Nachgedacht: über „Tradition“

[…] Tradition von vornherein abzulehnen, noch dazu wenn es sich um die Tradition der Kirche handelt, verrät Unkenntnis der Grenzen der eigenen Vernunft. Denn wenn wir fragen: wie legitimiert sich die kirchliche Tradition, so werden wir letzten Endes auf Gott zurückverwiesen, auf seine Offenbarung. Nur von ihm als der Quelle aller Wahrheit können wir Wahrheit empfangen, nur sein Wort ist so wertvoll, dass er für alle Zeiten bewahrt werden sollte.

Tradition geht somit zurück auf Gott, auf die Hingabe Gottes an den Menschen, auf Inkarnation im weitesten Sinne des Wortes. Unsere Beziehung zu Gott ist zunächst nicht davon geprägt, dass wir uns Gottübereignen, sondern dass Gott sich uns nähert, sich uns tradiert. Gott geht ein in die menschliche Wirklichkeit, um so für den Menschen erkennbar und erfahrbar zu werden. Da wir die Sprache Gottes nicht verstehen, spricht er in der Sprache der Menschen. Da wir sterben müßten, wenn wir ihn schauen, erscheint er in menschlicher Gestalt. Da wir auf sinnliche Wahrnehmung angewiesen sind, dürfen wir ihn, der sich uns gibt, nicht nur nehmen, sondern buchstäblich in uns aufnehmen unter den Gestalten von Brot und Wein.

Gott selber liefert sich uns aus: Der Vater liefert den Sohn aus, der Sohn gibt sich hin für das Leben der Welt und beide geben den Jüngern den Geist. In dem Wort „ausliefern“ als Übersetzung für „tradere“ schwingt schon das ganze Risiko mit, das Gott bei diesem Vorgang eingeht. Er gibt sich selbst in die Hände des Menschen (vgl. Mt 17,22), er übereignet sich dem antwortenden Glauben oder auch Unglauben des Menschen.

Annahme oder Ablehnung von Tradition bedeutet also Annahme oder Ablehnung der Wahrheit, die Gott ist. In diesem Zusammenhang in Abgrenzung von Tradition auf die Möglichkeiten des eigenen Verstandes zu verweisen, zeugt von Arroganz, ja von Dummheit. Wenn es wirklich einen Gott gibt – und das glauben wir – der Himmel und Erde geschaffen hat, dann kann Wahrheit nur von ihm und in ihm empfangen werden und zwar auf dem Weg, den er für den besten hält. Wahrheit an einer anderen Stelle zu suchen als dort, wo er sie hinterlegt hat, in der Heiligen Schrift und im Glauben der Kirche, kann nur in Irrtum führen.

Tradition (Überlieferung) ist Grundstruktur der Offenbarung Gottes, ist aber auch Grundstruktur des Rückweges des Menschen zu Gott. Wir stammen von Gott und gehen zu ihm zurück; er ist unser Ursprung und unser Herz ist unruhig, bis es in ihm Ruhe findet. Doch wir können diesen Rückweg nur antreten, indem wir uns eingliedern lassen in den Leib Christi und ihn gehen zusammen mit den Glaubenden aller Zeiten. In diesem Zusammenhang ist Tradition das Band der Einheit, das durch die Identität des einen Glaubens den Leib Christi in der Wahrheit zusammenhält.

Dieser Gedanke leitet über zu einem weiteren Punkt, den ich zum Schluß noch kurz ansprechen möchte. Schon auf rein menschlicher Ebene, aber auch für unseren Glauben hat Tradition immer auch die Funktion eines Korrektivs. Tradition relativiert den eigenen geschichtlichen Standort und zeigt und, dass wir nicht unbedingt der bis jetzt unerreichte Höhepunkt der Menschheitsentwicklung sind. Gott hat nicht uns, sondern unsere Väter auserwählt, seine Offenbarung zu empfangen; insoweit auch wir sieempfangen – und wir empfangen sie wirklich- empfangen wir sie aus ihren Händen. Tradition könnte uns beistehen im Kampf gegen alle Formen des Götzendienstes, sei es auch die Vergötzung der eigenen Vernunft.

KarI Barth sagte einmal: „Kritischer müßten mir die Kritischen sein“. Vielleicht kann uns die Tradition lehren, kritisches Denken auch auf uns selbst, auf unsere eigene Vernunft anzuwenden und im Spiegel früherer Denkbemühungen zu erkennen, wie viel von dem, was uns als der letzte Schrei erscheint, nur unkritisch übernommenem Zeitgeist entstammt, dem was moderne Philosophie „die Verfallenheit an das Man“ nennt.

Wenn wir aus der Tradition erkennen, dass z.B. ein Origenes oder Augustinus auf Fragen, die uns heute bewegen, sehr viel tiefere Antworten zu geben wußte als das, was unsere moderne wissenschaftliche Theologie zustande bringt, könnte uns das zu größerer Bescheidenheit führen und vielleicht zu der Bereitschaft auf die Wahrheit und nur auf sie zu hören, wo immer sie uns begegnet.

Damit bin ich zum Schluß gekommen. Zusammenfassend könnte man das bekannte Wort des Plato „kümmert euch nicht um Sokrates, kümmert euch um die Wahrheit“, abändern und sagen: „kümmert euch nicht um Tradition, kümmert euch um Gott.“ Es geht nicht darum, Tradition als solche festzuhalten, es geht auch nicht darum, sie abzuschaffen, letztlich geht es für uns als Christen darum, Gott zu dienen und an seinem Leben in Ewigkeit Anteil zu gewinnen. Wo Tradition sich verselbständigt, wo der Mensch ihre Pflege absolut setzt, da wird selbst das Wort der Schrift zum Buchstaben, der tötet. Wo auf der anderen Seite Tradition leichtfertig abgebrochen wird, da wird nicht nur das Band zwischen den Generationen zerrissen, sondern auch der Zugang zum Glauben und d.h. zu Gott selber verstellt. Von daher könnte man vielleicht sagen, dass gerade eine Gemeinschaft wie die unsrige dazu berufen ist, im gemeinsamen Gespräch der Generationen miteinander und vor allem im ständigen Blick auf ihn, der Mitte und Ziel unseres Lebens ist, Tradition und damit den Zugang zu Gottes Offenbarung zu bewahren oder auch neu zu eröffnen.

Aus einem Aufsatz von Christiane Reemts OSB, Äbtissin.

Abtei Mariendonk – www.mariendonk.de

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Hl. Pius V., Papst und Bekenner

Papst Pius V. regierte von 1566 bis 1572, er wurde 1712 von Klemens XI. heiliggesprochen.
Unter seinem Pontifikat erhielt die „tridentinische Liturgie“ ihre feste Gestalt.

Bischof Pius,
Diener der Diener Gottes zum ewigen Gedächtnis

Seit Unserer Berufung zum höchsten Apostolischen Amt richten wir gern Unseren Sinn, Unsere Kräfte und alle Unsere Überlegungen auf die Reinerhaltung des Kirchlichen Kultes und bemühen Uns, das dazu Nötige in die Wege zu leiten und mit Gottes Beistand mit allem Eifer wirksam zu machen.

