Jesus, mein Lehrer

Komm, Herr Jesus,
siehe den Staub auf meinen Füßen;
werde Du mir zum Diener,
und fülle Deine Schüssel mit Wasser.
Komm und wasche mir die Füße.
Ich weiß, wie vermessen es ist, was ich sage,
aber ich fürchte mich vor Deinen Worten:
„Wenn ich dir nicht die Füße wasche,
so hast du keine Gemeinschaft mit mir.“
Wasche mir also die Füße,
damit ich Gemeinschaft habe mit Dir.
Aber was sage ich da: „Wasche mir die Füße“?
Petrus benötigte weiter nichts,
als daß ihm die Füße gewaschen wurden;
er konnte so reden, weil er ganz rein war.
Wenn ich aber reingewaschen bin,
so bedarf ich doch noch der Taufe,
von der der Herr sagt:
„Ich muß mit einer Taufe getauft werden,
die ihr nicht kennt.“

(Origines)

+

 

Werbeanzeigen

Ostergeschenk

Christi Ostergeschenk an uns ist Er selbst:
„Ich bin nun immer bei Dir! Alleluja!“

Es ist Ihm eine wahre Freude, uns dies sagen zu können
nach all dem Leid.
Wie groß ist doch Seine Liebe zu uns!
Unsere Würde hat Er wiederhergestellt.
Wir sind aufs neue eingesetzt in die Kindschaft Gottes.
Niemand kann uns Seiner Hand entreißen.

+

 

 

Mit dem heiligen Rafael Arnáiz Barón von Septuagesima bis Ostern – (17/17)

Rafael wird am 9. April 1911 geboren; 15. Januar 1934 Eintritt in die Trappistenabte St. Isidro; 26. Mai 1934 verlässt er das Kloster wegen schwerer Diabetes; 11. Januar 1936 Rückkehr in die Abtei, er wird Oblate; am 29. September 1936 muss er wegen des Bürgerkrieges das Kloster verlassen; 6. Dezember 1936 Rückkehr ins Kloster; am 7. Februar 1937 muss er wieder wegen seiner Krankheit das Kloster verlassen; am 15. Dezember 1937 kehrt Rafael unter Verzicht auf die Bequemlichkeiten und die Fürsorge in seinem Elternhaus erneut und endgültig in die Abtei zurück. Todestag am 26. April 1938, gerade 27 Jahre geworden. – Rafael Arnáiz Barón erhielt das Ordenskleid der Trappisten „Angesichts des Todes“ und legte dabei die feierliche Profess ab.

Ave Maria.

17 – Hl. Rafael Arnáiz Barón notiert am 17. April 1938, Ostersonntag:

Heute hat Vater Abt mir die Kulle und das schwarze Skapulier überreicht. Ich würde lügen, wenn ich sagte, ich hätte mich heute nicht von der Eitelkeit mitreißen lassen.

Wie armselig bin ich doch!
Herr, Herr, sei mir gnädig und barmherzig!
Ich bin weder größer noch kleiner vor Deinem Angesicht, weil ich hier oder dort bin, so oder anders gekleidet …

Wir Menschen sind und spielen wie die Kinder: wir setzen hohe Erwartungen in Dinge, über die die Engel lachen. Herr, flöße mir Deine heilige Furcht ein, erfülle mein Herz mit Deiner Liebe, und alles andere ist Vanitas vanitatum [Eitelkeit der Eitelkeiten] …

Ich erwarte immer weniger von den Menschen … Wie groß ist Gottes Barmherzigkeit! Er ersetzt über alle Maßen das, was mir die Menschen nicht geben können. Ich erkenne ganz klar, daß der, der seine Augen auf die Erde und die Geschöpfe lenkt, seine Zeit verliert … Jesus allein erfüllt Herz und Seele.

[An seinen Bruder Leopoldo]

Liebster Bruder Leopoldo! An Dich wende ich mich mit meinem Osterbrief, da ich Dich bereits ausreichend als Chef betrachte, um die österlichen Wünsche in Empfang zu nehmen, die dieser Mönch seinen Angehörigen, die er sehr liebt, zukommen läßt. Vor allen Dingen teile ich Dir mit, daß ich die beiden Sendungen Insulin, die mir Vater schickte, erhalten habe. Gott vergelte es ihm! Ich hoffe, daß ich ihn in Kürze hier zu sehen bekomme, […].

[…] Ich lobe Gott für alles und bitte Ihn nur, Er möge Euch mehr Frieden als Fülle verleihen … Ich glaube, Er erhört die Gebete dieses Zisterzienseroblaten.

Heute, am Tag der Auferstehung, hat mir Vater Abt das schwarze Skapulier und die Kulle gegeben, so daß ich – abgesehen von der Tonsur – wie ein wirklicher Mönch aussehe. Ich bin ganz glücklich mit meinen weiten Ärmeln, obwohl ich nicht weiß, was ich damit anfangen soll. Ach, lieber Bruder, wenn ich nur so viel Liebe zu Gott hätte, wie ich Stoff im Überfluß habe! … Ich kann Dir fast nichts berichten; Du verstehst schon, daß das monastische Leben nicht dazu angetan ist, große Neuigkeiten mitzuteilen. Mein Leben verläuft mit dem Erlernen des Lateins, der Lesung der Hl. Schrift und dem Gesang im Chor zum Lob Jesu und Mariens.

