In wenigen Tagen erscheint das Buch des Jahres in deutscher Sprache.

Der Diktator Papst

Die Brisanz des Buch ist dem Klappentext zu entnehmen:

„Könnte Papst Franziskus der tyrannischste und skrupelloseste Papst der Neuzeit sein?

Dies meint zumindest der Kirchenhistoriker Marcantonio Colonna in seinem kontrovers diskutierten, aber sorgfältig recherchierten neuen Buch ‚Der Diktatorpapst‘.

Hinter der Maske des bescheidenen, volksnahen Mannes verbirgt sich ein Papst, der sich seiner eigenen Macht bewusst ist. Indem er sich mit den fragwürdigsten Elementen im Vatikan verbündet, herrscht Franziskus durch Angst. Er versucht die ewige katholische Lehre, gegen jeden Widerstand, zu verändern.

Colonna hat seine weitreichenden Kontakte im Vatikan vollumfänglich genutzt, um eine provokante und aufschlussreiche Darstellung der wahren Beweggründe von Papst Franziskus vorzulegen.

Der Diktatorpapst ist eine unentbehrliche Lektüre, um eine der rätselhaftesten und gefährlichsten Gestalten zu verstehen, die je den Stuhl Petri besetzte.“

 

Marcantonio Colonna / Henry Sire
Der Diktator Papst
ISBN 978-3956211348

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„Wer so etwas tut, hat den Tod verdient“ – Eine Buchempfehlung.

Wilhelm von Saint-Thierry – Kommentar zum Römerbrief
(Übersetzung und Kommentar von Klaus Berger & Christiane Nord)

Der ehemalige Heidelberger Exeget Klaus Berger nennt Wilhelm von Saint-Thierry’s Römer-Kommentar das umfangreichste und theologisch wichtigste Zeugnis der Paulus-Exegese des Mittelalters. Dabei sei Wilhelms „Methode nicht philologisch im Sinne der Exegese“; dafür aber „durchgehend meditativ“, also verwand mit dem Gebet. Somit ist diese Schrift des Abtes Wilhelm ausgesprochen nahe am wirklichen Leben angesiedelt.

Der spätere Abt der Benediktinerabtei Saint-Thierry (1075/1080-1148) lernte als Mönch der Benediktinerabtei Saint-Nicaise, in der er Mönch wurde, bei einem Aufenthalt in Clairvaux, wohin er sich zur Genesung nach einer Krankheit zurückzog, Abt Bernhard kennen, mit dem er geistlichen Gesprächen führte. Beide verband eine tiefe geistliche Freundschaft. Wilhelm regte Bernhard zur Abfassung der Apologia an, in der Bernhard die zisterziensischen Reformen gegenüber Cluny verteidigt und Missstände in Cluny anprangert. Die Apologia Bernhards, mit der er eine monastische Reform innerhalb der Cluniazensischen Kongregation (zu der auch St. Thierry gehörte) fördern wollte, ist Wilhelm, dem Abt von Saint-Thierry, gewidmet. Nach seiner Rückkehr nach Saint-Thierry bat Wilhelm den Zisterzienserabt Bernhard, ihm einen Übertritt nach Clairvaux zu ermöglichen. Doch Bernhard lehnte ab und ermahnte Wilhelm, er müsse seine Aufgaben als Abt von Saint-Thierry erfüllen. Erst im vorgerückten Alter (Wilhelm war etwa 60 Jahre) erlaubte ihm 1135 der Erzbischof von Reims, als Abt von Saint-Thierry zu resignieren und sich als einfacher Zisterziensermönch in die Zisterzienserabtei Signy in den französischen Ardennen zurückzuziehen. Wilhelm von Saint-Thierry starb 1148 in Signy, wo er auch begraben wurde. Er wird im Zisterzienserorden als Seliger verehrt.

Neben dem hier vorgestellten „Kommentar zum Römerbrief“ sei auf ein anderes wichtige Werk Wilhelms hingewiesen. Dabei handelt es sich um eine „Synthese des Denkens“ (Benedikt XVI.) Wilhelms von Saint-Thierry’s. Im Stile eines langen Briefes, – „Epistula aurea“ (Goldener Brief) – den er, ergriffen von einem vorangegangenen Besuch in deren Kloster, an die Kartäuser von Mont-Dieu schreibt, erläutert er den Weg des geistlichen Lebens, in dem er ihnen Ermutigung und Trost zuspricht.

Die oben ausgesprochene Behauptung, die Schrift des Abtes Wilhelm sei nahe am wirklichen Leben angesiedelt, soll an einem kurzen Beispiel gezeigt werden.

Es war vor zwei Jahren (man könnte heute aber auch andere Beispiele anfügen): Erzbischof Arrigo Miglio von Cagliari auf Sardinien verbietet einem Priester seiner Erzdiözese, Massimliano Pusceddu, zu predigen und jede damit zusammen hängende öffentliche Stellungnahme.

