Heiliger Pio von Pietrelcina – 23. September 1968

Heute ist der Todestag von Pater Pio

* 25. Mai 1887 in Pietrelcina
† 23. September 1968 in San Giovanni Rotondo

JESUS
ich vertraue meine Vergangenheit
Deiner Barmherzigkeit an;
meine Gegenwart
Deiner Liebe;
und meine Zukunft
Deiner Vorsehung.

„In meinem Innern, der ich sein armes, verächtliches Geschöpf bin, hat Gott mir von meiner Geburt an gezeigt, dass er nicht nur mein Heiland, mein größter Wohltäter gewesen ist, sondern mein zuverlässiger, aufrichtiger, treuer Freund, die ewige, unendliche Liebe, mein Trost, meine Freude, mein ganzer Schatz …“

Der junge Kapuziner Frater Pio

+

 

Joseph von Copertino – 18. September

Bruder Tod ist in der Nähe

Jahr um Jahr wurde sein Gesundheitszustand fragiler. Mit 60 Jahren war sein Körper von seinen Leiden und Bußübungen sehr verbraucht. Er war fast blind und das Essen bereitete ihm Mühe, weil er kaum mehr kauen konnte. Feste Nahrung konnte er nicht mehr zu sich nehmen.

Innerhalb weniger Wochen wurde er sehr krank. Er bekam das Wechselfieber. Das Fieber stieg hoch, ein Alarmzeichen einer schweren Krankheit. Am 15. August zelebrierte er zum letzten Mal die hl. Messe. Kreidebleich und total erschöpft kehrte er in die Zelle zurück. Die Brüder gaben ihm Medikamente, die er dankend annahm. Einer seiner Brüder sagte zu ihm: „Du hast immer für die Gesundheit der anderen gebetet. Bitte jetzt Gott, er möge doch dein Leben verlängern!“ Br. Josef gab zur Antwort: „Das werde ich nie tun. Ich gebe mich ganz dem Willen Gottes hin. Ich lebe oder sterbe, wann er will. Ich will nur ihm dienen.“

Nach einer kleinen Erleichterung sagte er: „Das Eselchen beginnt, den Berg hinauf zu steigen“ Kurz darauf bat er um die Sterbesakramente und bat dabei seine Brüder um Verzeihung für all seine Schuld. Während der Guardian P. Bernardo Buttari nach den Weisungen des Zeremonienbüchleins die fünf Sinne des Kranken mit Öl salbte, hörte man aus der Zelle Josefs Ausrufe der Freude: „O welches Licht, welcher Glanz! O was für schöne Worte! Was für tröstliche Stimmen! Welcher Wohlgeruch! Welche Süssigkeit! O welcher Vorgeschmack des Himmels! O welches Himmelsglück!“

Danach rief er:
„Das Eselchen ist am Ziel auf dem Berg angekommen!“

Am 12. September hatte er seine letzte Ekstase. Der Bruder, der ihm die hl. Kommunion brachte, war Zeuge davon. Dann rief er. „Schau die Freude, Ecco la gioia!“ und erhob sich empor. Am 17. September bat er um eine kleine Orgel, die ihm dann in die Zelle gebracht wurde, und die Brüder sollten für ihn singen. Sie sangen zur Ehre der Gottesmutter, seiner geliebten Mutter. Die Kräfte hatten sichtlich abgenommen.

Nun flüsterte er: „Gott sei Lob und Dank. Der Wille Gottes geschehe. Das Eselchen ist auf dem Berg angekommen; es kann nicht mehr weiter, es ist daran, den Balg zurückzulassen!“

Am 18. September umgab ein sanftes Lächeln seine Lippen. Plötzlich wurde sein Haupt mit einem ganz hellen Licht umgeben. Friedlich entspannt ruhte sein Leib, wie im Schlaf, ohne die Spur des Leidens oder eines Todeskampfes. So gab er am 18. September 1663 seine Seele dem Schöpfer zurück. Man öffnete seine Herzkammer und fand sie ohne Blut. Das Herz war ausgetrocknet, was den übernatürlichen Flammen zugeschrieben wurde, die ihn verzehrten. Sein letzter Wunsch vor dem Sterben war, man möge seinen Leib an irgendeinem verborgenen Ort beisetzen, so dass das Grab von niemandem gefunden würde. Dieser Wunsch ging für ihn, der zeitlebens von den Menschen abgesondert wurde, allerdings nicht in Erfüllung.

Aus: Gottfried Egger OFM: Hingerissen von der Liebe Gottes. FE-Medien 2020.

Sie auch HIER

+

 

Heiliger Papst Pius X. – 3. September

Joseph Sarto, der der „Pfarrer der Welt“ werden sollte, wurde am 2. Juni 1835 in Riese in der Diözese Treviso geboren. 1858, im Jahr der Marienerscheinungen in Lourdes, wurde er zum Priester geweiht. Er war ein demütiger Mann des Gebetes, der viel arbeitete und „in höchstem Maße gerecht und aufrichtig war“, wie jene bezeugen, die ihn gekannt haben.

Als er Bischof von Mantua und dann Patriarch von Venedig geworden war, kämpfte er mutig und entschlossen gegen „die Verbrechen der Moderne“, die er folgendermaßen definierte: „Den Menschen an die Stelle Gottes setzen“.

