Zweiten Sonntag nach Erscheinung

Während in der Nachkonzilsliturgie die Weihnachstzeit längst der Vergangenheit angehört, die Christbäume in den Kirchen abgeräumt sind und bestenfalls die Krippen noch aus nostalgischen Gründen an ihrem Platz stehen, bleiben jene, die sich der Alten Liturgie verbunden wissen noch einige Zeit in der Weihnachtsfreude der Geburt des Heilandes unter den Menschen.

Am heutigen Zweiten Sonntag nach Erscheinung steht der Heiland als der verherrlichte Christ-König vor uns (Intr.), der Himmel und Erde lenkt. Er spendet als Herr die verschiedenen Gnaden und schafft sich in der hl. Kirche ein Reich der übernatürlichen Liebe.

Wer seinem Reiche einverleibt sein und seiner Gnaden teilhaftig werden will, der lerne sich selbst aufgeben, treu seine Pflicht tun und lieben, wie es uns die heutige Epistel lehrt.

In der Feier der hl. Messe kommt Christus als Freund der Armen und Bedrängten in unsre Mitte und reicht uns den Wein der Gnade und des Heils (Ev. Hochzeit zu Kana). Gehen wir ihm dankbar und freudig im Opfergang entgegen. Denn in der hl. Kommunion wird uns der gute Wein gereicht, den die Erlöserliebe Christi einst für uns am Kreuzesstamme bereitet hat.

Introitus (Ps. 65, 4)
Die ganze Erde bete Dich an, o Gott, und lobsinge Dir;
ein Loblied singe sie Deinem Namen, Du Allerhöchster.
Jubelt Gott, ihr Lande all, singet Psalmen Seinem Namen;
herrlich laßt Sein Lob erschallen.
V Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Wie es war im Anfang, so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen.
Die ganze Erde (bis zum Ps.).

Siehe auch die Liturgie in der Abtei Mariawald

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Fest der Erscheinung des Herrn – Epiphanie – 6. Januar

Die Feier der Menschwerdung ist auch mit ihrem Oktavtag,
dem Fest der Beschneidung, noch nicht vollkommen geworden.

Von Tag zu Tag fühlen wir stärker, daß Weihnachten nur ein Anfang ist. Die Menschwerdung allein konnte uns nicht erlösen. Darum finden wir in den liturgischen Texten immer wieder ein Ausschauen nach Kommendem, ein Hindeuten auf Leiden und Auferstehung des Herrn. Ganz erfüllt wird diese Erwartung erst im Osterfest. Aber die Feier des 6. Januar, das Fest der Erscheinung, nimmt in gewisser Weise Passion und Verherrlichung des Herrn schon voraus. Darum ist Epiphanie ehe eigentliche Fülle des Weihnachtsfestes. Schon der griechische Name des Festes sagt uns, daß es ursprünglich ein Fest der Ostchristen war, das der Westen erst später übernommen hat. Die Ostkirche feierte in dem Geburtsfest des Herrn nicht so sehr das bloße historische Faktum der Geburt in Bethlehem als vielmehr die Menschwerdung als göttliches Mysterium, als Epiphanie, das heißt: als Erscheinung des Logos Gottes auf Erden.

So umfaßt das Fest der Epiphanie drei Ereignisse aus dem Leben Jesu, die ihn der Welt als Gott und König offenbaren, drei Theophanien des menschgewordenen Herrn. In den Hymnen und Antiphonen des Breviers werden sie uns genannt:
die Anbetung des neugeborenen Kindes durch die Magier,
die Taufe Jesu im Jordan und
die Hochzeit zu Kana.

Der Stern, das alte Zeichen des Königs (und zugleich des Gottes, denn der König war den Alten ein Sproß der Götter) offenbart den weisen Männern des Orients das arme Kind zu Bethlehem als König und Gott. Der himmlische Vater bezeugt bei der Taufe im Jordan den Menschen Jesus als seinen göttlichen Sohn, und die Gotteskraft steigt sichtbar in Gestalt der Taube auf ihn nieder. Das Weinwunder zu Kana offenbart die göttliche Macht Jesu in der unbeschränkten Herrschaft über die geschaffene Welt.

Zwar tritt in unserer heutigen römischen Meßliturgie die Anbetung der Magier am meisten in den Vordergrund. Aber ein Blick in das Offizium des Tages und in die Liturgie der nachfolgenden Sonntage zeigt uns, daß auch die römische Kirche die beiden anderen Theophanien nicht aus dem Auge verliert, sie ebensosehr als volle Wirklichkeit erlebt und als Wesensbestandteil des Epiphaniefestes betrachtet.

„Siehe, gekommen ist der Herrscher, der Herr! Und das Reich ist in seiner Hand und Macht und Herrschaft!“, verkündet sie feierlich im Eingangslied der Messe. Die erhabene Majestät der Melodie verbindet sich mit den Worten zu unbeschreiblicher Wucht.

Der Herrscher ist da, die Welt strömt ihm zu. Die Lesung aus Isaias malt das Bild. Kein Bild der Geschichte, kein historisches Faktum. Die Verborgenheit der ersten Ankunft Jesu kennt keine Huldigung der Völker vor dem Herrn. Was die Schau des Propheten vor uns aufrollt, ist das Bild der geheimnisvollen Herrschaft über die Geister und Herzen der Menschen, die der verklärte Christus seit seiner Auferstehung ausübt, er, der „Einzige, an dem die Liebe hängt“; ist doch selbst der Haß seiner Hasser jetzt Huldigung.

Aber auch das Bild der Parusie Christi am Weltende leuchtet hier auf. Dann wird die Herrschaft des Herrn ganz offenbar werden. Er wird sich enthüllen als die geheime Macht, die in allem wirkt, als der Einzige, in dessen Hand die Fäden aller Menschengeschicke und Zeiten ruhen.

„Dominator Dominus – der Herrscher, der Herr!“

(Aemiliana Löhr, Das Herrenjahr)

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24. Dezember – Vigil von Weihnachten

Fällt die Vigil, wie in diesem Jahr 2017, auf den vierten Adventsonntag, so wird die Messe von der Vigil genommen ohne Gedächtnis des Sonntags.

