Nachprimiz in Birnau am 4. Juli 2017

Information und Text durch „traditionundglauben

Wir erhielten unlängst die Nachricht, dass am Dienstag den 4.07.2017 um 16.30 in Birnau am Bodensee die Nachprimiz von Pfr. Ivan Chudzik vom Instituts vom Guten Hirten stattfinden wird. Es scheint sich um eine geheime Angelegenheit zu handeln, da das Pfarrblatt von Birnau es nicht vermerkt, was dafür spricht, dass:

diese Nachprimiz tatsächlich stattfinden und
segensreich sein wird.

Die Primizmesse ist für diejenigen, die an ihr teilnehmen, mit eine vollkommenen Ablass verbunden, wenn man vorher natürlich alle Voraussetzungen zum Gewinn eines vollkommenen Ablasses erwirkt hat.

Da eine Messe im Alten Ritus am Wochentag nachmittags sehr wenige Gläubige anziehen wird, weswegen sie wohl auf diesen Tag verlegt wurde, so wäre es wirklich gut, für alle, die in der Nähe wohnen und daran teilnehmen können, hinzufahren. Ja, ja ein traditioneller Katholik braucht ein gutes Auto und Benzingeld.

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Den oben gemachten Anmerkungen ist nichts hinzuzufügen!
Aber das hier anschließende Bild sei mir noch gestattet.

 

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Priesterweihe und Primiz

Heute ist das Fest der heiligen Apostel Petrus und Paulus. Die Tage um dieses Zeit herum dient der Kirche dazu, ihr neue Priester zuzuführen; es finden die jährlichen Priesterweihen statt.

Seit einigen Tagen wird im Internet ein Bild eifrig geteilt: es zeigt den Trappistenmönch Fr. Louis bei der Zelebration seiner ersten Heiligen Messe in der Kirche seiner Abtei Gethsemani in Kentucky/USA (Abbey of Our Lady of Gethsemani).

Fr. Louis ist niemand anderes als der berühmte Schriftsteller Thomas Merton. Merton durfte im Kloster ein Tagebuch führen. In dem Buch „Der Berg der sieben Stufen“, das ihn bekannt und berühmt machte, berichtet er über seine Studentenzeit, seiner Bekehrung, die Berufung und sein Eintritt ins Trappistenkloster und seine Zeit bis kurz vor der Ablegung seiner Mönchsgelübde. Weniger bekannt sind die weiteren Tagebuchnotizen, die in den folgenden Jahren entstanden sind und 1953 (1954 in deutscher Sprache) in seinem Buch „Das Zeichen des Jonas“ erschienen. Diese Aufzeichnungen enden im Juni 1952. Sie umfassen also die Zeit seiner feierlichen Profess (19.3.1947) und die folgenden verschiedenen Weihestufen auf dem Weg zum Priestertum. Die Priesterweihe erhält Merton am 28. Mai 1947. Am 29. Mai, dem Sonntag der Oktav von Christi Himmelfahrt, zelebriert Fr. Louis seine erste heilige Messe.

Photograph by H.B. Littell via AP Archives Quelle: aletheia.org – https://aleteia.org/2017/06/22/super-rare-photo-of-thomas-mertons-first-mass/

Wir wissen, dass Thomas Merton nicht zu denen gezählt werden kann, die als Zeugen für die Tradition der Kirche anzusehen sind. Er wird ja seit Jahrzehnten von linken und alternativen Strömungen für sich reklamiert. Und tatsächlich hat er in seinem letzten Lebensjahrzehnt manchen Anlass gegeben, an der Treue zu seinem Mönchsleben und seiner Treue zur katholischen Glaubenslehre zu zweifeln. Merton, geboren am 31.1.1915, starb außerhalb seines Klosters. Am 10. Dezember 1968 erlag er beim Duschen einem Stromschlag, als er anläßlich einer interreligiösen Veranstaltung in Bangkok einen Vortrag hielt. Er wurde nur 53 Jahre alt.

