Zuerst wurden die Kreuzzeichen gestrichen

Schon während des 2. Vatikanischen Konzils, unmittelbar nach der Verabschiedung der Konstitution über die heilige Liturgie SACROSANCTUM CONCILIUM (SC) wurden in Pfarrkirchen und Klosterkirchen die ersten Veränderungen eingeführt. Es waren nicht nur etwa ein Teil der Gebete, die die Ministranten zu verrichten hatten, die wegfielen, ohne dass dies ein Kirchenbesucher gemerkt haben müsste. Ein weiterer Handstreich, den die Gläubigen nicht mitbekamen, geschah im Missale des Priesters auf dem Altar. Tatsächlich wurden von den Priestern (!!!) buchstäblich im Handstreich, nämlich mit einem Schreibstift, die vorgeschriebenen Kreuzzeichen aus dem CANON der Heiligen Messe ausgestrichen, getilgt. Dabei berief man sich auf Art. 25 SC: „Die liturgischen Bücher sollen baldigst revidiert werden; dazu sollen aus den verschiedenen Gebieten des Erdkreises Fachleute herangezogen und Bischöfe befragt werden.

Nur ein kleiner Handstreich. – Missale Romanum.

(Tridentinisches Konzil, 22. Sitzung 17. Sept. 1532:
Die Lehre vom Opfer der Messe):

„4 . Kapitel: Vom Kanon der Heiligen Messe
Und da es sich geziemt, dass das Heilige heilig verwaltet werde und dieses unter allen das heiligste Opfer ist, so hat die Katholische Kirche, damit es würdig und ehrfurchtsvoll aufgeopfert und empfangen werde, vor vielen Jahrhunderten den heiligen Kanon eingeführt, von allen Irrtum so rein, dass nichts zu ihm enthalten ist, welches nicht ganz vorzüglich von Heiligkeit und Frömmigkeit duftend, die Gemüter der Opfernden zu Gott erhebe. Da ja derselbige sowohl aus Worten des Herrn selbst, als aus Überlieferungen der Apostel und auch aus frommem Einrichtungen heiliger Päpste besteht.“

(Quelle)

Da Heiliges heilig verwaltet werden soll und dieses Opfer das heiligste von allem ist, hat die katholische Kirche, damit es würdig und ehrfürchtig dargebracht und empfangen werde, vor vielen Jahrhunderten den heiligen Kanon eingeführt, der so von allem Irrtum rein ist, daß nichts in ihm enthalten ist, das nicht in höchstem Maße den Duft einer gewissen Heiligkeit und Frömmigkeit verströmen läßt und die Gemüter derer, die es darbringen, zu Gott emporrichtet…“ (DH 1745)

Knapp und scharf wird daraus im dazugehörigen Kanon – sozusagen dem „Kanon über den (römischen) Kanon“ – die Folgerung gezogen: „Wer sagt, der Kanon der Messe enthalte Irrtümer und sei deshalb abzuschaffen, der sei im Banne.“ (DH 1756)

(P. Bernward Deneke FSSP: Konzil von Trient und heilige Messe; in: Dominus Vobiscum, April 2014).

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Erste Begegnung mit der „alten Messe“

Es sind allem voran bestimmte Begegnungen, die unserem Leben Richtung und Prägung geben.

Begegnungen, die aus dem flüchtigen Grau-in-Grau des Alltags hervorstechen. Die ihr Zeichen tief in Seele und Herz drücken. Und die uns wie verwandelt entlassen. Rückblickend erkennen wir sie als Fügungen göttlicher Vorsehung; als Wege der Gnade hin zum Leben in Fülle.

Die bescheidene Begegnung, von der hier die Rede sein soll, ereignete sich vor über 3 Jahrzehnten in einer Kapelle. Deren Besonderheit liegt nicht in hohem Alter und bedeutenden Kunstschätzen, sondern darin, daß sie zur Versammlungsstätte jener Katholiken geworden ist, die die heilige Messe im „alten Ritus“ besuchen wollen.

Der Verfasser dieser Zeilen hatte eigentlich keine Veranlassung, sich in den Kreis solcher Außenseiter zu begeben. Selbst Ministrant in seiner Pfarrei und aktiv in deren Jugendgruppen, war er im „normalen“ kirchlichen Leben zuhause und vertraut mit der Form des Gottesdienstes, die er von Kindertagen an als einzige kennengelernt hatte. Warum etwas Neues, auch wenn es das Ältere wäre?

