Engelmonat September

Die heiligen Väter sagen, dass das Wort Engel ein Amt bezeichnet. Die ihrer Natur nach reinen Geister werden zu Engeln, d.h. Gesandten Gottes, sooft sie zu uns geschickt werden, um uns Gottes Befehle mitzuteilen.

Die Engel sind Diener der göttlichen Vorsehung, welche uns abwechselnd durch Belohnung und Strafe zu unserm ewigen Ziele führt. Sie bringen den Wohlgeruch unserer Gebete vor Gott und bringen uns dafür den Balsam der göttlichen Erbarmung zurück. Wenn sie aber über unsere Undankbarkeit klagen, dann legt Gott die Zuchtrute in ihre Hand, damit sie die Menschenkinder zur Einsicht zurückführen.

„Habet acht, dass ihr keines von diesen Kleinen gering schätzet, denn ich sage euch, ihre Engel im Himmel schauen immerfort das Angesicht meines Vaters, der im Himmel ist.“ (Matth. 18,10)

Welche Achtung und Liebe zu unsern Mitmenschen, vor allem zu den Niedrigen und Schwachen, die weder Vermögen noch Macht besitzen, muss uns diese Wahrheit des Evangeliums einflößen! Betrüben wir daher unsern Nächsten nicht, damit nicht sein Engel gegen uns aufstehe.

(Sel. Ildefons Kardinal Schuster OSB, 1880-1954)

+

 

Advertisements

Siehe, Herr! Du weißt alles!

Psalm 138

Herr, du erforschest mich und erkennst mich,
du kennst mein Sitzen und mein Aufstehen.
Du verstehst meine Gedanken von ferne,
du durchforschest meinen Pfad und meinen Anteil
und alle meine Wege siehst du voraus;
denn es ist kein Wort auf meiner Zunge.
Siehe, Herr! Du weißt alles, das Neue und das Alte;
du hast mich gebildet und deine Hand auf mich gelegt.
Allzu wunderbar ist dein Wissen für mich;
zu hoch ist es, ich vermag nicht es zu erreichen!
Wohin soll ich gehen vor deinem Geiste?
Und wohin fliehen vor deinem Angesichte?
Stiege ich zum Himmel empor, so bist du da;
fliege ich in die Unterwelt hinab, so bist du da!
Erhöbe ich bei der Morgenröte meine Flügel
und ließe mich nieder am äußersten Ende des Meeres,
so wird auch dort deine Hand mich leiten
und deine Rechte mich lenken.
Und spräche ich: Vielleicht kann Finsternis mich decken,
so wird die Nacht mir Licht bei meiner Freude.
Denn vor dir ist die Finsternis nicht dunkel
und die Nacht hell wie der Tag;
wie ihre Finsternis, so ist sein Licht!
Denn du hast meine Nieren in deiner Gewalt;
du nahmst mich meiner von meiner Mutterleibe her an.
Ich preise dich, dass du so ehrfurchtgebietend bist;
deine Werke sind wunderbar und meine Seele erkennt dies wohl.
Mein Gebein war nicht verborgen vor dir,
das du im Verborgenen gebildet hast,
noch mein Wesen in der Erde tiefem Schoße.
Da ich noch unvollendet war, sahen mich deine Augen
und in dein Buch sind alle verzeichnet;
ihre Tage sind bestimmt,
ehe noch jemand in denselben da ist.
Aber bei mir sind deine Freunde, o Gott! hoch geehrt,
ihr Vorrang ist überaus mächtig geworden.
Wollte ich sie zählen, so sind ihrer mehr als der Sand;
stehe ich auf, so bin ich noch bei dir!
O dass du die Sünder töten wolltest, o Gott!
ihr Männer des Blutes, weichet von mir!
Denn ihr sagt bei euch: Deine Städte werden sie vergeblich gewinnen!
Sollte ich die nicht hassen, Herr! die dich hassen,
und über deine Feinde mich nicht härmen?
Mit vollstem Hasse hasse ich sie und als Feinde Gottes gelten sie mir.
Prüfe mich, o Gott! und erkenne mein Herz,
erforsche mich und erkenne meine Pfade
und siehe, ob ich auf bösem Wege bin,
und leite mich auf ewigem Wege!

