Der Mai ist gekommen: AVE, MARIS STELLA

Ave, maris stella,
Dei Mater alma,
atque semper Virgo,
felix cæli porta.
 
Sumens illud «AVE»
Gabriélis ore,
funda nos in pace!
mutans nomen «EVAE».
 
Solve vincla reis!
profer lumen cæcis!
mala nostra pelle!
bona cuncta posce!

Monstra te esse matrem!
sumat per te preces,
qui pro nobis natus
tulit esse tuus.

Virgo singuláris
inter omnes mitis,
nos culpis solútos
mites fac et castos!

Vitam præsta puram!
iter para tutum!
ut vidéntes IESUM,
semper collætémur.

Sit laus Deo Patri,
summo Christo decus,
Spirítui Sancto,
tribus honor unus.
Amen.

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Meerstern, ich dich grüße,
Gottesmutter, süße,
allzeit Jungfrau, reine,
Himmelspfort’ alleine.

«AVE», klang die Kunde
aus des Engels Munde;
uns den Frieden spende,
«EVA»’s Namen wende!

Lös das Band der Sünden,
spende Licht den Blinden;
allem Bösen wehre,
alles Gut begehre!

Dich als Mutter zeige,
dass durch dich sich neige
unserm Fleh’n auf Erden,
der dein Sohn wollt’ werden.

Jungfrau, auserkoren,
mild und rein geboren,
uns von Schuld befreie,
Keuschheit uns verleihe!

Gib ein reines Leben,
mach den Weg uns eben,
dass in Himmelshöhen
froh wir JESUS sehen.

Gott auf Seinem Throne,
Christ, dem höchsten Sohne,
und dem Geist – den Dreien,
wir ein’n Lobpreis weihen.
Amen.

—–
Quelle:
Gott allein.
Andachts- Gebets- und Betrachtungsbuch
in der Tradition der Kartäuser.
Marianisches Offizium der Kartäuser
Hymnus der Vesper

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Siehe auch – https://brunonis.net/

Papst Benedikt XVI. über die hl. Katharina von Siena – Heiligenkalender am 30. April

… die hl. Katharina von Siena. Das Jahrhundert, in dem sie lebte – das 14. Jahrhundert –, war eine schwierige Zeit für das Leben der Kirche und der ganzen Gesellschaftsstruktur in Italien und in Europa. Doch der Herr läßt auch in Augenblicken großer Schwierigkeiten nicht ab, sein Volk zu segnen, indem er heilige Männer und Frauen erweckt, die den Verstand und das Herz aufrütteln und Bekehrung und Erneuerung bewirken. Katharina ist eine von ihnen, und auch heute noch spricht sie zu uns und spornt uns an, mutig den Weg zur Heiligkeit zu beschreiten, um in immer vollkommenerer Weise Jünger des Herrn zu sein.

Sie wurde 1347 in Siena in einer sehr kinderreichen Familie geboren und starb 1380 in Rom. Im Alter von 16 Jahren trat sie, von einer Vision des hl. Dominikus veranlaßt, in den weiblichen Zweig des Dritten Ordens der Dominikaner, den sogenannten „Mantellaten“ ein. Sie blieb in der Familie, bekräftigte das Gelübde der Jungfräulichkeit, das sie bereits als Heranwachsende in privater Form abgelegt hatte, und widmete sich dem Gebet, der Buße und den Werken der Nächstenliebe, vor allem zum Wohl der Kranken. Als der Ruf ihrer Heiligkeit sich verbreitete, führte dies zu einer intensiven Tätigkeit geistlicher Beratung für Menschen aller Stände: Adlige und Staatsmänner, Künstler und Menschen aus dem Volk, geweihte Personen, Kleriker, einschließlich Papst Gregors XI., der zu jener Zeit seinen Sitz in Avignon hatte und den Katharina nachdrücklich ermahnte, nach Rom zurückzukehren. […]

Katharina hatte viel zu erleiden, wie viele Heilige. Einige mißtrauten ihr so sehr, daß das Generalkapitel der Dominikaner sie 1374, sechs Jahre vor ihrem Tod, sogar nach Florenz beorderte, um sie zu prüfen. Ihr wurde ein gelehrter und demütiger Ordensmann zur Seite gestellt, Raimund von Capua, später Generalmagister des Ordens. Er wurde ihr Beichtvater und auch ihr „geistlicher Sohn“ und schrieb eine erste vollständige Biographie der Heiligen. Sie wurde 1461 heiliggesprochen.