In seinen ersten Jahren im Kloster, also auch in der hier zu berichtenden Zeit, lebte Merton noch ganz in der trappistischen Tradition, der monastischen Welt. Viele seiner Gedanken sind deshalb auch heute noch, oder wieder, zu bedenken; freilich mit einem kritischen Geiste.

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Es folgen einige Auszüge aus dem Vierter Teil von „Das Zeichen des Jonas“ – „Zum Altare Gottes“.

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„Nach meiner ersten Messe verstand ich vollkommen und zum erstenmal in meinem Leben, daß nichts anderes auf der Welt von Bedeutung ist, als Gott zu lieben und Ihm in Einfalt und Freude zu dienen. Ich erkannte ganz klar, daß es sinnlos und trügerisch ist, Ihm auf irgendeine auffallende und außerordentliche Weise dienen zu wollen, da aller gewöhnliche Dienst erhaben und außerordentlich wird, sobald er durch die Liebe zu Ihm verwandelt wird. Ich erkannte auch, daß Seine Gnade und insbesondere die Gnade des Priestertums die Liebe zur leichtesten Sache in der Welt gemacht hat. Gott zu lieben kostet weniger Mühe, als zu essen, zu schlafen, zu atmen oder die einfachsten und instinktivsten Akte unseres natürlichen Lebens zu vollziehen. Denn ein Willensakt erfordert überhaupt keine Anstrengung, wenn unser Wille immer von Seiner Gnade beherrscht und gelenkt ist, denn dann wird die Liebe etwas ebenso Natürliches und Beständiges und Ununterbrochenes wie der Atem. Ich lebe, aber nicht ich, sondern Christus lebt in mir. Was gibt es Leichteres, als Gott in dir leben zu lassen und Ihn zu lieben, der dich liebt?“

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„Bei dieser Menge von Menschen, die zu meiner Primiz gekommen waren, konnte ich nicht daran denken, über die Weihe zu schreiben, über das Messelesen, über die Agape, die drei Tage dauerte. Vielleicht wird es eines Tages rückschauend in Bruchstücken herauskommen. Bewußtsein des einfach ungeheuren Werkes, das in diesen letzten drei Tagen an mir und durch mich geschehen ist, wobei jeder Tag eine Steigerung war. Weihe, Salbung, Weihemesse – dann die erste stille Messe und was sich daran anschloß, endlich gestern das Hochamt und nachmittags die Gespräche unter den Bäumen der Allee. Als Ergebnis bleibt in mir das Gefühl, daß ich nicht nur umgestaltet worden bin, sondern daß durch die Mühen und Freuden dieser drei höchst erschöpfenden Tage irgendwie eine neue Welt ins Dasein gerufen worden ist, eine erhabene Welt voller Dinge, die keiner von uns in den nächsten ein oder zwei Jahren verstehen wird.“

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„Die Messe ist das Wunderbarste, das je in mein Leben getreten ist. Am Altar fühle ich, daß ich endlich der Mensch bin, als den Gott mich haben wollte. Über die Klarheit und den Frieden dieses vollkommenen Opfers kann ich nichts logisch Zusammenhängendes sagen. Aber ich bin mir der einzigartigen Gnadenatmosphäre tief bewußt, in welcher der Priester in diesem Augenblick – und danach noch den ganzen Tag lang – lebt und atmet. Gewiß, diese besondere Gnade ist etwas rein Persönliches und Nichtmitteilbares, aber sie hat ihren Ursprung auch in der Gemeinschaftsnatur der Messe. Die größte Gabe, die ein Mensch je empfangen kann, ist die Teilnahme an dem unendlichen Akt, in dem Gottes Liebe sich auf alle Menschen ergießt. In diesem Sinne verschmelzen die höchsten Gnaden der Einsamkeit und der Gemeinschaft und werden eins – und das vollzieht sich im Priester bei der Messe, so wie es sich in der Seele Christi und im Herzen Marias vollzieht.“

