Allerseelen – 2. November

Requiem. Tractus.

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Absolve, Domine, animas omnium fidelium defunctorum ab omni vinculo delictorum.
Et gratia tua illis succurrente, mereantur evadere judicium ultionis.
Et lucis aeternae beatitudine perfrui.

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Befreie, o Herr, die Seelen aller verstorbenen Gläubigen von jeder Fessel der Schuld.
Deine Gnade komme ihnen zu Hilfe, auf dass sie entrinnen dem Rachegerichte.
Lass sie genießen des ewigen Lichtes Glückseligkeit.

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Christus ist unser König! – Viva Christo Rey!

Christus der König wird als Menschensohn
mit großer Macht und Herrlichkeit erscheinen!

In jener Zeit sprach Jesus zu Seinen Jüngern:
„Wenn ihr am heiligen Ort den Greuel der Verwüstung seht, dann fliehe, wer in Judäa ist, auf die Berge; wer auf dem Dache ist, steige nicht herab, um etwas aus seinem Hause mitzunehmen; und wer auf dem Felde ist, kehre nicht heim, um sein Oberkleid zu holen.
Wehe aber den Müttern und ihren Kindlein in jenen Tagen! Betet, daß eure Flucht nicht in den Winter oder auf einen Sabbat falle. Denn es wird alsdann eine so große Bedrängis sein, wie sie von Anfang der Welt bis jetzt nicht war, auch fernerhin nicht mehr sein wird. Ja, würden diese Tage nicht abgekürzt, so würde kein Mensch gerettet werden; doch um der Auserwählten willen werden jene Tage abgekürzt werden.

Wenn dann jemand zu euch sagt:
Seht, hier ist Christus, oder dort, so glaubt es nicht.
Denn es werden falsche Christus und falsche Propheten aufstehen und große Zeichen und [Schein-] Wunder wirken, so daß selbst die Auserwählten, wenn es möglich wäre, in Irrtum geführt würden.

Seht, Ich habe es euch vorhergesagt.
Wenn man also zu euch sagt:
Seht, er ist in der Wüste, so geht nicht hinaus; seht, er ist in den Gemächern, so glaubt es nicht. Denn wie der Blitz vom Aufgang ausgeht und bis zum Niedergang leuchtet, ebenso wird es mit der Ankunft des Menschensohnes sein (plötzlich und allen sichtbar). Wo ein Aas ist, da sammeln sich auch die Adler (so sicher wie die Adler über Aas, so sicher kommt der Richter). Sogleich nach der Trübsal jener Tage wird die Sonne verfinstert werden, der Mond wird seinen Schein nicht mehr geben, die Sterne werden vom Himmel fallen und die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden.

Dann wird das Zeichen des Menschensohnes [das Kreuz] am Himmel erscheinen.
Alle Geschlechter der Erde werden wehklagen.
Und sie werden den Menschensohn kommen sehen in den Wolken des Himmels mit großer Macht und Herrlichkeit.
Er wird Seine Engel aussenden mit lautem Posaunenschall, und sie werden Seine Auserwählten sammeln von den vier Winden, von einem Ende des Himmels bis zum andern.
Vom Feigenbaum aber lernet das Gleichnis:
Wenn seine Zweige saftig werden und die Blätter hervorsprossen, so wißt ihr, daß der Sommer nahe ist. Ebenso sollt ihr auch, wenn ihr all dies sehet, wissen, daß das Ende nahe vor der Türe steht.
Wahrlich, Ich sage euch, dieses Geschlecht wird nicht vergehen, bis das alles geschieht.

Himmel und Erde werden vergehen, aber Meine Worte werden nicht vergehen.“

24. So. n. Pf. Evangelium (Matth. 24, 15-35)

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Miserere mihi, Domine.

In vielen Seelen ihrer Kinder kann die Kirche nicht die Ernte einbringen, die sie erwarten durfte. Getauft, gefirmt, genährt mit der heiligen Eucharistie, sollten sie «mit der ganzen Fülle Gottes erfüllt» sein (Epistola); statt dessen bleiben viele ohne Frucht. Für alle diese betet die Kirche und beten auch wir mit ihr den Introitus und flehen in der Oratio: «Deine Gnade möge uns allezeit vorangehen und nachfolgen»

Miserere mihi, Domine, quoniam ad te clamavi tota die: quia tu, Domine, suavis ac mitis es, et copiosus in misericordia omnibus invocantibus te. (Ps.ibid.1) Inclina, Domine, aurem tuam mihi, et exaudi me: quoniam inops et pauper sum ego.
V Gloria Patri, et Filio, et Spiritui Sancto. Sicut erat in principio, et nunc, et semper, et in sæcula sæculorum. Amen. – Miserere mihi.