+

Trappisten im Bruch mit der Vergangenheit

Geschichte eines Bruches.

Dom Eric Varden, Abt von Mount St. Bernard ergriff am 18.9.2017 anlässlich des Generalkapitels der „Zisterzienser der strengeren Observanz“ (OCSO) das Wort. In seiner Rede über die Vision des Ordens im einundzwanzigsten Jahrhundert sagte er einen Satz, der auf den Bruch dieses alten Ordens mit der katholischen und monastischen Tradition hinweist. Dieser Bruch entwickelte sich bereits seit dem Generalkapitel des Jahres 1969, als die alten Ordensstatuten (Usus) von jetzt auf gleich für ungültig erklärt wurden und stattdessen ein Dokument mit dem Titel „Einheit und Pluralismus“ das neue Leben der Mönche regeln sollte, was bedeutete, das jede Kommunität weitgehend das machen konnte was sie wollte.

Dom Eric Varden, Abt von Mount St. Bernard:

“I feel gratitude. I also feel perplexity. My perplexity springs from what I see as a crisis of transmission. It is on this I wish to reflect. When I entered the monastery in 2002, I was conscious of entering a flow of continuous life. I was no less conscious of entering a history of rupture.”
+
„Ich fühle Dankbarkeit. Ich fühle auch Verwirrung [Ratlosigkeit?]. Meine Bestürzung entspringt dem, was ich als eine Übertragungskrise sehe. Darüber möchte ich nachdenken. Als ich 2002 in das Kloster eintrat, war ich mir bewusst, einen Fluss kontinuierlichen Lebens zu betreten. Ich war mir nicht weniger bewusst, in eine Geschichte des Bruches einzugehen.

Foto: Dom Eric Varden. GC2017.OCSO

+

 

Schließung von drei Trappistenklöstern

Das Generalkapitel des Ordens der „Zisterzienser von der strengeren Observanz“ (OCSO), das zur Zeit in Assisi stattfindet, hat entschieden, dass einige ihrer Klöster geschlossen werden. Die betroffenen Trappistenklöster sind:

Mount Melleray Abbey,
1832 gegründet durch die französischen Trappistenabtei Melleray. Von hier kam eine regelrechte Kolonie irischer und englischer Mönche, die durch die Französische Revolution aus der Abtei Melleray vertrieben wurden. Ihr neues Kloster in Irland nannten sie nach dem Mutterkloster „Mount Melleray“. Der Zulauf an Mönchen war so zahlreich, dass schon 1835 in England das Kloster „Mount St. Bernhard“ gegründet werden konnte.
(Mount Melleray Abbey, Cappoquin, Co. Waterford, Ireland)

Assumption Abbey,
1950 gegründet von fünf Mönchen der Abtei New Melleray (Iowa) in Missouri bei dem Ort Ava. Wie bei alle Gründungen in den USA gehörte zu dem Kloster ein großes Grundstück, hier mit einem riesigen Wald. Zisterziensergründungen sind von Anfang an dafür bekannt, dass Wildnis zu blühenden Gärten wird. Auch hier war es so. 1956 wird das Kloster zur Abtei erhoben. Die Mönche verdienten ihren Lebensunterhalt u. a. durch die Herstellung eines leckeren Fruchtkuchens, der in ganz Amerika verkauft wurde. Das Rezept dazu überließ ihnen ein ehemaliger Koch des Herzogs und der Herzogin von Windsor.
(Assumption Abbey, Route 5, Box 1056, Ava, MO 65608)