Nun hatten Wir gemäss den Beschlüssen des Heiligen Konzils von Trient über die Herausgabe und die Verbesserung der Heiligen Bücher, nämlich des Katechismus, des Missales und des Breviers zu verfügen. Nachdem mit Gottes Zustimmung der Katechismus zur Belehrung des Volkes herausgegeben und das Brevier zum schuldigen Gotteslob verbessert worden war, mussten Wir Uns, damit dem Brevier das Missale gebührend entspreche (da es sich gar sehr geziemt, dass in der Kirche Gott auf einheitliche Art gelobt und die Messe auf einheitliche Art gefeiert werde), der noch verbliebenen Aufgabe zuwenden: das Missale selbst herauszugeben.

Wir hielten es darum für richtig, diese Bürde ausgesuchten Gelehrten zu übertragen. Nach sorgfältiger Untersuchung der alten Bücher Unserer Vatikanischen Bibliothek sowie anderer, von überall herbeigeholter, verbesserter und unverderbter Handschriften, ebenso auch der Überlegungen der Alten und der Schriften anerkannter Autoren, die Uns Aufzeichnungen über die heilige Einrichtung der Riten hinterlassen haben, stellten diese gelehrten Männer das Missale nach Vorschrift und Ritus der Heiligen Väter wieder her.

Damit alle aus dieser Arbeit Nutzen zögen, haben Wir, nachdem Wir es geprüft und verbessert hatten, nach reiflicher Überlegung angeordnet, dass es möglichst bald in Rom gedruckt und herausgegeben werde.

Die Priester im besonderen sollen daraus erkennen, welche Gebete sie von jetzt an bei der Messfeier verwenden und welche Riten und Zeremonien sie dabei einhalten müssen. Damit aber alle das von der Heiligen Römischen Kirche, der Mutter und Lehrerin der übrigen Kirchen, Überlieferte überall erfassen und beachten, setzen Wir durch diese Unsere ewig gültige Konstitution unter Androhung Unseres Unwillens als Strafe fest und ordnen an: fürderhin soll in allen kommenden Zeiten auf dem christlichen Erdkreis in allen Patriarchalkirchen, Kathedralen, Kollegiaten und Pfarreien, in allen weltlichen, klösterlichen – welchen Ordens und welcher Regel sie auch seien, ob Männer- oder Frauenklöster – in allen militärischen und ungebundenen Kirchen oder Kapellen, in denen die Messe des Konvents laut mit Chor oder still nach dem Ritus der Römischen Kirche gefeiert zu werden pflegt oder gefeiert werden sollte, nicht anders als nach dem von Uns herausgegebenen Missale gesungen oder gelesen werden, auch wenn diese Kirchen irgendwelche Ausnahmen geniessen, durch ein Indult des Apostolischen Stuhles, durch Gewohnheitsrecht oder Privileg, ja durch Eid oder Apostolische Bestätigung oder irgendwelche andere Besonderheiten bevorzugt sind – ausser wenn sie gleich von ihrer vom Apostolischen Stuhl gutgeheissenen Errichtung an oder aus Tradition bei der Messfeier einen mindestens zweihundertjährigen Ritus in eben diesen Kirchen ohne Unterbrechung eingehalten haben. Diesen letzteren nehmen Wir keineswegs das genannte Sonderrecht oder die Tradition bei der Messfeier, doch gestatten Wir, falls das von Uns herausgegebene Missale mehr gefällt, dass die Messen mit Zustimmung des Bischofs oder Prälaten und des gesamten Kapitels, ungeachtet anderer Bestimmungen, nach Unserem Missale gefeiert werden.

Allen anderen genannten Kirchen jedoch benehmen Wir damit den Gebrauch ihrer Missalien, verwerfen sie von Grund auf und vollständig und setzen fest, dass diesem Unseren gerade herausgegebenen Missale niemals etwas hinzugefügt, weggenommen oder an ihm verändert werden dürfe.

Streng befehlen Wir jedem einzelnen Patriarchen und Verwalter der vorgenannten Kirchen, allen anderen Personen, gleich welchen Ranges sie auch seien, in der Tugend des heiligen Gehorsams: sie sollen die bisher gewohnten Weisen und Riten (auch die aus noch so alten Messbüchern) in Zukunft ganz und gar aufgeben, völlig verwerfen und die Messe nach Ritus, Weise und Norm Unseres Messbuches singen und lesen, und sie sollen nicht wagen, bei der Messfeier andere Zeremonien und Gebete als die in diesem Missale enthaltenen hinzuzufügen oder vorzulesen.

Und dass sie in allen Kirchen bei der gesungenen oder gelesenen Messe ohne Gewissensskrupel oder Furcht vor irgendwelchen Strafen, Urteilen und Rügen von nun an ausschliesslich diesem Missale folgen, es unbefangen und rechtens zu gebrauchen imstande und ermächtigt sind, dazu geben Wir kraft Unserer Apostolischen Vollmacht für jetzt und für ewig Unsere Bewilligung und Erlaubnis.

Ebenso setzen Wir fest und erklären: Kein Vorsteher, Verwalter, Kanoniker, Kaplan oder anderer Weltpriester und kein Mönch gleich welchen Ordens darf angehalten werden, die Messe anders als wie von Uns festgesetzt zu feiern, noch darf er von irgendjemandem gezwungen und veranlasst werden, dieses Missale zu verändern, noch kann das vorliegende Schreiben irgendwann je widerrufen oder modifiziert werden, sondern es bleibt für immer im vollen Umfang rechtskräftig bestehen.


Damit sind alle gegenteiligen früheren Bestimmungen, Apostolischen Konstitutionen und Ordinationen, alle allgemeinen oder besonderen Konstitutionen und Ordinationen von Provinzial- oder Synodalkonzilien, ebenso die Statuten und Gewohnheiten der oben erwähnten Kirchen, auch wenn ihr Brauch zwar durch eine sehr alte und ehrwürdige Vorschrift gestützt, aber nicht älter als zweihundert Jahre ist, ausser Kraft gesetzt.

Von der Veröffentlichung dieser Unserer Konstitution und des Missales an sollen die Priester an der römischen Kurie angehalten werden, nach einem Monat, die diesseits der Alpen nach drei, die jenseits der Alpen nach sechs Monaten, oder sobald sie dieses Missale käuflich erwerben können, die Messe danach zu singen oder zu lesen.


Damit es überall auf der Erde unverderbt und von Fehlern und Irrtümern rein bewahrt werde, verbieten Wir kraft Apostolischer Vollmacht mit dem vorliegenden Schreiben allen Buchdruckern in Unserem (und von S. R. E. [Sanctae Romanae Ecclesiae]) mittelbaren und unmittelbaren Herrschaftsbereich bei Strafe des Bücherverlusts und von an die Apostolische Kammer zu zahlenden hundert Golddukaten, den anderen Buchdruckern aber in allen Teilen der Erde bei Strafe der Exkommunikation im weiten Sinne und anderen Strafen nach unserem Schiedsspruch: dass sie sich ohne Unsere bzw die ausdrücklich dazu erteilte Erlaubnis eines von Uns an dem betretenden Ort zu bestellenden Apostolischen Kommissars nicht unterstehen sollen, zu drucken, zu verkaufen und überhaupt anzunehmen, ausser wenn vorher durch eben diesen Kommissar eben diesem Buchdrucker volle Gewissheit gegeben worden ist, dass das Messbuchexemplar, welches die Norm für den Druck weiterer Exemplare zu sein hat, mit dem in Rom im Erstdruck hergestellten Missale verglichen worden sei, mit ihm übereinstimme und in gar nichts abweiche.

