Gruß am Herz-Jesu-Freitag

Den letzten Gruß

Den letzten Gruß der Abendstunde
send‘ ich zu Dir, o göttlich Herz;
in Deine heil’ge Liebeswunde
senk‘ ich des Tages Freud und Schmerz.

O Herz der Liebe, Dir vertraute
am Morgen ich des Tages Last,
und nicht umsonst ich auf Dich baute,
voll Huld Du mich gesegnet hast.

O habe Dank für Deine Güte,
die schützend mir zur Seite stand,
auch diese Nacht mich treu behüte,
durch Deines heil’gen Engels Hand.

O göttlich Herz, all meine Sünden
bereue ich aus Lieb‘ zu Dir;
o lasse mich Verzeihung finden,
schenk Deine Lieb‘ auf’s neue mir.

Herz Jesu, innig ich empfehle
auch alle meine Lieben Dir;
beschütze sie an Leib und Seele,
die Gutes je erwiesen mir.

In Deiner heil’gen Liebeswunde,
schlaf ich nun sanft und ruhig ein;
o laß sie in der letzten Stunde
mir eine Himmelspforte sein!

+

Werbung

Ave, Regína caelórum

Die Marianische Antiphon Ave, Regína caelórum wird in der Liturgie
von Mariä Lichtmess bis zum Mittwoch in der Karwoche gesungen.

Ave, Regína caelórum,
Ave, Dómina angelórum:
Salve radix, salve, porta,
Ex qua mundo lux est orta:

Gaude, Virgo gloriósa.
Super omnes speciósa:
Vale o valde decóra,
Et pro nobis Christum exóra.

Fra Angelico – Himmels-Krönung Mariens, Louvre 1432

Gruß dir, Himmelskönigin,
Gruß dir, Engelherrscherin!
Wurzel Jesse, Gnadentor,
Aus Dir ging das Licht hervor.

Freu dich, Jungfrau, hochverehrt,
Und in schönster Zier verklärt
Sei uns hold in deiner Schöne,
Und mit Christus uns versöhne.

Würdige mich, dich zu loben, o geheiligte Jungfrau.
Gib mir Kraft gegen deine Feinde.

Verleihe, o barmherziger Gott, unserer Gebrechlichkeit
Deinen Beistand, damit wir, die wir das Andenken der
Heiligen Gottesgebärerin verehren, durch ihre hilfreiche
Fürbitte von allem Unrechte aufstehen.
Dies bitten wir durch denselben Christus
Unsern Herrn. Amen.

+

 

Nach der Heiligen Messe: Gebet zum Gekreuzigten

Gütiger Herr Jesus Christus, ich flehe Dich an:
Laß Dein Leiden mir Kraft sein, durch die ich gefestigt,
beschützt und verteidigt werde;
laß Deine Wunden als Speise und Trank für mich Sättigung,
Labung und Freude sein;
durch die Besprengung mit Deinem Blute
wasche all meine Sünden ab;
Dein Tod sei mir unversiegliches Leben,
Dein Kreuz ewige Glorie: All dies
sei Erquickung, Wonne, Heil und
Süßigkeit für mein Herz:
der Du lebst und herrschest
von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Obsecro te, dulcissime Domine Jesu Christe, ut passio tua sit mihi virtus, qua muniar, protegar atque defendar; vulnera tua sint mihi cibus potusque, quibus pascar, inebrier atque delecter; aspersio Sanguinis tui sit mihi ablutio omnium delictorum meorum; mors tua sit mihi vita indeficiens, crux tua sit mihi gloria sempiterna. In his sit mihi refectio, exsultatio, sanitas et dulcedo cordis mei: Qui vivis et regnas in sæcula sæculorum. Amen.

+

 

Bitte um die Gabe der Tränen

Das Missale Romanum hat das Gebet „pro petitione lacrimarum“ bewahrt.

Omnipotens et mitissime Deus, qui sitienti populo fontem viventis aquae de petra produxisti: educ de cordis nostril duritia lacrimas compunctionis; ut peccata nostra plangere valeamus, remissionemque eorum, te miserante mereamur accipere.

Allmächtiger und mildester Gott,
Du ließest dem dürstenden Volke
den Quell lebendigen Wassers
aus dem Felsen entspringen;
entlocke unserem steinharten Herzen
die Tränen der Zerknirschung:
lass uns unsere Sünden beweinen
und so durch Dein Erbarmen
Verzeihung für sie erlangen.