Meine Arbeit beschränkt sich darauf, an einigen Tagen zu Bleistift und Pinsel zu greifen, wenn Vater Abt es mir für irgendeine Bestellung aufträgt; an anderen Tagen nehme ich den Besen, um dem Bruder Krankenwärter […] zu helfen. Ich versichere Dir, daß ich glücklich bin und daß die Tage wie im Flug vergehen. Ich hoffe, daß der Krieg bald ein Ende hat und sich alles normalisiert. Dann könnt Ihr mich besuchen kommen in einem winzig kleinen Auto, das ihr dann kauft [ihr früheres war beschlagnahmt worden] und das schön langsam fährt …; die Geschwindigkeit ist sehr gefährlich!

Ich nehme an, daß die Feldarbeit fast beendet ist. Kurz und gut: wenn Du mir schreibst, dann erzähl mir Einzelheiten über alles; denn alles, was mit meinem Elternhaus zu tun hat, interessiert mich, auch wenn ich Trappist bin. Du weißt das sehr gut, denn ich wünsche nichts anderes, als daß es Euch gut geht.

Selbstverständlich muß Gott an erster Stelle stehen; alles andere ist zweitrangig. Aber oft ist das Zweitrangige notwendig, um Frieden und Liebe zu Gott zu haben. Was meinst Du dazu, Bruder? Wir sind nun einmal Menschen!

Vieles würde ich Dir noch sagen, wenn ich Zeit und Papier hätte, aber ich glaube, es erübrigt sich, nicht wahr? Wenn Du herkommst, reden wir von Ernten, von Traktoren und … von Gott.

Schau, ich schicke Dir diese kleinen Bilder, die ich sonntags in meiner Freizeit gemalt habe. Ich weiß nicht, ob sie Dir gefallen; ich denke schon, und sei es nur, weil sie Dein Bruder gemalt hat. Ich nehme an, daß Du die Bedeutung von allen dreien erkennst …; es ist ganz einfach. Da der Mönch mit den Psalmen lebt, soll es Dich nicht wundern, daß ich die Motive daraus genommen habe. Ach, wenn ich malen könnte! Aber sieh, es gibt Dinge im geistlichen Leben, die man nicht auszudrücken vermag. Nur die Heilige Schrift versteht es, in kurzen Worten das zu sagen, wozu viele Reden der Menschen nicht fähig wären.

Schau, lieber Bruder, wenn Du dahin gelangtest, das wirklich zu leben, was diese drei Bilder darstellen, dann wärest Du ein Weiser und ein Heiliger, aber – wie schnell vergessen wir das!

Das erste – wie Du siehst – stellt einen einfachen Laienbruder dar, der den Weg der Wahrheit gewählt hat, viam veritatis elegi … [Ich wählte den Weg der Wahrheit (Ps 119,30)]. In der dunklen Nacht der Welt erhellt nur das Kreuz Christi den Pfad des Lebens … Es gibt nur diese eine Wahrheit, die den Frieden schenkt, um warten zu können, den Mut, um vorwärts zu schreiten, und das Vertrauen, um nicht irrezugehen. Christus und Sein Kreuz sind die Wahrheit, der Weg und das Leben. Er sagte es, und Seine Worte finden ihre Erfüllung in dem ruhigen Frieden jenes Laienbruders, der auf dem Weg der Wahrheit wandelt und Christus sucht.

Auf dem zweiten ist ein Mensch dargestellt, der Gott anbetet in der Erhabenheit Seiner Schöpfung. Er sieht die Welt, betrachtet die Schönheit der Schöpfung und bittet alle Geschöpfe darum, Ihn anzubeten: Omnis terra adoret te [Alle Welt bete dich an (Ps 66,4)]. Der Schatten dieses Menschen, der Gott in der Schönheit liebt, ist ein Kreuz.

Das dritte Bild zeigt einen Mönch, der von der Höhe eines Felsens aus die Welt betrachtet. Und da ihn nach der göttlichen Liebe dürstet und er Sehnsucht nach dem Himmel hat, kann er nichts anderes tun, als ausrufen: Incola ego sum in terra [Fremdling und Pilger bin ich auf Erden (Ps 119,19)].

Liebster Leopoldo, ob wir wollen oder nicht, wir sind wirklich Pilger. Warum sollten wir hier unsere Wohnstatt errichten? Betrachten wir diese Erde, auf die törichte Menschen ihre Hoffnung setzen, auf der sie ihre Kriege ausfechten und in der sie habgierig ihre vergänglichen und elenden Schätze verstecken wie der kleine Mönch des Bildes!