Nach dem Tod von Leo XIII. begab er sich mit einem Hin-und Rückfahrtschein zum Konklave von 1903, kehrte jedoch nicht nach Venedig zurück, da er Papst geworden war. Er nahm den Namen Pius X. an, „weil die Päpste, die in diesem Jahrhundert am meisten gelitten haben, den Namen Pius trugen“, wie er erklärte. Sein Werk – an der Seite seines jungen Staatssekretärs Kardinal Rafael Merry del Val, der im Alter von 38 Jahren ernannt worden war – ermöglichte der Kirche, sich den Kräften zu widersetzen, die versuchten, sie zu unterwerfen oder sie zu entmündigen, denn er sagte: „Es ist besser, Reichtümer zu opfern als die Freiheit!“ Er lud die Christen ein, aktiv an der Liturgie teilzunehmen und führte sie so zu den lebendigen Quellen des Glaubens zurück. Er starb am 20. August 1914 einige Tage nach Beginn des Ersten Weltkriegs.

Papst Pius X.

+

 

Hl. König Stephan von Ungarn – 2. September

Eine dermaßen desolate Epoche wie die unsere, lässt manche Menschen ihren Blick in die Vergangenheit richten. Sie überlegen, wie es war, als ihre Heimat von anderen Herrscherrn regiert wurde, als es heute ist.

Unser Blick wendet sich nach Ungarn, ohne dass auf den derzeitigen Staatschef eingegangen wird. Stattdessen betrachten wir das Leben des heiligen König Stephan von Ungarn:

Um 969 wurde dem ungarischen Großfürsten Géza ein Sohn geboren, der den türkischen Namen Vajk erhielt. Er entstammte dem Geschlecht der Arpaden, dessen Ahnherr der 907 verstorbene ungarische Großfürst Árpad ist. Unter seiner Regentschaft vollzog sich ab 895 die kriegerische Landnahme der sieben magyarischen Stämme. – Die Dynastie der Arpaden starb 1301 im Mannesstamm aus.

Um 973 wurde Vajk zusammen mit seinem Vater von einem katholischen Missionar aus dem Bistum Passau getauft. Vajk erhielt den Namen Stephan. – Die Firmung wird der junge Stephan durch den hl. Adalbert von Prag empfangen haben, als dieser in Ungarn missionierte und sich auch der Erziehung des hl. Stephan annahm.

St. Adalbert war es, der die Ehe vermittelte zwischen dem ungarischen Fürstensohn und der sel. Gisela von Bayern, einer Schwester St. Heinrichs II. – Die Ehe wurde 995 geschlossen.

Zwei Jahre darauf wurde Stephan der Heilige (997 – 1038) Nachfolger seines verstorbenen Vaters als Großfürst von Ungarn. Sogleich hatte er den Aufstand eines heidnischen Stammesfürsten zu bekämpfen (997 – 998), den er nur mit Hilfe von deutschen Rittern besiegen konnte.

Papst Silvester II. (999 – 1003) bestätigte den hl. Stephan als Herrscher Ungarns und übersandte ihm eine Krone. – Wie Karl der Große am Weihnachtstag des Jahres 800 zum ersten Kaiser im Westen gekrönt worden war seit der Absetzung des Romulus Augustulus 476, so ließ sich Stephan der Heilige im Einvernehmen mit Kaiser Otto III. am Weihnachtstage des Jahres 1000 mit der vom Papst übersandten Krone in Gran zum ersten König Ungarns – zum „Apostolischen König“ – krönen.

Noch einmal hatte Stephan der Heilige gegen einen aufständischen Stammesfürsten vorzugehen (1002 – 1003), nun gegen einen solchen, der sich dem byzantinischen Kaiser im Osten anschließen wollte. Doch wiederum siegte Stephan.

Der ungarische König förderte die Christianisierung seines Reiches. 1002 wurde das Kloster Martinsberg vollendet, weitere Gründungen folgten. Die Erzdiözesen Gran und Kalocsa wurde errichtet sowie acht weitere Bistümer. Neben der kirchlichen Organisation des Landes stand die politische. Ungarn wurde von König Stephan in Grafschaften gegliedert.

Über seinen Amtsgeschäften vergaß St. Stephan doch nicht die Bedürftigen. Arme hatten stets Zutritt zu ihm, und er verweigerte niemandem ein Almosen.

Der zum Thronfolger ausersehene Sohn Stephans und Giselas, der hl. Emmerich, starb bereits sieben Jahre vor seinem Vater durch einen Jagdunfall. Da der König daraufhin Thronwirren für die Zeit nach seinem Hinscheiden befürchtete, vertraute er das Land der Muttergottes an, der Magna Domina Hungarorum, der Großen Herrin der Ungarn.

Stephan der Heilige starb am Feste Mariae Himmelfahrt 1038. Am 20. desselben Monats wurde sein Leichnam in der Basilika von Alba regia, Stuhlweißenburg, beigesetzt. Bis in unsere Zeit wird der 20. August in Ungarn als Nationalfeiertag begangen, nur spricht man seit der Zeit der kommunistischen Herrschaft (1948 – 1990) nicht mehr vom Begräbnis Stephans des Heiligen, sondern von einem Verfassungstag, da man die Verfassung der Volksrepublik 1949 am 20. August verkündete. – Die Kirche aber gedenkt des heiligen Königs und Apostel der Ungarn am 2. September, da an diesem Tage im Jahr 1686 die Stadt Buda, Ofen, von den Türken zurückerobert wurde, die sie 1541 eingenommen hatten.

