Was tun?

Wir müssen an erster Stelle
den Ruf Gottes wieder hören:
»Ihr sollt heilig sein;
denn ich, der Herr, euer Gott, bin heilig« (3 Lev 19,2).
Die Priesterweihe führt zu der Identifikation mit Christus.
Natürlich bleibt die substanzielle Wirksamkeit des Amtes
von der Heiligkeit des Amtsträgers unabhängig,
dennoch sollte man nicht die außerordentliche Fruchtbarkeit,
die aus der Heiligkeit der Priester entsteht, missachten.

Niemand wird daran gehindert,
die Wahrheit des Glaubens in einem Geist des Friedens,
der Einheit und der Barmherzigkeit zu verkünden.
Wehe dem, der schweigt.
»Vae mihi si non evangelizavero!«
»Wehe mir, wenn ich das Evangelium nicht verkünde!« (1 Kor 9,16).

Kardinal Robert Sarah. Aus der Tiefe des Herzens. 150

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Schelte Gottes

Hören wir auf den heiligen Paulus.
Ergreifen wir mutig das Wort,
um den Glauben zu verkünden,
ohne zu befürchten,
es an Barmherzigkeit fehlen zu lassen.
In diesen schwierigen Zeiten
soll jeder sich davor fürchten,
von Gott einmal zu hören, wie er …

»diese scharfen Worte
als Schelte an ihn adressiert:
Verdammt sollst Du sein, der nichts gesagt hat.
Ach genug des Schweigens!
Schreit in hunderttausend Zungen.
Ich sehe, dass vor lauter Schweigen
die Welt korrumpiert,
die Braut Christi ganz blass ist,
sie ihre Farben verloren hat,
weil man ihr Blut saugt,
das Blut Christi, das durch die Gnade
verschenkt wird. […]
Schlaft nicht mehr den Schlaf der Nachlässigkeit.
Tut schnell, was ihr könnt.« (Hl. Katherina von Siena)

Kardinal Robert Sarah. Aus der Tiefe des Herzens. 149

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Bischöfe, Priester und Laien

Es ist dringend notwendig,
dass alle, Bischöfe, Priester und Laien
sich von den schlechten Plädoyers,
den theatralischen Inszenierungen,
den teuflischen Lügen,
den modischen Irrtümern,
die den priesterlichen Zölibat destabilisieren wollen,
nicht mehr beeinflussen lassen.

Es ist dringend notwendig,
dass alle – Bischöfe, Priester und Laien –
wieder einen Blick des Vertrauens
auf die Kirche
und den ihr Mysterium schützenden
priesterlichen Zölibat werfen.

Dieser Blick wird auch der beste Schutz
gegen den Geist der Spaltung,
gegen den politischen Geist, aber auch
gegen den Geist der Gleichgültigkeit
und des Relativismus sein.

Kardinal Robert Sarah. Aus der Tiefe des Herzens. 147

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Jesus – die Kirche ist deine Braut

Gekreuzigter Jesus, schau auf Deine Kirche,
wie Du Maria vom Kreuz herab angeschaut hast.
Du hast sie Johannes, dem priesterlichen und keuschen Apostel,
als Mutter anvertraut.
Du hast sie ihm gegeben, damit er
»von jener Stunde an, […] sie zu sich [nahm]« (Joh 19,27).
Habe Mitleid mit Deiner Kirche.
Schenke ihr Frieden und Einheit.
Habe Mitleid mit Deinen Priestern.
Gib ihnen, dass auch sie Maria empfangen können.
Gib ihnen, dass sie
kein anderes Gut als Deine Kirche haben.

Gekreuzigter Jesus, schau auf die Kirche,
Deine Braut.
Mach sie schön und Deiner würdig.
Sie soll Deinem Herzen gleichen.
Jeder soll in ihr Dein Antlitz erkennen können.
Alle Völker sollen in ihr endlich ihr
gemeinsames Haus erkennen.

Kardinal Robert Sarah. Aus der Tiefe des Herzens. 146-147.

