Warum fasten Katholiken?

Morgen ist Aschermittwoch. Die Fastenzeit beginnt.

Pater Gerd Heumesser erklärt mit dem heiligen Thomas, warum Katholiken fasten:

Wer fastet, wird leicht ungeduldig und manchmal auch stolz, so sieht es wenigstens der hl. Gregor: „Häufig schleudert die Ungeduld die Enthaltsamen aus dem Schoß ihrer Ruhe.
Bisweilen werden sie von der Sünde des Stolzes ergriffen.

Wäre es also besser, nicht zu fasten, um so die Ungeduld und den Stolz zu umgehen?

Der heilige Thomas von Aquin löst diesen Einwand mit der schönen Bemerkung:
Diese Fehler entstehen nur aus dem Fasten, wenn dieses nicht auf die rechte und vernünftige Art und Weise geschieht. Denn die rechte Vernunft heißt uns fasten, wie es sein muss, nämlich mit Frohsinn (cum hilaritate mentis – mit Heiterkeit des Gemütes) und aus dem richtigen Beweggrund, das heißt zur Ehre Gottes und nicht, um sich selbst rühmen zu können.

In diesem Punkt darf man also nicht das Kind mit dem Bade ausschütten und das Fasten verwerfen, nur weil sich manchmal dabei Fehler einschleichen. Denn das rechte Fasten wirkt viel Gutes. Vor allem drei Wirkungen des Fastens betont der heilige Thomas:

Erstens unterdrückt und schwächt es die Reize und Neigungen des Fleisches. „Durch den Verzicht auf Speise und Trank wird die Fleischeslust schwächer.“

Zweitens wird der Geist freier, um sich zur Betrachtung der göttlichen Dinge zu erheben.

Drittens können wir durch das Fasten Sühne leisten für unsere Sünden.

Diese drei Wirkungen des Fastens hat jeder Mensch nötig. Bei allen regen sich, wenigstens hin und wieder, die Leidenschaften. Und wir alle sind Sünder und müssen Buße tun.

Die meisten Menschen brauchen ein solches Heilmittel, denn einerseits verfehlen wir uns alle in Vielem (Jak. 3,2), andererseits gelüstet das Fleisch wider den Geist (Gal. 5,17). Darum ist es angemessen, dass die Kirche ein Fasten festlegt, das von allen gemeinsam beobachtet wird.

Wenn wir es recht bedenken, müssten wir selbst dann fasten, wenn die Kirche uns nicht zum Fasten verpflichten würde: „Ein jeder ist schon vom Naturrecht aus (ex naturali ratione) gehalten, in solchem Maß zu fasten, wie es ihm nötig ist, um die genannten Zwecke des Fastens zu erreichen.“

Zur Zeit des hl. Thomas, war von der Kirche nicht nur der Aschermittwoch und der Karfreitag als Fasttag vorgeschrieben, sondern alle Wochentage der Fastenzeit. Es war nur eine einzige Mahlzeit am Tag erlaubt und diese wurde erst nachmittags um 15:00 Uhr eingenommen. Das Fasten war also unvergleichlich härter als heute. Und doch ist der hl. Thomas der Meinung, die Kirche verlange hier nichts, was über das Notwendige hinausgehen würde, sondern sie legt durch ihr Fastengebot nur im Einzelnen fest, was im Allgemeinen notwendig ist. Nicht nur wie, sondern auch wann gefastet werden soll, hat die Kirche festgelegt. Sie hat die Zeit vor Ostern für das Fasten ausgewählt und das aus gutem Grund.

Wie bereits gesagt, ist das Fasten dazu da, die Sündenschuld zu tilgen und die Seele zu den himmlischen Dingen zu erheben. Und darum ist das Fasten besonders zu der Zeit angesagt, zu der die Menschen sich von der Sünde reinigen und ihren Geist durch die Andacht zu Gott erheben müssen. Das ist besonders dringend vor dem Osterfest.

