Papst Benedikt XVI. ist bereit.

Ich werde ja nun bald vor dem endgültigen Richter meines Lebens stehen. Auch wenn ich beim Rückblick auf mein langes Leben viel Grund zum Erschrecken und zur Angst habe, so bin ich doch frohen Mutes, weil ich fest darauf vertraue, daß der Herr nicht nur der gerechte Richter ist, sondern zugleich der Freund und Bruder, der mein Ungenügen schon selbst durchlitten hat und so als Richter zugleich auch mein Anwalt (Paraklet) ist. Im Blick auf die Stunde des Gerichts wird mir so die Gnade des Christseins deutlich. Es schenkt mir die Bekanntschaft, ja, die Freundschaft mit dem Richter meines Lebens und läßt mich so zuversichtlich durch das dunkle Tor des Todes hindurchgehen. Mir kommt dabei immer wieder in den Sinn, was Johannes in seiner Apokalypse am Anfang erzählt: Er sieht den Menschensohn in seiner ganzen Größe und fällt vor ihm zusammen, wie wenn er tot wäre. Aber da legt er seine Hand auf ihn und sagt: Fürchte dich nicht, ich bin es!… (vgl. Offb 1, 12 – 17).

Papst Benedikt XI. am 6. Februar 2022

Der Notrufknopf am rechten Handgelenk von Papst Benedikt XVI. deutet darauf hin, dass er nicht nur in seinem Haushalt Hilfe notwendig hat. Sein Gesicht wirkt sehr gealtert. Die Heilige Messe kann er noch sitzend zelebrieren.

Die Anfeindungen, die Häme, ja persönlichen Angriffe, die er derzeit wieder in besonderer Weise von den Bischöfen aus Deutschland erfährt: vielleicht wird er darüber nur noch müde lächeln können. Er weiß, dass er sich alleine vor dem Richterstuhl Gottes rechtfertigen muss, –  … ebenso wie dereinst auch die Bischöfe, die gerade ihre Schmutzkübel über ihm ausgiesen.

Papst Benedikt XVI. ist bereit.

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Was bleibt

Das einzige, was ewig bleibt, ist die menschliche Seele, der von Gott für die Ewigkeit erschaffene Mensch.

Die Frucht, die bleibt, ist daher das, was wir in die menschlichen Seelen gesät haben – die Liebe, die Erkenntnis; die Geste, die das Herz zu berühren vermag; das Wort, das die Seele der Freude des Herrn öffnet. Brechen wir also auf und bitten den Herrn, er möge uns helfen, Frucht zu bringen, eine Frucht, die bleibt. Nur so wird die Erde vom Tal der Tränen in einen Garten Gottes verwandelt.

Kardinal Ratzinger am 18. April 2005,
Predigt bei der Messe im Petersdom vor dem Einzug ins Konklave.

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