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„Das große Ereignis meines Tages war früher die Kommunion. Nun ist es das Opfer, von dem die Kommunion nur ein Teil ist. Der Schwerpunkt meines geistlichen Lebens hat sich von der halben Stunde, in der ich im Dunkel bei Unserer Lieben Frau vom Siege knie, zu den zehn oder fünfzehn Minuten verlagert, da der Leib und das Blut Christi sich vor mir auf dem Altar befinden und meine Hände jene verkrampfte kleine Gebärde des Flehens andeuten, die bei uns allmählich die weit ausgebreiteten Arme der orantes ersetzt hat. Dennoch scheint mir eine gewisse Zurückhaltung das Beste an der Messe in unserer Liturgie zu sein. Das ganze Opfer ist etwas so Ungeheures, daß es dem höchsten Überschwang niemals gelingen wird es auszudrücken. Sich unbemerkt niederzubeugen und beim Supplices te rogamus den Altar zu küssen, ist eine Gebärde, die mich mir selbst enthebt und meinen Frieden verdoppelt. Das Pater noster zu sprechen ist, als schwämme man im Herzen der Sonne.“

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„Täglich begeistert und verwirrt mich zugleich die Messe. Diese wunderbare Mischung von Freude und Klarheit und Zurückhaltung erweist sich von Tag zu Tag als heilkräftig an mir. Am Altar bin ich gezwungen, einfach zu sein. Unsere Liturgie hat eine ganz eigene Intensität, gerade weil sie so schlicht und verhalten ist. Nirgends ein Ausruf! Niemals ein Aufschrei!“

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„Tag für Tag kommt mir mehr zum Bewußtsein, daß ich am Altar alles andere bin als mein alltägliches Ich. Dieses Gefühl von Unschuld ist tatsächlich, als wäre man ausgewechselt. Ich bin verdrängt von Einem, in dem ich ganz wirklich bin. Ein Anderer hat meine Identität angenommen (oder sie enthüllt), und dieser Andere ist ganz Kindheit. Und ich stehe am Altar – man verzeihe die Sprache, es sollten keine außergewöhnlichen Worte sein – ich stehe am Altar, die Augen ganz rein gewaschen im Lichte, das die Ewigkeit ist, und ich werde zu einem, der alterslos wiedergeboren ist. Ich bitte um Entschuldigung für diese Sprache. Ich weiß keine Worte, die einfach genug wären, um so etwas zu beschreiben, ich kann nur sagen, daß ich jeden Tag einen Tag alt bin, und am Altar bin ich das Kind, das Gott ist; und dennoch, wenn alles vorüber ist, muß ich sprechen: «Lux in tenebris lucet, et tenebrae eam non comprehenderunt», und ich falle zurück in meine eigene, in meine armselige «propria», die Ihn überhaupt nicht aufnehmen kann. Ich muß mich sogar freuen, nichts zu sein als eine Schale. Ich durfte einen Abglanz Seiner Reinheit auffangen, und es hat Ungeheures bedeutet, für mich und für die Welt, so daß ich bei meinem sehr langen Memento für die Lebenden in einem Meer von Freude schwimme, das mich fast von meinem Ankergrund losreißt und mich vom Altar wegspült.“

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„Es ist auch gerade die Messe, bei der ich am einsamsten bin und zugleich für die übrige Welt am meisten bedeute. Es ist tatsächlich der einzige Augenblick, in dem ich den anderen Menschen etwas geben kann. Und ich allein kann es ihnen geben, denn wenn ich es ihnen nicht zuwende, wird ihnen die besondere Frucht dieser meiner Messe nicht zu eigen werden.“