Denn in der Osternacht steht die Taufe im Mittelpunkt. Das Taufwasser wird feierlich geweiht. Wir werden an unsere eigene Taufe erinnert, durch sie wurde unsere Sündenschuld zum ersten Mal abgewaschen. Die beste Vorbereitung auf das Gedächtnis unserer eigenen Taufe ist darum das Fasten, das die Sündenschuld tilgt. Außerdem sollen wir an Ostern unsere Seele andächtig zur ewigen Herrlichkeit erheben, denn diese hat ihren Anfang im auferstandenen Herrn.

Auch auf einen geradezu modern anmutenden Einwand kommt der hl. Thomas zu sprechen: Ist es nicht der Freiheit der Gotteskinder entgegen, wenn man ihnen das Fasten vorschreibt? Und er antwortet: „Das [Fasten] ist nicht gegen die Freiheit des gläubigen Volkes, sondern viel mehr ist es nützlich, um die Knechtschaft der Sünde zu unterdrücken, denn diese widerstreitet der geistigen Freiheit.

Durch das Fasten des Leibes unterdrückst du die Sünde, erhebst du den Geist, spendest Tugendkraft und Lohn.“ (Präfation der Fastenzeit)

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Ich sage es euch, aber ihr glaubt es nicht

In jener Zeit beging man in Jerusalem das Fest der Tempelweihe. Es war Winter. Jesus ging im Tempel in der Halle Salomons (in einem der prächtigen, den Tempelplatz umgebenden Säulengänge) auf und ab.

Da umringten Ihn die Juden und sprachen zu Ihm: «Wie lange hältst Du uns noch hin? Wenn Du Christus bist, so sag es uns frei heraus!»

Jesus antwortete ihnen: «Ich sage es euch, aber ihr glaubt es nicht. Die Werke, die Ich im Namen Meines Vaters vollbringe, diese geben Zeugnis von Mir; aber ihr glaubt nicht, denn ihr gehört nicht zu Meinen Schafen. Meine Schafe hören auf Meine Stimme; Ich kenne sie, und sie folgen Mir. Ich gebe ihnen das ewige Leben; sie werden in Ewigkeit nicht verloren gehen, und niemand wird sie Meiner Hand entreißen. Was Mir Mein Vater gegeben hat (er meint damit die göttliche Natur), ist größer als alles andere, und niemand kann es der Hand Meines Vaters entreißen. Ich und der Vater sind eins.»

Da hoben die Juden Steine auf, um Ihn zu steinigen. Jesus entgegnete ihnen: «Ich habe euch viele gute Werke in der Kraft Meines Vaters schauen lassen; um welches dieser Werke willen wollt ihr Mich steinigen?»

Die Juden erwiderten Ihm: «Nicht wegen eines guten Werkes steinigen wir Dich, sondern wegen der Gotteslästerung, weil Du Dich selbst zu Gott machst, obwohl Du doch ein Mensch bist.»

Jesus antwortete ihnen: «Steht nicht in eurem Gesetze geschrieben [Ps. 81, 6]: Ich habe euch gesagt: Ihr seid Götter? Wenn schon jene ‚Götter‘ heißen, an die das Wort Gottes ergangen ist, und die Schrift nicht aufgehoben werden kann, wie könnt ihr da von Dem, den der Vater geheiligt und in die Welt gesandt hat, sagen: Du lästerst Gott, weil Ich bekannt habe: Ich bin der Sohn Gottes? Tue Ich die Werke Meines Vaters nicht, so braucht ihr nicht an Mich zu glauben; wenn Ich sie aber tue und ihr Mir nicht glauben wollt, so glaubt wenigstens den Werken, damit ihr erkennet und glaubet, daß der Vater in Mir ist, und daß Ich im Vater bin.»