Bis tief ins Mittelalter hinein bereitete man sich auf die höchsten Feste des Kirchenjahres in gemeinsamer Nachtfeier vor. Dem nächtlichen Gottesdienst gab man den Namen Vigil, was in der römischen Militärsprache Nachtwache bedeutete. Als man später den Nachtgottesdienst auf die Vortage der Feste verlegte, erhielten auch diese Vortage den Namen Vigil. Diese Vigilien sollen Tage der Sammlung, des Gebetes und Fastens sein und uns so bereiten für die reichen Gnaden der kommenden Festfeier.

Mit den Worten, womit einst Moses seinem Volke in der Wüste das wunderbare Manna ankündigte, bringen uns der Introitus und das Graduale die Kunde von der baldigen Ankunft des Erlösergottes. Maria trägt das wahre, lebendige Manna. Der kommende Erlöser ist, wie die Epistel sagt, zwar ein Sohn Davids dem Fleische nach, aber doch der ewige Gottessohn; denn der Engel gibt dem hl. Joseph beruhigende Auskunft, daß er in der Kraft des Hl. Geistes aus der jungfräulichen Mutter geboren wird (Evangelium). – Bei der Feier des hl. Opfers hält er jetzt schon seinen Einzug in das Bethlehem des Gotteshauses (Offertorium) und des reinen, Maria ähnlichen Herzens. In der hl. Kommunion erhält die Seele das Anrecht auf das einstige ewige Schauen des Heilandes (Communio).

Introitus (2 Mos. 16, 6 u 7)

Hodie scietis, quia veniet Dominus et salvabit nos:
et mane videbitis gloriam ejus. (Ps. 23, 1)
Domini est terra, et plenitudo ejus: orbis terrarum,
et universi, qui habitant in eo.
V Gloria Patri, et Filio, et Spiritui Sancto.
Sicut erat in principio, et nunc, et semper,
et in sæcula sæculorum. Amen. –
Hodie scietis (usque ad Ps.).
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Heute sollt ihr wissen: der Herr kommt, uns zu erlösen;
und morgen sollt ihr schauen Seine Herrlichkeit. (Ps. 23, 1)
Dem Herrn gehört die Welt und ihre ganze Fülle,
der Erdkreis und alle, die ihn bewohnen.
V Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Wie es war im Anfang, so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen. –
Heute sollt ihr wissen (bis zum Ps.).

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Sabbato Quatuor Temporum Adventus

Quatember-Samstag im Advent

Wie uns der hl. Papst Leo der Große bezeugt, war es zu seiner Zeit Brauch, die Nacht vom Quatember-Samstag auf den Sonntag in gemeinsamem Gottesdienst zuzubringen. Abgabe des Zehnten (von der Oelernte), Lesungen, Gebete und Erteilung der heiligen Weihen füllten die Nacht aus. Der Sinn dieser Feier war der: aus der Nacht der Sünde und Gottferne hin zum Lichte, zur Sonne, zu Christus. Nach altem Brauch werden während der heutigen Meßfeier in Bischofskirchen die heiligen Weihen erteilt. Dies geschieht bei den angegebenen Stellen.

Ausgenommen sogenannte „Konventmessen“ sowie Meßfeiern, in denen die heiligen Weihen erteilt werden, kann heute bei allen übrigen Meßfeiern der zelebrierende Priester die Vormesse kürzen. Alle Texte von der II. Lectio bis zur VI. Oratio einschließlich dürfen dann entfallen. Auf das I. Graduale folgt dann „Dominus vobiscum – Et cum spiritu tuo“ und (ohne „Flectamus genua – Levate“) sogleich „Oremus“ und die II. Oratio; an sie werden allenfalls noch Tagesgedächtnisse angefügt; dann folgt alsbald die Epistola und alles Weitere, wie angegeben.

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Introitus (Ps. 79, 4 u 2)
Veni, et ostende nobis faciem tuam, Domine, qui sedes super Cherubim: et salvi erimus. (Ps. ibid. 2) Qui regis Israel, intende: qui deducis, velut ovem, Joseph.
V Gloria Patri, et Filio, et Spiritui Sancto. Sicut erat in principio, et nunc, et semper, et in sæcula sæculorum. Amen. – Veni et ostende (usque ad Ps.).

Komm, zeige uns Dein Angesicht, o Herr, der Du thronest über den Cherubim, und wir sind gerettet. (Ps. ebd. 2) Hab acht, Du Hirte Israels, der Du gleich einem Schäflein Joseph weidest.
V Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste. Wie es war im Anfang, so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen. – Komm, zeige uns (bis zum Ps.).

(Nach dem Kyrie eleison: Erteilung der Tonsur)

Oratio
Deus, qui conspicis, quia ex nostra pravitate affligimur: concede propitius; ut ex tua visitatione consolemur: Qui vivis et regnas cum Deo Patre in unitate Spiritus Sancti Deus: per omnia sæcula sæculorum. R Amen.
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Gott, Du siehst, wie wir ob unsrer Verderbtheit niedergedrückt werden; gib gnädig, daß wir durch Dein Kommen getröstet werden: der Du lebst und herrschest mit Gott dem Vater in der Einheit des Heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. R Amen.

(Erste niedere Weihe – Weihe der Ostiarier)

Lectio (Is. 19, 20-22)
Lectio Isaiæ Prophetæ. In diebus illis: Clamabunt ad Dominum a facie tribulantis, et mittet eis salvatorem et propugnatorem, qui liberet eos. Et cognoscetur Dominus ab Ægypto, et cognoscent Ægyptii Dominum in die illa: et colent eum in hostiis et in muneribus: et vota vovebunt Domino, et solvent. Et percutiet Dominus Ægyptum plaga, et sanabit eam: et revertentur ad Dominum, et placabitur eis, et sanabit eos Dominus, Deus noster.
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In jenen Tagen werden sie zum Herrn rufen wegen ihres Bedrängers, und Er wird ihnen einen Erlöser senden, einen Vorkämpfer, der sie befreit. Und der Herr wird erkannt werden von Ägypten. Ja, erkennen werden die Ägypter [die Heiden] den Herrn an jenem Tage und Ihn ehren mit Opfern und Gaben. Gelübde werden sie dem Herrn geloben und sie erfüllen. So wird der Herr Ägypten schlagen mit Unglück und es dann heilen. Sie werden sich zum Herrn bekehren, und versöhnen wird sich mit ihnen und sie heilen der Herr, unser Gott.

