Introibo ad altare Dei … Morgen ist Sonntag …

Lernen Sie in weniger als drei Minuten die Größe und Erhabenheit der tridentinischen Messe kennen und erkennen Sie die Flachheit heutiger Gottesdienste.

AMEN.

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Der Weg in die Höhe

Die Flucht, den Stolz und die Selbstüberhebung zu bekämpfen, besagt nicht, dass man eine natürliche Freude an den äußeren Dingen der Welt verachten soll. Die Sünde liegt nicht in dieser Freude, sondern in der falschen Einschätzung unserer Kräfte und Güter. Eitelkeit und Ehrsucht lenken uns von unserem wesentlichen Ziel, das Gott ist, ab.

Sie lassen uns vernarrt sein in Nichtigkeiten.
Sie verblenden unseren Blick für das Streben nach Vollkommenheit.
Sie sind eine große Gefährdung wahrer Leistung.

Sobald ein Mensch nämlich glaubt, er habe etwas Großes vollbracht, ist er in Gefahr, sein Streben einzustellen. Um das richtige Maß zwischen einer echten Anerkennung unserer Arbeiten und der nötigen Bescheidenheit zu finden, müssen wir gewissenhafte Menschen sein.

Wir müssen das Feingefühl in uns pflegen, für das wir in der Nachfolge Christi die beste Schule haben.

Bringen wir immer alles, was uns auf Erden gelungen ist, zuerst dem Herrgott zum Opfer dar. Lenken wir alle Gefühle der Selbstgefälligkeit und Freude über gelungene Taten, die auch den Besten überkommen, auf Gott ab. Gott wird sie uns zurückgeben in neuen Gnaden, die uns noch gewissenhafter machen und unsere Leistung noch steigern können. Wenn wir sie aber nicht auf Gott, sondern auf uns selbst beziehen, werden sie unseren guten Willen langsam aber sicher zerfressen, wie der Rost das Eisen.

Vater im Himmel, wir wollen arbeiten für Dich.
Lass uns Menschen sein, an denen Du Freude hast.
Lass uns begreifen, dass wir ein solches Leben
nur in Demut leben können.

Alles, was ist, ist durch Dich.
Ohne Dich ward auch nicht eins, das geworden ist.
Lass uns betend an die Arbeit gehen, dann werden wir
Dein Angesicht in allen Dingen finden und
Deine Fußspuren auf allen unseren Wegen.
Nimm uns fest an Deine Hand.
Es ist ja die Hand, die die Welten geschaffen hat
und unser eigenes Sein erhält.
Nimm unseren Willen in Deinen Willen;
mach ihn heilig; mach ihn gut; mach ihn demütig.
Lass mich den untersten Weg gehen, mein Gott.
Es ist der Weg, der in die höchste Höhe führt.

Ludwig de Ponte SJ (1554 – 1624)

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Wie gegen den Zorn vorgehen?

Der heilige Augustinus sagt: „Es ist besser, auch dem gerechten Zorn den Eintritt zu verwehren, so klein er auch sein mag, denn hat er einmal Platz ergriffen, dann ist es schwer, ihn wieder herauszuwerfen. Aus dem ursprünglich kleinen Wurzelreis wird im Nu ein Baum. Dauert er einmal bis zur Nacht und geht die Sonne darüber unter (wovor der Apostel so sehr warnt, Eph. IV, 26), dann wird er zum Haß und man kann ihn fast nicht mehr loswerden, denn dann nährt er sich von tausend falschen Gründen. Noch jeder zornige Mensch hat seinen Zorn für gerecht gehalten.

Man bemühe sich also, ohne Zorn auszukommen, als selbst mäßigen und berechtigten Zorn zu dulden.

Werden wir einmal aus Schwäche und Unvollkommenheit davon überrascht, dann ist es besser, ihn rasch niederzuschlagen, als mit ihm zu unterhandeln; denn so wenig Freiheit man ihm auch zugesteht, er macht sich doch schnell zum Herrn der Lage.

Wie aber schlägt man den Zorn nieder?

