Papst Benedikt XVI. über die hl. Katharina von Siena – Heiligenkalender am 30. April

… die hl. Katharina von Siena. Das Jahrhundert, in dem sie lebte – das 14. Jahrhundert –, war eine schwierige Zeit für das Leben der Kirche und der ganzen Gesellschaftsstruktur in Italien und in Europa. Doch der Herr läßt auch in Augenblicken großer Schwierigkeiten nicht ab, sein Volk zu segnen, indem er heilige Männer und Frauen erweckt, die den Verstand und das Herz aufrütteln und Bekehrung und Erneuerung bewirken. Katharina ist eine von ihnen, und auch heute noch spricht sie zu uns und spornt uns an, mutig den Weg zur Heiligkeit zu beschreiten, um in immer vollkommenerer Weise Jünger des Herrn zu sein.

Sie wurde 1347 in Siena in einer sehr kinderreichen Familie geboren und starb 1380 in Rom. Im Alter von 16 Jahren trat sie, von einer Vision des hl. Dominikus veranlaßt, in den weiblichen Zweig des Dritten Ordens der Dominikaner, den sogenannten „Mantellaten“ ein. Sie blieb in der Familie, bekräftigte das Gelübde der Jungfräulichkeit, das sie bereits als Heranwachsende in privater Form abgelegt hatte, und widmete sich dem Gebet, der Buße und den Werken der Nächstenliebe, vor allem zum Wohl der Kranken. Als der Ruf ihrer Heiligkeit sich verbreitete, führte dies zu einer intensiven Tätigkeit geistlicher Beratung für Menschen aller Stände: Adlige und Staatsmänner, Künstler und Menschen aus dem Volk, geweihte Personen, Kleriker, einschließlich Papst Gregors XI., der zu jener Zeit seinen Sitz in Avignon hatte und den Katharina nachdrücklich ermahnte, nach Rom zurückzukehren. […]

Katharina hatte viel zu erleiden, wie viele Heilige. Einige mißtrauten ihr so sehr, daß das Generalkapitel der Dominikaner sie 1374, sechs Jahre vor ihrem Tod, sogar nach Florenz beorderte, um sie zu prüfen. Ihr wurde ein gelehrter und demütiger Ordensmann zur Seite gestellt, Raimund von Capua, später Generalmagister des Ordens. Er wurde ihr Beichtvater und auch ihr „geistlicher Sohn“ und schrieb eine erste vollständige Biographie der Heiligen. Sie wurde 1461 heiliggesprochen.

Die Lehre Katharinas, die nur mit Mühe lesen lernte und erst als Erwachsene schreiben konnte, ist im Dialog der göttlichen Vorsehung oder Buch der göttlichen Lehre, einem Meisterwerk der geistlichen Literatur, in ihren Briefen und in der Sammlung ihrer Gebete enthalten. […]

In einer Vision, die aus Katharinas Herz und Verstand nie mehr ausgelöscht wurde, brachte die Gottesmutter sie zu Jesus, der ihr einen wunderschönen Ring schenkte und zu ihr sagte: „Ich, dein Schöpfer und Erlöser, vermähle dich mit mir im Glauben, den du stets rein bewahren sollst bis du im Himmel mit mir deine ewige Hochzeit feierst“ […]. Jener Ring blieb nur für sie selbst sichtbar. In diesem außergewöhnlichen Ereignis wird der lebendige Mittelpunkt von Katharinas Religiosität und jeder echten Spiritualität deutlich: die Christozentrik. Christus ist für sie gleichsam der Bräutigam, zu dem eine Beziehung der Innerlichkeit, der Gemeinschaft und der Treue besteht; er ist das über alles geliebte Gut.

Diese tiefe Vereinigung mit dem Herrn wird durch ein anderes Ereignis aus dem Leben dieser bedeutenden Mystikerin erläutert: den Herzenstausch. Raimund von Capua zufolge, der das darlegt, was Katharina ihm anvertraut hat, erschien ihr der Herr mit einem leuchtend roten menschlichen Herzen in der Hand, öffnete ihre Brust, legte es dort hinein und sagte: „Liebste Tochter, so wie ich jüngst das Herz genommen habe, das du mir schenken wolltest, so schenke ich dir jetzt das Meinige; von jetzt an wird es den Platz einnehmen, an dem das Deinige war“ (ebd.). Katharina hat wirklich die Wortes des hl. Paulus gelebt: „nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir“ (Gal 2,20).