Der allmächtige Gott, der zugleich voll der Süßigkeit ist, ließ die Quelle des lebendigen Wassers für das ausgedürstete Volk hervorsprudeln. Die mit den Gütern der Welt gesättigt sind, können von ihr nicht trinken. Sie bietet sich nur denen dar, deren steinernes Herz durch die göttliche Zuchtrute erweicht worden ist. Ohne die Tränen der Zerknirschung kann das fleischerne Herz, das Gott von uns erwartet, in uns nicht geschaffen werden. Wer aber über seine Sünden Tränen vergießt, dem schenkt Gott Verzeihung; denn solche Tränen zu vergießen ist bereits die erste Gabe.

(Louis Bouyer, Busse und Abtötung, in: Vom Geist des Mönchtums, Otto Müller Verlag 1958)

+

 

Johannes Chrysostomus (344-407) – 27. Januar

[…] Ich aber weiß, an diesem Punkte meiner Geschichte angelangt, nicht, wie mir zu Mute ist. Ich möchte einerseits die an ihm verübten Frevel und Ungerechtigkeiten offen erzählen, andererseits aber habe ich ehrerbietige Scheu vor der sonstigen Tugendhaftigkeit derer, die ihm das Unrecht zugefügt haben. Deshalb will ich versuchen, selbst Ihre Namen geheim zu halten. Dieselben hatten verschiedene Gründe, ihm feind zu sein, und wollten den hellen Glanz der Tugend dieses Mannes nicht ansehen. Sie fanden einige elende Ankläger, und obschon sie die Verleumdung als solche klar durchschauten, setzten sie doch fern von der Stadt ein Gericht ein und fällten das Urteil. Der Kaiser aber, der ihnen als Priestern Glauben schenkte, verfügte, daß jener weit weg von der Stadt seinen Aufenthalt nehmen solle. So wurde derselbe, ohne die Anklage gehört und ohne sich verteidigt zu haben, gleich als wäre er der Punkte, deren man ihn beschuldigte, überführt, gezwungen, die Stadt zu verlassen. Er begab sich nach dem am Eingang zum Pontus gelegenen Hieron. So heißt nämlich der dortige Ankerplatz. Da aber während der Nacht ein sehr heftiges Erdbeben entstand, das die Kaiserin in gewaltigen Schrecken versetzte, so sandte man gegen Morgen Boten an den Vertriebenen mit der Bitte, schleunigst in die Stadt zurückzukehren und die Gefahr von ihr abzuwenden. Nach diesen Boten wurden noch andere geschickt und nach diesen wieder andere, so daß schließlich der Bosporus mit Abgesandten ganz bedeckt war. Als das gläubige Volk dieses erfuhr, verstopfte es förmlich mit seinen Segelschiffen den Ausgang der Propontis; denn alle eilten ihm mit brennenden Wachsfackeln entgegen.

Für dieses Mal wurde also die engverbundene Schar seiner Feinde auseinandergesprengt. Aber nach wenigen Monaten fanden sie sich wieder zusammen und forderten Rechenschaft nicht in betreff der früheren falschen Anklagepunkte, sondern wegen des nach der Absetzung gehaltenen Gottesdienstes. Johannes entgegnete, er sei nicht ordnungsgemäß gerichtet worden, habe keine Anklage gehört, habe sich nicht verteidigen können, sei auch nicht in seiner Gegenwart verurteilt, sondern vom Kaiser verbannt und von ihm auch wieder zurückgerufen worden. Seine Feinde beriefen indessen eine neue Synode und verlangten nicht einmal ein geordnetes Rechtsverfahren, sondern redeten dem Kaiser ein, daß das Urteil gesetzmäßig und gerecht gewesen sei, und verbannten ihn nicht nur aus jener Stadt, sondern schickten ihn auch in ein kleines und einsames Städtchen Armeniens mit Namen Kukusus. Auch von dort vertrieben sie ihn wieder und verwiesen ihn nach Pityus, dem äußersten Punkt des Pontus und des römischen Reiches, in der Nähe der wildesten Barbaren. Doch der gütige Herr duldete nicht, daß der ruhmvolle Kämpfer und Sieger bis zu diesem Inselchen geschleppt werde. Denn als er nach Komana gekommen war, nahm er ihn auf in das ewig junge und schmerzlose Leben. Sein Leib aber, der so herrliche Kämpfe bestanden hatte, wurde neben dem Reliquienschrein des Martyrers Basiliscus beigesetzt, wie es der Martyrer im Traume befahl.