Glücklich zu preisen, Bruder, ist derjenige, der sich in Wahrheit als Fremdling in der Welt betrachtet und nur von Gott träumt und von seinem wirklichen Vaterland! Sein Leben wird in friedlicher Gelassenheit verlaufen, denn Frieden gibt es nur in einem Herzen, das von allem losgelöst ist. Er arbeitet mit einem Blick, der auf Gott gerichtet ist, und seine Arbeit wird gesegnet sein. Er hat Kontakt zu den Menschen, und sein Umgang mit ihnen wird auf der Liebe gegründet sein…

Gut, ich will nicht lästig werden. Ich nehme an, daß die Bilder ausreichend erklärt sind, die Dir dieser arme Mönch mit viel Liebe schickt … Typisch Mönch, wirst Du sagen, und das stimmt. Aber schau, indem ich an solche Dinge denke, über sie meditiere und sie ´wiederkäue‘, vergeht mein Leben, und von dem, was ich habe, gebe ich weiter.

(…) Mehr brauche ich Dir nicht zu sagen. Ich glaube nämlich, daß es nicht nötig ist, Dir aufzutragen, daß Du die Eltern in meinem Namen ganz kräftig umarmst und allen gibst, was Du für angebracht hältst. Und Du, nimm von Deinem Bruder, was ich Dir per Post nicht schicken kann! Aber Du weißt schon, was es ist.

Auf Wiedersehen, lieber kleiner Leopoldo, und sei brav! Schau, Dein Bruder bittet die heiligste Jungfrau sehr darum. Vergiß Du auch nicht diesen Deinen armen Bruder, der Dich so liebhat,
Bruder Maria Rafael

(Aus: Nur Gast auf Erden 624f)

+

HIER BESTELLEN

+

 

 

Mit dem heiligen Rafael Arnáiz Barón von Septuagesima bis Ostern – (16/17)

Rafael wird am 9. April 1911 geboren; 15. Januar 1934 Eintritt in die Trappistenabte St. Isidro; 26. Mai 1934 verlässt er das Kloster wegen schwerer Diabetes; 11. Januar 1936 Rückkehr in die Abtei, er wird Oblate; am 29. September 1936 muss er wegen des Bürgerkrieges das Kloster verlassen; 6. Dezember 1936 Rückkehr ins Kloster; am 7. Februar 1937 muss er wieder wegen seiner Krankheit das Kloster verlassen; am 15. Dezember 1937 kehrt Rafael unter Verzicht auf die Bequemlichkeiten und die Fürsorge in seinem Elternhaus erneut und endgültig in die Abtei zurück. Todestag am 26. April 1938, gerade 27 Jahre geworden. – Rafael Arnáiz Barón erhielt das Ordenskleid der Trappisten „Angesichts des Todes“ und legte dabei die feierliche Profess ab.

Ave Maria.

Hl. Rafael Arnáiz Barón notiert am 15. April 1938, am Karfreitag:

[Bruder Rafael schreibt an Bruder Luis Gonzaga (Tescelino) von San Isidro, der an der der Front ist]

An erster Stelle, liebster Bruder, sind weder das Du, noch das Sie von großer Bedeutung, wenn man die Liebe Christi besitzt, die unter Zisterzienserbrüdern – wie wir es sind – nicht fehlen darf. Die Liebe – wenn man sich in Gott liebt – kennt keinen formellen Kram. Für diejenigen, die sich im Herzen Jesu lieben, ist es einerlei, welche Anrede man gebraucht.

Was Ihren Brief angeht, kann ich Ihnen nur sagen, daß ich tief beschämt bin über das Vertrauen, das Sie in mein Gebet setzen, […], aber an das Ergebnis meiner armseligen Gebete wage ich nicht zu denken. Mut, Bruder! Ermüden Sie nicht! Ich weiß aus Erfahrung, welchen Schmerz es bedeutet, wenn man gegen die Welt kämpft, und auch, daß nur ein ganz großes Vertrauen in Jesus und Maria uns den Sieg verleihen wird. Wie wunderbar ist dann aber der Friede im Hause Gottes! Alles kommt – sogar das Ende dieser Verbannung, in der uns der Herr nur noch kurze Zeit leben läßt. Haben Sie Mut und ermatten Sie nicht!

Ich wünsche mir, daß meine unbeholfenen Worte an Ihr Herz gelangen und einen winzigen Funken des Friedens in Jesus und des Vertrauens in Maria hineinlegen. Ich wünsche mir, daß im Bruder, der in der Welt lebt, eine sanfte Erinnerung wach wird an den Frieden des Trappistenklosters. Das wird ihn bestimmt ermutigen zum Kampf gegen die Welt und im Sieg über sie (daran zweifle ich nicht). Aber – wozu sollte ich erläutern, was man ohnehin längst begriffen hat, nicht wahr? Jetzt kann ich Ihnen nur sagen, daß es sehr hart ist, die Freiheit aufzugeben, um das Kreuz zu umfangen, aber wenn wir es einmal mit Großmut getan haben, sind weder die ganze Welt noch tausend Welten – wenn es sie gäbe – imstande, uns von ihm zu trennen. Es ist so herrlich, nah beim Kreuze Jesu zu leben! Was Gott von uns erwartet, ist so wenig im Vergleich zu dem, was Er uns schenkt!

