Einhundertjähriger Messkoffer

Vor einigen Tagen berichtete die facebook-Seite vom Zisterzienserstift Heiligenkreuz, dass Pater Edmund „ein originelles und interessantes Geschenk“ bekommen hätte, denn „seine Schwester hat in einem Antiquariat in Oberösterreich“ einen „Messkoffer für Feldgeistliche im Ersten Weltkrieg entdeckt, gekauft und Pater Edmund geschenkt“. Dieser Messkoffer sei jetzt hundert Jahre alt und „in sehr gutem Zustand“. Der Autor der Veröffentlichung meint, der Koffer mit allen Utensilien sei deswegen so gut erhalten geblieben, weil er „offensichtlich“ „kaum verwendet worden“ sei.
Dazu schrieb jemand, der gute Zustand käme wahrscheinlich nicht wegen seltenem Einsatz zustande, sondern wegen der liebevoller Behandlung, die man ihm angedeihen ließ. Beides ist möglich…

Das Beste an dem Geschenk der Schwester an den Priesterbruder ist wohl, dass Pater Edmund den Koffer mit Inhalt wirklich auch seiner Bestimmung gemäß benutzen kann. Denn Pater Edmund Waldstein zelebriert wirklich im tridentinischen Ritus die Messe aller Zeiten. Deo Gratias.

„Man klappte den Koffer auf, steckte oben ein Kreuz und Kerzen an, legte die mit einem Altarstein ausgestattete Altarmensa auf, bereitete alles vor und konnte die Heilige Messe feiern. Sogar Messgewänder in allen liturgischen Farben sind in dem Koffer erhalten. Ein besonders interessantes Stück Geschichte, das Einblick in die Seelsorge für Soldaten Anfang des 20. Jahrhunderts gibt und auch von einer großen Liebe zur Feier der Liturgie zeugt.“

Foto: Pater Edmund mit dem historischen Messkoffer aus der Zeit des Ersten Weltkrieges. Stift Heiligenkreuz. – https://www.facebook.com/stiftheiligenkreuz/photos/a.156147794020.117509.151746389020/10155684097729021/?type=3&theater

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Unwetter und WETTERSEGEN

Seit Wochen können wir an jedem Tag von schlimmen Unwettern hören und lesen. Ob Tornado, Stürme, Starkregen, Hagel, Überschwemmungen, vollgelaufene Keller, überspülte Straßen, zerschlagene und verwüstete Gärten und Felder, entsetzte Familien, die Teile ihres Hab und Gut verloren haben usw. – viele Menschen sind betroffen und im Fernsehen und im Internet kann es jeder hundertfach ansehen.

Wissen wir heute noch, dass es einen Wettersegen gibt?

Wo gibt es noch den Wettersegen?

Wo wird noch geglaubt, dass das Gebet zu unserem Herrn Jesus Christus mächtig ist und die Welt verändern kann, – selbst die Natur?

Der Wettersegen ist ein feierlicher Wunsch, dass Gott alles Unglück durch Unwetter von den Gläubigen abwenden möge und einen reichen Erntesegen ermögliche.

Einst bestand in vielen Diözesen die Vorschrift (es war also nicht nur ein Brauch!), in der Zeit zwischen Kreuzauffindung am 3. Mai, bis zu Kreuzerhöhung am 14.September, täglich nach der Hl. Messe (der Hauptmesse) den Wettersegen (Benedictio Tempestatis) zu erteilen.

Die Segensgebete werden vor den Stufen des Altares verrichtet. Der eigentliche Segen wird dann vom Altare aus nach Möglichkeit mit der Kreuzpartikel erteilt.

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Der WETTERSEGEN

Von Blitz, Hagel und Ungewitter
erlöse uns, Herr Jesus Christus.
Zeige, Herr, uns Deine Huld.
Und schenke uns Dein Heil.
Herr, erhöre mein Gebet.
Und lass mein Rufen zu Dir kommen.
Der Herr sei mit euch.
Und mit deinem Geiste.