Aber einige Vorkommnisse, teils abschreckender, teils erfreulicher Art, trieben zur Suche an und drängten mit wachsender Eindeutigkeit auf den Pfad der Tradition. So erlebte er auf der einen Seite die offene In-Frage-Stellung von Glaubenswahrheiten im Religionsunterricht und Abstoßendes in der Jugendarbeit und in Jugendgottesdiensten, an deren Gestaltung er selbst Anteil hatte.

Auf der anderen Seite standen Begebenheiten, die neue Horizonte eröffneten: eine intensiv religiöse Wallfahrt, die Entdeckung und Pflege „altertümlicher Frömmigkeitsformen“ (besonders des Rosenkranzgebetes) sowie die Lektüre wahrhaft katholischen Schrifttums.

Zum ersten Mal wurde der Glaube hier in seiner erregenden Größe und Schönheit, in seinem bindenden und bannenden Anspruch erfahren. Schwindelerregend hoch und abgrundtief, erhaben und innig zugleich erschien die Lehre von der eucharistischen Gegenwart Jesu und von der unblutigen Vergegenwärtigung Seines Liebes- und Lebensopfers in der heiligen Messe.

Warum nur waren dem praktizierenden und engagierten Jugendlichen alle diese Wahrheiten so lange beinahe vollständig vorenthalten geblieben? Und wo fanden sie überhaupt einen angemessenen Ausdruck? Im gewohnten gottesdienstlichen Leben jedenfalls war davon wenig auszumachen. Trotz – oder vielmehr: wegen? – der vielgepriesenen „Verständlichkeit“ der neuen Liturgie.

So wurde der Wunsch unabweislich, das, was bisher nur vom Hörensagen her bekannt war, mit eigenen Augen und Ohren mitzuerleben: die „alte Messe“. War sie, die von den Bauleuten Verworfene, nicht schon durch die bloße Kunde zum Eckstein im Herzen des Suchenden geworden?

Fast immer erspäht der junge Mensch in neuer Umgebung zuerst, was er denn da für Leute um sich habe. Erfreulich war die Entdeckung, daß sich in der Kapelle alle Altersstufen einfanden; und daß es sich keineswegs um lauter religiöse Fanatiker und frömmelnde Exzentriker (die es natürlich auch gab) handelte.

Die Formen der Ehrfurcht, im pfarrlichen Leben auf ein kaum noch zu unterbietendes Minimum reduziert und nur von wenigen Randexistenzen beibehalten, hatten bei diesen Gläubigen so gar nichts Übertriebenes an sich. Reine Selbstverständlichkeiten.

Und dann die heilige Messe selbst. Der Neuling sah sich einer eigenen Welt gegenüber. Die war ihm noch weithin verschlossen. Aber in ihrer erfüllten Stille und im erahnten Tiefsinn der Zeichen übte sie eine unaufdringliche und zugleich kraftvolle Anziehung aus. Bis auf die Predigt, weit und wogend wie das Meer, machte dieser Gottesdienst nicht den Eindruck eines Vortrages von Mensch zu Mensch, sondern einer Handlung, genauer noch: einer Begegnung.

Die Haltung und Ausrichtung des Zelebranten, der Ministranten und Gläubigen ließen keinen Zweifel mehr darüber, wer da im Mittelpunkt stand. Es fiel gar nicht schwer, an die wirkliche und persönliche Gegenwart des Erlösers in Seinem Opfer zu glauben. Alles redete ja davon. Alles lenkte die Aufmerksamkeit auf Ihn hin. Anstatt seine Person hervorzuheben, verschwand der Priester nahezu. Er tauchte gleichsam in dem liturgischen Vollzug unter und ging völlig auf in der Stellvertretung des einen Hohenpriesters Jesus Christus.

Aus der Hinwendung zum „Geheimnis des Glaubens“ heraus wandte er sich dann auch den Gläubigen zu. Aber ohne den Blick auf den Herrn zu verstellen. Keine störenden subjektiven Einlagen. Die heilige Messe hatte nicht das Gesicht ihres menschlichen Zelebranten. Sie war theozentrisch, christozentrisch.

