SALVE REGINA – Trost- und Sehnsuchtsgebet

Rund um Ostern nimmt orden.de das „Gebet“ in den Fokus. Zu diesem Kernaspekt des geistlichen Lebens kommen Ordensmänner und Ordensfrauen mit den Prägungen ihrer Gemeinschaften zu Wort. Alle Beiträge zum Thema können hier nachgelesen werden.

Das Salve Regina ist eines der ersten großen liturgischen Gebete bzw. Gesänge des Stundengebets, die mir bereits als Schüler begegnet sind. Dies hängt damit zusammen, dass die Komplet die erste Gebetszeit des Stundengebets war, die ich näher kennen lernte. Sie endete stets mit dem gesungenen Salve Regina. Etwas später erfuhr ich, dass in manchen Gemeinschaften auch andere Mariengesänge zur Komplet gesungen wurden je nach liturgischer Zeit. Bei den Zisterziensern lernte ich dann wieder das täglich wieder kehrende Salve Regina kennen, das den Tag beschloss, während dort die Mariengesänge zur Vesper gemäß der liturgischen Zeit wechselten.

Als Zisterzienser ist mir das Salve Regina besonders an das Herz gewachsen, weil es die tiefe, aber auch nüchterne Marienfrömmigkeit unseres Ordens zeigt, und weil der heilige Bernhard selbst zum heutigen Wortlaut beigetragen haben soll. Auf ihn sollen die letzten drei Anrufungen zurückgehen: „o gütige, o milde, o süße Jungfrau Maria“. Wenn es auch nicht nachweisbar ist; wer die Schriften des heiligen Bernhard kennt, weiß, dass diese Annahme nachvollziehbar ist.

Wenn ich die Komplet als Abschluss des Tagwerks und Einladung zur Nachtruhe ansehe, eröffnet mir das Salve Regina eine neue Dimension und bildet den Höhepunkt zum Horenabschluss. In den Zisterzienserklöstern wird dies besonders erlebbar, da alle Lichter im Kirchenraum gelöscht werden. Es brennen nur Kerzen an der Marienstatue und am Altarkreuz. Die gesamte Klostergemeinschaft steht in feierlicher Haltung im Chorgestühl und blickt zum Altar und zur Marienstatue.

Mit dem Blick auf Maria eröffnet sich die neue Dimension. Mit ihr dürfen wir auf den vollendeten Menschen schauen, den sie darstellt. Mit ihr werden uns aber auch unsere Schwächen und Fehler, Leiden und Sorgen bewusst – besonders wenn wir am Abend auf den vergangenen Tag zurückblicken. Mit dem Blick auf Maria schauen wir aber auch auf eine gute Mutter im Himmel, die für uns da ist. All dies wird in schlichte, aber inhaltsreiche Worte gekleidet und im Gesang ausgedrückt. Maria ist unser Leben, sie unsere Süßigkeit und unsere Hoffnung – aber auch nur als vorläufige. Es geht um Jesus. Es geht um Gott. Ihn soll sie uns zeigen. Die Gebetsworte des Salve Regina vergessen ihn nicht. Maria ist nicht Selbstzweck, sondern sie trägt „nur“ die Frucht aus, die sie uns zeigen soll.

Das Salve Regina wirkt auf mich als großes Trost- und Sehnsuchtsgebet, das sehr schön an den Abend des Tages passt und das bei uns auch am Abend des Lebens gesungen wird: am offenen Grab eines Mitbruders, der aus diesem Leben geschieden ist. Jesus als Erlöser möge erscheinen, der alle Lasten von uns nimmt.

Bruno Robeck  –  Quelle

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Robertus – Albericus – Stephanus

Am 26. Januar begehen die verschiedenen Zweige aller Zisterzienser ihr großes Ordensfest. Sie feiern die Gründeräbte:

Robert von Molesme
* um 1027 in der Champagne
† 1111 in Molesme

Alberich von Cîteaux
* um 1050 in Frankreich
† 26. Januar 1109 in Cîteaux

Stephan Harding
* 1059 in Merriott, Somerset, England
† 28. März 1134 in Cîteaux

Diese drei und weitere achtzehn Mönche aus Molesme wollten ganz treu nach der Regel des heiligen Benedikt leben. Die Lebensweise der Mönche von Cîteaux wollte sich unterscheiden von der des damals üblichen benediktinischen Lebensstiles, der geprägt war durch die Abtei Cluny in Burgund, nicht weit von Citeaux. Es entstand aus dieser Reform innerhalb des benediktinischen Mönchtums ein neuer Orden: die Zisterzienser.