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„Ich wünschte, ich könnte auf irgendeine Weise die Stufenfolge erklären, welche die drei Tage meines Festes kennzeichnete. Jede Stufe schien mir eine ungeheure Entwicklung darzustellen, die ich nicht imstande bin zu begreifen oder zu erklären. Zum Schluß hatte ich den Eindruck, daß alle meine Besucher sich mit Gesängen und Botschaften und Prophezeiungen in alle vier Himmelsrichtungen zerstreuten, mit Zungen redeten und fähig wären, Tote zu erwecken, denn tatsächlich waren wir drei Tage lang voll des Heiligen Geistes und der Geist Gottes schien immer stärker von allen unseren Seelen Besitz zu ergreifen – durch die drei ersten Messen meines Lebens, meine drei größten Gnaden.“

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„Es ist mir alles so ungewohnt. Die Gnaden gehören einer apostolischen Ordnung an, die über meine Erfahrung hinausgeht. Dennoch kann ich – wenn ich nicht undankbar und töricht sein will – nicht sagen, daß sie außerhalb meiner Berufung liegen, da sie in gewissem Sinne deren Krönung sind. Ich meine, sie krönen diesen Abschnitt meiner Lebensgeschichte, meine letzten sieben Jahre. Hierfür bin ich geboren worden.“

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„Das Vollkommenste und Persönlichste im Leben jedes Menschen ist gerade das Element, das sich nicht auf eine allgemeine Formel bringen läßt. Es ist das Element, das nur uns und Gott gehört, niemand sonst. Es ist unser eigenstes, wahres, nicht mitteilbares Leben, das Leben, das im Herzen Gottes für uns vorgebildet und verwirklicht worden ist.

Meine Priesterweihe, das fühlte ich, war das eine große Geheimnis, für das ich geboren war. Zehn Jahre vor meiner Weihe, als ich in der Welt lebte und einer der letzten Menschen auf Erden zu sein schien, der zum Priester bestimmt war, hatte ich plötzlich begriffen, daß die Priesterweihe für mich tatsächlich eine Frage von Leben oder Tod, Himmel oder Hölle war. Und als endlich dieses vollkommene Einswerden mit dem unerforschlichen Willen Gottes unmittelbar bevorstand, klärte sich mir meine Berufung. Es war Gnade und Geheimnis, so völlig mir allein zu eigen, daß ich anfangs entschlossen war, zu niemand davon zu sprechen. Da jedoch kein Mensch für sich allein zum Priester geweiht wird und da ich durch meinen Priesterberuf nicht nur Gott, sondern allen Menschen gehöre, so war es nur recht und billig, daß ich aus der Fülle meines Herzens ein wenig zu den Freunden sprach, die zu meiner Weihe gekommen waren. Ich habe mir nicht die Zeit genommen, in diesem Tagebuch darüber zu schreiben, und habe auch jetzt nicht die Absicht. Nur die folgenden kurzen Bemerkungen möchte ich machen.

Zunächst ist das Größte, was bei der Priesterweihe geschieht, zugleich das Gewöhnlichste. Darum ist die Heilige Weihe in ihrem Vollzug das einfachste der Sakramente. Wortlos legt der Bischof dem Weihekandidaten seine Hände aufs Haupt. Dann spricht er ein Gebet, und der neue Priester empfängt die Gnade und das unauslöschliche Zeichen des Priestertums. Er wird identisch mit dem Einen Hohenpriester, dem Inkarnierten Wort, Jesus Christus. Er ist Priester auf ewig.

Gott tut niemals etwas halb. Er heiligt uns nicht Stück um Stück. Er macht uns nicht zu Priestern oder Heiligen, indem Er ein außerordentliches Dasein auf unser gewöhnliches Leben stülpt. Er ergreift unser gesamtes Leben und Sein und hebt es auf eine übernatürliche Ebene; Er gestaltet es von innen her um und läßt es äußerlich sein was es ist: gewöhnlich.

So war die Gnade meines Priestertums, die größte meines Lebens, für mich etwas weit Bedeutenderes als ein vorübergehender Höhenflug über den eintönigen Niederungen des Alltagsdaseins. Es verwandelte mein gewöhnliches, alltägliches Leben für immer. Es war eine Umgestaltung aller einfachen und gewohnten Dinge, eine Erhebung der schlichtesten und natürlichsten Akte auf die Ebene des Sublimen. Es zeigte mir, daß die Liebe Gottes genügt, um die Erde zum Himmel zu machen. Denn Gott ist die Liebe, und die Liebe ist der Himmel.