Graduale (Ps. 18, 7 u. 2)
A summo cælo egressio ejus: et occursus ejus usque ad summum ejus. V Cæli enarrant gloriam Dei: et opera manuum ejus annuntiat firmamentum.
Von einem Himmelsende aus beginnt Er Seinen Weg und bis zum andern Ende geht Sein Lauf. V Die Himmel künden Gottes Herrlichkeit, und Seiner Hände Werke rühmt das Himmelszelt.

ij. Oratio
Concede, quæsumus, omnipotens Deus: ut, qui sub peccati jugo ex vetusta servitute deprimimur; exspectata unigeniti Filii tui nova nativitate liberemur: Qui tecum vivit et regnat in unitate Spiritus Sancti Deus: per omnia sæcula sæculorum. R Amen.
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Allmächtiger Gott, durch alte Knechtschaft sind wir niedergedrückt unter dem Joche der Sünde und bitten Dich: gib, daß wir frei werden durch die erwartete neue Geburt Deines Sohnes, der mit Dir lebt und herrscht in der Einheit des Heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. R Amen.

(Zweite niedere Weihe: Weihe der Lektoren)

ij. Lectio (Is. 35, 1-7)
Lectio Isaiæ Prophetæ. Hæc dicit Dominus: Lætabitur deserta et invia, et exsultabit solitudo, et florebit quasi lilium. Germinans germinabit, et exsultabit lætabunda et laudans: gloria Libani data est ei: decor Carmeli et Saron: ipsi videbunt gloriam Domini, et decorem Dei nostri. Confortate manus dissolutas, et genua debilia roborate. Dicite pusillanimis: Confortamini, et nolite timere: ecce, Deus vester ultionem adducet retributionis: Deus ipse veniet, et salvabit vos. Tunc aperientur oculi cæcorum, et aures surdorum patebunt. Tunc saliet sicut cervus claudus, et aperta erit lingua mutorum: quia scissæ sunt in deserto aquæ, et torrentes in solitudine. Et quæ erat arida, erit in stagnum, et sitiens in fontes aquarum: ait Dominus omnipotens.
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So spricht der Herr: «Freuen wird sich die öde, unwegsame Wüste, und frohlocken die Einöde und blühen wie eine Lilie. Sie wird sprossen und grünen und frohlocken in Freude und Jubel. Die Herrlichkeit des Libanon wird ihr gegeben, die Anmut des Karmel und des Saron (Saron ist ein fruchtbarer Landstrich bei Jaffa). Sie werden schauen die Herrlichkeit des Herrn und die Schönheit unsres Gottes. Macht stark die erschlafften Hände und kräftigt die wankenden Knie. Saget den Kleinmütigen: Seid getrost und fürchtet euch nicht! Seht, euer Gott wird Rache üben und Vergeltung. Gott selbst wird kommen und euch erlösen. Dann werden sich die Augen der Blinden öffnen, und die Ohren der Tauben sich erschließen. Dann wird der Lahme springen wie ein Hirsch, und die Zunge des Stummen wird sich lösen. Wasser werden hervorbrechen in der Wüste und Bäche in der Einöde. Das dürre Land wird zum See und der dürstende Boden zu Wasserquellen», spricht der Herr, der Allmächtige.

ij. Graduale (Ps. 18, 6 u. 7)
In sole posuit tabernaculum suum: et ipse tamquam sponsus procedens de thalamo suo. V A summo cælo egressio ejus: et occursus ejus usque ad summum ejus.
Der Sonnenball dient Ihm als Zelt; aus ihm tritt Er hervor, gleich wie der Bräutigam aus seinem Brautgemach. V Von einem Himmelsende aus beginnt Er Seinen Weg, und bis zum andern Ende geht Sein Lauf.

iij. Oratio
Indignos nos, quæsumus, Domine, famulos tuos, quos actionis propriæ culpa contristat, unigeniti Filii tui adventu lætifica: Qui tecum vivit et regnat in unitate Spiritus Sancti Deus: per omnia sæcula sæculorum. R Amen.
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Traurig ob der Schuld eigener Missetat, bitten wir Dich, o Herr: mach uns, Deine unwürdigen Diener, froh durch die Ankunft Deines eingeborenen Sohnes, der mit Dir lebt und herrscht in der Einheit des Heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. R Amen.

(Dritte niedere Weihe: Weihe der Exorzisten)

iij. Lectio (Is. 40, 9-11)
Lectio Isaiæ Prophetæ. Hæc dicit Dominus: Super montem excelsum ascende tu, qui evangelizas Sion: exalta in fortitudine vocem tuam, qui evangelizas Jerusalem: exalta, noli timere. Dic civitatibus Juda: Ecce, Deus vester: ecce, Dominus Deus in fortitudine veniet, et brachium ejus dominabitur: ecce, merces ejus cum eo, et opus illius coram illo. Sicut pastor gregem suum pascet: in brachio suo congregabit agnos, et in sinu suo levabit, Dominus, Deus noster.
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So spricht der Herr: «Steige auf einen hohen Berg, der du die Freudenbotschaft bringst für Sion; erhebe mit Macht deine Stimme, der du die frohe Botschaft bringst für Jerusalem: rufe laut und fürchte nichts. Sag den Städten Judas: Seht, da ist euer Gott! Seht, Gott der Herr kommt mit Macht, und Sein Arm wird herrschen; seht, Sein Lohn kommt mit Ihm, und Sein Werk geht Ihm voraus (die Früchte der Erlösung, die Erlösten, gehen vor ihm her). Wie ein Hirte wird Er Seine Herde weiden: Er wird die Lämmer in Seinen Arm nehmen und sie an Seiner Brust tragen, Er, der Herr, unser Gott.»

iij. Graduale (Ps. 79, 20 u. 3)
Domine, Deus virtutum, converte nos: et ostende faciem tuam, et salvi erimus. V Excita, Domine, potentiam tuam, et veni, ut salvos facias nos.
Herr, Gott der Himmelsheere, erneuere uns, zeig uns Dein Antlitz, und wir sind gerettet. V Biete Deine Macht auf, o Herr, und komm, uns zu erlösen.

iv. Oratio
Præsta, quæsumus, omnipotens Deus: ut Filii tui ventura solemnitas et præsentis nobis vitæ remedia conferat, et præmia æterna concedat. Per eundem Dominum nostrum Jesum Christum, Filium tuum: Qui tecum vivit et regnat in unitate Spiritus Sancti Deus: per omnia sæcula sæculorum. R Amen.
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Wir bitten Dich, allmächtiger Gott: gib, daß das kommende Fest Deines Sohnes uns Heilmittel für das gegenwärtige Leben bringe und ewige Güter verleihe. Durch Ihn, unsern Herrn Jesus Christus, Deinen Sohn, der mit Dir lebt und herrscht in der Einheit des Heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. R Amen.