Nimm schnell deine Kraft zusammen, sobald du ihn aufsteigen fühlst: nicht heftig und ungestüm, sondern ruhig und doch ernsthaft. Bei Gerichtssitzungen machen oft die Türhüter, die ‚Ruhe!‘ schreien, mehr Lärm als die Leute, die sie zum Schweigen bringen wollen; so geht es auch oft mit dem Zorn.

Wenn wir heftig ankämpfen, machen wir unser Herz unruhiger, als es vorher war, so daß es vor Aufregung nicht mehr Herr über sich selbst ist. Nach diesem ruhigen Bemühen befolge die Weisung des Hl. Augustinus: „Handle wie ein Mann handeln soll. Trifft dich, was der Mann Gottes im Psalm sagt: ‚Mein Herz ist von großem Zorn erregt‘, dann rufe zu Gott, auf daß er seine Rechte ausstrecke, um deinem Zorn zu gebieten: ‚Herr, hab Erbarmen mit mir‘ (Ps. XXXI, 10).“

Damit will ich sagen, daß wir Gott um Hilfe anrufen müssen, wenn wir uns vom Zorn erregt fühlen, wie die Apostel, als sie mitten auf dem See von Sturm und Unwetter hin- und her geschleudert wurden. Er wird unsere Leidenschaft zum Schweigen bringen und es wird eine große Ruhe sein.

Aber eines sage ich dir immer wieder.

Wenn du im Gebet gegen einen vorhandenen oder aufsteigenden Zorn ankämpfst, dann bete immer ruhig, ja nicht heftig!

So müssen alle Mittel gegen dieses Übel gehandhabt werden. Hast du im Zorn gehandelt, dann mache den Fehler sofort wieder gut durch einen Akt der Sanftmut gegen jene, über die du in Zorn geraten bist. Es heißt, daß frische Wunden am raschesten heilen.

Lege dir ferner einen Vorrat an Ruhe und Sanftmut an in der Zeit, da du ruhig bist und keinen Anlaß zum Zorn hast, indem du alles, Großes und Kleines, so ruhig und sanft wie möglich sagst und tust. Aber nicht nur Milde und Höflichkeit gegen Freunde oder Fremde, sondern auch gegen Hausleute oder Nachbarn sollen wir haben.

In dieser Hinsicht verfehlen sich diejenigen schwer, die auf der Straße wie Engel sind, daheim aber Teufeln gleichen.

Hl. Bischof Franz von Sales

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Die schwere moralische Krise des sexuellen Mißbrauchs – Wurzeln des Problems

Pater Serafino Maria Lanzetta FFI wurde 1977 in Sarno (Salerno, Neapel) geboren. Nach seinem Schulabschluss trat er in das Institut der Franziskaner der Immakulata ein. Im Erzbischöflichen Seminar von Benevento absolvierte er das Studium der Philosophie. Theologie studierte er in einem Studienhaus seiner Ordensgemeinschaft. Im Jahre 2002 wurde er zum Priester geweiht. Sein Orden schickte ihn zum Weiterstudium an die Päpstlichen Universität vom Heiligen Kreuz (Santa Croce, Rom), wo er 2004 das Lizentiat in dogmatischer Theologie erhielt und 2006 zum Doktor der Theologie promoviert wurde.

Pater Serafino war bis zum Sommer 2013 Pfarrer von Ognissanti (Florenz), bevor er – wie der ganze Orden, der bei Papst-Bergoglio in Ungnade gefallen war und zerschlagen wurde – in das einzige deutschsprachige Kloster des Ordens nach Kitzbühel (Tirol) verbannt wurde. Damit gehörte er neben dem Ordensgründer Pater Stefano Maria Manelli zu den ersten Opfern der kommissarischen Verwaltung des jungen Ordens, dem die Ordenskongregation samt allen anderen Priestern des Ordens, die Zelebration der Heiligen Messe im überlieferten Ritus, durch den Kapuzinerpater Fidenzio Volpi, der vom Papst als Apostolischer Kommissar die Kontrolle über den Orden gewinnen sollte, verboten worden.

