Widersteht wie die Katholiken in der Vendée!

Die katholische und königstreue Bevölkerung der Vendée und ihrer Umgebung erhob sich 1793 – 1796 in einem Aufstand gegen die kirchen- und königsfeindliche Schreckensherrschaft der französischen Revolution. Ihr Aufstand wurde von den Revolutionären im Namen von „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ grausam niedergeschlagen. Die Grausamkeit der Revolutionsregierung und ihrer „Höllenkolonnen“, wie die Revolutionstruppen genannt wurden, die den Aufstand in der Vendée niederschlugen, forderte durch systematisches Niederbrennen ganzer Ortschaften und Ermordung der Bevölkerung rund 200.000 Tote.

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Wir Christen brauchen den Geist der Bewohner der Vendée! Wir brauchen ein solches Vorbild! Wie sie müssen wir unsere Aussaat, unsere Ernte, die von unseren Pflügen gezogenen Furchen verlassen, um zu kämpfen – nicht für die Verteidigung menschlicher Interessen, sondern für Gott!

Wer wird also heute für Gott aufstehen? Wer wird es wagen, sich den modernen Verfolgern der Kirche entgegenzustellen? Wer wird den Mut haben sich zu erheben, waffenlos, nur mit dem Rosenkranz und dem Heiligsten Herzen, um sich den Todeskolonnen unserer Tage entgegenzustellen, die das sind: der Relativismus, die Gleichgültigkeit und die Verachtung Gottes? Wer wird dieser Welt sagen, daß die einzige Wahrheit, für die es zu sterben lohnt, die Freiheit zu glauben ist?

Brüder, wie einst unsere Brüder der Vendée, sind heute wir zum Bekenntnis gerufen, das heißt: zum Martyrium!

Heute sterben unsere christlichen Brüder im Nahen Osten, in Pakistan, in Afrika für ihren Glauben, vernichtet von den Kolonnen des sie verfolgenden Islamismus. Deshalb: Du, Volk von Frankreich, Du, Volk der Vendée, wann wirst Du die friedlichen Waffen des Gebets und der Liebe ergreifen, um Deinen Glauben zu verteidigen?

Liebe Freunde, das Blut der Märtyrer fließt in Euren Adern. Seid ihm treu!

Wir alle sind geistig Söhne der Märtyrer der Vendée! Auch wir Afrikaner, die wir viele Missionare aus der Vendée bekommen haben, die gekommen sind, um uns Christus zu verkünden und bei uns zu sterben! Wir müssen ihrem Erbe treu bleiben!

An diesem Ort umgibt uns der Geist dieser Märtyrer. Was sagen sie uns? Was wollen sie uns weitergeben?

In erster Linie ihren Mut! Wenn es um Gott geht, ist kein Kompromiß möglich! Die Ehre Gottes steht nicht zur Diskussion! Das hat bei unserem persönlichen Leben, unserem Gebetsleben und unserer Anbetung zu beginnen.

Brüder, es ist Zeit, uns gegen den real existierenden Atheismus zu erheben, der unser Leben erstickt. Beten wir in der Familie, stellen wir Gott an erste Stelle! Eine Familie, die betet, ist eine Familie, die lebt! Ein Christ, der nicht betet, der Gott keinen Raum durch Stille und Anbetung läßt, der stirbt!

Vom Beispiel der Vendée haben wir auch die Liebe zum Priestertum zu lernen. Weil ihre „guten Hirten“ bedroht waren, haben sie sich erhoben. Ihr Jüngeren, wenn Ihr dem Beispiel Eurer Vorfahren treu sein wollt, dann liebt Eure Priester, liebt das Priestertum!

Ihr müßt Euch fragen: Bin auch ich gerufen, ein Priester in der Nachfolge dieser guten Priester zu sein, die durch die Revolution das Martyrium erlitten haben? Hätte auch ich den Mut, das Leben ganz für Christus und für meine Brüder hinzugeben?