Lasset uns beten.
Wir bitten Dich, allmächtiger Gott,
verleihe uns auf die Fürbitte der heiligen Gottesmutter Maria,
der heiligen Engel, Patriarchen, Propheten, Apostel,
Märtyrer, Bekenner, Jungfrauen, Witwen und aller Deiner Heiligen
immer Deinen Schutz;
gib, dass Ruhe sei in den Lüften,
lass gegen Blitz und Ungewitter Dein Heil vom Himmel
über uns Unwürdige herabströmen,
und mach mit Deiner starken Hand
die dem Menschen
stets feindlichen Mächte der Luft zunichte.
Durch ihn, Christus, unseren Herrn. Amen

Lasset uns beten. Gott, Du vermagst
Selbst durch die Bewegungen der Luft alles, was Dir dient,
zur Verehrung Deiner Majestät zu führen;
gewähre uns in Deiner Barmherzigkeit
ruhiges und beständiges Wetter und halte die Schrecknisse der Lüfte von uns fern;
so mögest Du, vor dessen Zorn wir beben,
uns Deine Güte erfahren lassen.
Durch Christus unseren Herrn. Amen.

Der Name des Herrn sei gepriesen.
Von nun an bis in Ewigkeit,
Unsere Hilfe ist im Namen des Herrn.
Der Himmel und Erde erschaffen hat.

Wenn vorhanden, wird der folgende Segen mit einer Kreuzreliquie erteilt.

Der Segen des allmächtigen Gottes,
des Vaters + und des Sohnes
und des Heiligen Geistes,
komme herab auf euch,
auf diesen Ort
und auf die Früchte der Erde
und verbleibe allezeit. Amen.

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Sünder sein, der Buße tut.

Wir sind verirrte Schafe.
Wir sind in vielerlei Nöte geraten und wir leiden.
Wir wenden uns hilfesuchend hin zum guten Hirten.
IHM vertrauen wir uns an.

In jener Zeit traten Zöllner und Sünder zu Jesus, um Ihn zu hören.
Da murrten die Pharisäer und Schriftgelehrten und sprachen:
„Dieser nimmt sich der Sünder an und ißt mit ihnen.“
Er aber hielt ihnen dieses Gleichnis vor:
„Wer von euch, der hundert Schafe hat und eines davon verliert, läßt nicht die neunundneunzig in der Wüste und geht dem verlorenen nach, bis er es findet? Und wenn er es gefunden hat, so legt er es voll Freude auf seine Schultern; und wenn er nach Hause kommt, so ruft er seine Freunde und Nachbarn zusammen und spricht zu ihnen: Freuet euch mit mir; denn ich habe mein Schaf gefunden, das verloren war. Ich sage euch: Ebenso wird im Himmel Freude sein über einen Sünder, der Buße tut, mehr als über neunundneunzig Gerechte, die der Buße nicht bedürfen. Und zündet nicht eine Frau, die zehn Drachmen hat und eine davon verliert, ein Licht an, kehrt das Haus aus und sucht sorgfältig, bis sie die Drachme findet? Und hat sie diese gefunden, so ruft sie die Freundinnen und Nachbarinnen zusammen und spricht: Freuet euch mit mir, ich habe die Drachme gefunden, die ich verloren hatte. Ebenso, sage ich euch, ist Freude bei den Engeln Gottes über einen einzigen Sünder, der Buße tut.

Evangelium (Lukas 15,1-10) vom 3. Sonntag nach Pfingsten

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FEST DES ALLERHEILIGSTEN HERZENS JESU

Die Geheimnisse des Erlöserlebens Christi, das wir im Laufe des Kirchenjahres feiern, gründen schließlich alle in dem einen tiefsten Geheimnisse seiner Liebe. Sie ist da vor Urbeginn alles Werdens; sie ist die schöpferische Kraft aller Gottestaten, wie Menschwerdung, Erlösungstod, Eucharistie, Gnade, Kirche. All diese Liebe stellt sich uns verkörpert dar im Herzen Jesu.

