neu: SCHRIFTLESUNG – täglich ein Stück aus der Heiligen Schrift

Ab 1. Januar 2020 beginnen wir eine neue Serie:

SCHRIFTLESUNG

– täglich ein Stück aus der Heiligen Schrift.

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Heilige Schrift – Wichtigkeit und Notwendigkeit, sie zu kennen

Die heilige Teresa von Jesus (von Avila) schreibt am Ende ihrer Selbstbiografie (Das Buch meines Lebens) im letzten Kapitel (40) von einer ihrer Ektasen. Sie erkannte, dass bisher von ihr, aber nicht bloß von ihr, „die Wahrheiten der Schrift nicht in aller Klarheit erkannt“ würden. Kein Häkchen der Heiligen Schrift würde vergehen oder weggenommen. Dies soll uns sagen, dass alles in der Heiligen Schrift, im Alten wie im Neuen Testament, wichtig ist und notwendig. Alles bezieht sich aufeinander.

Heilige Teresa von Jesus:

1. Als ich eines Tages im inneren Beten weilte, war die Beseligung, die ich in meinem Inneren empfand, so groß, daß ich – eines solchen Gutes unwürdig – darüber nachzudenken begann, wie ich es eher verdient hätte, an dem Ort zu weilen, den es, wie ich gesehen hatte, in der Hölle für mich gab; denn wie ich schon gesagt habe, vergesse ich niemals, in welchem Zustand ich mich da erlebte.

Es begann sich meine Seele durch diese Betrachtung noch mehr zu entflammen, und es überkam mich eine derartige Geistesverzückung, daß ich es nicht sagen kann. Mir war, in jene Majestät, die ich andere Male schon erkannt hatte, eingetaucht und von ihr erfüllt zu sein. In dieser Majestät wurde mir eine Wahrheit zu verstehen gegeben, die der Inbegriff aller Wahrheiten ist. Wie, kann ich nicht sagen, weil ich nichts sah.

Man sagte mir, ohne daß ich sah, wer, doch erkannte ich, daß es die Wahrheit selbst war: Es ist nicht wenig, was ich hier für dich tue, sondern es ist eines der Dinge, deretwegen du mir viel verdankst. Denn der ganze Schaden, der der Welt entsteht, besteht darin, daß die Wahrheiten der Schrift nicht in aller Klarheit erkannt werden. Kein Häkchen von ihr wird vergehen (vgl. Mt 5,18).

Ich meinte, daß ich das schon immer geglaubt hatte, und daß alle Gläubigen es glaubten. Er sagte mir: Ach, Tochter, wiewenige lieben mich in Wahrheit! Denn wenn sie mich liebten, würde ich ihnen meine Geheimnisse nicht verbergen. Weißt du, was es bedeutet, mich in Wahrheit zu lieben? Zu verstehen, daß alles, was mir mißfällt, Lüge ist. In aller Klarheit wirst du das, was du jetzt nicht verstehst, an dem ersehen, was deiner Seele Nutzen bringt.

2. Und so habe ich es gesehen – der Herr sei gepriesen –, sodaß mir seitdem das, was ich nicht als auf den Dienst des Herrn ausgerichtet erlebe, so sehr als Nichtigkeit und Lüge vorkommt, daß ich es nicht so zu benennen vermöchte, wie ich es verstehe, dazu noch das Mitleid, das mir die verursachen, die ich voller Finsternis in dieser Wahrheit stehen sehe, und vielfachen weiteren Gewinn, den ich hier benennen, und vielfachen, den ich nicht werde benennen können. Der Herr sagte mir hier ein besonderes Wort überaus großen Wohlwollens. Ich weiß nicht, wie das zuging, weil ich nichts sah. Aber ich verblieb danach in einem Zustand, den ich genauso wenig benennen kann, mit größtem Starkmut, und in aller Wahrhaftigkeit, um die Heilige Schrift mit all meinen Kräften bis ins kleinste zu erfüllen. Ich glaube, daß sich mir nichts entgegenstellen könnte, was ich deshalb nicht durchstanden hätte.