Gott zu lieben ist alles. Und die Liebe genügt. Nichts anderes hat Wert, höchstens insofern als es durch die Liebe Christi umgestaltet und veredelt wird. Aber das geringste Ding, von der Liebe berührt, verwandelt sich sogleich und wird erhaben.

Die beiden charakteristischsten Erscheinungsformen der göttlichen Liebe im Herzen eines Priesters sind Dankbarkeit und Barmherzigkeit. Dankbarkeit ist die Form seiner Liebe zum Vater, Barmherzigkeit ist der Ausdruck von Gottes Liebe, die in ihm wirkt, sich durch ihn auf seine Mitmenschen erstreckt. Dankbarkeit und Barmherzigkeit vereinigen und decken sich vollkommen in der Messe, die nichts anderes ist als die Liebe des Vaters für uns, die Liebe des Sohnes für uns und für den Vater, die Liebe des Geistes, welche die Liebe ist, die uns mit dem Vater und dem Sohn vereint.“

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„Nach meiner ersten Messe verstand ich vollkommen und zum erstenmal in meinem Leben, daß nichts anderes auf der Welt von Bedeutung ist, als Gott zu lieben und Ihm in Einfalt und Freude zu dienen. Ich erkannte ganz klar, daß es sinnlos und trügerisch ist, Ihm auf irgendeine auffallende und außerordentliche Weise dienen zu wollen, da aller gewöhnliche Dienst erhaben und außerordentlich wird, sobald er durch die Liebe zu Ihm verwandelt wird. Ich erkannte auch, daß Seine Gnade und insbesondere die Gnade des Priestertums die Liebe zur leichtesten Sache in der Welt gemacht hat. Gott zu lieben kostet weniger Mühe, als zu essen, zu schlafen, zu atmen oder die einfachsten und instinktivsten Akte unseres natürlichen Lebens zu vollziehen. Denn ein Willensakt erfordert überhaupt keine Anstrengung, wenn unser Wille immer von Seiner Gnade beherrscht und gelenkt ist, denn dann wird die Liebe etwas ebenso Natürliches und Beständiges und Ununterbrochenes wie der Atem. Ich lebe, aber nicht ich, sondern Christus lebt in mir. Was gibt es Leichteres, als Gott in dir leben zu lassen und Ihn zu lieben, der dich liebt?“

Dem interessierten Leser bieten wir hier die Lektüre des entsprechenden Kapitels [Vierter Teil] von Das Zeichen des Jonas:

Thomas Merton. Das Zeichen des Jonas, T.4

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Gott ruft die Seele zu sich

Einmal sehnte sie sich vom ganzen Herzen nach dem Geliebten ihrer Seele. Und er, der das Begehren eines Armen nicht nur hört, sondern dem in seiner Güte zuvorkommt, rief sie zu sich mit süßer, bis in ihr Innerstes dringender Stimme:
„Komm, meine Geliebte, komm zu mir!“

(Mechthild von Hackeborn)

[Mechthild von Hackeborn, 1241 geboren, wurde mit ihrer Schwester Gertrud im Kloster Rodersdorf erzogen und wurde später Zisterzienserin in Helfta. Seit 1292 schrieb sie ihre mystischen Erfahrungen im „Liber specialis gratiae” auf und beeinflusste damit sehr stark die Herz-Jesu-Verehrung. Sie starb 1299 in Helfta. Ihr Fest wird am 20. November begangen.]

