Katharina von Siena, + 29. April 1380

Katharina hatte 22 ältere Geschwister. Sie war eine Tochter des Pelzfärbers Giacomo Benincasa und seiner Frau Lapa und wurde am 25. März 1347 in Siena geboren. Von Kindheit an empfand Katharina eine tiefe Zuneigung zu Gott und Maria. Bereits mit 5 Jahren konnte sie das „Gegrüßet seist du, Maria“ voller Andacht beten. Später empfahl sie immer wieder, man möge sich mit allen Anliegen an Maria wenden: „Maria ist unsere Fürsprecherin, die Mutter der Gnade und der Barmherzigkeit. Sie ist ihren Dienern gegenüber nicht undankbar.“ Mit knapp 6 Jahren hatte Katharina ihre erste Vision, die sie in ihrem Glaubenseifer weiter bestärkte: Christus segnete sie. Im Rahmen ihrer religiösen Erziehung las sie viel über das Leben von Heiligen, Einsiedlern und Wüstenvätern und versuchte bald, diesen durch ein asketisches und zurückgezogenes Leben nachzueifern. Katharina fühlte sich sehr zum Dominikanerorden hingezogen und legte bereits mit 7 Jahren ein Keuschheitsgelübde ab.

Ihrer Mutter und ihrer älteren Schwester Bonaventura zuliebe ließ sich Katharina ab dem Alter von etwa 12 Jahren sehr elegant kleiden. Im August 1362 starb Bonaventura im Wochenbett. Nach der Trauerzeit sollte Katharina bald verheiratet werden, doch sie wehrte sich heftig. Tommaso, ein junger Dominikaner erkannte die Entschlossenheit Katharinas zu einem gottgeweihten Leben und riet ihr, sich einfach die Haare abzuschneiden. Katharina wurde in der Familie bestraft, gehänselt und aus ihrem Zimmer vertrieben, wo sie viel Zeit allein mit Beten verbracht hatte. Ihre Mutter hatte keinerlei Verständnis für sie und zwang sie nun, fortan die Magd im Haus zu ersetzen. Da beschloss Katharina, in ihrem Inneren gleichsam eine „kleine Klosterzelle“ einzurichten, in die sie sich während der Arbeit mit Jesus zurückzog. Um ihre Andacht und ihren Gehorsam zu steigern, stellte sie sich vor, ihre Mutter sei die heilige Gottesmutter, ihr Vater Jesus, ihre Geschwister die Jünger Christi und die heiligen Frauen. So konnte Katharina dank ihrer Vorstellungsgabe inmitten der Welt kontemplativ leben; sie konnte in der Welt sein, ohne weltlich zu sein, und dem Alltagsleben viele Gelegenheiten zur Begegnung mit Gott abgewinnen. Ihre Schüler lehrte sie später: „Alle Werke, die wir für unseren Nächsten oder für uns selbst aus Liebe tun, und mögen sie noch so äußerlich sein, sind ein Gebet, sofern sie in heiliger Absicht verrichtet werden.“

Eines Tages erschien Katharina der heilige Dominikus im Traum und überreichte ihr das Ordenskleid einer Dominikanerin. Angesichts ihrer Entschlossenheit war ihr Vater schließlich doch damit einverstanden, dass sie sich den Bußschwestern des heiligen Dominikus anschloss (die wegen ihres schwarzen Umhangs – italienisch mantellata – Mantellaten genannt wurden); die Gemeinschaft bestand im Wesentlichen aus Witwen, die sich karitativen Werken widmeten und einmal wöchentlich zusammenkamen, um gemeinsam die Messe zu besuchen und religiöse Unterweisung zu erhalten. Katharina wurde allerdings zunächst einmal abgewiesen: Die Schwestern fanden sie zu jung, vielleicht auch zu schwärmerisch. Aber schon bald konnte Katharina sie durch ihre mutige Haltung während einer schweren Krankheit so beeindrucken, dass sie sie doch aufnahmen: Sie wurde Ende 1364 eingekleidet.

