Heilige Katharina von Alexandrien – 25. November

In der christlichen Legende ist die Heilige Katharina, eine junge, intelligente Schönheit, die um 300 n. Chr. im ägyptischen Alexandrien lebte. Ein Einsiedler soll sie vom Glauben an Jesus Christus überzeugt haben.

Ihre Verehrung verdanken wir dieser Legende:

Als der römische Kaiser Maxentius Christen zum Märtyrertod verurteilt hatte, trat Katharina ihm entgegen und forderte ihn heraus. In einer öffentlichen Diskussion, zu der der Kaiser seine besten 50 Philosophen und Gelehrten aufgeboten hatte, brachte sie so einleuchtende Argumente für das Christentum vor, dass sich alle 50 auf einen Schlag vom Heidentum zum Christentum bekehrten. Weil sie nicht vermocht hatten, Katharina vom christlichen Glauben abzubringen, schickte der Kaiser alle 50 auf den Scheiterhaufen.

Von ihrer Schlagfertigkeit und Schönheit beeindruckt, bot der Kaiser Katharina mehrmals an, als Königin an seiner Seite zu herrschen.

Sie aber lehnte ab, wurde gegeißelt und ohne Nahrung zwölf Tage lang in einem finsteren Verlies eingekerkert. Dort erhielt sie göttlichen Beistand durch Engel, die ihre Wunden salbten, und durch eine weiße Taube, die Nahrung brachte. Auch Christus erschien, um ihren Glauben zu stärken und sie auf die Marter vorzubereiten. Folterwerkzeug ihres Martyriums sollten der Legende zufolge vier „mit eisernen Sägen und spitzen Nägeln“ gesäumte Räder sein. Auf Katharinas Gebet hin erschien ein Engel und zerstörte das Folterinstrument. Katharina wurde daraufhin enthauptet. Aus ihren Wunden floss Milch statt Blut.

Engel brachten ihre sterblichen Überreste zum Berg Sinai. 500 Jahre später wurden ihre Gebeine dort gefunden und zu ihren Ehren das Katharinenkloster erbaut. Aus ihren Gebeinen fließt – so die Legende – unaufhörlich ein heilkräftiges Öl. Ihr Symbol ist das zerbrochene Rad.

St. Katharina von Alexandria – Verona, frühes 18. Jh.

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Heiliger Clemens I. – 23. November

Clemens Romanus – Klemens von Rom

Nach der ältesten römischen Bischofsliste war Clemens Romanus der dritte Nachfolger des Petrus in der Leitung der römischen Christengemeinde und amtierte von um 91 bis um 101. Der Überlieferung nach wurde er um das Jahr 50 in Rom als Sohn eines gewissen Faustinus geboren, vom Apostelschüler Barnabas bekehrt und getauft und zu Petrus geführt, der ihn zu seinem Schüler machte und schließlich zum Priester weihte und zu seinem Nachfolger ernannte. Clemens aber, der auch den Apostel Paulus gekannt haben soll, ließ nach Petrus’ Tod den von der Gemeinde gewählten Führern Linus und Anaklet den Vorrang, damit nicht eine Gewohnheit entstünde, dass Vorgänger den Nachfolger bestimmen können.

Berühmt geworden sind zwei ihm zugeschriebene Briefe an die griechische Christengemeinde in Korinth (Peloponnes), in denen er zu Eintracht, Frieden und Ordnung mahnte. Die »Clemensbriefe« werden heute als Zeugnis für die frühe zentrale Stelle des Bischofs von Rom betrachtet und sind eine wichtige Informationsquelle über das Leben, die Lehre und die Organisation der frühen christlichen Kirche.

Clemens I., dem Evaristus im Amt nachfolgte (bis um 107; Heiliger), wurde später als Märtyrer verehrt. Sein Martyrium ist jedoch unsicher. Eine Legende aus dem 4. Jahrhundert berichtet, er sei unter Kaiser Trajan (98–117) mit vielen anderen Christen auf die Halbinsel Krim am SchwarzenMeer zu harter Arbeit in den Marmorbrüchen von Chersonesus (heute Sewastopol, Ukraine) verbannt und schließlich mit einem Anker um den Hals im Meer versenkt worden. Der Slawenmissionar Cyrillus (Heiliger) soll seine Gebeine im Jahre 869 nach Rom in die bereits im 4. Jahrhundert unweit des Kolosseums von einem reichen Christen namens Clemens gestiftete Kirche (heutige Unterkirche der im 12. Jahrhundert errichteten Basilika San Clemente) gebracht haben.

