Gebet zum Gekreuzigten nach der Heiligen Messe

Obsecro te, dulcissime Domine Jesu Christe, ut passio tua sit mihi virtus, qua muniar, protegar atque defendar; vulnera tua sint mihi cibus potusque, quibus pascar, inebrier atque delecter; aspersio Sanguinis tui sit mihi ablutio omnium delictorum meorum; mors tua sit mihi vita indeficiens, crux tua sit mihi gloria sempiterna. In his sit mihi refectio, exsultatio, sanitas et dulcedo cordis mei: Qui vivis et regnas in sæcula sæculorum. Amen.

Gütiger Herr Jesus Christus, ich flehe Dich an:
Laß Dein Leiden mir Kraft sein, durch die ich gefestigt,
beschützt und verteidigt werde;
laß Deine Wunden als Speise und Trank für mich Sättigung,
Labung und Freude sein;
durch die Besprengung mit Deinem Blute
wasche all meine Sünden ab;
Dein Tod sei mir unversiegliches Leben,
Dein Kreuz ewige Glorie: All dies
sei Erquickung, Wonne, Heil und
Süßigkeit für mein Herz:
der Du lebst und herrschest
von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Das heilige Meßopfer mit aszetisch-mystischer Erklärung (16)

17. „Offerimus tibi, Domine. – Wir opfern Dir“

Darbringung des Kelches

Wir opfern Dir, Herr, den Kelch des Heiles und flehen Dich, den Allgütigen, an:
laß ihn, uns zum Segen und der ganzen Welt zum Heile,
wie lieblichen Wohlgeruch vor das Angesicht
Deiner göttlichen Majestät emporsteigen. Amen.

Auch dieses Opferungsgebet läßt uns bereits auf das Geschehen der Wandlung blicken, wo der Wein zum kostbaren Blut und das heilige Gefäß zum „Kelch des ewigen Heiles und zum Segen der ganzen Welt“ wird.

18. „In spiritu humilitatis. – Im Geiste der Demut“

Unsere Mitaufopferung

Priester und Volk müssen von einer demütigen und reuevollen Opfergesinnung erfüllt sein, soll ihr Opfer dem unendlich heiligen Gott Wohlgefallen.

Bibelworte:
„Ein Opfer für Gott ist ein zerknirschter Geist; ein zerschlagenes und gedemütigtes Herz wirst Du, o Gott, nicht verschmähen“ (Ps 50,19).

O Laß uns, Herr, im Geiste der Demut
und mit zerknirschtem Herzen
bei Dir Aufnahme finden.
So werde unser Opfer heute vor Deinem Angesichte,
auf daß es Dir wohlgefalle, Herr und Gott.

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Pater Gebhard Heyder OCD (1977)
„Das heilige Meßopfer mit aszetisch-mystischer Erklärung“

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Das heilige Meßopfer mit aszetisch-mystischer Erklärung (15)

16. „Deus, qui humanae substantiae. – Gott, Du hast den Menschen“

Mischung des Weines mit Wasser

Gott, Du hast den Menschen in seiner Würde wunderbar erschaffen
und noch wunderbarer erneuert:
laß uns durch das Geheimnis dieses Wassers und Weines
teilnehmen an der Gottheit Dessen, der Sich herabgelassen hat,
unsre Menschennatur anzunehmen,
Jesus Christus, Dein Sohn, unser Herr:
der mit Dir lebt und herrscht in der Einheit des Heiligen Geistes,
Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Diese uralte Zeremonie geht zurück auf Kalvaria, wo aus der durchbohrten Seite Jesu „Blut und Wasser herausfloß“ (Joh 19,34). Zugleich wird damit die mystische Vereinigung und Versenkung der geläuterten Seele mit und in das Meer der Gnade und Liebe Christi versinnbildet, von der sie, wie ein Wassertropfen vom Meere, gleichsam absorbiert wird und gnadenhaften Anteil an seiner Gottheit erhält.

Bibelworte:
„Dadurch sind uns die so kostbaren und überaus großen Verheißungsgüter geschenkt worden, damit ihr durch sie der göttlichen Natur teilhaftig werdet“ (2 Ptr 1,4).