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Msgr. Carlo Maria Viganò über das Pontifikat von Papst Bergoglio

„Seit mehr als sechs Jahren werden wir von einem falschen Lehramt vergiftet“

Kurz vor Weihnachten meldete sich der ehemalige Apostolische Nuntius in den USA, Msgr. Carlo Maria Viganò, zu Wort. Wo sich der ehemalige Vatikandiplomat und Titularerzbischof aufhält, ist unbekannt, seit er am 26. August 2018 enthüllte, daß Papst Franziskus über den Fall von Ex-Kardinal Theodore McCarrick schon seit Juni 2013 informiert war und nicht erst seit Juli 2018, als die New York Times darüber berichtete. Aus Sicherheitsgründen hält er seinen Aufenthaltsort geheim. Mit seiner Stellungnahme, die von Corrispondenza Romana veröffentlicht wurde, reagiert er auf die jüngsten Ereignisse und formuliert „aus Liebe zur Kirche“ eine neue Anklage gegen Franziskus.

Wörtlich schreibt Erzbischof Viganò:

So spricht Gott, der Herr,
der den Himmel erschaffen und ausgespannt hat,
der die Erde gemacht hat und alles, was auf ihr wächst,
der den Menschen auf der Erde den Atem verleiht
und allen, die auf ihr leben, den Geist:

„Ich bin Jahwe, das ist mein Name;
ich überlasse die Ehre, die mir gebührt, keinem andern,
meinen Ruhm nicht den Götzen.“

Der Herr zieht in den Kampf wie ein Held,
er entfacht seine Leidenschaft wie ein Krieger. Er erhebt den Schlachtruf und schreit,
er zeigt sich als Held gegenüber den Feinden.

Ich hatte sehr lange geschwiegen,
ich war still und hielt mich zurück. Wie eine Gebärende will ich nun schreien,
ich schnaube und schnaufe.

Die Berge und Hügel dörre ich aus
und lasse ihr Gras völlig vertrocknen. Flüsse mache ich zu festem Boden
und Teiche lege ich trocken.

Alle müssen weichen und werden beschämt,
die auf Götzenbilder vertrauen, die zu gegossenen Bildern sagen:
„Ihr seid unsere Götter“.

Wer lieferte Jakob den Plünderern aus
und Israel den Räubern? Hat nicht der Herr es getan,
gegen den wir gesündigt hatten? Sie wollten nicht auf seinen Wegen gehen,
sie hörten nicht auf sein Gesetz.

Da goß er über sie seinen glühenden Zorn aus
und den Schrecken des Krieges: Ringsum hat er sie umlodert,
doch sie merkten es nicht; du hast sie in Brand gesetzt,
doch sie nahmen es sich nicht zu Herzen.

(Jesaja 42, 5–25)

Erzbischof Carlo Maria Viganò hält sich zur Sicherheit seit August 2018 versteckt (Aufnahme von Mai 2018)

Unbefleckte Jungfrau und Mutter Maria, Acies ordinata, ora pro nobis

„Gibt es im Herzen der Jungfrau Maria etwas anderes als den Namen unseres Herrn Jesus Christus? Auch wir wollen nur einen Namen in unserem Herzen haben: den von Jesus, wie die Allerseligste Jungfrau.“

Die tragische Parabel dieses Pontifikats setzt sich mit einer Reihe bedrückender Schläge fort. Kein Tag vergeht: Vom höchsten Thron aus setzt der Papst die Demontage der Cathedra Petri fort, indem er die höchste Autorität gebraucht und mißbraucht, nicht um zu bekennen, sondern zu leugnen, nicht um zu bestätigen, sondern in die Irre zu führen, nicht um zu einen, sondern zu spalten, nicht um aufzubauen, sondern niederzureißen.

