Blut Christi, tränke mich!

Seele Christi, heilige mich.
Leib Christi, erlöse mich.
Blut Christi, tränke mich.
Wasser der Seite Christi, wasche mich.
Leiden Christi, stärke mich.
O gütiger Jesus, erhöre mich.
Verbirg in Deine Wunden mich.
Von Dir lass nimmer scheiden mich.
Vor dem bösen Feind beschütze mich.
In meiner Todesstunde rufe mich.
Und lass zu Dir dann kommen mich.
Damit mit Deinen Heiligen Dich,
ich loben möge ewiglich.
Amen.

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Anima Christi sanctifia me.
Corpus Christi salva me.
Sanguis Christi inebria me.
Aqua lateris Christi lava me.
Passio Christi conforta me.
O bone Jesu exaudi me.
Intra tua vulnera absconde me.
Ne permittas me separari a te.
Ab hoste maligno defende me.
In hora mortis meae voca me.
Et iube me venire ad te.
Ut cum Sanctis tuis laudem te.
In saecula saeculorum. Amen.

(Ignatius von Loyola)

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Abendgruß zum Herzen Jesu – (Herzjesu-Monat-Juni)

Den letzten Gruß der Abendstunde
send‘ ich zu Dir, o göttlich Herz!
In Deine heil’ge Liebeswunde,
senk‘ ich des Tages Freud‘ und Schmerz.

O Herz der Liebe, Dir vertraute
am Morgen ich des Tages Last,
und nicht umsonst ich auf Dich baute,
voll Huld Du mich gesegnet hast.

O habe Dank für Deine Güte,
die schützend mir zur Seite stand,
auch diese Nacht mich treu behüte
durch Deines heiligen Engels Hand.

O göttlich Herz, all meine Sünden
bereue ich aus Lieb‘ zu Dir;
o lasse mich Verzeihung finden;
schenk‘ Deine Lieb‘ aufs neue mir!

Herz Jesu, innig ich empfehle
auch alle meine Lieben Dir,
beschütze sie an Leib und Seele,
die Gutes je erwiesen mir.

In Deiner heiligen Herzenswunde
schlaf ich nun sanft und ruhig ein,
o laß sie in der letzten Stunde,
mir eine Himmelspforte sein!

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Morgen ist das Fest des Allerheiligsten Herzens Jesu

An diesem Tag, dem Freitag nach dem 2. Sonntag nach Pfingsten,  soll in allen Kirchen des Erdkreises das Sühnegebet zum heiligsten Herzen Jesu verrichtet werden.

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Sühnegebet zum heiligsten Herzen Jesu

O liebster Jesus, dessen überschwängliche Liebe zu uns Menschen mit so viel Gleichgültigkeit, Nachlässigkeit, Verachtung und Undank vergolten wird, siehe, wir werfen uns hier vor Deinem Altare nieder, um die sträfliche Kälte der Menschen und die Unbilden, die sie Deinem liebevollsten Herzen allenthalben zufügen, durch einen besonderen Ehrenerweis wieder gutzumachen.

Eingedenk jedoch, dass auch wir einst zur Zahl dieser Unwürdigen gehörten, und durchdrungen von heißem Reueschmerz, erflehen wir vor allem Deine Barmherzigkeit für uns selber. Wir sind bereit, nicht nur unsere eigenen Sünden durch freiwillige Buße zu sühnen, sondern auch die Sünden jener, die weit vom Wege des Heils abirren, die, in Unglauben verstockt, Dir als ihrem Hirten und Führer nicht folgen wollen, oder ihre Taufgelübde treulos missachten und das süße Joch Deines Gesetzes zu tragen sich weigern.

Wir nehmen uns fest vor, alle diese beklagenswerten Vergehen zu sühnen, insbesondere aber wollen wir gutmachen alle Unehrbarkeit und Unsittlichkeit in Lebensweise und Kleidung, wodurch so viele unschuldige Seelen ins Verderben gezogen werden, die Entheiligung der Sonn- und Feiertage, die abscheulichen Fluchworte gegen Dich und Deine Heiligen, die Beschimpfung Deines Stellvertreters und des Priesterstandes, ferner die Entweihung des Sakramentes Deiner göttlichen Liebe durch Nachlässigkeit oder schändliche Sakrilegien, endlich die öffentlichen Vergehen der Völker, die sich den Rechten und Lehren der von Dir gestifteten Kirche widersetzen.