Nach dem Tode König Stephans nahm die den Deutschen feindlich gesinnte, heidnische Partei die sel. Gisela gefangen. Sie hatte Mißhandlungen zu erdulden, bis Kaiser Heinrich III. (1039 – 1056) sie 1045 befreite und ihr die Rückkehr in die bayrische Heimat ermöglichte. Gisela beschloß ihr Leben als Benedektinerin. Nachdem sie 1057 Äbtissin von Niedernburg bei Passau geworden war, starb sie am 7. Mai 1060 in ihrem Kloster.

Der heilige Stephan ist Landesapostel und Schutzpatron Ungarns; seine bis heute unverweste rechte Hand gilt in Ungarn als nationale Reliquie.

1083 wurde Stephan von Papst Gregor VII. heiliggesprochen.

„Wir bitten Dich, allmächtiger Gott:
gewähre Deiner Kirche die Gnade,
an Deinem heiligen Bekenner Stephan,
der sie als König auf Erden ausbreitete,
einen glorreichen Vorkämpfer im Himmel zu haben.
Durch unsern Herrn Jesus Christus …“

Hl. Stephan – Foto: sacerdos viennensis

+

 

 

Benediktiner und Kardinal: Seliger Ildefons Schuster – Gedenktag 30. August

Alfred Ildefons Schuster wurde am 18. Januar 1880 im Spital von S. Giovanni in Laterano, Rom, Italien, geboren und am darauffolgenden Tag auf den Namen Alfred Ludwig Alois getauft, wobei der zweite Name bis zur Annahme des Ordensnamens Ildefons vorherrschend blieb. Sein aus Deggendorf in Bayern stammender Vater Johann Schuster (1819 –1889) war Chef-Schneider der päpstlichen Zuaven. Nach Aufhebung des Kirchenstaates arbeitete er weiterhin als Schneider und führte ein einfaches, aber ehrbares Leben. 1879 heiratete er in dritter Ehe Anna Maria Tutzer (1849 – 1912) aus Bozen in Südtirol. Mit ihr hatte er zwei Kinder, Alfred und Julia (1884).

Alfred war ein sehr kränkliches Kind. In den ersten Jahren verzweifelte die Mutter beinahe, weil der Kleine immer am Rand des Todes schwebte. Sie eilte in die Kirche S. Agostino und flehte zur Muttergottes, sie möge ihn retten. Ihre Gebete wurden erhört und so erzog sie Alfred zu einem tief christlichen Leben mit einer besonderen Verehrung für die Gottesmutter.

Am 19. September 1889 starb der Vater. Während die Kinder aus der früheren Ehe bei Verwandten mütterlicherseits unterkamen, überlebten Albert und Julia nur durch den Fleiß der Mutter, die sich stundenweise als Putzfrau verdingte, und mit Hilfe der Nachbarn. Alfred war ein sensibler Junge mit einer ausgeprägten Intelligenz, ein Einzelgänger, dem seine Schwester die einzige treue Freundin war.

Nach dem Kindergarten besuchte er die Volksschule und trat dann im November 1891 im Alter von 11 Jahren in das Klosterschülerheim der Benediktinerabtei St. Paul außerhalb der Mauern ein, wo er seiner Berufung inne wurde, auf die er in einem Brief vom 22. Januar 1907 zu sprechen kommt:

„Es ist gut, dass unser spirituelles Wohlergehen so wenig als möglich von den Menschen, den Büchern, Bildern und Orten abhängt, denn im Letzten sind das alles Nebensächlichkeiten… man muss diesen ganzen weltlichen Ballast abwerfen, um… zur innersten Teilnahme am Leben Jesu zu gelangen.“

Nach Beendigung der Studien begann Alfred Ludwig am 13. November 1896 das Noviziat, um Benediktinermönch zu werden, und nahm den Namen Ildefons an. Um die Mutter nicht in Armut zu stürzen, riet man ihm zum Weltpriestertum. Sie aber meinte: „Mach dir keine Sorgen um mich! Wende dich an den hl. Josef, damit er dir den rechten Weg zeige, und diesem folge dann offen und freimütig!“ Von da an hielt er sich an das Programm des hl. Benedikt: ora, labora et noli contristari (Bete, arbeite und sei unbekümmert!).

Am 13. November 1899 legte er die einfachen Gelübde ab. Nach dem Philosophiestudium am Benediktinerkolleg S. Anselmo mit Promotion am 28. Mai 1903 und dem Theologiestudium in der Abtei St. Paul wurde Schuster nach der ewigen Profess am 13. November 1901 am 19. März 1904 in San Giovanni in Laterano zum Priester geweiht. Seine erste hl. Messe feierte er in St. Paul in Anwesenheit seiner Mutter und der Schwester, die dann Barmherzige Schwester vom hl. Vinzenz von Paul wurde.