(Vierte niedere Weihe: Weihe der Akoluthen)

iv. Lectio (Is. 45, 1-8)
Lectio Isaiæ Prophetæ. Hæc dicit Dominus christo meo Cyro, cujus apprehendi dexteram, ut subjiciam ante faciem ejus gentes, et dorsa regum vertam, et aperiam coram eo januas, et portæ non claudentur. Ego ante te ibo: et gloriosos terræ humiliabo: portas æreas conteram, et vectes ferreos confringam. Et dabo tibi thesauros absconditos et arcana secretorum: ut scias, quia ego Dominus, qui voco nomen tuum, Deus Israel. Propter servum meum Jacob, et Israel electum meum, et vocavi te nomine tuo: assimilavi te, et non cognovisti me. Ego Dominus, et non est amplius: extra me non est Deus: accinxi te, et non cognovisti me: ut sciant hi, qui ab ortu solis, et qui ab occidente, quoniam absque me non est. Ego Dominus, et non est alter, formans lucem et creans tenebras, faciens pacem et creans malum: ego Dominus faciens omnia hæc. Rorate, cæli, desuper, et nubes pluant justum: aperiatur terra, et germinet Salvatorem: et justitia oriatur simul: ego Dominus creavi eum.
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Also spricht der Herr zu Cyrus, Meinem Gesalbten (Der Perserkönig Cyrus war von Gott ausersehen – «gesalbt» – Babylon zu erobern und die Juden aus der Gefangenschaft zu befreien. Er war deshalb ein Vorbild Christi, des Erlösers): «Ich habe seine Rechte ergriffen, um Völker vor ihm niederzuwerfen und Könige zur Flucht zu wenden, um Türen vor ihm aufzutun und Tore nicht mehr sich schließen zu lassen. Ich werde vor dir herziehen und die Großen der Erde demütigen; Ich werde eherne Pforten sprengen und eiserne Riegel zerbrechen. Die versteckten Schätze und die verborgenen Kleinodien werde Ich dir geben, damit du wissest, daß Ich der Herr bin, der Dich bei deinem Namen ruft, der Gott Israels. Um Meines Knechtes Jakob und um Israels, Meines Auserwählten, willen, rief Ich dich bei deinem Namen; zum Vorbild [Christi] hab ich dich gemacht, noch ehe du Mich kanntest. Ich bin der Herr, und kein anderer ist es sonst; außer Mir gibt es keinen Gott. Ich habe dich gegürtet, obschon du Mich nicht erkanntest. Und alle vom Aufgang der Sonne bis zum Niedergang sollen wissen, daß keiner ist außer Mir; Ich bin der Herr, und keiner ist es sonst. Ich bin´s, der Licht bildet und Finsternis erschafft, der Frieden bringt und Unheil wirkt. Ich, der Herr, bin es, der all dies bewirkt. Tauet, Himmel, von oben! Ihr Wolken regnet den Gerechten! Es öffne sich die Erde und sprosse den Heiland hervor. Und zugleich soll erstehen Gerechtigkeit. Ich, der Herr, schaffe dies.»

iv. Graduale (Ps. 79, 3 2 u. 3)
Excita, Domine, potentiam tuam, et veni, ut salvos facias nos. V Qui regis Israel, intende: qui deducis, velut ovem, Joseph: qui sedes super Cherubim, appare coram Ephraim, Benjamin et Manasse.
Biete Deine Macht auf, o Herr, und komm, uns zu erlösen. V Hab acht, Du Hirte Israels, der Du gleich einem Schäflein Joseph weidest; der Du thronest über den Cherubim, erschein vor Ephraim, Benjamin und Manasse.

V. Oratio
Preces populi tui, quæsumus, Domine, clementer exaudi: ut, qui juste pro peccatis nostris affligimur, pietatis tuæ visitatione consolemur: Qui vivis et regnas cum Deo Patre in unitate Spiritus Sancti Deus: per omnia sæcula sæculorum. R Amen.
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Wir bitten Dich, o Herr: erhöre gnädig das Flehen Deines Volkes; wir werden ja mit Recht für unsre Sünden gezüchtigt; doch laß uns durch das Kommen Deiner Güte getröstet werden: der Du lebst und herrschest mit Gott dem Vater in der Einheit des Heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. R Amen.

(Erste höhere Weihe: Weihe der Subdiakone)

V. Lectio (Dan. 3, 47-51)
Lectio Danielis Prophetæ. In diebus illis: Angelus Domini descendit cum Azaria et sociis ejus in fornacem: et excussit flammam ignis de fornace, et fecit medium fornacis quasi ventum roris flantem. Flamma autem effundebatur super fornacem cubitis quadraginta novem: et erupit, et incendit, quos reperit juxta fornacem de Chaldæis, ministros regis, qui eam incendebant. Et non tetigit eos omnino ignis, neque contristavit, nec quidquam molestiæ intulit. Tunc hi tres quasi ex uno ore laudabant, et glorificabant, et benedicebant Deum in fornace, dicentes:
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In jenen Tagen stieg der Engel des Herrn mit Azarias und seinen Gefährten in den Feuerofen; er trieb die Flamme aus dem Ofen und machte, daß es mitten im Ofen [kühl] wurde, wie wenn der Tauwind weht. Die Flamme aber schlug neunundvierzig Ellen über den Ofen hinaus, brach hervor und verzehrte, wen sie von den chaldäischen Knechten des Königs, die das Feuer angezündet hatten, bei dem Ofen erreichte. Jene aber berührte das Feuer nicht im mindesten, noch verletzte oder belästigte es sie irgendwie. Da stimmten die drei wie aus einem Munde ein Loblied an und verherrlichten und priesen Gott im Feuerofen und sprachen:

Hymnus (Dan. 3, 52-56)
Benedictus es, Domine, Deus patrum nostrorum.
Et laudabilis et gloriosus in sæcula.
Et benedictum nomen gloriæ tuæ, quod est sanctum.
Et laudabile et gloriosum in sæcula.
Benedictus es in templo sancto gloriæ tuæ.
Et laudabilis et gloriosus in sæcula.
Benedictus es super thronum sanctum regni tui.
Et laudabilis et gloriosus in sæcula.
Benedictus es super sceptrum divinitatis tuæ.
Et laudabilis et gloriosus in sæcula.
Benedictus es, qui sedes super Cherubim, intuens abyssos.
Et laudabilis et gloriosus in sæcula.
Benedictus es, qui ambulas super pennas ventorum et super undas maris.
Et laudabilis et gloriosus in sæcula.
Benedicant te omnes Angeli et Sancti tui.
Et laudent te et glorificent in sæcula.
Benedicant te cæli, terra, mare et omnia, quæ in eis sunt.
Et laudent te et glorificent in sæcula.
Gloria Patri, et Filio, et Spiritui Sancto.
Et laudabili et glorioso in sæcula.
Sicut erat in principio, et nunc, et semper:
et in sæcula sæculorum. Amen.
Et laudabili et glorioso in sæcula.
Benedictus es, Domine, Deus patrum nostrorum.
Et laudabilis et gloriosus in sæcula.
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Gepriesen bist Du, Herr, Gott unsrer Väter.
Ja, lobwürdig und glorreich in Ewigkeit.
Gepriesen ist der Name Deiner Herrlichkeit, der heilige.
Ja, lobwürdig und glorreich in Ewigkeit.
Gepriesen bist Du in dem heiligen Tempel Deiner Herrlichkeit.
Ja, lobwürdig und glorreich in Ewigkeit.
Gepriesen bist Du auf dem heiligen Throne Deines Königtums.
Ja, lobwürdig und glorreich in Ewigkeit.
Gepriesen bist Du ob des Zepters Deiner Gottheit.
Ja, lobwürdig und glorreich in Ewigkeit.
Gepriesen bist Du, der Du thronest über den Cherubim,
Du, dessen Blick alle Tiefen ergründet.
Ja, lobwürdig und glorreich in Ewigkeit.
Gepriesen bist Du, daherfahrend auf Sturmesflügeln und Meereswogen.
Ja, lobwürdig und glorreich in Ewigkeit.
Preisen sollen Dich all Deine Engel und Heiligen.
Ja, sie sollen Dich loben und verherrlichen in Ewigkeit.
Preisen sollen Dich Himmel, Erde, Meer, samt all ihren Wesen.
Ja, sie sollen Dich loben und verherrlichen in Ewigkeit.
Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Hl. Geiste.
Ja, Ihm, dem Lobwürdigen und Glorreichen in Ewigkeit.
Wie es war im Anfang, so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen.
Ja, Ihm, dem Lobwürdigen und Glorreichen in Ewigkeit.
Gepriesen bist Du, Herr, Gott unsrer Väter.
Ja, lobwürdig und glorreich in Ewigkeit.

VI. Oratio
Deus, qui tribus pueris mitigasti flammas ignium: concede propitius; ut nos famulos tuos non exurat flamma vitiorum. Per Dominum nostrum Jesum Christum, Filium tuum: Qui tecum vivit et regnat in unitate Spiritus Sancti Deus: per omnia sæcula sæculorum. R Amen.
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O Gott, Du hast die Feuerflammen den drei Jünglingen in Kühle verwandelt; gewähre gnädig, daß auch uns, Deine Diener, nicht verzehre die Flamme der Leidenschaften. Durch unsern Herrn Jesus Christus, Deinen Sohn, der mit Dir lebt und herrscht in der Einheit des Heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. R Amen.

(Zweite höhere Weihe: Weihe der Diakone)

Epistola (2 Thess. 2, 1-8)
Lectio Epistolæ beati Pauli Apostoli ad Thessalonicences. Fratres: Rogamus vos per adventum Domini nostri Jesu Christi, et nostræ congregationis in ipsum: ut non cito moveamini a vestro sensu, neque terreamini, neque per spiritum, neque per sermonem, neque per epistolam tamquam per nos missam, quasi instet dies Domini. Ne quis vos seducat ullo modo: quoniam nisi venerit discessio primum, et revelatus fuerit homo peccati, filius perditionis, qui adversatur, et extollitur supra omne, quod dicitur Deus aut quod colitur, ita ut in templo Dei sedeat ostendens se, tamquam sit Deus. Non retinetis, quod, cum adhuc essem apud vos, hæc dicebam vobis? Et nunc quid detineat, scitis, ut reveletur in suo tempore. Nam mysterium jam operatur iniquitatis: tantum ut, qui tenet nunc, teneat, donec de medio fiat. Et tunc revelabitur ille iniquus, quem Dominus Jesus interficiet spiritu oris sui, et destruet illustratione adventus sui.
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Brüder! Was die Ankunft unsres Herrn Jesus Christus [zum Gericht] und unsre Vereinigung mit Ihm betrifft, so ermahnen wir euch: laßt euch nicht so leicht außer Fassung bringen und in Schrecken jagen, weder durch einen [falschen] Geist, noch durch eine Äußerung, noch durch einen angeblichen Brief von uns, als ob der Tag des Herrn schon bevorstehe (diese Meinung war unter den Thessalonichern verbreitet). Niemand täusche euch auf irgend eine Weise. Denn zuvor muß der Abfall kommen, und der Mensch der Sünde [der Antichrist] sich offenbaren, der Sohn des Verderbens, der Widersacher, der sich über alles erhebt, was Gott heißt oder als heilig verehrt wird, so daß er sich sogar in den Tempel Gottes setzen und für Gott ausgeben wird. Erinnert ihr euch nicht mehr, daß ich euch dies sagte, als ich noch bei euch war? Was ihn jetzt noch aufhält, auf daß er erst zu seiner Zeit sich offenbare, wißt ihr (uns ist das nicht bekannt). Denn das Geheimnis der Bosheit ist schon am Werke (so wird das Werk des Antichrists vorbereitet), nur muß der erst beseitigt werden, der es noch aufhält. Dann wird sich der Gottlose offenbaren, den der Herr Jesus mit dem Hauche Seines Mundes töten und durch den Glanz Seiner Ankunft zunichte machen wird.

