignisstürme Herr zu werden, allerdings unfähig war, viel auszurichten. Wahrscheinlich deswegen, und weil man den Eindruck hatte, Montini beuge sich häufig den Meinungen der Welt; weil man den Eindruck hatte, er habe häufig (mit nur ganz geringen Veränderungen) die vorgefertigten Begriffe und Vorstellungen einfach übernommen, die ihm falsche Experten lieferten; wahrscheinlich stechen aus diesen Gründen die Augenblicke, in denen er sich nicht beugte, mit der schlichten Helligkeit des Petrus so klar hervor. Die Nota Praevia (vorangestellte Notiz) zu Lumen Gentium, die energische Verteidigung traditioneller eucharistischer Lehren (in Mysterium Fidei) und der Lehren über Ablässe (in Indulgentiarum Doctrina), das Credo des Gottesvolkes sind Pfeiler, die in einem zerfallenden Gebäude unerschütterlich stehenbleiben, Zeichen übernatürlichen Schutzes. Mitten im moralischen Zusammenbruch der 1960er Jahre und im Widerspruch zu der Kommission, die von seinem Vorgänger eingesetzt worden war, um die Frage erneut zu untersuchen, sprach Petrus durch [Papst] Paul in Humanae Vitae: „Es ist niemals erlaubt – auch aus noch so ernsten Gründen nicht –, Böses zu tun um eines guten Zweckes willen.“

Wenn solche guten Taten und Lehren für Paul VI. eine Gewohnheit, normal und charakteristisch gewesen wären, und wenn sie mit dem Schmuck christlicher Tugenden versehen, von den christlichen Tugenden erfüllt gewesen wären, die der heilige Thomas im Zweiten Teil der Summa behandelt, und wenn sich darüber hinaus noch ein volkstümlicher Kult um einen geliebten Papst gebildet hätte, der sich in vielen unstrittigen Wundern manifestiert hätte, dann – und nur dann – hätten wir einen berechtigten Anlaß gehabt, Paul VI. zur Ehre der Altäre zu erheben. […]

Quelle

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Das Ende für Kloster Mariawald und für die Trappisten

Am kommenden Samstag den 15. September 2018 werden im Kloster Mariawald der vom Präfekten der „Kongregation für die Institute geweihten Lebens“ João Kardinal Bráz de Aviz beauftragte „Apostolische Kommissar“ Dom Bernardus Peeters (Abt der Trappistenabtei Koningshoeven, Tilburg, NL, sowie Weihbischof Karl Borsch als Vertreter des Aachener Diözesanbischofs Dr. Helmut Dieser, offiziell die Trappistenmönche entlassen und das Kloster schließen. Damit ist die Römischen Anweisung vollzogen, deren Sinnen daran bestand, wieder ein Kloster zu schließen, welches das Angebot von Papst Benedikt XVI. ergriffen hat und die liturgischen Riten einführte, die im „Motu Proprio“ „Summorum Pontificum“ geregelt wurden.

Dem Orden der Trappisten (Zisterzienser von der strengeren Observanz – OCSO) ist zugute zu halten, dass er nicht die letztendliche Entscheidung getroffen hat. Vielmehr hat der beim Generalkapitel 2017 entschieden, aufgrund der internen Situation, die u. a. durch die Altersstruktur bedingt war, Mariawald vom Orden auszugliedern, dem Kloster aber dennoch einige Jahre zugesprochen, um sich zu konsolidieren, damit es wieder in der Kreis der Klöster des Ordens aufgenommen werden könne. Diese interne Regelung wurde seitens Rom nicht akzeptiert. Kardinal Bráz de Aviz, der bereits für die Zerschlagung des blühenden Ordens der „Franziskaner der Immaculata“ verantwortlich war, hat die Schließung Mariawalds und die „Vertreibung der Mönche“ angeordnet.

So ist es nicht verwunderlich, dass an „Sieben Schmerzen Mariens“, dem Patrozinium von Mariawald, die Vertreter der Kirche einer „Jahrhunderte lange Präsenz“ danken wollen; – wobei der Trappistenorden, der ein Reformorden der Zisterzienserordens ist „erst“ seit 1860 Mönche nach Mariawald geschickt hat.