Bereits während ihres Noviziats wurde der asketisch lebenden Katharina die Gnade von Erscheinungen sowie von Gesprächen mit Jesus zuteil. Diese mystischen Gaben waren mitunter von Momenten des Zweifels, der Angst und starker Versuchungen begleitet. Nach einer solchen Versuchung wurde Katharina mit einer Erscheinung des Herrn belohnt: „Gütiger und sanftmütiger Jesus“, sprach sie zu ihm. „Wo warst du, als meine Seele von solchen Qualen gepeinigt wurde?“ – „Ich war in deinem Herzen, Katharina, denn ich lasse diejenigen nie im Stich, die sich nicht als Erste von mir abwenden, indem sie der Sünde huldigen.“ – „Wie? Du warst in meinem Herzen, während es von den abscheulichsten Gedanken überschwemmt wurde?“ – „Sag mal, Katharina, haben dir diese Gedanken Freude oder Traurigkeit bereitet?“ – „Ach, Herr! Unbeschreibliche Traurigkeit und unermesslichen Abscheu.“ – „Und was bewirkte deine Traurigkeit, wenn nicht meine Gegenwart in deinem Herzen? Wenn ich nicht dagewesen wäre, wärst du den Versuchungen erlegen: Ich habe bewirkt, dass du ihnen widerstehen konntest und dass du traurig warst. Und ich habe mich gefreut über deine Treue während dieses schmerzhaften Kampfes.“ In einem Brief zog Katharina folgende Lehre aus diesem Erlebnis: „Gott lässt die Versuchung zu, damit unsere Tugenden sich bewähren können …, damit wir der Versuchung nicht erliegen, sondern sie besiegen dank des Vertrauens auf die göttliche Hilfe, das uns mit dem heiligen Apostel Paulus sagen lässt: Alles vermag ich im gekreuzigten Jesus, der in mir ist, und der mich stärkt (vgl. Phil 4,13).“

1368 starb Katharinas Vater. Im gleichen Jahr hatte Katharina eine Vision, die sich ihrem Herzen für immer einprägte. Sie wurde von der Gottesmutter Jesus als Braut präsentiert, und er schenkte ihr einen herrlichen Ring mit den Worten: „Ich, dein Schöpfer und dein Heiland, verlobe mich mit dir in dem Glauben, den du immer rein erhalten sollst, bis du im Himmel deine ewige Vermählung mit mir feierst.“ Katharina konnte den Ring an ihrem Finger spüren und sehen, für andere blieb er unsichtbar. Von da an widmete sie sich vermehrt den Armen und Kranken und vollbrachte wahre Wunder für sie. Sie musste jedoch zugleich auch viel Spott und Verleumdung einstecken: Man warf ihr unter anderem einen üblen Lebenswandel vor.

Katharina besaß die Gabe der Tränen. Diese brachten eine tiefe Empfindsamkeit, eine große Emotions- und Liebesfähigkeit zum Ausdruck. „Denkt an den gekreuzigten Christus“, schrieb Katharina in einem Brief. „Blickt auf den gekreuzigten Christus, bergt euch in den Wunden des gekreuzigten Christus, versenkt euch in das Blut des gekreuzigten Christus“.“

Katharinas Ruhm verbreitete sich, und sie entfaltete eine rege spirituelle Beratungstätigkeit für Adlige und Politiker, Künstler und einfache Leute, geweihte Personen und Kleriker. Es entstand eine Gruppe von Schülern um sie, die sie anhielt, sich für das Heil ihres Nächsten einzusetzen. Diesen Einsatz nannte sie „die Lehre Mariens“, denn, so erklärte sie, „als Mensch war der Gottessohn von dem Wunsch getragen, zur Ehre seines Vater und für unser Heil zu wirken; und dieser Wunsch war so mächtig, dass er in seinem Eifer Leid, Schmach und Schande bis hin zu seinem elenden Kreuzestod auf sich nahm. Den gleichen Wunsch hegte auch Maria, denn sie konnte nichts anderes wünschen als die Ehre Gottes und das Heil seiner Geschöpfe.“ Als Katharina auch zu reisen begann, stieß ihre Rührigkeit sowohl in Siena als auch beim Dominikanerorden auf Befremden, und sie musste 1374 vor dem Generalkapitel der Dominikaner in Florenz erscheinen. Man wies ihr als geistlichen Ratgeber den heute noch als Seligen verehrten künftigen Generalmeister des Ordens, Raimund von Capua, zu, der nicht nur ihr Beichtvater, sondern auch ihr geistlicher Ziehsohn wurde.

Zu Pfingsten 1375 empfing Katharina die Stigmata Christi: Die Wundmale des Gekreuzigten an Händen, Füßen sowie an der Seite prägten sich ihrem Körper unsichtbar ein, wie sie darum gebeten hatte. Geistliches Leben bestand für sie in der Einheit mit Gott, der ein „Weg der Wahrheit“ sei; die beste Führung auf diesem Weg biete die Passion Christi: Sie sei „allen Büchern vorzuziehen“. Die Liebe wies Katharina den Weg in die Nachfolge Christi durch ein Leben der Askese, der Buße und des Dienstes am Anderen.