Materielle Häresien, formelle Häresien, Götzendienst, Oberflächlichkeiten aller Art: Papst Bergoglio hört nicht auf, die oberste Autorität der Kirche hartnäckig zu demütigen und das Papsttum zu „entmythisieren“ – wie der berühmte Gefährte Karl Rahner vielleicht sagen würde. Sein Handeln zielt darauf ab, das Heilige Depositum zu mißachten und das Katholische Antlitz der Braut Christi zu entstellen mit seinem Reden und Tun, mit Täuschungen und Lügen, mit jenen eklatanten Gesten der demonstrativen Spontaneität, die aber akribisch ausgedacht und geplant sind, und durch die er sich in einer ununterbrochenen, narzißtischen Zelebration selbst feiert, während die Gestalt des römischen Papstes, des sanften Christus auf Erden, gedemütigt und verdunkelt wird.

Sein Handeln bedient sich der lehramtlichen Improvisation, jenes improvisierten, fluiden Lehramtes, das heimtückisch wie Treibsand ist, und das nicht nur in großen Höhen, wo er der Spielball der Journalisten aus aller Welt ist in jenen ätherischen Räumen, die ein pathologisches Delirium illusorischer Allmacht sichtbar werden lassen können, sondern auch im Rahmen der feierlichsten Funktionen, die heiligen Schauer und ehrfurchtsvollen Respekt einflößen sollten.

Am Gedenktag der Jungfrau von Guadalupe hat Papst Bergoglio noch einmal seiner offensichtlichen marianischen Ungeduld Ausdruck verliehen, die an jene der Schlange in der Erzählung vom Sündenfall in jenem Protoevangelium erinnert, das die von Gott gesetzte, unerbittliche Feindschaft zwischen der Frau und der Schlange und die erklärte Feindseligkeit von letzterer prophezeit, die bis zur Vollendung der Zeit versuchen wird, die Ferse der Frau zu treffen und über sie und ihre Nachkommen zu triumphieren. Was der Papst getan hat, ist eine offensichtliche Aggression gegenüber den erhabenen Vorrechten und Eigenschaften, welche die Unbefleckte Jungfrau und Gottesmutter zur weiblichen Ergänzung zum Geheimnis des menschgewordenen Wortes machen, die aufs engste mit Ihm in der Heilsökonomie verbunden ist.

Nachdem er sie zur „Nachbarin von nebenan“ deklassierte, und zur flüchtenden Migrantin, und zum einfachen Laien mit den Mängeln und Krisen irgendeiner Frau und von der Sünde gezeichnet, oder zuletzt zur Schülerin, die uns offensichtlich nichts zu lehren hat; nachdem er sie auf die gleiche Art und Weise banalisierte und entsakralisierte wie jene Feministen, die in Deutschland mit ihrer Bewegung „Maria 2.0“ an Boden gewinnen und darauf abzielen, die Gottesmutter zu modernisieren, um aus ihr ein Trugbild nach ihrem Abbild und Ebenbild zu machen, hat Papst Bergoglio sich noch weiter an der majestätischen Königin und unbefleckten Gottesmutter ausgetobt, indem er erklärte, „sie hat sich mit der Menschheit vermischt… und hat selbst „Gott vermischt“. Mit wenigen, salopp hingeworfenen Sätzen traf er das marianische und das damit verbundene christologische Dogma ins Herz.

Die Mariendogmen sind das Siegel, das an den katholischen Wahrheiten unseres Glaubens befestigt ist, die von den Konzilen von Nicäa, Ephesus und Chalcedon definiert wurden. Sie sind der unzerbrechliche Schutzdamm gegen christologische Häresien und gegen die wütende Entfesselung der Pforten der Unterwelt. Wer sie „vermischt“ und entweiht, zeigt daß er auf der Seite des Feindes steht. Maria anzugreifen, bedeutet, sich auf Christus selbst zu stürzen. Die Mutter anzugreifen, bedeutet, sich gegen den Sohn zu erheben und gegen das Mysterium der Heiligsten Dreifaltigkeit zu rebellieren. Die Unbefleckte Theotokos, „furchterregend wie Heerscharen“ – acies ordinata, ein Heer in Aufstellung –,  wird kämpfen, um die Kirche zu retten, und sie wird die Armee des von den Ketten gelassenen Feindes zerstören, der Ihr den Krieg erklärt hat, und mit ihm werden alle dämonischen Pachamamas endgültig in die Hölle zurückkehren.