O könnten wir doch diese Sünden mit unsrem Blute tilgen! Um indes für die Verletzung Deiner göttlichen Ehre einigermaßen Ersatz zu leisten, opfern wir Dir jene Genugtuung auf, die Du selber einst am Kreuze dem Vater dargebracht hast und noch täglich auf den Altären zu erneuern fortfährst, in Vereinigung mit der Genugtuung Deiner jungfräulichen Mutter, aller lieben Heiligen und frommen Christgläubigen. Ernstlich geloben wir, die Sünden, die wir und andere begangen haben, sowie die Vernachlässigung Deiner großen Liebe, soviel an uns liegt, mit dem Beistand Deiner Gnade wieder gutzumachen durch Festigkeit im Glauben, Reinheit im Lebenswandel und vollkommene Beobachtung der Gebote des Evangeliums, besonders des Gebotes der Liebe. Auch wollen wir uns nach Kräften bemühen, weitere Beleidigungen gegen Dich zu verhindern und möglichst viele Menschen zu Deiner Nachfolge zu bewegen. Wir bitten Dich, o gütigster Jesus: Du wollest durch die Fürsprache der allerseligsten Jungfrau Maria, unserer Wiederherstellerin, dieses freie Angebot unseres Ehrenersatzes wohlgefällig aufnehmen und uns durch die große Gnade der Beharrlichkeit in der treuen Hingabe an Deinen Dienst bewahren, bis wir endlich alle zu jenem Vaterlande gelangen, wo Du mit dem Vater und dem Heiligen Geiste lebst und herrschest, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

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Jesu, dulcissime, cujus effusa in homines caritas, tanta oblivione, negligentia, contemptione, ingratissime rependitur, en nos, ante altaria tua provoluti, tam nefariam hominum socordiam injuriasque, quibus undique amantissimum Cor tuum afficitur, peculiari honore resarcire contendimus.

Attamen, memores tantæ nos quoque indignitatis non expertes aliquando fuisse, indeque vehementissimo dolore commoti, tuam in primis misericordiam nobis imploramus, paratis, voluntaria expiatione compensare flagitia non modo, quæ ipsi patravimus, sed etiam illorum, qui, longe a salutis via aberrantes, vel te pastorem ducemque sectari detrectant, in sua infidelitate obstinati, vel, Baptismatis promissa conculcantes, suavissimum tuæ legis jugum excusserunt.

Quæ deploranda crimina, cum universa expiare contendimus, tum nobis singula resarcienda proponimus: vitæ cultusque immodestiam atque turpitudines, tot corruptelæ pedicas innocentium animis instructas, dies festos violatos, exsecranda in Te tuosque Sanctos jactata maledicta atque in tuum Vicarium ordinemque sacerdotalem convicia irrogata, ipsum denique amoris divini Sacramentum vel neglectum vel horrendis sacrilegiis profanatum, publica postremo nationum delicta, quæ Ecclesiæ a Te institutæ juribus magisterioque reluctantur.

Quæ utinam crimina sanguine ipsi nostro eluere possemus! Interea ad violatum divinum honorem resarciendum, quam tu olim Patri in Cruce satisfactionem obtulisti, quamque cotidie in altaribus renovare pergis, hanc eandem nos tibi præstamus, cum Virginis Matris, omnium Sanctorum, piorum quoque fidelium expiationibus conjunctam, ex animo spondentes, cum præterita nostra aliorumque peccata ac tanti amoris incuriam firma fide, candidis vitæ moribus, perfecta legis evangelicæ, caritatis potissimum, observantia, quantum in nobis erit, gratia tua favente, nos esse compensaturos, tum injurias tibi inferendas pro viribus prohibituros, et, quam plurimos potuerimus, ad tui sequelam convocaturos. Excipias, quæsumus, benignissime Jesu, beata Virgine Maria Reparatrice intercedente, voluntarium huius expiationis obsequium, nosque in officio tuique servitio fidissimos ad mortem usque velis, magno illo perseverantiæ munere, continere, ut ad illam tandem patriam perveniamus omnes, ubi Tu cum Patre, et Spiritu Sancto vivis et regnas Deus in sæcula sæculorum. Amen.