Abbey of the Holy Trinity,
1947 gegründet von der damals größten Abtei des Ordens, Gethsemani in Kentucki.
Die letzte Heilige Messe wurde am 27. August 2017 zelebriert. Offizielles Ende des Bestehens dieses Trappistenklosters war, nach 70 Jahren seiner Existenz, der 1. September 2017. Einst wurde es in einer weiten Ebene der Rocky Mountains auf einer Höhe von etwa 2000 Meter errichtet. Die Mönche benutzten zunächst Kasernen aus dem Zweiten Weltkrieg und errichteten ihr Kloster in einer vereinfachten Bauweise, nämlich mit Wellblechen. Die spannende Entstehungsgeschichte des Trappistenklosters, das sich in der Diözese Salt Lake City im Mormonenstaat Utah befindet (befand), ist teilweise in dem Buch „Die weißen Mönche von Kentucky“ nachzulesen.
(Abbey of the Holy Trinity, Country USA, City Huntsville, 1250 South 9500 East)

Einige Fotos der drei „ehemaligen“ Trappistenklöster –

Mount Melleray Abbey
Mount Melleray Abbey, Abteikirche
Mount Melleray Abbey, Auszug der Trappisten
Es war einmal, Assumption Abbey
P. Cyprian dekoriert Früchtekuchen, Assumption Abbey
Friedhof der Assumption Abbey
Our Lady of Holy Trinity, Huntsville
Br. Bonaventura, einer der letzten Mönche auf dem Friedhof der Holy Trinity Abbey in Huntsville
Der letzte schließt das Tor. – Holy Trinity Abbey

+

 

Ansprache des hl. Bernhard an die Äbte

Aus aktuellem Anlass und passend zu dem gestrigen Beitrag über das Generalkapitel der „Zisterzienser von der strengeren Observanz“ (OCSO) sei heute ein Abschnitt aus einer Predigt des hl. Bernhard beigefügt, die er an die Äbte seines Ordens gerichtet hat.

Hl. Bernhard mit Abtstab

… Eng ist nämlich der Weg, und ein solcher ist ein Hindernis für die, die voran- und fortschreiten wollen. Daher kommt es, daß sie ihn ständig anklagen und tadeln, daß sie die Trägheit seiner Lauheit nicht ertragen können, daß sie ihn gleichsam mit Sporen drängen und mit den Händen stoßen. So geschieht zwangsläufig eines von beiden: entweder er geht weiter oder er geht zugrunde. Unter keinen Umständen darf man deshalb stehenbleiben; doch das Zurückblicken oder Sich-Vergleichen mit anderen ist noch viel schädlicher. Hingegen müssen wir in aller Demut laufen und uns beeilen, damit sich nicht etwa der von uns entfernt, der wie ein Held ausgezogen ist, um seine Bahn zu durcheilen (Ps 18,6). Wenn wir besonnen sind, halten wir ihn uns ständig vor Augen und werden, von seinem Duft angezogen, leichter und schneller laufen.

Der Weg auf der Brücke aber wird sich für die nicht als zu eng erweisen, die auf ihm laufen wollen. Aus dreierlei Holz ist er nämlich zusammengefügt, so daß der Fuß derer, die sich in vollkommener Weise darauf stützen wollen, nicht unterwegs ins Rutschen kommt. Gemeint sind damit aber die körperliche Buße, die Armut an weltlichen Gütern und die Demut des Gehorsams.

Denn „wir müssen durch viele Drangsale in das Reich Gottes gelangen“ (Apg 14,21). „Wer“ aber „reich werden will“ in dieser Welt, „gerät in Versuchungen und Schlingen des Teufels.“ ( 1 Tim 6,9) Und wen der Ungehorsam von seinem Gott entfernt hat, kehrt ohne Zweifel durch den Gehorsam geradewegs zu ihm zurück. Daher ist es notwendig, daß all dies ineinandergefügt wird. Denn die körperliche Buße kann weder im Reichtum dauerhaft noch ohne Gehorsam richtig geordnet sein; die Armut aber kann in Genuß und Eigensinn gar keinen Sinn haben; und der Gehorsam ist in Reichtum und Genuß weder dauerhaft noch ehrenwert.