Papst Bergoglio scheint seine Ungeduld gegen die Unbefleckte nicht länger im Zaum zu haben und scheint sie nicht mehr unter dieser so auffälligen, scheinbaren Verehrung verbergen zu können, die er im Rampenlicht der Kameras zeigt, während er den Feierlichkeiten zum Hochfest Mariä Himmelfahrt und dem  Rosenkranzgebet mit den Gläubigen fernbleibt, die mit Johannes Paul II. und Benedikt XVI. den Damasushof und die obere Loggia des Petersdoms füllten.

Papst Bergoglio benutzt die Pachamama, um sich der Guadalupana zu entledigen. Die Erhöhung dieses Amazonas-Götzen bis vor das Petrusgrab war nichts weniger als eine Kriegserklärung an Unsere Liebe Frau und Patronin von ganz Amerika. Indem sie sich dem heiligen Juan Diego zeigte, vernichtete sie die dämonischen Götzen und gewann dank ihrer mütterlichen Vermittlung die Indianer für Christus und für die Anbetung des „Wahren und Einzigen Gottes“. Und das ist keine Legende!

Wenige Wochen nach dem Ende der Amazonassynode, deren Kennzeichen die Einsetzung der Pachamama im Herzen der Katholizität war,  haben wir erfahren, daß die konziliare Katastrophe des Novus Ordo Missae einer weiteren Modernisierung unterzogen wird, unter anderem durch die Einführung des Taus [lat. ros, ital. rugiada] [1] in das Eucharistische Hochgebet anstelle der Erwähnung des Heiligen Geistes, der dritten Person der Allerheiligsten Dreifaltigkeit.

Das ist ein weiterer Schritt im Sinne eines Rückschritts zur Naturalisierung und Immanentisierung des katholischen Kultes zu einem pantheistischen und götzendienerischen Novissimus Ordo. Der Tau, ein im „theologischen Ort“ der Amazonas-Tropen vorhandenes Wesen, gilt – wie wir von den Synodenvätern erfahren haben – als das neue immanente Prinzip der Befruchtung der Erde, das sie im Sinne der „Transsubstantiation“ in ein pantheistisch verbundenes Ganzes wesensverwandelt, dem die Menschen assimiliert und unterworfen werden zur höheren Ehre der Pachamama. Und schon sind wir wieder in die Finsternis des Heidentums zurückgeworfen, eines neuen, globalistischen und öko-tribalen Heidentums mit seinen Dämonen und seinen Perversionen. Durch diesen x-ten liturgischen Umbruch wird die göttliche Offenbarung von der Fülle zum Archaismus zurückgestuft. Von der hypostatischen Identität des Heiligen Geistes rutscht man in Richtung der symbolischen und metaphorischen Vergänglichkeit, die dem Tau eigen ist, und den sich die freimaurerische Gnosis schon seit einiger Zeit zu eigen gemacht hat.

Aber kehren wir für einen Moment zu den selten häßlichen Götzen-Figuren zurück und zu der Erklärung von Papst Bergoglio nach ihrer Entfernung aus der Kirche Santa Maria in Traspontina und ihrer Entsorgung im Tiber. Auch in diesem Fall haben die Worte des Papstes den Geruch einer kolossalen Lüge: Er ließ uns glauben, daß die Figuren durch das sofortige Eingreifen der Carabinieri aus dem schmutzigen Wasser befreit wurden. Man fragt sich verwundert, warum nicht eine von Tornielli und Spadaro von der Civiltà Cattolica koordinierte VaticanNews-Truppe mit Reportern und Kameraleuten der Hofpresse hinzugeeilt ist, um die Heldentat von Tauchern zu filmen und die Rettung der Pachamama festzuhalten. Es scheint auch unwahrscheinlich, daß eine so spektakuläre Aktion auch nicht die Aufmerksamkeit einiger Passanten auf sich gezogen hätte, die mit einem Mobiltelefon ausgestattet gefilmt und die Aufnahme in den sozialen Medien verbreitet hätten. Wir sind versucht, die Frage an die Person weiterzureichen, die die Erklärung abgegeben hat. Mit Sicherheit würde er uns auch diesmal mit seinem beredten Schweigen antworten.