Während seiner Zeit in Kitzbühel hat er seine Habilitationsschrift fertiggestellt und sie bei Prof. Dr. Manfred Hauke an der Theologischen Fakultät von Lugano (Schweiz) im November 2013 eingereicht. Die Arbeit trägt den Titel: (Il Vaticano II, un Concilio pastorale (Das Zweite Vatikanum, ein Pastoralkonzil. Hermeneutik der Konzilslehren).

Seit 2015 ist Pater Serafino Pfarrer von Saint Mary in Gosport (Diözese Portsmouth, England). In dieser Pfarrei gibt es seitdem neben der üblichen Messform auch die tridentinische Heilige Messe.

Anläßlich einer Konferenz im Debruar 2017 in Italien: v.l. Prof. Manfred Hauke, Dr. Andrea Sandri, P. Serafino Lanzetta FFI. – Photo privat.

Pater Serafino Maria Lanzetta ist Fachmann für das Zweite Vatikanische Konzil. Als solcher tritt er gelegentlich vor die Öffentlichkeit. So hat er vor kurzem in „Corrispondenza Romana“ einen Artikel vorgelegt, der die Überschrift trägt:
Von Gaudium et spes zu Humanae vitae“ (Der Ursprung der Rebellion gegen die Enzyklika Humanae vitae von Papst Paul VI. (1968) liegen im Widerstand gegen die überlieferte Glaubenslehre.)

Dieser Aufsatz wurde dankenswerterweise ins Deutsche übertragen und soll hier wegen seiner Wichtigkeit und Klarheit noch einmal verbreitet werden. Die Hervorhebungen wurden verändert, die Zwischenüberschriften und Bilder nicht übernommen.

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Pater Serafino M. Lanzetta – „Von Gaudium et spes zu Humanae vitae“

Die schwere moralische Krise des sexuellen Mißbrauchs, von der die heilige Kirche erfaßt wurde, hat Wurzeln, die weit tiefer reichen als das schlechte Verhalten einiger Priester und Prälaten. Sie ist nicht Ausdruck jener menschlichen Schwäche, die die Jugend mehr als alle anderen verstehen würde, da sie selbst falle und wieder aufstehe, wie jüngst Kardinal Baldisseri auf der Pressekonferenz zur Vorstellung der Jugendsynode (1. Oktober 2018) meinte.

Würden die jungen Opfer der zahlreichen klerikalen Mißbrauchstäter diese Schwäche auch so einfach verstehen?

Die Wurzeln des Problems sind nicht in erster Linie moralischer, sondern dogmatischer Natur. Ausgangspunkt ist die Ablehnung der Lehre Christi über die menschliche Liebe und die Sexualität. Diese Doktrin bekam einen schweren Riß durch die öffentliche und „amtliche“ Rebellion in der Kirche gegen die Enzyklika Humanae vitae (1968).

Indem die Untrennbarkeit der ehelichen Liebe und der Fortpflanzung in Frage gestellt wurde, wurden die Tore geöffnet, um jedmögliche Verbindung zu rechtfertigen. Der Sturm, der dadurch in der Kirche entfacht wurde, wäre aber nicht verständlich, wenn wir nicht noch einen weiteren Schritt zurückgehen würden, um an den Anfang jener Meinungsverschiedenheiten unter den Kardinälen über die Verhütungsmitteln zu gelangen, die zur offenen Rebellion gegen Paul VI. führten. Der Protest wurde 1968 öffentlich, schwelte aber bereits vorher.

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Es ist notwendig, einen Blick hinter die Kulissen des Zweiten Vatikanischen Konzils zu werfen. Dort entdeckt man die Anfänge der Mißstimmung. Zwei Schlüsselfiguren lassen sich ausmachen: Kardinal Leo Joseph Suenens, Erzbischof von Mecheln-Brüssel und Primas von Belgien, und das Schema XIII, das dann zur Pastorakonstitution Gaudium et spes wurde.

