Hl. Philipp Neri – 26. Mai

Nachdem einige große Heilige namentlich benannt werden, denen es gelang „Frömmigkeit mit Bildung, das Setzen ästhetischer Maßstäbe mit Wohltätigkeit zu vereinen“ heißt es weiter: „Für diese Heiligen wäre die moderne Unsitte, die drei Säulen der Kirche – Liturgia, Diakonia und Martyria – gegeneinander auszuspielen und gar eine Rangfolge unter ihnen herzustellen, in der die Diakonia, die tätige Nächstenliebe, den ersten Rang behauptet, ein Höhepunkt an Absurdität gewesen.“

Diesen Satz, der auf die derzeitige und nicht zu unterschätzende Kirchenkrise hindeutet, lesen wir im Vorwort der großen Biographie „Leben des heiligen Philipp Neri“. Dieses Vorwort wurde von Martin Mosebach verfasst und er bescheinigt unserem Heiligen, dass er dem Wort des Apostels Paulus „Seid allen alles!“ beispielhaft entsprochen habe.

Die vorliegende Biographie stammt von aus der Feder von Piero Giacomo Bacci, der selbst Mitglied des Oratoriums war und den heiligen Philipp noch kennenlernen durfte. Er verfasste die erste ausführliche Lebensbeschreibung von ihm, die nun neu von den beiden Herausgebern Markus Dusek und Paul Bernhard Wodrazka mit einer ausführlichen Einleitung versehen in deutscher Sprache durch den EOS-Verlag St. Ottilien verlegt wurde.

Pater Piero Giacomo Bacci hegt die Hoffnung, dass es Gott gefallen möge, „dass die Lektüre dieses Buches dem frommen Leser dieselben reichen geistlichen Früchte“ bringen möge, wie es „das Leben und die Briefe“ des heiligen Philipp Neri „schon verschiedentlich hervorgebracht haben“.

Das Buch mit den ausführlichen Erzählungen des Lebens des heilig Philipp Neri richtet sich nach diesen Worten also zuerst an die „frommen Leser“. Andere werden damit kaum etwas anfangen können, wenn Gott nicht seine Gnade dazu gibt.

In dem Bericht über die Kindheit des 1515 in Florenz geborenen Philipp geht hervor, dass der Junge gute Charaktereigenschaften besaß und ein „äußerst frommer Geist“. Er besuchte oft Kirchen und Klöster, eher er mit achtzehn Jahren einen richtigen Beruf erlernen sollte. Er führte einen „ungewöhnlich frommen Lebensstil“. In Rom studierte er Philosophie und Theologie. Doch bald suchte er nur jene Wissenschaft, die man „allein im Kreuz“ findet. Er unterbricht sein Studium, verkauft seine Bücher und verschenkt den Erlös. Von nun an vertieft er sich ins Gebet und und übt sich in „allerlei körperlicher Abtötung“.

Mit neunundzwanzig Jahren verändert ein Beben in seinem Herzen sein bisheriges Leben. Zunächst gründet er eine Bruderschaft um bald „im Gehorsam“ die Priesterweihe zu empfangen (1551). Von nun an tritt er in noch größerem Eifer für den Glauben ein in Vorträgen, Beicht-hören und der Zelebration der heiligen Messe.

Im Jahre 1575 kommt es zur Gründung der Kongregation des Oratoriums. Philipp verlangte von den Mitgliedern seiner Gemeinschaft, dem Oratorium, dass sie täglich die Messe zelebrierten. Die Vormittage der Sonn- und Feiertage, am Mittwoch und Freitag sollten sie im Beichtstuhl zubringen. Seine Priester sollten selbst „mindestens dreimal wöchentlich zur Beichte“ gehen. Der Biograph berichtet, dass sich Philipp Neris Frömmigkeit sogar auf Menschen übertrug, mit denen er zu tun hatte; er sagte z. B.: „Ich will zu Gott für dich beten und du wirst es spüren“.

