Heilige Martha – 29. Juli

… ein günstigen Moment,
um den ersten Platz dem einzuräumen,
was wirklich das Wichtigste im Leben ist,
das heißt dem Hören des Wortes des Herrn.

(vgl. Lukas 10,28–42) – Marta und Maria sind zwei Schwestern; sie haben auch einen Bruder, Lazarus, der jedoch bei dieser Gelegenheit nicht in Erscheinung tritt. Jesus kommt durch ihr Dorf und Marta – so sagt der Text – nahm ihn freundlich auf. Dieses Detail läßt erkennen, daß Marta die ältere der beiden ist, jene, die für das Haus Sorge trägt. Nachdem Jesus dann Platz genommen hat, setzt sich Maria ihm zu Füßen und hört ihm zu, während Marta ganz von den verschiedenen Arbeiten in Anspruch genommen ist, die gewiß aufgrund des außergewöhnlichen Gastes vonnöten waren.

Es ist, als könnten wir die Szene mit eigenen Augen sehen: die eine Schwester, die geschäftig hin und her eilt, und die andere, die von der Gegenwart des Meisters und von seinen Worten hingerissen ist.

Nach einer Weile hält es die offensichtlich verärgerte Marta nicht mehr aus, sie protestiert und fühlt sich dabei berechtigt, Jesus zu kritisieren:
»Herr, kümmert es dich nicht, daß meine Schwester die ganze Arbeit mir allein überläßt? Sag ihr doch, sie soll mir helfen!«

Marta möchte sogar den Meister belehren!
Dagegen antwortet Jesus mit großer Ruhe:
»Marta, Marta – und die Wiederholung des Namens bringt seine Zuneigung zum Ausdruck –, du machst dir viele Sorgen und Mühen. Aber nur eines ist notwendig. Maria hat das Bessere gewählt, das soll ihr nicht genommen werden«.

Das Wort Christi ist mehr als deutlich:
keine Geringschätzung für das arbeitsame Leben, geschweige denn für die hochherzige Gastfreundschaft; doch ein klarer Hinweis auf die Tatsache, daß das einzig wirklich Notwendige etwas anderes ist: das Wort des Herrn zu hören; und der Herr ist in jenem Augenblick dort, er ist gegenwärtig in der Person Jesu! Alles andere wird vergehen und wird uns genommen werden, doch das Wort Gottes ist ewig und verleiht unserem alltäglichen Tun Sinn.

(Papst Benedikt XVI. beim Angelus in Castel Gandolfo am 18. Juli 2010)

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Fest der hll. Apostel Petrus und Paulus – 29. Juni

Die Hoheit dieses Tages läßt sich nicht besser ausdrücken als in der unvergleichlichen Sprache der Kirche:

«Heute bestieg Simon Petrus das Kreuzesholz, alleluja!
Heute ging der Schlüsselträger des Himmelreiches frohlockend zu Christus!
Heute neigte der Apostel Paulus, das Licht des Erdkreises,
für den Namen Christi das Haupt
und empfing die Krone des Martertums.
Alleluja!»

Burgkmair d. Ä., Hans (16. Jh.: Hl. Petrus und Hl. Paulus mit dem Sudarium – Quelle: http://www.zeno.org

Fest der Geburt des hl. Johannes des Täufers – 24. Juni

Introitus:

De ventre matris meæ vocavit me Dominus nomine meo: et posuit os meum ut gladium acutum: sub tegumento manus suæ protexit me, et posuit me quasi sagittam electam. (Ps. 91, 2) Bonum est confiteri Domino: et psallere nomini tuo, Altissime.
Gloria Patri, et Filio, et Spiritui Sancto. Sicut erat in principio, et nunc, et semper, et in sæcula sæculorum. Amen. – De ventre matris (usque ad Ps.).

Im Schoße meiner Mutter schon rief mich der Herr bei meinem Namen; Er machte meinen Mund zum scharfen Schwert; Er barg mich unterm Schutze Seiner Hand und machte mich zum auserlesenen Pfeil. (Ps. 91, 2) Gut ist´s, den Herrn zu preisen, und Deines Namens Lob zu singen.
Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste. Wie es war im Anfang, so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen. – Im Schoße meiner Mutter (bis zum Ps.).

