Gruß am Herz-Jesu-Freitag

Den letzten Gruß

Den letzten Gruß der Abendstunde
send‘ ich zu Dir, o göttlich Herz;
in Deine heil’ge Liebeswunde
senk‘ ich des Tages Freud und Schmerz.

O Herz der Liebe, Dir vertraute
am Morgen ich des Tages Last,
und nicht umsonst ich auf Dich baute,
voll Huld Du mich gesegnet hast.

O habe Dank für Deine Güte,
die schützend mir zur Seite stand,
auch diese Nacht mich treu behüte,
durch Deines heil’gen Engels Hand.

O göttlich Herz, all meine Sünden
bereue ich aus Lieb‘ zu Dir;
o lasse mich Verzeihung finden,
schenk Deine Lieb‘ auf’s neue mir.

Herz Jesu, innig ich empfehle
auch alle meine Lieben Dir;
beschütze sie an Leib und Seele,
die Gutes je erwiesen mir.

In Deiner heil’gen Liebeswunde,
schlaf ich nun sanft und ruhig ein;
o laß sie in der letzten Stunde
mir eine Himmelspforte sein!

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Nach der Heiligen Messe: Gebet zum Gekreuzigten

Gütiger Herr Jesus Christus, ich flehe Dich an:
Laß Dein Leiden mir Kraft sein, durch die ich gefestigt,
beschützt und verteidigt werde;
laß Deine Wunden als Speise und Trank für mich Sättigung,
Labung und Freude sein;
durch die Besprengung mit Deinem Blute
wasche all meine Sünden ab;
Dein Tod sei mir unversiegliches Leben,
Dein Kreuz ewige Glorie: All dies
sei Erquickung, Wonne, Heil und
Süßigkeit für mein Herz:
der Du lebst und herrschest
von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Obsecro te, dulcissime Domine Jesu Christe, ut passio tua sit mihi virtus, qua muniar, protegar atque defendar; vulnera tua sint mihi cibus potusque, quibus pascar, inebrier atque delecter; aspersio Sanguinis tui sit mihi ablutio omnium delictorum meorum; mors tua sit mihi vita indeficiens, crux tua sit mihi gloria sempiterna. In his sit mihi refectio, exsultatio, sanitas et dulcedo cordis mei: Qui vivis et regnas in sæcula sæculorum. Amen.

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Bitte um die Gabe der Tränen

Das Missale Romanum hat das Gebet „pro petitione lacrimarum“ bewahrt.

Omnipotens et mitissime Deus, qui sitienti populo fontem viventis aquae de petra produxisti: educ de cordis nostril duritia lacrimas compunctionis; ut peccata nostra plangere valeamus, remissionemque eorum, te miserante mereamur accipere.

Allmächtiger und mildester Gott,
Du ließest dem dürstenden Volke
den Quell lebendigen Wassers
aus dem Felsen entspringen;
entlocke unserem steinharten Herzen
die Tränen der Zerknirschung:
lass uns unsere Sünden beweinen
und so durch Dein Erbarmen
Verzeihung für sie erlangen.

Der allmächtige Gott, der zugleich voll der Süßigkeit ist, ließ die Quelle des lebendigen Wassers für das ausgedürstete Volk hervorsprudeln. Die mit den Gütern der Welt gesättigt sind, können von ihr nicht trinken. Sie bietet sich nur denen dar, deren steinernes Herz durch die göttliche Zuchtrute erweicht worden ist. Ohne die Tränen der Zerknirschung kann das fleischerne Herz, das Gott von uns erwartet, in uns nicht geschaffen werden. Wer aber über seine Sünden Tränen vergießt, dem schenkt Gott Verzeihung; denn solche Tränen zu vergießen ist bereits die erste Gabe.

(Louis Bouyer, Busse und Abtötung, in: Vom Geist des Mönchtums, Otto Müller Verlag 1958)

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Kommuniongebet

O süßester Jesu,
auch für mich armen Sünder
bist du hier
im allerheiligsten Sakramente
gegenwärtig
und verlangst sehnlichst,
in mein Herz einzukehren.
Siehe, die Sünden,
die ich getan habe,
bereue ich von ganzem Herzen
und bete mit dem armen Zöllner:
O Gott, sei mir armen Sünder gnädig!
Komm daher
mit deiner Liebe und deiner Gnade
und bleibe allzeit bei mir.
Dir schenke ich mein Herz;
nimm es ganz in Besitz!
Dein Kind will ich sein
im Leben und im Tode.

 

O mildreichster Vater,
ich danke dir für diese große Gnade ….

Stehe mir weiter mit deiner Gnade bei,
dass ich stets im Glauben, in der Hoffnung
und in der Liebe verharre
und einst das ewige Leben erlange.
Amen.