Die Lehre Katharinas, die nur mit Mühe lesen lernte und erst als Erwachsene schreiben konnte, ist im Dialog der göttlichen Vorsehung oder Buch der göttlichen Lehre, einem Meisterwerk der geistlichen Literatur, in ihren Briefen und in der Sammlung ihrer Gebete enthalten. […]

In einer Vision, die aus Katharinas Herz und Verstand nie mehr ausgelöscht wurde, brachte die Gottesmutter sie zu Jesus, der ihr einen wunderschönen Ring schenkte und zu ihr sagte: „Ich, dein Schöpfer und Erlöser, vermähle dich mit mir im Glauben, den du stets rein bewahren sollst bis du im Himmel mit mir deine ewige Hochzeit feierst“ […]. Jener Ring blieb nur für sie selbst sichtbar. In diesem außergewöhnlichen Ereignis wird der lebendige Mittelpunkt von Katharinas Religiosität und jeder echten Spiritualität deutlich: die Christozentrik. Christus ist für sie gleichsam der Bräutigam, zu dem eine Beziehung der Innerlichkeit, der Gemeinschaft und der Treue besteht; er ist das über alles geliebte Gut.

Diese tiefe Vereinigung mit dem Herrn wird durch ein anderes Ereignis aus dem Leben dieser bedeutenden Mystikerin erläutert: den Herzenstausch. Raimund von Capua zufolge, der das darlegt, was Katharina ihm anvertraut hat, erschien ihr der Herr mit einem leuchtend roten menschlichen Herzen in der Hand, öffnete ihre Brust, legte es dort hinein und sagte: „Liebste Tochter, so wie ich jüngst das Herz genommen habe, das du mir schenken wolltest, so schenke ich dir jetzt das Meinige; von jetzt an wird es den Platz einnehmen, an dem das Deinige war“ (ebd.). Katharina hat wirklich die Wortes des hl. Paulus gelebt: „nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir“ (Gal 2,20).

Wie die Heilige aus Siena verspürt jeder Gläubige das Bedürfnis, sich die Empfindungen des Herzens Christi zu eigen zu machen, um Gott und den Nächsten so zu lieben, wie Christus liebt. Und wir alle können unser Herz verwandeln lassen und lernen, wie Christus zu lieben, in Vertrautheit mit ihm, die genährt wird vom Gebet, von der Betrachtung des Wortes Gottes und von den Sakramenten, vor allem durch den häufigen und ehrfürchtigen Empfang der heiligen Kommunion. […]

Liebe Brüder und Schwestern, die Eucharistie ist eine außerordentliche Liebesgabe, die Gott uns immer wieder schenkt, um unserem Glaubensweg Nahrung zu geben, unsere Hoffnung zu stärken, unsere Liebe zu entflammen, um uns ihm immer ähnlicher zu machen. Um eine so starke und authentische Persönlichkeit bildete sich eine echte geistliche Familie: Menschen, die von der sittlichen Autorität dieser jungen Frau mit sehr hohem Lebensniveau angezogen waren. Manchmal waren sie auch beeindruckt von den mystischen Phänomenen, denen sie beiwohnten, wie den häufigen Ekstasen. Viele stellten sich in ihren Dienst und betrachteten es vor allem als Privileg, von Katharina geistlich geleitet zu werden. […]

[…] Gabe der Tränen verbunden. Sie sind Ausdruck einer feinfühligen und tiefen Sensibilität, einer Fähigkeit zur inneren Ergriffenheit und zur liebevollen Zuneigung. Nicht wenige Heilige hatten die Gabe der Tränen und äußerten damit erneut die innere Bewegtheit Jesu, der vor dem Grab des Freundes Lazarus und dem Schmerz Marias und Martas sowie beim Anblick von Jerusalem in seinen letzten irdischen Tagen seine Tränen nicht zurückgehalten und versteckt hat. Katharina zufolge vermischen sich die Tränen der Heiligen mit dem Blut Christi, von dem sie in leidenschaftlichem Ton und mit sehr ausdrucksstarken symbolischen Bildern gesprochen hat: „Denkt an den gekreuzigten Christus, Gott und Mensch (…) Setzt euch den gekreuzigten Christus zum Ziel, verbergt euch in den Wunden des gekreuzigten Christus, versenkt euch in das Blut des gekreuzigten Christus“ […].