Nun gut, ich will mich nicht weiter ausdehnen, denn ich glaube nicht, daß es notwendig ist. Dem Bruder Luis soll die bescheidene Absicht des Bruders Rafael genügen, der ihm zu diesem Osterfest das schickt, was ich vorhin schon sagte. Es ist eine Erinnerung an die gütige und geliebte Jungfrau Maria unserer Trapa, ein Lächeln dieser guten Mutter, die hier auf Sie wartet …, und nicht, damit Sie ausruhen, sondern damit Sie weiterkämpfen unter dem Banner Christi, das Kreuz umfangen und auf das warten, was Er will! Mut, Bruder, meine armen Gebete werden Ihnen nicht fehlen! Sie warten ja schon so sehr darauf! Ihr fester Glaube erreicht mehr als meine Worte. Vergessen auch sie diesen armen Kranken nicht, der hier vor dem Tabernakel darauf hofft, Sie bald wiederzusehen in Ihrem braunen Habit … und daß Sie Gott loben […]

[…] Als ich das letzte Mal von meiner Mutter wegging [15.12.1937], brachte die heiligste Jungfrau alles in Ordnung.

(Aus: Nur Gast auf Erden 621f)

+

Mit dem heiligen Rafael Arnáiz Barón von Septuagesima bis Ostern – (15/17)

Rafael wird am 9. April 1911 geboren; 15. Januar 1934 Eintritt in die Trappistenabte St. Isidro; 26. Mai 1934 verlässt er das Kloster wegen schwerer Diabetes; 11. Januar 1936 Rückkehr in die Abtei, er wird Oblate; am 29. September 1936 muss er wegen des Bürgerkrieges das Kloster verlassen; 6. Dezember 1936 Rückkehr ins Kloster; am 7. Februar 1937 muss er wieder wegen seiner Krankheit das Kloster verlassen; am 15. Dezember 1937 kehrt Rafael unter Verzicht auf die Bequemlichkeiten und die Fürsorge in seinem Elternhaus erneut und endgültig in die Abtei zurück. Todestag am 26. April 1938, gerade 27 Jahre geworden. – Rafael Arnáiz Barón erhielt das Ordenskleid der Trappisten „Angesichts des Todes“ und legte dabei die feierliche Profess ab.

Gott und meine Seele

Hl. Rafael Arnáiz Barón notiert am 14. April 1938, dem Gründonnerstag:

Heute war ein glücklicher Tag für mich. In der hl. Kommunion habe ich dem Herrn versprochen, Ihn in diesen Tagen Seines heiligen Leidens nicht allein zu lassen.

Du wirst immer ganz nahe bei mir sein, ganz tief in meinem Herzen, und ich werde ganz eins sein mit Deinem Kreuzesleiden.

Jesus, laß nicht zu, daß ich mich von Dir trenne!
Guter Jesus, wie sehr liebe ich Dich!

Als ich zur hl. Kommunion ging, erinnerte ich mich an den hl. Apostel Johannes, der während des Abendmahles an Deiner Brust ruhen durfte [vgl. Joh 13,23f].

Sollte ich ihn etwa beneiden?
Seine Tugenden, ja, aber nicht Deine Liebe …

Mein Jesus, ich bin nicht würdig – Du weißt es gut -,
und doch läßt Du auch mich an Deinem göttlichen Herzen ruhen wie Deinen Lieblingsjünger

Ich verspreche Dir, Dich innig zu lieben wie niemand sonst in der Gemeinschaft – mehr als alle zusammen – und Dich nicht allein zu lassen in Deinen Schmerzen und Deiner heiligsten Passion.

Jungfrau Maria, hilf mir,
meinem guten Jesus treu zu sein!

Schon ist der Tag vergangen, ein Tag mehr in der Endrechnung und ein Tag weniger in der Verbannung dieses Lebens … Schon ist der Gründonnerstag vorüber und mit ihm der Trost, ihn für Gott und mit Gott gelebt zu haben. Wie wird das Morgen aussehen?

Ich habe Angst. Ich mißtraue mir selbst. Ich habe große Angst, wenn ich mich so glücklich mit Jesus sehe, mit Jesus allein. Seit vier Jahren habe ich viel gelitten! Meine Seele war so lange Zeit zerrissen, daß ich jetzt – da ich mir bewußt werde, daß jenes für dieses notwendig war – Angst habe – und nicht weiß wovor. Es ist nicht vor dem Leiden; nein, davor ist es nicht. Ich habe vor nichts Angst, was mir von den Menschen kommen könnte, aber da ich Gott gefunden habe, fürchte ich, Ihn zu verlieren. Es ist so wunderbar, so zu leben!

