… seid unsere Zuflucht

Heiligstes Herz Jesu,
das für unsere Erlösung alles bis zum
letzten Tropfen Blut gegeben hat,

Unbeflecktes Herz Mariens,
das sieben Schmerzen erleiden musste,
um uns nun bei Gott Barmherzigkeit
erflehen zu können,

Reinstes Herz Joseph,
das in den bittersten Umständen die
heilige Familie treu beschützt hat,
seid unsere Zuflucht!

Oh ihr heiligen Herzen, in göttlicher
Liebe vereint, wir weihen Euch unsere
armseligen Herzen.

Helft, dass wir uns alle Zeit mit
kindlichem Vertrauen dem Willen Gottes
und Seiner Vorsehung ergeben, damit wir
einst die himmlische Seligkeit erlangen
durch Christus unseren Herrn.
Amen.

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Liebesreue und geistige Kommunion

Dich liebt, o Gott, mein ganzes Herz;
drum ist mir dies der größte Schmerz,
dass ich erzürnt Dich, höchstes Gut,
ach wasch’ mein Herz in Jesu Blut!

Dass ich gesündigt, ist mir leid;
zu bessern mich, bin ich bereit.
Verzeih, o Gott, mein Herr, verzeih,
und wahre Buße mir verleih!

O Gott, schließ’ mir Dein Herz nicht zu!
Bei Dir allein ist wahre Ruh’.
Lass nie mich von der Gnade Dein,
von Deiner Lieb’ geschieden sein!

Nimm hin mein Herz, Herr Jesu Christ;
Dein Herz für mich durchstochen ist.
Ich bitt’ durchs Blut des Herzens Dein,
mach mein und aller Herzen rein!

Lass nie in Sünd’ mehr fallen mich,
von ganzem Herzen lieb ich Dich.
O Heil’ger Geist, Du höchstes Gut,
fach’ an in mir der Liebe Glut!

O Gott, mein Ziel, Dein will ich sein,
mit Leib und Seel’ auf ewig Dein!
Tu nur mit mir zu jeder Zeit,
Herr, wie Du willst, ich bin bereit! Amen.

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Liebesgebet …

… zum verwundeten Herzen Jesu

Siehe, mein liebenswürdiger Jesus,
wie weit doch Dein unaussprechliche Liebe geht!
Du hast mir von Deinem kostbaren Fleische und Blute
ein göttliches Mahl bereitet,
um Dich mir ganz zu schenken.

Wer hat Dich zu solchen Beweisen der Liebe bewogen?
Gewiß niemand anderer als Dein liebebrennendes Herz.

Oh anbetungswürdiges Herz meines Jesu,
glühender Ofen meiner Liebe,
schließe meine Seele in Deine allerheoligste
Herzenswunde ein,
damit ich in dieser Schule der Liebe lerne,
jenen Gott, der mir so wunderbare Zeichen
Seiner Liebe gab,
hienwieder zu lieben. Amen.

(Papst Pius VII., 9. Februar 1818.
Wer dieses Gebet mit Andacht betet, der erlangt einen Ablaß von 100 Tagen, welcher auch den armen Seelen im Fegfeuer geschenkt werden kann.)

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Der Große Kanon des heiligen Andreas von Kreta

Zweimal in der Fastenzeit beten die byzantinischen Christen den großen Bußkanon des heiligen Andreas von Kreta: – in mehreren Teilen am Aschermittwoch und den folgenden Tagen; sowie als Ganzes am Donnerstag vor dem 5. Sonntag der Fastenzeit. – Auch Katholiken stünde es gut zu Gesicht, dieses Bußgebet zu verrichten. Es führt die gläubigen Beter zurück auf den Grund ihrer von der Erbsünde so stark geprägten menschlichen Schwachheit. Die Sünde ist Bestandteil des Lebens, die sie ohne Erkenntnis, ohne Bekenntnis und Reue, aber auch ohne die Barmherzigkeit Gottes nicht überwinden können. Die ungeordneten Leidenschaften und Begierden müssen überwunden werden. Christus liebt das reine Herz; der Sünder muß sich bekehren, er muß umkehren. Die Ostkirche bietet den Gläubigen großartige Möglichkeiten dazu. Mehr als in der lateinischen Kirche wird das Fasten und die Buße hervorgehoben und praktiziert. Und immer gehören neben langen Gebeten weitere äußere Zeichen dazu, die den ganzen Menschen fordern. Es ist ja nicht nur der Geist, der sich bekehren soll, sondern auch der Leib, der das Werkzeug des Menschen ist. So wird auch der Leib, etwa durch vielfache Niederwerfungen und durch Bekreuzigungen mit hineingenommen in die Gebetsformen und Liturgien der Ostkirche. – Mit diesem „Buß- und Reuelied“ des heiligen Andreas können Christen aller Konfessionen getrost sich dem Herrn hingeben und mit Ihm hinausgehen auf die Straßen Jerusalems, um mit Ihm den Berg Golgotha zu besteigen. Christus ist der Retter und Erlöser.