Schusters monastisches Leben war von einer ziemlich steilen Karriere gekennzeichnet: Schon bald (15. Mai 1908) wurde er zum Novizenmeister ernannt, dann zum Generalprokurator seiner Kongregation (22. September 1915) und wenige Monate später zum Prior des Klosters (24. Dezember 1915). Am 26. März 1918 schließlich wählten die Mönche der Abtei von St. Paul Ildefons Schuster zu ihrem Abt. Auch als solcher hegte er, wie schon in ganz jungen Jahren, großes Interesse für die christliche Archäologie, die Liturgie, die Geschichte der Mönche und die sakrale Kunst, und widmete diesen Studien, wie die vielen Beiträge in verschiedenen Zeitschriften zeigen, jede freie Minute bis an sein Lebensende.

Ildefons Schuster OSB, Abt von St. Paul vor den Mauern, Rom

Inzwischen begann sich sein Amt durch neue Aufgaben über die Mauern der Abtei hinaus auszudehnen. So wurde Schuster zu Vorlesungen für Theologie an das Institut für Sakrale Musik (1910) und für Liturgie an das Päpstliche Orientalische Institut (1917) berufen, dem er auch als Leiter vorstand (1919). Er unterrichtete Kirchengeschichte am Internationalen Kolleg S. Anselmo (1918), wurde Konsultor der Ritenkongregation, sowohl für die liturgische Sektion (1914) als auch für die Sektion der Heiligsprechungen (1918), und Zensor der Akademie der Heiligen Liturgie (1919). Ferner ernannte man ihn zum Präsidenten der Kommission für Sakrale Kunst und schließlich zum apostolischen Visitator für die Seminare.

21. Juli 1929 – Papst Pius XI. weiht Abt Ildefons Schuster OSB zum Bischof.

Am 26. Juni 1929 ernannte ihn Pius XI. zum Erzbischof von Mailand und am 15. Juli zum Kardinal. Am Sonntag, den 21. Juli, weihte ihn der Papst selbst in der Sixtinischen Kapelle zum Bischof. Schuster definierte seine neue Aufgabe als die eines „Gepäckträgers“ der Ambrosianischen Kirche: „Für uns gibt es nur Lasten zu tragen.“ Zum Vorbild erkor er sich seinen Vorgänger, den hl. Karl Borromäus, und ahmte vor allem dessen Eifer in der Verteidigung des Glaubens und in der Förderung der Seelsorge nach, ebenso seinen Lebensstil als Bischof.

Schusters Tag begann, wo immer er sich aufhielt, um 3.30 Uhr und endete um 21.00 Uhr: vier Stunden Gebet begleiteten die Audienzen und Visiten. Schuster legte allen den Primat des Gebets ans Herz. So wollte er auch, dass seine Priester und Seminaristen geformt würden, und besorgte für sie den Bau des Großen Seminars von Venegono, hineingepflanzt in einen Pinienhain, wie er zu sagen pflegte, um sich so in einem gesunden Klima in Studium und Gebet zu sammeln. Das Priesteramt, so seine Worte, erfordere „physische Kraft, einen gediegenen Glauben, einen Geist, der sich naturgemäß mit der Betrachtung der göttlichen Dinge befasst, sowie einen gebildeten Intellekt“, der aus seinem Schatz Neues und Altes hervorzuholen vermag. Außerdem schlug er vor, dass der Klerus das Volk zu vertieftem und täglichem Gebet anleiten solle: „Wie dankbar wäre ich Pfarrern, die ihre Schäflein morgens und abends zum gemeinsamen Gebet in der Kirche, zu einer kleinen Meditation, zur Gewissenserforschung oder zum abendlichen Besuch des Allerheiligsten Altarsakramentes animieren.

Zum Gebet gesellte sich bei Schuster eine nicht enden wollende Bürde an Arbeit: So hielt er fünf Diözesansynoden ab, die erste schon bald nach seiner Ankunft, die übrigen nach den Pastoralbesuchen. Bei den Visiten und Synoden empfahl er, dass die Katechese als „Grundvoraussetzung einer jeden seelsorglichen Tätigkeit“ die Lebensgrundlage der über 900 Gebetsstätten der Diözese bilde. Ebenso empfahl er die Katholische Aktion und die Einbindung der Laien zur Belebung der Pfarre. Neben den fünf Diözesansynoden und fünf Pastoralbesuchen in der Mammut-Diözese sowie seiner regelmäßigen Anwesenheit im Dom zu Messfeier und Predigt an jedem Festtag fand er sich überall dort ein, wo das Wort des Bischofs geboten war.