In Anbetracht der Schwierigkeit, das vorliegende Schreiben an alle Orte des christlichen Erdkreises und gerade in der ersten Zeit zur Kenntnis aller zu bringen, schreiben Wir vor: Es soll in herkömmlicher Weise an den Türflügeln der Basilika des Apostelfürsten und der Apostolischen Kanzlei und an der Spitze des Campus Florae öffentlich angeschlagen werden; man soll auch den gedruckten Exemplaren dieses Schreibens, die von einem öffentlichen Notar handschriftlich unterzeichnet und mit dem Siegel eines kirchlichen Würdenträgers versehen sind, bei allen Völkern und an allen Orten geradewegs denselben unbezweifelten Glauben schenken, wie man ihn dem vorliegenden Schreiben schenken würde, wäre es sichtbar ausgestellt.


Überhaupt keinem Menschen also sei es erlaubt, dieses Blatt, auf dem Erlaubnis, Beschluss, Anordnung, Auftrag, Vorschrift, Bewilligung, Indult, Erklärung, Wille, Festsetzung und Verbot von Uns aufgezeichnet sind, zu verletzen oder ihm im unbesonnenem Wagnis zuwiderzuhandeln. 
 
Wenn aber jemand sich herausnehmen sollte, dies anzutasten, so soll er wissen, dass er den Zorn des Allmächtigen Gottes und Seiner Heiligen Apostel Petrus und Paulus auf sich ziehen wird.
Gegeben zu Rom bei Sankt Peter im fünfzehnhundertsiebzigsten Jahre der Geburt des Herrn

am 14. Juli im Fünften Jahre Unseres Pontifikats
Pius V. PP.

Bulle Quo primum von Papst Pius V.
zur Einführung des Römischen Messbuches 14. Juli 1570

(Quelle: Übersetzt von Professor Peter Schilling, April 1971)

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„Verbrennt die Priester“ oder „Viva Cristo Rey“

– Linker Mordaufruf –

Am 24. November erteilte Papst Franziskus die Zustimmung zur Seligsprechung des Priesters Juan Elias Median und weiterer 126 Märtyrer, die zwischen 1936 und 1939 Opfer der spanischen Volksfront wurden. In der Volksfront hatten sich Sozialisten, Kommunisten, Anarchisten und Linksliberale zusammengeschlossen. Im Stil der Sowjetunion hatte diese Kräfte bereits in den Jahren zuvor mit der physischen Beseitigung von „Feinden“ begonnen.

Als Feind galt ihnen auch die Kirche, weshalb Priester und Ordensleute ihren Haß zu spüren bekamen. Tausende Priester, Ordensfrauen und Seminaristen wurden zwischen 1931 und 1939 auf offener Straße ermordet. Wäre die Geschichte des Sozialismus nicht gepflastert mit Grausamkeiten, müßte die in Spanien in die Tat umgesetzte Kirchenverfolgung ein besonders abscheuliches Kapitel sein.

Die sich selbst als angeblich moralisch überlegen, grundsätzlich höherstehend und scheinbar makellos präsentierende Linke will von ihren ideologieimmanenten, verbrecherischen Schattenseiten nichts wissen. Sie ist von diesen aber nicht etwa peinlich berührt, sondern will bar jeder Einsicht verhindern, daß die historische Wahrheit ans Licht kommt.

Noch am selben Tag, als der Papst in Rom die Seligsprechung ankündigte, veröffentlichten Linksextremisten auf Twitter den Hashtag #FuegoAlClero, was nichts wenige heißt als „Verbrennt die Priester“.

Die Parole ist nicht nur in ihrer Aussage eindeutig, sondern auch historisch eindeutig konnotiert. Sie stammt aus der erwähnten Volksfront-Zeit und war nicht eine bloße Parole, sondern wurde durch Mord und Totschlag in die Tat umgesetzt.

Der Priester Juan Elias Median, der nun seliggesprochen wird, war 33 Jahre alt, als er nach zweimonatiger Gefangenschaft am 25. September 1936 zusammen mit 14 Mitbrüdern von republikanischen Milizen in odium fidei, „aus Haß gegen den Glauben“, am Eingang zum Friedhof von Castro del Rio getötet wurde. Er schenkte zuvor seinen Mördern Vergebung und starb mit den Worten

Viva Cristo Rey
(„Es lebe Christus König“).

Die 127 neuen Seligen setzen sich wie folgt zusammen: 80 Priester, fünf Seminaristen, drei Franziskanerbrüder, eine Ordensfrau und 39 katholische Laien, 29 Männer und zehn Frauen. Sie alle wurden in der Diözese Cordoba ermordet, weil sie Katholiken waren. Die Kleriker und Ordensleute waren an ihrer Kleidung zu erkennen. Die Laien wurden getötet, weil sie in der Katholischen Aktion aktiv waren oder auch nur, weil sie nächtliche Anbetung hielten. Der Haß gegen die Kirche war so groß, daß er weder Menschenleben noch Kirchen oder das Allerheiligste im Tabernakel schonte.

Die Verwendung der Volksfront-Parole im Jahr 2020 ist daher eine dezidierte Aufforderung.

In den 30er Jahren wurden zahlreiche Kirchen in Spanien niedergebrannt oder durch Bombenattentate zerstört. Insgesamt wurden etwa 7000 Priester und Ordensleute (die Laien gar nicht gezählt) aus Haß auf den Glauben getötet, darunter auch dreizehn Bischöfe. Gut 2000 der Opfer wurden von Kirche inzwischen zu den Altären erhoben.

Anders als von den heutigen Anhängern der damaligen Täter irreführend und beschönigend behauptet, waren die Volksfront-Morde nicht eine Reaktion auf die ab 1936 erfolgte Erhebung der von General Francisco Franco befehligten nationalen Kräfte, sondern tobten bereits seit 1931. Die Erhebung unter General Franco war vielmehr eine Reaktion auf die Radikalisierung der Volksfront bzw. der ihr angehörenden Kräfte und deren Politik der Sowjetisierung.

Quelle Andreas Becker

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Benediktiner und Kardinal: Seliger Ildefons Schuster – Gedenktag 30. August

Alfred Ildefons Schuster wurde am 18. Januar 1880 im Spital von S. Giovanni in Laterano, Rom, Italien, geboren und am darauffolgenden Tag auf den Namen Alfred Ludwig Alois getauft, wobei der zweite Name bis zur Annahme des Ordensnamens Ildefons vorherrschend blieb. Sein aus Deggendorf in Bayern stammender Vater Johann Schuster (1819 –1889) war Chef-Schneider der päpstlichen Zuaven. Nach Aufhebung des Kirchenstaates arbeitete er weiterhin als Schneider und führte ein einfaches, aber ehrbares Leben. 1879 heiratete er in dritter Ehe Anna Maria Tutzer (1849 – 1912) aus Bozen in Südtirol. Mit ihr hatte er zwei Kinder, Alfred und Julia (1884).