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Gewissenserforschung – oder: wenn ich in dieser Nacht sterbe

Ein geistliches Testament

Allmächtiger, ewiger Gott,
wenn es Deiner Majestät gefallen sollte,
daß ich in dieser Nacht im Tode entschlafe,
so geschehe Dein heiliger Wille.

An Dich glaube ich, weil Du die ewige Wahrheit bist;
auf Dich hoffe ich, weil Du unendlich gütig und getreu bist;
Dich verlange ich über alles zu lieben, weil Du das allerhöchste Gut und aller Liebe würdig bist.
Von dieser Liebe angetrieben, bereue ich alle meine Sünden
und empfehle mich Deiner heiligen Vorsehung und Güte.
O mein Jesus!
Dir lebe ich; Dir sterbe ich;
Dein bin ich im Leben und im Sterben.
Mache mich armen Sünder ewig selig.
In Dein offenes, verwundetes Herz
lege ich meinen letzten Willen, der also lautet:
Meine unsterbliche Seele übergebe ich in die Hände ihres Schöpfers und Erlösers.
Meinen verweslichen Leib lasse ich der Erde zurück, von welcher er genommen ist.
Die drei Kräfte meiner Seele widme ich den drei Personen der ungeteilten Dreifaltigkeit.
Die fünf Sinne meines Leibes vereinige ich mit den glorreichen Wundmalen des gekreuzigten Heilandes.
Was ich Böses gedacht, geredet und getan habe, von meinem Vernunftgebrauche an bis auf die gegenwärtige Stunde, bereue ich noch einmal aus Liebe zu Gott, und was ich Gutes getan und Widerwärtiges gelitten habe, möchte ich gerne zum Genugtuungsopfer bringen, vereiniget mit den Leiden, mit dem Tode und mit den unendlichen Verdiensten meines Erlösers.
Meine lieben Anverwandten, Freunde, Wohltäter und Angehörigen
empfehle ich dem allmächtigen Schutz und Beistand des himmlischen Vaters.
Endlich begehre ich, o mein Gott, zu Deiner größeren Ehre
mein Leben heilig zu enden,
im Todeskampfe noch Dich anzubeten
und in Deiner Gnade zu sterben.

Um diesen meinen letzten Willen
durch Zeugen zu bekräftigen, rufe ich euch an,
o seligste Jungfrau Maria, heiliger Joseph, heiliger Schutzengel,
heiliger Namenspatron und euch alle meine himmlischen Beschützer,
die ich in meinem Leben verehrt habe!
Nehmet die Wünsche und Vorsätze eures Dieners gnädig auf
und bringet sie vor das Angesicht des dreieinigen Gottes,
des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.
Amen.

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Gebet an Gott Vater und seinen Sohn um den Heiligen Geist

Vater, Du, Du kannst mich retten,
wenn mich niemand retten kann.
Beten will ich, immer beten;
schau mich mit Erbarmen an.
Reiß die Wurzel meiner Schmerzen,
reiß die Sünd’ aus meinem Herzen.
Meine Seele steht zu Dir;
sende deinen Geist zu mir.

Nichts, als deines Geistes Gnade,
nichts sonst, nichts verlangt dein Kind.
Dann geh’ ich auf rechtem Pfade
sicher, mutig und geschwind.
Dann kann ich mein Fleisch bezwingen,
dann des Geistes Früchte bringen,
dann mich, Vater, Deiner freu’n,
dann des Heiles sicher sein.

Darum beug’ ich meine Kniee,
bete, Heiligster vor Dir!
Flehe, Vater, spät und frühe:
Sende deinen Geist zu mir.
Lass mir nichts die Hoffnung rauben,
unterstütze meinen Glauben,
meinen Eifer im Gebet,
das um nichts als Gnade fleht.

Sende bald den Geist des Lebens,
Vater Jesu Christi mir.
Oder ist mein Fleh’n vergebens?
Dringt mein Schreien nicht zu Dir?
Nein, ich werde überwinden,
nein, Du wirst von meinen Sünden
durch den Geist mich ganz befrei’n,
Vater, Du wirst Vater sein!

Jesus Christus, schau’ mein Schmachten,
höre mich, o Seelenfreund!
Solltest Du ein Aug’ verachten,
das nach deinem Geiste weint?
Schau, ich dürste nach dem Guten:
Lass mein Herz nicht länger bluten!
Jesus, Jesus, nein, mein Fleh’n
kannst Du länger nicht verschmäh’n!