Clemens I. ist Kanonheiliger, d.h. ein Heiliger der katholischen Kirche, dessen Name im Messkanon genannt wird. Zudem wird er als „Apostolischer Vater“ bezeichnet. Diesen Titel tragen die als heilig verehrten Schüler der Apostel, die zwischen 50 und 150 n. Chr. lebten und deren Schriften für die Entwicklung der kirchlichen Tradition von großer Bedeutung waren.

Der heilige Clemens wird in päpstlichen Gewändern dargestellt. Seine Attribute sind: Tiara, Pallium, Kreuzstab (mit zwei oder drei Querbalken), Buch; Lamm und Quelle oder Brunnen (der Legende nach ließ er auf der Krim für die in den Steinbrüchen arbeitenden und unter Wassermangel leidenden Christen eine Quelle entspringen, auf die ein Lamm durch Scharren hingewiesen hatte); Anker oder Mühlstein um den Hals (Martyrium).

Er ist Patron der Steinmetze, Marmorarbeiter, Bergleute, Hutmacher, Seeleute, und Kinder; und er hilft gegen Kinderkrankheiten, bei Schiffbruch, Sturm, Gewitter und in Wassergefahren.

(vgl. Lexikon der Heiligen und Namenstage. Herder-V. 2010)

Clemens I. predigt (Mitte), ein Knecht führt Sisinnius weg (rechts), Knechte schleppen die Säulen fort (unten), Fresko, 11. Jahrhundert, in der Unterkirche von San Clemente in Rom – Foto: Joachim Schäfer – Ökumenisches Heiligenlexikon.

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Hl. Apostel Simon und Judas – 28. Oktober

Simon -Kananäus- wird bei Lukas auch Zelot, Eiferer genannt. Zeloten waren Eiferer des jüdischen Glaubens. Sie waren bereit, auch mit Gewalt gegen die römische Besatzungsmacht vorzugehen. Zusammen mit Jakobus dem Jüngeren und Judas Thaddäus wird er immer am Schluss der Apostellisten genannt. Vielleicht waren es drei Brüder. Zelot kann auch der Eifer des Simon für den Glauben an Jesus Christus bedeuten.

Die Legende berichtet, Simon sei der Bräutigam auf der Hochzeit zu Kana gewesen. Durch das erste Wunder des Heilandes so sehr ergriffen, trennte er sich mit Einwilligung seiner Braut, unverzüglich von ihr und folgte Jesus nach. Jesus soll ihn dann, ob seiner Liebe und seines großen Eifers wegen, zu seinem Apostel erwählt haben.

Wie alle Apostel wurde auch er nach Pfingsten zu einem eifrigen Verkünder des Evangeliums. Zuerst wirkte er unter den Juden, dann zusammen mit Judas Thaddäus in Mesopotamien und Persien. Sie predigten und bekehrten und tauften eine große Anzahl Heiden. Simon soll mit einer Säge mitten durch gesägt worden sein.

stefan-lochner-martyrium-der-heiligen-simon-und-judas – Foto: https://sammlung.staedelmuseum.de/de/werk/martyrium-der-heiligen-simon-und-judas

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Amazonas-Synode und Papst Evaristus – 26. Oktober

Die „Amazonas-Synode“ geht zu Ende. Die Kirche feiert heute in der traditionellen liturgischen Überlieferung das Fest des Papstes Evaristus. Er war von ca. 97-105 der fünfte Bischof von Rom, und ging als Nachfolger von Papst Clemens I., als der fünfte Papst in die Kirchengeschichte ein.