Wie die Heilige aus Siena verspürt jeder Gläubige das Bedürfnis, sich die Empfindungen des Herzens Christi zu eigen zu machen, um Gott und den Nächsten so zu lieben, wie Christus liebt. Und wir alle können unser Herz verwandeln lassen und lernen, wie Christus zu lieben, in Vertrautheit mit ihm, die genährt wird vom Gebet, von der Betrachtung des Wortes Gottes und von den Sakramenten, vor allem durch den häufigen und ehrfürchtigen Empfang der heiligen Kommunion. […]

Liebe Brüder und Schwestern, die Eucharistie ist eine außerordentliche Liebesgabe, die Gott uns immer wieder schenkt, um unserem Glaubensweg Nahrung zu geben, unsere Hoffnung zu stärken, unsere Liebe zu entflammen, um uns ihm immer ähnlicher zu machen. Um eine so starke und authentische Persönlichkeit bildete sich eine echte geistliche Familie: Menschen, die von der sittlichen Autorität dieser jungen Frau mit sehr hohem Lebensniveau angezogen waren. Manchmal waren sie auch beeindruckt von den mystischen Phänomenen, denen sie beiwohnten, wie den häufigen Ekstasen. Viele stellten sich in ihren Dienst und betrachteten es vor allem als Privileg, von Katharina geistlich geleitet zu werden. […]

[…] Gabe der Tränen verbunden. Sie sind Ausdruck einer feinfühligen und tiefen Sensibilität, einer Fähigkeit zur inneren Ergriffenheit und zur liebevollen Zuneigung. Nicht wenige Heilige hatten die Gabe der Tränen und äußerten damit erneut die innere Bewegtheit Jesu, der vor dem Grab des Freundes Lazarus und dem Schmerz Marias und Martas sowie beim Anblick von Jerusalem in seinen letzten irdischen Tagen seine Tränen nicht zurückgehalten und versteckt hat. Katharina zufolge vermischen sich die Tränen der Heiligen mit dem Blut Christi, von dem sie in leidenschaftlichem Ton und mit sehr ausdrucksstarken symbolischen Bildern gesprochen hat: „Denkt an den gekreuzigten Christus, Gott und Mensch (…) Setzt euch den gekreuzigten Christus zum Ziel, verbergt euch in den Wunden des gekreuzigten Christus, versenkt euch in das Blut des gekreuzigten Christus“ […].

Hier können wir verstehen, warum Katharina, obgleich sie sich der menschlichen Unzulänglichkeiten der Priester bewußt war, stets sehr große Hochachtung vor ihnen hatte: Sie spenden durch die Sakramente und das Wort die erlösende Kraft des Blutes Christi. Die Heilige aus Siena hat die geistlichen Amtsträger, auch den Papst, den sie den „sanftmütigen Christus auf Erden“ nannte, stets aufgefordert, ihrer Verantwortung treu zu sein, wozu sie stets allein durch ihre tiefe und beständige Liebe zur Kirche bewegt wurde. Bevor sie starb, sagte sie: „Wenn ich aus dem Leib scheide, habe ich wahrhaftig das Leben in der heiligen Kirche und für die heilige Kirche vollendet und hingegeben, was für mich eine einzigartige Gnade ist“. […]

Von der hl. Katharina lernen wir also die höchste Wissenschaft: Jesus Christus und seine Kirche zu kennen und zu lieben. Im Dialog der göttlichen Vorsehung beschreibt sie mit einem einzigartigen Bild Christus als Brücke, die zwischen Himmel und Erde gespannt ist. Sie besteht aus drei Stufen: den Füßen, der Seite und dem Mund Jesu. Indem sie diese Stufen emporsteigt, durchschreitet die Seele die drei Abschnitte eines jeden Weges der Heiligung: die Loslösung von der Sünde, die Übung der Tugend und der Liebe, die süße und liebevolle Vereinigung mit Gott.