Die Märtyrer der Vendée lehren uns auch die Vergebung und die Barmherzigkeit. Trotz der Verfolgung und des Hasses haben sie in ihrem Herzen die Sorge für den Frieden und die Vergebung bewahrt. Erinnert Euch, wie Kommandant Bonchamps1) 1793 5.000 Gefangenen die Freiheit geschenkt hat, wenige Minuten bevor er gestorben ist. Wir sollen dem Haß ohne Ressentiments und ohne Animositäten entgegentreten. Wir sollen mit dem Herzen Jesu gerüstet sein, und wie dieses wollen wir voller Sanftmut sein!

Schließlich haben wir von den Märtyrern der Vendée auch noch die Großzügigkeit und die Selbstlosigkeit zu lernen.

Eure Ahnen haben sich nicht für ihre Eigeninteressen geschlagen. Sie hatten nichts zu gewinnen. Heute lehren sie uns daher wahre Menschlichkeit. Wir leben in einer Welt, die von der Diktatur des Geldes, der Interessen und des Reichtums beherrscht wird. Die Freude der Selbstlosigkeit wird überall verachtet und verspottet. Dennoch: Nur die großzügige Liebe und die uneigennützige Hingabe des eigenen Lebens können den Haß gegen Gott und die Menschen besiegen, der Ursprung jeder Revolution ist. Die Bewohner der Vendée haben uns gelehrt, allen diese Revolutionen zu widerstehen. Sie haben uns gezeigt, daß es auf die Höllenkolonnen, die nationalsozialistischen Vernichtungslager, die kommunistischen Gulag, die islamistischen Barbarei nur eine Antwort gibt: Die völlige Selbsthingabe des eigenen Lebens. Nur die Liebe besiegt die Mächte des Todes!

Heute wieder, vielleicht heute sogar mehr denn je, wollen die Revolutionsideologen den natürlichen Ort der Selbsthingabe, der freudigen Großzügigkeit und der Liebe vernichten – ich meine die Familie!

Die Gender-Ideologie, die Verachtung der Fruchtbarkeit und der Treue sind die neuen Leitsprüche der Revolution. Die Familien sind zu vielen Vendées geworden, die ausgerottet werden sollen. Man plant systematisch sie auszulöschen, wie man es einst gegen die Vendée getan hat.

Diese neuen Revolutionäre ärgern sich für die Selbstlosigkeit der kinderreichen Familien. Sie lachen über die christlichen Familien, weil diese alles verkörpern, was sie hassen. Sie sind bereit, ihre Höllenkolonnen gegen Afrika loszuschicken, um die Familie unter Druck zu setzen und ihr die Sterilisation, die Abtreibung und die Verhütung aufzuzwingen.

Afrika wird widerstehen wie die Vendée!

Überall: Die christlichen Familien müssen freudige Avantgarde eines Aufstandes gegen diese neue Diktatur des Egoismus sein!

Jetzt muß sich im Herzen einer jeden Familie, eines jeden Christen, eines jeden Menschen guten Willens eine innere Vendée erheben! Jeder Christ ist geistig ein Vendéaner! Lassen wir es nicht zu, daß in uns die selbstlose und großzügige Hingabe erstickt wird. Lernen auch wir, wie die Märtyrer der Vendée, diese Gabe aus ihrer Quelle zu schöpfen: das Herz Jesu. Bitten wir darum, daß sich eine mächtige und freudige, innere Vendée sich in der Kirche und der Welt erhebt. – Amen!

Predigt von Robert Kardinal Sarah (Präfekt der römischen Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung) in der Kirche Saint Laurent sur Sèvres in der Vendée, Frankreich.

Quelle: katholisches.info

Kardinal Robert Sarah betet am Grab des hl. Ludwig-Maria Grignion von Montfort in der Kirche in Saint-Laurent-Sur-Sevres.

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Schweigen – sich dem Herrn nicht wiedersetzen.

Schweigen ist eine schwierige, brennende und trockene Aufgabe, denn es bedeutet, seine Lippen und seine Zunge zu beherrschen.