Suenens bezeichnete sich selbst in seinen Mémoires über das Zweite Vatikanische Konzil (ein Text von 69 Seiten, den der belgische Kardinal unmittelbar nach dem Konzil diktierte, und der seine persönlichen Erinnerungen enthält; es handelt sich um die Dokumente 2784 und 2785 des Fonds Suenens) als Vater und Initiator von Gaudium et spes. Er schrieb: „Le schéma XIII, dont je suis le père, l’initiateur“ (Das Schema XIII, dessen Vater ich bin, der Initiator). Dabei war er darüber gar nicht „extrêmement enthousiaste“ (nicht besonders begeistert), weil Paul VI. der gemischten Kommission am 23. November 1965 vier modi übermittelt hatte, die überlieferte Ehelehre der Kirche in die Paragraphen 51, 54 und 55 des Textes zu integrieren.

Diese modi betrafen unter anderem die Darlegung der kirchlichen Position zu den Verhütungsmethoden. Dabei sollte man sich auf das Lehramt der Enzyklika Casti Connubii [1930 von Papst Pius XI. veröffentlicht] stützen, die Paul VI. ausdrücklich zitiert wissen wollte. Es ist anzumerken, daß Paul VI. davor von Suenens einen Text für eine mögliche Erklärung erbeten hatte, die sich auf einer Linie der Öffnung gegenüber den Verhütungsmitteln befindet, wie sie vom belgischen Primas vertreten wurde (s. Fonds Suenens, 2503).

Als Paul VI. die ihm gelieferte Erklärung ablehnte, war die Reaktion von Suenens darauf sehr hart. Er wollte eine Kampagne unter den Konzilsvätern starten, gegen den neuen Text zu stimmen. Erst als ihm von Msgr. Prignon versichert wurde, daß diese modi von Msgr. Heuschen und Prof. Heylen entschärft worden waren, und daß die Frage der Geburtenkontrolle im Konzilstext offengelassen werde, willigte Suenens ein, auch sein placet zu geben.

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Der Grund, warum Suenens für das Schema XIII war, hing mit seiner Hoffnung zusammen, daß im Kapitel De matrimonio die Haltung der Kirche zu Verhütungsmitteln geändert werde. Am 7. Mai 1964 ließ er auf einer Pressekonferenz in Boston einen Versuchsballon steigen:
Die medizinische Forschung nähert sich der Entwicklung einer Pille, die es verheirateten Paaren erleichtern wird, ihre Familien zu planen, ohne gegen die Lehre der Kirche zu verstoßen.

Wie Werner van Laer bezeugt, geht es direkt auf Kardinal Suenens zurück, daß das Kapitel von Gaudium et spes über die Ehe einer der offensten Texte des Zweiten Vaticanums ist.

Mehr noch: Suenens, den Paul VI. zusammen mit drei weiteren Kardinälen (Agagianian, Döpfner und Lercaro) zum Moderator des Konzils gemacht hatte, gelang es, der Konzilsaula vier Fragen zur Sakramentalität und Kollegialität des Episkopats und zur Wiedereinführung des ständigen Diakonats vorzulegen. Ohne die Unterstützung von Paul VI., der in Wirklichkeit sehr zögerlich war, und gegen den Willen von Kardinal Ottaviani und des Konzilssekretärs Pericle Felici legten Suenens und die anderen Moderatoren den Konzilsvätern die vier Fragen zu einer „Orientierungsabstimmung“ vor, die für den 17. Oktober 1963 angesetzt wurde, aber schon im voraus vom Avvenire, der Tageszeitung der italienischen Bischöfe, bekanntgegeben wurde. (1)

Paul VI. verschob die Abstimmung und ließ die 3.000 bereits im Auftrag von Kardinal Lercaro gedruckten Stimmzettel verbrennen. Damals begann die lange und feste Freundschaft zwischen dem belgischen Kardinal und Papst Montini Risse zu bekommen. Das ging soweit, daß Suenens Paul VI. Vorhaltungen machte, bei der Veröffentlichung seiner Enzykliken Sacerdotalis caelibatus (1967) und Humanae vitae (1968) nicht auf kollegiale Weise gehandelt zu haben.