Hll. Zisterziensergründer: Robertus – Albericus – Stephanus

Freilich wird oft auch weithin auch Bernhard von Clairvaux als Mitbegründer des Zisterzienserordens genannt. Aber er war kein Ordensgründer, er war Ordensreformator und Motor dieser neuen geistlichen Bewegung. Bernhard trat 1113 zusammen mit 30 weiteren Gefährten, die meisten waren mit ihm verwandt, als Novize in Citeaux ein. Durch den Einfluss seiner starken Persönlichkeit begann ein enormer Aufschwung im neuen Orden. Sehrschnell wurden die ersten Tochterklöster gegründet werden: 1113 La Ferté, 1114 Pontigny, 1115 Morimond.

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Mönche glaubten offenbar an Auferstehung des Fleisches

In der berühmten, seit 1539 mehr oder weniger ruinösen nordenglischen Cistercienserabtei Fountains sind mehr als 500 Mönchsgräber gefunden worden. Besonders beachtenswert ist die Lagerung der unüberschaubaren Schar von Leichen in symmetrisch zusammengestellten, unterirdischen Steingehäusen, die bis zu vier Leichen in der Art von Lagerbetten übereinander stellten. Jüngste Technologie war bei dem Fund ausschlaggebend: Man hat mit geophysischen Messgeräten die genaue Aufstellung der Gräberreihen identifiziert. Sie erstrecken sich österlich der Abteikirche auf ein Areal von 60 m x 80 m.

Tragisch an der Berichterstattung in den englischen Medien ist der Hinweis in vielen Zeitungsberichten, dass der Fund den Auferstehungsglauben der Mönche bestätige. In einem Bericht hieß es: „Moderne christliche Theologie erwartet zwar die Auferstehung der Seele, nicht aber des Leibes. Islam und Judentum erwarten eine leibliche Auferstehung“. Zur Entschuldigung der theologischen Ignoranz der britischen Journalisten sei auf die erlaubte und immer populärere Urnenbestattung hingewiesen. Welche Religion, die an die Auferstehung des Fleisches glaubt, würde die Verbrennung von Leichen erlauben?

Fountains gehört mit seinen mehr als 300.000 jährlichen Einzelbesuchern zu den meistfrequentierten Objekten des National Trust. Was erzählt man den Touristen über den Glauben, der zur Errichtung der atemberaubend schönen Bauten geführt hat? Scheinbar wenig.

Prof. P. DDr. Alkuin Schachenmayr OCist

FOTO – https://www.nationaltrust.org.uk/fountains-abbey-and-studley-royal-water-garden/features/fountains-abbey

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Prostratio nach den Exequien von Zisterziensern

Bei Exsequien kommt die Prostratio in folgender Weise vor:

Im letzten Teil der Beerdigungsliturgie, nach der Versenkung des Verstorbenen ins Grab, kehrt die Mönchsprozession in die Kirche zurück; die Mönche stellen sich der Seniorität nach entlang der Altarstufe auf und prosternieren sich mit dem Kopf zum Altar. Ist der Konvent groß, bildet sich eine zweite Reihe, eine Körperlänge dahinter, die sich ebenso zu Boden wirft. Der Abt kehrt, nachdem er in der Sakristei die Messgewänder abgelegt hat, an die Stufe zurück und nimmt seinen Platz auf dem Boden ein, den die ältesten Mönche ihm freihielten.

Aus: Cist. Chronik 27 (1915) 218-221.

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Dom Alexis Presse

Am Gedenktag des heiligen Alexis sei an einen seiner vielen Namensvetter erinnert. Auch Dom Alexis Presse trug seinen Namen. Darum sei heute an diesen großen Trappistenabt erinnert.