Heute, am Gründonnerstag, dem Tag, an dem der Herr mit Seinen Jüngern zusammentraf und ihnen versprach, für immer bei ihnen zu bleiben, näherte auch ich mich in meiner Unbedeutsamkeit Jesus und bat Ihn, bei mir zu bleiben und mich an Seinem Tisch zuzulassen und mir zu erlauben, mit Ihm zu leben und Ihm wie ein Schatten überallhin zu folgen …

Ich bat Jesus, meinen Kopf an seine Brust lehnen zu dürfen wie der hl. Johannes.
Ich bat Ihn, nicht von mir zu gehen, auch wenn Er mich schwach und elend sähe.
Ich bat Ihn, meine Bitten zu erhören.
Ich durcheilte die ganze Welt und zeigte Jesus alles, was Er retten müsse:
Spanien, den Krieg, meine Brüder, so viele Herzen, die ich liebe, meine Eltern – und was weiß ich!

Ich zeigte Jesus alles und sagte Ihm:
Herr, nimm mich und gib Dich der Welt!
Verteile, was Du mir schenkst.
Laß mich den Schatz, den ich besitze, unter den Bedürftigen
der Welt austeilen! Es sind so viele! …
Laß es mich tun, der ich arm bin vor Dir!
Ich verlange nach nichts, außer nach Deiner Liebe,
nach Deiner Freundschaft, nach der Gemeinschaft mit Dir!
Nimm mich an, Herr, so wie ich bin:
krank, unnütz, zerstreut und nachlässig!

Und der Herr erhörte mich … Ich spürte Seine Liebe tief drinnen, im Innersten meiner Seele. Ich erkannte meinen ungeheuren Schatz und fürchte, ihn zu verlieren. Was tun? Ich weiß es nicht … Ich höre, wie die Menschen reden, diskutieren … Ich sehe sie mit ihren Sorgen, gebunden an die Erde … Niemand spricht von Gott. Alles ist Lärm, auch in der Trapa.

Ich möchte am liebsten nicht leben, Herr,
um die Sehnsucht nach Liebe, an der meine Seele leidet,
nicht zu stören; denn wer am meisten Lärm macht, bin ich …
Ich möchte mein Kreuz umklammern und sterben.
Alles ruft mir zu: Allein Du, Herr! D u allein!
Welch große Angst habe ich, Dich zu verlieren, mein guter Gott!
Ich sehe, wie sehr Du mich liebst,
aber ich sehe auch, was ich bin und was ich war.

Wie gut ist es bei Dir!
Wenn die Welt es nur wüßte!

Morgen ist Karfreitag …
Ich werde bei Deinem Kreuze verweilen.
Es macht mir nichts aus, daß ich Dich morgen
nicht empfangen kann in der hl. Kommunion;
heute habe ich nämlich mit Dir ausgemacht,
daß ich mich nicht von Dir trennen werde,
und Du schienst erfreut zu sein darüber.
Die heutige Kommunion
wird mir für heute und morgen ausreichen.
Ach, ich kann nicht schreiben, und könnte ich es,
ich schriebe nur dummes Zeug!

Es ist besser, daß ich schweige.

(Aus: Nur Gast auf Erden 619f)

+

 

Mit dem heiligen Rafael Arnáiz Barón von Septuagesima bis Ostern – (14/17)

Rafael wird am 9. April 1911 geboren; 15. Januar 1934 Eintritt in die Trappistenabte St. Isidro; 26. Mai 1934 verlässt er das Kloster wegen schwerer Diabetes; 11. Januar 1936 Rückkehr in die Abtei, er wird Oblate; am 29. September 1936 muss er wegen des Bürgerkrieges das Kloster verlassen; 6. Dezember 1936 Rückkehr ins Kloster; am 7. Februar 1937 muss er wieder wegen seiner Krankheit das Kloster verlassen; am 15. Dezember 1937 kehrt Rafael unter Verzicht auf die Bequemlichkeiten und die Fürsorge in seinem Elternhaus erneut und endgültig in die Abtei zurück. Todestag am 26. April 1938, gerade 27 Jahre geworden. – Rafael Arnáiz Barón erhielt das Ordenskleid der Trappisten „Angesichts des Todes“ und legte dabei die feierliche Profess ab.

Gott und meine Seele

Hl. Rafael Arnáiz Barón notiert am 13. April 1938, dem Mittwoch in der Karwoche:

Liebster Jesus, mein Gott!
Ich sehe, Herr, daß ich nichts tue in Deinem Dienst.
Ich fürchte, die Zeit zu verlieren …
Die Stunden, Tage und Monate vergehen,
und alles sind gute Worte und gute Wünsche,
aber es folgen ihnen keine Werke.

Heute, Herr, während der hl. Messe,
sah ich meine große Unzulänglichkeit und dachte,
– wie immer – an Deine großen Wohltaten …
Ich erkannte Deine ungeheure Güte zu mir, die mir gestattet,
jeden Tag dem heiligen Opfer beizuwohnen,
und ich verhalte mich wie ein Narr!
Wann werde ich anfangen, mein Jesus,
Dir wirklich zu dienen?