Ein Kapitel widmet sich der jungfräulichen Reinheit Philipps. Dies nicht nur in seinen Jugendjahren, auch als Priester, denn „der Teufel versuchte mehrmals seine vollkommene Reinheit zu beflecken“. Auch hierzu hat der Biograph zahlreiche Beispielerzählungen.

Philipp Neri stirbt am 26. Mai 1995 in der Nacht nach dem Fronleichnamstag.

Pater Piero Giacomo Bacci berichtet nun weiter, etwa dass Philipp Neri Ekstasen und Visionen hatte. Sie geschahen nicht immer zu seinem Trost, denn er hatte auch solche, „in denen er böse Geister sah“, die dazu dienten „ihn zu prüfen und andere zu belehren“.

Desweiteren ergänzen unzählige Wunderberichte die Lebensbeschreibung, die sowohl zu Lebzeiten des Heiligen geschahen als auch nach seinem Tod. Er besaß auch die Gabe der Weissagung sowie die der Bilokation (gleichzeitiges Erscheinen bei verschiedenen Personen an verschiedenen Orten).

Philipp Neri war ein gesuchter Beichtvater und Seelenführer. Kardinal Bandini berichtet folgendes: „Sein Ruf als Heiliger war so groß, dass jedermann ihn verehrte und viele glaubten, keinen Fortschritt auf dem Weg des Geistes machen zu können, wenn sie sich nicht unter seine Führung stellten.“ Weiter heißt es im Bericht des Kardinals: „Wer den seligen Philipp kannte und seine Lebensweise gesehen hat, wer das reine und heilige Leben kennt, das er so viele Jahre hindurch geführt hat, kann keinen Zweifel darüber hegen, dass die Gnaden, die unser Herrgott durch ihn zu seinen Lebzeiten und nach seinem Tod gewirkt hat, echte und bedeutende Wunder sind.“

„Das Leben des heiligen Philipp Neri“ ist eine Fundgrube an Anregungen für das eigene geistliche Leben und eine Inspiration für das persönliche Gebet. Könnte denn ein so praktisch veranlagter Heiliger wie Philipp nicht auch über das Gebet schreiben? Er führte in den römischen Familien „das gemeinsame Gebet“ ein. Die Familienväter und -mütter trafen „sich allabendlich mit den Bewohnern des Hauses in ihren Gebetsräumen“ um dort so zu beten, wie es auch im Oratorium geschehe.

Der Biograph berichtet auch von Stoßgebeten, die Philipp empfohlen hatte. Denn er, der selbst viel betete, hielt auch die Gläubigen zu den kurzen Anrufungen an. Einige der Stoßgebete die der heilige Philipp Neri lehrte und zeitlose Gültigkeit besitzen, seinen hier erwähnt:

„O Gott komm mir zu Hilfe, Herr, eile mir zu helfen!“

„Herr, gedenke nicht meiner Sünden!“

„Entzünde in mir das Feuer Deiner Liebe!“

„O mein Jesus, ich wünsche mir, Dich zu lieben!“

„O mein Jesus, ich werde nie lernen, Dich zu lieben, wenn Du mir nicht hilfst!“

„Ich will Dich lieben, o meine Jesus, aber ich finde den Weg nicht!“

„Wenn Du mich willst, o Jesus, beseitige alle Hindernisse!“

Zuerst veröffentlicht inSchweizerisches katholisches Sonntagsblatt 29.9.2019.

