Gott hat Form angenommen

Und die äußere Gestalt der heiligen Messe muss einem Gefäß gleichen, in das die göttlche Gegenwart einströmen kann – dann erst enthüllt sich das Wesen wahrer Liturgie.

Ein Plädoyer für die Umsetzung des Motu proprio „Summorum Pontificum“ von Benedikt XVI. von Martin Mosebach.

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VATICAN-MAGAZIN, Heft 8-9, 2017 

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8. Sonntag nach Pfingsten

Epistola (Rom. 8, 12-17)
Lectio Epistolæ beati Pauli Apostoli ad Romanos.
Fratres: Debitores sumus non carni, ut secundum carnem vivamus. Si enim secundum carnem vixeritis, moriemini: si autem spiritu facta carnis mortificaveritis, vivetis. Quicumque enim spiritu Dei aguntur, ii sunt filii Dei. Non enim accepistis spiritum servitutis iterum in timore, sed accepistis spiritum adoptionis filiorum, in quo clamamus: Abba (Pater). Ipse enim Spiritus testimonium reddit spiritui nostro, quod sumus filii Dei. Si autem filii, et heredes: heredes quidem Dei, coheredes autem Christi.
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Brüder! Wir sind nicht dem [begehrlichen] Fleische verpflichtet, so daß wir nach dem Fleische leben müßten. Denn

wenn ihr nach dem Fleische lebt,
werdet ihr sterben;

wenn ihr aber durch den Geist die Werke des Fleisches tötet,
werdet ihr leben.

Denn alle, die sich vom Geiste Gottes leiten lassen, die sind Kinder Gottes. Ihr habt ja nicht den Geist der Knechtschaft empfangen, so daß ihr aufs neue [wie vor eurer Taufe] Furcht haben müßtet, sondern den Geist der Kindschaft, in dem wir rufen: Abba, Vater! Denn der [Hl.] Geist selbst bezeugt unsrem Geiste, daß wir Kinder Gottes sind: wenn aber Kinder, so sind wir auch Erben: Erben Gottes und Miterben Christi.

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Evangelium (Luc. 16, 1-9)
Sequentia sancti Evangelii secundum Lucam.
In illo tempore: Dixit Jesus discipulis suis parabolam hanc: Homo quidam erat dives, qui habebat villicum: et hic diffamatus est apud illum, quasi dissipasset bona ipsius. Et vocavit illum et ait illi: Quid hoc audio de te? redde rationem villicationis tuæ: jam enim non poteris villicare. Ait autem villicus intra se: Quid faciam, quia dominus meus aufert a me villicationem? fodere non valeo, mendicare erubesco. Scio, quid faciam, ut, cum amotus fuero a villicatione, recipiant me in domos suas. Convocatis itaque singulis debitoribus domini sui, dicebat primo: Quantum debes domino meo? At ille dixit: Centum cados olei. Dixitque illi: Accipe cautionem tuam: et sede cito, scribe quinquaginta. Deinde alii dixit: Tu vero quantum debes? Qui ait: Centum coros tritici. Ait illi: Accipe litteras tuas, et scribe octoginta. Et laudavit dominus villicum iniquitatis, quia prudenter fecisset: quia filii hujus sæculi prudentiores filiis lucis in generatione sua sunt. Et ego vobis dico: facite vobis amicos de mammona iniquitatis: ut, cum defeceritis, recipiant vos in æterna tabernacula.
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In jener Zeit trug Jesus Seinen Jüngern dieses Gleichnis vor: Ein reicher Mann hatte einen Verwalter. Dieser wurde bei ihm angeschuldigt, er veruntreue seine Güter. Da rief er ihn zu sich und sprach zu ihm: «Was muß ich da von dir hören? Gib Rechenschaft von deiner Verwaltung; denn du kannst nicht länger Verwalter sein.» Der Verwalter sagte bei sich: «Was soll ich tun, da mein Herr mir die Verwaltung nimmt? Graben kann ich nicht; zu betteln schäm ich mich. Ich weiß, was ich tue, damit sie mich in ihre Häuser aufnehmen, wenn ich von der Verwaltung abgesetzt bin.» Er ließ nun die Schuldner seines Herrn einzeln kommen und sprach zum ersten: «Wieviel schuldest du meinem Herrn?» Er antwortete: «Hundert Krüge Öl.» Da sprach er: «Nimm deinen Schuldschein, setze dich schnell und schreibe: fünfzig!» Dann sprach er zu einem andern: «Wieviel bist du schuldig?» Er antwortete: «Hundert Malter (zu je 400 Liter) Weizen.» Zu diesem sagte er: «Nimm deinen Schuldbrief und schreibe achtzig.» Der Herr [nämlich der reiche Mann] lobte den ungerechten Verwalter, daß er klug gehandelt habe. So sind die Kinder dieser Welt unter ihresgleichen klüger als die Kinder des Lichtes. Darum sage auch Ich euch: Macht euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, damit sie euch, wenn euer Ende kommt, in die ewigen Wohnungen aufnehmen.