Seit mehr als sechs Jahren werden wir von einem falschen Lehramt vergiftet, von einer Art extremer Synthese aller zweifelhaften Konzilsformulierungen und aller nachkonziliaren Irrtümer, die sich unaufhaltsam ausgebreitet haben, ohne daß die meisten von uns es bemerkt hätten. Ja, weil das Zweite Vaticanum nicht nur die Büchse der Pandora, sondern auch das Overton-Fenster geöffnet hat, und zwar so allmählich und schrittweise, daß wir die Umwälzungen, die wirkliche Natur der Reformen und ihre dramatischen Konsequenzen, nicht erkannt haben, und uns nicht einmal der Verdacht kam, wer wirklich die Regie bei dieser gigantischen, subversiven Operation führte, die der modernistische Kardinal Suenens als „1789 der katholischen Kirche“ bezeichnete.

So wurde in den vergangenen Jahrzehnten der Mystische Leib durch eine unaufhaltsame Blutung langsam seines Lebenselixiers beraubt: Das Heilige Depositum Fidei wurde allmählich vergeudet, die Dogmen denaturiert, der Kult säkularisiert und schrittweise profaniert, die Moral sabotiert, das Priestertum verunglimpft, das eucharistische Opfer protestantisiert und in ein geselliges Bankett umgewandelt …

Jetzt ist die Kirche leblos, überzogen mit Metastasen und am Boden zerstört. Das Volk Gottes ist zum Analphabeten geworden und seines Glaubens beraubt und tappt durch die Finsternis von Chaos und Spaltung. In den vergangenen Jahrzehnten haben die Feinde Gottes nach und nach 2000 Jahre der Tradition verbrannt. Mit beispielloser Beschleunigung, dank der geballten, subversiven Ladung dieses Pontifikats und unterstützt vom mächtigen Jesuitenapparat, wird zum tödlichen Gnadenstoß gegen die Kirche angesetzt.

Bei Papst Bergoglio ist es – wie bei allen Modernisten – unmöglich, nach Klarheit zu suchen, da das Kennzeichen der modernistischen Häresie genau die Verstellung ist. Als Meister des Irrtums und Experten in der Kunst der Täuschung „arbeiten sie daran, daß das Mehrdeutige allgemein akzeptiert wird, indem sie es von seiner harmlosen Seite präsentieren, was als Passierschein dient, um die giftige Seite einführen zu können, die zuvor verborgen gehalten wurde“ (P. Matteo Liberatore SJ). So wird die Lüge, die hartnäckig und besessen wiederholt wird, langsam „wahr“ und von der Mehrheit akzeptiert.

Typisch modernistisch ist auch die Taktik, zu bekräftigen, was man zerstören will, indem vage und ungenaue Begriffe verwendet werden, um den Irrtum zu fördern, ohne ihn jemals klar zu formulieren. Genau das tut Papst Bergoglio mit seiner zersetzenden Formlosigkeit der Glaubensgeheimnisse und mit der ihm eigenen doktrinellen Ungenauigkeit, durch die er die heiligsten Dogmen „vermischt“ und demoliert, wie er es mit den marianischen der Jungfrau und Gottesmutter Maria getan hat.

Das Ergebnis dieses Mißbrauchs ist das, was wir jetzt vor Augen haben: eine katholische Kirche, die nicht länger katholisch ist; ein Container, der seines authentischen Inhalts entleert und mit Ramsch gefüllt wurde.

Die Ankunft des Antichristen ist unvermeidlich, das ist Teil des Epilogs der Heilsgeschichte. Aber wir wissen, daß das die Voraussetzung für den universalen Triumph Christi und seiner ruhmvollen Braut ist. Jene von uns, die sich von diesen Feinden der Kirche, die sich im Leib der Kirche eingenistet haben, nicht täuschen haben lassen, müssen sich vereinen und eine gemeinsame Front gegen das Böse bilden, das schon vor langer Zeit besiegt wurde, aber noch in der Lage ist, Schaden anzurichten und das ewige Verderben vieler zu provozieren, dem aber die Jungfrau, unsere Anführerin, endgültig den Kopf zertreten wird.