 

Pietro Giacomo Bacci
Leben des hl. Philipp Neri
hrsg. von Markus Dusek und Paul Bernhard Wodrazka
Mit einem Vorwort von Martin Mosebach
EOS-Verlag 2019
Zahlreiche Abbildungen mit Stichen von Francesco Donia
706 Seiten; 39,95 Euro
ISBN: 978-3-8306-7936-3

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Hl. Papst Gregor VII. – 25. Mai

(geb. um 1020; gest. 25.5.1085 in Salerno)

Gregor VII. – Was über ihn und seinen Kampf mit dem deutschen König Heinrich IV. von Freunden und Gegnern geschrieben wurde, füllt eine ganze Bibliothek. Die Gründe und Hintergründe dieses Kampfes werden ewig umstritten bleiben, nicht aber die Persönlichkeit des Papstes, dem Gott die schwere Aufgabe zuteilte, die Freiheit der Kirche gegen staatliche Lebensnotwendigkeiten und Machtansprüche abzugrenzen und zu verteidigen. Er ist, äußerlich gesehen, in dem ungleichen Ringen unterlegen, aber noch im Untergang wächst seine Gestalt zu einer heroischen Größe, die auch seine oft mißverstandene kirchenpolitische Haltung aus der Enge persönlichen Ehrgeizes in die Weite geistig-sittlichen Verantwortungsbewußtseins rückt.

Gregor oder Hildebrand, wie er vor seiner Erhebung zum Papst hieß, kam aus dem Volk. Zu Savona in Toskana war er um das Jahr 1020 geboren. Eigentliche Heimat aber wurde ihm Rom, wo er wahrscheinlich im Marienkloster auf dem Aventin lebte und von dem nachmaligen Papst Gregor VI. in den strengen Traditionen der Kirche erzogen wurde. Ob er auch Mönch von Cluny war, ist nicht sicher bezeugt. Wichtiger ist, daß er den Reformideen, die von Cluny ausgingen, mit ganzer Seele anhing und in dem deutschen Papst Leo IX. einen väterlichen Freund fand, der ihm die Erneuerung des römischen Paulusklosters anvertraute. Schon jetzt gewann er tätigen Anteil an der Leitung der Kirche. Mehrmals ging er als Legat des Papstes nach Frankreich und an den deutschen Hof, um im Sinne der Reform zu wirken. Alexander II. machte den eifrigen Anwalt der kirchlichen Interessen zum Archidiakon und Kanzler der römischen Kirche. Solch ein rascher Aufstieg ist selten, aber Hildebrand hatte sich durch Können und Charakter einer noch höheren Würde wert erwiesen: am 22. April 1073 wurde er während der Leichenfeier für seinen Vorgänger durch einmütigen, stürmischen Zuruf von Volk, Klerus und Kardinälen zum Papst gewählt.

Gregor VII., wie er sich in Erinnerung an den Lehrer seiner Jugend nannte, nahm die Wahl nicht leichten Herzens an. Seine Reisen hatten ihm zur Genüge gezeigt, welch gewaltige Arbeit in allen Ländern der Christenheit noch zu leisten war. Niemand konnte höher von der Sendung der Kirche denken als er. Das Reich Gottes unter den sündigen Menschen wiederherzustellen, war das erste Ziel seiner Regierung. Um dieses Ziel zu erreichen, mußte er zwei Grundübel beseitigen: die Käuflichkeit der Kirchenämter und die Sittenverderbnis im Klerus. Beides stand in engem Zusammenhang; denn wer ein Bischofsamt oder die Abtswürde lediglich der Einkünfte und des politischen Einflusses wegen mit Geld erworben hatte, zeigte in der Regel wenig Neigung, ein echt priesterliches Leben zu führen. Vorschriften und Synoden allein genügten nicht, die Schuldigen zu bessern; man mußte das Übel an der Wurzel erfassen und die kirchliche Stellenbesetzung neu regeln. Es gehörte zu den wichtigsten Maßnahmen des neuen Papstes, daß er die Vergabe des kirchlichen Amtes durch einen Laien für unstatthaft erklärte und jede Übertretung mit schweren Kirchenstrafen bedrohte. Ohne es zu wollen, geriet der Papst gerade durch diese für die Genesung der Kirche entscheidenden Dekrete in den Konflikt mit Heinrich IV., der sein ferneres Leben bestimmte.