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«Was wird wohl aus diesem Kinde werden?
Denn die Hand des Herrn war mit ihm.»
Zacharias aber, sein Vater, ward vom Hl. Geiste erfüllt,
und er weissagte also:
«Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels!
Denn Er hat sein Volk heimgesucht und ihm Erlösung bereitet.»
(Luk-Ev)

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Vigil der Geburt des hl. Johannes des Täufers – 23. Juni

Die Kirche feiert in der Regel nur den Sterbetag eines Heiligen als dessen Geburtstag für den Himmel. Sie begeht aber den Geburtstag der allerseligsten Jungfrau und des hl. Johannes des Täufers, weil deren Geburt mit besonderen Gnadenvorzügen ausgestattet war.

In der Tagesoration beten wir:

Wir bitten Dich, allmächtiger Gott:
gib, daß Deine Familie auf dem Wege des Heiles wandle
und, die Mahnungen des hl. Vorläufers Johannes befolgend,
ungefährdet zu Dem gelange, den er vorausverkündet hat,
zu unserem Herrn Jesus Christus, Deinem Sohn,
der mit Dir lebt und herrscht in der Einheit des Heiligen Geistes,
Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

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Basilius der Große – Heiliger der ungeteilten Kirche

Basilius von Caesarea (um 330-379) – Mönch, Asket, Bischof und Kirchenlehrer. Mit seinem Bruder Gregor von Nyssa und dem gemeinsamen Freund Gregor von Nazianz ist er einer der drei kappadokischen Kirchenväter; mit Gregor von Nazianz und Johannes Chrysostomos einer der heiligen drei Hierarchen.

Aus einem Brief des hochseligen Basilius:

Diejenigen, die früher für ein anderes Glaubensbekenntnis eingenommen waren und nun mit den Rechtgläubigen in Verbindung treten wollen oder auch erst jetzt zum erstenmal die Unterweisung im Worte der Wahrheit verlangen, muß man in dem Glauben unterrichten, der von den seligen Vätern in der einst zu Nizäa versammelten Synode niedergeschrieben worden ist. Dasselbe dürfte sich auch für die empfehlen, die vermutlich gegen die gesunde Lehre sich stellen, und die ihre ketzerische Gesinnung mit scheinheiligen Ausflüchten bemänteln. Auch für sie genügt das vorliegende Symbolum. Entweder werden sie ihre geheime Krankheit heilen, oder sie werden sie in der Tiefe verbergen, dann aber selbst das Gericht für den Betrug zu tragen haben, uns aber die Verantwortung leicht machen am Tage des Gerichtes, wann der Herr „das im Finstern Verborgene ans Licht bringen und die Absichten der Herzen offenbar machen wird” […] Denn klar und deutlich haben sie mit den Worten „Licht vom Lichte” zum Ausdruck gebracht, daß ein anderes das zeugende Licht sei und ein anderes das gezeugte, aber gleichwohl Licht und Licht, so daß nur von einer und derselben Wesenheit die Rede ist. Wir wollen nun auch das Nizänische Symbolum selbst vorlegen:

„Wir glauben an Einen Gott, den allmächtigen Vater, Schöpfer alles Sichtbaren und Unsichtbaren, und an Einen Herrn Jesum Christum, den eingebornen Sohn Gottes, geboren aus dem Vater, d. h. aus der Wesenheit des Vaters, Gott aus Gott, Licht vom Lichte, wahrer Gott vom wahren Gott, erzeugt und nicht erschaffen, wesenseins mit dem Vater, durch den alles geworden ist, sowohl was im Himmel, als auch was auf Erden ist, der wegen uns Menschen und um unserer Erlösung willen herabgestiegen ist, Fleisch angenommen hat und Mensch geworden ist, gelitten hat, auferstanden ist am dritten Tage, aufgefahren in den Himmel und wiederkommen wird, zu richten die Lebendigen und die Toten. Und an den Hl. Geist. Die aber, die sagen: Es war einmal, da er nicht war, und er war nicht, ehe er geboren war, und er sei aus dem Nichtseienden geworden, oder die behaupten, der Sohn Gottes sei aus einer andern Hypostase oder Wesenheit, oder veränderlich oder wandelbar, diese belegt die katholische und apostolische Kirche mit dem Banne.”