Heute noch könnte einem die Galle überlaufen, wenn man daran denkt, mit welchen Verleumdungen und üblen Nachreden die ersten Christen überschüttet wurden. Abtrünnige und Ungläubige wurden sie von den Heiden genannt. Man warf ihnen vor, dass sie beim Gottesdienst Kinder töteten, ihr Fleisch aßen und das Blut tranken. Die neue Religion sei ein staatsgefährdender Aberglaube. Zauberer seien die Christen, Feinde der Götter, des Kaisers, der Gesetze und der guten Sitten. Regnete es längere Zeit einmal nicht, so waren die Christen daran schuld, und regnete es ein anderes Mal zu lange, so waren sie es wieder, die das Unheil veranlasst hatten. Kurzum, man ließ kein gutes Haar an den Christgläubigen, sie waren der Kinderschreck und das heimliche Grauen aller ängstlichen Gemüter, und dass man ihnen auch noch in die Schuhe schob, sie predigten und verbreiteten den Hass, setzt allen Gräuelmärchen herrlich die Krone auf. Trotzdem nahm die Zahl der Gläubigen von Tag zu Tag zu.

(Quelle)


Viel ist über Papst Evaristus nicht bekannt. Er soll Rom in sieben Pfarreien aufgeteilt haben. Jede Pfarrei bekam einen eigen Priester, damit er den Christen die heiligen Sakramente spende. Wahrscheinlich geht auf den heiligen Papst Evaristus auch die Vorschrift zurück, dass die Ehe zwischen Mann und Frau vor Zeugen und vor einem Priester gespendet wird.

Unter Kaiser Trajan erlitt Papst Evarist bei der dritten römischen Christenverfolgung den Martertod. Für Christus den König Christus gab er sein Leben und wurde in der Nähe des Petrusgrabes auf dem Hügel des Vatikan beigesetzt. – Seine Grabstätte befindet sich heute in den Vatikanische Grotten unterhalb der Peterskirche.

Nach Klemens folgte Evaristus. Die Zeitdauer seiner Regierung läßt sich nicht genau bestimmen. Immerhin hatte er einige Jahre den Stuhl Petri während der Herrschaft des römischen Kaisers Trajan inne. Trajan war sonst ein guter Herrscher, aber für den Götzendienst, auf dem, wie er meinte, das Wohl des Staates ruhe, eingenommen. Daher ließ er die Christen, weil sie die römischen Staats-Gottheiten nicht anbeten und ehren wollten, verfolgen. So kam es, daß unter ihm die dritte große Christenverfolgung ausbrach. Zahlreiche Christen wurden in allen Teilen des römischen Reiches das Opfer der heidnischen Grausamkeit. Besonders berühmt ist der Martertod des hl. Ignatius, Bischofs von Antiochien. Über denselben besitzen wir noch genauen Bericht, wie ihn die Begleiter des Heiligen aufgezeichnet haben. Ignatius war ein Apostelschüler und hatte den Herrn gesehen, ja er soll einer alten Legende zufolge jenes Knäblein gewesen sein, welches der Heiland in die Mitte der um den Vorrang streitenden Jünger gestellt hatte, mit dem Bedeuten, sie würden nicht in den Himmel eingehen, wenn sie nicht wie die Kinder werden. Großes Ansehen genoß dieser Bischof im ganzen Morgenland. Er hatte in Eifer und Treue seine Kirche nahezu vierzig Jahre regiert und war hochbetagt, als er unter Trajan zum Tode verurteilt wurde…

aus: Andreas Hamerle C.Ss.R., Geschichte der Päpste, 1. Band, 1907, 95-96.

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Petrus von Alcantara – 19. Oktober

Ein Heiliger, der in der Kirche unter Papst Franziskus keine Chance hätte:

Petrus von Alcantara (1499 Alcantara-18. Oktober 1562 Arenas)

Es war teils der Reaktion gegen den Leibeskult der heidnischen Religionen, teils der Einfluß manichäischen Gedankengutes zuzuschreiben, daß die Einsiedler und Mönche des Mittelalters dem Leib einen Krieg ansagten.

Bei Petrus von Alcantara, einem der letzten und hervorragendsten Exponenten dieser Geisteshaltung, nahm die Radikalität der Christusnachfolge manchmal Formen an, von denen wir heute glauben, sie seien eher zu bewundern als nachzuahmen.