Paul VI. wollte nicht, daß die Frage der Verhütungsmittel auf dem Konzil erwähnt wird. Suenens berichtet in seinen Mémoires, daß Kardinal Agagianian, der damals den Vorsitz führte, einen Text vorbereitet hatte, mit dem er den Konzilsvätern mitteilte, diese Frage nicht anzuschneiden. Suenens war damit gar nicht einverstanden und änderte den Text auf folgende Weise: „Wir werden dieses Thema behandeln, aber nur bezogen auf die ersten Grundsätze, ohne in Details zu gehen.“ Paul VI. wandte sich darauf an Suenens und sagte ihm, wie dieser selbst berichtet, daß er auf diese Weise Glaubwürdigkeit bei den Bischöfen im Konzil verloren habe.

Suenens hingegen war stolz auf diesen Schritt. Auch sein Mitarbeiter, der Rektor des Belgischen Kollegs in Rom, P. Albert Prignon (1919–2000), sagte ihm: „Sie haben der Zukunft die Tür geöffnet.“ Genau das war es: Er hatte die Tür zu einer traurigen Zukunft geöffnet, schwer beladen mit Problemen für die Welt und besonders für die heilige Kirche.

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Suenens konnte sich auf den Text von Gaudium et spes berufen mit seinem optimistischen Grundton und ausreichend weiten Ärmeln für eine anschließende Hermeneutik, die ihm entsprach. Auf das Schema XIII (zuerst XVII), das dann zu Gaudium et spes wurde, war nicht einmal P. Henri de Lubac stolz. Nicht aus demselben Grund wie Suenens, aber wegen der Tatsache, daß es mit großem Werbeaufwand vorangetrieben wurde, während aber das Ergebnis – laut Meinung des französischen Jesuiten – nur „mittelmäßig“ war.

Keine doktrinelle Kohärenz und vor allem keine christliche Kraft. Viele Bischöfe sehen es und sagen es privat und öffentlich, aber es gibt kein Mittel, um vollständig Abhilfe zu schaffen. Es ist zu spät.

Besonders schwerwiegend war, laut Meinung eines anderen Kritikers von Gaudium et spes, Msgr. Blanchet, und wie es Kardinal Siri herausgearbeitet hatte, ein „überzogener Optimismus und kein Hinweis auf das, was immerhin ein Charakteristikum unserer Zeit ist: Der Rückgang des Sündenbewußtseins“.

Suenens plädierte für die Kollegialität, ein Thema, das auf dem Konzil stark diskutiert und durch die „Öffnungen“ von Kardinal Parente (Glaubenskongregation) zugunsten von kollegialen Vorschlägen begünstigt wurde. Dagegen mußte Paul VI. Zuflucht zur Nota praevia (vorausgeschickte, erläuternde Note) zur Kirchenkonstitution Lumen gentium nehmen. Laut Suenens war die Kollegialität damit nicht mehr gegeben, was dann konkret durch Humanae vitae zum Ausdruck gekommen sei.

Zugleich war er allerdings der Überzeugung, daß die Ärmel von Gaudium et spes so weit gestrickt waren, eine zukünftige lehramtliche Aussage zugunsten von Verhütungsmitteln zu ermöglichen. Dazu kam es aber nicht, was Anlaß für seine Rebellion gegen das Lehramt von Paul VI. war. Ein Schritt, der auch eine symbolische Bedeutung hatte. Er wollte zeigen, wie weit die Trennung zwischen den eigenen Ideen und dem immerwährenden Lehramt der Kirche gehen kann. Die Folgen davon sind ohne Zweifel mitverantwortlich für die heutige Situation.

[Die Wurzeln der nachkonziliare Verwirrung und der Rebellion gegen Humanae vitae]

Daraus sind Folgerungen zu ziehen: Die nachkonziliare Verwirrung und die Rebellion gegen Humanae vitae hängen – wenn auch indirekt – mit der lehramtlichen Unsicherheit des Zweiten Vatikanischen Konzils zusammen, besonders in Gaudium et spes. Man kann die Schuld nicht einfach nur widersprüchlichen Hermeneutiken in der Rezeptionsphase nach dem Konzil zuschreiben. Es war das Konzil selbst, das mit seiner doktrinellen Unbestimmtheit zu verschiedenen Punkte ein hermeuntisches Problem geschaffen hatte. Es waren die Konzilsväter, die als erste, oft zusammen mit ihren Theologen, sich diesem Problem gegenübersahen.