Liebe Brüder und Schwestern, wir wollen von der hl. Katharina lernen, mit Mut Christus und die Kirche zutiefst und aufrichtig zu lieben. Machen wir uns daher die Worte der hl. Katharina zu eigen, die wir im Dialog der göttlichen Vorsehung am Ende des Kapitels lesen, in dem von Christus als Brücke die Rede ist: „Aus Barmherzigkeit hast du uns im Blut gewaschen, aus Barmherzigkeit wolltest du Umgang haben mit den Geschöpfen. Du bist außer dir vor Liebe! Es genügte dir nicht, Mensch zu werden, sondern du wolltest auch sterben! (…) O Barmherzigkeit! Mein Herz versinkt im Gedanken an dich: Wohin ich meine Gedanken auch wende, finde ich nichts als Barmherzigkeit“ […].

Papst Benedikt XVI.
Generalaudienz am Mittwoch, 24. November 2010

 

 

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Tragische Schicksale

Zisterzienserinnen-Abtei Sankt Marienstern:

„Am Montag, d. 24.04.2017, teilte unsere Äbtissin, M. Philippa Kraft, unserer Gemeinschaft und den Mitarbeitern des Klosters mit, dass sie von ihrem Amt als 43. Äbtissin der Abtei aus persönlichen Gründen zurücktritt und zugleich aus dem Orden austritt.“

„Auch unsere Schwester Johanna Barner hat das Kloster und den Orden in dieser Woche verlassen.“

Keine Urteile. Keine Kommentare. – Beten wir für die Betroffenen … Und beten wir grundsätzlich und oft für Berufene, Priester und Ordensleute … !

https://www.marienstern.de/de/

http://www.bistum-dresden-meissen.de/aktuelles/philippa-kraft-erklaert-die-gruende-ihres-ruecktritts-als-aebtissin.html

 

Erstkommunion – Was der Pfarrer nicht zu sagen wußte!

Was der Herr Pfarrer (siehe gestern) nicht auszudrücken in der Lage war, ist eigentlich nicht so schwierig. Man muß nur wissen, was die Kirche über den wahren katholischen Glauben lehrt. Dann verstehen nicht nur die Kommunionkinder, was der Empfang der ersten heiligen Kommunion bedeutet, sondern auch deren Eltern, die ja leider auch allzu oft viel zu wenig vom Glauben wissen und kennen.

So fragen wir zunächst: Was ist die heilige Messe? Die Heilige Messe ist das Kreuzesopfer Christi. Sie ist und bleibt das höchste und größte Opfer. Alles andere, was wir Menschen opfern und Gott schenken, ist viel, viel geringer. Die heilige Messe ist deswegen das größte Opfer, weil es das gleiche Opfer ist wie das Kreuzesopfer: Am Kreuz opfert Jesus; am Altar opfert auch Jesus; – aber er wird hier durch den Priester vertreten. Am Kreuz schenkt Jesus seinen Leib und sein Blut dem himmlischen Vater; auf dem Altar schenkt er auch seinen Leib und sein Blut, – aber unter den Gestalten von Brot und Wein an die Gläubigen.

Bei der Opferung der Heiligen Messe opfert der Priester Brot und Wein dem himmlischen Vater auf. Das Brot, das der Priester opfert, nennt man Hostie. Hostien bestehen lediglich aus Weizenmehl und Wasser. Den Wein opfert der Priester in einem Kelch. – Auch die Gläubigen können und sollen mit dem Brot und Wein die eigenen Freuden und Leiden Gott schenken und aufopfern.

Bei der Wandlung verwandelt der Priester Brot und Wein in den Leib und das Blut Jesu. Durch die Verwandlung ändern sich nicht die Gestalten des Brotes und des Weines; das heißt, Brot (die Hostien) und Wein sehen nach der Wandlung genauso aus wie vorher. Nach der Verwandlung ist in der heiligen Hostie Jesus gegenwärtig mit Fleisch und Blut als Gott und Mensch. Als Jesus auf Erden lebte, hatte er einen Leib wie wir Menschen. Er hatte die Gestalt der Menschen. In der Hostie ist der gleiche Jesus gegenwärtig, aber er hat die Gestalt von Brot und Wein. Diese verwandelten Hostien nennt die Kirche auch: die Seelenspeise.