Endlich hatte der Sucher den Ausdruck jenes eucharistischen Glaubens, der aus den Worten und Gebeten der Heiligen spricht, gefunden! Wohl waren die Zelebrationsrichtung, die lateinische Kultsprache und die lang empfundenen Phasen des Schweigens für den an Verständlichkeit und Abwechslung gewöhnten Meßbesucher zunächst fremdartig.

Durch den Entzug äußerer Beschäftigungen sah er sich plötzlich auf sein eigenes, armes Inneres zurückgeworfen: auf die Leere, den schwachen Glauben, die verkümmerte Fähigkeit zur Anbetung…

Doch gerade dadurch kam auch die Einsicht: Die heilige Messe ist eben ein Mysterium; ein Geheimnis, das nicht dem Fassungsvermögen des Menschen angepaßt werden darf, sondern dem sich dieses Fassungsvermögen durch die Gnade und eigenes Bemühen mehr und mehr anpassen soll.

Der innerste Mittelpunkt des Glaubenslebens kann nicht nach den Maßstäben Fernstehender gestaltet werden. Nur dem gläubigen Mitvollzug erschließt er sich nach und nach. In das wahrhaft Große wächst man erst mit der Zeit hinein.

Der Blick muß geläutert, das übernatürliche Sensorium geschärft werden. Dann beginnt das Abenteuer immer neuer, immer noch herrlicherer Entdeckungen.

Diese erste Begegnung läutete für den Verfasser eine Entdeckungsreise ein, die bis heute kein Ende gefunden hat. Auch die spätere „Gewöhnung“ an den traditionellen Meßritus im Priesterseminar und als Priester hat daran nichts geändert.

Während das Moderne in seiner Ausrichtung auf den „Menschen von heute“ veraltet, offenbart das Alte sich in ewiger Jugend, denn es ist in erster Linie ein „Hintreten zum Altare Gottes, zu Gott, der meine Jugend erfreut“ (Stufengebet der hl. Messe). In der Begegnung mit diesem Wunderwerk des Glaubens findet das abenteuerliche Herz, was es sucht: den unerschöpflichen Reichtum des Lebens in der Begegnung mit dem Herrn.

Von P. Bernward Deneke FSSP im Schweizerisches Katholisches Sonntagsblatt

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Wirklich PRIESTER SEIN!

Am vergangenen Sonntag wurde bei CNAdeutsch ein sehr schöner Text über einen Priester veröffentlicht. Was ich las, erinnerte mich an jenen Priester, den ich erst vor weniger als einem Jahr kennenlernen durfte. Damals erhielt dieser Priester die Möglichkeit tridentinisch zu zelebrieren. Bisher feierte er ausschließlich die Messe des „ordentlichen Ritus“; und er feierte sie auch ordentlich, nämlich so, wie es in den liturgischen Büchern vorgesehen ist.

Bald darauf kam er erstmals zur tridentinischen Messe – als Zelebrant. Obgleich noch allerlei kleine Fehler vorkamen, so war für die Gläubigen erkennbar, mit welcher Freude, Dankbarkeit, Aufmerksamkeit und Frömmigkeit er diese heilige Messe, die man den heutzutage den „außerordentlichen Ritus“ nennt, zelebrierte. Von mal zu mal wurde es besser, wurde er immer sicherer und nach einigen Monaten konnte er auch schon ein Amt singen.

Dieser Priester kommt von weit her. Er hat einen Anfahrtsweg von über einhundert Kilometer. Bisher ist er immer pünktlich gekommen, sogar zeitig. Er setzte sich von Anfang an in den Beichtstuhl und siehe, es kamen Gläubige um zu beichten, immer mehr. Schon bald musste deswegen die Heilige Messe zeitverzögert etwas später beginnen. Selbst nach der Messe wurde er schon oft gebeten noch einmal in den Beichtstuhl zu gehen. Deswegen kommt dieser Priester an manchen Tagen erst sehr spät wieder nach Hause, denn er muss zuletzt auch noch die über einhundert Kilometer mit dem Auto zurückfahren.

Aber unser Priester kommt! Er kommt regelmäßig an einem Abend in der Woche, um die Heilige Messe zu zelebrieren und um die Beichten zu hören. Längst hat er auch die Möglichkeit geschaffen, vor dem ausgesetzten Allerheiligsten zu beten. So wird jetzt immer eine halbe Stunde vor dem offiziellen Beginn der Hl. Messe feierlich das Allerheiligste auf dem Hochaltar ausgesetzt und unmittelbar vor der Messe, nach dem sakramentalen Segen, wieder eingeholt.