Ab 1375 engagierte sich Katharina für die Rückkehr der Päpste aus Avignon (wo sie aus politischen Gründen seit 1309 residierten) nach Rom sowie für die Einheit und Unabhängigkeit der Kirche. „Die Kirche ist nichts anderes als Christus selbst“, schrieb sie, sie vermittle die Liebe Gottes zu den Menschen; die hierarchisch organisierte Kirche versehe ein unentbehrliches Amt für das Heil der Welt. Katharina ging es nicht darum, die Strukturen der Kirche zu verändern, gegen Geistliche zu rebellieren oder im Bereich des Kultus sowie der Disziplin Neuerungen einzuführen, sondern darum, der Braut Christi ihre ursprüngliche Berufung wiederzugeben. Denn „obwohl die Kirche in der Kraft des Heiligen Geistes die treue Braut des Herrn geblieben ist und niemals aufgehört hat, das Zeichen des Heils in der Welt zu sein, so weiß sie doch klar, dass unter ihren Gliedern, ob Klerikern oder Laien, im Lauf so vieler Jahrhunderte immer auch Untreue gegen den Geist Gottes sich fand.

Katharina liebt die Kirche, wie sie ist, nicht wegen der menschlichen Verdienste derer, die ihr angehören oder die sie repräsentieren. Bedenkt man die Bedingungen, unter denen die Kirche damals existierte, so erkennt man, dass ihre Liebe anders motiviert war … Die heilige Katharina schwieg nicht zu den Verfehlungen der Kirchenleute; indem sie ihre Stimme gegen die Dekadenz erhob, betrachtete sie diese sogar als einen zusätzlichen Grund, als eine Notwendigkeit, noch mehr zu lieben. – Die Erneuerung der Kirche betraf zunächst die Kleriker, von denen Katharina eine hohe Meinung hatte. In ihrem Dialog über die göttliche Vorsehung lässt sie Gott sagen: „Ich wählte meine Diener zu eurem Heil aus, damit sie das Blut des einzigen, demütigen und unbefleckten Lammes, meines Sohnes, an euch weitergeben.“

Katharina setzte sich aber auch für eine Umkehr der Laien ein. An einen Mann, der fleischlichen Leidenschaften verfallen war, schrieb sie: „Geliebter Bruder, dämmere nicht länger in der Todsünde dahin! Ich sage dir: Die Axt rührt bereits an die Wurzel des Baumes. Nimm die Schaufel der Gottesfurcht und lass die Hand der Liebe sie führen. Leg die Verdorbenheit deiner Seele und deines Leibes ab. Sei nicht dein eigener Henker, indem du dir das sanfte Haupt, Jesus Christus, abschlägst! Mach Schluss mit deinen Ausschweifungen. Ich habe es dir gesagt und wiederhole es: Gott wird dich bestrafen, wenn du dich nicht besserst; aber ich verspreche dir auch: Wenn du umkehren und die Zeit, die dir noch bleibt, nutzen willst, wird Gott so gütig, so barmherzig sein, dass er dir vergeben, dich in seine Arme schließen, dich am Blut des Lammes teilhaben lassen wird, das mit so viel Liebe vergossen wurde, dass es keinen Sünder gibt, dem keine Barmherzigkeit zuteil werden kann; denn die Barmherzigkeit Gottes ist größer als unsere Sorgen, sobald wir nur unser Leben ändern wollen.“

Die heilige Katharina wusste, dass der Weg zur Heiligung über die Sakramente der Buße und der Eucharistie führt; an einen Schüler schrieb sie einmal: „Ihr müsst eure Seele oft vom Schmutz der Sünde reinigen durch eine gute und heilige Beichte und sie mit dem Brot der Engel nähren, das heißt mit dem süßen Sakrament des Leibes und des Blutes Jesu Christi, der Gott und Mensch zugleich war.“ Sie ließ unter ihren Schülern die selten gewordene Gewohnheit der häufigen Kommunion wiederaufleben; die beste Vorbereitung auf die sakramentale Kommunion war ihrer Ansicht nach die spirituelle Kommunion: Diese bestehe darin, die Eucharistie mit echtem, innigem Verlangen zu empfangen; dieses Verlangen müsse nicht nur im Moment der Kommunion, sondern zu jeder Zeit und an jedem Ort vorliegen.

Auf Bitten der Stadtoberen von Florenz brach Katharina im April 1376 nach Avignon auf, wo sie den Papst traf. Sie bat ihn um dreierlei: nach Rom zu fahren, einen großen Kreuzzug zu unternehmen und schließlich gegen Laster und Sünde inmitten der Kirche vorzugehen. In der Stadt Avignon wurde Katharina wegen ihres wachsenden Einflusses auf den Papst, aber auch wegen ihrer – mitunter in aller Öffentlichkeit stattfindenden – Ekstasen mit einigem Misstrauen beobachtet. Der Papst ließ sie insgeheim überwachen, doch man konnte ihr letztlich nichts vorwerfen.