Bist Du denn nicht reich für alle?
Bist Du aller Heiland nicht,
der gestorben ist für alle,
allen seinen Geist verspricht?
Ich, ich glaub’ an mein Versprechen;
lass mich keinen Zweifel schwächen.
Gib mir, was dein Wort verheißt,
gib mir, Jesus, deinen Geist!

Vollständiges Gebetbuch von Johann Michael Sailer – www.bischof-sailer.de

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Seele Christi, heilige mich! – Betrachtungen zum Gebet des heiligen Ignatius

Anima Christi, Gebet des heiligen Ignatius.

Seele Christi, heilige mich
Leib Christi, erlöse mich
Blut Christi, berausche mich
Wasser der Seite Christi, wasche mich
Leiden Christi, stärke mich
O guter Jesus, erhöre mich
Von Dir laß niemals trennen mich
Vor dem bösen Feinde beschütze mich
In meiner Todesstunde rufe mich
Zu Dir zu kommen heiße mich
Mit Deinen Heiligen zu loben Dich
In Deinem Reiche ewiglich! Amen.

Betrachtungen von P. Anton Loetscher S.M.B.

Seele Christi, heilige mich!

Seele meines Heilandes, aufgenommen in die Personeinheit mit dem allheiligen Gott und darum heilig durch und durch!
In Dir ist alle Fülle der Heiligkeit.
Nur im Empfangen aus Deiner Fülle vermögen wir Menschen heilig zu werden.
Du bist die einzige Quelle der Heiligkeit.
Heiligste Seele meines Herrn, Du vereinigst Dich in der heiligen Kommunion mit meiner Seele.
Laß da jedesmal die Glut Deiner Heiligkeit meine Seele erwärmen.
Heiligste Seele meines Heilandes, aufgenommen in die Gottheit und daher wunderbar frei von allem Hängen am Irdischen, löse auch mich von jedem ungeordneten Hängen an irdischen Dingen.
Seele Christi, heilige mich!

Leib Christi, erlöse mich!

Du heiliger Leib meines Herrn,
Du bist gebildet worden im Schoße der jungfräulichen Mutter, auf daß Du Opfergabe werden könntest für unsere Sünden – also auch für meine.
Heiliger Leib meines Herrn, schon kurz nach seiner Geburt dem Himmlischen Vater zu meiner Erlösung aufgeopfert mit den Worten: „Einen Leib hast Du mir bereitet: Siehe ich komme, Deinen Willen zu erfüllen.“
Leib meines Herrn, für unsere, ja für meine Erlösung in Leiden und Tod gegeben – in den qualvollen Tod am Kreuz.
Leib meines Herrn, für uns Menschen und um unseres Heiles willen gekreuzigt, begraben, aber wieder auferweckt in Herrlichkeit.
Leib meines Jesu, vergeistigt und verklärt zugegen in der heiligen Hostie, die ich empfange.
Vereinige meinen Leib mit Deinem Leibe.
Befreie meinen Leib von der Schwere der Sünde,
verkläre ihn schon hienieden mehr und mehr,
mache ihn immer freier für Gottes Dienst,
immer bereitwilliger zum Guten,
immer adeliger.
Leib Jesu Christi, laß meinen Leib immer mehr sein eine Verherrlichung seines Schöpfers!
Leib Christi, erlöse mich, erlöse mich nicht vom Leibe, sondern vom einzigen wriklichen Übel, von der Sünde.
Leib Christi, erlöse mich!

Blut Christ, berausche mich!

Blut meines Erlösers, vergossen als kostbarer Lösepreis für meine Sünden,
Blut, strömend aus den Wunden meines Herrn,
Blut aus dem Herzen, das geliebt hat wie keines so stark und treu,
Blut, von dem ein Tropfen genügte, um alle Sünden der ganzen Welt wegzuspülen,
du starkes Blut, tränke mich!
Nein, tränke mich nicht nur, sondern berausche mich!
Berausche mich, daß ich mich selbst vergesse und von Dir getragen nur noch lebe für Gott.
Blut Christi, berausche mich,
daß ich alle Hemmungen der Menschenfurcht verliere
und mutig für meinen Heiland einstehe.
Blut Christi, berausche mich mit jenem heiligen Rausche, der die Freiheit nicht mindert oder aufhebt, sondern erhöht.
Blut Christi, berausche mich!