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Mit dem heiligen John Henry Newman …

… bitten wir Dich:

»Nimm mein ganzes Wesen so vollkommen,
so vollständig in Besitz,
dass jeder Tag, jede Geste meines Lebens
Dein eigenes ausstrahlt.
Erstrahle durch mich, sei in mir.
Mache, dass jede Seele, die ich berühre,
durch Deine Gegenwart in mir berührt sei.
Mach, dass sie, wenn sie die Augen heben,
nicht mehr mich, sondern Dich, Herr, sehen!
Bleibe an meiner Seite,
damit ich erstrahle, so wie Du erstrahlst,
damit ich für die anderen eine Lampe bin,
die von Deinem Licht angezündet wurde:
Kein Strahl soll von mir sein.
Ich werde nur der Lichtstrahl Deines Lichts sein,
das durch mich die anderen erreicht.
Lass mich Dich so anbeten,
wie Du es am liebsten magst,
und lass mich meine Mitmenschen erleuchten.
Lass mich Dich lehren, ohne zu predigen, ohne Worte;
durch Dein bloßes Vorbild,
die alleinige Anziehung der liebenden Kraft,
die alleinige Evidenz der Fülle
meiner Liebe zu Dir.«

Kardinal Robert Sarah. Aus der Tiefe des Herzens. 146

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Im Schatten des Kreuzes

Das Priestertum geht durch eine dunkle Zeit. Zahlreiche Priester – verletzt durch die Veröffentlichung so vieler Skandale, verwirrt durch die unaufhörlichen Infragestellungen ihres geweihten Zölibats – geraten in Versuchung, aufzugeben, alles zu verlassen.
Christus fragt uns:
»Wollt auch ihr weggehen?« (Joh 6,67).
Mit Petrus und seinem Nachfolger vereint, möchten wir Ihm antworten.
»Herr, zu wem sollten wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens. Wir sind zum Glauben gekommen und haben erkannt: Du bist der Heilige Gottes.« (Joh 6,68-69).

Ja, Herr, Du bist der Heilige Gottes.
Du bist der Geweihte Gottes.
Du hast Dich ganz hingegeben und ganz geschenkt.
Dein »Ja« zum Vater ist bedingungslos.
Nichts an Dir leistet ihm Widerstand, nichts an Dir entgeht ihm.
Wir Priester wollen Dir bis zu diesem perfekten »Ja« folgen.
Wir wollen mit Dir sagen:
Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird,
das ist mein Blut, das für viele vergossen wird.
Lehr uns, zu beten und ohne Unterlass mit Dir zu wiederholen:
»In Deine Hände übergebe ich meinen Geist« (Lk 23,46).
Du bist unser einziges Gut, unser einziges Erbe.

Kardinal Robert Sarah. Aus der Tiefe des Herzens. 145

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Unheilbar krank

Welches ist die richtige Haltung angesichts einer unheilbaren Krankheit?

Wenn die Krankheit unheilbar wird, nützen Worte nicht mehr viel. Wir müssen die Stille wahren und den Leidenden liebevoll pflegen können, um ihm die Nähe, die Wärme und das Mitgefühl Gottes zu überbringen. Es genügt, seine Hand zu halten und sich schweigend anzuschauen. Die Zärtlichkeit eines Blickes kann den Trost und den Halt Gottes bringen. Vor einem Kranken, der leidet, muss man nicht sprechen. Man muss still mitfühlen, lieben und beten, mit der Gewissheit, dass die einzige Sprache, die zur Liebe passt, das Gebet und die Stille ist.

Der Kranke wird durch seinen eigenen Zustand in die Stille eingeführt. Er ist im Geheimnis der Stille Gottes weiter fortgeschritten als der Gesunde. Der leidende Mensch ist ohne Worte in der frohen Erwartung des Herrn. Aber in seinem Herzen schlagen die Hoffnung und die Hingabe, die ihn in Gott eintauchen.

Die Krankheit ist eine Teilnahme an der ewigen Stille.

Kardinal Sarah in Kraft der Stille (347-349)

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