Der kränkliche französische Papst Gregor XI. verließ Avignon am 13. September 1376 in Richtung Italien, wo gerade heftige Unruhen tobten, und traf am 16. Januar 1377 in Rom ein. Katharina fuhr zunächst nach Siena, dann im Auftrag des Papstes in die immer noch gegen das Papsttum rebellierende Stadt Florenz, die sie unter Hinweis auf den „gekreuzigten Christus und die sanfte Maria“ zu besänftigen suchte. 1378 hatte sie mehrere Ekstasen, die sie in ihren von fünf Schreibern aufgezeichneten Dialogen verarbeitete.

Am 27. März 1378 starb Papst Gregor XI. Bald darauf wurde Urban VI. zu seinem Nachfolger gewählt. Doch die – vor allem französischen – Kardinäle, die mit dem autoritären Stil des neuen Pontifex unzufrieden waren, hielten am 18. September 1378 eine Versammlung in Fondi ab und wählten ihrerseits Kardinal Robert von Genf zum Gegenpapst Clemens VII. Ein schwerwiegender Akt für Katharina, denn er führte zu einem (vierzig Jahre währenden) Schisma. Sie verließ Siena und kam am 28. November 1378 in Rom an. Sie wurde von Papst Urban VI. empfangen, der in ihrer Anwesenheit eine wichtige Unterstützung sah. Da die Spaltung der Kirche sie überaus schmerzlich berührte, begann sie einen Gebetskreuzzug und appellierte an alle, mit christlicher Liebe zu handeln, um die Probleme der Christenheit zu lösen. Sie rief Fürsten und Städte zum Gehorsam gegenüber dem Papst auf und bat Ordensleute und Einsiedlermönche um Unterstützung für den Papst. Am 29. Januar 1380 geriet Katharina bei ihrem letzten Besuch im Petersdom in Ekstase und sah Jesus, wie er zu ihr trat und das schwere, unruhige Schiff der Kirche auf ihre schmalen Schultern legte; unter der gewaltigen Last brach sie ohnmächtig zusammen.

Durch ihre vielen Bußübungen zusätzlich geschwächt und krank, verabschiedete sie sich bald danach von ihren Freunden. Als sie am 29. April ihr Ende nahen fühlte, betete sie noch einmal insbesondere für die katholische Kirche und für den Heiligen Vater. Bevor sie starb, erklärte sie: „Ich habe mein Leben in der Kirche vollendet und für die heilige Kirche hingegeben; das ist für mich eine einzigartige Gnade.“ Dann sprach sie mit strahlendem Gesicht die Worte des Erlösers „Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist“ (Lk 23,46), neigte sanft den Kopf und entschlief im Herrn im Alter von 33 Jahren.

Quelle

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Heiliger Petrus Canisius – 27. April

– der zweite Apostel Deutschlands, Kirchenlehrer.

Petrus Canisius – 8. Mai 1521 Nijmegen/Niederlande, – 21. Dezember 1597 Fribourg/Schweiz. — Fotoquelle – http://sacerdos-viennensis.blogspot.de/2016/04/petrus-canisius-uber-die-ehescheidung.html

BITTE FÜR UNS!

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Das Allgemeine Gebet vom hl. Petrus Canisius,
das täglich zu beten empfohlen wird.

Allmächtiger, ewiger Gott, Herr, himmlischer Vater!
Sieh an mit den Augen Deiner grundlosen Barmherzigkeit unsern Jammer, Elend und Not.
Erbarme Dich über alle Christgläubigen, für welche Dein eingeborener Sohn, unser lieber Herr und Heiland, Jesus Christus, in die Hände der Sünder freiwillig gekommen ist und sein kostbares Blut am Stamme des heiligen Kreuzes vergossen hat.
Durch diesen Herrn Jesus wende ab, gnädigster Vater, die wohlverdienten Strafen, gegenwärtige und zukünftige Gefahren, schädliche Empörungen, Kriegsrüstungen, Teuerung, Krankheiten, betrübte, armselige Zeiten. Erleuchte auch und stärke in allem Guten geistliche und weltliche Vorsteher und Regenten, damit sie alles befördern, was zu Deiner göttlichen Ehre, zu unserm Heile, zum allgemeinen Frieden und zur Wohlfahrt der ganzen Christenheit gedeihen mag.
Verleihe uns, o Gott des Friedens, eine rechte Vereinigung im Glauben, ohne alle Spaltung und Trennung;
bekehre unsere Herzen zur wahren Buße und Besserung unseres Lebens;
zünde an in uns das Feuer Deiner Liebe;
gib uns einen Hunger und Eifer zu aller Gerechtigkeit, damit wir als gehorsame Kinder im Leben und Sterben Dir angenehm und wohlgefällig seien.
Wir bitten auch, wie Du willst, o Gott, dass wir bitten sollen, für unsere Freunde und Feinde, für Gesunde und Kranke, für alle betrübten und elenden Christen, für Lebendige und Abgestorbene.
Dir, o Herr, sei empfohlen all unser Tun und Lassen, unser Handel und Wandel, unser Leben und Sterben.
Lass uns Deine Gnade hier genießen und dort mit allen Auserwählten erlangen, dass wir in ewiger Freude und Seligkeit Dich loben, ehren und preisen mögen!
Das verleihe uns, o Herr, himmlischer Vater!
Durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, welcher mit Dir und dem Heiligen Geiste als gleicher Gott lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Amen.