Alfred war ein sehr kränkliches Kind. In den ersten Jahren verzweifelte die Mutter beinahe, weil der Kleine immer am Rand des Todes schwebte. Sie eilte in die Kirche S. Agostino und flehte zur Muttergottes, sie möge ihn retten. Ihre Gebete wurden erhört und so erzog sie Alfred zu einem tief christlichen Leben mit einer besonderen Verehrung für die Gottesmutter.

Am 19. September 1889 starb der Vater. Während die Kinder aus der früheren Ehe bei Verwandten mütterlicherseits unterkamen, überlebten Albert und Julia nur durch den Fleiß der Mutter, die sich stundenweise als Putzfrau verdingte, und mit Hilfe der Nachbarn. Alfred war ein sensibler Junge mit einer ausgeprägten Intelligenz, ein Einzelgänger, dem seine Schwester die einzige treue Freundin war.

Nach dem Kindergarten besuchte er die Volksschule und trat dann im November 1891 im Alter von 11 Jahren in das Klosterschülerheim der Benediktinerabtei St. Paul außerhalb der Mauern ein, wo er seiner Berufung inne wurde, auf die er in einem Brief vom 22. Januar 1907 zu sprechen kommt:

„Es ist gut, dass unser spirituelles Wohlergehen so wenig als möglich von den Menschen, den Büchern, Bildern und Orten abhängt, denn im Letzten sind das alles Nebensächlichkeiten… man muss diesen ganzen weltlichen Ballast abwerfen, um… zur innersten Teilnahme am Leben Jesu zu gelangen.“

Nach Beendigung der Studien begann Alfred Ludwig am 13. November 1896 das Noviziat, um Benediktinermönch zu werden, und nahm den Namen Ildefons an. Um die Mutter nicht in Armut zu stürzen, riet man ihm zum Weltpriestertum. Sie aber meinte: „Mach dir keine Sorgen um mich! Wende dich an den hl. Josef, damit er dir den rechten Weg zeige, und diesem folge dann offen und freimütig!“ Von da an hielt er sich an das Programm des hl. Benedikt: ora, labora et noli contristari (Bete, arbeite und sei unbekümmert!).

Am 13. November 1899 legte er die einfachen Gelübde ab. Nach dem Philosophiestudium am Benediktinerkolleg S. Anselmo mit Promotion am 28. Mai 1903 und dem Theologiestudium in der Abtei St. Paul wurde Schuster nach der ewigen Profess am 13. November 1901 am 19. März 1904 in San Giovanni in Laterano zum Priester geweiht. Seine erste hl. Messe feierte er in St. Paul in Anwesenheit seiner Mutter und der Schwester, die dann Barmherzige Schwester vom hl. Vinzenz von Paul wurde.

Schusters monastisches Leben war von einer ziemlich steilen Karriere gekennzeichnet: Schon bald (15. Mai 1908) wurde er zum Novizenmeister ernannt, dann zum Generalprokurator seiner Kongregation (22. September 1915) und wenige Monate später zum Prior des Klosters (24. Dezember 1915). Am 26. März 1918 schließlich wählten die Mönche der Abtei von St. Paul Ildefons Schuster zu ihrem Abt. Auch als solcher hegte er, wie schon in ganz jungen Jahren, großes Interesse für die christliche Archäologie, die Liturgie, die Geschichte der Mönche und die sakrale Kunst, und widmete diesen Studien, wie die vielen Beiträge in verschiedenen Zeitschriften zeigen, jede freie Minute bis an sein Lebensende.

Ildefons Schuster OSB, Abt von St. Paul vor den Mauern, Rom

Inzwischen begann sich sein Amt durch neue Aufgaben über die Mauern der Abtei hinaus auszudehnen. So wurde Schuster zu Vorlesungen für Theologie an das Institut für Sakrale Musik (1910) und für Liturgie an das Päpstliche Orientalische Institut (1917) berufen, dem er auch als Leiter vorstand (1919). Er unterrichtete Kirchengeschichte am Internationalen Kolleg S. Anselmo (1918), wurde Konsultor der Ritenkongregation, sowohl für die liturgische Sektion (1914) als auch für die Sektion der Heiligsprechungen (1918), und Zensor der Akademie der Heiligen Liturgie (1919). Ferner ernannte man ihn zum Präsidenten der Kommission für Sakrale Kunst und schließlich zum apostolischen Visitator für die Seminare.

21. Juli 1929 – Papst Pius XI. weiht Abt Ildefons Schuster OSB zum Bischof.

Am 26. Juni 1929 ernannte ihn Pius XI. zum Erzbischof von Mailand und am 15. Juli zum Kardinal. Am Sonntag, den 21. Juli, weihte ihn der Papst selbst in der Sixtinischen Kapelle zum Bischof. Schuster definierte seine neue Aufgabe als die eines „Gepäckträgers“ der Ambrosianischen Kirche: „Für uns gibt es nur Lasten zu tragen.“ Zum Vorbild erkor er sich seinen Vorgänger, den hl. Karl Borromäus, und ahmte vor allem dessen Eifer in der Verteidigung des Glaubens und in der Förderung der Seelsorge nach, ebenso seinen Lebensstil als Bischof.

Schusters Tag begann, wo immer er sich aufhielt, um 3.30 Uhr und endete um 21.00 Uhr: vier Stunden Gebet begleiteten die Audienzen und Visiten. Schuster legte allen den Primat des Gebets ans Herz. So wollte er auch, dass seine Priester und Seminaristen geformt würden, und besorgte für sie den Bau des Großen Seminars von Venegono, hineingepflanzt in einen Pinienhain, wie er zu sagen pflegte, um sich so in einem gesunden Klima in Studium und Gebet zu sammeln. Das Priesteramt, so seine Worte, erfordere „physische Kraft, einen gediegenen Glauben, einen Geist, der sich naturgemäß mit der Betrachtung der göttlichen Dinge befasst, sowie einen gebildeten Intellekt“, der aus seinem Schatz Neues und Altes hervorzuholen vermag. Außerdem schlug er vor, dass der Klerus das Volk zu vertieftem und täglichem Gebet anleiten solle: „Wie dankbar wäre ich Pfarrern, die ihre Schäflein morgens und abends zum gemeinsamen Gebet in der Kirche, zu einer kleinen Meditation, zur Gewissenserforschung oder zum abendlichen Besuch des Allerheiligsten Altarsakramentes animieren.

Zum Gebet gesellte sich bei Schuster eine nicht enden wollende Bürde an Arbeit: So hielt er fünf Diözesansynoden ab, die erste schon bald nach seiner Ankunft, die übrigen nach den Pastoralbesuchen. Bei den Visiten und Synoden empfahl er, dass die Katechese als „Grundvoraussetzung einer jeden seelsorglichen Tätigkeit“ die Lebensgrundlage der über 900 Gebetsstätten der Diözese bilde. Ebenso empfahl er die Katholische Aktion und die Einbindung der Laien zur Belebung der Pfarre. Neben den fünf Diözesansynoden und fünf Pastoralbesuchen in der Mammut-Diözese sowie seiner regelmäßigen Anwesenheit im Dom zu Messfeier und Predigt an jedem Festtag fand er sich überall dort ein, wo das Wort des Bischofs geboten war.