(Glaubensbekenntnis von Basilius, das Eustathius, Bischof von Sebaste, unterschrieben hat.)

Entnommen der Bibliothek der Kirchenväter.

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Heiliger Antonius – „malleus hereticorum, Hammer der Ketzer“ – 13. Juni

Der hl. Antonius von Padua wurde 1195 in Lissabon geboren, er starb am 13.06.1231 in Arcella bei Padua (13. Juni).

Die Italiener nennen den hl. Antonius wie die über seinem Grabe errichtete Basilika in Padua einfach ‚Il Santo‘; denn er ist für sie der Heilige schlechthin. Die Kirche erteilte ihm als dem ‚Doctor evangelicus‘ die Würde eines Kirchenlehrers. Das Antoniusbrot, für das in vielen katholischen Kirchen ein eigener Opferstock aufgestellt ist, ist ein Almosen zu Ehren des Heiligen und erinnert an sein soziales Wirken. Er genießt bis heute eine Beliebtheit wie außer der Gottesmutter kaum ein anderer Heiliger. Das katholische Volk hat ein unbegrenztes Vertrauen auf seine Fürbitte; unter anderem wird er angerufen, wenn man etwas verloren hat, und er hat sich unstreitig fast immer noch hilfreich erwiesen.

Aber er steht auch in dem Rufe, daß er nichts umsonst tut: der Gläubige muß für seine Hilfe ein Opfer bringen, und am liebsten ist ihm eine Geldspende für die Armen! Seine oftmals etwas süßliche Darstellung als Jüngling in Franziskanertracht, in der Rechten eine Lilie, auf dem linken Arm das Jesuskind tragend, bezeichnet das Volk als ‚Kindltoni‘. Manchmal hat er anstelle der Lilie ein flammendes Herz als Attribut, so an der Bronzestatue des Donatello in Sant‘ Antonio in Padua und auf dem Mantegnabild an der Fassade derselben Kirche. Weitere Attribute des Heiligen sind Fische, Esel oder Pferd, Buch – als Symbol der Weisheit. Vom hl. Antonius von Padua gibt es unzählige Darstellungen, auch mit anderen Heiligen zusammen, oder solche, die Einzelheiten aus den vielen Legenden wiedergeben, die sich um seine Person ranken.

Seine Patronate sind vielseitig: außer dem Wiederfinden verlorener Gegenstände ist er Schutzheiliger der Reisenden, der Liebenden, für eine gute Ehe, gegen Unfruchtbarkeit, Fieber, Viehseuchen, teuflische Mächte, Katastrophen, ferner der Bergleute, Bäcker, Haustiere (Pferde und Esel).

Antonius war Portugiese und wurde 1195 in Lissabon geboren. Ursprünglich hieß er Fernando Bullone und stammte aus dem Geschlechte Gottfrieds von Bouillon, des ersten Eroberers des Heiligen Grabes. Mit fünfzehn Jahren trat er in den Orden der Augustiner-Chorherren ein. Hier bildete er sich in zehn Studienjahren „zum tiefen Kenner der Heiligen Schrift“. Auch diesen Heiligen traf der Anstoß Gottes: als fünf Franziskanermönche, die auf ihrer Missionsreise in Marokko von den Mauren getötet worden waren, in Coimbra feierlich bestattet wurden, befand sich Fernando mitten in der ergriffenen Menge. Er hatte die Minderbrüder selbst gekannt, wollte er sie doch seinerzeit begleiten. Er faßte den Entschluß, den Bettelmönchen beizutreten, um ebenfalls den Heiden zu predigen. Mit 25 Jahren trat Fernando 1220 in das Franziskanerkloster in Coimbra ein und legte seinen Namen ab, um den Namen Antonius anzunehmen. Auf seine inständige Bitte erlaubte man dem neuen Minderbruder, noch im gleichen Jahr als Missionar nach Marokko zu reisen. Als er jedoch das afrikanische Ufer erreichte, wurde der junge Mönch, der das Märtyrertum so sehr ersehnte, sterbenskrank. Körperlich und seelisch geschwächt, mußte er sich schweren Herzens entschließen, in die Heimat zurückzukehren.