Was war geschehen? Don Massimliano Pusceddu hatte sich schuldig gemacht, in einer Predigt im Zusammenhang mit der vom Italienischen Parlament genehmigten „Homo-Ehe“ den Apostel Paulus zu zitieren. Dabei ging es dem Priester bei seiner Predigt alleine um die Bedeutung und die Schönheit der Familie. Dieser würde durch die Legalisierung der „Homo-Ehe“ Schaden zugefügt. Um dies zu untermauern zitierte er, damit die Widernatürlichkeit der Homosexualität aufgezeigt würde, den Apostel Paulus mit einem Wort aus dem Römerbrief: „Wer so etwas tut hat den Tod verdient“ (Röm 1, 32). Diese klare Ansage war dem vorgesetzten Erzbischof zu viel. Einvernehmlich mit den Angriffen der Medien (auch der deutschen), und dem Denken von Papst Franziskus und weiten Teilen der Kirche, also dem Mainstream, entband er den Priester von seinem Auftrag zu predigen und entzog ihm damit die Zuständigkeit für die Auslegung von Gottes Wort.

Dabei sprach der Priester aus Sardinien lediglich apostolische Worte aus, die schon Wilhelm von Thierry ganz im Sinne der Lehre der Kirche deutete.

Wilhelm von Saint-Thierry schreibt:

[Der Apostel (Paulus) in Röm 1,32]:

WER SO ETWAS TUT, HAT DEN TOD VERDIENT.

Wer es tut, sagt er, nicht: wer es getan hat. Denn wer es getan hat, aber damit aufhört und Buße tut, hat das Leben verdient. Es ist auffällig, dass die Hochmütigen in der ersten und der zweiten Phase derart bestraft werden, dass sie, wenn sie es bemerken würden, schon keinen Grund zum Hochmut mehr hätten. In der dritten Phase sind sie dann jedoch derart mit Dummheit geschlagen, dass sie umso hochmütiger werden, je weniger Grund zum Hochmut sie haben. Denn Dummheit und Hochmut sind unzertrennliche Schwestern [sorores individuae] – allerdings ist Dummheit leichter erträglich, wenn sie ohne Hochmut daher kommt. Hochmut aber gibt es niemals ohne Dummheit.

OBWOHL SIE EINE AHNUNG VON GOTTES GERECHTHEIT HATTEN, BEGRIFFEN SIE NICHT, DASS DIE, DIE SO ETWAS TUN, DEN TOD VERDIENT HABEN.

Sie hatten Zwar Augen, also konnten sie sehen. Aber das Licht ging ihnen nicht auf, daher begriffen sie nicht. Sie besaßen von Gott her einen natürlichen Verstand, aber weil sie sich so viel darauf einbildeten, dachten sie nicht daran, um die Hilfe der Gnade zu bitten. Deshalb konnten sie nicht einsehen, was sie unbedingt hätten einsehen müssen.

NICHT NUR DIE, DIE SO ETWAS TUN, SONDERN AUCH DIE, DIE ES BILLIGEN.

Wenn man das Tun eines Sünders billigt, heißt das, dass man über den Beweggrund für die Sünde genauso denkt wie er. Billigen heißt aber auch, die Sünde zu begünstigen, indem man schweigt, obwohl man doch dem anderen seine Schuld vor Augen führen könnte.

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Wilhelm von Saint-Thierry
Kommentar zum Römerbrief
(Übersetzung und Kommentar von Klaus Berger & Christiane Nord)
Patrimonium-Verlag 2012
ISBN: 978-3864170072
244 Seiten – 27,00 €

 

 

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Der Starez

>>Ein Starez ist ein erfahrener, auch strenger asketischer Führer, ein im geistlichen Kampf erprobter Mönch und Asket, der über die geistliche Weisheit und die von Gott gegebene Kraft verfügt, andere Menschen durch seine Gebete und Ratschläge auf den rechten Wege zu führen. Die Menschen sollen nicht, wie es heute oft gewünscht wird, Wundertätigkeit oder geistliches „Erfahren“ suchen. Vielmehr sollen Christen den „Weg der Reinigung von den Leidenschaften“ gehen und durchschreiten.<<

Lesen Sie die Rezension des Buches bei CNA

Alexander und Zinoviy Chesnokov, Bonifaz Tittel (Hrsg.)
Der Kampf um ein heiliges Leben.
Lehre und Wirken der Starzen in der Sowjetzeit
Verlag der Ideen 2015
280 Seiten; 19,90 Euro
ISBN: 978-3942006170

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„Der Fall Pacelli“ – Ein Roman und sein Autor

Ingo Langner ist ein über Deutschland hinaus bekannter katholischer Journalist, der neben dem Schreiben über viele Jahrzehnte Fernsehfilme und Dokumentationen für deutsche Fernsehanstalten produzierte. Unter ihnen finden sich „Der Petersdom. Das Wunder von Rom“, „Manoppello. Das wahre Gesicht Christi?“ und „Benedikt XVI.“ Heute schreibt er unter anderem für „Die Tagespost“, und das Magazin „Cicero“. Auch ein neues Buch ist wieder in Arbeit.