Bei der Wandlung knien wir uns nieder.
Wir blicken auf die durch den Priester erhobene heilige Hostie und beten: Jesus, Dir leb‘ ich. – Jesus, Dir sterb‘ ich. – Jesus, Dein bin ich im Leben und im Tod.
Wir bedenken daran: O Jesus, ich glaube, daß Du im Allerheiligsten Sakramente des Altares zugegen bist, und bete Dich an.
Bei der Erhebung des Kelches blicken wir wiederum zum Priester und auf den Kelch und beten: Jesus, Dir leb‘ ich. – Jesus, Dir sterb‘ ich. – Jesus, Dein bin ich im Leben und im Tod.
(Man kann auch etwas anderes beten, etwa: Jesus, sei mir gnädig. – Jesus, sei mir barmherzig. – Jesus, verzeih mir meine Sünden. Amen.)

Bei der Kommunion empfängt zunächst der Priester den Leib und das Blut Christi, bevor die Altardiener die Kommunion empfangen und ihnen folgend an der Kommunionbank die Gläubigen. Bei der Kommunion können und sollen, wenn möglich, alle Anwesenden die heilige Kommunion empfangen, wenn sie frei von schwerer Sünde sind.
Wer nicht zur heiligen Kommunion gehen kann, der bete (z. B.): O guter Jesus! Ich liebe dich von ganzen Herzen. Ich sehne mich danach, dich im heiligsten Sakramente zu empfangen. Komm, o Jesus, und mach mich rein! Komm, o Jesus, und mach mich heilig! Du allein kannst es, du lieber, gnadenreicher Heiland. Herr erbarme Dich!

Weil das Allerheiligste Altarssakrament auf dem Altar zubereitet und aufbewahrt wird, heißt es Allerheiligstes Sakrament des Altares. Der sogenannte Speisekelch, in dem die verwandelten Hostien aufbewahrt werden, wird stets im verschlossenen Tabernakel deponiert. Tabernakel heißt Zelt oder Haus, weil es die Wohnung Jesu Christi im Allerheiligsten Sakrament des Altares ist.

Vor dem Tabernakel brennt das Ewige Licht. Es brennt Tag und Nacht. – Wir sollten so oft es uns möglich ist, z. B. wenn wir in der Nähe einer Kirche sind, uns ein wenig Zeit nehmen und in die Kirche hineingehen um Jesus, dem lieben Heiland, im Tabernakel zu besuchen und ihn anzubeten. Bleiben wir also vor dem Tabernakel knien und beten wir an.

Weißt du auch dies?
Beim Eintritt in die Kirche nimm Weihwasser und segne dich: Der Vater, der Sohn und der Heilige Geist mögen mein Herz reinigen! Vor dem Tabernakel mach eine Kniebeuge und begrüße Jesus: Jesus, Dir leb‘ ich.

Erzähle Jesus, wie lieb du Ihn hast; erzähle Ihm, was dich freut und was dich betrübt. Du kannst auch Schweigen und ganz einfach Jesus Christus anschauen.

Bevor du die Kirche wieder verläßt, mache eine Kniebeuge und bete: Jesus, sei mir gnädig! Beim Weihwassernehmen und segnen sage: Der Vater, der Sohn und der Heilige Geist sollen immer bei mir bleiben und mich behüten!

Es ist doch garnicht so schwer.

 

Erinnerungen eines Priesters an den Tag seiner ersten Heiligen Kommunion

Die Erinnerungen eines Priesters an den Tag seiner ersten Heiligen Kommunion, so wie es am 22. April in der Rheinischen Post zu lesen war, machen mich sehr traurig. Alles Äußerlichkeiten oder Kritik. Man könnte auch sagen: gerade so wie heutzutage. Aber als Priester?

Offenbar war es für den Priester kein Gottgesegneter Tag; er erinnert sich lieber an weltliche Dinge. Aber vielleicht muss das heute auch so sein, damit man nicht belächelt oder verspottet wird, sollte man etwas Frommes oder Geistliches sagen. Nun, dass sich der geistliche Herr, – Verzeihung, er lässt sich lieber „Pastor“ oder „Wilhelm“ nennen, noch an den kühlen Märztag des Jahres 1954 erinnert, kann man verstehen, „da wir Jungs in kurzen Hosen, Kniestrümpfen und nur in Anzugjacke zur Kirche gingen“.