Wasser der Seite Christi, wasche mich!

Wasser, mit dem Blute geflossen aus der mit der Lanze eröffneten Seite des Herrn,
Du bist das Sinnbild der heiligen Taufe.
Du hast mich schon gewaschen von der Makel der Erbschuld.
Wasser der Seite Christi, fließe im Bußgericht immer wieder über meine arme Seele.
Wasche mich immer und immer wieder von den Flecken persönlicher Schuld, der schweren und der läßlichen Schuld.
Wasser der Seite Christi, ich halte Dir meine Seele hin
mit einem tiefen Verlangen nach Reinheit.
Rinne über sie, reinige sie, erfrische sie, erneuere sie.
Wasser der Seite Christi, wasche mich!

Leiden Christi, stärke mich!

Ja stärke mich,
stärke mich besonders zum heilbringenden Leiden.
Dem Leiden gegenüber fühle ich nämlich meine größte Schwäche.
Wenn das Leiden kommt, das Unangenehme, das Schwere, dann bin ich sofort versucht zu fliehen, feige davonzulaufen.
Du Leiden des Herrn,
du unverdientes Leiden,
du ganz frei getragenes Leiden,
du heilbringendes Leiden,
du Leiden, aus dem mir und der ganzen Welt Freude erblüht und Leben,
Leiden meines Heilandes, stärke mich!
Mach mich mutig und stark dem Kreuze gegenüber.
Zeige mir, daß auch ich nur durch Leiden und Kreuz eingehen kann in die Herrlichkeit ewigen Lebens,
die ich ersehne und erhoffe.
Leiden meines Herrn,
für mich getragenes Leiden, trage mich.
Leiden Christi, stärke mich!

O guter Jesus, erhöre mich!

Guter Jesus,
gut nenne ich Dich, nicht nur gütig,
denn Du bist gut durch und durch, wesenhaft gut.
Du bist als Gott der allein Gute
und als Mensch die leibhaftige Güte Gottes.
Du bist der Quell alles Guten und aller Güte.
Daher bitte ich: Erhöre mich!
Neige Dich, Du Guter, zu mir.
Schenk mir Deine Aufmerksamkeit und höre mich an,
Wenn auch noch so armselig ist, was ich Dir zu sagen habe.
Und wenn auch noch so geringfügig die Dinge sind, um die ich bitte…,
gib sie mir, wenn sie gut sind für mich.
Guter Jesus, erhöre mich —
mich, den Unguten, der so dringend des Gutseins bedarf.
Erhöre mich, daß ich werde ein Abglanz und ein Werkzeug Deines Gutseins an vielen.
Erhöre mich, daß durch mich das Gute in der Welt wachse.
Guter Jesus, erhöre mich!

In Deine Wunden verbirg mich!

So wie es im Alten Bunde Zufluchtsstätten gab, in denen sich bergen konnten und sichern vor ihren Verfolgern, die wegen einer Schuld verfolgt waren, so sind uns im Neuen Bunde Deine Wunden zur Zufluchtsstatt geworden, wenn Gottes Strafgerichte uns verfolgen.
Du hast Deine Wundmale nach der Auferstehung beibehalten, um sie dem Vater zu zeigen,
auf daß er uns schone um ihretwillen.
Siehe, Herr, auch ich bin ein Schuldiger.
Auch ich habe schon oft Gottes Strafe verdient.
Da nehme ich Zuflucht zu Deinen heiligen Wunden.
Zeige sie dem Vater, damit er um ihretwillen auch mich verschone.
Birg mich in Deinen Wundmalen,
sichere mich in ihnen vor den Strafgerichten,
vor den wohlverdienten Strafen.
In Deinen Wunden verbirg mich!

Von Dir laß niemals trennen mich!

Mein König und Herr,
laß niemals zu, daß ich mich trenne von Dir; denn Du bist mein Reichtum.
Ohne Dich stünde ich arm vor dem ewigen Vater.
Du bist meine Stäke,
Von Dir getrennt wäre ich schwach zu allem übernatürlichen Guten.
Mit Dir aber, wenn Du mich stärkst, vermag ich alles.
Du bist meine Freude,
die wahre Freude, die tief innen und dauernd beglückt,
die auch von irdischem Unglück nicht ausgelöscht wird.
Du bist mein Licht,
getrennt von Dir tappe ich im tiefsten Dunkel.
Du bist mein Weg,
getrennt von Dir ginge ich in die Irre.
Du bist mein Leben,
getrennt von Dir fiele ich in den Tod.
Herr, ich dürste nach Licht und Leben,
ich suche Freude und Reichtum, Sicherheit und Kraft.
Darum bitte ich innig:
Von Dir laß niemals trennen mich!