Ich fange immer wieder an, aber nie sehe ich,
daß ich irgend etwas vollbrächte …
Ich führe weiterhin ein verzärteltes, bequemes und
unbußfertiges Leben; teilweise (aber auch nur teilweise),
weil mir meine Vorgesetzten keine Erlaubnis geben,
und teilweise, weil ich mich nicht entschließe
und das strenge Leben mich ängstigt.
So kommt es, daß ich weder ein weltlicher Mensch bin,
weil ich im Kloster lebe,
noch ein Ordenschrist, weil ich wie ein weltlicher Mensch lebe …
Was bin ich überhaupt, mein Gott?
Ich weiß es nicht, und manchmal – wenn ich an diese Dinge denke –
scheint es mir, daß es mir einerlei ist, ob ich dieses oder jenes bin …
Was mir aber wohl etwas ausmacht und mir Sorgen bereitet,
ist die Tatsache, daß ich mich auf die eine oder andere Weise
nicht genügend bemühe, mich abzutöten, mich selbst zu verleugnen
und mehr für Dich als für die anderen oder für mich selbst zu leben.
Ich suche viele Bequemlichkeiten und hänge immer noch sehr
an meinen Vorlieben und Ansichten …
Häufig sehe ich mich noch als den Rafael ,von Welt´:
eingebildet, eitel, tadelsüchtig, und als den, dessen einziger Lebensinhalt
der Tisch, die Kleidung und das Laster waren …
O Herr, wenn ich mich daran erinnere!
Lassen wir es für heute!

Mein Herr, jetzt tue ich vielleicht nichts Böses,
aber ganz sicher auch nichts Gutes!
Mein Leben ist das eines Narren in einem Kloster.
Ich diene Gott weder körperlich noch geistlich.
Alles beschränkt sich darauf, daß ich sage: Wie gut ist Gott,
wie sehr liebe ich Ihn, wie sehr liebt Er mich! …
Und ich stehe ,mit offenem Mund‘ da, wie der Volksmund sagt.
Denke ich an meine Untauglichkeit, dann werde ich wirklich traurig.
Es ist so vieles, was ich Gott verdanke!

Weder mein Gebet noch meine Betrachtung oder
die Lesung verrichte ich gut, und was die Arbeit angeht,
– ich tue kaum etwas. Wenn ich esse und schlafe,
dann tue ich nicht mehr als das … Dann esse und schlafe ich
wie ein kleines Tier, und so kann es nicht weitergehen;
so darf ich nicht weitermachen … Aber was soll ich tun?
Ich bin unnütz und krank. Armer Bruder Rafael!
Es genüge dir, deine Absicht zu läutern in jedem Augenblick
und in jedem Augenblick Gott zu lieben;
alles aus und mit Liebe zu tun! …
Dies an sich bedeutet nichts Besonderes und ist nichts wert.
Was wertvoll ist, ist die Weise, wie du es tust …
Wann begreifst du das ? Wie schwerfällig bist du doch!

Wann erkennst du endlich, daß die Tugend nicht darin liegt,
Zwiebeln zu essen, sondern Zwiebeln zu essen aus Liebe zu Gott?
Wann begreifst du, daß die Heiligkeit nicht in äußeren Taten besteht,
sondern in der inneren Absicht, aus der heraus man etwas tut?
Und wenn du es weißt, warum tust du es nicht?

Ich tue es schon, Herr, aber schlecht.
Ich bin nicht demütig und möchte das tun, was mir paßt;
ich suche meinen eigenen Willen, sogar in der Buße …
Mein Gott, mein Gott, hilf mir, Deinen Willen in Demut zu erfüllen!
Hilf mir, Dir zu dienen, meine eigene Schwachheit
und meine Untauglichkeit zu lieben!
Herr, Herr, schau auf meine Absicht und reinige Du sie!

Was könnte ich tun ohne Dich?
Auch wenn ich mich vor lauter Bußübungen ums Leben brächte:
welchen Wert hätte das, wenn es nicht Deinem Willen entspräche
und ich meine Eitelkeit und meine eigene Lust darin suchte?
Es geschehe das, was Du, Herr, von mir willst; aber,
Jesus, laß nicht zu, daß mich der Teufel irreführt!
Zeig mir, was Du wünschst, damit ich es tun kann,
und gib mir einen demütigen Geist, damit ich es
erkenne und danach handle!
Laß nicht zu, mein Jesus,
daß ich Deine göttlichen Eingebungen von mir weise!
Ich sehe ein, daß ich etwas mehr tun kann, als ich tue,
und daß Du es annehmen wirst.

Stärke mich, Jungfrau Maria!