Der Kommunionunterricht sei damals völlig anders gewesen, berichtet er und meint mit Blick auf die nachkonziliaren Errungenschaften, „Zwar hatten auch wir spielerische Elemente, zum Beispiel ein Heft zum Ausmalen, doch der Unterricht wurde aus der Priesterschaft gehalten“. Er bedauert, dass die Eltern damals nicht beteiligt waren und lobt den heutzutage von ehrenamtlichen Katecheten „in kleinen Tischgruppen“ kindgerecht abgehaltenen Unterricht. Damit könne man heute „viel besser auf die Kinder und deren Bedürfnisse eingehen“. Offenbar liegt ihm das am Herzen, denn er fährt fort: „Wir versuchen, alles möglichst spannend und abwechslungsreich zu gestalten. Es gibt immer ein schönes Motto, mit dem die Kinder sich identifizieren können. Dieses Jahr lautet es bei uns: ‚Mein Freund Jesus‘“. Und beinahe resignierend heißt es weiter, dass es damals „keine spezielles Mottos“ gab, sondern es hieß immer nur, „wir nähmen zum ersten Mal am Tisch des Herrn Platz“. – O wie arm, Herr Pfarrer. Und wie wenig realistisch.

Symbolbild: Gruppenstunde Kommunionvorbereitung 2016 – St. Ludgerus Alme

Der Pfarrer, der sich zwar offiziell im Ruhestand befindet, aber trotzdem noch weiter und engagiert als „erste seelsorgliche Ansprechpartner“ in einer GdG mitarbeitet, schreibt über seinen „Kommunionsgottesdienst“, dieser sei „ein lateinisches Hochamt“ gewesen, und die Kommunionkinder hätten „nüchtern erscheinen“ müssen. Es sei „alles sehr anstrengend“ gewesen. „Das lange Stehen und auch der viele Weihrauch trugen dazu bei, dass viele Kinder ohnmächtig wurden. Die ganze Zeremonie mit allem Drum und Dran dauerte bis zu drei Stunden“, erinnert sich Herr Pfarrer. Offenbar war alles eine richtige Folter- und Zwangsveranstaltung. Dies unterstreicht der Priester mit seinem Hinweis, dass sogar „die Lehrerschaft“ anwesend gewesen sei und am nächsten Montag „die Festlichkeit und das Benehmen“ kommentiert hätten.

Symbolbild: Erstkommunion 2016 St. Matthias Trier

Die obligatorischen Geschenke werden auch erwähnt; und die beiden erwähnten Geschenke waren für damalige Zeit richtig wertvoll und teuer: „Ich bekam ein Fahrrad von meinen Großeltern und einen Fotoapparat, der einfach ,Box‘ hieß, weil er ganz simpel war, aber ich habe ihn geliebt und viele Fotos damit gemacht.“ Interessant, wenn auch nicht so wichtig, fand ich, dass sich der Herr Pfarrer in diesem Zusammenhang an „Hortensien“ erinnert, denn diese Blumen seien damals oft „verschenkt worden“, wahrscheinlich als Töpfe für den elterlichen Garten. Die Kinder dagegen fanden das „nicht so prickelnd, sondern wünschten uns Dinge wie Uhren, Zirkel oder Buntstifte.

Herr Pfarrer hebt immerhin hervor, dass man nicht pauschal sagen könne, „dass früher alles besser oder schlechter gewesen sei“. Und er erinnert noch, „dass die Menschen sich gegenseitig unterstützt haben, wenn eine Familie durch eine Notlage nicht in der Lage war, für ihre Kinder ein schönes Kommunionfest auszurichten.

Einen persönlichen oder geistlichen Gewinn habe ich durch den Empfang der ersten heiligen Kommunion des Pfarrers (für den Augenblick oder für sein Leben) jedenfalls nicht erkannt. Leib und Blut Christi sind offenbar sowieso kein Thema. Mit solchen Erinnerungen lockt man keine jungen Menschen in die Kirche und an die Kommunionbank, die es meistens längst nicht mehr gibt. Also wird es so sein, wie seit Jahren: die Erstkommunion ist für die meisten auch gleich die Letztkommunion. Kommunion ist ja so profan; ein Abholen von etwas, das kostenlos ist und das man in den Mund steckt. – Aber lassen wir das mal so stehen.