Wie viele Bischöfe nun um seinetwillen von ihren Kirchen vertrieben und selbst bis an die äußersten Grenzen des Erdkreises verbannt wurden, wie viele auch von denen, welche die aszetische Lebensweise sich erwählt hatten, dem gleichen Schicksale verfielen, das scheint mir überflüssig zu erzählen und die Darstellung zu sehr in die Länge zu ziehen. Überdies halte ich es für angezeigt, die widerlichen Vorgänge nur kurz zu behandeln und die Fehler der dabei tätigen Personen, da sie gleichen Glaubens mit uns sind, zuzudecken1. Die meisten von ihnen haben auch ihr Unrecht gebüßt und durch ihre Leiden den Übrigen eine nützliche Lehre gegeben.

Dieses Unrecht verabscheuten ganz besonders die Bischöfe Europas; sie trennten sich sogar von der Gemeinschaft der Urheber desselben, und sämtliche Illyrier schlossen sich ihnen an. Die meisten Bischöfe der morgenländischen Städte dagegen vermieden zwar die Teilnahme an dem Unrecht, spalteten aber nicht den Leib der Kirche. Selbst als der große Lehrer des Erdkreises gestorben war, stellten die Bischöfe des Abendlandes die Kirchengemeinschaft mit denen in Ägypten, im Morgenlande, im Bosporus und in Thrazien nicht eher wieder her, als bis diese den Namen jenes ehrwürdigen Mannes in die Liste der verstorbenen Bischöfe aufgenommen hatten. Und den Arsacius, der auf jenen folgte, würdigten sie nicht einmal einer Begrüßung; den Attikus aber, den Nachfolger des Arsacius, der oftmals Gesandte schickte und oftmals um Frieden bat, anerkannten sie erst später, als er den Namen des Heiligen in das Verzeichnis der Bischöfe eingetragen hatte. […]

(Theodoret von Cyrus (393-466) , Bibliothek der Kirchenväter)

Knieender hl. Franziskus, Ausschnitt G. Gasparro

+

Zehn Merkzeichen für den Mann

1. Als Mann bist du ein Mitkreator des Schöpfer-Gottes!
(Als Erfinder, als Künstler, als Vater.)

2. Du hast die Aufgabe, die Erde zu bebauen!
(Auch Acker, Haus, Herd und Land.)

3. Du hast die Aufgabe, die Erde zu bewahren!
(Auch vor ihrer Zerstörung durch Maßlosigkeit in Technik und Wirtschaft.)

4. Du bist für die Erde verantwortlich!
(Für die Gesunderhaltung und die Bewahrung des Lebens – auch des ungeborenen Menschen und der Geschöpfe.)

5. Du bist für dein Umfeld verantwortlich!
(Für deine Familie – auch für deine Nachbarn, deine Stadt und deinen Kreis, für ihre Flüsse, Seen und Berge.)

6. Lass dich aus diesen Aufgaben von niemandem verdrängen!
(Selbst nicht von deinen eigenen wilden Schösslingen, nicht von Macht-anmaßenden Männinnen – auch dann nicht von deiner Frau.)

7. Du bist für deine Kinder zum Vorbild berufen!
(Auch in Gemeinden und Verbänden.)

8. Deine Kinder wollen von dir geliebt und wert gehalten sein!
(Wie deine Nächsten auch.)

9. Deine Kinder wollen von dir beschützt sein!
(Auch durch das geltende Recht und durch Landesverteidigung.)

10. Die dir Anvertrauten wollen verstanden sein!
(Gebrauche dafür die dir von Gott geschenkten Augen und das dir dafür erstellte Gehirn zum Nach-Denken und Einfühlen – auch beim Umgang mit deiner Frau.)

(Christa Meves)

+

Damaskus – 25. Januar

Saulus aber noch Drohung und Mord gegen die Jünger des Herrn atmend, ging zum Hohenpriester, und erbat sich von ihm Briefe nach Damaskus an die Synagogen, damit, wenn er welche fände, die dieses Weges wären, Männer und Weiber, er sie gefesselt nach Jerusalem führte.