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Bruder Konrad von Parzham, Kapuziner – 21. April

„Das Kreuz ist mein Buch.
Ein Blick auf das Kreuz lehrt mich bei jeder Gelegenheit, wie ich mich zu verhalten habe. Da lerne ich Geduld und Demut. Da lerne ich jedes Kreuz mit Geduld tragen, ja es wird mir süß und leicht.“

(Bruder Konrad in einem seiner wenigen Briefe)

Anläßlich einer Wallfahrt nach dem fünf Stunden entfernten Aigen lernte der Zweiundzwanzigjährige Johann Evangelist Birndorfer in Benefiziat Dullinger seinen Seelenführer kennen. Alle acht oder vierzehn Tage ging er dorthin, um zu beichten, den Gottesdiensten beizuwohnen, zu kommunizieren und einen Rat zu erbitten. Bereits um ein Uhr nachts brach er auf. Auch strömender Regen, hoher Schnee oder Glatteis konnten ihn nicht davon abhalten. Wenn er nach zehnstündigem Marsch, auf dem er ständig betete, am Spätnachmittag nach Hause kam, war er noch nüchtern. Nach einer kleinen Stärkung zog er sich auf seine Kammer zurück, um zu beten oder ein geistliches Buch zur Hand zu nehmen. An diesem Gang nach Aigen hielt er neun Jahre fest, bis er ins Kloster eintrat.

In seinem Eifer kam er schon um halb vier zur Kirche, wo er dann kniend bis zum öffnen vor dem Portal in Anbetung verharrte. Diese Wertschätzung der heiligen Messe verdankte er dem Volksbuch des Martin von Cochem über die heilige Messe. Er hat es eifrig gelesen, betrachtet und sich zum geistigen Eigentum gemacht. Der sonst so in sich Gekehrte konnte begeistert reden, wenn man von der Eucharistie sprach. Im Glauben wußte Johannes sich bei der Meßfeier auf Golgotha versetzt, das Todesleiden des Herrn stand ihm lebendig vor Augen. Hier holte er sich auch die Kraft zur Nachfolge seines gekreuzigten Herrn für den kommenden Tag. So bildete das Geheimnis der Eucharistie die Mitte und Quelle seiner Frömmigkeit.

Im Kloster genügte es ihm nicht, drei- oder viermal in der Woche, wie es damals üblich war, zum Tisch des Herrn zu gehen. Seine große Herzensreinheit und außerordentliche Sehnsucht nach der eucharistischen Speise bewogen seine Oberen zu einer Ausnahme. Um Aufhebens zu vermeiden, wurde ihm die Kommunion an diesen Tagen vor dem Aufstehen der Klosterfamilie schon um halb fünf Uhr gereicht. Aus Dank für diese Gnade, die ihm neununddreißig Jahre lang zuteilwerden sollte, kniete Bruder Konrad seit drei Uhr vor dem Tabernakel.

Bruder Konrad, Kapuziner – *22. Dezember 1818 Parzham, +21. April 1894 Altötting

Einundvierzig Jahre versah der Kapuziner Bruder Konrad den Pfortendienst des St.-Anna-Klosters in Altötting. Hier waren nicht nur sein Gebetseifer, sondern auch seine Dienstbereitschaft und seine aufopfernde Liebe für Wallfahrer, Wanderer und Arme waren unermüdlich. Jeden freien Augenblick zog es ihn in die Alexiuszelle, einen dunklen engen Raum unter der Klosterstiege mit einem Durchblick zum Tabernakel.

Wenn es am Abend an der Pforte ruhig geworden war, verbrachte er hier noch viele Stunden bis in die tiefe Nacht. In den ersten dreißig Ordensjahren beschränkte er den Schlaf auf ein Minimum von zwei bis drei Stunden. Von diesen Stunden gestand er einmal, sie enteilten ihm im Lieben und Leiden, im Staunen und Anbeten und Bewundern der namenlosen Liebe seines Gottes zu uns armen Geschöpfen; in dieser Liebe seines Gottes komme er an kein Ende.

Wenn Bruder Konrad an einem Kreuzbild vorüberkam, blieb er stehen, verneigte sich tief, küsste seine Fingerspitzen und berührte damit die Fußwunde des Erlösers.