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Dom Alexis Presse wurde geboren am 26. Dezember 1883 in Plouguenast/Bretagne und erhielt in der Taufe den Namen Mathurin. Nachdem er sich die notwendige Schulbildung angeeignet und erste Studien im Priesterseminar von Saint-Brieuc absolviert hatte, trat er 1903 in die Zisterzienserabtei Timadeuc ein. Nach seiner zeitlichen Profess am 11. Februar 1905, der Feierlichen Profess am 16. Februar 1908 und seiner Priesterweihe am 29. Juni des gleichen Jahres setzte er seine Studien in Rom fort, bei dem er sich speziell mit kirchenrechtlichen Fragen beschäftigte und im Jahr 1914 zum Doktor des kanonischen Rechts promoviert wurde.

Nach seiner Teilnahme am 1. Weltkrieg konnte er nach einem Aufenthalt in Timadeuc für drei Jahre, von 1920 bis 1923, als Lehrer in der Abtei Bonnecombe wirken. Schon 1923 wurde er jedoch als Superior in die Abtei Tamié geschickt, deren Mönche ihn 1925 zu ihrem Abt wählten.

Die Abtei, der er nun vorstand, hatte schwere Prüfungen zu bestehen. Die Gemeinschaft war aus zwei Klöstern zusammengelegt worden und dadurch nicht wirklich geeint. Finanzielle Probleme und fehlender Nachwuchs bedrängten die Gemeinde, die nach tatkräftiger Führung verlangte. Dom Alexis verstand es, die Mönche und Konversen zu fördern und zu ermutigen. Er brachte unter vielen Mühen die desolate Finanzsituation wieder ins Lot und versuchte, mit neuen Einnahmequellen der angespannten Lage Herr zu werden. Seiner Gemeinde war er ein liebevoller Abt, seine Kontakte zum Klerus der Diözese waren hervorragend und seine Begeisterung für das zisterziensische Leben mitreißend. Er hatte intensiven Kontakt zu dem unermüdlichen Verbreiter der in Vergessenheit geratenen Schriften der frühen Zisterzienserväter, Dom Anselme Le Bail.

Schon bald nach seiner Berufung nach Tamié im Jahr 1923 sanierte er das Kloster etappenweise. Junge Novizen traten der Gemeinde bei, unter ihnen auch der später sehr bekannte Kunsthistoriker P. Anselme Dimier, der schließlich nach Scourmont übertreten sollte. Nicht alle Änderungen und Neuerungen, die Dom Alexis in Tamié einführte, stießen auf Zustimmung bei den Ordensoberen.

Die Einführung altzisterziensischer Gebräuche wurde nur widerstrebend geduldet, so dass sogar in Rom Beschwerden gegen ihn eingingen. Auf den Generalkapiteln der Strengeren Observanz musste er sich wiederholt rechtfertigen. Allerdings stärkte der einflussreiche Vater Immediat von Tamié, Dom Jean-Baptiste Chautard von Sept-Fons, dem temperamentvollen jungen Abt oft den Rücken.

Schließlich jedoch wurden die Übertretungen der Ordensdisziplin in Tamié in bestimmten Punkten zum Anlass genommen, Dom Alexis streng zurechtzuweisen und auf sofortigen und strikten Gehorsam zu pochen. Nachdem er sich geweigert hatte, sich öffentlich zu den Maßnahmen zu äußern, die gegen ihn ergriffen werden sollten, falls er nicht bedingungslos einlenken würde, zitierte ihn das Generalkapitel nach Cîteaux und verhängte über ihn die Exkommunikation des Ordens, indem es ihm mit sofortiger Wirkung verbot, nach Tamié zurückzukehren und mit seinen Mönchen und Konversen Kontakt zu haben.

Dom Marie Godefroy als Vaterabt hatte diese Strafe der erschütterten Gemeinschaft in Tamié zu verkünden und die weiteren Schritte zu regeln, die sich als Konsequenzen aus der Exkommunikation von Dom Alexis ergaben. Er und seine Begleiter gestatteten dem ratlosen Abt allerdings aus Freundschaft, die notwendigen persönlichen Dinge aus seinem bereits versiegelten Zimmer zu holen. Alexis Presse war kein sehr diplomatischer Mensch. Die Differenzen zwischen der Ordensleitung und seiner Person waren die Folge des ungestümen bretonischen Charakters von Dom Alexis und einer Konzeption des Ordenslebens seitens der Ordensleitung, die sich ganz auf aszetische und rubrizistische Ideale stützte.