Hier können wir verstehen, warum Katharina, obgleich sie sich der menschlichen Unzulänglichkeiten der Priester bewußt war, stets sehr große Hochachtung vor ihnen hatte: Sie spenden durch die Sakramente und das Wort die erlösende Kraft des Blutes Christi. Die Heilige aus Siena hat die geistlichen Amtsträger, auch den Papst, den sie den „sanftmütigen Christus auf Erden“ nannte, stets aufgefordert, ihrer Verantwortung treu zu sein, wozu sie stets allein durch ihre tiefe und beständige Liebe zur Kirche bewegt wurde. Bevor sie starb, sagte sie: „Wenn ich aus dem Leib scheide, habe ich wahrhaftig das Leben in der heiligen Kirche und für die heilige Kirche vollendet und hingegeben, was für mich eine einzigartige Gnade ist“. […]

Von der hl. Katharina lernen wir also die höchste Wissenschaft: Jesus Christus und seine Kirche zu kennen und zu lieben. Im Dialog der göttlichen Vorsehung beschreibt sie mit einem einzigartigen Bild Christus als Brücke, die zwischen Himmel und Erde gespannt ist. Sie besteht aus drei Stufen: den Füßen, der Seite und dem Mund Jesu. Indem sie diese Stufen emporsteigt, durchschreitet die Seele die drei Abschnitte eines jeden Weges der Heiligung: die Loslösung von der Sünde, die Übung der Tugend und der Liebe, die süße und liebevolle Vereinigung mit Gott.

Liebe Brüder und Schwestern, wir wollen von der hl. Katharina lernen, mit Mut Christus und die Kirche zutiefst und aufrichtig zu lieben. Machen wir uns daher die Worte der hl. Katharina zu eigen, die wir im Dialog der göttlichen Vorsehung am Ende des Kapitels lesen, in dem von Christus als Brücke die Rede ist: „Aus Barmherzigkeit hast du uns im Blut gewaschen, aus Barmherzigkeit wolltest du Umgang haben mit den Geschöpfen. Du bist außer dir vor Liebe! Es genügte dir nicht, Mensch zu werden, sondern du wolltest auch sterben! (…) O Barmherzigkeit! Mein Herz versinkt im Gedanken an dich: Wohin ich meine Gedanken auch wende, finde ich nichts als Barmherzigkeit“ […].

Papst Benedikt XVI.
Generalaudienz am Mittwoch, 24. November 2010

 

 

Tragische Schicksale

Zisterzienserinnen-Abtei Sankt Marienstern:

„Am Montag, d. 24.04.2017, teilte unsere Äbtissin, M. Philippa Kraft, unserer Gemeinschaft und den Mitarbeitern des Klosters mit, dass sie von ihrem Amt als 43. Äbtissin der Abtei aus persönlichen Gründen zurücktritt und zugleich aus dem Orden austritt.“

„Auch unsere Schwester Johanna Barner hat das Kloster und den Orden in dieser Woche verlassen.“

Keine Urteile. Keine Kommentare. – Beten wir für die Betroffenen … Und beten wir grundsätzlich und oft für Berufene, Priester und Ordensleute … !

https://www.marienstern.de/de/

http://www.bistum-dresden-meissen.de/aktuelles/philippa-kraft-erklaert-die-gruende-ihres-ruecktritts-als-aebtissin.html

 

Erstkommunion – Was der Pfarrer nicht zu sagen wußte!

Was der Herr Pfarrer (siehe gestern) nicht auszudrücken in der Lage war, ist eigentlich nicht so schwierig. Man muß nur wissen, was die Kirche über den wahren katholischen Glauben lehrt. Dann verstehen nicht nur die Kommunionkinder, was der Empfang der ersten heiligen Kommunion bedeutet, sondern auch deren Eltern, die ja leider auch allzu oft viel zu wenig vom Glauben wissen und kennen.

So fragen wir zunächst: Was ist die heilige Messe? Die Heilige Messe ist das Kreuzesopfer Christi. Sie ist und bleibt das höchste und größte Opfer. Alles andere, was wir Menschen opfern und Gott schenken, ist viel, viel geringer. Die heilige Messe ist deswegen das größte Opfer, weil es das gleiche Opfer ist wie das Kreuzesopfer: Am Kreuz opfert Jesus; am Altar opfert auch Jesus; – aber er wird hier durch den Priester vertreten. Am Kreuz schenkt Jesus seinen Leib und sein Blut dem himmlischen Vater; auf dem Altar schenkt er auch seinen Leib und sein Blut, – aber unter den Gestalten von Brot und Wein an die Gläubigen.