Das Schiff jedoch, dem er sich anvertraute, wurde durch einen Sturm an die sizilianische Küste verschlagen. In Messina vernahm er, daß der Ordensstifter einen Aufruf zur Versammlung der Franziskaner in Assisi erlassen hatte. Sofort machte er sich auf den Weg dorthin. Aber unter den vielen Franziskanern, die dort im Jahre 1221 zusammengekommen waren, bemerkte niemand den schweigsamen Mönch. Zuletzt nahm sich der Provinzial der Romagna, Bruder Gratian, seiner an. Demütig verschwieg Antonius seine Erziehung und sein enormes Wissen der Hl. Schrift. Von nun an diente Antonius wie der Geringsten einer in dem einsamen Bergkloster bei Forlí. Hier verbrachte er sein stilles Dasein ganz in Demut und Buße. Den schweigsamen Bruder hielt man sogar für schwachsinnig.

Durch einen Zufall wurde seine große Rednergabe offenbar. Als anläßlich einer Primizfeier keiner der anwesenden Patres unvorbereitet eine Rede halten konnte, wies einer scherzend auf Bruder Antonius, der solle es doch versuchen. Aber nun war die Verwunderung der Mitbrüder grenzenlos, denn der stille Mönch sprach mit solcher Kraft und Begeisterung, verfügte über so bezaubernde und ergreifende Worte und bezeugte zudem ein außergewöhnliches Wissen, daß man ihn allgemein als einen Meister der rede erkannte. Als der hl. Franziskus hiervon hörte, ernannte er den bis dahin so Unbeachteten zum ersten Lektor der Franziskaner für Theologie und berief ihn zum Prediger auf die Kanzeln der Städte. Nun strömte das Volk zu Tausenden herbei, um ihn zu hören.

Antonius verkündete das Evangelium in allen Gegenden Italiens und in Südfrankreich. Schon zur Nachtzeit versammelten sich die Hörer und warteten geduldig, bis er die Kanzel bestieg. Unerhört war die Kraft und der Erfolg seiner Predigten. Sooft er auftrat, umringten ihn sofort die Gläubigen. Seine Zunge brauchte er nur als Organ zur Verherrlichung der Ehre Gottes, um den heiligen Willen Gottes zu lehren, um unsterbliche Seelen aus dem Verderben des Irrtums zu retten und die Wahrheit und beseligende Gerechtigkeit zu gewinnen. Auch zeichnete er seine Gedanken in Büchern auf, die für uns ein unsterbliches Zeugnis seiner Weisheit und Gottesliebe bedeuten. Die Predigten des Heiligen waren eine Hauptwaffe zur Bekämpfung der Katharer, einer Sekte, die damals besonders in Oberitalien viele Anhänger gewonnen hatte. Antonius war ihnen durch seine gründliche Schulung überlegen und konnte sich ihnen in öffentlichen Streitgesprächen stellen. Er hatte solche Macht über die Ketzer, daß man ihm schließlich den Beinamen „Hammer der Ketzer“ gab. Doch seine großartigen Predigten waren es nicht allein, die ihm immer wieder Kraft für neue Taten spendeten. Vor allem sein großer Bußeifer und seine nächtelangen Gebete verliehen ihm die Stärke, der er so nötig bedurfte.

Der hl. Antonius wurde später zum Provinzialoberen der Romagna ernannt, aber auf dem Kapitel des Jahres 1230 stellte er einen Antrag auf Amtsenthebung. An Ämtern lag ihm nicht, er wollte nur predigen, wo immer er es konnte. Antonius suchte sogar den wilden Ezzelin von Verona auf und sprach zu ihm: „Das Maß Deiner Greuel ist voll. Wenn Du nicht Buße tust, wird Dich der Zorn Gottes zermalmen.“ Entgegen aller Erwartung war Ezzelin so beeindruckt, daß er fortan abließ von seinen grauenvollen Taten.