Erbarm Dich meiner, o Herr, ich rufe zu Dir den ganzen Tag; Du bist ja gut und mild, o Herr, und an Erbarmen reich für alle, welche zu Dir rufen. (Ps. ebd. 1) Herr, neige Dein Ohr zu mir, und erhöre mich; denn hilflos bin ich und arm.
V Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste. Wie es war im Anfang, so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen. – Erbarm Dich meiner.

(Introitus. Ps. 85,3 u. 5)

Brüder! Ich bitte euch: werdet nicht mutlos wegen der Drangsale, die ich für euch erleide; das bedeutet ja Ruhm für euch. Darum beuge ich mein Knie vor dem Vater unsres Herrn Jesus Christus, von dem jedes Geschlecht im Himmel und auf Erden seinen Namen hat: Er möge euch nach dem Reichtum Seiner Herrlichkeit verleihen, daß ihr durch Seinen Geist dem innern Menschen nach kraftvoll erstarket; daß Christus durch den Glauben in euren Herzen wohne und ihr selbst in der Liebe festgewurzelt und gegründet seiet. So möget ihr mit allen Heiligen begreifen die Breite und Länge, die Höhe und Tiefe (der herrlichen Berufung, die uns in Christus zuteil geworden) und auch die Liebe Christi verstehen, die alles Erkennen übersteigt, und so mit der ganzen Fülle Gottes erfüllt werden. Ihm aber, der vermöge der in uns wirkenden Kraft über all das hinaus noch weit mehr zu tun vermag, als wir erflehen und erdenken können, Ihm sei die Ehre in der Kirche und in Christus Jesus durch alle Geschlechter von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

(Epistola. Eph. 3,13-21)

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Diene nicht zwei Herren, dem Geist und dem Fleisch!

Wandelt im Geiste, dann werdet ihr die Gelüste des Fleisches nicht vollbringen.
Denn das Fleisch gelüstet wider den Geist,
den Geist aber wider das Fleisch,
beide widerstreiten einander.
Ihr dürft also nicht alles tun, was ihr wollt.
Wenn ihr euch vom Geiste leiten lasset, so steht ihr nicht mehr unter dem Gesetz (weil ihr aus innerem Antrieb heraus den Willen Gottes erfüllt).

Bekannt sind die Werke des Fleisches; es sind: Unzucht, Unreinigkeit, Schamlosigkeit, Wollust, Abgötterei, Zauberei, Feindschaft, Zank, Eifersucht, Zorn, Hader, Uneinigkeit, Spaltung, Neid, Totschlag, Völlerei, Schwelgerei und dergleichen. Was ich jetzt sage, habe ich schon oft gesagt: die solches tun, werden das Reich Gottes nicht erlangen.

Die Früchte des Geistes aber sind: Liebe, Freude, Friede, Geduld, Milde, Güte, Langmut, Sanftmut, Treue, Mäßigkeit, Enthaltsamkeit, Keuschheit. Gegen so Geartete richtet sich das Gesetz nicht. (Solche tun das Gute von selbst). Die aber Christus angehören, haben ihr Fleisch samt seinen Lastern und Begierden gekreuzigt.

Epistola (Gal. 5, 16-24)

Fratres: Spiritu ambulate, et desideria carnis non perficietis. Caro enim concupiscit adversus spiritum, spiritus autem adversus carnem: hæc enim sibi invicem adversantur, ut non quæcumque vultis, illa faciatis. Quod si spiritu ducimini, non estis sub lege. Manifesta sunt autem opera carnis, quæ sunt fornicatio, immunditia, impudicitia, luxuria, idolorum servitus, veneficia, inimicitiæ, contentiones, æmulationes, iræ, rixæ, dissentiones, sectæ, invidiæ, homicidia, ebrietates, comessationes, et his similia: quæ prædico vobis, sicut prædixi: quoniam, qui talia agunt, regnum Dei non consequentur. Fructus autem Spiritus est: caritas, gaudium, pax, patientia, benignitas, bonitas, longanimitas, mansuetudo, fides, modestia, continentia, castitas. Adversus hujusmodi non est lex. Qui autem sunt Christi, carnem suam crucifixerunt cum vitiis et concupiscentiis.

(Epistel am 14. Sonntag nach Pfingsten)

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