Diese Trappisten kamen damals aus Oelenberg im Elsaß. Seither ist der Abt von Oelenberg (= Mutterabtei) der Pater Immediat (Vater-Abt, direkter kirchlicher Oberer) für Mariawald. So könnte man verstehen, dass der Abt dieses Gründungsklosters Dom Dominique-Marie Schoch auch anwesend sein wird. Doch weder er noch seine unmittelbaren Vorgänger haben sich wirklich für Mariawald eingesetzt; ja man kann sagen, Dom Dominique-Marie hat sich nicht wie ein Vater zu seiner Tochter verhalten.

Dieses und anderes mag manchen recht heuchlerisch erscheinen. So ist es auch verwunderlich, wenn zwei ehemalige Mariawalder Äbte zu dieser Veranstaltung erscheinen, die in ihrer über zwölfjährigen Amtszeit kaum etwas für Mariawald erreicht haben. Unter Dom Francois de Place (1993–1999) als auch unter dem Abbatiat von Dom Bruno Gooskens (1999–2005) ist beispielsweise nicht ein einziger Novize zu einer feierlichen Profess gelangt und für immer im Kloster geblieben.

Bei aller Trauer und Klage über die vergangenen Jahre und über das kommende Ereignis am 15. September 2018 sollte aber etwas anderes in den Vordergrund gerückt werden. Kloster Mariawald wurde in den vergangenen Jahrhunderten schon mehrmals aufgehoben und die Mönche vertrieben. Freilich noch nie von der kirchlichen Obrigkeit. Aber immer wieder kamen die Mönche zurück in ihr klösterliches Kleinod Mariawald. Die „Schmerzhafte Muttergottes von Mariawald“ soll und wird auch diesmal für ein gutes Ende sorgen, der so Gott will, eines Tages die Trappisten wieder zurück nach Mariawald führt. Ebenso beten und hoffen viele, dass zu gegebener Zeit auch die liturgischen Traditionen der Kirche, so wie sie durch Jahrhunderte überliefert wurden, wieder gelten und in Mariawald gefeiert werden können.

Wahrlich, wahrlich, ich sage euch:
Ihr, die ihr alles verlassen habt
und mir nachgefolgt seid,
werdet hundertfach empfangen
und das ewige Leben besitzen.
(Mt 19,28,29; Communio eines Bekenners)

Frost über der Trappisten-Abtei-Mariawald – Foto https://www.youtube.com/watch?v=gKtIJJTCThI

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Einhundertjähriger Messkoffer

Vor einigen Tagen berichtete die facebook-Seite vom Zisterzienserstift Heiligenkreuz, dass Pater Edmund „ein originelles und interessantes Geschenk“ bekommen hätte, denn „seine Schwester hat in einem Antiquariat in Oberösterreich“ einen „Messkoffer für Feldgeistliche im Ersten Weltkrieg entdeckt, gekauft und Pater Edmund geschenkt“. Dieser Messkoffer sei jetzt hundert Jahre alt und „in sehr gutem Zustand“. Der Autor der Veröffentlichung meint, der Koffer mit allen Utensilien sei deswegen so gut erhalten geblieben, weil er „offensichtlich“ „kaum verwendet worden“ sei.
Dazu schrieb jemand, der gute Zustand käme wahrscheinlich nicht wegen seltenem Einsatz zustande, sondern wegen der liebevoller Behandlung, die man ihm angedeihen ließ. Beides ist möglich…

Das Beste an dem Geschenk der Schwester an den Priesterbruder ist wohl, dass Pater Edmund den Koffer mit Inhalt wirklich auch seiner Bestimmung gemäß benutzen kann. Denn Pater Edmund Waldstein zelebriert wirklich im tridentinischen Ritus die Messe aller Zeiten. Deo Gratias.

„Man klappte den Koffer auf, steckte oben ein Kreuz und Kerzen an, legte die mit einem Altarstein ausgestattete Altarmensa auf, bereitete alles vor und konnte die Heilige Messe feiern. Sogar Messgewänder in allen liturgischen Farben sind in dem Koffer erhalten. Ein besonders interessantes Stück Geschichte, das Einblick in die Seelsorge für Soldaten Anfang des 20. Jahrhunderts gibt und auch von einer großen Liebe zur Feier der Liturgie zeugt.“

Foto: Pater Edmund mit dem historischen Messkoffer aus der Zeit des Ersten Weltkrieges. Stift Heiligenkreuz. – https://www.facebook.com/stiftheiligenkreuz/photos/a.156147794020.117509.151746389020/10155684097729021/?type=3&theater

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