Ildefons Kardinal Schuster

Alfred Ildefons Schuster war der erste italienische Bischof, der entsprechend dem soeben unterzeichneten Konkordat den Schwur in die Hände des Königs leistete. Mit diesem Abkommen wurde er jedoch keineswegs zu einer Marionette der Regierung. Man denke nur an die Aggressionen gegenüber der Katholischen Aktion und den Oratorien von 1931. Schuster begab sich höchstpersönlich in jene Oratorien, richtete am 31. Mai 1931 ein Pastoralschreiben an den Klerus und widersetzte sich der feierlichen Einweihung des Hauptbahnhofs von Mailand, womit er das Fernbleiben von König Viktor Emanuel III. und Benito Mussolini erzwang. Wenig überraschend daher das 1933 verfasste Urteil des Informanten der Geheimpolizei: „Entgegen allem Anschein ist er (Schuster) ein überzeugter und unversöhnlicher Feind des Faschismus. Keiner der Prälaten ist dem Regime gegenüber so feindlich eingestellt wie der derzeitige Erzbischof von Mailand, und daher würde Mussolini gut daran tun, dafür zu sorgen, dass er aus der Stadt verschwindet.“ Am 13. November 1938 verurteilte Schuster im Dom mit pathetischen Worten die Rassengesetze: „Eine Art Häresie entsteht in einigen ausländischen Ländern, die sich überall verbreitet. Sie wird Rassismus genannt.“

Gleichzeitig setzte sich Schuster mit ganzer Kraft für die Armen ein, insbesondere im Zweiten Weltkrieg, wo er zur Anlaufstelle für alle Notleidenden wurde. Mit Hilfe des Hl. Stuhles erwirkte er bei den Alliierten die Einstellung der im August 1943 begonnenen „Teppich-Bombardements“ auf Mailand. Im April 1945 bot er sich als Vermittler zwischen der Faschistischen Sozialrepublik und dem deutschen Kommando einerseits und den Partisanen und Alliierten andererseits an, um einen Bürgerkrieg zu verhindern. Nach dem Friedensschluss gründete er die Domus Ambrosiana – 13 Gebäude für junge Eheleute in schlechten Wohnverhältnissen, die mit Spenden der Gläubigen finanziert wurden – und die Caritas Ambrosiana, um den völlig Mittellosen zu helfen. Er förderte die Kultur von Priestern und Laien, so z. B. die Entwicklung der Università Cattolica, und gründete 1931 die Hochschule für Ambrosianischen Gesang und Kirchenmusik. 1848 eröffnete er zwei Kulturzentren: das Ambrosianeum und das Didascaleion und am 2. Juli 1954 weihte er schließlich das Priesterkollegium Maria Immacolata für junge Priester ein.

Grabstätte Ildefons Kardinal Schuster

Anschließend zog sich Schuster in das Seminar von Venegono zurück, wo er am 30. August 1954 starb. Seine letzte Ruhestätte fand er im Dom zu Mailand. Als 1985 die Identifizierung des Leichnams stattfand, den man unmittelbar nach dem Tod einbalsamiert hatte, befand sich dieser in einem perfekten Zustand der Konservierung und wurde von neuem im Dom beigesetzt, wo er jetzt zur öffentlichen Verehrung durch die Gläubigen ausgestellt ist.

Am 12. Mai 1996 wurde Alfred Ildefons Schuster von Papst Johannes Paul II. seliggesprochen.

(Andreas Resch: Alfred Ildefons Schuster O.S.B.;
aus: Resch, Andreas: Die Seligen Johannes Pauls II. 1996 – 2000. Innsbruck: Resch, 2010 (Selige und Heilige Johannes Pauls II; 4). XIII, 376 S.)

+

 

Enthauptung des Johannes des Täufers – 29. August

Johannes der Täufer wurde enthauptet. Der Apostel Markus berichtet im 6. Kapitel:

Jesus sprach zu ihnen: Ein Prophet ist nirgends ungeehrt, außer in seiner Vaterstadt, und in seinem Hause, und in seiner Verwandtschaft. Und er konnte daselbst keine Wunder tun, außer dass er wenigen Kranken die Hände auflegte, und sie heilte. Und er verwunderte sich über ihren Unglauben, und zog durch die Flecken ringsherum, und lehrte.

Und er berief die Zwölf, und fing an, sie auszusenden, je zwei und zwei, und gab ihnen Macht über die unreinen Geister. Er befahl ihnen auch, nichts mit sich zu nehmen auf den Weg außer einzig einen Stab, nicht eine Tasche, nicht Brot, noch Geld in dem Gürtel. Sondern sich zu beschuhen mit Sandalen, und nicht zwei Röcke anzuziehen. Und er sprach zu ihnen: Wo ihr immer in einem Hause einkehret, da bleibet, bis ihr von da weiter gehet. Wer immer euch nicht aufnimmt, noch anhört, von dem gehet hinaus, und schüttelt den Staub von euren Füßen, zum Zeugnisse für ihn.

Und sie gingen aus, und predigten, dass man Buße tun solle. Und sie trieben auch viele böse Geister aus, und salbten viele Kranke mit Öl, und heilten sie. Da hörte der König Herodes davon (denn sein Name ward bekannt), und sprach: Johannes, der Täufer, ist von den Toten auferstanden, und darum wirken die Wunderkräfte in ihm. Andere aber sagten: Er ist Elias; und wieder andere sagten: Er ist ein Prophet, wie einer von den Propheten.

Als Herodes dies hörte, sprach er: Johannes, den ich enthaupten ließ, dieser ist von den Toten auferstanden.

Er selbst, nämlich Herodes, hatte hingesandt und den Johannes ergreifen und gefesselt im Gefängnisse halten lassen wegen der Herodias, des Weibes seines Bruders Philippus, weil er sie zum Weibe genommen hatte. Denn Johannes sagte zu Herodes: Es ist dir nicht erlaubt, das Weib deines Bruders zu haben!