Petrus Garavito wurde im Jahre 1499 in Alcantara, einer kleinen Stadt der Provinz Estremadura in Spanien, geboren. Mit sechzehn Jahren trat er in den Franziskanerorden ein und führte dort ein Leben strengster Buße. Seinem Leib wollte er in dieser Welt nicht die geringste Bequemlichkeit gönnen.

Im Kloster wird man gelehrt, die Augen im Zaum zu halten und nicht müßig umherzublicken. Von Petrus erzählt man, er habe dies so buchstäblich durchgeführt, daß er nach drei Jahren seine Mitbrüder nur der Stimme, nicht dem Ansehen nach kannte. Ein Jahr lang tat er Dienst im Refektorium. Doch seine Vorgesetzten waren nicht mit ihm zufrieden. Einmal trug er das Obst nicht auf, das als Nachtisch gedacht war. Dieses hing in Reichweite an Haken von der Decke, aber Petrus hätte die Augen erheben müssen, um es zu sehen, und so hatte er es nicht gefunden! Außerdem tat er Sakristei- und später Pfortendienst. Dabei war er ziemlich zerstreut und geistesabwesend.

Der Krieg gegen seinen Körper ging inzwischen unerbittlich weiter. Petrus versuchte, das Schlafen und das Essen auf ein Mindestmaß zu beschränken. Nach und nach gelang ihm das in erstaunlichem
Maß. Um nicht einzuschlafen, kniete oder stand er nachts stundenlang in seiner Zelle. Niederlegen hätte er sich darin gar nicht können, denn sie maß in der Länge wie in der Breite nur etwa anderthalb Meter.

Er schlief nur etwa eineinhalb Stunden, und zwar sitzend, den Kopf an ein an der Wand angebrachtes Stück Holz gelehnt. Später hat er Teresa von Avila gestanden, dies sei die härteste Abtötung seines Lebens gewesen. Auch in Bezug auf das Essen übte er strengste Abtötung, denn er nahm nur alle zwei oder drei Tage eine Mahlzeit zu sich.

Als er später Guardian wurde, mußten auch seine Untergebenen sich mit sehr schmaler Kost begnügen. Es wurde einmal in der Woche ein Topf Bohnen oder Erbsen gekocht und dann täglich aufgewärmt. Aber von seinen Untergebenen verlangte er nur das, was er selber ihnen vorlebte.

Schon mit zwanzig Jahren, noch ehe Petrus von Alcantara die Priesterweihe empfangen hatte, wurde er zum Oberen eines kleinen Klosters in Badajoz bestimmt. Fünf Jahre später wurde er zum Priester geweiht und war bald ein gesuchter Prediger. Der König von Portugal berief ihn an den Hof, wo Petrus eine Reihe von hochgestellten Persönlichkeiten bekehrte, darunter des Königs eigene Schwester. Aber das Amt des Hofpredigers gefiel ihm nicht, und er kehrte bald wieder in sein Kloster zurück. Ebenso weigerte er sich, Beichtvater Kaiser Karls V. zu werden.

Petrus litt darunter, daß die Regel in vielen Franziskanerklöstern nicht mehr streng befolgt wurde, und er sann darauf, sie in ihrer ursprünglichen Strenge wiederherzustellen. Nachdem er in vier verschiedenen Klöstern jeweils drei Jahre lang das Amt des Guardians bekleidet hatte und im Jahre 1538, im Alter von noch nicht vierzig Jahren, zum Provinzial von Estremadura gewählt worden war, hatte er genügend Erfahrung erworben, um an diese Aufgabe herangehen zu können. Er legte seine Pläne schriftlich nieder und trug sie bei einem Generalkapitel im Jahre 1540 den versammelten
Ordensleuten seiner Provinz vor. Man hielt die Vorschriften allerdings für zu streng, und der Plan wurde abgelehnt.

Nach Ablauf seiner dreijährigen Amtszeit als Provinzial nahm Petrus kein weiteres Amt an. Zusammen mit einem anderen Mönch zog er sich in eine Einsiedelei an der Mündung des Tajo zurück. Die Kommunität, die sich bald um die beiden scharte, führte ein Leben äußerster Strenge.