Jetzt ist es an uns: Ohne Mißverständnisse, ohne uns aus dieser Kirche vertreiben zu lassen, deren legitime Kinder wir sind, und in der wir das hochheilige Recht haben, uns zu Hause zu fühlen, ohne daß uns die haßerfüllte Horde der Feinde Christi das Gefühl gibt, ausgegrenzt, schismatisch und exkommuniziert zu sein.

Jetzt liegt es an uns! Der Triumph des Unbefleckten Herzens Mariens – Corredemptrix und Mittlerin aller Gnaden – erfolgt durch ihre „Kleinen“, die zweifellos zerbrechlich und sündige Wesen sind, die aber von absolut entgegengesetztem Zeichen sind als die Mitglieder der Armee des Feindes. Bedingungslos der Unbefleckten geweihte „Kleine“, um ihre Ferse zu sein, der am meisten gedemütigte und verachtete und am meisten von der Hölle gehaßte Teil, der aber zusammen mit Ihr den Kopf des höllischen Monsters zertreten wird.

Der heilige Ludwig Maria Grignion von Montfort fragte sich:

„Aber wann wird dieser Triumph eintreten? Gott allein weiß es.“

Unsere Aufgabe ist es, wachsam zu sein und zu beten, wie es die Heilige Katharina von Siena brennend empfiehlt:

„Ach! Möge ich doch sterben, aber ich kann nicht sterben. Schlaft nicht mehr in Nachlässigkeit. Nützt die heutige Zeit, so gut es geht. Stärkt Euch in Christus Jesus, der süßen Liebe. Taucht ein in das Blut des Gekreuzigten. Nehmt das Kreuz mit dem gekreuzigten Christus auf euch, versteckt euch in den Wunden des gekreuzigten Christus und nehmt ein Bad im Blut des gekreuzigten Christus“ (Brief 16).

Die Kirche ist von der Finsternis des Modernismus umhüllt, aber der Sieg gehört Unserem Herrn und Seiner Braut. Wir wollen weiterhin den ewiggültigen Glauben der Kirche bekennen angesichts des Tosen des Bösen, das sie belagert. Wir wollen mit Maria und mit Jesus wachen in diesem neuen Getsemani der Endzeit. Wir wollen beten und Buße tun zur Wiedergutmachung für die vielen ihnen zugefügten Beleidigungen.

+ Carlo Maria Viganò
Titularerzbischof von Ulpiana
Apostolischer Nuntius

19. Dezember 2019

Einleitung/Übersetzung: Giuseppe Nardi
Bild: vatican.va/LifeSiteNews (Screenshots)

Quelle katholisches.info https://katholisches.info/2019/12/19/seit-mehr-als-sechs-jahren-werden-wir-von-einem-falschen-lehramt-vergiftet/

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Die Abschlachtung der Unschuldigen – 28. Dezember

Die FAZ meldete am 10. Juli 2002, dass im Londoner Auktionshaus Sotheby’s ein Gemälde von Peter Paul Rubens für 49,5 Millionen Pfund (77,3 Millionen Euro) verkauft worden sei. Wir haben längst gelernt, dass man mit Kunst sein Geld anlegt, sofern man es in einem solchen Umfang besitzen sollte. Somit ist „Das Massaker der Unschuldigen“, das Rubens zwischen 1609 und 1611 malte, eine hervorragende Geldanlage. Die Auktionatoren schätzen das Bild seinerzeit auf auf vier bis sechs Millionen Pfund. Dieser Preis vervielfachte ich mit dem Faktor zehn.

Der niederländische Maler Peter Paul Rubens (1577–1640) zählt zu den bedeutendsten Malern des Barock. Sein monumentales Werk „De slachting der onschuldigen“ oder „De Kindermoord te Bethlehem“ wurde mit Ölfarbe auf Eichenholz gemalt und hat die gewaltigen Ausmaße von 198,5 cm x 302,2 cm.