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Pater Gebhard Heyder OCD (1977)
„Das heilige Meßopfer mit aszetisch-mystischer Erklärung“

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Das heilige Meßopfer mit aszetisch-mystischer Erklärung (14)

IV. Opferung bis Präfation

Von jetzt ab vollzieht sich im heiligen Meßopfer alles, was Jesus im Abendmahlsaal getan hat: Darbringung und Segnung von Brot und Wein, Danksagung und Lobpreis, Verwandlung der irdischen Opfergaben von Brot und Wein in den wahren Leib und in das kostbare Blut des Gotteslammes, Darreichung und Genuß des himmlischen Opfermahles.

14. Offertorium. – Opferungslied

Gepriesen sei Gott Vater und Gottes eingeborener Sohn wie auch der Heilige Geist, weil sie an uns Barmherzigkeit getan.

Mit einem Altarkuß bringt der Priester seine und unsere Opfergemeinschaft mit Christus zum Ausdruck. Nach dem Wechselgruß: „Dominus vobiscum“, betet der Priester das kurze Offertorium. Dieses bringt einen Gedanken aus der Tagesmesse und verbindet diese wieder mit den feststehenden Meßtexten und der Opferhandlung.

15. „Suscipe, sancte Pater. – Heiliger Vater“
Darbringung des Hostienbrotes

Die dünne Hostienscheibe und das Gläschen Wein sind nun wirklich die ganzen Opfergaben, die wir Gott aus unserem menschlichen Eigentum anbieten können.
Jedoch sollen wir mit Brot und Wein zugleich uns selbst Gott schenken und aufopfern, um so in die Opfergesinnung Christi einzugehen.
Dazu fordert uns schon der Apostel auf: „Bringt euren Leib als ein lebendiges, heiliges, Gott wohlgefälliges Opfer dar! Das sei euer geistiger Gottesdienst“ (Röm 12,1).
„Während wir um den Altar versammelt sind, sollen wir unser Inneres derart umformen, daß alles, was darin Sünde ist, ausgelöscht werde. Hingegen soll alles eifrig gepflegt und gestärkt werden, was durch Christus das übernatürliche Leben nährt. So sollen wir zusammen mit der makellosen Opferhostie ein dem ewigen Vater angenehmes Opfer werden“ (Mediator Dei, Pius XII.).

Die Opferungsgebete selbst lauten wie eine sakramentale Intention der ganzen Messe. Sie richten unseren Blick bereits jetzt auf das Mysterium der Wandlung und bereiten – gerade auch durch die wiederholten Kreuzzeichen – unsere irdischen Opfergaben darauf vor. – Zugleich erklären uns diese Gebete die mannigfaltigen und wunderbaren Früchte des eucharistischen Opfers, dessen Fernwirkungen über „die ganze Welt hin“ und bis hinab ins Fegfeuer dringen, „für die Lebenden und Verstorbenen“.

Der Priester führt mit der Patene und der darauf liegenden Hostie ein Kreuz über dem Altar aus und legt dann die Hostie gleichsam aufs Kreuz nieder. Dasselbe geschieht mit Kelch und Wein. Dadurch wird der Charakter des Meßopfers als Kreuzopfer nochmals symbolisch unterstrichen.

[Der Priester hält die Patene mit der Hostie empor und betet leise:]

Heiliger Vater, allmächtiger ewiger Gott,
nimm diese makellose Opfergabe gnädig an.
Dir, meinem lebendigen, wahren Gott, bringe ich, Dein unwürdiger Diener,
sie dar für meine unzähligen Sünden, Fehler und Nachlässigkeiten.
Ich opfere sie auf für alle Umstehenden und alle Christgläubigen,
für die Lebenden und Verstorbenen.
Gib, daß sie mir ihnen zum Heile gereiche für das ewige Leben. Amen.