Bei der Opferung der Heiligen Messe opfert der Priester Brot und Wein dem himmlischen Vater auf. Das Brot, das der Priester opfert, nennt man Hostie. Hostien bestehen lediglich aus Weizenmehl und Wasser. Den Wein opfert der Priester in einem Kelch. – Auch die Gläubigen können und sollen mit dem Brot und Wein die eigenen Freuden und Leiden Gott schenken und aufopfern.

Bei der Wandlung verwandelt der Priester Brot und Wein in den Leib und das Blut Jesu. Durch die Verwandlung ändern sich nicht die Gestalten des Brotes und des Weines; das heißt, Brot (die Hostien) und Wein sehen nach der Wandlung genauso aus wie vorher. Nach der Verwandlung ist in der heiligen Hostie Jesus gegenwärtig mit Fleisch und Blut als Gott und Mensch. Als Jesus auf Erden lebte, hatte er einen Leib wie wir Menschen. Er hatte die Gestalt der Menschen. In der Hostie ist der gleiche Jesus gegenwärtig, aber er hat die Gestalt von Brot und Wein. Diese verwandelten Hostien nennt die Kirche auch: die Seelenspeise.

Bei der Wandlung knien wir uns nieder.
Wir blicken auf die durch den Priester erhobene heilige Hostie und beten: Jesus, Dir leb‘ ich. – Jesus, Dir sterb‘ ich. – Jesus, Dein bin ich im Leben und im Tod.
Wir bedenken daran: O Jesus, ich glaube, daß Du im Allerheiligsten Sakramente des Altares zugegen bist, und bete Dich an.
Bei der Erhebung des Kelches blicken wir wiederum zum Priester und auf den Kelch und beten: Jesus, Dir leb‘ ich. – Jesus, Dir sterb‘ ich. – Jesus, Dein bin ich im Leben und im Tod.
(Man kann auch etwas anderes beten, etwa: Jesus, sei mir gnädig. – Jesus, sei mir barmherzig. – Jesus, verzeih mir meine Sünden. Amen.)

Bei der Kommunion empfängt zunächst der Priester den Leib und das Blut Christi, bevor die Altardiener die Kommunion empfangen und ihnen folgend an der Kommunionbank die Gläubigen. Bei der Kommunion können und sollen, wenn möglich, alle Anwesenden die heilige Kommunion empfangen, wenn sie frei von schwerer Sünde sind.
Wer nicht zur heiligen Kommunion gehen kann, der bete (z. B.): O guter Jesus! Ich liebe dich von ganzen Herzen. Ich sehne mich danach, dich im heiligsten Sakramente zu empfangen. Komm, o Jesus, und mach mich rein! Komm, o Jesus, und mach mich heilig! Du allein kannst es, du lieber, gnadenreicher Heiland. Herr erbarme Dich!

Weil das Allerheiligste Altarssakrament auf dem Altar zubereitet und aufbewahrt wird, heißt es Allerheiligstes Sakrament des Altares. Der sogenannte Speisekelch, in dem die verwandelten Hostien aufbewahrt werden, wird stets im verschlossenen Tabernakel deponiert. Tabernakel heißt Zelt oder Haus, weil es die Wohnung Jesu Christi im Allerheiligsten Sakrament des Altares ist.

Vor dem Tabernakel brennt das Ewige Licht. Es brennt Tag und Nacht. – Wir sollten so oft es uns möglich ist, z. B. wenn wir in der Nähe einer Kirche sind, uns ein wenig Zeit nehmen und in die Kirche hineingehen um Jesus, dem lieben Heiland, im Tabernakel zu besuchen und ihn anzubeten. Bleiben wir also vor dem Tabernakel knien und beten wir an.

Weißt du auch dies?
Beim Eintritt in die Kirche nimm Weihwasser und segne dich: Der Vater, der Sohn und der Heilige Geist mögen mein Herz reinigen! Vor dem Tabernakel mach eine Kniebeuge und begrüße Jesus: Jesus, Dir leb‘ ich.

Erzähle Jesus, wie lieb du Ihn hast; erzähle Ihm, was dich freut und was dich betrübt. Du kannst auch Schweigen und ganz einfach Jesus Christus anschauen.

Bevor du die Kirche wieder verläßt, mache eine Kniebeuge und bete: Jesus, sei mir gnädig! Beim Weihwassernehmen und segnen sage: Der Vater, der Sohn und der Heilige Geist sollen immer bei mir bleiben und mich behüten!