Doch wir müssen uns immer tiefer in die innere Wahrheit flüchten, welche die Welt nutzbringend formen kann. Der Mensch muss still vor Gott stehen und Ihm sagen:

Herr, da Du mir Verstand und den Wunsch nach Vollendung gegeben hast, führe mich stetig zur vollkommenen Liebe. Mach, dass ich Dich immer mehr liebe, denn Du bist der weise Künstler, der von dem Zeitpunkt an kein Werk unvollendet lässt, da sich das Material Dir nicht länger widersetzt. Ich übergebe mich Dir ohne Worte, o Herr. Ich möchte weich und geschmeidig in Deinen Händen sein, wie der Ton in den Händen des geschickten und wohlwollenden Töpfers.

(Kardinal Robert Sarah. Kraft der Stille. 56)

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Keiner bekennt sich mehr als Sünder – Zum Herz-Jesu-Freitag

(Von der stillen zur militanten Apostasie)

In unseren relativistischen Gesellschaften bekennt sich keiner mehr als Sünder.
Schuld und Reue sind zu „traumatischen Seelenzuständen“ geworden, von denen man sich frei machen muss, um in „gesunder“ geistiger Verfassung zu sein.
Wir sehen uns als Opfer unserer Veranlagung, unserer Umgebung oder gewisser Umstände.
Die Menschen wollen sich nur noch als empfindsame und verletzte Personen sehen.
Man schafft den Eindruck, dass die Sünde nicht mehr existiert; Ehebruch, Scheidung, wilde Ehe werden nicht mehr als schwere Sünden betrachtet.

Es sind Misserfolge oder Schritte zu einem fernen Ziel.
Wer kümmert sich noch um die Invasion von Hedonismus und moralischer Laxheit, um die barbarische Verachtung der Frau, die durch Pornographie und Prostituion als Lustobjekt missbraucht wird? Doch „wenn wir sagen, dass wir keine Sünde haben, führen wir uns selbst in die Irre und die Wahrheit ist nicht in uns. Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht; er vergibt uns die Sünden und reinigt uns von allem Unrecht. Wenn wir sagen, dass wir nicht gesündigt haben, machen wir ihn zum Lügner und sein Wort ist nicht in uns.“ (1 Joh 1,8-10).

Warum will die posthumanistische Welt die Sünde nicht anerkennen?
Die Sünde ist keine abstrakte Realität oder ein Fleck auf einem Kleidungsstück. Sie ist die Ablehnung des Gesetzes Gottes, ein Widerstand gegen Gott.
Die Sünde ist ein Bündnisbruch, der Verlust unserer persönlichen Beziehung mit Gott.
Die Sünde ist eine Selbstzerstörung, die mit dem Zustand einer Person verglichen werden kann, die ein Gift oder eine Droge nimmt und sich damit selbst schädigt.

Gott will jedoch nicht, dass wir etwas Wichtiges in uns selbst oder in anderen zerstören; die Sünde missfällt Ihm und verletzt Ihn schmerzlich.

Gott lädt uns zur Umkehr und zur radikalen Ablehnung der Sünde ein.

Wenn wir eine echte Herzensumwandlung erfahren, nach dem Vorbild des hl. Paulus oder des hl. Augustinus, können wir wahrhaft die stille Gegenwart Gottes in unserem Leben spüren. In seinen Bekenntnissen nennt der hl. Augustinus diese Gegenwart das Leben seines Lebens: „Wenn ich erst einmal Dir ganz anhangen werde mit meinem ganzen Ich, dann wird mich kein Schmerz, keine Mühsal mehr bedrücken, und mein Leben, ganz von Dir erfüllt, wird erst dann wahres Leben sein.“

Wie könnten wir ohne Gott leben?
Seine Gegenwart in uns ist erschreckend und destabilisierend – doch stärkend, süß und Frieden bringend zugleich. Sie ist weit entfernt aufgrund unserer Sünden – doch auch nahe durch die unendliche Barmherzigkeit Gottes. Sie ist erschreckend, da sie uns in Brand steckt und verbrennt wie ein loderndes Feuer – doch sie umarmt uns zärtlich wie ein Vater.

(Robert Kardinal Sarah. – Kraft der Stille, 263ff)

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