Die Anstrengungen des Heiligen gingen über Menschenkraft. Noch in der Fastenzeit des Jahres 1231 verzehrte er sich fast in der Glut seiner Predigten. Am 13. Juni fühlte er sein nahes Ende kommen. Der entkräftete Heilige wurde in das kleine Klarissenkloster Acella gebracht, wo er am gleichen Tage erst sechsunddreißigjährig starb. Seine letzten Worte waren: „Ich sehe meinen Herrn Jesus Christus!“ Gänzlich verbraucht und erschöpft von der Arbeit im Weinberg des Herrn, schonungslos gegen sich selbst bis zum letzten Atemzuge, war der Heilige von Padua viel zu früh von dieser Welt gegangen.

(von P. Marc Brüllingen FSSP)

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Heiliger Bonifatius – 5. Juni

Der Apostel der Deutschen, der aus Britannien kam.

Bonifatius … kämpfte gegen die heidnischen Kulte und stärkte die Grundlagen der menschlichen und christlichen Sittlichkeit. Mit großem Pflichtgefühl schrieb er in einem seiner Briefe:

»Bleiben wir fest im Kampf am Tag des Herrn, da Tage voll Trübsal und Not gekommen sind… Seien wir weder stumme Hunde noch schweigende Beobachter noch Söldner, die vor den Wölfen fliehen! Seien wir hingegen eifrige Hirten, die über die Herde Christi wachen, die den wichtigen Personen und den gewöhnlichen, den Reichen und den Armen den Willen Gottes verkünden … zu gelegenen und ungelegenen Zeiten …«.

Obwohl er bereits fortgeschrittenen Alters – fast 80 jährig – war, bereitete er sich auf eine neue Evangelisierungsmission vor:

Mit etwa fünfzig Mönchen begab er sich wieder nach Friesland, wo er einst seine Arbeit begonnen hatte. Gleichsam in Vorausahnung seines bevorstehenden Todes schrieb er unter Anspielung auf die Lebensreise an seinen Schüler und Nachfolger auf dem Mainzer Bischofsstuhl, Bischof Lullus:

»Ich möchte das Vorhaben dieser Reise zu Ende führen; ich kann keinesfalls auf den Wunsch abzureisen verzichten. Der Tag meines Endes ist nahe, und der Zeitpunkt meines Todes rückt näher; sobald der Leichnam begraben ist, werde ich aufsteigen, um den ewigen Lohn zu empfangen. Aber du, geliebter Sohn, rufe unermüdlich das Volk aus dem Wespennest des Irrtums zurück, vollende den Bau der bereits begonnenen Basilika von Fulda und bestatte dort meinen in langen Lebensjahren alt gewordenen Leib«.

Während er am 5. Juni 754 in Dokkum (im heutigen Nordholland) die heilige Messe zelebrierte, wurde er von einer Gruppe von Heiden ermordet. Nachdem er mit freundlichem Gesicht vorgetreten war, »verbat er den Seinen zu kämpfen und sagte: ›Laßt ab, liebe Söhne, von den Kämpfen, gebt den Krieg auf, denn das Zeugnis der Schrift ermahnt uns, nicht Böses mit Bösem, sondern Böses mit Gutem zu vergelten. Nun ist der seit langem ersehnte Tag, der Zeitpunkt unseres Endes gekommen; habt Mut im Herrn!‹«

Das waren seine letzten Worte, bevor er unter den Schlägen der Angreifer zusammenbrach. Die sterblichen Überreste des Märtyrerbischofs wurden dann in das Kloster nach Fulda gebracht, wo sie würdig bestattet wurden. Bereits einer seiner ersten Biographen äußerte sich über ihn mit folgendem Urteil:

»Der heilige Bischof Bonifatius kann sich Vater aller Bewohner Germaniens nennen, weil er als erster sie durch das Wort seiner heiligen Verkündigung für Christus gewonnen, sie durch sein Vorbild gestärkt und schließlich sein Leben für sie hingegeben hat – eine größere Liebe kann es nicht geben«.