Es ist doch garnicht so schwer.

 

Erinnerungen eines Priesters an den Tag seiner ersten Heiligen Kommunion

Die Erinnerungen eines Priesters an den Tag seiner ersten Heiligen Kommunion, so wie es am 22. April in der Rheinischen Post zu lesen war, machen mich sehr traurig. Alles Äußerlichkeiten oder Kritik. Man könnte auch sagen: gerade so wie heutzutage. Aber als Priester?

Offenbar war es für den Priester kein Gottgesegneter Tag; er erinnert sich lieber an weltliche Dinge. Aber vielleicht muss das heute auch so sein, damit man nicht belächelt oder verspottet wird, sollte man etwas Frommes oder Geistliches sagen. Nun, dass sich der geistliche Herr, – Verzeihung, er lässt sich lieber „Pastor“ oder „Wilhelm“ nennen, noch an den kühlen Märztag des Jahres 1954 erinnert, kann man verstehen, „da wir Jungs in kurzen Hosen, Kniestrümpfen und nur in Anzugjacke zur Kirche gingen“.

Der Kommunionunterricht sei damals völlig anders gewesen, berichtet er und meint mit Blick auf die nachkonziliaren Errungenschaften, „Zwar hatten auch wir spielerische Elemente, zum Beispiel ein Heft zum Ausmalen, doch der Unterricht wurde aus der Priesterschaft gehalten“. Er bedauert, dass die Eltern damals nicht beteiligt waren und lobt den heutzutage von ehrenamtlichen Katecheten „in kleinen Tischgruppen“ kindgerecht abgehaltenen Unterricht. Damit könne man heute „viel besser auf die Kinder und deren Bedürfnisse eingehen“. Offenbar liegt ihm das am Herzen, denn er fährt fort: „Wir versuchen, alles möglichst spannend und abwechslungsreich zu gestalten. Es gibt immer ein schönes Motto, mit dem die Kinder sich identifizieren können. Dieses Jahr lautet es bei uns: ‚Mein Freund Jesus‘“. Und beinahe resignierend heißt es weiter, dass es damals „keine spezielles Mottos“ gab, sondern es hieß immer nur, „wir nähmen zum ersten Mal am Tisch des Herrn Platz“. – O wie arm, Herr Pfarrer. Und wie wenig realistisch.

Symbolbild: Gruppenstunde Kommunionvorbereitung 2016 – St. Ludgerus Alme

Der Pfarrer, der sich zwar offiziell im Ruhestand befindet, aber trotzdem noch weiter und engagiert als „erste seelsorgliche Ansprechpartner“ in einer GdG mitarbeitet, schreibt über seinen „Kommunionsgottesdienst“, dieser sei „ein lateinisches Hochamt“ gewesen, und die Kommunionkinder hätten „nüchtern erscheinen“ müssen. Es sei „alles sehr anstrengend“ gewesen. „Das lange Stehen und auch der viele Weihrauch trugen dazu bei, dass viele Kinder ohnmächtig wurden. Die ganze Zeremonie mit allem Drum und Dran dauerte bis zu drei Stunden“, erinnert sich Herr Pfarrer. Offenbar war alles eine richtige Folter- und Zwangsveranstaltung. Dies unterstreicht der Priester mit seinem Hinweis, dass sogar „die Lehrerschaft“ anwesend gewesen sei und am nächsten Montag „die Festlichkeit und das Benehmen“ kommentiert hätten.

Symbolbild: Erstkommunion 2016 St. Matthias Trier

Die obligatorischen Geschenke werden auch erwähnt; und die beiden erwähnten Geschenke waren für damalige Zeit richtig wertvoll und teuer: „Ich bekam ein Fahrrad von meinen Großeltern und einen Fotoapparat, der einfach ,Box‘ hieß, weil er ganz simpel war, aber ich habe ihn geliebt und viele Fotos damit gemacht.“ Interessant, wenn auch nicht so wichtig, fand ich, dass sich der Herr Pfarrer in diesem Zusammenhang an „Hortensien“ erinnert, denn diese Blumen seien damals oft „verschenkt worden“, wahrscheinlich als Töpfe für den elterlichen Garten. Die Kinder dagegen fanden das „nicht so prickelnd, sondern wünschten uns Dinge wie Uhren, Zirkel oder Buntstifte.