Als er nun auf dem Wege war, und sich Damaskus näherte, umleuchtete ihn plötzlich ein Licht vom Himmel. Und er fiel auf die Erde, und hörte eine Stimme, die zu ihm sprach:

Saulus, Saulus! warum verfolgst du mich?
Er sprach: Wer bist du, Herr? und dieser antwortete: Ich bin Jesus, den du verfolgst; es ist dir hart, wider den Stachel auszuschlagen.

Da sprach er zitternd und staunend: Herr! was willst du, dass ich tun soll? Und der Herr sprach zu ihm: Stehe auf, und gehe in die Stadt; dort wird dir gesagt werden, was du tun sollst!

Die Männer aber, welch mit ihm reisten, standen sprachlos, da sie zwar die Stimme hörten, aber niemanden sahen.

Da stand Saulus von der Erde auf; und als er die Augen auftat, sah er nichts. Sie nahmen ihn also bei der Hand, und führten ihn nach Damaskus. Daselbst war er drei Tage, ohne zu sehen; und er aß nicht, und trank nicht.

Es war aber ein Jünger zu Damaskus, mit Namen Ananias. Zu diesem sprach der Herr in einem Gesichte: Ananias!
Er antwortete: Siehe, Herr, hier bin ich.
Und der Herr sprach zu ihm: Stehe auf, und gehe in die Straße, welche die gerade heißt, und frage im Hause des Judas nach jemanden mit Namen Saulus aus Tarsus; denn siehe, er betet.

(Und er hat einen Mann mit Namen Ananias eintreten, und ihm die Hände auflegen sehen, damit er wieder sehend werde.) Ananias aber antwortete: Herr! ich habe von vielen gehört, wie viel Böses dieser Mann deinen Heiligen in Jerusalem angetan hat. Und hier hat er Vollmacht von den Hohenpriestern, alle, die deinen Namen anrufen, zu fesseln.

Der Herr sprach zu ihm: Gehe hin! denn dieser ist mir ein auserwähltes Werkzeug, meinen Namen vor Heiden und Könige und die Kinder Israels zu tragen. Denn ich werde ihm zeigen, wie viel er für meinen Namen leiden muss.

Da ging Ananias hin, und trat in das Haus, und ihm die Hände auflegend sprach er: Bruder Saulus! der Herr Jesus, der dir auf dem Wege, auf dem du kamest, erschienen ist, hat mich zu dir gesandt, damit du sehend und mit dem Heiligen Geiste erfüllt werdest.

Und sogleich fiel es wie Schuppen16 von seinen Augen, und er erhielt das Gesicht wieder, stand auf, und wurde getauft.

Dann nahm er Speise, und kam wieder zu Kräften. Er hielt sich aber bei den Jüngern, die zu Damaskus waren, einige Tage auf. Und alsbald predigte er in den Synagogen Jesus, dass dieser der Sohn Gottes sei. Es staunten aber alle, die es hörten, und sprachen: Ist nicht dieser es, welcher in Jerusalem die Jünger verfolgte, die diesen Namen anriefen? und der dazu hierher gekommen ist, um sie zu fesseln und zu den Hohenpriestern zu führen? Saulus aber erstarkte immer mehr, und brachte die Juden, welche zu Damaskus wohnten, in Verwirrung, indem er bewies, dass dieser Christus sei.

Als nun viele Tage verflossen waren, hielten die Juden miteinander Rat, ihn zu töten. Jedoch wurden ihre Anschläge dem Saulus bekannt. Sie bewachten aber Tag und Nacht die Tore, damit sie ihn töteten. Da nahmen ihn die Jünger bei Nacht, und ließen ihn über die Mauer in einem Korbe hinab.

Als er nun nach Jerusalem kam, suchte er sich den Jüngern anzuschließen; aber alle fürchteten sich vor ihm, da sie nicht glaubten, dass er ein Jünger sei. Barnabas aber nahm sich seiner an, führte ihn zu den Aposteln, und erzählte diesen, wie er auf dem Wege den Herrn gesehen, dass dieser zu ihm geredet, und wie er in Damaskus freimütig im Namen Jesu gepredigt habe.

Und er ging mit ihnen in Jerusalem ein und aus, und sprach freimütig im Namen des Herrn. Er redete auch mit den Heiden, und stritt mit den griechischen Juden; diese aber suchten ihn zu töten. Da dieses die Brüder erfuhren, geleiteten sie ihn nach Cäsarea, und entsandten ihn nach Tarsus.

(Apg 9,1-30)

Saulus Damascus Paulus

+