Beten wir gerade jetzt den große Kanon des heiligen Andreas!

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Wer ist Andreas von Kreta

Andreas wurde um 660 in Damaskus in Syrien geboren. Als er 15 Jahren alt war, trat er in Jerusalem in das Grabeskloster ein. Er wird Diakon in der kirchlichen Verwaltung von Konstantinopel. Von Patriarch Theodor I. wird er beauftragt, Kaiser Konstantinus Pogonatus zu bewegen, das 3. Konzil von Konstantinopel abzuhalten, auf dem er den Patriarchen vertritt. 692 wird Andreas zum Metropoliten von Gortyna auf Kreta ernannt. Er wurde be-rühmt wegen seiner Predigten und Schriften, ebenso als Verehrer der Ikonen. Andreas war ein großer Hymnologe. Sein Großer Kanon ist ein Bußgesang mit 250 Strophen. Noch heute wird er in der griechischen Kirche am Donnerstag der fünften Fastenwoche gesungen. Andreas von Kreta ist ein Heiliger der ungeteilten Christenheit. In der Ost- wie in der West-kirche ist sein Gedenktag der 4. Juli, an seinem wahrscheinlichen Todestag (740 od. 720).

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Die 7 Bußpsalmen

Psalm 6

+ Herr! Straf mich nicht in deinem Grimme
und züchtige mich nicht in deinem Zorne. +
Erbarme dich meiner, o Herr!
denn ich bin schwach; heile mich, o Herr!
denn meine Gebeine beben und meine Seele ist sehr bestürzt;
du aber, o Herr! wie lange noch? +
Wende dich, Herr! und rette meine Seele,
hilf mir um deiner Barmherzigkeit willen. +
Denn niemand ist, der im Tode deiner gedenkt,
im Totenreiche aber, wer wird da dich preisen? +
Ich mühe mich ab in meinem Seufzen,
benetze jede Nacht mein Bett und bade mein Lager mit meinen Tränen. +
Vor Gram ist mein Auge dunkel geworden,
ich bin gealtert, umringt von meinen Feinden allen. +
Weichet von mir alle, die ihr Frevel übt,
denn der Herr hat das Rufen meines Weinens erhört! +
Der Herr hat mein Flehen erhört,
der Herr hat mein Gebet angenommen. +
Es sollen beschämt werden und heftig erschrecken alle meine Feinde,
sie sollen zurückweichen und plötzlich beschämt werden. +

Die 7 Bußpsalmen als PDF
zum Ausdruck als Flyer:

7Busspsalmen

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Beten für die Sterbenden

Es zählt zu den größten Liebeserweisen Gottes, daß er sogar sündige Menschen an der Rettung ihrer Mitmenschen teilnehmen läßt. Wenn er bei einem Menschen an die Schranken des freien Willens stößt, dann wartet er noch darauf, daß ein Geschöpf ihm den Weg frei mache, damit er in einem letzten großen Gnadenakt bei einem Sterbenden Barmherzigkeit vor Gerechtigkeit walten lassen könne. Ein solches Werk wird durch das stille, demütige, stellvertretende Beten und Sühnen gottliebender Seelen, durch ihr Bemühen, den Mangel an Liebe anderer Menschen durch eine verdoppelte eigene Liebe auszugleichen, vollbracht.

Papst Pius XII. spricht dies in der Enzyklika Mystici corporis aus: „Es ist ein schaudererregendes Geheimnis, daß Gott das ewige Heil vieler vom Eifer der anderen abhängig gemacht hat.
Die Worte der Mutter Gottes in Fatima bestätigen des Papstes Ansicht: „Betet und opfert für die Sünder. Es gehen viele verloren, weil niemand für sie betet.“
In Lourdes blickte die seligste Jungfrau über den Kopf Bernadettes einmal traurig in die Ferne. Auf die Frage, was sie so betrübe, antwortete sie bloß: „Beten Sie für die Sünder!“ Sah sie in diesem Augenblick jene Seelen, die eben in Gefahr waren, in der Todesstunde auf ewig verdammt zu werden? […]

Auf die Frage, wie wir den Sterbenden praktisch helfen können, ist die Antwort einfach: durch Beten und Opfern, wie es Unsere Liebe Frau in Lourdes und in Fatima uns gesagt hat. Gebet und Opfer sind die sich uns bietenden Möglichkeiten, helfend einzugreifen: das Gebet im eigentlichen Sinn und als Gottesdienst überhaupt, und das Opfer, wie das Leben es zur Genüge auferlegt und wie wir es als freiwillige Zutat bringen können.