Der junge deutsche König glich in nichts seinem bedeutenden Vater. Hemmungslos in seinen Leidenschaften, ohne Bedenken in der Wahl seiner Mittel, ohne Achtung vor der päpstlichen Würde und ohne Sinn für die religiöse Mission der Kirche war er bereits von Alexander II. wegen Verschacherung der Kirchenämter gebannt worden. Gregor war geneigt, des Königs Fehler mit seiner Jugend und seinen schlechten Ratgebern zu entschuldigen, unterstützte ihn gegen die siegreichen Sachsen und befreite ihn vom Bann, als Heinrich in seinem Brief Besserung der Mißstände gelobte. Sobald aber Gregor auf mehreren Synoden Ernst machte mit seinem Willen zur Reform und die widerspenstigen Bischöfe kurzerhand absetzte, brach in Deutschland eine offene Revolte aus, und Heinrich IV. machte sich zu ihrem Sachverwalter. Für ihn sprach der Umstand, daß damals die deutschen Bischöfe und Äbte zugleich Reichsfürsten und Inhaber der wichtigsten Kronlehen waren, so daß also der König ihrer Treue unbedingt sicher sein mußte. Deshalb auch sein zähes Festhalten an dem traditionellen Anspruch, erledigte Bischofsstühle nach seinem Gutdünken neu zu besetzen. Hätte er nur würdige und geistlich gesinnte Männer ernannt, wäre es jedoch kaum zwischen ihm und der Kirche zum Bruch gekommen.

Von der Sachsennot befreit und von seinen Räten gegen den Papst aufgestachelt, setzte Heinrich unbekümmert um Gregors Einspruch Bischöfe ein und ab. Als der Papst ihn mehrmals brieflich und durch Gesandtschaften mahnte, erhielt er ein Schreiben des Reichstags zu Worms „An den Bruder Hildebrand“, in welchem die Bischöfe ihm den Gehorsam aufkündigten und der König ihm zurief: „Steig herab von deinem Sitz, befehle ich dir.“ Das war die offene Kampfansage, und Gregor konnte darauf nicht anders antworten als mit der Absetzung und Bannung des Königs. Während aber Heinrich in maßlosem Haß den Papst öffentlich beschimpfen läßt, bleibt Gregor der Priester, dem es nur auf das klare Recht der Kirche, ihre Freiheit von staatlicher Bevormundung und auf die unbehinderte Entfaltung ihrer religiösen Sendung ankommt. Er ist jederzeit bereit zu verzeihen, wenn der König ehrlich einen Ausgleich der kirchlichen und staatlichen Interessen herbeizuführen sucht. Tatsächlich spricht Heinrich, von seinen Fürsten verlassen und der Liebe des Volkes beraubt, in Canossa vor dem Papst das Schuldbekenntnis und wird des Bannes enthoben. Da aber dieser Schritt nur aus äußerem Zwang geschieht, um Reich und Krone zu retten, kann der Friede nicht von Bestand sein.

In der Folgezeit erlebt Gregor eine Enttäuschung nach der anderen. Die deutschen Fürsten haben Rudolf von Schwaben zum König gewählt. Diesem fehlt es nicht an Gründen, den Papst zu bestürmen, den wankelmütigen und arglistigen Heinrich endlich fallen zu lassen. Daß Gregor trotzdem drei Jahre zögert, über Heinrich den Stab zu brechen, ist ein untrüglicher Beweis für seinen Gerechtigkeitswillen. Seit er dem König zu Canossa mit eigener Hand den Leib des Herrn gereicht hat, bringt er es kaum über sich, ihn erneut zu bannen und abzusetzen. Als es schließlich doch geschieht, führt Heinrich sofort den Gegenschlag: er stellt mit den ihm ergebenen Bischöfen zu Brixen einen Gegenpapst auf und zieht mit Heeresmacht gegen Rom. Nachdem er Rudolf von Schwaben vernichtet hat, will er sich auch des lästigen Mahners auf dem Stuhl des heiligen Petrus entledigen. Nach langer Belagerung fällt die Stadt in seine Hand. Gregor rettet sich in die Engelsburg und muß die Normannen aus Unteritalien zu Hilfe rufen, um befreit zu werden. So entsetzlich aber sind die Greuel dieser Straßenkämpfe, daß nun auch die Römer sich gegen den Papst empören. Im Gefolge der Normannen verläßt Gregor die Petrusstadt.