(Aus: Nur Gast auf Erden 617f)

+

 

Mit dem heiligen Rafael Arnáiz Barón von Septuagesima bis Ostern – (13/17)

Rafael wird am 9. April 1911 geboren; 15. Januar 1934 Eintritt in die Trappistenabte St. Isidro; 26. Mai 1934 verlässt er das Kloster wegen schwerer Diabetes; 11. Januar 1936 Rückkehr in die Abtei, er wird Oblate; am 29. September 1936 muss er wegen des Bürgerkrieges das Kloster verlassen; 6. Dezember 1936 Rückkehr ins Kloster; am 7. Februar 1937 muss er wieder wegen seiner Krankheit das Kloster verlassen; am 15. Dezember 1937 kehrt Rafael unter Verzicht auf die Bequemlichkeiten und die Fürsorge in seinem Elternhaus erneut und endgültig in die Abtei zurück. Todestag am 26. April 1938, gerade 27 Jahre geworden. – Rafael Arnáiz Barón erhielt das Ordenskleid der Trappisten „Angesichts des Todes“ und legte dabei die feierliche Profess ab.

Gott und meine Seele

Hl. Rafael Arnáiz Barón notiert am 12. April 1938, am Dienstag in der Karwoche:

In Gott allein finde ich, wonach ich suche, und das in einer solchen Fülle, daß es mir nichts ausmacht, wenn ich in den Menschen nicht entdecke, was einmal meine große Hoffnung war, eine Erwartung, die längst vergangen ist …

Ich suchte die ,Wahrheit‘ und fand sie nicht. Ich suchte die ,Liebe‘ und sah in den Menschen nur einige Fünkchen, die mein Herz, das nach Liebe dürstete, nicht Erfüllten … Ich suchte den Frieden und sah, daß es keinen Frieden gibt auf Erden. Die Illusion verging, sie zog leise vorüber, ohne daß ich es merkte … Der Herr selbst, der mich betört hatte, um mich an sich zu ziehen, ließ es mich erkennen.

Wie glücklich bin ich jetzt! „Was suchst du bei den Menschen – so fragt Er mich – , was suchst du auf der Erde, auf der du als Pilger lebst? Welche Art von Frieden ersehnst du? Wie gut ist der Herr, der mich von Eitelkeit befreit und von den Geschöpfen trennt! Jetzt sehe ich deutlich, daß der wahre Friede in Gott zu finden ist, daß in Jesus die wahre Liebe ist, daß Christus die einzige Wahrheit ist [vgl. Joh 14,6].

Während der heiligen Kommunion heute, als ich Jesus in meinem Herzen trug, empfand meine Seele eine ungeheure, eine unermeßliche Freude darüber, die Wahrheit zu besitzen … Ich erkannte, daß Gott mein eigen ist und daß ich Gott gehöre … Ich verlangte nichts sehnlicher, als diesen Herrn innigst zu lieben, der in Seiner unendlichen Güte mein Herz tröstet, das nach etwas dürstet, von dem ich nicht wußte, was es war, und das ich vergebens bei den Geschöpfen suchte. Und der Herr ließ mich erkennen – ohne den Lärm von Worten – , daß Er es ist, den meine Seele ersehnt; daß Er die Wahrheit, das Leben und die Liebe ist [vgl. 1 Joh 4,8].

Und da ich Ihn habe: was suche ich noch, worum bitte ich noch, was will ich mehr?

Nichts, Herr!
Die Welt ist zu klein, um das zu fassen, was Du mir gibst.
Wer kann erklären, was es bedeutet, die höchste Wahrheit
zu besitzen? Wer besitzt Worte genug, um sagen zu können,
was folgender Satz beinhaltet:
Nach nichts verlange ich, denn ich habe Gott?

Meine Seele weinte fast vor Freude …
Wer bin ich, Herr?
Wo soll ich meinen Schatz aufbewahren,
damit er nicht beschmutzt wird?
Wie ist es möglich, in Ruhe zu leben und
ohne die Furcht, daß er mir geraubt wird?
Was kann meine Seele tun, um Dir wohlgefällig zu sein?

Armer Bruder Rafael, was kannst du Gott als Antwort geben auf solch große Wohltat, wie Er sie dir hier schenkt? Du hast ein Herz von Stein, wenn du nicht über so viel Undankbarkeit und Geringschätzung der göttlichen Gnade gegenüber weinst!

Ich lebe, Herr, im Schlamm meines eigenen Elends,
und gleichzeitig träume ich nur von Dir und lebe nur für Dich.
Wie soll man das begreifen? Ich lebe und dürste nach Dir …
Ich beweine meine Verbannung und träume vom Himmel.
Meine Seele seufzt nach Jesus, in dem sie ihren Schatz, ihr Leben,
ihre einzige Liebe sieht. Nichts erwarte ich von den Menschen …
Ich liebe Dich wahnsinnig, Jesus, und doch esse, lache, schlafe,
spreche und lerne ich unter den Menschen, ohne
Verrücktheiten zu begehen, und suche – ich schäme mich,
es festzustellen – meine Bequemlichkeiten.
Herr, wie läßt sich das erklären?
Wie ist es möglich, daß Du mir Deine Gnade schenkst?
Wenn ich ihr in etwa entsprechen würde,
könnte ich es vielleicht verstehen.
Jesus, verzeih mir!
Ich sollte heilig sein und bin es nicht.
Und ich war es, der früher an einigen Schwächen
der Menschen Anstoß nahm?
Ich …? Wie absurd!