Wenn du dies aber in rechter Weise miteinander verbunden hast, so sieh nach, ob du nicht drei Gefahren dieses Meeres ausgewichen bist: Fleischeslust, Augenlust und Hoffart des Lebens (1 Joh 2,16). Du mußt es in rechter Weise miteinander verbunden haben – das betone ich, so daß du dich bei der Buße vor dem Knoten der Ungeduld, bei der Armut vor der Ängstlichkeit der Begierde und beim Gehorsam vor dem Muttermal des Eigenwillens in acht nimmst. Denn die Murrenden wurden von Schlangen umgebracht (1 Kor 10,9 f.), und „wer reich werden will“ – es heißt nicht, wer es ist, sondern „wer es werden will -, gerät in die Schlinge des Teufels.“ ( 1 Tim 6,9) Doch was bringt es auch, wenn du vielleicht, was ferne sei, zwar keine Reichtümer, sondern nur das, was zur Armut gehört, mit solcher Inbrunst begehrst oder sogar noch glühender, als die Weltleute nach Reichtümern verlangen?

Was macht es schon aus, wonach man verlangt, wenn das Streben in gleicher Weise verkehrt ist, außer daß es noch erträglicher scheinen kann, am meisten nach dem zu verlangen, was offensichtlich mehr wert ist. Wer also offen oder versteckt danach strebt, daß ihm der geistliche Vater das aufträgt, was seinem Willen entspricht, der täuscht sich selbst, auch wenn er sich vielleicht zu seinem angeblichen Gehorsam beglückwünscht. Keineswegs gehorcht er nämlich in diesem Punkt dem Vorsteher, vielmehr muß ihm der Vorsteher zu Willen sein.

Da uns aber nach dem Wort des Erlösers mit dem Maß zugeteilt wird, mit dem wir messen (Mt 7,2), ist es gut für den Menschen, darin ein Höchstmaß zu geben, damit er zur Zahl derer gehört, denen ein reiches, volles, gehäuftes und überfließendes Maß in ihren Schoß geschüttet wird.

Es genügt nämlich zum Heil, die Mühen des Leibes geduldig zu tragen;
das Höchstmaß ist es jedoch, sie sogar freudig in der Glut des Geistes zu umarmen.

Es kann genügen, nichts Überflüssiges zu begehren, doch auch dann nicht zu murren, wenn das Notwendige vielleicht fehlt.
Das Höchstmaß ist es jedoch, dabei sogar zu jubeln und mit Freude danach zu suchen, wie eher ein anderer das Notwendige erhalten und man selbst Mangel leiden könnte.

Es genügt auch zum Heil, wenn du weder durch Unwillen noch durch Heuchelei den Sinn des Vorgesetzten gegen seinen Willen zu dem hinlenken möchtest, was du begehrst;
das Höchstmaß ist es jedoch, auch das zu fliehen, woran der Eigenwillen fühlbar Gefallen findet, soweit man es freilich mit gutem Gewissen tun kann.

… Doch zusammen mit der reinen Absicht braucht es auch einen tadellosen Lebenswandel, so daß er, der als Vorbild für die Herde eingesetzt ist, mit dem Tun und Lehren selbst beginnt und nach der Regel unseres Lehrmeisters „in seinem Handeln zeigt, was er seine Jünger lehrt, daß man nicht tun darf, was mit dem Gebot Gottes unvereinbar ist.“ (RB 2,13) Sonst könnte vielleicht ein Bruder, den er tadelt, leise murren und sagen: „Arzt, heile dich selbst!“ (Lk 4,23) Ein solcher Anlaß bedeutet den schlimmsten Schaden für den Vorsteher und das schlimmste Verderben für die Untergebenen.