Die Herodias aber stellte ihm nach, und wollte ihn töten, alleine sie konnte es nicht; denn Herodes fürchtete den Johannes, da er ihn als einen gerechten und heiligen Mann kannte; und er nahm ihn in Schutz, und tat vieles, nachdem er ihn angehört hatte, und hörte ihn gerne. Als nun ein gelegener Tag gekommen war, gab Herodes zur Feier seines Geburtstages den Großen, den Kriegsobersten und den Vornehmsten von Galiläa ein Gastmahl. Da trat eben der Herodias Tochter herein, und tanzte, und gefiel dem Herodes und seinen Tischgenossen wohl;

und der König sprach zu dem Mädchen:
Verlange von mir, was du willst, und ich werde es dir geben.
Und er schwur ihr:
Was du immer von mir verlangen wirst,
ich will es dir geben, und sollte es auch
die Hälfte meines Reiches sein!

Da ging sie hinaus, und sprach zu ihrer Mutter:
Was soll ich verlangen?
Diese aber sprach:
Das Haupt Johannes, des Täufers!

Und sogleich ging sie eilends hinein zu dem Könige, und stellte ihr Verlangen, indem sie sprach: Ich will, dass du mir auf der Stelle auf einer Schüssel das Haupt Johannes, des Täufers, gebest. Da ward der König traurig; aber wegen des Eides und der Tischgenossen wollte er sie nicht betrüben, sondern schickte einen Trabanten hin, und befahl, sein Haupt auf einer Schüssel zu bringen.

Und dieser enthauptete ihn im Gefängnisse, und brachte sein Haupt auf einer Schüssel, und gab es dem Mädchen, und das Mädchen gab es seiner Mutter.

Als dies seine Jünger gehört, kamen sie und nahmen seine Leiche, und legten sie in ein Grab. Und die Apostel sammelten sich zu Jesus, und berichteten ihm alles, was sie getan und gelehrt hatten.

Er aber sprach zu ihnen: Kommet abseits an einen einsamen Ort, und ruhet ein wenig aus. Denn derer, die ab- und zugingen, waren viele, und sie hatten nicht einmal Zeit zu essen.

Da traten sie in ein Schiff, und begaben sich an einen einsamen Ort abseits. Und die Leute sahen sie hinwegfahren, und viele erfuhren es, und liefen zu Lande aus allen Städten dahin zusammen, und kamen ihnen zuvor. Als nun Jesus ausstieg, sah er eine große Volksmenge; und er erbarmte sich über sie, weil sie wie Schafe waren, die keinen Hirten haben, und er hob an, sie vieles zu lehren. Da es aber schon spät geworden war, traten seine Jünger zu ihm, und sprachen: Dieser Ort ist öde, und die Tageszeit ist vorgerückt.

Entlasse sie, damit sie in die nächsten Dörfer und Flecken gehen, und sich Speise kaufen zu essen. Er aber antwortete, und sprach zu ihnen: Gebet ihr ihnen zu essen! Und sie sagten zu ihm: Sollen wir hingehen, und um zweihundert Denare Brot kaufen, und ihnen zu essen geben?

Und er sprach zu ihnen: Wie viele Brote habet ihr? Gehet hin, und sehet nach! Und da sie es ersehen hatten, sprachen sie: Fünf, und zwei Fische. Da gebot er ihnen, sie sollten alle auf das grüne Gras niedersetzen lassen nach Abteilungen. Und sie lagerten sich reihenweise zu Hundert und zu Fünfzig. Und er nahm die fünf Brote und die zwei Fische, blickte gen Himmel auf, segnete und brach die Brote, und gab sie seinen Jüngern, damit sie ihnen vorlegten; auch die zwei Fische teilte er unter alle.

Und sie aßen alle, und wurden satt. Und sie hoben auf, was von den Stücken übrig geblieben war, zwölf Körbe voll, und die Überbleibsel von den Fischen. Es waren aber derer, die gegessen hatten, fünftausend Mann. Und sogleich nötigte er seine Jünger, in das Schiff zu steigen, und vor ihm nach Bethsaida hinüberzufahren, indes er das Volk entließ. Und nachdem er sie entlassen hatte, ging er auf den Berg, um zu beten.

Da es nun spät geworden war, befand sich das Schiff mitten auf dem Meere, und er selbst allein auf dem Lande. Und als er sah, wie sie große Mühe hatten im Rudern (denn der Wind war ihnen entgegen), kam er um die vierte Nachtwache zu ihnen, wandelnd auf dem Meere, und er tat, als wolle er bei ihnen vorübergehen. Da sie ihn aber auf dem Meere wandeln sahen, meinten sie, es wäre ein Gespenst, und schrien auf. Denn alle sahen ihn, und erschraken. Alsbald aber redete er sie an und sprach zu ihnen: Seid getrost, ich bin es, fürchtet euch nicht! Und er stieg zu ihnen in das Schiff, und der Wind legte sich. Sie aber erstaunten über die Maßen bei sich selbst; denn sie waren nicht zur Einsicht gelangt bei den Broten, weil ihr Herz mit Blindheit geschlagen war.