(Vor dem letzten Tractusvers wird die dritte höhere Weihe
– Weihe der Priester – vorgenommen)

Tractus (Ps. 79, 2-3)
Qui regis Israel, intende: qui deducis, velut ovem, Joseph. V Qui sedes super Cherubim, appare coram Ephraim, Benjamin et Manasse. V Excita, Domine, potentiam tuam, et veni: ut salvos facias nos.
Hab acht, Du Hirte Israels, der Du gleich einem Schäflein Joseph weidest. V Der Du thronest über den Cherubim, erschein vor Ephraim, Benjamin und Ma-nasse. V Biete Deine Macht auf, o Herr, und komm, uns zu erlösen.

Evangelium (Luc. 3, 1-6)
Sequentia sancti Evangelii secundum Lucam. Anno quintodecimo imperii Tiberii Cæsaris, procurante Pontio Pilato Judæam, tetrarcha autem Galilææ Herode, Philippo autem fratre ejus tetrarcha Iturææ et Trachonitidis regionis, et Lysania Abilinæ tetrarcha, sub principibus sacerdotum Anna et Caipha: factum est verbum Domini super Joannem, Zachariæ filium, in deserto. Et venit in omnem regionem Jordanis, prædicans baptismum pœnitentiæ in remissionem peccatorum, sicut scriptum est in libro sermonum Isaiæ Prophetæ: Vox clamantis in deserto: Parate viam Domini: rectas facite semitas ejus: omnis vallis implebitur: et omnis mons et collis humiliabitur: et erunt prava in directa, et aspera in vias planas: et videbit omnis caro salutare Dei.
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Im fünfzehnten Jahre der Regierung des Kaisers Tiberius, als Pontius Pilatus Landpfleger von Judäa, Herodes Vierfürst von Galiläa, sein Bruder Philippus Vierfürst von Ituräa und der Landschaft Trachonitis, und Lysanias Vierfürst von Abilene war, unter den Hohenpriestern Annas und Kaiphas, da erging das Wort des Herrn an Johannes, den Sohn des Zacharias, in der Wüste. Er wanderte durch die ganze Gegend am Jordan und predigte die Bußtaufe zur Vergebung der Sünden, wie geschrieben steht im Buche der Reden des Propheten Isaias [40, 3-5]: Stimme eines Rufers in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn, machet gerade Seine Pfade. Jedes Tal soll ausgefüllt und jeder Berg und Hügel abgetragen werden! Was krumm ist, soll gerade, was uneben, soll ebener Weg werden! Und alles Fleisch [alle Menschen] wird schauen Gottes Heil.

Offertorium (Zach. 9, 9)
Exsulta satis, filia Sion, prædica, filia Jerusalem: ecce, Rex tuus venit tibi sanctus et Salvator.
Jauchze aus voller Brust, Tochter Sion; laut juble auf, Tochter Jerusalem. Sieh, dein König kommt zu dir, der Heilige, der Heiland.

Secreta
Sacrificiis præsentibus, quæsumus, Domine, placatus intende: ut et devotioni nostræ proficiant et saluti. Per Dominum nostrum Jesum Christum, Filium tuum: Qui tecum vivit et regnat in unitate Spiritus Sancti Deus: per omnia sæcula sæculorum. R Amen.
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Wir bitten Dich, Herr: schaue versöhnt auf die hier dargebrachten Opfergaben, damit durch sie unsre Hingabe und unser Heil gefördert werden. Durch unsern Herrn Jesus Christus, Deinen Sohn, der mit Dir lebt und herrscht in der Einheit des Heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. R Amen.

Præfatio für die Adventszeit
Vere dignum et justum est, æquum et salutare, nos tibi semper et ubique gratias agere: Domine, sancte Pater, omnipotens æterne Deus: per Christum, Dominum nostrum. Quem perdito hominum generi Salvatorem misericors et fidelis promisisti: cujus veritas instrueret inscios, sanctitas justificaret impios, virtus adiuvaret infirmos. Dum ergo prope est ut veniat quem missurus es, et dies affulget liberationis nostræ, in hac promissionum tuarum fide, piis gaudiis exsultamus. Et ideo cum Angelis et Archangelis, cum Thronis et Dominationibus cumque omni militia cælestis exercitus, hymnum gloriæ tuæ canimus, sine fine dicentes: Sanctus, Sanctus, Sanctus Dominus, Deus Sabaoth. Pleni sunt cæli et terra gloria tua. Hosanna in excelsis. Benedictus, qui venit in nomine Domini. Hosanna in excelsis.
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In Wahrheit ist es würdig und recht, geziemend und heilsam, Dir, Herr, heiliger Vater, allherrschender, ewiger Gott, immer und überall zu danken, durch unseren Herrn Jesus Christus. Ihn hast Du in Deinem Erbarmen und in Deiner Treue dem verlorenen Menschengeschlechte als Erlöser verheißen: Seine Wahrheit belehre die Unwissenden, Seine Heiligkeit rechtfertige die Sünder, Seine Kraft stärke die Schwachen. Da nun die Zeit nahe ist, daß der kommen soll, den Du senden wirst, und aufleuchtet der Tag unserer Erlösung, jubeln wir im Glauben an Deine Verheißung voll heiliger Freude. Darum singen wir mit den Engeln und Erzengeln, mit den Thronen und Mächten und mit all den Scharen des himmlischen Heeres den Hochgesang von Deiner Herrlichkeit und rufen ohne Ende:
Heilig, Heilig, Heilig, Herr, Gott der Heerscharen. Himmel und Erde sind erfüllt von Deiner Herrlichkeit. Hosanna in der Höhe! Hochgelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn! Hosanna in der Höhe!

Communio (Ps. 18, 6-7)
Exsultavit ut gigas ad currendam viam: a summo cælo egressio ejus, et occursus ejus usque ad summum ejus.
Gleichwie ein Kriegsheld jauchzend, eilt Er seine Bahn. Von einem Himmelsende aus beginnt Er seinen Weg und bis zum andern Ende geht sein Lauf.

Postcommunio
Quæsumus, Domine, Deus noster: ut sacrosancta mysteria, quæ pro reparationis nostræ munimine contulisti; et præsens nobis remedium esse facias et futurum. Per Dominum nostrum Jesum Christum, Filium tuum: Qui tecum vivit et regnat in unitate Spiritus Sancti Deus: per omnia sæcula sæculorum. R Amen.
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Herr, unser Gott, wir bitten Dich: die hochheiligen Geheimnisse, die Du uns übergabst, um unsre Erlösung zu sichern, laß uns Heilmittel sein für jetzt und später. Durch unsern Herrn Jesus Christus, Deinen Sohn, der mit Dir lebt und herrscht in der Einheit des Heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. R Amen.