Für die kleine Gemeinde ist dies alles ein Segen; ist dieser Priester ein Segen. Dies spricht sich herum. In den vergangenen Wochen kommen immer mehr Menschen hinzu: zur Anbetung, zur Beichte, zur Heiligen Messe.

Wenn Priester als Priester wirken, werden sie zum Segen!
Wir sind für diesen, unseren Priester, sehr dankbar… und wir beten für ihn!

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Artikel bei CNAdeutsch, überschrieben mit:

Der Tag, an dem ich wütend zur Heiligen Messe ging:
Das Zeugnis eines Priesters

An diesem Sonntag bin ich sehr vergnügt aufgestanden, um in der Pfarrei die Heilige Messe zu feiern. Ich bin praktisch aus dem Bett gesprungen, um mich fertig zu machen und früh zu meiner Verabredung mit dem Herrn und seinem Volk zu kommen. Die Eucharistiefeier war sehr schön und am Ende fragten mich einige Frauen: „Herr Pater, könnten wir noch beichten?“ Es waren nur drei und ich akzeptierte… aber dann kamen immer mehr und mehr, ohne jetzt zu sagen, wie viel es genau waren, damit sie nicht glauben, ich übertreibe. Aber ich saß drei Stunden im Beichtstuhl, mit Hunger, Durst und dem Wunsch, zu gehen, und ein bisschen auszuruhen.

Am Ende war ich glücklich auf dem Rückweg ins Seminar, da kam mir unterwegs eine Frau entgegen, die mich fragte: „Sie sind Priester, nicht? Mein Vater ist gestern gestorben und er wird heute beerdigt, aber ich habe keinen Priester finden können.“ Innerlich dachte ich: „Herr, wenn du willst, dass ich heute in deinem Namen arbeite, dann bitte ich dich nur, dass mein Magen Ruhe gibt.“

Ich feierte die Heilige Messe für Herrn Carlos – er möge in Frieden ruhen – und entschloss mich, ein Taxi nach Hause zu nehmen, zu frühstücken und mich ein wenig auszuruhen…. auch wenn es scheint, zwei Messen zu feiern und drei Stunden mit leerem Magen Beichten zu hören wäre nicht ermüdend; aber es ist nicht so leicht, wie es sich anhört. Also bereitete ich mich schnell und mit der Begeisterung eines Kindes darauf vor, mein Sandwich zu essen… und wie in Zeitlupe kam ein Bruder auf mich zu und sagte: „Sie suchen dich schon, der Pfarrer ist krank geworden und es ist niemand da, der die Heilige Messe um 13.00 Uhr feiert…“ Plötzlich brach meine menschliche Schwäche durch und ich wandte mich mit einem Vorwurf an Gott: „Aber Herr, du siehst doch, dass ich noch nicht gefrühstückt habe… Ich gehe gern später, aber lass mir ein bisschen Zeit… oder am Besten schicke einen anderen Priester.“

Ich werde nie aufhören, mich zu wundern, wie Gott ist, denn nachdem ich aufgehört hatte, mich zu beschweren, hörte ich deutlich, wie er mir sagte: „Am Tag deiner Priesterweihe hast du mir gesagt, dass du dich ganz mir und meinem Volk weihen wirst… geh zu dieser Heiligen Messe, ich habe eine Überraschung für dich.“

Ich biss schnell in mein Sandwich und ging zur Messe – wütend, ehrlich gesagt. Ich ging mehr aus Pflicht als gerne.

Aber sobald ich die Sakristei betrat und mich umzog, ließ meine Wut nach. Ein Ehepaar kam zu mir und sagte: „Pater, unsere Tochter hat vor einem Monat versucht, sich das Leben zu nehmen. Wir haben es geschafft, dass sie mit zur Messe kommt. Bitte nehmen sie sie in ihr Gebet mit auf.“ Das war also die Überraschung. Gott hat mich zu dieser Heiligen Messe geschickt, auch damit ich zu dieser Tochter spreche, die es so sehr brauchte. Wenn du Priester bist, dann merkst du, dass es keine Zufälle gibt. Gott selbst schickt uns auf den Weg. Es war wunderbar, denn das Evangelium dieses Tages war genau richtig für das Mädchen: „Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen“.