Unbeachtet und von allen Freunden verlassen, ist er am 25. Mai 1085 in Salerno gestorben, bis zum letzten Augenblick überzeugt vom Recht und von der Notwendigkeit seines Kampfes. Er hätte sich durch ein willfähriges Wort von allen Leiden und Verfolgungen retten können, aber er hat lieber Verbannung und frühen Tod ertragen als wider sein Gewissen zu handeln. Mag auch das Wort, das man dem Dulder in den Mund legt, historisch nicht erwiesen sein, es spiegelt doch wie kein anderes die sittliche Größe dieses Mannes wider: „Ich habe die Gerechtigkeit geliebt und das Unrecht gehaßt, deshalb sterbe ich in der Verbannung.“ Auch im Tode kehrte der große Papst nicht nach Rom zurück. Das ferne Salerno hütet sein Grab.

(P. Marc Brüllingen FSSP)

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Bruder Konrad, Kapuziner – 21. April

Der hl. Bruder Konrad wurde 1818 als elftes von zwölf Kindern in Parzham (Diözese Passau) geboren. Erst mit 31 Jahren konnte der fromme Landwirt in den Orden der Kapuziner eintreten. 41 Jahre war er Pförtner des St. Anna-Klosters in Altötting. Stets war er für die Armen und Ratsuchenden dar. Sein Gebets- und Bußeifer war heroisch. Im Mittelpunkt seines Lebens stand die hl. Messe und die Anbetung in der Gnadenkapelle. Nachgesagt wird ihm die Herzensschau. Er galt schon zu Lebzeiten beim Volk als Heiliger. 1934 wurde er in Rom, unter großer bayerischer Beteiligung, heiliggesprochen.

Die 11 Vorsätze des heiligen Bruder Konrad.
Verfasst am Ende seines Noviziates (1852)
im Kapuzinerkloster Laufen an der Salzach:

Erstens: Will ich es mir recht angewöhnen, mich allezeit in die Gegenwart Gottes zu stellen und mich öfters fragen, würde ich dieses oder jenes tun, wenn mich mein Beichtvater oder mein Oberer sähe, um wie viel mehr in der Gegenwart Gottes und meines Schutzengels.

Zweitens: Will ich mich recht oft fragen, wenn Kreuz und Leid kommen: Konrad, wozu bist du da?

Drittens: Will ich das Ausgehen aus dem Kloster meiden, so viel ich kann, wenn nicht aus Liebe zum Nächsten oder im Gehorsam oder der Gesundheit wegen oder wegen Wallfahrten oder so in einer guten Absicht.

Viertens: Will ich mich recht bestreben, die Bruderliebe in mir und anderen zu bewahren. Da will ich mich recht hüten, dass ich nie ein Wort rede, das wider die Liebe wäre. Die Fehler, Mängel und Schwachheiten (der anderen) will ich recht geduldig ertragen und will es, soviel es sein kann, mit dem Mantel der Liebe zudecken, wenn es anders nicht Pflicht ist, demjenigen es zu entdecken, der es abstellen kann.“

Fünftens: Will ich das Stillschweigen genau beobachten, soviel es nur immer sein kann. Im Reden will ich immer sehr sparsam sein und mich hierin vor vielen Fehlern bewahren, um mit Gott desto besser reden zu können.