MARIAWALDER MESSBUCH

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Requiem – Seminaristen des Priesterseminars der Petrusbruderschaft (Denton,Nebraska, USA)

Papst Benedikt XVI. hat vor zehn Jahren mit dem Motu Proprio „Summorum Pontificum den liturgischen Büchern, wie sie 1962 üblich waren, wieder für die ganze Kirche erlaubt. Doch vor allem in den deutschsprachigen Bistümern konnte dieser Rechtsanspruch kaum in die Realität umgesetzt werden. Die Widerstände aus den meisten Generalvikariaten sind nach wie vor massiv. Zwar gibt es hier und da die Erlaubnis zur Zelebration einer „tridentinischen Messe“, aber oft sind sie mit erheblichen Auflagen verbunden. Weitergehende Zugeständnisse, die „Summorum Pontificum“ impliziert, sind fast nicht und wenn, dann nur mit großen Mühen und gegen vielerlei Widerstände möglich. So sind auch Exequien im alten Ritus nur selten möglich. Ein Requiem, wie es der tridentinische Ritus vorsieht, wird fast nie erlaubt.

Umso dankbarer kann man sein, dass von der Petrusbruderschaft die CD „REQUIEM“ eingesungen und veröffentlicht worden ist.  –

„Die CD ‚Requiem‘ erinnert an eine geistliche Grundhaltung, die im Mittelalter lebendig war, als die Mönche und Nonnen noch keine Notenexemplare in den Händen hielten, sondern alle Gesänge inwendig lernen mussten, bevor sie sie als Ausdruck ihres Glaubens singen konnten. Und obwohl die Petrusbrüder bei ihrer Aufnahme selbstverständlich Noten verwendet haben, singen sie aus derselben Haltung heraus.“

„Das, was wir hier tun ist keine Performance.
Es ist, was wir leben, es ist unser Leben.“

„Das Hören dieser ausgezeichneten CD ist uneingeschränkt empfehlenswert […] – es ist gut möglich, dass in 20 Jahren dies für viele Gläubige die einzige Möglichkeit sein wird, gesungenen Glauben auf diesem Niveau mitzuerleben.“

(Tagespost, ganzer Artikel)

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Feature video: the REQUIEM

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Officium Divinum – Kloster Mariawald

Nachdem zuerst die KOMPLET, danach auch die übrigen Tagzeiten des Göttlichen Offiziums (LAUDES, PRIM, TERZ, SEXT, NON, VESPER) online gestellt wurden, befindet sich gerade die VIGIL im Aufbau und wird in Kürze zugänglich sein. Bereits jetzt kann der Interessierte die VIGIL des Sonntag einsehen bzw. mitbeten.

Mariawalder-Messbuch

Es sei noch darauf hingewiesen, dass die Trappisten, die „Zisterzienser von der strengeren Observanz“ (OCSO), bis in die fünfziger Jahre des 20. Jahrhunderts ebenso wie die Kartäuser und manche andere Orden, das sogenannte „Officium parvum B.M.V.“ beteten. Das Generalkapitel des Ordens entschloß sich damals, diese geistliche Übung aufzugeben. Wahrscheinlich weiß heute niemand mehr, warum.

Damals erhob sich Abt Christophorus von Mariawald und gab zu bedenken, dass dieses schöne Offizium seit Bestehen des Zisterzienserordens bis auf diesen Tag mit großem Eifer verrichtet worden war. – Um nun nicht ganz auf diesen Lobpreis der Allheiligen Gottesmutter zu verzichten machte er folgenden Vorschlag: Es werden die Antiphonen der einzelnen Horen, der Versikel, die Oration und das Abschlussgebet Dulce nomen vor jeder kanonischen Hore gesungen. Der Beginn bleibt erhalten. Dieser Vorschlag fand allgemeine Zustimmung. – Die Abtei Mariawald hat bis auf den heutigen Tag an diesem Modus festgehalten.
Vgl.  Cella B.M.V. de Porta coeli S.O.Cist.