Als sie nun hinübergefahren waren, kamen sie an die Landschaft Genesareth, und legten an. Und da sie aus dem Schiffe gestiegen waren, erkannten ihn die Menschen sogleich, und liefen in jener ganzen Gegend umher, und fingen an, die Kranken auf Betten herumzutragen, dahin, wo sie hörten, dass er sei. Und wo er immer hinkam in Flecken, oder Dörfer, oder Städte, da legten sie die Kranken auf die Gassen, und baten ihn, dass sie nur den Saum seines Kleides berühren dürften; und alle, die ihn berührten, wurden gesund.

+

 

Hl. Augustinus – 28. August

Der Hospitalordens des hl. Johannes von Gott (1495-1550) folgt keiner eigenen Regel seines Gründers. Vielmehr verfügte er, dass die Brüder der Regel des heiligen Augustinus (354-430) folgen sollten.

In den Nummern 21 bis 25 der Regel des hl. Augustinus heißt es – zwar zunächst nur für jene, die der Regel des hl. Augustinus verpflichtet sind -, aber auch andere Christen sollten diese Worte beachten, die insbesondere für Männer gelten:

Im Gehen, Stehen und all euren Bewegungen komme nichts vor, was bei irgend jemand Anstoß erregen könnte; sondern alles entspreche eurem heiligen Stande.

Wenn euer Blick auf eine Frau fällt, soll er auf ihr nicht haften bleiben. Zwar ist es euch nicht verwehrt, wenn ihr ausgeht, Frauen zu sehen; aber sie zu begehren oder von ihnen begehrt werden zu wollen, ist schuldhaft.

Denn nicht nur in Berührungen und Zuneigung äußert sich die Begierlichkeit und zeigt sie sich in Frauen, sondern auch in Blicken. Sagt doch nicht, euer Herz sei rein, wenn die Augen unrein sind; denn der unkeusche Blick verrät das unkeusche Herz.

Und wenn die Herzen im wortlosen Austausch von Blicken einander ihre Unlauterkeit verraten und infolge der fleischlichen Begierde in Leidenschaft zueinander entbrennen, so ist es um die Keuschheit schon geschehen, auch wenn die körperliche Unversehrtheit nicht verletzt wird.

Wer mit seinen Blicken eine Frau sucht und es gerne hat, wenn auch sie ihn sucht, soll nicht glauben, dass er dabei ungesehen bleibt; ganz gewiss wird er gesehen, und zwar von Beobachtern, an die er gar nicht denkt.

Doch wenn es auch unbemerkt bliebe und kein Mensch es beobachtet hätte, was will er denn anfangen gegenüber dem Zeugen aus der Höhe, dem nichts verborgen bleiben kann?

Oder will man glauben, der sehe deshalb nichts, weil seine Geduld ebenso groß ist wie seine Weisheit? Ihm zu missfallen fürchte der Gottgeweihte, damit er nicht einer Frau in sündhafter Weise zu gefallen sucht. Er soll daran denken, dass Gott alles sieht, damit er nicht eine Frau schuldhaft anzusehen verlangt.

Die Furcht vor Ihm ist auch in diesem Punkte anempfohlen durch das Schriftwort: „Lüsterne Augen sind dem Herrn ein Greuel“ (Spr 27,20).

Wenn ihr also in der Kirche, und wo sonst auch Frauen sind, beisammen seid, wacht gegenseitig über eure Reinheit; denn Gott, der in euch wohnt, wird euch auch auf diese Weise durch euch selbst schützen..

Wenn ihr nun diese Zuchtlosigkeit der Augen, von der ich spreche, an einem unter euch bemerkt, mahnt ihn gleich, damit die bösen Anfänge nicht erst weiter wachsen, sondern sofort behoben werden.

+

 

Hl. Ludwig IX. – König, Kreuzfahrer, Büßer – 25. August

Ludwig IX. von Frankreich (1214–1270) war der Sohn von Ludwig VIII. von Frankreich und Blanka von Kastilien. Seine Kindheit war ein Spiegelbild von Ehrlichkeit und Weisheit. Sein Vater, der mit dem Eifer für die Religion auch ritterlichen Mut vereinte, wurde mit dem Übernamen „der Löwe“ geehrt. Er war in besonderer Weise um die Erziehung seines Sohnes bemüht und gab ihm exzellente Lehrer und Erzieher zur Seite.

Seine Mutter, Blanka von Kastilien scheute keine Mühe, ihn zu einem Gott wohlgefälligen Leben und zu einem weisen König zu erziehen. Überliefert ist ihr Satz: „Mein Sohn, ich wünschte Dich lieber im Grab, als mit einer einzigen Todsünde befleckt.“ Gegen Ende ihres Lebens, zog sich Blanka in die von ihr gegründete Zisterzienserinnenabtei von Maubuisson zurück, wo sie bis zu ihrem Tod 1252 ein Leben des Gebets und der Buße führte.

Durch den frühzeitigen Tod des Vaters, der im Alter von 40 Jahren in Montpellier auf dem Rückweg vom Kreuzzug gegen die häretischen Albigenser starb, bestieg der junge Heilige den Thron im Alter von 12 Jahren. Am 30. November 1226 wurde er in Reims zum König gesalbt und gekrönt. Die Regentschaft führte seine Mutter.