Ich ging zum Altar, überzeugt, dass Gott es war, der mich hierhin gestellt hatte; bevor ich begann, bat ich vor dem Allerheiligsten, dass Er selbst spreche, nicht ich. Und ich erinnerte ihn daran, dass ich Hunger hatte und war ein wenig sauer… Die Zelebration war gesegnet, ich bin sicher, dass Jesus selbst sie geleitet hat; ich weiß nicht, wie ich es ausdrücken soll. Ich bin nicht besonders gut darin, Ideen zu verknüpfen, aber die Predigt an diesem Tag kam von Gott selbst. Bis heute kann ich mir nicht erklären, was passiert ist. Die Worte Jesu waren Trost, Liebkosung, Kraft, Mut…

Am Ende der Heiligen Messe kam das Ehepaar erneut zu mir, diesmal mit der Tochter. Sie weinte und umarmte mich: „Pater, ich habe all das gebraucht, was sie gesagt haben. Ich brauche die Hilfe Gottes so sehr. Ich habe mich weit von ihm entfernt. Jetzt will ich nur noch vor ihm stehen und ihn bitten, dass er mich liebt und mir hilft, weiterzumachen…“ Als das Mädchen mich umarmte, hörte ich Gott flüstern: „Ich habe dich für diese Eucharistiefeier gebraucht; deshalb habe ich dafür gesorgt, dass du hierher kommst. Sie hätte es ohne dich nicht geschafft.“

Jesus begeistert mich. Wie er sich etwas ausdenkt, um dort hinzukommen, wo er gebraucht wird. Die Jugendliche, die sich umbringen wollte, ist jetzt die Pünktlichste bei der Heiligen Messe um 13.00 Uhr. Gott hat ihr Leben verändert. Und seit diesem Tag denke ich jedes Mal, wenn ich müde oder wegen dem Übermaß an Arbeit verärgert bin: „Geh, gib, feiere diese Heilige Messe als wäre es deine erste und letzte. Gott braucht dich.“ Und es scheint, als würde Gott mir antworten: Nur ruhig, geh, ich werde an deiner Stelle zelebrieren. Leihe mir nur deine Hände und deinen Mund…“.

Ich bitte Sie um ein besonderes Gebet für den Pfarrer ihrer Pfarrei. Sicher wird auch er das ein oder andere Mal verärgert und ohne Frühstück zur Heiligen Messe gehen…

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Quelle – CNAdeutsch

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Warum ein Schlussevangelium?

Manche wundern sich und fragen, warum die Messe im tridentinischen Ritus nicht nach dem Schlusssegen beendet ist, sondern darauf noch das sogenannte Schlussevangelium folgt.

Ursprünglich hatte das Schlussevangelium den Charakter eines Segens. Wenn der Anfang des Evangeliums feierlich gelesen wird, dann steht der Beginn stellvertretend für das Ganze.

Inhaltlich bildet das Schlussevangelium einen äußerst passenden Abschluss der heiligen Messe, denn es enthält eine wunderbare Zusammenfassung der wesentlichen Inhalte des Messopfers und der wichtigsten Geheimnisse des Glaubens. Der hl. Apostel und Evangelist Johannes wird zu Recht mit dem Symbol des Adlers dargestellt, denn vom Adler sagt man, er könne mit bloßem Auge in die Sonne schauen. Tatsächlich gleicht der Beginn seines Evange­liums einem adlerhaften Blick in die ewige Sonne der Gottheit: „Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort.

In der Gesamtstruktur der heiligen Messe steht das Schlussevangelium parallel zum Stufengebet. Während dort die Bitte stand: „Sende aus Dein Licht und Deine Wahr­heit“, finden wir im Schlussevangelium gleichsam die Antwort, denn es spricht vom „wahren Licht, das jeden Menschen erleuchtet, kommend in diese Welt“.