Ildefons Kardinal Schuster

Alfred Ildefons Schuster war der erste italienische Bischof, der entsprechend dem soeben unterzeichneten Konkordat den Schwur in die Hände des Königs leistete. Mit diesem Abkommen wurde er jedoch keineswegs zu einer Marionette der Regierung. Man denke nur an die Aggressionen gegenüber der Katholischen Aktion und den Oratorien von 1931. Schuster begab sich höchstpersönlich in jene Oratorien, richtete am 31. Mai 1931 ein Pastoralschreiben an den Klerus und widersetzte sich der feierlichen Einweihung des Hauptbahnhofs von Mailand, womit er das Fernbleiben von König Viktor Emanuel III. und Benito Mussolini erzwang. Wenig überraschend daher das 1933 verfasste Urteil des Informanten der Geheimpolizei: „Entgegen allem Anschein ist er (Schuster) ein überzeugter und unversöhnlicher Feind des Faschismus. Keiner der Prälaten ist dem Regime gegenüber so feindlich eingestellt wie der derzeitige Erzbischof von Mailand, und daher würde Mussolini gut daran tun, dafür zu sorgen, dass er aus der Stadt verschwindet.“ Am 13. November 1938 verurteilte Schuster im Dom mit pathetischen Worten die Rassengesetze: „Eine Art Häresie entsteht in einigen ausländischen Ländern, die sich überall verbreitet. Sie wird Rassismus genannt.“

Gleichzeitig setzte sich Schuster mit ganzer Kraft für die Armen ein, insbesondere im Zweiten Weltkrieg, wo er zur Anlaufstelle für alle Notleidenden wurde. Mit Hilfe des Hl. Stuhles erwirkte er bei den Alliierten die Einstellung der im August 1943 begonnenen „Teppich-Bombardements“ auf Mailand. Im April 1945 bot er sich als Vermittler zwischen der Faschistischen Sozialrepublik und dem deutschen Kommando einerseits und den Partisanen und Alliierten andererseits an, um einen Bürgerkrieg zu verhindern. Nach dem Friedensschluss gründete er die Domus Ambrosiana – 13 Gebäude für junge Eheleute in schlechten Wohnverhältnissen, die mit Spenden der Gläubigen finanziert wurden – und die Caritas Ambrosiana, um den völlig Mittellosen zu helfen. Er förderte die Kultur von Priestern und Laien, so z. B. die Entwicklung der Università Cattolica, und gründete 1931 die Hochschule für Ambrosianischen Gesang und Kirchenmusik. 1848 eröffnete er zwei Kulturzentren: das Ambrosianeum und das Didascaleion und am 2. Juli 1954 weihte er schließlich das Priesterkollegium Maria Immacolata für junge Priester ein.

Grabstätte Ildefons Kardinal Schuster

Anschließend zog sich Schuster in das Seminar von Venegono zurück, wo er am 30. August 1954 starb. Seine letzte Ruhestätte fand er im Dom zu Mailand. Als 1985 die Identifizierung des Leichnams stattfand, den man unmittelbar nach dem Tod einbalsamiert hatte, befand sich dieser in einem perfekten Zustand der Konservierung und wurde von neuem im Dom beigesetzt, wo er jetzt zur öffentlichen Verehrung durch die Gläubigen ausgestellt ist.

Am 12. Mai 1996 wurde Alfred Ildefons Schuster von Papst Johannes Paul II. seliggesprochen.

(Andreas Resch: Alfred Ildefons Schuster O.S.B.;
aus: Resch, Andreas: Die Seligen Johannes Pauls II. 1996 – 2000. Innsbruck: Resch, 2010 (Selige und Heilige Johannes Pauls II; 4). XIII, 376 S.)

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Wie die Pest auf die Menschen kam …

davon, und von anderen Begebenheiten,
liest man auf dem Kartäuserblog BRUNONIS.

Beispiele:

„In den Jahren 1438 bis 1440 hatte die Pest ganz Europa im Griff. Darum wurde sie auch als ‚die Große Pest“‘ bezeichnet. Aus diesem Grunde mussten der deutsche Reichstag von Frankfurt nach Mainz und das Konzil von Ferrara nach Florenz verlegt werden.“

„Das Generalkapitel der Kartäuser … legte für diese gefahrvolle Zeit für die Klöster des Ordens fest … Das Chorgebet sollte nicht vernachlässigt werden sondern weitergehen, ‚auch wenn die Pest die Reihen der Kartäuser lichtete‘. Dies jedenfalls geschah unter der Bevölkerung, denn es starb nahezu ein Drittel der europäischen Menschheit. – Dieses furchtbare Massensterben wurde von vielen als Strafe Gottes für die Missstände in der Christenheit angesehen. – Aber nicht alle urteilten so.“

„Der gelebte Glaube war nicht so allgemein, wie wir das ins »gläubige Mittelalter« zurückprojizieren. Jedenfalls urteilt Dominikus, der als fahrender Scholar Preußen, Polen, Böhmen und Deutschland persönlich gut kennen gelernt hatte, daß die meisten Menschen von einem lebendigen, vertrauenden Glauben weit entfernt seien; denn wo er auf die schlimmste aller Versuchungen zu sprechen kommt, auf einen Zustand, den die mystischen Schriften der folgenden Jahrhunderte als äußerste Verlassenheit und als Nacht der Seele bezeichnen, – er nennt diesen Zustand … Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit -, da denkt er auch an die seelische Verfassung der einfachen Leute; und auf die Frage, wer denn in den Abgrund der Hoffnungslosigkeit falle, gibt er die Antwort, daß ungezählte Tausende von Menschen gegenwärtig in ihn hineinstürzen.“

„… die Gebildeten … behaupten zum Teil, fast alles, was uns Menschen trifft, ist nur ein Naturvorgang. Der Gedanke liegt ihnen fern, dies könne zugleich eine Gottesplage sein; darum vermag keine Not, sie zur Besserung ihres Lebens zu veranlassen. Und so hören wir sattsam, wie Irrtümer, Spaltungen und Streitereien entstehen auch unter jenen, welche die Kirche zu ordnen vorgeben.“

„… die Art dieser Pest. Harmlos fing sie an, und bis kurz vor dem Hinscheiden wurde man sich ihrer Gefährlichkeit nicht bewußt, so daß Kranke den Empfang der Sterbesakramente als noch nicht angebracht ablehnten.“

Wie schnell es gehen kann … „Einer wollte sogar noch nach Empfang der Wegzehrung und der Krankensalbung, als Dominikus bereits im Verborgenen die Sterbekerze angezündet hatte, den Harn zur ärztlichen Untersuchung schicken und meinte, er wäre auf dem Weg der Besserung. … Der Kranke jedoch glaubte nicht, dass er bald sterbe; doch nach kaum einer Stunde aber war er tot.“

Der Tod durch die Pest des Kartäusers Adolf von Essen am 4. Juni 1439:

„Als die Pest ihn erfaßt hatte und er ans Sterben kam, ließ er, wie es (Kartäuser-) Brauch ist, sich vorlesen. Dabei hatte er sich auf den Höcker (im Betstuhl seiner Zelle), den wir ‚Misericordia‘ nennen, sitzend niedergelassen; er war so klar bei Verstand, daß er dem Vorleser angab, was im Buch zu lesen war, obwohl er mit seiner Zunge kaum noch sprechen konnte. Nach der Lukas-Passion wünschte er einige Psalmen. Und als sie so von (21./22.) Psalm ‚Gott, mein Gott, achte auf mich‘ bis zu (dem 30./31. Psalm) ‚Auf Dich, o Herr, vertraue ich‘ vorlasen und nun (den Vers) ‚In manus tuas commendo spiritum meum‘ beteten, hob er seine Hände empor und sprach diese Worte mit, so weit er dies noch vermochte. Und unmittelbar hierauf tritt der Versucher herein und fällt ihn dermaßen an, daß Adolf mit beiden Händen zurückschlägt und ihn fernzuhalten sucht. Als er nach hinten zurückfiel, war es, als wenn sein Mund und seine Nase zusammengeschlagen würden. Dann nahm er mit beiden Händen seine Kukulle und verhüllte mit ihr seine Augen und sein ganzes Gesicht. Einer der Anwesenden nahm einen bitteren Gestank wahr, als der Versucher zur Tür hereinkam. Dominikus und ein Dritter, der zugegen war, flehten nun mit möglichster Andacht zu Gott und der seligen Jungfrau Maria. Sie beteten so lange, bis der Versucher zurückwich. Hierauf hatte der Pater ein friedliches Sterben und ging heim, wie wir es bei ihm erwarten dürfen, ins ewige Heil. Denn treu ergeben war er Gott und Seiner Mutter. Eine besondere Verehrung hatte er für den hl. Hieronymus, von dem er uns oft viel Gutes mitteilte; unter anderem erzählte er gern, wie dessen Schüler, der hl. Eusebius, den Anblick der Dämonen, die beim Sterben (des hl. Hieronymus) herbeikamen, nicht ertragen konnte, sondern mit dem Gesicht zur Erde niederschauend die umstehenden Brüder anflehte, sie möchten ihm helfen. So ähnlich geschah es auch unserem Pater.«

Quelle 1

Quelle 2

Quelle 3

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Totensonntag

Die Bedeutung des Totensonntags ist den heutigen Deutschen kaum bekannt. Dabei handelt es sich eigentlich um einen evangelischen Feiertag.

Der Preußen-König Friedrich Wilhelm III. ordnete 1816 an, dass jährlich am letzten Sonntag des evangelischen Kirchenjahres ein allgemeiner Feiertag zur Erinnerung an die Verstorbenen zu begehen sei.

Bald wurde dieser Feiertag so etwas wie das evangelische Gegenstück von Allerseelen.

Wie bei den Katholiken werden am Totensonntag die Friedhöfe besucht und an die Auferstehung der Toten gedacht. Die Protestanten singen das Lied: „Wachet auf, ruft uns die Stimme“. In manchen Gegenden heißt der Totensonntag auch Ewigkeitssonntag.

Eines Tages ist der letzte Tag unseres Lebens gekommen – für jeden Menschen. Er wird unser kürzester Tag sein. Bedenke täglich:

„Heute ist der erste Tag vom Rest deines Lebens“

HODIE MIHI, CRAS TIBI.

HODIE MIHI – CRAS TIBI

„Heute kommt der Tod für mich, morgen für dich!“

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Selig sind diejenigen …

… die Heilige Messen in den Katakomben gehört haben!

Dem Herrn, der seiner Zeugen Dienst
mit ewigen Geschenken lohnt,
ihm schalle heute unser Lob
im Lied, das ihren Ruhm besingt.

Als Helden stritten sie im Kampf
und trugen mannhaft Qual und Pein –
der Kirche Adel, unser Stolz,
die wahren Leuchten dieser Welt.

Sie überwanden alle Furcht
und hielten selbst der Folter stand.
Ihr Mund bekannte ohne Scheu,
was ihres Herzens Glaube war.

Ins Feuer stößt man sie hinein,
gibt sie den wilden Tieren preis,
zerreißt mit stahlbewehrter Hand
den zarten Leib in bbnder Wut.

Des Leibes Innre quillt hervor,
vergossen wird ihr heil’ges Blut:
doch unerschüttert bleiben sie,
gestärkt durch ew’gen Lebens Kraft.

Der Glaube, den sie oft bezeugt,
der Hoffnung starke Zuversicht,
die Liebe Christi voller Glut
besiegt den Fürsten dieser Welt.

In ihnen strahlt des Vaters Glanz,
in ihnen wirkt des Geistes Kraft,
in ihnen triumphiert der Sohn,
und Jubel füllt den Himmelssaal.

Erlöser, Herr, wir bitten dich,
erhöre gnädig unser Flehn:
Gib Anteil uns an ihrem Los,
laß uns mit ihnen bei dir sein! Amen.

( Aeterna Christi munera)

Katakomben sind durch die Grablegungen der Märtyrer zum Zeugnis für den Glauben geworden. Die Katakombe der hl. Domitilla, einer Enkeltochter des Kaisers Vespasian (69-79), ist eine der größten in Rom. Sie hat an Galerien eine Ausdehnung von 17 Kilometer.

Die Domitilla- Katakombe ist die einzige die über eine unterirdische Basilika (im 19. Jh. Rekonstruiert) verfügt. Diese wurde im 5. Jahrhundert über einem bereits vorhandenen Heiligtum, durch Papst Damasus (366-384) errichtet. Darin befand sich die Grablege der beiden Märtyrer Nereus und Achilleus. In unmittelbarer Nachbarschaft, hinter der Apsis, findet sich das Grab der hl. Petronilla.

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Mehr denn je aktuell: Wohin steuert der Vatikan?

(Reinhard Raffalt’s Analyse von 1973:)

Unter Paul VI. dagegen reichte die Tendenz zum Hominismus bei der Reform bis in die Sprache der Meßtexte hinein. Im alten Missale Romanum war beim Offertorium das Brot als „immaculata hostia“, als makellose Opfergabe bezeichnet worden. Der Ordo Novus nannte es „fructurn terrae et operis manuum hominum“ – die Frucht der Erde und der Arbeit menschlicher Hände. Ebenso wurde der Wein, einstmals Kelch des Heiles, zur Frucht der Traube und – natürlich wieder – der Arbeit menschlicher Hände.

Während man in Rom noch um die Endfassung des Ordo Novus rang, ergriff einen beträchtlichen Teil des Klerus in allen Ländern der Welt bereits die Welle der Purifizierung. Im Hochgefühl nachkonziliarer Freiheit wurden Hochaltäre ausrangiert, Tabernakel entfernt oder nicht mehr benützt, Darstellungen von Heiligen verpönt. Neupriester verlangten als Bedingung für die Annahme ihrer Weihe die Zusicherung des Bischofs, sie würden niemals in einer barocken Kirche Dienst tun müssen.