Sechstens: Bei Tisch will ich mich immer, soviel es sein kann, in die Gegenwart Gottes stellen und mich immer recht eingezogen verhalten und diejenigen Speisen mir versagen, wo ich am meisten Lust hätte, und mich besonders in jenen Abtötungen üben, die am wenigsten gemerkt werden. Und das Essen außer der Tischzeit will ich immer meiden, ausgenommen es befiehlt es der heilige Gehorsam.

Siebtens: In den Chor will ich immer gleich gehen, sobald mich das Glöckchen ruft, wenn ich anders nicht gehindert bin.

Achtens: Will ich den Umgang mit dem anderen Geschlechte, soviel ich kann, vermeiden, ausgenommen, wenn der Gehorsam ein Amt auferlegt, wo ich mit ihnen umgehen muss. Da will ich aber recht ernst sein und meine Augen recht im Zaume halten.

Neuntens: Dem Gehorsam will ich immer genau und pünktlich nachkommen und besonders will ich mir alle mögliche Mühe geben, in allen Sachen meinen eigenen Willen zu bekämpfen suchen.

Zehntens: Will ich mich recht bestreben, auch Kleinigkeiten recht zu beobachten, auch jede freiwillige Unvollkommenheit so viel (als möglich) zu verabscheuen. An die heilige Regel will ich mich immer fest halten und niemals auch (nur) fingerbreit davon abweichen, mag kommen, was will.

Elftens: Will ich immer mich bestreben, eine innige Andacht zu Maria, der seligsten Jungfrau (zu haben) und mich recht bestreben, ihren Tugenden nachzufolgen.

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Der heilige Benedikt – 21. März

Die ersten und letzten Worte meiner Regel lauten:
Höre … und du wirst hinkommen.“

Um das Lebensziel zu erreichen, ist also das Hören unabdingbar. Ein bewusstes Hinhorchen, mit dem Ohr des Herzens. In erster Linie auf Christus, der uns täglich aufruft:
Heute, wenn ihr seine Stimme hört, verhärtet eure Herzen nicht.

Die Weiterführung des Hörens ist der Gehorsam, der uns aus Selbsttäuschung befreit und uns bewahrt vor Borniertheit und Eigensinn. Mir ist ein Anliegen, dass die Brüder nicht nur mir als Abt gehorchen, sondern dass ich in allen wichtigen Dingen ihren Rat einhole, gerade auch den Rat der Jüngeren.

Besonders den Ehepaaren und Familien ans Herz legen möchte ich den gegenseitigen Gehorsam.

Auf diesem Weg des Gehorsams werden sie zu Gott gelangen.

(Pater Bruno Rieder OSB im Gespräch mit dem hl. Benedikt;
in: „Gehorsambefreit aus Selbsttäuschung“;
Die Tagespost 19.3.2020)

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Heiliger Josef – 19. März

Sei gegrüßt, Heiliger Josef.
Dich verehre ich voll kindlichem Vertrauen,
der du all deine Gedanken und Sorgen dahin gerichtet hast,
Jesus und Maria zu ernähren und zu beschützen
und das Hauswesen aufs beste zu führen.
Keine Arbeit und Mühe hast du gescheut,
deine Kraft Tag und Nacht für Jesus und Maria einzusetzen.
Daher bitte ich dich, Heiliger Josef,
wende mir dein väterliches Herz zu
und komm mir in meinem Anliegen zu Hilfe.
Erhöre mein Flehen
und lass mich deiner Fürsprache teilhaftig werden,
soweit der Wille Gottes darin erfüllt wird,
dem ich mich vorbehaltlos unterwerfe.
Amen.