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Quelle Mariawalder Messbuch

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Quatember – Halbfastentage

Schon in ältester Zeit war in Rom außerhalb der österlichen Zeit in jeder Woche am Mittwoch und Freitag Halbfasten (bis Mittag 3 Uhr, sogenannte Stationsfasten). Die Quatemberfasten erscheinen als Überrest dieser Gewohnheit. Doch sind die Frühjahrsquatember erst später, im 5. Jahrhundert, dazugekommen. Unter dem hl. Leo d. Gr. (440 – 461) tritt die volle Vierzahl der Quatemberfeiern zutage. Der heilige Papst Gelasius I. (492 – 496) zeichnete sie dann mit der Würde von Weihetagen aus. Als die römische Liturgie im 8. und 9. Jahrhundert von den karolingischen Herrschern für ihr Reich angenommen wurde, fanden auch die römischen Quatemberfeiern weite Verbreitung. Auf deutschem Boden erhielten sie den Ehrennamen «Fronfasten», d.h. dem Herrn heilige, unverletzliche Fasten. Durch liturgische Bestimmungen Papst Pius‘ X. haben die Quatember ihre alte hervorragende Stellung im gottesdienstlichen Jahr in weitem Umfange zurückerhalten.

Feriæ Quatuor Temporum

Die Quatembertage gehören zum Ehrwürdigsten und Schönsten des gottesdienstlichen Jahres. Sie sind ein Sonderbrauch der römischen Liturgie. Wie jede Woche durch die Feier des Sonntags eingeleitet und sozusagen eingeweiht wird, so bilden die vier Quatemberfeiern im Kirchenjahr gleichsam die Einweihung der vier Jahreszeiten.

Die Quatember umfassen je drei Tage: Mittwoch, Freitag und Samstag der sogenannten Quatemberwochen. Die Winterquatember fallen in die dritte Adventswoche, die Frühlingsquatember in die erste Fastenwoche, die Sommerquatember in die heilige Pfingstwoche und die Herbstquatember in die Woche nach Kreuzerhöhung (14. Sept.).

Die liturgische Farbe der Quatembertage ist violett; denn sie haben Bußcharakter, aber keineswegs Trauergepräge. Sie weisen die Seele nach innen und aufwärts, ziehen sie weg von irdischer Verstrickung. Dazu dienen Fasten und Abstinenz, die mit diesen Tagen verbunden sind. Daneben sind sie aber auch bestimmt, Gottes Segen auf Saaten und Früchte der natürlichen Jahreszeiten herabzuflehen, für empfangenen Erntesegen freudig zu danken und zu Spenden an Arme anzuregen. Die Quatember sind daher im Sinne der heiligen Liturgie Tage der Erhebung der Seele zu Gott, aber auch der Bitte ums tägliche Brot und dankbarer Armenliebe.

Den Höhepunkt der Quatemberfeiern bildet jeweils der Samstag der Quatemberwochen. Schon die Anlage seiner Vormesse verrät das: statt zweier biblischen Lesungen hat sie derer sieben. Diese Samstage sind von alters her auch bevorzugte Tage zur Erteilung der heiligen geistlichen Weihen, insbesondere der Priesterweihe, und schenken so dem Volke Christi immer neue Hirten. In der lebendigen Überzeugung, wie wichtig es für die Gläubigen ist, auf den Gotteswegen der Wahrheit und des Heiles sicher geführt zu werden, sollen sie an solchen Tagen eigens um gute Hirten beten.

Den Quatembertagen sind in gleicher Aufeinanderfolge immer dieselben Stationskirchen zugewiesen. Dem Quatember-Mittwoch ist die altehrwürdige, große Muttergottesbasilika von Sancta Maria major zugeteilt, dem Quatember-Freitag das römische Zwölfapostelheiligtum, dem Quatember-Samstag die vatikanische Basilika über dem Grabe des Apostelfürsten und ersten Oberhirten der römischen und allgemeinen Kirche; unter seine Obhut ist der Quatemberweihetag gestellt.

Quatember-Freitag im Advent: Communio (Zach. 14, 5-6)

Ecce, Dominus veniet et omnes Sancti ejus cum eo:
et erit in die illa lux magna.
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Siehe, der Herr kommt und alle Seine Heiligen mit Ihm.
An jenem Tag erstrahlt ein großes Licht

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Bräute Christi

In der vollbesetzten Klosterkapelle der „Dienerinnen des Unbefleckten Herzens Mariens“ legte am 8. Dezember, dem „Fest der Unbefleckten Empfängnis“, Clare Trimble als Schwester „Sister Gabriel Marie“ ihre erste Profess ab. Als eine schöne junge Braut, die sich ihrem Bräutigam schenken möchte, wurde sie von ihrem Vater zum Altar geführt. Dort tauschte sie das Brautkleid und den Schleier gegen die „Kleider des Heils“, ganz nach den Gebräuchen der „Dienerinnen des Unbefleckten Herzens Mariens“.

Während der gleichen Festmesse legte „Sister Mary Imelda“ am Fuß des Altars endgültigen Gelübde als „Dienerin des Unbefleckten Herzens Mariens“ ab. Sie erhielt den schearzen Schleier und darauf eine Krone aus weißen Rosen, die symbolisch für eine Braut Christi stehen und die nun für immer ihrem Bräutigam Jesus folgt.

Die Aufgabe der „Dienerinnen des Unbefleckten Herzens Mariens“ ist es, Seelen durch Maria zu Jesus zu bringen. Dabei handelt es sich um einen „aktiven Orden“, der ein traditionelles religiöses Leben der katholischen Kirche pflegt. Sie leben, vermitteln und fördern die traditionellen Lehren der Kirche samt der lateinischen Liturgie. Sie verkünden und verbreiten den wahren Glauben in den USA durch die Arbeit an Kindern und Jugendlichen.

Sisters, Slaves of the Immaculate Heart of Mary

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IN CONCEPTIONE IMMACULATA BMV – Unbefleckten Empfängnis – 8. Dezember

IN CONCEPTIONE IMMACULATA BEATAE MARIAE VIRGINIS

Holzschnitt zum Fest der Unbefleckten Empfängnis Mariens aus dem Missale Romanum (Altarbuch) 1923

Was bedeutet »Maria, die unbefleckt Empfangene«?