(vgl. Papst Benedikt XVI.)

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Heiliger Antonius – 10. Mai

Gebet der Eheleute zum hl. Antonius:

Lieber Heiliger Antonius, segne und behüte meine Familie; bewahre sie in der Liebe, stehe uns bei in der Not und halte uns fern von jeder Bosheit.

Segne mich und meinen Gatten (meine Gattin), lass’ uns nie die Arbeit und das Nötigste verlieren, was wir für ein würdevolles Leben und die gute Erziehung unsere Kinder brauchen.

Segne unsere Kinder: erhalte sie gesund und lebensfroh, stehe ihnen beim Lernen bei und mach’, dass sie nicht dem Bösen verfallen, sondern sich den Glauben und die Reinheit des Lebens erhalten.

Wir bitten dich, mach’, dass wir immer imstande sind, unsere Kinder zu verstehen und sie mit dem Wort und dem Beispiel zu führen, damit sie nach den schönsten Idealen streben und ihre menschliche und christliche Berufung erfüllen können. Amen.

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Hl. Pius V., Papst und Bekenner

Papst Pius V. regierte von 1566 bis 1572, er wurde 1712 von Klemens XI. heiliggesprochen.
Unter seinem Pontifikat erhielt die „tridentinische Liturgie“ ihre feste Gestalt.

Bischof Pius,
Diener der Diener Gottes zum ewigen Gedächtnis

Seit Unserer Berufung zum höchsten Apostolischen Amt richten wir gern Unseren Sinn, Unsere Kräfte und alle Unsere Überlegungen auf die Reinerhaltung des Kirchlichen Kultes und bemühen Uns, das dazu Nötige in die Wege zu leiten und mit Gottes Beistand mit allem Eifer wirksam zu machen.

Nun hatten Wir gemäss den Beschlüssen des Heiligen Konzils von Trient über die Herausgabe und die Verbesserung der Heiligen Bücher, nämlich des Katechismus, des Missales und des Breviers zu verfügen. Nachdem mit Gottes Zustimmung der Katechismus zur Belehrung des Volkes herausgegeben und das Brevier zum schuldigen Gotteslob verbessert worden war, mussten Wir Uns, damit dem Brevier das Missale gebührend entspreche (da es sich gar sehr geziemt, dass in der Kirche Gott auf einheitliche Art gelobt und die Messe auf einheitliche Art gefeiert werde), der noch verbliebenen Aufgabe zuwenden: das Missale selbst herauszugeben.

Wir hielten es darum für richtig, diese Bürde ausgesuchten Gelehrten zu übertragen. Nach sorgfältiger Untersuchung der alten Bücher Unserer Vatikanischen Bibliothek sowie anderer, von überall herbeigeholter, verbesserter und unverderbter Handschriften, ebenso auch der Überlegungen der Alten und der Schriften anerkannter Autoren, die Uns Aufzeichnungen über die heilige Einrichtung der Riten hinterlassen haben, stellten diese gelehrten Männer das Missale nach Vorschrift und Ritus der Heiligen Väter wieder her.

Damit alle aus dieser Arbeit Nutzen zögen, haben Wir, nachdem Wir es geprüft und verbessert hatten, nach reiflicher Überlegung angeordnet, dass es möglichst bald in Rom gedruckt und herausgegeben werde.