Quelle: – RP 22.4.2017

 

Prälat Prof. Dr. Georg May

(Prälat Prof. Dr. Georg May äußert sich in einem Interview u. a. über seine Professorentätigkeit)

Ich habe mir den Beruf des Hochschullehrers nicht ausgesucht. – Mein Ziel als Priester war von Anfang an, Seelsorger, also Pfarrer zu werden. Meine akademischen Lehrer, vor allem Klaus Mörsdorf, waren anderer Ansicht. So wurde ich zur Promotion und anschließend zur Habilitation aufgefordert. Mein Ortsordinarius Ferdinand Piontek stimmte zu. Aber er schrieb mir das ahnungsvolle Wort: „Sie begeben sich auf ein glattes Parkett.“ Diese Voraussage sollte sich in nicht vorhersehbarer Weise erfüllen.

Während meiner Lehrtätigkeit in Mainz erhielt ich zweimal einen Ruf an eine andere Universität: Bochum und Regensburg, wo neue Konzepte interdisziplinärer Zusammenarbeit verwirklicht wurden. Ich lehnte die Rufe ab, weil ich die Unterbrechung der wissenschaftlichen Arbeit durch organisatorische Aufgaben (die an den beiden neuerrichteten Universitäten besonders umfangreich sein mußten) befürchtete. Zwei weitere Fakultäten, die katholisch-theologische in München und die rechtswissenschaftliche in Salzburg, setzten mich an die erste Stelle einer Berufungsliste. Die Erzbischöfe von München und Wien verhinderten durch Intervention bei dem zuständigen Kultusminister das Ergehen des Rufes. Als Begründung gaben sie an: konservative Einstellung. Diese Einstufung reichte ihnen aus zur Ablehnung.

Ich blieb also in Mainz, ohne Verbitterung und in Ergebung in Gottes Willen. Meine Lehrverpflichtungen erfüllte ich mit selbstverständlicher Zuverlässigkeit. Ich kann mich nicht erinnern, jemals eine Lehrveranstaltung ohne schwerwiegenden Grund ausgelassen zu haben. Unter den Studenten nahm ich mich in besonderer Weise der Priesterkandidaten an. Zeugnis dieser Sorge sind die zahlreichen Primizpredigten, die ich gehalten habe.

Meine Forschungen galten den drei Gebieten des (geltenden) Kirchenrechts, der Geschichte des Kirchenrechts und des Staatskirchenrechts. Ich habe viel in Archiven gearbeitet und somit jungfräulichen Boden beackert. Über den Stand in den übrigen theologischen Disziplinen versuchte ich mich auf dem laufenden zu halten. Die wissenschaftliche Arbeit und die Tätigkeit in der Seelsorge füllten mich vollständig aus. Ich habe in den Jahrzehnten meiner akademischen Tätigkeit viele Kollegen kennengelernt oder beobachtet.

Mein Vertrauen in die Zunft der Theologen, vor allem der „Staatstheologen“ ist begrenzt. Aus der Menge der Mängel und Beschwerden will ich nur einen Punkt erwähnen. Die Listen der Berufungen auf Lehrstühle werden keineswegs immer nach dem Maßstab der Leistungsfähigkeit der Kandidaten erstellt, sondern oft auch oder vornehmlich aufgrund der („fortschrittlichen“) Einstellung. Die Berufungsverfahren verkommen so zu Scheinveranstaltungen, weil man von vornherein weiß, auf wen die „maßgebenden“ Teile einer Fakultät zielen.

Die seit Jahrzehnten anhaltende Unterwanderung und allmähliche „Machtergreifung“ des theologischen Modernismus in den Fakultäten erfüllte mich mit zunehmender Sorge. Ich versuchte, ihr mit meinen schwachen Kräften entgegenzusteuern, begreiflicherweise zu meinem eigenen Schaden.

Meine Prognose für die Theologie in Deutschland ist düster. Ich fürchte, daß sie mehrheitlich durch menschliche Kraft nicht zu ihrer eigentlichen Aufgabe zurückzuführen ist. Allein Gott weiß Wege, wie ein gläubiger Rest gerettet werden kann.

