Erste feierlichen Gelübde in der neuen Kirche

Pater Maria Martinus Bernhard, O.S.B.
Monachus Monasterii Sancti Benedicti Nursiae
Die 16 Julii 2017
Vota Solemnia Emisit

Am vergangenen Sonntag (6. So n. Pf., U.L.F.v. Berge Karmel, 16.7.2017) legte Pater Maria Martinus Bernhard, aus dem Bendiktinerkloster in Norcia, seine feierlichen Gelübde, die Ewige Profeß, ab. Erstmals geschah dies nach dem schweren Erdbeben in der neu errichteten Holzkirche.

Hier geht es zu den Mönchen von Norcia

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Der „Wert” der monastischen Horen in „Pater noster”

Es gab immer schon das Privileg, dass Mönche und Nonnen, die nicht als Chormönche oder Chorfrauen am Offizium teilnehmen konnten, stattdessen eine andere Form des Breviergebetes verrichten konnten. Dies betraf zuvorderst die Laienbrüder und Laienschwestern.

Auch Äbte der Zisterzienser ( S.O.Cist.) haben einst um dieses Privileg nachgesucht. Sie können also  „ex privilegio“ vom Breviergebet dispensieren. Dann sind Pater noster zu beten, nämlich:

25 Pater noster – für die Vigilien
12 Pater noster – für die Laudes
12 Pater noster – für die Vesper
7 Pater noster – für die kleinen Horen

(gefunden in einem Beitrag vom 12. Oktober 2016
bei Cella B.M.V. de Porta coeli S.O.Cist. )

Betender Mönch im Chorgestühl der Trappistenabtei Mariawald
Betender Mönch im Chorgestühl der Trappistenabtei Mariawald

 

Konvent zieht wieder in das Ursprungskloster auf dem Georgenberg

Eine interessante und spannende Information gaben die Benediktiner von „St. Georgenberg – Fiecht“ bekannt. Die Benediktinerabtei, die im Inntal, östlich von Innsbruck, liegt, informierte am 26. Juli 2016 über eine „Orientierungsentscheidung“, die der Konvent, zu dem etwa ein Dutzend Mönche gehören, getroffen hat. Demnach werden die Stiftsgebäude in Fiecht einer neuen Nutzung zugezuführt, während die Mönche wieder in das Ursprungskloster St. Georgenberg zurückkehren werden.

Kloster St. Georgenberg - 898 m Meerehöhe
Kloster St. Georgenberg – 898 m Meerehöhe

„Der Konvent der Benediktinerabtei St. Georgenberg-Fiecht in Tirol hat im Zuge eines Entscheidungsprozesses grundsätzlich festgehalten, im Laufe der nächsten zwei Jahre in das Ursprungskloster am Georgenberg zu übersiedeln und das Stiftsgebäude insgesamt entweder zu veräußern oder über eine Art Baurechtsnutzung einer neuen Verwendung zuzuführen.  Beim Konvent selber sollen keinerlei Baulasten bleiben. Personelle und finanzielle Gründe geben den Ausschlag für diese Entscheidung. Der kleiner gewordene Konvent kann das große Stiftsgebäude nicht mehr kostendeckend nutzen und bewirtschaften.

Die Abtei steht jetzt am Anfang, um diese Grundsatzentscheidung umzusetzen. Die Stiftskirche soll einer kirchlichen Trägerschaft übergeben werden. Hier wird es weitere Gespräche mit der Diözese Innsbruck geben. Was mit Kulturgütern und der Bibliothek geschieht, ist Sache weiterer Überlegungen und Verhandlungen. Der Gästebereich im Stiftsgebäude wird ebenfalls innerhalb der nächsten zwei Jahre geschlossen. Die Abteiliegenschaften wie Forst- und Landwirtschaften bleiben beim Georgenberg. Es geht also einzig um das Stiftsgebäude in Fiecht, Gemeinde Vomp.“

Kloster St. Georgenberg auf einem Felsen erbaut
Kloster St. Georgenberg
auf einem Felsen erbaut
St. Georgenberg im Karwendel
St. Georgenberg im Karwendel

In der ersten Hälfte des 10. Jahrhunderts gründete Rathold von Aibling aus dem Geschlecht der Rapotonen, das im Tiroler Unterinntal begütert war und zeitweilig den Grafen für das Inntal stellte, im Stallental nördlich von Schwaz in Tirol eine klösterliche Niederlassung. Die älteste gedruckte Chronik von St. Georgenberg (um 1480) berichtet, dass Rathold zuerst als Einsiedler in einer nahegelegenen Höhle gelebt habe und sich ihm nach und nach Gefährten angeschlossen hätten.

1097 übereignete Kaiser Heinrich IV. sechs Höfe im Unterinntal sowie Leibeigene. Durch Heinrich soll auch die Reliquie des Hl. Georg an das Kloster St. Georgenberg gekommen sein, was in der Folgezeit ein reges Wallfahrtswesen bedingte.

Kurz vor dem Jahre 1141 verschrieben die Brüder Dietrich und Gerwin von Schlitters im Zillertal und ihr ,,sororius“ (Schwager oder Neffe), der Kleriker Heinrich, dem Kloster den Achensee und das nördliche Achental bis an die Grenzen des Bistums Brixen, wofür sie sich das Begräbnisrecht „super altare sancti Georgii“ sicherten.

Von Bischof Reginbert von Brixen wurde die klösterliche Gemeinschaft zu einer Benediktinerabtei erhoben, die Bestätigung durch Papst lnnozenz II. erfolgte am 30. April 1138. Nach Großbränden (1284, 1448) und Pest des 14. und 15. Jh. konnte sich das Kloster unter Abt Kaspar II. Augsburger kurzzeitig erholen.