Da Du mir Licht gabst zum Sehen und Verstehen,
verleih mir, Herr, ein ganz großes Herz,
ein ganz großes, um diese Menschen zu lieben,
die Deine Kinder und meine Geschwister sind
und in denen mein ungeheurer Stolz Fehler entdeckte!
Mich selber dagegen sah ich nicht!

Wenn Du dem Letzten von ihnen das gegeben hättest,
was Du mir gabst! Aber Du machst alles gut! …
Meine Seele beweint ihre früheren Schliche,
ihre Gewohnheiten von ehedem …
Nun sucht sie die Vollkommenheit nicht mehr
im Menschen; jetzt weint sie nicht mehr darüber,
daß sie keinen Ort der Ruhe findet. Jetzt hat sie alles …
Du, mein Gott, bist es, der meine Seele erfüllt;
Du bist meine Freude, mein Friede
und meine Ruhe!
Du, Herr, bist meine Zuflucht, meine Burg, mein Leben,
mein Licht, mein Trost, meine einzige Wahrheit und
meine einzige Liebe!
Ich bin glücklich: ich habe alles!

Welche Wonne nimmt Besitz von mir im Gedanken an die übergroßen Gunsterweise, die Jesus mir schenkt. Wie sehr wird meine Seele erfüllt von echter Liebe zu den Menschen, zum schwachen und kranken Bruder! Wie erständnisvoll
wird sie, und mit welcher Nachsicht entschuldigt sie die Schwächen, die ihr früher – wenn sie solche im Nächsten feststellte – Leid verursachten! Ach, wenn die Welt wüßte, was es bedeutet, Gott ein wenig zu lieben, dann würde sie auch den Nächsten lieben!

Wenn wir Jesus lieben, wenn wir Christus lieben, dann lieben wir wie selbstverständlich auch das, was Er liebt. Starb Jesus etwa nicht aus Liebe zu den Menschen? Wenn wir also unser Herz nach dem Herzen Christi umwandeln, dann spüren und erfahren wir auch seine Auswirkungen … Und die größte von allen ist die Liebe, die Liebe zum Willen des Vaters, die Liebe zur ganzen Welt, die leidet und duldet. Es ist der Vater, der entfernte Bruder, sei er nun Engländer, Japaner oder Trappist. Die Liebe zu Maria … Wer wird letztendlich das Herz Christi verstehen können? Niemand! Aber es gibt Menschen, die einige Fünkchen dieses Herzens besitzen, ganz verborgen, ganz verschwiegen, ohne daß die Welt es bemerkt …

Mein Jesus, wie gut bist Du!
Du machst alles erstaunlich gut.
Du weist mir den Weg,
Du zeigst mir das Ziel.
Der Weg ist das Kreuz, das Opfer, der Verzicht,
manchmal der blutige Kampf, der sich auf dem
Kalvarienberg oder im Ölgarten in Tränen auflöst.
Der Weg, Herr, besteht darin, der Letzte, der Kranke,
der arme Trappistenoblate zu sein, der manchmal
in der Nähe Deines Kreuzes leidet.
Aber das macht nichts; im Gegenteil:
die Milde des Schmerzes erfährt nur der mit Freude,
der demütig für Dich leidet.

Die Tränen – neben Deinem Kreuz vergossen –
sind ein Balsam in diesem Leben
des ständigen Verzichts und Opfers.
Und die Opfer und der Verzicht
sind angenehm und leicht, wenn sie Liebe,
Glaube und Hoffnung in der Seele beleben.

Hier wird sichtbar, wie Du die Dornen in Rosen verwandelst.
Aber wie ist es mit dem Ziel? Das Ziel bist Du, nichts als Du!
Das Ziel ist, Dich ewig zu besitzen im Himmel
mit Jesus und Maria, mit allen Engeln und Heiligen.
Aber das wird dort oben Wirklichkeit. Und um die Schlaffen,
die Schwachen und Kleinmütigen wie mich zu ermutigen,
zeigst Du Dich manchmal dem Herzen und fragst es:
„Was suchst du? Was möchtest du? Wen rufst du? …
Sieh her, schau, was ich bin:
Ich bin die Wahrheit und das Leben.“

Und dann beschenkst Du die Seele mit einer
Glückseligkeit, von der die Welt nichts ahnt
und die sie nicht versteht. Dann erfüllst Du, Herr,
Deine Diener mit unsagbarer Freude, die sie
in der Stille auskosten, und über die der Mensch
kaum zu sprechen wagt …

Mein Jesus, wie sehr liebe ich Dich,
obwohl ich bin, wie ich bin!
Und je schlechter und elender ich bin,
um so mehr liebe ich Dich …
Ich werde Dich immer lieben und mich
an Dich klammern und Dich nicht
loslassen [vgl. Hld 3,4] und … Ich weiß nicht,
was ich noch sagen wollte.

Jungfrau Maria, hilf mir!

(Aus: Nur Gast auf Erden 615f)

+