(Martin von Cochem, Kapuziner)

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Bitte um Vergebung

Mein Herr und mein Gott,
schaue nicht auf meine Sünden.
Verzeihe mir, wenn ich aus Schwäche
in Worten, Gedanken und Werken gesündigt habe.
Du hast die Macht, auf Erden Sünden zu vergeben;
so schenke mir einen neuen Anfang,
damit ich ohne Sünde bin,
wenn mein Leib stirbt,
damit die Schönheit der Seele offenbar wird.
Mache meine Seele makellos und rein,
nimm sie auf in deine Hände,
wie Wohlgeruch vor dein Angesicht.

Gregor von Nyssa

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Damit DU

Ach, dass Dir, mein Jesus,
doch auch der Weg zu meinem Herzen
recht bereitet und gebahnet wäre.
Bewirke Du selbst, mein Heiland,
was ich aus mir nicht kann.
Gib mir ein demütiges Herz
und fülle es aus mit Deiner Gnade;
richte meinen krummen und verkehrten Willen
nach Deinem Wohlgefallen;
ändere meine raue, zornige Gemütsart,
schaffe weg oder verbessere in mir,
was Dir im Wege steht,
damit Du
ungehindert zu mir kommen,
mich allein beherrschen
und ewig besitzen mögest.
Amen.

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Aufopferungsgebet am Morgen

O Jesus,
Du Bräutigam meiner Seele,
ich opfere Dir beim Beginn dieses Tages
alle Leiden und Widerwärtigkeiten auf,
die mir bei Ausübung meiner Standespflichten begegnen werden.
In Vereinigung mit Dir
will ich heute wieder mein Kreuz tragen,
gleich wie Du
Dein schweres Kreuz den Kalvarienberg
hinauf getragen hast, – und ich verspreche Dir,
mit Deiner Gnade
auszuharren in dieser meiner Berufung,
bis zum letzten Atemzug meines Lebens.
Lass nie mehr zu,
dass ich etwas anderes begehre,
als eine Braut des Gekreuzigten zu sein.
Ich bitte und beschwöre Dich,
mich als Schlachtopfer anzunehmen,
damit ich mich selbst ganz vergesse,
meine Fehler zu bessern und abzulegen versuche
und mich einsetze für die sündige Menschheit,
dass bald werde
eine Herde und ein Hirt.
Amen.

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Sed libera nos a malo.

Erlöse uns von dem und den Bösen,
– vor allem Übel.

Die gotische Kunst verwendete häufig den monströsen Mund, das Maul des Tieres, um die Hölle darzustellen. In diesem Jüngsten Gericht aus einem Manuskript des 15. Jahrhunderts sehen wir, wie die Verdammten in den Rachen der Hölle geworfen werden, während die Gerechten von Petrus im himmlischen Jerusalem begrüßt werden .

Petrus an der Himmelspforte, wo er die Geretteten empfängt –
und der Teufel, die Verdammten in den Höllenschlund wirft.

Miniatur. Frontispiz der Bußpsalmen. 15. Jh. – Miniature pleine page frontispice des Psaumes pénitentiaux

In der siebten (und letzten!) Bitte des „Vaterunser“ bitten wir Gott, unseren Vater, darum, dass er uns vor dem Bösen und dem Teufel (der von Anfang an ein Mörder ist und für unsere Vernichtung „arbeitet“), errettet.

„Werft all eure Sorge auf ihn, denn ihm liegt an euch!
Seid nüchtern und wachsam!
Euer Widersacher, der Teufel,
geht umher wie ein brüllender Löwe
und sucht, wen er verschlinge.“ (1 Petr 5,7-8)

Petrus erinnert hier an den Feind unserer Erlösung. Er fordert uns auf, wachsam und nüchtern zu sein, und nur dem Willen Gottes zu folgen. Er lehrt uns, dass wir darum beten sollen! Denn nur durch das Gebet gelangen wir zum himmlischen Vater. Wachsam sein und beten hilft uns, dass wir geistig gestärkt werden, wodurch wir befreit werden von Unglück und der Katastrophe den ewigen Tod zu erleiden.

Vater unser im Himmel,
geheiligt werde dein Name,
dein Reich komme,
dein Wille geschehe
wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
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Pater noster qui es in cælis:
sanctificetur Nomen Tuum;
adveniat Regnum Tuum;
fiat voluntas Tua,
sicut in cælo, et in terra.
Panem nostrum quotidianum da nobis hodie;
et dimitte nobis debita nostra,
sicut et nos dimittimus debitoribus nostris;
et ne nos inducas in tentationem;
sed libera nos a Malo.

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