Die Priester im besonderen sollen daraus erkennen, welche Gebete sie von jetzt an bei der Messfeier verwenden und welche Riten und Zeremonien sie dabei einhalten müssen. Damit aber alle das von der Heiligen Römischen Kirche, der Mutter und Lehrerin der übrigen Kirchen, Überlieferte überall erfassen und beachten, setzen Wir durch diese Unsere ewig gültige Konstitution unter Androhung Unseres Unwillens als Strafe fest und ordnen an: fürderhin soll in allen kommenden Zeiten auf dem christlichen Erdkreis in allen Patriarchalkirchen, Kathedralen, Kollegiaten und Pfarreien, in allen weltlichen, klösterlichen – welchen Ordens und welcher Regel sie auch seien, ob Männer- oder Frauenklöster – in allen militärischen und ungebundenen Kirchen oder Kapellen, in denen die Messe des Konvents laut mit Chor oder still nach dem Ritus der Römischen Kirche gefeiert zu werden pflegt oder gefeiert werden sollte, nicht anders als nach dem von Uns herausgegebenen Missale gesungen oder gelesen werden, auch wenn diese Kirchen irgendwelche Ausnahmen geniessen, durch ein Indult des Apostolischen Stuhles, durch Gewohnheitsrecht oder Privileg, ja durch Eid oder Apostolische Bestätigung oder irgendwelche andere Besonderheiten bevorzugt sind – ausser wenn sie gleich von ihrer vom Apostolischen Stuhl gutgeheissenen Errichtung an oder aus Tradition bei der Messfeier einen mindestens zweihundertjährigen Ritus in eben diesen Kirchen ohne Unterbrechung eingehalten haben. Diesen letzteren nehmen Wir keineswegs das genannte Sonderrecht oder die Tradition bei der Messfeier, doch gestatten Wir, falls das von Uns herausgegebene Missale mehr gefällt, dass die Messen mit Zustimmung des Bischofs oder Prälaten und des gesamten Kapitels, ungeachtet anderer Bestimmungen, nach Unserem Missale gefeiert werden.

Allen anderen genannten Kirchen jedoch benehmen Wir damit den Gebrauch ihrer Missalien, verwerfen sie von Grund auf und vollständig und setzen fest, dass diesem Unseren gerade herausgegebenen Missale niemals etwas hinzugefügt, weggenommen oder an ihm verändert werden dürfe.

Streng befehlen Wir jedem einzelnen Patriarchen und Verwalter der vorgenannten Kirchen, allen anderen Personen, gleich welchen Ranges sie auch seien, in der Tugend des heiligen Gehorsams: sie sollen die bisher gewohnten Weisen und Riten (auch die aus noch so alten Messbüchern) in Zukunft ganz und gar aufgeben, völlig verwerfen und die Messe nach Ritus, Weise und Norm Unseres Messbuches singen und lesen, und sie sollen nicht wagen, bei der Messfeier andere Zeremonien und Gebete als die in diesem Missale enthaltenen hinzuzufügen oder vorzulesen.

Und dass sie in allen Kirchen bei der gesungenen oder gelesenen Messe ohne Gewissensskrupel oder Furcht vor irgendwelchen Strafen, Urteilen und Rügen von nun an ausschliesslich diesem Missale folgen, es unbefangen und rechtens zu gebrauchen imstande und ermächtigt sind, dazu geben Wir kraft Unserer Apostolischen Vollmacht für jetzt und für ewig Unsere Bewilligung und Erlaubnis.

Ebenso setzen Wir fest und erklären: Kein Vorsteher, Verwalter, Kanoniker, Kaplan oder anderer Weltpriester und kein Mönch gleich welchen Ordens darf angehalten werden, die Messe anders als wie von Uns festgesetzt zu feiern, noch darf er von irgendjemandem gezwungen und veranlasst werden, dieses Missale zu verändern, noch kann das vorliegende Schreiben irgendwann je widerrufen oder modifiziert werden, sondern es bleibt für immer im vollen Umfang rechtskräftig bestehen.


Damit sind alle gegenteiligen früheren Bestimmungen, Apostolischen Konstitutionen und Ordinationen, alle allgemeinen oder besonderen Konstitutionen und Ordinationen von Provinzial- oder Synodalkonzilien, ebenso die Statuten und Gewohnheiten der oben erwähnten Kirchen, auch wenn ihr Brauch zwar durch eine sehr alte und ehrwürdige Vorschrift gestützt, aber nicht älter als zweihundert Jahre ist, ausser Kraft gesetzt.

Von der Veröffentlichung dieser Unserer Konstitution und des Missales an sollen die Priester an der römischen Kurie angehalten werden, nach einem Monat, die diesseits der Alpen nach drei, die jenseits der Alpen nach sechs Monaten, oder sobald sie dieses Missale käuflich erwerben können, die Messe danach zu singen oder zu lesen.