Die Liturgie des heutigen Tages erklärt uns den Inhalt dieses Wortes in zwei großartigen Bildern. Da ist zuerst der wundervolle Bericht von der Ankündigung des Kommens des Messias an Maria, die Jungfrau aus Nazaret. Der Gruß des Engels ist aus Fäden des Alten Testaments, besonders aus dem Buch des Propheten Zefanja, gewoben. Er zeigt, daß Maria, die einfache Frau aus der Provinz, die aus einem priesterlichen Geschlecht stammt und das große priesterliche Erbe Israels in sich trägt, der »heilige Rest« Israels ist, auf den sich die Propheten zu allen Zeiten der Drangsal und Finsternis bezogen haben. In ihr ist das wahre, das reine Zion, die lebendige Wohnstatt Gottes, gegenwärtig. In ihr wohnt der Herr, in ihr findet er seinen Ort der Ruhe. Sie ist das lebendige Haus Gottes, der nicht in steinernen Häusern wohnt, sondern im Herzen des lebendigen Menschen. Sie ist der Sproß, der in der dunklen Winternacht der Geschichte aus dem Baumstumpf Davids hervorsprießt. In ihr erfüllt sich das Psalmwort: »Das Land gab seinen Ertrag« (Ps 67,7). Sie ist der junge Trieb, aus dem der Baum der Erlösung und der Erlösten heranwächst. Gott ist nicht gescheitert, wie es gleich am Anfang der Geschichte mit Adam und Eva oder während des Babylonischen Exils vielleicht scheinen mochte und wie es sich zur Zeit Mariens neuerlich abzuzeichnen schien, als Israel zu einem bedeutungslosen Volk in einem besetzten Land geworden war, wo kaum Zeichen seiner Heiligkeit zu erkennen waren. Gott ist nicht gescheitert. In der Schlichtheit des Hauses von Nazaret lebt das heilige Israel, der lautere Rest. Gott hat sein Volk gerettet und rettet es auch weiterhin. Seine Geschichte beginnt von neuem zu leuchten von dem Baumstumpf aus, der zu einer neuen lebendigen Kraft wird, die Orientierung gibt und die Welt durchdringt. Maria ist das heilige Israel; sie sagt »Ja« zum Herrn, sie stellt sich ihm voll zur Verfügung und wird so zum lebendigen Tempel Gottes.

Das zweite Bild ist viel schwieriger und dunkler. Diese Metapher aus dem Buch Genesis spricht zu uns aus einer großen historischen Distanz und läßt sich nur mühsam erklären; erst im Laufe der Geschichte war es möglich, ein tieferes Erfassen des dort Berichteten zu entwickeln. Es wird vorausgesagt, daß während der ganzen Geschichte der Kampf zwischen dem Menschen und der Schlange, das heißt zwischen dem Menschen und den Mächten des Bösen und des Todes, weitergehen wird. Es wird jedoch auch vorhergesagt, daß »die Nachkommenschaft« der Frau eines Tages siegen und der Schlange, dem Tod, den Kopf zertreten wird; es wird vorhergesagt, daß die Nachkommenschaft der Frau – und in ihr die Frau und Mutter – siegen wird und daß auf diese Weise, nämlich durch den Menschen, Gott siegen wird. Wenn wir zusammen mit der glaubenden und betenden Kirche hörend an diesen Text herangehen, dann können wir beginnen zu verstehen, was die Ursünde, die Erbsünde ist, und auch, was der Schutz vor dieser Erbsünde ist, was die Erlösung ist.

Was für ein Bild wird uns in diesem Abschnitt vor Augen geführt?
Der Mensch vertraut nicht auf Gott.
Von den Worten der Schlange verführt, hegt er den Verdacht, daß Gott letzten Endes ihm etwas von seinem Leben wegnehme, daß Gott ein Konkurrent sei, der unsere Freiheit einschränke, und daß wir erst dann im Vollsinn Menschen sein würden, wenn wir Gott zurückgesetzt haben; kurz, daß wir nur auf diese Weise unsere Freiheit voll verwirklichen können.
Der Mensch lebt in dem Verdacht, die Liebe Gottes erzeuge eine Abhängigkeit und er müsse sich von dieser Abhängigkeit befreien, um vollkommen er selbst zu sein.
Der Mensch will seine Existenz und die Fülle seines Lebens nicht von Gott empfangen.
Er will selber vom Baum der Erkenntnis die Macht dazu erlangen, die Welt zu formen, Gott zu werden, indem er sich auf eine Stufe mit Ihm erhebt, und den Tod und die Finsternis mit eigener Kraft zu besiegen.
Er will nicht auf die Liebe zählen, die ihm nicht zuverlässig erscheint; er zählt einzig und allein auf die Erkenntnis, da sie ihm die Macht verleiht.
Anstatt auf die Liebe setzt er auf die Macht, mit der er sein Leben selbständig in die Hand nehmen möchte. Und indem er das tut, vertraut er der Lüge statt der Wahrheit und stürzt so mit seinem Leben ins Leere, in den Tod.

Liebe ist nicht Abhängigkeit, sondern Geschenk, das uns leben läßt.
Die Freiheit eines Menschen ist die Freiheit eines begrenzten Wesens und ist daher selbst begrenzt. Wir können sie nur als geteilte Freiheit, in der Gemeinschaft der Freiheiten, besitzen: Nur wenn wir in rechter Weise miteinander und füreinander leben, kann sich die Freiheit entfalten. Aber wir leben in rechter Weise, wenn wir gemäß der Wahrheit unseres Seins, das heißt nach dem Willen Gottes leben. Denn der Wille Gottes ist für den Menschen nicht ein ihm von außen auferlegtes Gesetz, das ihn einengt, sondern das seiner Natur wesenseigene Maß, ein Maß, das in ihn eingeschrieben ist und ihn zum Abbild Gottes und somit zum freien Geschöpf macht.

Wenn wir gegen die Liebe und gegen die Wahrheit – also gegen Gott – leben, zerstören wir uns gegenseitig und zerstören die Welt. Dann finden wir nicht das Leben, sondern handeln im Interesse des Todes. Das alles wird mit den unvergänglichen Bildern in der Geschichte vom Sündenfall und von der Vertreibung des Menschen aus dem irdischen Paradies erzählt.

(aus der Predigt von Papst Bendikt XVI. am 8. Dezember 2005)

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