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Gregor der Große – sein Eifer in Reformierung von Klerus und Volk – 12. März

Brennenden Eifer entwickelte der Papst in Reformierung von Klerus und Volk. Infolge der verheerenden Völkerwanderungen und der Glaubens-Streitigkeiten war ein arger Verfall des religiösen und sittlichen Lebens eingetreten. Soll eine wirkliche Reform zustande kommen, ist ein pflichttreuer und sittenreiner Klerus erste Bedingung. Denn „der Ruin des Volkes“, betont Gregor, „rührt von den schlechten Dienern des Heiligtums her.“ Daher war es des Papstes unablässiges Bemühen, durch Verordnungen wie durch belehrende Schriften seeleneifrige Bischöfe, fromme Priester und musterhafte Ordensleute heranzubilden. Er entsetzte die Kleriker, welche sich durch Kauf (Simonie) in den Besitz kirchlicher Würden gesetzt hatten oder durch unsittliches Leben den Gläubigen zum Ärgernis gereichten. Weil würdige Feier des Gottesdienstes ein vorzügliches Mittel ist, die Religion und Sittlichkeit des Volkes zu fördern, so ordnete er das Missale (Messbuch) und veranstaltete eine Neuausgabe desselben, auch stellte er das Buch (Rituale) zusammen, welches die Gebete und Zeremonien bei Spendung der Sakramente enthält. Sodann regelte er den Kirchgesang (Choral), welcher nach ihm der gregorianische genannt wird, und dichtete selbst mehrere kirchliche Hymnen. Er richtete eine Sängerschule ein und bestimmte für sie hinreichende Einkünfte. Schon als Mönch und Abt hatte er die Knaben im Gesang unterrichtet.

Das christliche Leben suchte der seeleneifrige Papst zu heben durch zahlreiche belehrende und ermunternde Predigten, die er an die Gläubigen richtete, wie durch salbungsvolle Schriften, die er der Nachwelt hinterließ. Durch sein Beispiel bekräftigte er die Vorschriften, die er diesbezüglich dem Klerus gab, so daß dieser umso bereitwilliger sich dem religiösen Unterricht des Volkes widmete.

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Heiliger Faustinus – 15. Februar

Heute feiert die Kirche das Gedächtnis der heiligen Martyrer Faustinus und Jovita.

Die Brüder Faustin und Jovita waren vornehme Männer aus Brescia. In der Verfolgung Trajans wurden sie gefesselt durch viele Städte Italiens geschleppt und mußten die grausamsten Martern erdulden; aber sie blieben standhaft im Bekenntnis des christlichen Glaubens. Zuerst wurden sie in Brescia lange Zeit in Ketten gelegt, wurden den wilden Tieren vorgeworfen und dem Feuer übergeben; doch die wilden Tiere und ebenso das Feuer ließen sie unversehrt und unverletzt. Von da wurden sie in Ketten gefesselt nach Mailand gebracht. Auch da wurde ihr Glaube durch die ausgesuchtesten Qualen so wie das Gold im Feuer geprüft; aber er glänzte in den Qualen nur um so heller. Dann wurden sie nach Rom gebracht. Dort wurden sie vom Papst Evaristus ermuntert, aber auch hier wiederum grausam gequält. Schließlich brachte man sie nach Neapel. Auch da mußten sie mannigfache Qualen erdulden und wurden schließlich, an Händen und Füßen gebunden, ins Meer versenkt. Durch Engel aber wurden sie wunderbar wieder gerettet. Durch ihre Standhaftigkeit im Leiden sowie durch ihre Wundermacht bekehrten sich viele zum christlichen Glauben. Zuletzt wurden sie nach Brescia zurückgebracht und dort mit dem Beile enthauptet (um 120). Es war zu Beginn der Regierungszeit des Kaisers Hadrian. So empfingen sie die herrliche Marterkrone.
Kirchengebet

Gott, Du erfreuest uns alljährlich
durch das Fest Deiner hl. Martyrer Faustinus und Jovita;
so gewähre denn gnädig, daß wir durch das Beispiel
jener entflammt werden, über deren Verdienste wir uns freuen.
Durch unsern Herrn.

Heilige Faustinus und Jovita

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