(Mittwoch in der Passionszeit, Ev. Johannes 10,22-38)

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Wandle vor mir und sei vollkommen

Das letzte allgemeine Mittel
zur Bezwingung der bösen Neigungen
und Verhinderung aller Sünden
ist strenge Wachsamkeit über sich selbst,
Geistessammlung
und Wandel in der Gegenwart Gottes.

Wie könnte der sündigen,
der sich lebhaft bewußt ist,
vor Gottes Angesicht zu stehen?

Von den beiden Wüstlingen, welche Susanna verführen wollten,
heißt es (Dan 13,9): „Ich will lieber ohne die Tat
in eure Hände fallen, als sündigen vor dem Angesichte des Herrn.“

Zu Abraham sprach Gott (1Mos 17,1):
„Wandle vor mir und sei vollkommen.“

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Ein HIRTENBRIEF für unsere Zeit

Brüder und Schwestern im Herrn,

das Wahrsagen ist ein Phänomen aller Zeiten. Auch Paulus und Silas begegneten auf ihrer Missionsreise in Philippi einer Frau, welche einen Wahrsagegeist hatte. Dieser Geist hat wirklich Wahres gesagt. Denn die Frau erkannte die Sendung der zwei Männer und rief hinter ihnen her: Diese Menschen sind Knechte des höchsten Gottes; sie verkünden euch den Weg des Heils (Apg 16,17). Ja, der Weg des Evangeliums, den Paulus und Silas verkünden, ist der Weg des Heils. Das hat diese Frau, das hat der Geist in ihr richtig festgestellt. Paulus und Silas waren Sendboten dieses Weges. Ihn kennenzulernen und zu gehen, ist das Verlangen jedes Menschen, der sich nach dem Heil sehnt.

Kurzformel des Glaubens
Weil der Weg des Evangeliums der Weg des Heils ist, kann uns Paulus in der heutigen Lesung zum ersten Fastensonntag sagen: … wenn du mit deinem Mund bekennst: Herr ist Jesus – und in deinem Herzen glaubst: Gott hat ihn von den Toten auferweckt, so wirst du gerettet werden (Röm 10,9). Das ist eine Kurzformel unseres Glaubens. Dieser Glaube soll sich in unserem Alltag entfalten und bewähren. Vor allem muss uns klar werden, was er für unser Leben und unsere Lebensführung bedeutet. Wer gibt uns dazu Aufschluss? Wer erläutert uns diese Kurzformel?

Grundlage des Weges
Die Grundlage unseres Glaubens und die Voraussetzung für den Weg des Heils ist die Gottesfurcht. Petrus fordert uns in seinem ersten Brief mit folgenden Worten dazu auf: Und wenn ihr den als Vater anruft, der jeden ohne Ansehen der Person nach seinem Tun beurteilt, dann führt auch, solange ihr in der Fremde seid, ein Leben in Gottesfurcht (1 Petr 1,17)! Gottesfurcht ist in sich nichts anderes als der Glaube an Gott. Gottesfurcht ist die ergebene, achtungsvolle Liebe zu Gott. Darauf baut unser Leben auf.

Weitergabe des Glaubens
Was bedeutet nun ein Leben in Gottesfurcht? Was bedeutet ein Leben auf dem Weg des Heils? Was antworten wir, wenn jemand uns fragt, wie wir den Weg des Heils gehen? Mit anderen Worten lautet die Frage: Was gehört zu einem christlichen Leben? Die Frage wird dann noch dringender, wenn jemand den katholischen Glauben annehmen will; wenn jemand den Weg der Konversion wählt und sagt: Ich möchte katholisch werden. Wie führen wir Menschen in den Weg des Heils ein? Was sagen wir, um den Glauben weiterzugeben?