Vor dem bösen Feind beschütze mich!

Vor dem bösen Feind, der umhergeht und sucht, wen er verschlinge.
Vor dem bösen Feind, den Du selber einen Lügner nennst und den Vater der Lüge,
vor dem bösen Feind, dem Satan, dem Verführer und der alten Schlange,
vor dem bösen Feind, der das Böse unter dem Schein des Guten mir vorstellt,
vor dem bösen Feind, der, einmal abgewiesen, nicht ruht, sondern hingeht und noch andere böse Geister zu Hilfe ruft,
vor dem bösen Feind, der mit List und Gewalt mich von Dir, meinem Heiand und Glück, abzubringen sucht,
vor diesem bösen Feinde, der immer böse ist, der auch an Dich, den Heiligsten, als Versucher herantrat.
Vor dem bösen Feind, den Du überwunden hast,
vor dem bösen Feind beschütze mich!

In meiner Todesstunde rufe mich!

In meiner Todesstunde,
die unaufhaltsam näher kommt,
mit jedem Pulsschlag, mit jedem Atemzug;
in meiner Todesstunde,
die vielleicht schon sehr nahe ist, viel näher als ich meine;
in meiner Todesstunde, die sicher näher kommt,
und der ich nicht zu entgehen vermag;
in meiner Todesstunde,
wenn meine Kräfte mich verlassen,
wenn meine Sinne schwinden,
wenn es einsam wird um mich,
wenn die Angst nach meinem Herzen greift,
wenn die Welt mit all ihrer Pracht und mit all ihrer Kunst und Technik mir keinen Halt mehr bieten kann,
wenn auch meine Freunde mir nicht mehr zu helfen vermögen,
wenn meine Hände nach einem Halt tasten,
dann rufe Du mich, guter Herr!
In meiner Todesstunde rufe mich!

Zu Dir zu kommen heiße mich!

Zu Dir, meinem Richter,
der gerecht ist und barmherzig zugleich,
der von meiner Schuld abzieht die Schuld meiner Vorfahren und meiner Umgebung.
Zu Dir zu kommen heiße mich!
Zu Dir, meinem gütigen Erlöser,
der mich in der Taufe geheiligt und zu seinem Bruder gemacht hat,
zu Dir, der im Bußsakrament mir sooft verziehen hat,
zu Dir, der in der heiligen Kommunion sooft mich mit seiner Freundschaft beglückt hat,
zu Dir, der sich sooft in seinen Einsprechungen zu mir geneigt hat,
zu Dir zu kommen heiße mich!
Zu Dir, meinem König und Gott,
zu Dir, dem ewigen Sieger,
der mir an seinem strahlenden Siege Anteil geben will.
Zu Dir, meinem Glück, meiner Wonne und Seligkeit,
zu Dir,
ja zu Dir zu kommen heiße mich!

Mit Deinen Heiligen zu loben Dich

Mit Deinen Heiligen,
Deinen Freunden,
meinen Brüdern.
Mit Deinen Heiligen,
die in ihrer Gesamtheit Deine Größe und Herrlichkeit widerstrahlen, weil sie heilig sind durch Deine Heiligkeit;
mit Deinen Heiligen, die ohne Unterlaß Dein Erbarmen besingen,
Deine Größe und Herrlichkeit,
mit diesen Heiligen laß mich Dich loben!

In Deinem Reiche ewiglich!

ewig, ohne Ende, ohne Pause, ohne Ermüdung.
Immerdar laß mich Dich loben
in Deiner strahlenden Herrlichkeit,
in Deinem Reiche.
Amen. So soll es sein. So gib Du es. — Du!

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Seele Christi, heilige mich! – Betrachtungen zum Gebet des heiligen Ignatius
Von P. Anton Loetscher S.M.B.
Imprimatur: Friburgi Helv., die 11. V. 1960, L. Waeber, vic. gen.
Kanisius-Verlag, Freiburg/Schweiz; Konstanz/Baden; München 23

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