Kirchliche Umschau. März 2017

Predigten von Prof. Dr. Georg May

Vortrag von Prof. Dr. Georg May: Selbstgemachter Priestermangel

Litanei zur Göttlichen Barmherzigkeit

Herr, erbarme Dich unser!
Christus, erbarme Dich unser!
Herr, erbarme Dich unser!
Christus, höre uns! – Christus, erhöre uns!
Gott Vater vom Himmel, – erbarme Dich unser!
Gott Sohn, Erlöser der Welt, –
Gott Heiliger Geist, –
Heiligste Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, –
Gottes Barmherzigkeit, du höchste Eigenschaft des Schöpfers,
– wir vertrauen auf Dich!
Gottes Barmherzigkeit, du größte Vollkommenheit des Erlösers,
– wir vertrauen auf Dich!
Gottes Barmherzigkeit, du unendliche Liebe des heiligmachenden Geistes,
– wir…
Gottes Barmherzigkeit, du unbegreifliches Geheimnis der Heiligsten Dreifaltigkeit,
– wir…
Gottes Barmherzigkeit, du Ausdruck seiner größten Macht,
– wir…
Gottes Barmherzigkeit, die du dich in der Erschaffung der himmlischen Geister offenbarst,
– wir…
Gottes Barmherzigkeit, die du uns aus dem Nichts ins Sein berufst,
– wir…
Gottes Barmherzigkeit, die du die ganze Welt umfassest,
– wir…
Gottes Barmherzigkeit, die du uns das unsterbliche Leben spendest,
– wir…
Gottes Barmherzigkeit, die du uns vor verdienten Strafen beschützest,
– wir…
Gottes Barmherzigkeit, die du uns vom Elend der Sünde befreist,
– wir…
Gottes Barmherzigkeit, die du uns im Fleisch gewordenen Worte die Rechtfertigung schenkst,
– wir…
Gottes Barmherzigkeit, die du uns aus den Wunden Christi herabfließest,
– wir…
Gottes Barmherzigkeit, die du uns aus dem heiligsten Herzen Jesu quillst,
– wir…
Gottes Barmherzigkeit, die du uns die heilige Jungfrau zur Mutter der Barmherzigkeit gegeben hast,
– wir…
Gottes Barmherzigkeit, in göttlichen Geheimnissen geoffenbart,
– wir…
Gottes Barmherzigkeit, die du uns mit Gnaden erfüllst,
– wir…
Gottes Barmherzigkeit, du Friede der Sterbenden,
– wir…
Gottes Barmherzigkeit, du himmlische Freude der Erlösten,
– wir…
Gottes Barmherzigkeit, du Abkühlung und Erleichterung der Seelen im Fegfeuer,
– wir…
Gottes Barmherzigkeit, du Krone aller Heiligen,
– wir…
Gottes Barmherzigkeit, du unerschöpfliche Quelle der Wunder,
– wir…
O Du Lamm Gottes, das Du hinwegnimmst die Sünden der Welt,
– verschone uns, o Herr.
O Du Lamm Gottes, das Du hinwegnimmst die Sünden der Welt,
– erhöre uns, o Herr.
O Du Lamm Gottes, das Du hinwegnimmst die Sünden der Welt,
– erbarme Dich unser, o Herr.

V. Die göttliche Barmherzigkeit steht über allen Seinen Werken.
R. Darum will ich die Barmherzigkeit des Herrn in Ewigkeit lobpreisen.

Lasset uns beten:
O Gott, dessen Barmherzigkeit ohne Grenzen, dessen Mitleid unerschöpflich ist, schaue gnädig herab auf uns und vermehre in uns Deine Barmherzigkeit, auf daß wir auch in größten Schicksalsschlägen und Nöten nicht in Verzweiflung fallen, sondern uns immer hoffnungsvoll Deinem Willen ergeben, der voller Barmherzigkeit ist. Durch unseren Herrn Jesus Christus, den König der Barmherzigkeit, der uns mit Dir und dem Heiligen Geiste Barmherzigkeit erweist von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

NOVENE zur Göttlichen Barmherzigkeit