Begegnung mit Jesus
Der Weg des Heils beginnt mit der Begegnung mit Jesus. Denn er ist der Weg und die Wahrheit und das Leben (Joh 14,6). Er ist der Sohn Gottes. Die Begegnung mit Jesus ist der Anfang unseres christlichen Glaubens. Wer den Weg des Heils gehen möchte, muss Jesus kennen lernen. Er muss sich in die Evangelien vertiefen. Er muss einen Menschen neben sich haben, der ganz von Jesus ergriffen ist (vgl. Phil 3,12). Er muss einen Menschen neben sich haben, der wie Paulus sagen kann: Ich halte dafür, dass alles Verlust ist, weil die Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn, alles überragt. Seinetwegen habe ich alles aufgegeben und halte es für Unrat, um Christus zu gewinnen und in ihm erfunden zu werden (Phil 3,8-9).

Eingliederung in die Kirche
Wer Jesus sagt, sagt auch Kirche. Denn Jesus selber hat die Kirche ins Dasein gerufen (vgl. Mt 16,18). Er liebt die Kirche und hat sich für sie hingegeben, um sie zu heiligen (vgl. Eph 5,25-26). Deshalb ist der Weg des Heils auch der Weg der Kirche. Jesus ja, Kirche nein! Das verträgt sich nicht. Das verträgt sich auch dann nicht, wenn das Antlitz der Kirche von vielen ihrer Söhne und Töchter entstellt wird. Dann erst recht müssen wir dafür besorgt sein, dass die Kirche heilig und makellos vor dem Herrn erscheint (vgl. Eph 5,27).

Empfang der Sakramente
Als Jesus die Kirche ins Dasein rief, hat er ihr ein geistliches Leben geschenkt. Dieses Leben entfaltet sich durch die Sakramente. Die sieben Sakramente sind eine Gabe unseres Herrn. Sie bewirken das Leben der Kirche. Sie bewirken dieses Leben, weil sie uns das Leben Jesu schenken, seine Gnade, seinen Geist, den Heiligen Geist. Sie entspringen seinem Opfertod. Sie fließen heraus aus dem Herzen des Gekreuzigten (vgl. Joh 19,34). So oft wir sie empfangen, werden wir entsühnt und geheiligt. Bei einer Konversion, ja bei jeder Glaubensunterweisung ist daher die gute Einführung ins sakramentale Leben der Kirche vorrangig.

Halten der Gebote
Wenn wir den Spuren Jesu folgen und uns seine Worte zu eigen machen, kommen wir an einem heiligen Leben nicht vorbei. Das heißt aber auch: Wir kommen an den Geboten Gottes nicht vorbei. Denn sie sind uns zur Heiligung gegeben. Sie sind der Schutz für die Heiligkeit. Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben … Wer auch nur eines von den kleinsten Geboten aufhebt und die Menschen entsprechend lehrt, der wird im Himmelreich der Kleinste sein (Mt 5,17.19), sagt uns der Herr. Daher ist unser Leben ein ständiger Kampf gegen die Sünde. Denn Sünde ist Gesetzwidrigkeit (1 Joh 3,4) und richtet sich gegen Gottes Gebote. Wie bedeutend es aber ist, Gottes Gebote zu halten, sagt uns Jesus mit den Worten: Wenn du aber in das Leben eintreten willst, halte die Gebote (Mt 19,17).

Hören auf die Kirche
Der Glaubende ist nie allein. Er findet, wie wir schon festgestellt haben, Heimat in der Kirche. Er findet Heimat in einer Gemeinschaft, welche sich, seit ihrer Gründung durch den Herrn, über Jahrhunderte entfaltet hat und uns durch reiche Erfahrung Hilfe und Sicherheit bietet. Deshalb ist es nicht nur notwendig, der Kirche anzugehören, sondern auch auf sie zu hören (vgl. Mt 18,17). Das bedeutet, auf jene zu hören, welche im Auftrag des Herrn die Verantwortung für die Gemeinschaft der Kirche tragen, vor allem auf den Papst und die Bischöfe. Diesbezüglich ist unser Herr sehr streng, da er seinen Jüngern sagt: Wer euch hört, der hört mich, und wer euch ablehnt, der lehnt mich ab; wer aber mich ablehnt, der lehnt den ab, der mich gesandt hat (Lk 10,16). Deshalb sind auch die Weisungen der Kirche für den Weg des Heils von Bedeutung. Dabei muss aber auch gesagt sein, dass Papst und Bischöfe der ganzen Überlieferung der Kirche verpflichtet sind und von der überlieferten Lehre nicht abweichen dürfen. Sie können nicht nach Belieben vorgehen.