Auf den Tod erkrankt, musste sich Bruder Konrad am 18. April 1884 in der Krankenzelle des Klosters Ruhe gönnen. Ohne jede Klage, ganz in sich gekehrt lag der Kranke auf seinem harten Lager, ruhig, zufrieden, schweigend, gesammelt und ganz gottergeben. Einem Bruder sagte er: „Ich red jetzt nichts mehr, ich muss mich vorbereiten auf die Ewigkeit.“ – Am 21. April 1884 abends, während des samstäglichen Abendläutens, schied Bruder Konrad von dieser Erde.

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Johannes von Gott – 8. März

Geboren am 8. März 1495 in Montemor-o-Novo, Portugal,
gestorben am 8. März 1550 in Granada, Spanien.

João Ciudad Duarte verließ mit acht Jahren sein Zuhause. Vielleicht hatte ihn ein Geistlicher entführt, damit der Knabe ihm beim Betteln helfe. Jedenfalls starb seine Mutter aus Kummer über den Verlust des einzigen Kindes, der Vater trat als Laienbruder in ein Kloster ein. Johannes fand sich in der andalusischen Burg Oropesa wieder, wo er der Verwalterfamilie 20 Jahre als Viehhirte diente. Vermutlich erhielt er schon damals den für Findelkinder üblichen Beinamen „von Gott“. Als Soldat im kaiserlichen Heer gelangte er bis nach Wien und kehrte im Anschluss wieder in seinen Heimatort zurück, wo er vom Schicksal seiner Eltern erfuhr. Er wollte dann als Missionar nach Nordafrika, verdingte sich aber stattdessen beim Festungsbau in Ceuta, um eine in Not geratene Familie zu unterstützen. Schließlich ließ er sich als Buchhändler zuerst in Gibraltar, dann in Granada nieder.

Eine Predigt des durchreisenden (Heilige)  Johannes von Ávila erschütterte ihn 1539 derart, dass er seine weltlichen Bücher verbrannte, die geistlichen verschenkte und wie von Sinnen durch die Stadt lief, bis man ihn zu den „Verrückten“ sperrte. Dort lernte er die Not der Kranken kennen und stellte sich fortan in deren Dienst. In einem gemieteten Haus wandte er als erster moderne Methoden an: die Trennung der Patienten nach ihrer Krankheit, ihre Unterbringung in einem eigenen Bett, die Behandlung durch einen Arzt. Oftmals las Johannes Kranke auf der Straße auf und trug sie selber in sein Hospital. Noch im selben Jahr konnte er sein erstes Krankenhaus eröffnen, für das er unermüdlich Speisereste und Spenden sammelte. Anfangs verlacht, erwarb er sich mehr und mehr die Achtung und das Wohlwollen zahlreicher Gönner.

1547 konnte er sein zweites Hospital mit 100 Betten eröffnen, in dem auch Obdachlose und ausgesetzte Kinder Aufnahme fanden. Immer mehr Männer schlossen sich ihm an, halfen im Pflegedienst und beim Bau der Häuser. Daraus entstand nach seinem Tod der Orden der „Barmherzigen Brüder vom heiligen Johannes von Gott“, auch „Hospitalorden“ genannt. Im Sommer 1549 rettete er zahlreiche Kranke aus dem brennenden Königlichen Hospital in Granada, und im darauffolgenden Winter versuchte er vergebens, ein Kind aus dem Hochwasser zu ziehen. Er selbst wurde durch seinen Einsatz so krank, dass er am 8. März 1550, seinem 55. Geburtstag, an den Folgen seiner Rettungsaktion starb.

Johannes von Gott – Gründer der „Barmherzigen Brüder“

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Der Tod der heiligen Scholastica – 10. Januar

Benedikts Schwester Scholastica war von Kindheit an dem allmächtigen Gott geweiht. Sie war gewohnt, ihren Bruder einmal im Jahr zu besuchen. Der Mann Gottes ging jedes Mal zu ihr hinunter zu einem Gut des Klosters, das nicht weit entfernt lag. Eines Tages kam sie wie üblich, und ihr ehrwürdiger Bruder stieg mit einigen Jüngern zu ihr hinab. Sie verbrachten den ganzen Tag im Lob Gottes und im geistlichen Gespräch. Bei Einbruch der Dunkelheit hielten sie miteinander Mahl.

Während sie noch am Tisch saßen und ihr geistliches Gespräch fortsetzten, wurde es spät. Da flehte die gottgeweihte Frau, seine Schwester, ihn an: „Ich bitte dich, lass mich diese Nacht nicht allein, damit wir noch bis zum Morgen von den Freuden des himmlischen Lebens sprechen können.“ Er antwortete ihr: „Was sagst du da, Schwester? Ich kann auf keinen Fall außerhalb des Klosters bleiben.

