Ave Maria

O liebevollste Gottesgebärerin,
allzeit Jungfrau Maria, Du bist überreich an wunderbarer Wonne, wie sie der menschliche Geist nicht zu ersinnen und auszusprechen vermag.
Siehe, hier bin ich, Dein Diener,
und ich verneige mich mit inniger Zuneigung meines Herzens demütig vor Deinem glorreichen Thron, der über alle Chöre der Engel im himmlischen Reich erhoben ist.
Du bist die ehrwürdgste Mutter Gottes,
weil Du unter allen Töchtern Jesusalems als die Demütigste gefunden wurdest und Du, schöne Jungfrau, in SEINEN Augen Wohlgefallen fandest und keine auf der ganzen Erde Dir gleich war.
Ich beuge mich
vor dem Schemel Deiner Füße und verlange danach, Dich mit ehrfürchtigen Lippen und reinem Herzen gebührend zu grüßen und zu loben.
Aber ich weiß,
auserwählte Mutter, daß ich nicht würdig bin, meine unreinen Augen, die ich allzu oft durch die Begierde des Fleisches, durch die Begierde der Augen und durch die Hoffart des Lebens beschmutzt habe, zu Deinem klarsten Angesicht zu erheben, das vom göttlichen Lichtglanz strahlt und der Bewunderung des ganzen himmlischen Heeres würdig ist.

Segne meine Feinde, o Herr!

Auch ich vergebe ihnen und verfluche sie nicht!
Die Feinde haben mich zu deiner Umarmung geführt,
mehr als die Freunde.
Die Freunde haben mich an die Erde gebunden,
die Feinde haben mich von der Erde losgelöst
und alle meine Erwartungen, der Welt gegenüber, zerstört.
Die Feinde haben mich zu einem Fremden gemacht,
dem Weltlichen gegenüber, und
zu einem fremden Bewohner der Welt.
So wie ein gejagtes Tier eher einen sicheren Schutz findet,
als ein ungejagtes Tier, so habe auch ich,
durch die Feinde verfolgt, den sichersten Zufluchtsort gefunden,
indem ich mich unterhalb deines Gotteshauses niederließ,
wo weder Freunde noch Feinde
meine Seele erschlagen können.

(Hl. Nicolaij von Zica)

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Verwirrende Äußerungen eines Jein-Sagers

Woher kommen diese oft widersprüchlichen Versionen über vermeintliche Äußerungen des Papstes?“ Diese Frage stellt sich Guido Horst, der Rom-Korrespondent der TAGESPOST. Als Antwort schreibt er:

Jorge Mario Bergoglio, […] hat nicht nur viele Gedanken seines politischen Vorbilds Juan Domingo Perón übernommen – etwa die starke Fixierung auf das „Volk“ –, sondern auch manche von dessen Methoden. Und Perón war bekannt dafür, dass er direkt hintereinander zwei Leuten recht geben konnte, die völlig konträre Meinungen vertraten, und einem Dritten, der ihn auf diesen Widerspruch aufmerksam machte, ebenfalls einfach sagte: „Da hast Du recht“.

Das würde erklären, warum es immer wieder vorkommt, dass Gesprächspartner nach Begegnungen oder Telefonaten mit Franziskus Meinungen des Papstes wiedergeben, die so gar nicht in das Bild passen, das man sich von ihm gemacht hatte. Die „Interviews“ mit dem greisen Journalisten Eugenio Scalfari sind unvergessen. Man mag es auch jesuitische Schlauheit nennen, dass Franziskus dazu neigt, jedem das zu sagen, was der Andere gerade hören möchte – und dann zu machen, war er wirklich will. Oder aber einen Widerspruch einfach einmal stehen zu lassen, ohne ihn sofort aufzulösen und die daraus folgende Unschärfe in Kauf zu nehmen.

(Guido Horst: Der Jein-Sager, TAGESPOST 15. April 2021)

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Beten um einen Pastor bonus, einen guten Hirten

Sonntag vom Guten Hirten.

Papst Bendeikt XVI. sprach im Priesterjahr 2009
mit dem hl. Johannes Maria Vianney:

„Ein guter Hirte, ein Priester nach dem göttlichen Herzen,
ist der größte Schatz, den der gütige Gott
einer Pfarrei zuwenden kann
und das kostbarste Geschenk
der göttlichen Gnade.“

„Ohne Priester, hätte das Leiden und Sterben unseres Herrn keinen Nutzen.
Es ist der Priester, welcher das Erlösungswerk auf Erden fortführt.“

„Wenn der Priester erkennen dürfte was er wirklich ist,
würde er sterben; nicht aus Furcht, sondern aus Liebe.“

Beten wir um gute Priester, um gute Hirten.

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Gebet vor der Betrachtung

Ich bitte dich, mein Gott,
lass mich dich erkennen,
lass mich dich lieben,
damit ich mich ewig an dir erfreue.