Von Johannes dem Täufer heißt es: „Es ward ein Mensch, gesandt von Gott.“ Er sollte dem Herrn vorangehen, um ihm den Weg zu bereiten: „Er kam zum Zeugnis, damit er Zeugnis gebe vom Licht, damit alle zum Glauben kämen durch ihn.“ Weil aber die Menschen die Finsternis mehr liebten als das Licht (vgl. Joh 3, 19), musste Johannes dasselbe Schicksal erleiden wie vor ihm die alttestamentlichen Propheten (vgl. Mk 6, 17-29) und wie nach ihm Jesus, gefolgt von einer großen Schar von Blutzeugen.

Jesus „war in der Welt, und die Welt ist durch ihn geworden, und die Welt hat ihn nicht erkannt. Er kam in das Seine, doch die Seinen nahmen ihn nicht auf. Die IHN aber aufnahmen: Ihnen gab er Vollmacht, Kinder Gottes zu werden, denen, die an SEINEN Namen glauben.

Zu den Worten: „Und das Wort ist Fleisch ge­worden und hat unter uns gewohnt“, beugt der Prie­ster anbetend das Knie. Wie das gött­liche Wort da­mals in Nazareth in den Schoß der Jungfrau Maria hin­abgestiegen ist, so ist Christus nun auf das Wort des Priesters hin auf den Altar herabgestiegen.

Wer in rechter Weise die heiligen Messe mitgefeiert hat und wem es gelungen ist, mit gläubigem Blick ein klein wenig den Schleier des Mysteriums zu lüften, wird ebenfalls sagen können: „Et vidimus gloriam eius … – Und wir haben SEINE Herrlichkeit gesehen, die Herrlichkeit als des Eingeborenen vom Vater, voll Gnade und Wahrheit.“ „Deo gratias!

INITIUM SANCTI EVANGELII SECUNDUM JOANNEM

Schlussevangelium (Jo. 1,1-14)

Zum einführenden Text vgl. alte-messe.de

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Karl-Leisner-Verein zur Förderung der überlieferten Liturgie in Kleve

An jedem Sonntag um 8.30 Uhr:
Heilige Messe im tridentinischen Ritus
im äußersten Westen Deutschlands,
in der Kirche
St.-Antonius-Frasselt
Gocher Str. 57
47599 Kranenburg

Unser Verein wurde im Juli 2016 als Reaktion auf die im Dezember 2015 erfolgte Absetzung der seit 2007 in der Herz-Jesu-Kirche in Kleve gefeierten Alten Messe gegründet (http://www.summorum-pontificum.de/meldungen/d-a-ch/868-der-propst-der-goettlichen-barmherzigkeit.html). Nach einigem Briefwechsel mit dem Bistum Münster und einem Gespräch mit Vertretern des Bischofs wurde uns die Möglichkeit gegeben, die von uns gewünschte heilige Messe in Frasselt zu feiern. Hier erfolgte die erste Feier dieser heiligen Messe im September 2016.

HIER gibt es eine Standortbeschreibung um die Kirche zu finden.

https://www.alte-messe-frasselt.de/

St.-Antonius-Frasselt

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Messe und Kreuzesopfer

Die heilige Messe ist in ihrem Wesen eine Nachbildung des Kreuzesopfers Christi, aber nicht ein leeres, schattenhaftes Bild, wie es etwa ein Passionsspiel ist, sondern eine wirkliche Darstellung, in welcher derselbe Christus, der sich am Kreuze opferte, lebendig, wenn auch nicht in blutiger Weise, im gleichen Geist und mit derselben inneren Gesinnung sich opfert wie ehedem am Kreuze.

Die heilige Messe ist demnach ein lebendiges, die Wirklichkeit geheimnisvoll in sich schließendes Bild, eine lebendige Vorführung und in diesem Sinne eine wesenhafte Vergegenwärtigung oder Erneuerung des Kreuzesopfers.

Die heilige Messe schließt also eine innere und wesenhafte Beziehung zum Kreuzesopfer einem wahren Opfer. Darin liegt die Würde und Bedeutung der heiligenMesse, dass sie ein und dasselbe Opfer ist wie das am Kreuze, ebenso heilig, ebenso gottgefällig.

Deshalb verschafft auch sie Gott unendliche Ehrung, bietet ihm unendlichen Lobpreis, unendliche Danksagung und Anbetung.

Für uns ist jede heilige Messe dieselbe Frucht wie das Kreuzesopfer:
sie wendet uns die von Christus am Kreuze erworbenen
Verdienste, Gnaden und Genugtuungen zu.

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