Mechthild von Hackeborn, Fresko

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Der Ledergürtel der Trappisten

Im Jahr 1999 gründeten die Nonnen von „Our Lady of the Mississippi“ USA) auf Bitten des örtlichen Bischofs ein neues Kloster für Trappistinnen in Norwegen: das Trappistinnenkloster Tautra Mariakloster. Es ist inzwischen ein „modernes Kloster“ entstanden.

https://tautramariakloster.no/velkommen.php

Am vergangenen Fest des heiligen Johannes d. T. durfte Sr. Renata nach Abschluss ihres zweijährigen Noviziates die einfache Profess ablegen. Bei dieser Gelegenheit entstand das folgende Foto: Die Novizin legt das weiße Skapulier ab und legt das schwarze Skapulier an. Es wird nicht, wie während der Noviziatszeit mit einem Stoffgürtel befestigt, sondern mit einem Ledergürtel. Dieser hat jedoch keine Schnalle, wie sie üblicherweise bei uns gebraucht wird.

Der Ledergürtel der Trappisten ist einzigartig: Je nach Körpergröße des Mönchs / der Nonne ist das Lederband etwa 2-2,5 Meter lang. Es wird auf einer Seite eingeschnitten, so dass sich zwei gleich breite Streifen als Endstücke ergeben, die auf der linken Seite lang herunterhängen (etwa wie ein Zingulum oder der franziskanische Strick) . Die breite Seite des Gürtels wird eingeritzt. So können die beiden schmalen Lederstreifen jeweils durch die entsprechende Öffnung gezogen werden und hängen auf der Seite herunter. Damit diese schmalen Streifen nicht herausrutschen, werden ihnen mehrere kleine Quasten aus Leder angenäht (beachte den Gürtel der Priorin und siehe auch kleines Foto ganz unten). So hält der Gürtel den schmalen oder korpulenten Leib des Mönchs / der Nonne mit dem Mönchs-/ Nonnen-Habit zusammen.

Auf dem Foto ist zu erkennen, wie die Äbtissin die schmale Seite des Gürtels von hinten nach vorn durch die Öffnung zieht, was bei einem neuen Gürtel, der noch steif, weil durch den dauernden Gebrauch noch nicht weich geworden, auch einmal etwas Mühe machen kann.

Schwester Renata wünschen wir Gottes Segen!

 

 

 

 

 

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Der Wettersegen

Wo wird heute noch der Wettersegen gebetet? – Es war in der katholischen Kirche, zumindest hierzulande, üblich, dass in der Sommerzeit der Wettersegengebetet wurde. Nach jeder Heiligen Messe, unmittelbar nach dem Schlussevangelium, wurden, meistens zwischen Mai und September, die dafür vorgesehenen Gebete gesprochen. Wenn möglich wurde dann noch mit einer Kreuzreliquie ein weiterer (Wetter-)Segen erteilt.

Heute gibt es den Wettersegen selbst in bäuerlichen Gegenden kaum noch. Aber, gerade in der heutigen Zeit, wo wir tagtäglich mit Wetterkapriolen und Unwettern konfrontiert werden, wo Wetter- und Klimawandel Thema Nummer eins oder zwei in den Medien sind, sollte man sich doch des Wettersegens erinnern, – meinen wir! Stattdessen lassen sich die Menschen in ihre Gehirne eintrommeln, dass sie selbst für den Klima- und Wetterwandel zuständig wären, als hätten die „Machthaber des Meinungsbildung“ tatsächlich Wissen. Die Menschheit hört auf selbsternannte Klimaforscher und Klimaverschwörer, – doch sie sollten sich besser an den Schöpfer selbst wenden. ER alleine ist der Herr über Leben und Tod. Lassen wir uns nicht verrückt machen!
Wir sollten lieber beten, z. B. auch den Wettersegen!

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Wettersegen

P. Von Blitz, Hagel und Ungewitter.
A. Erlöse uns, Herr Jesus Christus.
P. Zeige, Herr, uns Deine Huld.
A. Und schenke uns Dein Heil.
P. Herr, erhöre mein Gebet.
A. Und lass mein Rufen zu Dir kommen.
P. Der Herr sei mit euch.
A. Und mit deinem Geiste.