Es war so heiteres Wetter, dass sich kein Wölkchen am Himmel zeigte. Als aber die gottgeweihte Frau die Weigerung ihres Bruders hörte, fügte sie die Finger ineinander, legte ihre Hände auf den Tisch und ließ ihr Haupt auf die Hände sinken, um den allmächtigen Gott anzuflehen. Als sie dann das Haupt vom Tisch erhob, blitzte und donnerte es so stark, und ein so gewaltiger Wolkenbruch ging nieder, dass weder der heilige Benedikt noch die Brüder in seiner Begleitung einen Fuß über die Schwelle des Hauses setzen konnten, in dem sie beisammen waren.

Die gottgeweihte Frau hatte nämlich ihr Haupt auf die Hände gesenkt und Ströme von Tränen auf den Tisch vergossen. Dadurch erreichte sie, dass es aus heiterem Himmel zu regnen begann. Diese Regenflut folgte nicht erst nach dem Gebet, sondern Gebet und Regen trafen so zusammen, dass es schon donnerte, als sie das Haupt vom Tisch erhob. Im gleichen Augenblick erhob sie das Haupt, und der Regen strömte nieder.

Benedikt sah nun ein, dass er bei Blitz, Donner und dem gewaltigen Wolkenbruch nicht zum Kloster zurückkehren konnte. Da wurde er traurig und klagte: „Der allmächtige Gott vergebe dir, Schwester! Was hast du da getan?“ Sie erwiderte ihm: „Sieh, ich habe dich gebeten, und du hast mich nicht erhört; da habe ich meinen Herrn gebeten, und er hat mich erhört. Geh nur, wenn du kannst. Verlass mich und kehre zum Kloster zurück!

Da er das Haus nicht verlassen konnte, blieb er gegen seinen Willen, nachdem er freiwillig nicht hatte bleiben wollen. So konnten sie die ganze Nacht durchwachen, in heiligen Gesprächen ihre Erfahrungen über das geistliche Leben austauschen und sich gegenseitig stärken.

Er habe etwas gewollt und es doch nicht vermocht. – Wenn wir auf die Vorstellungen des heiligen Mannes schauen, so besteht kein Zweifel, dass er gewünscht hat, das heitere Wetter möge so bleiben, wie es bei seinem Kommen gewesen war. Ganz gegen seinen Willen stand er vor einem Wunder, das die Kraft des allmächtigen Gottes nach dem Herzenswunsch einer Frau gewirkt hatte. Es ist nicht zu verwundern, dass die Frau, die ihren Bruder länger zu sehen wünschte, in diesem Augenblick mehr vermochte als jener.

Nach einem Wort des Johannes ist Gott die Liebe; so ist es ganz richtig: jene vermochte mehr, weil sie mehr liebte.

Am nächsten Tag kehrte die ehrwürdige Frau wieder in ihre eigene Zelle zurück, und auch der Mann Gottes ging heim in sein Kloster.

Drei Tage darauf stand er in seiner Zelle. Er erhob die Augen zum Himmel, da sah er die Seele seiner Schwester, die aus dem Leib geschieden war, in Gestalt einer Taube zum Himmel aufsteigen und in die Vollendung eingehen.

Er freute sich über ihre so große Herrlichkeit, dankte dem allmächtigen Gott mit Hymnen und Lobliedern und teilte den Brüdern ihren Tod mit.

Sogleich schickte er Brüder hin, die ihren Leichnam ins Kloster bringen und in dasselbe Grab legen sollten, welches er für sich vorbereitet hatte. So traf es sich: Selbst das Grab konnte ihre Leiber nicht trennen, war doch ihr Geist immer in Gott eins gewesen.

(Aus dem Buch der Dialoge des heiligen Papstes Gregor dem Großen)

Scholastica und Benedict nehmen Abschied – http://communio.stblogs.org

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Fest der Gründer der Zisterzienser – 26. Januar

Der heutige Festtag, der in allen zisterziensischen Klöstern feierlich begangen wird, ist in diesem Jahr ein trauriger Tag für die Mönche, Mitarbeiter und Freunde der Trappistenabtei Mariawald. Am 23. Januar hat Abt Bernardus Peeters aus der „Abdij Koningsoord“, der, wie man lesen konnte, als „apostolischer Kommissar“ die Geschicke von Mariawald (mit-)bestimmt, offiziell mitgeteilt, dass er im Auftrag der vatikanischen Kongregation (für die Institute geweihten Lebens und für die Gesellschaften apostolischen Lebens), der Kardinal Braz de Aviz vorsteht, das Kloster Mariawald abzuwickeln habe (TAGESPOST).