In die Liebe, in das Innenleben dieses Herzens sich zu vertiefen, besonders aber diesem Herzen, das trotz all seiner Liebe soviel Undank erfährt, Sühne zu leisten, ist Sinn und Zweck der Herz-Jesu-Verehrung. Die Gedanken, die dem Herz-Jesu-Kulte zu Grunde liegen, wurzeln in der Hl. Schrift. Heilige des christlichen Altertums (Augustinus), des Mittelalters (Bernhard, Gertrud, Mechthild) und der Neuzeit (Johannes Eudes, Margareta Alacoque) halfen mit, Gehalt und Gestalt des Herz-Jesu-Festes zu schaffen. Papst Pius XI. verlieh ihm einen Rang, der es unter die höchsten Herrenfeste einreiht.

Im Introitus rühmen wir die Großtaten der Liebe Christi: Erlösung und Eucharistie.
Diese Liebe, die sich ganz für uns opferte, verpflichtet uns zur Gegenliebe (Oratio).
Dringen wir daher immer mehr ein in die Geheimnisse dieser Liebe.
Vereinigen wir uns mit dieser Liebe durch einen glühenden Glauben an Christus (Epistola) und durch ein Leben, das in Gerechtigkeit, Sanftmut, Demut die Tugenden des heiligsten Herzens nachzubilden sucht (Graduale, Alleleluia).
Das durchbohrte Herz des Gekreuzigten (Evangelium) ist ein Apell an den Edelmut und Heroismus unsres Herzens, uns aus dem grauen Alltag zu einem Leben heiliger Sühne und Liebe zu erheben (Offertorium).
Die heilige Opferfeier weihe unser Herz zum Altar, auf dem die Glut heiliger Opferliebe nie mehr erlöschen soll! (Postcommunio).

vgl. Mariawalder Messbuch – http://www.mariawalder-messbuch.de/as62/pfingstkreis/herzjs/index.html

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Diakonenweihe

Aus einer katholischen Predigt:

Sein wesentliches Amt bezieht sich auf die heilige Eucharistie. Der Diakon bereitet beim levitierten Hochamt den Kelch mit dem Wein des Zelebranten vor und spricht mit diesem das folgende Aufopferungsgebet: „Wir opfern Dir, o Herr, den Kelch des Heiles… für unser und der ganzen Welt Heil.“ Und dieses erste Amt werdet ihr, liebe Weihkandidaten, die Ehre haben, manchmal in den folgenden Monaten auszuüben. Vielleicht werdet ihr auch die Freude haben, den einen oder anderen eurer Neffen zu taufen, „baptizare“, wie ich selber es vor 43 Jahren tun durfte. Vielleicht werdet ihr auch die besondere Gnade haben, die hl. Kommunion den Gläubigen auszuteilen mit der Erlaubnis des Distriktsoberen, um einem Priester in einer großen Pfarrei zur Seite zu stehen. Aber sicher werdet ihr predigen dürfen, in der Seminarkapelle oder in einer anderen unserer Kirchen.

Und hier müsst ihr in besonderer Weise die Tugend der Zuversicht, der Parresis in Griechisch, üben. Diese Zuversicht kommt nicht von eurer Persönlichkeit, sondern von eurem kirchlichen Amt des Diakons. Deshalb sollt ihr mit Demut und mit Ehrfurcht gegenüber den Gläubigen die Wahrheit verkünden, ich meine mit Zuversicht gegenüber der geoffenbarten Wahrheit selbst, wie es der Apostel Paulus den Korinthern schreibt: „Ich trat mit Schwachheit und Furcht und großer Zaghaftigkeit bei euch auf. Meine Rede und meine Predigt geschahen nicht in beredten Worten der [menschlichen] Weisheit, sondern im Erweise von Geist und Kraft.“ Und warum dieses? Der hl. Paulus gibt dafür den Grund an: „Euer Glauben sollte sich ja nicht auf Menschenweisheit gründen, sondern auf Gottes Kraft“ (1 Kor 2,4-5).