Ein Beispiel für viele: Man erlebte einen Paul VI. auf der einen Seite und die Theologenkomission auf der anderen Seite, die über den konstitutiven Wert der apostolischen Tradition diskutieren. Paul VI. bekräftigte ihn unter Verweis auf das vorhergehende Lehramt, die Periti und Konzilsväter der Mehrheit übergingen den Punkt aber aus ökumenischen Gründen. Letztere obsiegten.

Daß das Problem des Widerstandes gegen Humanae vitae letztlich auf Gaudium et spes zurückgeht, wird auch aus dem Versuch deutlich, Amoris laetitia an die Pastoralkonstitution des Zweiten Vatikanischen Konzils anzuknüpfen. Dies, um damit die Enzyklika von Paul VI. über das Leben mit einem Rückgriff auf die Konzilslehre von der Liebe zwischen den Eheleuten und in der Familie zu überwinden, indem eine angebliche „Würde der Person“ in die moralische Bewertung der Verhütungsmethoden (vgl. AL, 82) eingeführt wird. Damit wird faktisch die eheliche Beziehung more uxorio gerechtfertigt. Daneben ist aber noch ein weiterer Aspekt zu bedenken.

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Die Bischofssynode hat unter Franziskus einen neuen Status erlangt, indem Anträge, die diskutiert werden, vom „Menschen“, vom „Volk“ oder von „den Jugendlichen“ gestellt werden und nicht mehr wie bisher von einer konkreten Person: Die Kirche „hört“, lehrt aber nicht mehr.

Was die Synode sagt, wird – wenn vom Heiligen Vater approbiert – automatisch Teil des ordentlichen Lehramtes. Darin wird die dahinterstehende Idee von einer „Kirche von unten“ greifbar, eines Lehramtes in fieri wie eine immer offene Baustelle (oder ein „Feldlazarett“, wo die Wunden nur versorgt werden), und eine Überlappung der Rollen zwischen Laien und Priestern.

Ist dieses neue „synodale Paradigma“ ein Weg, um an die Konzilskollegialität anzuknüpfen, die durch die Nota praevia abgeblockt, aber von Suenens mit Nachdruck vertreten wurde mit seiner Vision von einer Kirche, die sich mit dem (kollegialen) Konsens der Mehrheit ihren Weg bahnt? Wenn dem so sein sollte, wäre das nicht nur eine erneute Betonung eines Konzilsparadigmas, sondern auch eine neue Form der innerkirchlichen Opposition gegen das immergültige Lehramt.

Ein Konzil gegen die Kirche! Der Bruch des Lehramtes und sein Neubeginn sind das beste Mittel um die Gewissen einzuschläfern. Sie dienen dazu, die Gespenster einer strengen Moral mit ihren Verboten auszutreiben. Das alles würde bestätigen, daß die Wurzel der heutigen moralischen Krise letztlich im Versuch zu suchen ist, die Glaubenslehre im Namen eines Konzilspluralismus umzustürzen. Eine Hermeneutik ohne Zweck löst aber keine Probleme. Es schafft vielmehr neue und noch schwerwiegendere.

Quelle katholisches.info

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Bücher für den Gabentisch – Empfehlenswerte katholische Bücher zum Verschenken und zum selber lesen! / 3

Ob das folgende Buch tatsächlich auf einen weihnachtlichen Gabentisch gehört? -Eindeutig JA. Denn gerade an Weihnachten darf die Wahrheit nicht verschwiegen werden.