Wie hoch die Dinge gediehen waren, zeigte der Verlauf der Messe, die Paul VI. am 17. September 1972 zum Abschluß des italienischen Eucharistie Kongresses in Udine feierte. 150.000 Menschen hatten sich eingefunden. Der Altar, sinnigerweise errichtet über einem camouflierten deutschen Wehrmachtsbunker, war ein riesiger weißgedeckter Tisch. Trotz seiner Größe reichte er nicht aus für die geplante Konzelebration. Die Veranstalter hatten errechnet, daß wenigstens zwei Drittel der zusammengeströmten Gläubigen den Wunsch hegen würden, die Kommunion zu empfangen. Folglich traten zur Konzelebration zweihundert Priester in Albe und Stola an, jeder mit einem Kelch voller Hostien. Sie wurden nicht um den Altar gruppiert, sondern hinter ihm in Fünferreihen gestaffelt. Für alle sprach der Papst die Wandlungsworte. Zur Austeilung des Sakraments verließen die Priester in langer Reihe die Plattform. Je zweien von ihnen wurde ein Jugendlicher beigegeben, der sie zu ihrem vorbestimmten Bezirk geleiten sollte. Alle diese Jugendlichen hatten es aus überzeugung verschmäht, durch Meßdienerkleidung und gereinigtes Haupthaar als Glieder des liturgischen Geschehens kenntlich zu sein. Also gab man ihnen ein Kreuz in die Hand, das sie ermächtigte, den nachfolgenden Priestern Raum zu schaffen. Hundert solcher Kreuze zu finden, war nur bei einer Firma möglich gewesen, die provisorische, mit leeren Emailschildern versehene Friedhofskreuze herstellte. Solcherart geleitet, gelangten die Priester mit dem Sakrament zu den Gläubigen. Nur recht wenige nahmen die Kommunion. Bald standen die Priester mit halbgefüllten Kelchen in der Menge und riefen: „Chi vuole ancorai“ – Wer möchte noch? Schließlich entdeckte ich zwei, die einander, die Hostien in der Hand, eine anscheinend komische Geschichte erzählten. Ein Mann neben mir sagte: „Und die wollen uns weismachen, daß das, was sie da austeilen, der Leib des Herrn ist.“ Auf der Ebene des Papstaltares hatte die neue Liturgie gerade noch gehalten. Fünf Meter tiefer, auf dem Parterre der Massen, war ihr Sinn verflogen.

Man kann verstehen, daß kompromißlose Priester – selbst in Rom, unter den Augen des Papstes – einen Schritt weiter gingen und auf die Liturgie überhaupt verzichteten. Einer von ihnen war Don Gerardo Lutte, ein Salesianerpater aus Belgien, den das alsbald verhängte Berufsverbot wenig kümmerte. Die Barackensiedlung Monte Rotondo, in der Don Lutte arbeitete, ist umstellt von modernsten Luxusappartements. Als Besitzer fungiert ein römischer Aristokrat, dessen Vermögen aufs innigste mit den vatikanischen Finanzen verflochten ist. Jedes. Kind weiß, daß hier mit Riesensummen spekuliert wurde, deren Hauptgewinn in die päpstlichen Kassen fließt. Hundert Meter davon entfernt hielt Don Lutte seine Art von Messe in einem kahlen ungefegten Raum. Als ich hinkam, fand ich ihn und seine Anhänger mitten in einer politischen Diskussion. Don Lutte saß an einem alten Schreibtisch, neben sich eine wohlgekleidete, gepflegte Studentin der Soziologie, die plötzlich begann, aus dem Evangelium vorzulesen. In der anschließenden Aussprache sagte Don Lutte: „Ich weiß schon, warum heutzutage so wenig Leute zur Messe gehen. Die Kirche hat sich zu oft auf die Seite der Reichen gestellt. Sie hat das Wort des Herrn verleugnet, der gesagt hat, die Kirche müsse vor allem für den Dienst an den Armen da sein. Statt dessen hat sie die Rechte der Reichen gegen die Armen verteidigt. Für viele, die sich das klarrnachen, ist der Besuch der Messe wie ein Verrat – ein Verrat an den Arbeitern, an den Menschen, die leiden, die unterdrückt sind und ausgenützt werden. Nur wer sich dem Dienst an den Armen hingibt, darf ein Recht auf Autorität haben.“ Darauf ein junger Mann: „Wir untersuchen viel zu wenig, ob man sich gegen Autorität nicht empören, ob man sie nicht zusammenschlagen müßte. Ich glaube, es ist besser, aus der Kirche draußen zu bleiben, weil es wichtig ist, zu protestieren, auch wenn man im Irrtum ist.“ In den Augen der Zuhörer glänzte Zustimmung.

Don Lutte war kein Einzelfall. In Florenz hatte ich Gelegenheit, Zeuge eines Gottesdienstes zu sein, den der weitberühmte Don Mazzi auf dem Kirchenplatz des Isolotto hielt. Es regnete in Strömen. Unter Schirmen standen zweihundert Menschen im Kreis um einen improvisierten Altar. Zum Schluß sagte Don Mazzi, für das Ausharren der Gemeinde dankend: „Wir sind die Kirche der Armen, der Rechtlosen, Ausgesetzten und Unterdrückten. Wir sind stolz darauf, nichts mit den Prälaten gemein zu haben, die in ihren Basiliken sitzen und sich den Segnungen der Zentralheizung hingeben.“ Im Elendsviertel unter dem claudischen Aquädukt unweit der Via Appia nuova erklärte mir Don Roberto in franziskanischer Heiterkeit: „Ich bin kein Intellektueller, der am grünen Tisch ein vorgeformtes Schema ausheckt, mit dessen Hilfe er der Kirche suggerieren könnte, wie sie sich reformieren soll. Ich überlasse diese Frage den Armen. Wenn es wahr ist, daß die Armen der lebende Christus in der Geschichte sind, dann soll dieser Christus reden. Es muß ein Ende damit haben, daß das Schicksal der Kirche im Studierzimmer der Theologen entschieden wird oder gar in der Taubheit und Kälte der Kurie.“ In Ravenna gab es einen Priester namens Don Ulisse Frascali, der seinen Beruf als Busfahrer ausübte. Er ging von der Voraussetzung aus, das Christentum könne sich nur erneuern durch radikale Politisierung. Die Methode dazu biete der Marxismus, der aber nicht das Ziel sei. Dieses definierte Don Ulisse mit der totalen Selbstverwirklichung des Menschen in der Gemeinschaft. Er selber hatte am Stadtrand von Ravenna ein Kinderheim gegründet, dessen kleine Insassen sich darin angeblich so wohl fühlten, daß es ihnen als Strafe erschien, wenn sie hin und wieder in die eigene Familie zurück mußten. Damit bewies Don Ulisse seine These, die Familie sei eine Erfindung der bürgerlichen Gesellschaft zur Unterdrückung der freien Willensbildung der Kinder. Analog dazu seien die Sakramente eine Erfindung der amtlichen Hierarchie zur Unterdrückung der freien Willensbildung der Christen. Die Messe in ihrer rituellen Form feiere er noch, weil alte Leute daran gewöhnt sind und nicht enttäuscht werden dürfen. Im übrigen hielte er jede Art von Liturgie für einen Ausfluß des „Kultualismus“, der von Hierarchie und Bourgeoisie zusammen kreiert worden sei, um den Menschen durch den Zwang zur Verehrung unkontrollierbarer Mächte an seiner Selbstverwirklichung zu hindern. Da die Übernatur außerhalb der überschaubaren Welt liege, könne sie nicht in den Auftrag des Evangeliums einbegriffen sein. Deshalb stelle er einem Sterbenden stets als letzten Trost vor Augen, wie vollkommen er in der Gemeinschaft aufgegangen sei – Grund genug, um das Schicksal seiner Seele beruhigt Gott zu überlassen. „Wenn aber“, so fragte ich dagegen, „ein Mensch ganz und gar nicht so gelebt hat, wie Sie es wollen, wenn er ein Egoist, ein Geizhals, ein Verräter war und dies im letzten Augenblick einsieht – was sagen Sie ihm dann?“ – „Das“, so antwortete er, „muß ich bei der nächsten Versammlung diskutieren.“