Nicht, weil ich mich selber genug davor hüte, spreche ich so. Nein, die Wahrheit selbst ruft mir und allen in gleicher Weise zu, daß einer, der das Vorsteheramt verwaltet, untadelig sein muß, so daß er mit ruhigem Gewissen mit dem Herrn denen antworten kann, die ihn schmähen: „Wer von euch kann mir eine Sünde nachweisen?“ (Joh 8,46) Nicht weil er in diesem elenden Leben ganz ohne Sünde sein könnte, sondern weil er als Lehrer unbedingt meiden muß, was er an den Jüngern tadelt.

Wie er in seinem Lebenswandel ist, so muß er daher auch in seinen geheimen Gedanken sein. Er darf nicht nach außen hin demütig, innen in seinem Herzen aber überheblich sein, sich auf seine Weisheit, Tugend oder Heiligkeit etwas einbilden, denn das wäre ohne Zweifel ein geheuchelter Glaube, wenn er nicht, wie es die Demut seines Lebenswandels zeigt, allein auf die Güte Gottes vertraut.

+

 

Armutszeugnis

Derzeit findet in Assisi das Generalkapitel der „Zisterzienser von der strengeren Observanz“ (OCSO) statt. Dort treffen sich die Abgeordneten aus fast allen Klöstern der Trappisten und Trappistinnen, meist Äbte/Äbtissinnen und Prioren/Priorinnen.

Wiederum legt dieser Orden, der bis vor wenigen Jahren als einer der strengsten Orden in der Kirche bezeichnet wurde, bei dieser Gelegenheit ein Zeugnis der Armut ab: der LITURGISCHEN Armut.

Die nachfolgenden Fotos bleiben unkommentiert. Jeder mag sich selbst ein Bild einer völlig entgleisten „Liturgie“ machen, die mit der heiligen, ja göttlichen Ordnung der Heiligen Liturgie eines monastischen Ordens nichts mehr gemein hat.

Zur Erläuterung: die Plenarsitzungen finden im großen Konferenzsaal des DOMUS PACIS Hotels statt. Die Heilige Messe im Hotel-eigenen Kinosaal. …

Ein wahrliches Armutszeugnis!

+

Alle folgenden Fotos: siehe OCSO

+

 

Heiliger Joseph von Copertino – 18. September

Der heilige Joseph von Copertino (Giuseppe Desa) wurde am 17. Juni 1603 in Copertino bei Lecce geboren. Er starb als Franziskaner-Minorit im Ruf der heiligkeit am 18. September 1663 in Osimo bei Ancona.

+

„Nach meinem Dafürhalten … sind all die Geschichten über Levitationen wahr [freies Schweben eines menschlichen Leibes] … und aus einem bestimmten Blickwinkel sind sie wichtig“, sagt Grosso. Sie steuern Beweismittel für die Unhaltbarkeit der Idee des Materialismus bei.“ Denn alles, was darüber hinausgeht, begründet sich nicht einfach nur auf Phantasie sondern auf Erfahrungen.

Seit Jahrtausenden gab es in der menschlichen Gesellschaft verschiedene „Wege um mit göttlichen Sphären in Dialog zu treten“, erklärt er. Innerhalb der letzten wenigen hundert Jahre jedoch hat sich die Menschheit vollständig dem Materialismus zugewandt, indem sie alles, das nicht physikalisch gemessen wurde, anzweifelt.

„Dennoch gibt es Wege zurück in das Reich des Poetischen und Magischen – Wege, die über die Dimension der menschlichen Existenz hinausgehen“, sagt Grosso, der an der Universität von Columbia promoviert hat und aktuell in der Division of Perceptual Studies (Abteilung für das Studium der Wahrnehmung) an der University of Virginia arbeitet.