Als dieses Buch erschienen ist, hat es die kirchlichen Institutionen empört. Bis heute wird es in allen Weltsprachen veröffentlicht. Man will wissen was sich hinter dem Titel „Der Diktatorpapst“ verbirgt. Gerade im innerkirchlichen Millieu wird viel getuschelt, das Buch sei zwar unmöglich, aber man müsse es unbedingt gelesen haben. Kirchliche Mitarbeiter, vor allem vor allem Priester, sprechen nicht über das Buch. Es ist ihnen vielleicht peinlich. Denjenigen Katholiken, die es gelesen haben, war am Anfang auch peinlich, was sie über den jetzigen Papst lesen mussten. Aber es war ihnen nicht deswegen peinlich, weil sie zu dem Buch gegriffen haben, sondern weil sie bestätigt fanden, was sie schon länger über Papst Franziskus dachten. Das Buch macht seinen Weg auch unter der Priesterschaft. Wie man hört, wurde es schon auf Friedhöfen zugesteckt und ausgetauscht. Es muss ja nicht jeder alles wissen…

Ein scharfes Resümee hat MMag. Wolfram Schrems bei seiner Buchbesprechung verfasst. Der Wiener Theologe und Philosoph notiert zu dem Buch von Marcantonio Colonna (Henry Sire) „Der Diktatorpapst“:

Sires Buch ist noch vor der Veröffentlichung der Zeugnisse des ehemaligen päpstlichen Nuntius in den USA, Erzbischof Carlo Maria Viganò, erschienen. Durch diese aktuelle Information erhalten die Ausführungen Sires weitere Bestätigung und Gewicht: Der Stuhl Petri ist von einem Diktator besetzt, der sich um Glauben, Moral und Tradition nichts schert.

Der Regierungsstil ähnelt demjenigen im Ozeanien von George Orwells 1984: Angst und Unsicherheit schüren, zwei plus zwei je nach aktueller Parteilinie fünf sein lassen, die Untergebenen nicht nur nicht fördern, sondern unterdrücken, Macht vor Prinzip setzen – also die von Benedikt XVI. so sehr kritisierte „Diktatur des Relativismus“. Dabei werden moralisch integre Personen aus dem Apparat ausgeschieden und korrupte Personen zu höchsten Ämtern befördert.

(Quelle: Zitat MMag. Wolfram Schrems)

Siehe auch hier!Und hier.

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Marcantonio Colonna / Henry Sire
Der Diktatorpapst
260 Seiten; 16 Euro
Renovamen Verlag 2018
ISBN 978-3956211348

 

 

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Verzeihung der Sünden

Beten für die Armen Seelen! –
Aber auch den Heiligen Geist müssen wir
inständig anrufen. Jeder von uns
bedarf dringend
seines Schutzes und Beistandes.
Ein jeder schwankt in Ratlosigkeit,
jedem gebricht es an Kraft,
jeden drückt ein Kummer,
jeder neigt zum Bösen.

So müssen wir denn alle
Zuflucht suchen bei IHM,
der als stets lebendiger Quell
Licht und Kraft,
Trost und Heiligkeit spendet.
Namentlich jene Gnade,
deren der Mensch vor allem bedarf,
die Verzeihung der Sünden,
muß vorzugsweise vom Heiligen Geist
erbetet werden.“

(Papst Leo XIII. 1897 Enzykl. „Divinnum illid munus“)

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Der heilige Martin von Tour – 11. November

„Ein andermal hatte Martin (ca. 316-397) in einem Dorf einen uralten Tempel zerstört.“

Die Schließung von Tempeln hatte bereits unter Konstantin begonnen und sollte gegen Ende des Jahrhunderts gerade unter Theodosius im Osten systematisch vorangetrieben werden. Oft fiel diese Aufgabe den Bischöfen zu, denen dazu Soldaten beigesellt wurden. Martins Vorgehen bewegte sich also im Rahmen des damals Üblichen, das uns heute auf den ersten Blick intolerant erscheint. Doch damals galt allgemein: Nur wer einen Tempel zerstören kann, erweist den eigenen Gott als mächtiger – und damit als den wahren Herr. Das wurde verstanden – und akzeptiert.

(Thomas Merz. Martin von Tours begegnen)

Thomas Mertz. Martin von Tour (56-60)

 

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Thomas Mertz
Martin von Tours begegnen
Paulinus-Verlag 2014
152 Seiten, 12,90 €
ISBN 9783790218541

 

 

 

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