Am 27. Mai 1235 heiratete er Margarete von der Provence (1221–1295). Aus dieser Ehe gingen elf Kinder hervor, sechs Söhne und fünf Töchter. Margarete begleitete ihren jungen Mann auf seine erste Afrika-Expedition, den nach deutscher Zählweise Sechsten Kreuzzug. Nach dem Tod ihres Mannes zog sich die Königin 1270 in ein Klarissenkloster ihrer heimatlichen Provence zurück, wo sie am 20. Dezember 1295 im Ruf der Heiligkeit starb. Sie wurde bekannt als „Mutter der Armen“. So kam es, dass ihr Leichenzug zur Abtei Daint Denis, der Grablege der Könige, wo sie an der Seite ihres Mannes beigesetzt wurde, von einer großen Menge von Bettlern und Armen begleitet wurde.

Der heilige Ludwig IX. legte besonderen Wert auf Ehrlichkeit in der Verwaltung des Staates und der Anwendung der Gesetze. Den von ihm ernannten Richtern und Amtsträgern verbot er den Erwerb von Staatsbesitz und die Anstellung von Kindern und engen Verwandten. Der König schuf einen neuen Gerichtshof von ihm ausgewählten Richtern, deren Aufgabe darin bestand, Urteile der ordentlichen Gerichtsbarkeit zu überprüfen, um Unrecht zu vermeiden. Sollte ein Irrtum oder ein Mißbrauch geschehen, legte er sich zunächst selbst als oberstem Richter des Reiches eine Buße auf und bestrafte dann die Schuldigen. Er zwang sie, denen Schadenersatz zu leisten, die zu Unrecht verurteilt worden waren.

Der König bemühte sich nicht nur darum, moralische Zerrüttung zu beheben, sondern auch die Häresie auszumerzen und den Glauben zu verteidigen. Ludwig war ein großer Freund und Förderer der jungen Orden der Dominikaner und der Franziskaner, die er für ein Instrument der Vorsehung betrachtete, um die Seele der Menschen vor dem Glaubensabfall zu retten. Er selbst schloß sich als Tertiar dem Franziskanerorden an. Im Verborgenen ohne nach außen Sichtbarkeit zu zeigen, trug er unter den Königsgewändern bis zu seinem Tod die grobe Kutte des Heiligen Franz von Assisi.

Der König erwarb von Kaiser Balduin II. von Konstantinopel die Reliquie der Dornenkrone. Daraufhin ließ er in zu ihrer würdige Aufbewahrung die Sainte Chapelle errichten.

Ludwig IX. begleitete zwei Kreuzzüge; beim 7. Kreuzzug wurde der König selbst zum Opfer. Seine sterblichen Überreste wurden von Sizilien nach Frankreich gebracht und dort von seinem Sohn Philipp III. in Empfang genommen. Sein Herz blieb auf Sizilien und wurde im Normannendom von Monreale bei Palermo beigesetzt.

1297 wurde Ludwig IX. von Papst Bonifaz VIII. heiliggesprochen.

König Ludwig IX. strebte eine Verbindung von Herrschergewalt und Heiligkeit an. Papst Leo XIII. sagte einmal dazu, daß damals „die Philosophie des Evangeliums die Staaten regierte“.

The moon over the Apotheosis of St. Louis statue of King Louis IX of France, namesake of St. Louis, Missouri in Forest Park, St. Louis, Missouri.

+

 

Fest des hl. Bernhard – 20. August

Bernhard (von Clairvaux, 1090-1153) trat mit 30 Edelleuten, darunter vier seiner Brüder, 1112 in das Kloster von Citeaux und wurde schon nach drei Jahren als Abt mit 12 Mönchen zur Gründung eines Klosters nach Clairvaux entsandt.

Mit allen bedeutenden Persönlichkeiten seiner Zeit stand er in Beziehungen und hatte daher großen Einfluß. Als Buß- und Kreuzzugsprediger kam er durch Frankreich, Flandern, Deutschland und verbreitete Begeisterung zum Kreuzzug über das ganze Abendland bis zum Orient.

Man gab ihm den Namen: „honigfließender Lehrer“.

Wegen seiner tiefen und zarten Marienverehrung schreibt man ihm [heute ungewiss] das „Memorare“ zu.  –

Memorare

Gedenke, gütigste Jungfrau Maria,
man hat es noch niemals gehört,
dass jemand, der zu dir seine Zuflucht nahm,
deine Hilfe anrief, um deine Fürsprache flehte,
von dir verlassen worden wäre.
Von solchem Vertrauen beseelt,
nehme ich meine Zuflucht zu dir,
Mutter, Jungfrau der Jungfrauen.
Zu dir komme ich,
vor dir stehe ich seufzend als Sünder.
Mutter des ewigen Wortes,
verschmähe nicht meine Worte,
sondern höre mich gnädig an
und erhöre mich. Amen.

+

Memorare, o piissima Virgo Maria, non esse auditum a saeculo, quemquam ad tua currentem praesidia, tua implorantem auxilia, tua petentem suffragia, esse derelictum. Ego tali animatus confidentia, ad te, Virgo Virginum, Mater, curro; ad te venio; coram te gemens peccator assisto. Noli, Mater Verbi, verba mea despicere, sed audi propitia et exaudi. Amen.

+