Praktische Hinweise
Ich schließe diesen kurzen Überblick mit einigen praktischen Hinweisen für den Weg des Heils: Betet täglich, wenigstens am Morgen und am Abend. Besucht oft die heilige Messe, sicher jeden Sonntag. Betet viel den Herrn im Allerheiligsten Sakrament an. Empfehlt euch immer wieder der Mutter Gottes. Nehmt gerne den Rosenkranz in die Hand. Erneuert euer Leben, erneuert die Gnade der Taufe regelmäßig durch die heilige Beichte. In meiner Jugendzeit wurde uns die Monatsbeichte zusammen mit der Monatskommunion empfohlen. Bereitet euch mit Eifer auf die jährliche Osterfeier vor. Meidet, wie es der Apostel sagt, die Unzucht und jede Sünde (vgl. 1 Kor 6,18). Haltet euren Leib heilig, da er ein Tempel des Heiligen Geistes (vgl. 1 Kor 6,19) und ein Glied Christi ist (vgl. 1 Kor 6,15). Tut allen Menschen Gutes, besonders jenen, die uns nahestehen im Glauben (vgl. Gal 6,10).

Schlusswort
Ich begleite Euch gerne mit meinem bischöflichen Segen, werde es nicht unterlassen, immer für Euch zu beten und das heilige Opfer darzubringen, und ich empfehle Euch insbesondere unserer Lieben Frau von Chur.

Gelobt sei Jesus Christus!
Mit herzlichen Grüßen!
+ Vitus, Bischof von Chur

Bischof_Huonder Fasten_Hirtenbrief-2019

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Nachgiebigkeit

Verschiedene böse Leidenschaften und Neigungen suchen aus sich heraus ihre Befriedigung. Oft kommen sie dabei der Vernunft zuvor und sie empören sich geradezu gegen sie. Sie sind uns angeboren und gehören so zu unserer Natur. Aus dem Grund werden wir sie auch niemals vollständig überwinden, denn dies wäre ein geradezu unmögliches Unterfangen.

Diese Neigungen und Regungen sind niedere Teile im Menschen und aus sich keine Sünden. Sie werden dann sündhaft, wenn unser Wille ihnen, gegen das Gebot der Vernunft, nachgibt. Sollte der menschliche Wille durch sein Nachgiebigkeit die bösen Neigungen erstarken lassen, werden sie zu Lastern.

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Begierlichkeit

Es ist so oft unser schwacher Wille, wodurch unsere Leidenschaften und Neigungen in die Sünde verstrickt werden.

Paulus klagt:
„Ich habe Lust an den Gesetzen Gottes dem inneren Menschen nach,
ich sehe aber ein anderes Gesetz in meinen Gliedern, welches
dem Gesetze meines Geistes widerstreitet und
mich gefangen hält unter dem Gesetz der Sünde,
das in meinen Gliedern ist.“ (vgl. Röm 7,22)

Dieses Gesetz der Sünde ist die Begierlichkeit, denn sie ist uns auch noch nach der Taufe erhalten geblieben.

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Nach der Kreuzigung

Responsorium auf die 8. Lesung der 3. Nokturn:

Ich werde denen gleichgeachtet,
die ins Grab herniedersteigen.
Ich wurde wie ein Mensch
der ohne Hilfe blieb,
bin unter Toten frei.

Sie warfen mich in eine tiefe Grube,
in Finsternis und Toodesschatten.

Ich wurde wie ein Mensch
der ohne Hilfe blieb,
bin unter Toten frei.

Lamentation – Quentin Metsis, auch Massys (1466-1530)

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