Aufgrund mehrerer Epidemien und den Folgen der Reformation verwahrloste das Kloster erneut. Nach dem dritten Brand von 1637 wurde das Kloster nochmals aufgebaut; erste Pläne einer Transferierung des Klosters, entstanden, die jedoch erst nach einer weiteren Zerstörung durch den Brand von 1705 vollzogen wurde.

1706 wurde mit den Bauarbeiten begonnen, zwei Jahre später konnte der Klosterbau in Fiecht bezogen werden. 1807 wurde das Kloster von der bayerischen Regierung aufgehoben, 1816 kehrten die Benediktiner von St. Georgenberg nach Fiecht zurück. 1868 bis 1870 musste der Konvent aufgrund eines Brandes vorübergehend in Rotholz untergebracht werden. 1941 wurde das Kloster aufgehoben. Erst 1950 wurde es den Benediktinern zurückgegeben.

Die Abtei St. Georgenberg-Fiecht gehört seit 1967 zur Kongregation der Missionsbenediktiner von St. Ottilien.

Benediktinerstift Fiecht
Benediktinerstift Fiecht
Stift Fiecht im Inntal Unmittelbar neben Eisen- und Autobahn
Stift Fiecht im Inntal
Unmittelbar neben Eisen- und Autobahn
Stift Fiecht - Kirche
Stift Fiecht – Kirche

Benediktinerstift St. Georgenberg-Fiecht
Fiecht 4
6134 Vomp-Fiecht
www.st-georgenberg.at

Nachtrag zum Erdbeben in Norcia

Offenbar sind die Schäden an den Gebäuden des Benediktinerklosters doch größer, als es zunächst den Anschein hatte. Außerdem scheint die Entwicklung der seismischen Situation in der Region unsicher. Als Vorsichtsmaßnahme haben sich die Mönche entschlossen, die Gemeinschaft vorübergehend nach Rom überzusiedeln.

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Die Mönche des internationalen Sitzes der Benediktiner in St. Anselmo in Rom haben den Mönchen von Norcia einen Platz angeboten, wo sie in dieser Zeit der Unsicherheit bleiben können.

Jedoch bleiben zwei Mönche in Norcia, um nahe bei der Basilika zu sein und die Entwicklung der Situation zu überwachen. Allerdings „wohnen“ sie, wie viele Bewohner der Stadt, in Zelten außerhalb der Stadtmauern.

Die Mönche wollen auch in diesen schwierigen Umständen nach der Regel des hl. Benedikt leben und das Mönchsleben aufrecht erhalten.

Es ergeht die Bitte, „weiterhin für unsere Gemeinschaft zu beten.“

Sehen SIE hier!

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Benediktiner von Norcia und das Erdbeben

Das Erdbeben mit der Stärke 6.2 hat auch die Benediktiner von Norcia getroffen. Eilig haben sie in der Nacht (24. August um 3:36 Uhr) das Kloster verlassen. Auf dem Platz vor der Kirche haben sie begonnen Rosenkranz gebetet.

„Wir sind am Leben und wir haben keine Verletzten zu vermelden“.

An den Gebäuden des Klosters, besonders an der Basilika des hl. Benedikt, sind z. T. starke Schäden aufgetreten. Die wunderbaren Restaurierungen am Geburtshaus Benedikts wurden innerhalb von wenigen Sekunden ruiniert.

Doch die Mönche sorgen sich jetzt um diejenigen, die Hab und Gut, oder sogar ihr Leben verloren haben, sowie um jene, die verletzte oder verstorbene Angehörige beklagen.

Für sie bitten sie um das Gebet!

Wem es möglich ist, den bitten die Benediktiner von Norcia um Hilfe, damit die materielle Not, die bei vielen entstanden ist, die ihr Haus und ihr Vermögen verloren haben, gelindert werden kann.

„Wir brauchen wie immer ihre Hilfe, aber jetzt mehr als je zuvor, um den Wiederaufbau zu beginnen.“

Erdbeben Norcia (Basilika), 24.8.2016, 3:36
Erdbeben Norcia (Basilika), 24.8.2016, 3:36

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Fotostrecke

 

Zügige Wahl der Äbtissin von St. Hildegard, Eibingen

Die Homepage der Benediktinerinnenabtei St. Hildegard gibt bekannt:

Der Konvent der Benediktinerinnenabtei St. Hildegard in Rüdesheim/Eibingen hat am Dienstag, dem 2. August 2016, die bisherige Priorin des Klosters, Sr. Dorothea Flandera (63) zur neuen Äbtissin und damit zur 40. Nachfolgerin der heiligen Hildegard gewählt. Mutter Dorothea stand der am 2. Juli verstorbenen Äbtissin Clementia Killewald seit 2004 als Priorin und Stellvertreterin zur Seite. Sie trat 1979 in die Abtei St. Hildegard ein und legte dort 1985 ihre ewige Profess ab. Als gelernte Diplom-Mathematikerin leitet sie seit vielen Jahren die klostereigene Restaurierungswerkstatt für kirchliche Archivalien. Die Schwestern der Abtei danken allen, die die Äbtissinnenwahl mit ihrem guten Gedenken begleitet haben und bitten auch weiterhin um das Gebet.

Gott der Herr segne Sr. Dorothea und ihr Wirken als Äbtissin!

Sr. Dorothea Flandera, geb. 1952, Profess 1982, ist seit 2004 Priorin, seit 2.8.2016 Äbtissin
Der Konvent nach der Wahl am 2.8.2016
Der Konvent nach der Wahl am 2.8.2016

Text- und Fotoquellen:

Abtei St. Hildegard

Facebookseite der Abtei St. Hildegard