Die Kirche feiert heute den Tag der Unschuldigen Kinder, die von König Herodes aus Neid umgebracht wurden, als er hörte, dass ein neuer König in Bethlehem geworen worden sei: Jesus. Gleichzeitig mit diesem Gedenken trauern die Kirche auch um die vielen unschuldigen Kinder, die nie das Tageslicht erreichen, weil sie im Mutterleib abgeschlachtet werden.

Gott, sei diesen Menschenkindern gnädig!

The Massacre of the Innocents by Rubens

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Siehe da, deinen Sohn! – Heiliger Evangelist Johannes – 27. Dezember

Als Jesus seine Mutter und den Jünger, den er liebte, da stehen sah, sprach er zu seiner Mutter: „Weib, siehe da deinen Sohn, und dann zu seinem Jünger: siehe deine Mutter!“ (Jo 19,26-27).

Mitten unter so viel Beschimpfung und Qual vergisst unser Heiland sich selbst und denkt nur daran, jene zu trösten, die ihn lieben. Er war nicht wie der Hohepriester Aaron, den die Traurigkeit hinderte, sein Amt zu verwalten. Ungeachtet der größten Betrübnis handelte Christus so vollkommen, wie ein Sohn nur seiner Mutter und ein Meister nur seinem Schüler gegenüber handeln kann. Er schenkte der Mutter seinen Lieblingsjünger, und seinem Lieblingsjünger gab er seine Mutter. Er tat beides im Augenblick, da er seine Mutter verlassen musste und auf sich selbst gestellt, in den Tod ging.

Glücklicher Jünger, der du eine solche Mutter verdientest! Freue dich, mein Christ, und bedenke, dass du auch an dieser Auszeichnung teilhast. Ja, der eingeborene Sohn Gottes, dessen kostbares Blut uns die Ehre erwarb, von seinem himmlischen Vater an Kindes Statt angenommen zu werden, wollte, dass wir durch eine Art Annahme an Kindes Statt auch Kinder seiner heiligen Mutter würden. Als Jesus dem hl. Johannes erklärte, dass Maria seine Mutter sein werde, da waren wir alle in der Person des hl. Johannes einbegriffen Von diesem Augenblicke an betrachtete Maria uns alle als ihre Kinder und liebte uns mit mütterlicher Sorge.

Mein Herr und Heiland, welchen Dank bin ich Dir schuldig, da Du mir eine so würdige Mutter gabst. Du wolltest, dass ich zur Zahl ihrer Kinder gehörte. Am Fuße des Kreuzes nahm sie mich durch die allmächtige Kraft Deines Wortes in ihr Herz auf, und da begann sie, auch mich wie ihren Sohn zu lieben.

Heilige Jungfrau, obwohl ich dieser Auszeichnung unwürdig bin, wage ich dennoch vertrauensvoll mich dein Kind zu nennen. Jesus Christus hat mich zu dieser Würde erhoben. Ich habe das unschätzbare Glück, dein Sohn zu sein, und dieser Würde ziehe ich alle Kronen der Erde vor.

(aus: Ludwig de Ponte. Meditationen zum Kirchenjahr)

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Heiliger Stephanus – Stärker als der Tod – 26. Dezember

Als der heldenmütige Diakon gesteinigt wurde, rief er: „Herr Jesus, nimm meinen Geist auf!“ Darauf sank er auf seine Knie und rief mit lauter Stimme: „Herr, rechne ihnen dieses nicht zur Sünde an!“ Dann entschlief er im Herrn (Apg 7,58-59).

Der glorreiche Tod des hl. Stephanus ist das treue Abbild des Todes Jesu Christi. Er ist das vollkommene Vorbild des Todes der Gerechten. Nach dem Beispiel unseres Erlösers empfiehlt der hl. Stephanus Gott seinen Geist. Er betet für seine Feinde und entschläft im Herrn. Zum Unterschied von Christus betet er allerdings zuerst auch für sich; Jesus hatte das als der Heilige der Heiligen nicht notwendig. Als Stephanus für andere betete, sank er auf die Knie. Jesus betete für seine Feinde am Kreuze hängend.