Herr Pfarrer hebt immerhin hervor, dass man nicht pauschal sagen könne, „dass früher alles besser oder schlechter gewesen sei“. Und er erinnert noch, „dass die Menschen sich gegenseitig unterstützt haben, wenn eine Familie durch eine Notlage nicht in der Lage war, für ihre Kinder ein schönes Kommunionfest auszurichten.

Einen persönlichen oder geistlichen Gewinn habe ich durch den Empfang der ersten heiligen Kommunion des Pfarrers (für den Augenblick oder für sein Leben) jedenfalls nicht erkannt. Leib und Blut Christi sind offenbar sowieso kein Thema. Mit solchen Erinnerungen lockt man keine jungen Menschen in die Kirche und an die Kommunionbank, die es meistens längst nicht mehr gibt. Also wird es so sein, wie seit Jahren: die Erstkommunion ist für die meisten auch gleich die Letztkommunion. Kommunion ist ja so profan; ein Abholen von etwas, das kostenlos ist und das man in den Mund steckt. – Aber lassen wir das mal so stehen.

Quelle: – RP 22.4.2017

 

Christianas brennendes Licht

Eine Buchempfehlung

Der Titel des Buches „Christianas brennendes Licht – Ganz im Innern“, das der Autor Georg P. Loczewski im „Verlag-tredition“ jüngst veröffentlichte, steht, wie er in seinem Vorwort schreibt, „in enger Beziehung zu dem Lied ‚Die dunkle Nacht‘ vom hl. Johannes vom Kreuz“. Dort heißt es:

„In dieser Nacht voll Glück,
In Heimlichkeit, da niemand mich erblickte,
Da ich auch nichts gewahrte,
Und ohne Licht noch Führer
Als jenes, das in meinem Herzen brannte.

Und dieses führte mich
Weit sichrer als das Licht des hellen Tages
Dahin, wo meiner harrte
Er, der mir wohlbekannt,
Abseits, da, wo uns niemand scheiden konnte.“

Bereits diese wenigen Zeilen deuten an, was der Leser in diesem, knapp 200 Seiten starken Buch zu erwarten hat. Es ist ein hineintauchen in die unmittelbare Begegnung mit Gott. Freilich nicht in jener Form, die dem heutigen Menschen gemeinhin ein Glücksgefühl vermittelt. Vielmehr wird der neugierige Betrachter der jeweils angebotenen kurzen Abschnitte eingeladen, sich den Worten der Heiligen Schrift mit dem Herzen zu öffnen und im Glauben zu erkennen, wie nah Christus seiner Seele ist.

Christiana steht für eine beschauliche christliche Seele, eine „Anima contemplativa Christiana“. In solch einer Seele ist das dargebotenen Buch entstanden. Es wird versucht das Wesentliche des christlichen Glaubens herauszustellen. Auch will es einen Weg aufzeigen, mit Hilfe des kontemplativen Betens diesen Glauben zu verinnerlichen. Dadurch soll die Seele dem Ziel näher kommen, das Jesus Christus in Joh 17,22 ausgesprochen hat: ‚Ich habe die Herrlichkeit, die du mir gegeben hast, ihnen gegeben, damit sie eins seien, gleichwie wir eins sind.‘

Georg P. Loczewski schreibt gewissermaßen als Insider, denn er weiß sich seit Jahrzehnten im kontemplativen Beten beheimatet. So sind ihm auch nicht nur die Mystiker des Karmel vertraut, wie etwa der oben zitierte Johannes vom Kreuz. Auch die geistlichen Lehrer der monastischen Tradition, die der Kartäuser und Trappisten inspirierten seine Erfahrungen und seine Texte.

Der Autor will der kontemplativen, beschaulichen Seele Perlen vorstellen, die uns Mut machen können, „die liebevoll ausgestreckte Hand unseres Erlösers zu ergreifen, die uns in die ‚vollkommene Einheit mit Ihm und Seinem Vater‘ führen will, in der wir nicht nur Gott schauen dürfen, sondern auch zur vollen Erkenntnis unserer Selbst gelangen werden“. – Dem vorliegenden Buch ist eine weite Verbreitung zu wünschen.

Erstveröffentlicht bei kathnews

Loczewski, Georg P.
Christianas brennendes Licht.
Ganz im Innern
Verlag tredition GmbH, Hamburg. 2017
208 Seiten; ISBN
Paperback: 978-3-7439-0377-7;
16,99 Euro
Hardcover: 978-3-7439-0378-4;
23,99 Euro

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