Aus diesem Grunde beginnt das nächtliche Offizium der Vigilien nach wie vor mit dem sehr verkürzen „Officium parvum B.M.V.“

O admirabile commercium *
Creator generis humani, animatum corpus sumens,
de Virgine nasci dignatus est:
et procedens homo sine semine,
largitus est nobis suam Deitatem. ( vi. T.)

V. Speciosa facta es, et suavis.
R. In deliciis tuis, sancta Dei Genitrix.

Oremus.
Concede nos famulaos tuos, quaesumus, Domine Deus, perpetua mentis et corporis sanitate gaudere: et gloriosa beatae Mariae semper Virginis intercessione, a praesenti liberari tristitia, et aeterna perfrui laetitia. Per Christum Dominum nostrum. R. Amen

Dulce nomen Domini nostri Jesu Christi et beatissimae Matris.
Ejus sit benedictum in saecula saeculorum.

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O wunderbarer Tausch: *
der Schöpfer des Menschengeschlechtes wollte,
einen beseelten Leib annehmend,
von einer Jungfrau geboren werden,
und ohne Samen als Mensch hervorgehend,
hat er uns seine Gottheit geschenkt.

Schön bist du und hold in deinem Liebreiz.
Heilige Gottesmutter.

Lasset uns beten.
Wir bitten Dich, Herr, unser Gott, dass wir, Deine Diener, uns beständiger Gesundheit des Leibes und der Seele erfreuen, und daß wir durch die glorreiche Fürsprache der seligen, allzeit reinen Jungfrau Maria, von der Trübsal dieser Zeit befreit werden und die ewige Freude genießen dürfen. Durch unseren Herrn Jesus Christus. Amen.

Die liebreichen Namen unseres Herrn Jesus Christus und Seiner allerseligsten Mutter sollen gepriesen sein in alle Ewigkeit. Amen.

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SUMMORUM PONTIFICUM – 7.7.2007

In Herzogenrath ist es seither Praxis, dass das Proprium gesungen wird. Ein plagiathaftes Liedersingen im Stil der vorkonziliaren deutschen Bet-Sing-Messe gibt es nicht. Dies würde der Absicht des Motu proprio, das Schatzhaus der traditionellen Liturgie für möglichst viele aufzuschließen, nicht gerecht. Der „Gregorianische Ritus“ lebt schließlich ganz und gar aus dem Gesang, dessen Beschneidung in der „stillen Messe“ eigentlich nur der Ausnahmefall ist. Dank der partiellen Verwendung vereinfachter Melodien aus den „Chants Abrégés“ von Solesmes kann der Cantus Gregorianus zweimal in der Woche vollständig ermöglicht werden. Die Gläubigen erhalten zum Mitvollzug der Liturgie ein Heftchen mit dem Ordo Missae und einigen Choralmessen. Zum Verständnis der Tagestexte gibt es zusätzlich für die Hand der Gläubigen einen Zettel, auf dem einige grundsätzliche Hinweise zur Mitfeier – insbesondere zur Art und Weise des Kommunionempfangs – und Übersetzungen der Texte sowie Erläuterungen zur aktuellen Tagesliturgie aufgeführt sind.

(Pfarrer Rodheudt in der TAGESPOST)

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Primiz-Krone

Anlässlich seiner ersten heiligen Messe, der Prima-Missa oder Primiz, wurde in vergangenen Zeiten (16. Jh. bis nach dem 2. Weltkrieg) dem Primizianten, dem Neupriester, eine Primizkrone überreicht. Die Primizkrone wurde verstanden als Symbol der geistlichen Vermählung des Priesters mit Christus.

Die Krone verstand man auch als Zeichen des Eintritts in einen neuen, dauernden Zustand. So ist die Primizkrone auch vergleichbar mit einer Hochzeitskrone, die einst von der Braut getragen wurde, bevor die Krone durch den Brautschleier verdrängt worden ist. Eine andere Deutung sieht die Priesterkrone als Zeichen der Jungfräulichkeit.

Eine wirkliche „liturgische Verwendung“ der Krone gab es nicht. Selten trug der Neupriester die Primizkrone während des Einzugs, nachdem sie z. B. von der Mutter dem Priestersohn vor der Kirche aufgesetzt wurde. Meistens trugen Mädchen, die „Primizbraut“, die Krone auf einem Kissen, in der Prozession in die Kirche und überreichten sie dem Primizianten, der sie sein Leben lang in Ehren halten und ihm als Mahnung dienen sollte.

Vor einigen Jahren wurde in der BR-Sendung „Kunst und Krempel“ eine besonders schöne Primiz-Krone vorgestellt. Diesen Beitrag kann man HIER sehen.

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