Beider Gebet wurde erhört, wie es die wunderbare Bekehrung derjenigen beweist, die vom Kalvarienberge herab gingen und an ihre Brust klopften. Beim Tode des hl. Stephanus erhielt der hl. Paulus die Gnade, die ihn aus einem Verfolger der Kirche zu ihrem Apostel und ihrer festesten Säule machte. So starb Stephanus in Vereinigung mit Christus, mit dem er schon durch Liebe und Nachfolge verbunden war.

O treuer Diener Jesu Christi!
O du siegreiche Liebe!
O Liebe, die du stärker bist als der Tod!
O Liebe, mit der dieser junge Mann flammende Seufzer zum Himmel emporsandte, um selbst für jene das ewige Leben zu erlangen, die ihm das zeitliche nahmen!
O wünschenswerter Tod, der ein so glorreiches, unsterbliches Leben erwirkt!

Gib, o Herr, dass meine Seele den Tod dieses Gerechten sterbe und mein Ende wie das seinige werde! (4Mos 23,10). Mache, dass ich seinen Fußstapfen folge und würdig erachtet werde, mit ihm in den Himmel zu kommen, mögen mir viele gute Werke und standhaft ertragene Leiden nachfolgen.

(aus: Ludwig de Ponte. Meditationen zum Kirchenjahr)

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Das Geheimnis der Weihnacht

Da die seligste Jungfrau wusste, dass die Geburt Jesu herannahe, erwartete sie in zurückgezogener Einsamkeit, in tiefer Betrachtung den wichtigen Augenblick. In höchstem Glück schenkte sie jenen der Welt, der ihr Befreier war. Unaussprechliche Liebe und Ehrfurcht durchdrang ihr Herz. Sie betete jenen als ihren Gott an, den sie als ihren Sohn liebte. Mit der Zärtlichkeit einer Mutter umfing sie ihn. Sie nahm das göttliche Kind auf ihre Arme und an ihr Herz. Sie küsste es voll Ehrfurcht, und Tränen der heiligsten Freude rollten aus ihren Augen. Ehrfurcht und Liebe sollten deine Empfindungen sein, mein Christ, wenn du das Glück hast, denselben Heiland zu besitzen. Ehrfurcht und Liebe sind die Hände, die du ihm reichen sollst.

Nachdem Maria dem ersten Drang ihrer Liebe Genüge getan hatte, war sie um die Erfüllung ihrer Mutterpflichten bekümmert. Sie wickelte das göttliche Kind in Windeln und legte es in die Krippe. Welch ein Schmerz für die liebevolle Mutter, den eingeborenen Sohn Gottes, ihren Schöpfer und Erlöser, in eine arme, der Würde seiner Person so wenig angemessene Wiege legen zu müssen! Wie sehr musste sie staunen, Gott in einem so bescheidenen Zustande zu erblicken! Wie sehr musste sie von Dankbarkeit durchdrungen sein, dass ihr Schöpfer sie zu seiner Mutter gewählt hatte. Mit welcher Hingabe opferte sie sich seinem Dienste! Und der hl. Joseph vereinigte seine Huldigung, Liebe und Zärtlichkeit mit jener seiner gebenedeiten Braut.

Werfen wir uns mit Maria und Joseph zu den Füßen des Jesuskindes nieder und beten wir mit ihnen das menschgewordene Wort an. Es hat sich ja aus Liebe zu uns in so wunderbarer Weise herabgelassen. Wir lieben es, wir bewundern es. Wir danken ihm in Demut für eine so unaussprechliche Gnade. Wir bringen ihm aus Dankbarkeit uns selbst zum Opfer dar und sprechen mit aller Zärtlichkeit unseres Herzens:

Liebenswürdiger Furioser, was soll ich tun um Deiner großen Güte zu entsprechen? Hätte ich doch in jener Stunde zu Bethlehem sein können, um euch beizustehen und euch zu dienen. Lass mich Dir mit Leib und Seele zu Diensten sein. Verfüge über mich nach Deinem Wohlgefallen!

(aus: Ludwig de Ponte. Meditationen zum Kirchenjahr)

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