Lasset uns beten.
Wir bitten Dich, allmächtiger Gott, verleihe uns auf die Fürbitte der heiligen Gottesmutter Maria, der heiligen Engel, Patriarchen, Propheten, Apostel, Martyrer, Bekenner, Jungfrauen, Witwen und aller Deiner Heiligen immer Deinen Schutz; gib, dass Ruhe sei in den Lüften, lass gegen Blitz und Ungewitter Dein Heil vom Himmel über uns Unwürdige herabströmen, und mach mit Deiner starken
Hand die dem Menschen stets feindlichen Mächte der Luft zunichte.
Durch ihn, Christus, unseren Herrn. A. Amen.

Lasset uns beten.
Gott, Du vermagst selbst durch die Bewegungen der Luft alles, was Dir dient, zur Verehrung Deiner Majestät zu führen; gewähre uns in Deiner Barmherzigkeit ruhiges und beständiges Wetter und halte die Schrecknisse der Lüfte von uns fern; so mögest Du, vor dessen Zorn wir beben, uns Deine Güte erfahren lassen.
Durch Christus, unseren Herrn. A. Amen.

P. Der Name des Herrn sei gepriesen.
A. Von nun an bis in Ewigkeit.
P. Unsere Hilfe ist im Namen des Herrn.
A. Der Himmel und Erde erschaffen hat.

(Sofern vorhanden, wird der folgende Segen mit einer Kreuzreliquie erteilt.)

Der Segen des allmächtigen Gottes,
des Vaters + und des Sohnes und des Heiligen Geistes,
komme herab auf euch, auf diesen Ort
und auf die Früchte der Erde
und verbleibe allezeit. A. Amen.

Wettersegen mit den Schlußgebeten der Hl. Messe; lat.-d.

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Geburt Johannes des Täufers – 24. Juni

Der hl. Johannes der Täufer gilt als des Vorläufers Jesu. Heute, am Samstag, den 24. Juni, wird ihm zu Ehren, als einzigem Heiligen im Römischen Kalender, sein Geburtstag gefeiert.

Pinturicchio, Naissance de Saint Jean Baptiste, 1504-1506

Die Ankündigung dieser Geburt geschieht am Ort des Gebets, im Tempel von Jerusalem, ja sie geschieht als Zacharias das große Vorrecht zufällt, in das Allerheiligste des Tempels einzutreten, um dem Herrn das Rauchopfer darzubringen (vgl. Lk 1,8–20). Auch die Geburt des Täufers ist vom Gebet geprägt: Der Gesang der Freude, des Lobpreises und des Dankes, den Zacharias zum Herrn erhebt und den wir jeden Morgen in der Laudes sprechen, das „Benedictus“, preist das Wirken Gottes in der Geschichte und verweist prophetisch auf die Sendung seines Sohnes Johannes: dem menschgewordenen Sohn Gottes voranzugehen und ihm den Weg zu bereiten (vgl. Lk 1,67–79).

Die gesamte Existenz des Vorläufers Jesu wird von der Beziehung zu Gott genährt, besonders die Zeit, die er in der Wüste verbringt (vgl. Lk 1,80); die Wüste ist der Ort der Versuchung, aber auch der Ort, an dem der Mensch die eigene Armut spürt, weil er ohne Halt und materielle Sicherheiten ist und versteht, daß der einzige feste Bezugspunkt Gott selbst bleibt. Aber Johannes der Täufer ist nicht nur ein Mann des Gebets, des ständigen Kontakts mit Gott, sondern er führt auch zu dieser Beziehung hin. Als der Evangelist Lukas das Gebet wiedergibt, das Jesus die Jünger lehrt, das „Vaterunser“, merkt er an, daß die Bitte von den Jüngern mit diesen Worten formuliert wird: „Herr, lehre uns beten, wie schon Johannes seine Jünger beten gelehrt hat“ (vgl. Lk 11,1).

Papst Benedikt XVI. am 29.08.2012 – Quelle

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