Jesus hat ausdrücklich jedem Gebet, das in seinem Namen verrichtet wird, absolute Erhörung versprochen. „Um was immer ihr den Vater in meinem Namen bitten werdet, das will ich euch geben.“ Das gilt um so mehr, wenn wir im wahrsten Sinn des Wortes in seinem Namen, d.h. in seiner Intention beten: wenn wir für die armen Sterbenden beten. Die kleine heilige Theresia äußert sich tiefschürfend über das Gebet: „Wie groß ist doch die Macht des Gebetes! Man könnte es mit einer Königin vergleichen, die allzeit freien Zutritt hat beim König und alles erlangen kann, worum sie ihn bittet.

Wenn hier vom Gebet für die Sterbenden die Rede ist, dann ist damit nicht nur das fallweise mündliche Gebet gemeint, sondern eine ständige Gebetshaltung in dieser Meinung: „Ihr sollt ohne Unterlaß beten.

Um eine solche Gebetshaltung der Seele zu erlangen, erscheint kaum etwas anderes geeigneter als eine Übung, die der Herr in einer Privatoffenbarung Sr. Consolata Betrone (1903-1946) selbst gelehrt und empfohlen hat. Es ist die in der Tiefe der Seele allzeit treu festgehaltene Anmutung: „Jesus, Maria, ich liebe Euch; rettet Seelen!“ Sie beinhaltet das Wesentlichste an übernatürlicher Lebensäußerung der Seele: Gott über alles lieben.
Der kleinste Akt reiner Liebe ist kostbarer in den Augen Gottes und nützlicher für die Kirche als alle anderen äußeren Werke zusammen“, sagt der heilige Johannes vom Kreuz. Ist es doch allein die Liebe, nach der der Herr sich sehnt.

Jesus erklärt sich hier solidarisch mit seiner heiligen Mutter, die als Miterlöserin ebenso der Liebe der Menschen würdig ist, die so viele Menschen ihm versagen. Das frohe, im Grund der Seele stets fortklingende „Jesus, Maria, ich liebe Euch; rettet Seelen“ ist das Gegengewicht zu dem unheimlichen „Nein“, das so viele ihm in ihrem Unverstand entgegenschleudern. Es ist die inständige Bitte um Erbarmen für alle, deren endgültiges Schicksal sich Augenblick für Augenblick erfüllt.

Groß sind die Verheissungen, die der Herr selbst daran knüpft: „Bedenke, daß ein Liebesakt über die ewige Seligkeit einer Seele entscheidet… .Jesus, Maria, ich liebe Euch; rettet Seelen‘ schließt alles ein: die Seelen im Fegfeuer wie in der streitenden Kirche, die Unschuldigen wie die Schuldigen, die Sterbenden, die Gottlosen, alle Seelen.

Genügt es uns nicht, wenn Jesus selber beteuert: Sage mir, welch schöneres Gebet könntest du mir geben als: Jesus, Maria, ich liebe Euch; rettet Seelen! Liebe und Seelen! Was gibt es Schöneres?

Ein Benediktiner – KU 2019,10 – Kirchliche Umschau

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Gabe der Tränen

In der Tradition der frühen Mönchsväter werden drei Tränenarten unterschieden. Es sind dies die Tränen der Zerknirschung, die Tränen des Mitleids und die Tränen der Andacht.

Johannes Klimakus unterscheidet, ob Tränen aus Reue, wegen Furcht oder aus Liebe geweint werden (vom Sinai oder die Himmelsleiter).

Reuetränen werden angesichts der eigenen Sündhaftigkeit vergossen.
Dabei wird unterschieden zwischen Tränen aus Reue und Tränen wegen Furcht oder aus Liebe.

„Seufer und Niedergeschlagenheit schreien zum Herrn,
Tränen aus Furcht vermitteln,
Tränen aus allerheiligster Liebe zeigen, dass unser Bittgebet erhört wurde.“
(Johannes Klimakus).

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Der allmächtige Gott, der zugleich voll der Süßigkeit ist, ließ die Quelle des lebendigen Wassers für das ausgedürstete Volk hervorsprudeln. Die mit den Gütern der Welt gesättigt sind, können von ihr nicht trinken. Sie bietet sich nur denen dar, deren steinernes Herz durch die göttliche Zuchtrute erweicht worden ist. Ohne die Tränen der Zerknirschung kann das fleischerne Herz, das Gott von uns erwartet, in uns nicht geschaffen werden. Wer aber über seine Sünden Tränen vergießt, dem schenkt Gott Verzeihung; denn solche Tränen zu vergießen ist bereits die erste Gabe.

(Louis Bouyer, Vom Geist des Mönchtums, Otto Müller Verlag 1958, 227f)

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