Und wenn ich es in diesem Leben
nicht ganz vermag, so
lass mich wenigstens in deiner Erkenntnis und
in deiner Liebe wachsen,
damit dort die Freude vollkommen sei,
hier in der Hoffnung und
dort in der Wirklichkeit.

Herr und Vater, durch deinen Sohn
rätst du, ja befiehlst du zu bitten:
dass unsere Freude vollkommen sei.

Mein Geist wird inzwischen darüber nachsinnen,
meine Zunge wird davon reden,
meine Seele wird danach hungern,
mein Fleisch wird danach dürsten,
mein ganzes Wesen wird
nach jener Freude verlangen –
bis ich eingehe in die Freude meines Gottes.
Amen.

(Hl. Bonaventura, Soliloquim IV.27)

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Brich auf! – Proficiscere, anima christiana.

Das „Proficiscere, anima christiana“ ist ein Gebet aus dem 8. Jahrhundert. Es erinnert uns daran, dass jeder Mensch sterben muss und bereits heute, in dieser Stunde, sterben kann. Sind wir bereit? „Du kennst nicht den Tag, noch die Stunde deines Todes“ sagt das Schriftwort. Und die Lehrer des geistlichen Lebens weisen uns darauf hin, dass wir „täglich den Tod vor Augen haben“ sollen. Wir sollen jederzeit bereit sein für die Begegnung mit unserem Schöpfer.

Vielleicht ist es hilfreich dieses Gebet oft, ja täglich zu beten,
um bereit zu sein, wenn der Herr ruft: Komm!

Das Gebet „Proficiscere, anima christiana“ war (IST) ein Sterbegebet, das unmittelbar vor dem Hinscheiden gebetet wurde. Andere Sterbegebete sind vor allem die sieben Bußpsalmen, die immer gebetet wurden; ebenso der Rosenkranz.

Wenn der Priester, der früher dem Sterbenden beistand, das Sterben des Todgeweihten erkannte, sprach er das Gebet

Brich auf, christliche Seele, von dieser Welt,
im Namen Gottes, des allmächtigen Vaters,
der dich erschaffen hat,
im Namen Jesu Christi, des Sohnes des lebendigen Gottes,
der für dich gelitten hat,
im Namen des Heiligen Geistes,
der über dich ausgegossen worden ist.
Heute noch sei dir in Frieden deine Stätte bereitet,
deine Wohnung bei Gott im heiligen Zion,
mit der heiligen Jungfrau und Gottesmutter Maria,
mit dem heiligen Josef und mit allen Engeln und Heiligen Gottes.
Du kehrst zurück zu deinem Schöpfer,
der dich aus dem Lehm der Erde gebildet hat.
Mögen dir, wenn du dieses Leben verlässt, die heilige Maria,
die Engel und alle Heiligen begegnen.
Mögest du deinen Erlöser schauen von Angesicht zu Angesicht
und dich der Erkenntnis Gottes erfreuen in Ewigkeit.
Amen.

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Proficiscere, anima christiana, de hoc mundo,
In nomine Dei Patris omnipotentis, qui te creavit,
In nomine Iesu Christi Filii Dei vivi, qui pro te passus est,
In nomine Spiritus Sancti, qui in te effusus est;
Hodie sit in pace locus tuus
et habitatio tua apud Deum in sancta Sion,
cum sancta Dei Genitrice Virgine Maria,
cum sancto Ioseph, et omnibus Angelis et Sanctis Dei.
Ad auctorem tuum,
qui te de limo terrae formavit, revertaris.
Tibi itaque egredienti de hac vita sancta Maria,
Angeli et omnes Sancti occurrant. […]
Redemptorem tuum facie ad faciem videas
et contemplatione Dei potiaris in saecula saeculorum.
Amen.

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Es lebe Jesus!

Gütiger Jesus, mein Herr, mein Heiland und mein Gott!
Ich lege dieses Werk zu Deinen Füßen nieder und weihe es Deiner Ehre.
Belebe seine Worte durch Deinen Segen,
damit die Seelen, für die ich es verfasst habe,
daraus die heiligen Eingebungen empfangen, die ich ihnen wünsche.
Mögen sie vor allem Dein unendliches Erbarmen auf mich herabrufen,
dass ich nicht anderen den Weg zur Frömmigkeit hienieden zeige
und selbst im anderen Leben verworfen und auf ewig zu Schanden werde.
Lass mich mit ihnen ohne Ende den Triumphgesang singen,
dieses herrliche Wort,
das ich von ganzem Herzen als Treuegelöbnis
inmitten dieses unsteten Lebens ausspreche:
Es lebe Jesus!
Es lebe Jesus!
Ja, Herr Jesus,
lebe und herrsche
in unseren Herzen
von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.

Franz von Sales, PHILOTHEA

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