Beispiele, die für Hunderte stehen. Sie sollen zeigen, daß der Kampf, der unter den Augen des Papstes tobte, nicht abzutun war mit Begriffen wie „Häresie“ und „Sektierertum“. Die dissidenten Priester bildeten längst eine weltweite Bundesgenossenschaft. Wer sie am Werke sah, mochte über die Blindheit klagen, mit der sie die Erlösungsbedürftigkeit der menschlichen Natur mißkannten, er mochte bestürzt sein über die Kraft, die hier vergeudet wurde, anstatt der Kirche neues Leben zuzuführen. Aber er konnte jenen Priestern nicht den Idealismus absprechen. Sie liebten es sehr, den heiligen Franziskus als Vorbild anzuführen. In der Tat hat der Poverello von Assisi ihre Grundsätze an Radikalismus womöglich noch übertroffen. Aber in einem unterscheidet er sich von ihnen. Er hat die Kirche, deren damaliger Feudalismus ihm höchst unchristlich erscheinen mußte, niemals angetastet. Er starb in der Überzeugung, gescheitert zu sein – nicht weil er an seiner Idee irre geworden wäre, sondern weil er in der Kirche verblieb. Ich fragte Don Ulisse, was nach seiner Ansicht die Kirche der Zukunft tun solle. „Selbstzerstörung“, sagte er, „ist ihr einziger Weg, und sie wird ihn gehen.“ – „Ist das eine Voraussage?“ – „Mehr – eine Forderung an die ganze Hierarchie.“ – „Und wenn sie erfüllt ist?“ – „Dann wird es keine Kirche mehr geben, keinen Vatikan, keine Priester, aber eine christliche Menschheit.“ Joachim von Fiore hat am Ende des dreizehnten Jahrhunderts für das letzte Zeitalter der Welt das gleiche prophezeit. Er war ein Mystiker. Don Ulisse dagegen behauptete, er sei ein Realist.

Hier wurde bloßgelegt, wie sehr die offenkundige Verwirrung in der katholischen Kirche ein Klerusproblem war. Man hatte sich angewöhnt, diesen Klerus nach einem Schema zu ordnen, das zwar bequem, aber falsch war. Im Vatikan fluktuierten Vertreter aller Richtungen, die wechselweise das Ohr des Papstes erreichten. Paul VI. selbst war stets im Geiste fortschrittlich, im Herzen aber konservativ, folglich als Regent ein Janus mit zwei Gesichtern. Schließlich konnte man in Rom deutlich wahrnehmen, daß den drei scheinbar wohlunterschiedenen Gruppen stets eines gemeinsam war – die Angst, unmodern zu sein.

Aus: Reinhard Raffalt. Wohin steuert der Vatikan? Papst zwischen Religion und Politik.
Verlag R. Piper & Co. München, Zürich 1973.

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Warum sollte Paul VI. nicht heilig sein?

… oder warum ihn der regierende Papst nicht hätte heilig sprechen dürfen.

Peter Kwasniewski schreibt in seinem sieben Punkte umfassenden Artikel „Warum wir Paul VI. nicht ‚heilig‘ nennen müssen (und es auch nicht tun sollten)“ bedenkenswertes über eine Heiligsprechung als solche und über jene des Montini-Papstes im Besonderen.

Unter Punkt 5 ist u. a. zu lesen:

„Was ist an Paul VI. bewundernswert?“

Gibt es Gründe für traditionelle Katholiken, Paul VI. für irgend etwas zu bewundern? Ja, durchaus. Wir wären töricht, würden wir seine guten Taten nicht anerkennen. Aber dieses Gute reicht nicht hin, um die vielen ernsten Probleme aufzuwiegen, die wir im letzten Abschnitt angesprochen haben. Die Geschichte des Montinischen Pontifikats ist faktisch eine äußerst prägnante Demonstration des Unterschieds zwischen der Person und dem Amt. Im Fall heiliger Päpste hat man den Eindruck, die Amtsgnade nehme die Person auf und umhülle sie und verwandle sie in eine strahlende Ikone des heiligen Petrus und Jesu Christi. Im Fall schlechter oder mittelmäßiger Päpste ist die Amtsgnade etwas, das stellenweise aufflackert, das in Notsituationen aus der Verborgenheit zum Vorschein kommt, das aber den Inhaber nicht auf dieselbe Weise verwandelt. Letzteres können wir bei Paul VI. beobachten […]

Papst Paul VI. wird von den meisten Historikern als eine Art tragische Gestalt beschrieben, der versuchte, der ihn umgebenden Ereignisstürme Herr zu werden, allerdings unfähig war, viel auszurichten. Wahrscheinlich deswegen, und weil man den Eindruck hatte, Montini beuge sich häufig den Meinungen der Welt; weil man den Eindruck hatte, er habe häufig (mit nur ganz geringen Veränderungen) die vorgefertigten Begriffe und Vorstellungen einfach übernommen, die ihm falsche Experten lieferten; wahrscheinlich stechen aus diesen Gründen die Augenblicke, in denen er sich nicht beugte, mit der schlichten Helligkeit des Petrus so klar hervor. Die Nota Praevia (vorangestellte Notiz) zu Lumen Gentium, die energische Verteidigung traditioneller eucharistischer Lehren (in Mysterium Fidei) und der Lehren über Ablässe (in Indulgentiarum Doctrina), das Credo des Gottesvolkes sind Pfeiler, die in einem zerfallenden Gebäude unerschütterlich stehenbleiben, Zeichen übernatürlichen Schutzes. Mitten im moralischen Zusammenbruch der 1960er Jahre und im Widerspruch zu der Kommission, die von seinem Vorgänger eingesetzt worden war, um die Frage erneut zu untersuchen, sprach Petrus durch [Papst] Paul in Humanae Vitae: „Es ist niemals erlaubt – auch aus noch so ernsten Gründen nicht –, Böses zu tun um eines guten Zweckes willen.“

Wenn solche guten Taten und Lehren für Paul VI. eine Gewohnheit, normal und charakteristisch gewesen wären, und wenn sie mit dem Schmuck christlicher Tugenden versehen, von den christlichen Tugenden erfüllt gewesen wären, die der heilige Thomas im Zweiten Teil der Summa behandelt, und wenn sich darüber hinaus noch ein volkstümlicher Kult um einen geliebten Papst gebildet hätte, der sich in vielen unstrittigen Wundern manifestiert hätte, dann – und nur dann – hätten wir einen berechtigten Anlaß gehabt, Paul VI. zur Ehre der Altäre zu erheben. […]

Quelle

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