Er habe ein Buch über einen besonderen historischen Fall von Levitation verfasst, so Grosso. Bei diesem Fall scheint alles darauf hin zu deuten, dass er authentisch ist. … „The Man Who Could Fly: St. Joseph of Copertino and the Mystery of Levitation.“

St. Joseph von Copertino (1603-1663) schwebte manchmal nur einige Zentimeter über dem Grund, flog aber auch hoch in die Luft. Das geschah teilweise vor großen Menschenmengen in ganz Italien.

San Giuseppe da Copertino

Der Prozess seiner Heiligsprechung beinhaltete eine eingehende Prüfung. So wurden in diesem Fall viele schriftliche Aufzeichnungen, darunter 150 Augenzeugenberichte, mit detaillierten Informationen über Copertinos Levitationen ausgewertet.

Bezüglich Einwänden von Skeptikern sagte er: „Diese hielten einer Überprüfung nicht stand, nicht bei Aufzeichnungen, die sich über 35 Jahre erstrecken würden und Zeugen auf höchsten gesellschaftlichen Ebenen, darunter Kardinäle, ein Papst und selbst Inquisitoren.“

Zu dieser Zeit besaß die Kirche auch keine Motive, um einen vorgeblichen Wundertäter zu fördern, so Grosso. Es gibt keinen Grund zur Annahme, die Kirche würde etwas anderes, als die harten Fakten aufzeichnen. Über die Jahre erfuhr Copertino genauso viel Misstrauen wie Offenheit durch die Kirche. Man schickte ihn von einer Stadt in die andere und er erhielt vorsichtige Drohungen, seine Levitationen zu unterlassen – wahrscheinlich aus dem Grund, da sich, wo immer er sich auch aufhielt, sofort eine große Gruppe von Anhängern um ihn bildete. Er befand sich sogar zur selben Zeit wie Galileo Galilei in Rom unter Hausarrest, aber aus einem ganz anderen Grund. Während seiner mystischer Natur war, versuchte Galileo Galilei die moderne Wissenschaft voranzubringen. Beide wurden mit Misstrauen behandelt. Die Kirche hätte Copertino jedenfalls ganz leicht als Häretiker abstempeln können und seine Levitationen als Symptom dämonischer Besessenheit. Er musste sich auch tatsächlich einem Verfahren stellen. Aber, so Grosso, der Inquisitor hatte keine geheimen Motive erkennen können. Copertino war völlig demütig und schämte sich wegen seiner Fähigkeiten.“

Seine Levtationen geschahen nicht absichtlich, sondern in einem Zustand der Extase. In bestimmten Momenten schien Copertino so gerührt zu sein, dass er in einen anderen Bewusstseinszustand eintrat und zu schweben begann. Er vergaß alles um sich herum, obwohl er mit seinem Verhalten Aufsehen erregte.

„Es gibt einen Grund, warum die Leute heutzutage nicht einfach in die Luft schweben, während sie in der Schlange am Markt stehen, sagt Grosso. Copertino hatte die richtigen Voraussetzungen. Zum einen, befand er sich manchmal in diesem besonderen Bewusstseinszustand, dieser Extase, zum anderen aber schien sein Vertrauen ein wesentlicher Bestandteil für seine Fähigkeit gewesen zu sein.

Auch waren die Menschen dieser Zeit nicht besonders leichtgläubig, und Massenillusionen waren auch nicht an der Tagesordnung. Eher waren es die Reformation der Kirche, die Kultur des Barock, die Gewohnheit zu fasten und sich in die Einsamkeit zurückzuziehen, die eine Umgebung erschufen, in der man leichter einen anderen Bewusstseins-Zustand erlangen konnte.

… Copertino, aber auch viele andere, haben im Verlauf der Geschichte verschiedene übernatürliche Fähigkeiten gezeigt. Von Copertino wird auch berichtet, er habe Heilungen durchgeführt und den Duft der Heiligkeit verströmt. …

Quelle – EPOCHTIMES

Siehe auch HEILIGENLEXIKON

Filmtrailer über den Hl. Joseph von Copertino – The Reluctant Saint

+