Dom Alexis Press in Bocuqen

Relativ bald, schon im Oktober 1936, besiedelte Alexis Presse daraufhin die alte Zisterzienserabtei Boquen wieder. Als Gebäude fast ganz ruiniert und zerstört, baute Dom Alexis in geduldiger und harter Arbeit Teile des ursprünglichen Klosters wieder auf. Eine kleine Gemeinschaft begann ein Leben nach den ursprünglichen Gebräuchen von Cîteaux, wie sie Dom Alexis interpretierte.

Das Leben in Boquen zeichnet sich durch große Flexibilität und gesundes Maßhalten aus, zeigte aber auch Tendenzen zu historisierenden Engführungen, vor allem in hygienischer Hinsicht. Alexis Presse war es vergönnt, Unterstützung zu finden von den verschiedenen Generaläbten ocist.

Im Jahr 1950 wurde er offiziell zum Abt von Boquen ernannt. Die Narben der Verwundungen von 1936 konnten langsam heilen und voller Freude durfte Alexis Presse zu seinem goldenen Priesterjubiläum im Jahr 1958 den ehemaligen Generalabt ocso und einstigen Wegbegleiter aus seiner Zeit in Timadeuc in Boquen begrüßen. Seine große Liebe zum Zisterzienserorden und seine außerordentliche Gelehrsamkeit ließen ihn den Versuch wagen, auch im 20. Jahrhundert der ursprünglichen Observanz des frühen Cîteaux gerecht zu werden. Dazu führte er in Boquen den mittelalterlichen Tagesplan wieder ein, der die Stunden nach dem Sonnenstand berechnete und harmonisch dem natürlichen menschlichen Rhythmus folgte. Schon in Tamié hatte Dom Alexis mit Sorgfalt nach den alten Melodien des zisterziensischen Offiziums (vor allem der gesungenen Teile des Nachtgottesdienstes) gesucht und konnte daher in Boquen auf seinen reichen Erfahrungsschatz zurückgreifen.

Dormitorium in Bocquen. LIFE-Magazin-Photo

Die Weihe der wiedererrichteten Abteikirche am 22. August 1965 unter großer Anteilnahme der offiziellen Förderer und vieler Freunde von Boquen konnte Dom Alexis vom Rollstuhl aus mitfeiern.

Allerdings waren ihm nur noch wenige Wochen zu leben vergönnt. Wie er es sich gewünscht hatte, starb Dom Alexis, erschöpft und krank, in der Nacht des Festes Allerheiligen, das er schon im Himmel feiern wollte, und wurde unter zahlreicher Beteiligung in der Abteikirche von Boquen bestattet.

Text: Cistopedia

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Die enge Pforte

Wie eng ist die Pforte und wie schmal der Weg, der zum Leben führt; und wenige sind es, die ihn finden!“. So steht es bei Matthäus (7.14). Und Lukas schreibt (13.24): „Bemühet euch mit aller Anstrengung durch die enge Pforte einzugehen, denn ich sage euch: Viele werden suchen einzugehen, und werden es nicht vermögen.

Ein Symbolbild für die „enge Pforte“ haben die Erbauer des Zisterzienserklosters „Santa Maria de Alcobaça“ geschaffen und uns Heutigen nach fast 900 Jahren als Ermahnung hinterlassen.

1153 wurde das Kloster der Heiligen Maria von Alcobaça von Zisterziensermönchen gegründet. Es befindet sich in einem Tal, etwa 90 KM von der portugiesischen Stadt Coimbra entfernt. Es handelte sich um eine königliche Stiftung und das Kloster wusste sich immer eng mit dem portugiesischen Königshaus verbunden. Aus politischen Gründen musste das Kloster 1833 aufgegeben werden.