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Pater Gebhard Heyder OCD (1977)
„Das heilige Meßopfer mit aszetisch-mystischer Erklärung“

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Præfation der Adventszeit

In Wahrheit ist es würdig und recht, geziemend und heilsam,
Dir, Herr, heiliger Vater, allherrschender, ewiger Gott,
immer und überall zu danken,
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Ihn hast Du in Deinem Erbarmen und in Deiner Treue
dem verlorenen Menschengeschlechte als Erlöser verheißen:
Seine Wahrheit belehre die Unwissenden,
Seine Heiligkeit rechtfertige die Sünder,
Seine Kraft stärke die Schwachen.
Da nun die Zeit nahe ist, daß der kommen soll, den Du senden wirst,
und aufleuchtet der Tag unserer Erlösung,
jubeln wir im Glauben an Deine Verheißung voll heiliger Freude.
Darum singen wir mit den Engeln und Erzengeln,
mit den Thronen und Mächten
und mit all den Scharen des himmlischen Heeres
den Hochgesang von Deiner Herrlichkeit und rufen ohne Ende:

Heilig, Heilig, Heilig, Herr, Gott der Heerscharen.
Himmel und Erde sind erfüllt von Deiner Herrlichkeit.
Hosanna in der Höhe!
Hochgelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn!
Hosanna in der Höhe!

+

Vere dignum et justum est, æquum et salutare, nos tibi semper et ubique gratias agere: Domine, sancte Pater, omnipotens æterne Deus: per Christum, Dominum nostrum. Quem perdito hominum generi Salvatorem misericors et fidelis promisisti: cujus veritas instrueret inscios, sanctitas justificaret impios, virtus adiuvaret infirmos. Dum ergo prope est ut veniat quem missurus es, et dies affulget liberationis nostræ, in hac promissionum tuarum fide, piis gaudiis exsultamus. Et ideo cum Angelis et Archangelis, cum Thronis et Dominationibus cumque omni militia cælestis exercitus, hymnum gloriæ tuæ canimus, sine fine dicentes:

Sanctus, Sanctus, Sanctus Dominus, Deus Sabaoth. Pleni sunt cæli et terra gloria tua. Hosanna in excelsis. Benedictus, qui venit in nomine Domini. Hosanna in excelsis.

Das heilige Meßopfer mit aszetisch-mystischer Erklärung (13)

13. „Credo in unum Deum. – Ich glaube an den einen Gott“:

Das „Credo“ ist unsere zustimmende Antwort auf das gehörte Evangelium, zugleich auch schon eine seelische Einstimmung zur Begegnung mit dem nahenden „Mysterium fidei, dem Zentralgeheimnis der hl. Messe. Das Meßcredo ist das ausführliche Glaubensbekenntnis des großen Konzils von Nizäa (325). Es führt uns durch die ganze Welt der Gottesoffenbarung und läßt uns einen ahnenden Blick tun in die zeitlosen Regionen des Seins und Wirkens der dreifaltigen Gottheit. In kurzen, festen Schritten durchwandern wir das Erdenleben und das Erlöserleiden des menschgewordenen Gottessohnes. Wir folgen Ihm über seine Verherrlichung und Geistessendung bis hinab zu seiner Wiederkunft am Zeitenende.

Bibelworte:
„Da rief der geheilte Blinde aus: Ich glaube, Herr! Dabei fiel er nieder und betete Ihn an“ (Joh 9,38). „Ich glaube, Herr! Hilf meinem Unglauben“ (Mk 8,24)!