Nach zwei Jahren wurde Petrus in seine Provinz zurückberufen; aber der Plan seiner Ordensreform ließ ihn nicht mehr los. Sein Bischof zeigte sich aufgeschlossen, aber sein Provinzial lehnte diese Bestrebungen ab. So entschloß Petrus sich, nach Rom zu gehen, wo er den Papst für seinen Plan gewinnen wollte. Der Generalobere seines Ordens stellte sich gegen ihn, aber Papst Julius III. genehmigte seine Reformpläne und unterstellte ihn den sogenannten „Konventualen“, einem anderen Zweig des Franziskanerordens. Papst Paul IV. , der den Stuhl Petri im Jahre 1555 bestieg, erteilte ihm dann die Vollmacht, so viele Klöster der Reform zu gründen, wie er wolle. Das erste entstand in Pedrosa, wo Petrus mit einem Gefährten das Leben nach der neuen, noch srengeren Regel begann.

Begreiflicherweise mißfiel das seinen früheren Ordensbrüdern. Er wurde als Überläufer, Verräter, Unruhestifter und Heuchler gebrandmarkt; man sagte ihm Geltungsdrang nach und ließ ihn rufen, um ihm alle diese wenig schmeichelhaften Dinge ins Gesicht zu sagen. Petrus erwiderte ihnen:

„Meine Väter und Brüder, glauben Sie mir, daß ich dabei die besten Absichten hatte. Wenn Sie aber der Meinung sind, daß die Sache nicht durchdringen sollte, dann scheuen Sie keine Mühe, um sie zum Scheitern zu bringen.“

Man scheute die Mühe zwar nicht, aber die Reform verbreitete sich immer mehr. Durch die Gründungen des Petrus entstand schließlich eine neue Ordensprovinz.

Jetzt machten seine früheren Ordensbrüder in Rom geltend, diese Provinz müsse ihrem Zweig unterstellt werden, da Petrus von Alcantara ursprünglich zu ihnen gehört hatte. Es gab eine Reihe übler Intrigen und Wirren, deren Ende Petrus jedoch nicht mehr erlebte. „Eines der schwersten Kreuze auf Erden ist die Feindschaft der Gutgesinnten“, hatte er einmal der heiligen Teresa von Avila anvertraut.

Er war ein echter Mystiker und als solcher ein guter Ratgeber für Teresa von Avila; denn die Schauungen und Einsprechungen, die Verzückungen und Leiden, die sie erlebte, kannte er aus eigener Erfahrung, während ihre Beichtväter diese erst aus Büchern ergründen mußten. Teresa war denn auch glücklich, dem heiligen Mann begegnet zu sein. „Er war schon sehr alt, als ich ihn kennenlernte“, schrieb sie, obwohl er damals erst siebenundfünfzig Jahre zählte. Er muß wohl viel älter gewirkt haben. „Er war so mager, daß er aussah, als bestünde er aus Baumwurzeln“, schreibt Teresa auf ihre anschauliche Weise.

Das Brevier schreibt ihm schon zu Lebzeiten viele Wunder zu, allerdings mag manches davon Legende sein. Sicher ist, daß er immer einen nüchternen, klaren Kopf behielt. So klagte einmal ein Ordensbruder über die Schlechtigkeit der Welt. Diesem antwortete Petrus:

„Dem läßt sich leicht abhelfen, du und ich müssen zunächst sein, was wir sein sollen; damit rücken wir die Dinge ins rechte Geleise, soweit sie uns selbst betreffen. Wenn ein jeder das tut, wird bald alles in Ordnung kommen. Leider aber reden wir immer nur davon, die anderen zu bessern; wir selber bessern uns nicht.“

Teresa hatte daran gedacht, für den von ihr reformierten Orden der Karmelitinnen völlige Armut vorzuschreiben; aber verschiedene Theologen rieten ihr dringend ab. Petrus dagegen schrieb ihr:

„Ich muß gestehen, ich bin überrascht, daß Sie gelehrte Männer über eine Frage entscheiden lassen, von der sie nichts verstehen. Für Zwistigkeiten und Gewissensfälle sind Kirchenrechtler und Theologen zuständig, aber die Fragen des vollkommenen Lebens muß man den Menschen überlassen, die dieses Leben führen. Um in einer Sache Entscheidungen zu treffen, muß man etwas davon verstehen, und es ist nicht Sache der Gelehrten, zu entscheiden, ob Sie und ich den evangelischen Räten folgen sollen. Die Mißstände in den Klöstern, die keine Einkünfte haben, rühren daher, daß man dort die Armut bloß erträgt, nicht aber sie ersehnt.“

Petrus von Alcantara starb am 18. Oktober 1562 zu Arenas in der Diözese Avila. Teresa von Avila erzählt, er sei ihr nach seinem Tod erschienen und sei ihr nützlicher gewesen als zu Lebzeiten. Auch Christus sei ihr erschienen und habe ihr gesagt, er verweigere keine Bitte, die man im Namen des heiligen Petrus von Alcantara an ihn richte.

Im Jahre 1622, wurde er selig- und sieben Jahre später heiliggesprochen. Der Zweig der Reform, den er gegründet hatte, die sogenannten „Alcantariner“, wurde 1897 von Papst Leo XIII. mit den anderen Zweigen der franziskanischen Observanz vereinigt.

(vgl.: Die Heiligen in ihrer Zeit, Mainz 1966)

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Heiliger Hieronymus – 30 September

Er wurde 347 in Stridon, dem heutigen Laibach in Slovenien, in einer christlichen Familie geboren.

Nach seiner Taufe im Jahr 366 wählte er bald einen asketisch-monastischen Lebensstil. Nach Aufenthalten in Antiochien und Konstantinopel, wo er sich sehr gute Kenntnisse der griechischen und hebräischen Sprache aneignete, stand er von 382 bis 385 in Rom als Sekretär und Berater im Dienst von Papst Damasus.

Nach dessen Tod bewegten ihn verschiedene Spannungen und Konflikte, die auch charakterlich bedingt waren, zur Übersiedlung nach Bethlehem, wo er im Kreis von monastischen Gefährtinnen und Gefährten die letzten drei Jahrzehnte vor seinem Tod im Jahr 419 oder 420 verbrachte.

Im Mittelpunkt von Leben und Werk des hl. Hieronymus stand die Bibel:Er übersetzte mit viel Sorgfalt und in Treue zu den Originaltexten einen großen Teil der Heiligen Schrift in die lateinische Sprache, schrieb Kommentare zu vielen biblischen Büchern und bemühte sich vor allem, auch sein Denken und Handeln ganz nach dem Wort Gottes auszurichten.

(Papst Benedikt XVI.)

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Niklaus von Flüe – 25. September

Eine überlieferte Version wie Niklaus von Flüe starb,
von Heinrich Wölflin, dem ersten Biograph, 1501):

Als aber die Zeit nahte, wo der barmherzigste Gott seinem treuen Diener bestimmt hatte, aus der Mühsal dieses Lebens zu den ewigen Freuden einzugehen, gestattete er, dass er noch zuvor an einer schweren Krankheit leiden musste. Da sie den ganzen Körper ergriff, klagte er aus angstvoller Seele über den innerlichen Schmerz in den Knochen und Sehnen, so dass, da das Fleisch verzehrt und beinahe abgestorben war, er, sich hin und herwälzend, nirgends ruhig bleiben konnte. Als er dieses Leiden bis zum achten Tage nicht weniger geduldig als armselig ertragen, begann er brennend nach der Wegzehrung des heilsamen Leibes und Blutes Christi zu verlangen. Und nachdem er sie mit höchster Ehrerbietung empfangen, hauchte er, nach seiner Gewohnheit auf dem blossen Boden ausgestreckt, mit Danksagungen am 21. März des Jahres der Menschwerdung 1487, siebzig Jahre alt, unter grossen Schmerzen seine Seele aus.

Das bekannte Gebet von Bruder Klaus

Mein Herr und mein Gott,
nimm alles von mir, was mich hindert zu Dir.

Mein Herr und mein Gott,
gib alles mir, was mich führet zu Dir.

Mein Herr und mein Gott,
nimm mich mir und gib mich ganz zu eigen Dir.
Amen.

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