Es ist gut, für die Mönche und für das Fortbestehen des Klosters zu beten!

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Am 26. Januar begehen die verschiedenen Zweige aller Zisterzienser ein großes Ordensfest. Sie feiern die Gründeräbte:

Robert von Molesme – * um 1027 in der Champagne, † 1111 in Molesme

Alberich von Cîteaux – * um 1050 in Frankreich, † 26. Januar 1109 in Cîteaux

Stephan Harding – * 1059 in Merriott, Somerset, England; † 28. März 1134 in Cîteaux

Diese drei und weitere achtzehn Mönche aus Molesme wollten ganz treu nach der Regel des heiligen Benedikt leben. Die Lebensweise der Mönche von Cîteaux wollte sich unterscheiden von der des damals üblichen benediktinischen Lebensstiles, der geprägt war durch die Abtei Cluny in Burgund, nicht weit von Citeaux. Es entstand aus dieser Reform innerhalb des benediktinischen Mönchtums ein neuer Orden.

Freilich wird oft auch weithin auch Bernhard von Clairvaux als Mitbegründer des Zisterzienserordens genannt. Aber er war kein Ordensgründer, er war Ordensreformer und Motor dieser neuen geistlichen Bewegung. Bernhard trat 1113 zusammen mit 30 weiteren Gefährten, die meisten waren mit ihm verwandt, als Novize in Citeaux ein. Durch den Einfluss seiner starken Persönlichkeit begann ein enormer Aufschwung im neuen Orden. Sehrschnell wurden die ersten Tochterklöster gegründet werden: 1113 La Ferté, 1114 Pontigny, 1115 Morimond.

Kloster Mariawald – Figurengruppe der Zisterzienserväter über dem Eingangsportal der Abteikirche

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Heilige Antonius, Wüstenvater – 17. Januar

Der heilige Wüstenvater Antonius. + 356 im Alter von 105 Jahren.

Was können uns die Wüstenväter heute noch sagen?

Die Kunst hat sich in verschiedenen Variationen dem Geheimnis der Wüstenmönche und ihrer Persönlichkeiten genähert, die sich in ihrem Leben in die wirkliche Wüste zurückgezogen haben um einzig Gott zu suchen. Im Wesentlichen kann man zwei Unterschiedliche Darstellungsweisen ausmachen. Die eine führt uns in eine gewisse Idylle, eine Art „Garten Eden“, in dem die Wüstenväter ein „Gott wohlgefälliges Leben“ führten. Eine andere Art, und diese überwiegt in der bildlichen Darstellung, spricht von den Anfechtungen, von den „Tentationen“, vor allem des heiligen Antonius. Glücklicherweise verfügen wir über ein Zeugnis dieses Menschen, um besser zu verstehen, was tatsächlich in seinem Leben vorging. Der berühmte Bischof und Kirchenvater Athanasius, ein Zeitgenosse des Antonius, hat sein Leben dokumentiert.

Der Teufel machte sich daran, Antonius an der schwächsten Stelle des Mannes, besonders des jungen Menschen, zu treffen. Er gaukelte ihm sexuelle Verlockungen und Begierden vor. Vielleicht verliert man in einer Zeit wie der unseren, das Verständnis für ein keusche Gesinnung und ihren Zusammenhang mit dem geistlichen Leben. Für uns sind sexuelle Anspielungen und entsprechende Darstellungen allgegenwärtig. Machen sie uns etwas aus? Antonius ist sich bewusst gewesen, dass gerade und besonders die Unkeuschheit es ist, die dazu fähig macht, den Menschen geistig abzutöten. Diese Versuchung bestand Antonius.

Der Teufel erschien ihm leibhaftig und sprach zu ihm als schwarzer Knabe: „Ich habe viele verführt und die meisten auch überwunden. Aber jetzt bin ich ob deiner starken Anstrengungen schwach geworden.“ Antonius wollte wissen, wer dieser denn sei, der da sprach. „Ich bin ein Freund der Unzucht. Meine Aufgabe ist es, ihre Verlockungen und ihre Reizmittel zum Schaden der Jünglinge einzusetzen. Mein Name ist Geist der Unzucht.

Das mindeste, was uns die Wüstenväter um den heiligen Antonius heute sagen können ist: Hüte dich, nicht alles was du siehst ist zu deinem Wohl, und nicht alles wirst du mit deinem aufgeklärten Verstand begreifen. Du bist ein sündiger Mensch. Du fällst täglich. Gerade die sexuellen Begierlichkeiten die in deinem Leben ständig auftauchen können, haben die Macht, deine Sehnsucht nach Gott zu vernichten.
Habe keine Angst.
Der Herr stellt dir Helfer zur Seite.
Nimm ihre Hilfen an; erbitte sie.
Und bete.

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