In einer Wand des Refektoriums, des Speisesaals der Mönche, befindet sich eine Wandöffnung mit den Maßen 200×32 cm. Mit der Höhe von zwei Metern gibt es keine Schwierigkeiten für einen erwachsenen Mann, eine Tür- oder Wandöffnung zu durchschreiten. Eine Breite von 32 cm dagegen kann eine größere Herausforderung bilden für solche Mönche, die sich nicht der maßvollen Speise-Regel des heiligen Benedikt unterworfen haben und deren Leibesumfang nicht mehr an asketische Mönche erinnert. Irgendwann haben die Ordensoberen im Bewusstsein, dass es unmöglich sei, dass korpulente Mönche durch die „enge Pforte“ ins Himmelreich eingehen können, entschieden, dass jeder Mönch einmal im Monat durch diese Tür hindurchzugehen habe. Da dies nur möglich ist, wenn man nicht frontal, sondern seitlich hindurchgeht, wird es für korpulenter Mönche ein Problem geben und sie würden mit ihrem Bauch hängen bleiben. Jenen, denen es so ergangen ist, wurden auf eine solide Diät gesetzt und mussten abspecken, bis sie wieder durch Wandöffnung, oder die „enge Pforte“ passten.

Pinterest-Foto – https://i.pinimg.com/originals/8d/cf/2f/8dcf2f1400819289f9be517b5ea0303e.jpg

So ist jene „enge Pforte“ von „Santa Maria de Alcobaça“ ein wunderbares Bild für jene „enge Pforte“, die zum ewigen Leben führt. Denn nur wer sich bereitet hat, wird sie einst durchschreiten dürfen.

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In Portugal wird dieser Durchgang heute nicht nur „die schöne Tür“ genannt,
sondern auch: „a porta pega gordo“ etwa: „die Tür fängt Fett auf“.

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Zum Ende von Himmerod – Die Ordnung bei der Empfehlung der Seele (3/3)

Wenn dann die Seele noch bedrängt wird, werden Psalm 117 Danket dem Herrn etc. und Psalm 118 Wohl denen etc. gebetet, der als Ganzes auf die Horen aufgeteilt ist. Nachdem sie gebetet wurden, geht der Konvent weg, wenn [der Sterbende] bis dahin noch nicht verschieden ist; und es bleibt dort mit dem Kreuz, dem Weihwasser und der angezündeten Kerze ein Priester zurück, der fähig ist, dem Sterbenden zu helfen, der ihn aufmuntert und in Abständen sanft ermahnt:
1. Dass er fest an alle Glaubensartikel, das Symbolon der Apostel glaube, und [es], wenn er kann, rezitiere.
2. Dass er auf Christus hoffe, der ihm gnädig ist aufgrund seiner Milde und durch die Wohltat der Passion, und [dass er hoffe] auf die Fürsprache der seligen Maria und aller Heiligen, die ihn ins ewige Leben begleiten werden.
3. Dass er aus ganzem Herzen einen Akt der Gottesliebe hervorlocke.
4. Dass er Trauer empfinde wegen der Liebe Gottes, die, wenn auch nur leichtest, oft von ihm verletzt wurde, sowohl gegenüber Gott, dem Herrn, als auch gegenüber dem Nächsten.
5. Dass er von Herzen allen verzeihe, die ihn auf irgendeine Weise angegriffen haben, und dass er von denen Verzeihung erbitte, die er irgendwie beleidigt hat.
6. Dass er den Schmerz und die Beschwerde der Krankheit als Strafe für seine Sünden geduldig und willig ertrage, etc.

Er kann ihm auch diese kleinen Bitten eingeben: Miserere mei Deus secundum magnam misericordiam tuam. … [etc.]

Dies und ähnliches kann ein kluger Priester, nach dem Fassungsvermögen der Person, dem Sterbenden in der Volkssprache oder lateinisch eingeben; dann [kann er auch] über ihn Kapitel 17 des Evangeliums und die Leidensgeschichte nach Johannes lesen; und auch andere Gebete über das Leiden [des Herrn] kann er beten, wie am Schluss des folgenden Kapitels [angegeben].

(Aus dem Zisterzienserritus – Rituale cisterciense Deutsch (1892)]

Zwei Mönche sind zur Zeit noch in Himmerod: Pater Stephan R. Senge, der unbedingt in Himmerod bleiben will; sowie Pater Johannes Müller, der letzte Abt des Zisterzienserkonvents Himmerod. –
Der Trierer Bischof Stephan Ackermann hatte angekündigt, sich selbst auf die Suche nach einer neuen Ordensgemeinschaft für Himmerod zu machen.

Klosterruine Himmerod um 1910

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