Damit es überall auf der Erde unverderbt und von Fehlern und Irrtümern rein bewahrt werde, verbieten Wir kraft Apostolischer Vollmacht mit dem vorliegenden Schreiben allen Buchdruckern in Unserem (und von S. R. E. [Sanctae Romanae Ecclesiae]) mittelbaren und unmittelbaren Herrschaftsbereich bei Strafe des Bücherverlusts und von an die Apostolische Kammer zu zahlenden hundert Golddukaten, den anderen Buchdruckern aber in allen Teilen der Erde bei Strafe der Exkommunikation im weiten Sinne und anderen Strafen nach unserem Schiedsspruch: dass sie sich ohne Unsere bzw die ausdrücklich dazu erteilte Erlaubnis eines von Uns an dem betretenden Ort zu bestellenden Apostolischen Kommissars nicht unterstehen sollen, zu drucken, zu verkaufen und überhaupt anzunehmen, ausser wenn vorher durch eben diesen Kommissar eben diesem Buchdrucker volle Gewissheit gegeben worden ist, dass das Messbuchexemplar, welches die Norm für den Druck weiterer Exemplare zu sein hat, mit dem in Rom im Erstdruck hergestellten Missale verglichen worden sei, mit ihm übereinstimme und in gar nichts abweiche.

In Anbetracht der Schwierigkeit, das vorliegende Schreiben an alle Orte des christlichen Erdkreises und gerade in der ersten Zeit zur Kenntnis aller zu bringen, schreiben Wir vor: Es soll in herkömmlicher Weise an den Türflügeln der Basilika des Apostelfürsten und der Apostolischen Kanzlei und an der Spitze des Campus Florae öffentlich angeschlagen werden; man soll auch den gedruckten Exemplaren dieses Schreibens, die von einem öffentlichen Notar handschriftlich unterzeichnet und mit dem Siegel eines kirchlichen Würdenträgers versehen sind, bei allen Völkern und an allen Orten geradewegs denselben unbezweifelten Glauben schenken, wie man ihn dem vorliegenden Schreiben schenken würde, wäre es sichtbar ausgestellt.


Überhaupt keinem Menschen also sei es erlaubt, dieses Blatt, auf dem Erlaubnis, Beschluss, Anordnung, Auftrag, Vorschrift, Bewilligung, Indult, Erklärung, Wille, Festsetzung und Verbot von Uns aufgezeichnet sind, zu verletzen oder ihm im unbesonnenem Wagnis zuwiderzuhandeln. 
 
Wenn aber jemand sich herausnehmen sollte, dies anzutasten, so soll er wissen, dass er den Zorn des Allmächtigen Gottes und Seiner Heiligen Apostel Petrus und Paulus auf sich ziehen wird.
Gegeben zu Rom bei Sankt Peter im fünfzehnhundertsiebzigsten Jahre der Geburt des Herrn

am 14. Juli im Fünften Jahre Unseres Pontifikats
Pius V. PP.

Bulle Quo primum von Papst Pius V.
zur Einführung des Römischen Messbuches 14. Juli 1570

(Quelle: Übersetzt von Professor Peter Schilling, April 1971)

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Caterina von Siena – 30. April

O ewige Dreifaltigkeit,
Feuer und Abgrund der Liebe,
löse noch heute die Wolke meines Körpers auf!
Die Einsicht, die du mir in deine Wahrheit gabst,
zwingt mich zu wünschen, der Schwere
meines Körpers enthoben zu sein und das Leben
zur Ehre und zum Lob deines Namens hinzugeben.
Denn ich schmeckte und sah
mit dem Licht des Verstandes,
in deinem Licht, deinen Abgrund,
o ewige Dreifaltigkeit,
und die Schönheit deines Geschöpfes.
Da ich mich in dir erblickte, sah ich,
dass ich dein Ebenbild bin,
dem du, ewiger Vater, von deiner Kraft abgibst;
und von deiner Weisheit gabst du
in den Verstand eine Weisheit,
die deinem eingeborenen Sohn zugehörig ist.
Der Heilige Geist, der von dir und
Deinem Sohne ausgeht, gab mir den Willen,
damit ich zu lieben fähig sei.