Es ist die Kraft Eurer Verkündigung, welche eure Zuhörer überzeugt. Und ich würde sagen: Die Kraft ist die Kraft des Wahrheitswortes Gottes.

Aus der Predigt von Mgr. Tissier de Mallerais bei den Diakonatsweihen 2018 in Zaitzkofen.

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Allerheiligste Dreifaltigkeit und die Heilige Liturgie

Die heilige Liturgie hat die Verherrlichung Gottes und die Erinnerung an seine Werke zum Gegenstande. Sie folgt alljährlich den erhabenen Phasen, in welchen der Allerhöchste sein ganzes Wesen einfachen Sterblichen erklärt hat. In den düsteren Adventsfarben haben wir die Zeit der Erwartung durchschritten, während welcher die glänzende Dreiheit nur wenige Strahlen durch das Gewölke dringen ließ. Die Welt erflehte einen Befreier, einen Messias, und der eigene Sohn Gottes sollte dieser Befreier, dieser Messias sein. Damit wir die Vorhersagungen, die ihn ankündigten, vollständig verstanden, mußte er auch thatsächlich kommen. „Ein Kind ist uns geboren worden [Is. 9, 6],“ und wir hatten den Schlüssel der Prophezeiungen. Indem wir den Sohn anbeten, haben wir auch den Vater angebetet, der uns denselben im Fleische sandte und der ihm wesensgleich ist. Das Wort des Lebens, das wir in seiner Menschheit gesehen, das wir gehört, das wir mit Händen betastet haben, hat uns überzeugt, daß es in Wahrheit eine Person und von dem Vater verschieden ist; denn der Eine sendet, der Andere ist gesandt. In dieser zweiten göttlichen Person sind wir dem Mittler begegnet, der die Schöpfung mit ihrem Schöpfer vereinigt hat, dem Erlöser unserer Sünden, dem Lichte unserer Seelen, dem Bräutigam, nach welchem alle Seelen sich sehnen.

Nachdem die Reihe der ihm eigenthümlichen Geheimnisse vorüber, haben wir die Ankunft des Geistes, des Heiligmachers, gefeiert, welcher angekündigt war, um das Werk des Sohnes Gottes zu vollenden. Wir haben ihn angebetet und als verschieden von Vater und Sohn erkannt, welche uns denselben mit dem Auftrage sendeten, bei uns zu bleiben [Joh. 14, 16]. Er hat sich in dem ihm eigenthümlichen göttlichen Wirken offenbart. Denn dies Wirken ist eben der Grund seiner Herabkunft. Er ist die Seele der heiligen Kirche, er erhält sie in der Wahrheit, welche der Sohn gelehrt hat. Er ist die Quelle der Heiligung in unseren Seelen, woselbst er seine Wohnung aufschlagen will. Kurz, das Geheimniß der allerheiligsten Dreifaltigkeit ist für uns nicht nur ein unseren Gedanken vertrauter, durch die Offenbarung kundgewordener Glaubenssatz, sondern eine jener Wahrheiten, die wir durch die unerhörte Gnadenfülle Gottes an uns selbst praktisch werden fühlen: wir sind von dem Vater an Kindesstatt angenommen, Brüder und Miterben des Sohnes, innerlich bewegt und bewohnt vom Heiligen Geiste.

Aus: Das Kirchenjahr von Dom Prosper Guéranger, Abt von Solesmes; Zehnter Band: Die Zeit nach Pfingsten; Mainz 1881

Siehe auch HIER

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