Ich glaube an den einen Gott. Den allmächtigen Vater,
Schöpfer des Himmels und der Erde,
aller sichtbaren und unsichtbaren Dinge.
Und an den einen Herrn „Jesus Christus,
Gottes eingeborenen Sohn.
Er ist aus dem Vater geboren vor aller Zeit.
Gott von Gott, Licht vom Lichte,
wahrer Gott vom wahren Gott;
Gezeugt, nicht geschaffen,
eines Wesens mit dem Vater.
Durch Ihn ist alles geschaffen.
Für uns Menschen
Und um unsres Heiles willen
Ist Er vom Himmel herabgestiegen. – (Hier knien alle nieder.)
Er hat Fleisch angenommen durch den Heiligen Geist
aus Maria, der Jungfrau,
und ist Mensch geworden. – (Aufstehen.)
Gekreuzigt wurde E r sogar für uns;
unter Pontius Pilatus hat Er den Tod erlitten
und ist begraben worden.
Er ist auferstanden am dritten Tage,
gemäß der Schrift;
Er ist aufgefahren in den Himmel
und sitzet zur Rechten des Vaters.
Er wird wiederkommen in Herrlichkeit,
Gericht zu halten über Lebende und Tote:
und Seines Reiches wird kein Ende sein.
Ich glaube an den Heiligen Geist,
den Herrn und Lebensspender,
der vom Vater und vom Sohne ausgeht.
Er wird mit dem Vater und dem Sohne
Zugleich angebetet und verherrlicht;
Er hat gesprochen durch die Propheten.
Ich glaube an die eine,
heilige, katholische und apostolische Kirche.
Ich bekenne die eine Taufe
zur Vergebung der Sünden.
Ich erwarte die Auferstehung der Toten,
+ Und das Leben der zukünftigen Welt. Amen.

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Pater Gebhard Heyder OCD (1977)
„Das heilige Meßopfer mit aszetisch-mystischer Erklärung“

Die vorangegangenen Kapitel.

Letzter Sonntag nach Pfingsten – (24. So n. Pf.)

Oratio am letzten Sonntag nach Pfingsten

Excita, quæsumus, Domine, tuorum fidelium voluntates:
ut, divini operis fructum propensius exsequentes,
pietatis tuæ remedia majora percipiant.
Per Dominum nostrum Jesum Christum, Filium tuum:
Qui tecum vivit et regnat in unitate Spiritus Sancti Deus:
per omnia sæcula sæculorum. R Amen.
+
Rüttle auf, o Herr, wir bitten Dich, den Willen Deiner Gläubigen,
damit sie mit ganzem Eifer die Frucht der heiligen Liturgie
sich auswirken lassen und so noch reichere Heilmittel
von Deiner Vatergüte empfangen.
Durch unsern Herrn Jesus Christus, Deinen Sohn,
der mit Dir lebt und herrscht in der Einheit des Heiligen Geistes,
Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. R Amen.

Mariawalder Messbuch – 24. und letzter Sonntag nach Pfingsten

+

Zisterzienser Missale (Ordo 1963)

Das Mariawalder Meßbuch ist identisch mit dem MISSALE CISTERCIENSE, das 1951 mit der Genehmigung des Generalabtes des Zisterzienserordens, des Hochwürdigsten D. Matthaei Quatember OCist in Westmalle veröffentlicht worden ist.

Schon im 16. Jahrhundert wurde offensichtlich, daß viele Priestermönche den römischen Ritus ihrem eigenen zisterziensischen vorzogen. Obwohl noch das Konzil von Trient (1545-1563) die Eigenriten bestätigt hatte, konnten die Generalkapitel des 17. Jahrhunderts nur noch teilweise verhindern, daß das Missale Romanum auch in den Klöstern des Ordens gebraucht wurde. Die neu herausgegebenen Meßbücher ab 1657 waren im Grunde Ausgaben des Missale Romanum mit zisterziensischen Adaptationen.

Die Unterschiede sind aber gar nicht so klein, wie gerne behauptet wird. Es gibt Heiligenfeste mit Texten, die das Missale Romanum nicht kennt. Mitunter sind auch an Sonntagen des Kirchenjahres die Perikopen und Texte der Meßgesänge nicht identisch. Bei gemeinsamen Heiligenfesten sind mitunter einzelne Texte der Meßgesänge verschieden. Verschieden sind auch die Weiheriten der Kerzen an Lichtmeß, am Aschermittwoch und Palmsonntag. Die Karfreitagsliturgie hat stellenweise ihre eigene Form, sowie die Feier der Osternacht.

Es ist also noch viel Eigengut im Zisterziensermeßbuch, sodaß man mit Recht von einem MISSALE CISTERCIENSE sprechen kann und nicht nur von einem MISSALE ROMANUM CISTERCIENSE.

http://www.mariawalder-messbuch.de/

Friedhof der Mönche von Mariawald
Friedhof der Mönche von Mariawald