Langner war einer der frühen Kritiker von Rolf Hochhuths „Der Stellvertreter“. In diesem Theaterstück behauptet Hochhuth, Papst Pius XII. sei verantwortlich für die Ermordung unzähliger Juden durch die Nazis gewesen. Obgleich heute die wahren Fakten auf dem Tisch liegen, wird immer wieder und gebetsmühlenartig die Unwahrheit behauptet. Verantwortlich sind die Medien und jene, die diese geschickt nutzen, um „ihre Wahrheit“ in die Köpfe der Menschen zu transportieren. Die Menschen nehmen dasjenige „für wahr“ an, das ihnen immer wieder als wahr eingetrichtert wird, solange, bis eine Mehrheit davon überzeugt ist. Dies nennen wir heute den Mainstream.

Ingo Langner hat mit dem literarischen Mittel des Kriminalromans versucht, den „Fall Pacelli“ von einer anderen Seite her anzugehen. Unter dem Pseudonym Julius Wintermanthel erschien 2012 sein Roman „Die schwarze Legende“. Inzwischen hat der Bernardus-Verlag Langners Auseinandersetzung mit Hochhuths ‚Stellvertreter‘ mit dem Titel „Der Fall Pacelli“ herausgegeben. Das 228 Seite starke Taschenbuch sei nicht nur dem Krimifans zum Lesen empfohlen.

Ingo Langner beantwortet einige Fragen zu seinem Buch.

Herr Langner, Sie haben sich in Ihrem Leben als Journalist seit Jahrzehnten mehrfach mit Papst Pius XII. beschäftigt. Stets sind Sie Rolf Hochhuths „Stellvertreter“ entgegengetreten, wo dieser behauptet, Eugenio Pacelli sei als Papst für die Ermordung von Juden verantwortlich zu machen. Können Sie kurz skizzieren, warum und wie Sie sich des Themas angenommen haben?

Langner:
Wer sich ohne ideologische Scheuklappen und jenseits von Verschwörungstheorien mit dem „Fall Pacelli“ beschäftigt, wird schnell merken, daß Hochhuth eine schwarze Legende in die Welt gesetzt hat. Inspiriert worden ist er vermutlich direkt oder indirekt von einem leicht zu durchschauenden politischen Manöver aus dem sowjetischen Politbüro in Moskau. Nicht von ungefähr ist sein Drama ja auch von dem Regisseur Erwin Piscator, einem lebenslang bekennenden Kommunisten, uraufgeführt worden. Ich habe mich mehrfach mit der Causa beschäftigt. Sehr ausführlich, als ich für Papst Benedikt XVI. und Kardinal Walter Brandmüller 2009 die Berliner Station der Pius XII.-Ausstellung im Schloß Charlottenburg produzieren durfte. Gerne hätte ich darüber auch eine große TV-Dokumentation gemacht. Doch für die historische Wahrheit habe ich keine deutsche Fernsehanstalt gewinnen können. Auch darum ist das Thema zu dem Kriminalroman „Der Fall Pacelli“ geworden.

Welche Quellen konnten Sie finden, zu welchen Dokumenten hatten sie Zugriff?

Langner:
Meine Hauptquellen sind die einschlägigen Dokumente des Vatikans, Bücher zum Thema von Thomas Brechenmacher, der sich als Historiker intensiv mit diversen Aspekten der Causa befaßt hat, das Piscator-Archiv in Berlin und verdeckte Recherchen Hochhuth-Archiv, das mir selbst naturgemäß nicht offen stand.

Warum kommen Sie jetzt mit einem Kriminalroman mit dem reißerischen Titel „Der Fall Pacelli“ an die Öffentlichkeit? Wäre nicht ein „seriöses“ Buch sinnvoller für die gute Sache?

Langner:
Ist der Titel reißerisch? Seriöse Sachbücher zu dem Thema gibt es vermutlich ein Dutzend. Keines davon hat den journalistischen „Mainstream“ dazu gebracht, Hochhuths schwarze Legende auf den Müll zu werfen. Im Gegenteil: obwohl 80 Prozent der Presse über unsere Berliner Ausstellung geschrieben haben, daß Papst Pius XII. zum Völkermord an den europäischen Juden nicht geschwiegen habe, stand beim nächsten runden Hochhuth-Geburtstag wieder derselbe alte Unsinn in den Zeitungen. Nun habe ich es mit einem Krimi versucht. Vielleicht hilft er der Wahrheit auf die Sprünge.

Befürchten Sie nicht, dass mit Ihrem Roman noch mehr Zweifel an der Integrität Pius XII. entstehen könnte? Wie soll der unbedarfte Leser Wahrheit von Fiktion unterscheiden können?

Langner:
Ich fürchte mich nur davor, nicht in den Himmel zu kommen. Und um es klar zu sagen: mein Kriminalroman ist keine lexikalischer Eintrag.

Kann es sein, dass Sie in Ihrem Kriminalroman autobiografische Szenen eingebaut haben? Wenn ja, warum das?

Langner:
Alle Personen in meinen Roman sind frei erfunden. Ähnlichkeiten mit der wirklichen Wirklichkeit müssen die Leser sich selbst erschließen.

Erwarten Sie noch in diesen Zeiten der häufigeren Selig- und Heiligsprechungen von Päpsten – oder irgendwann – auch jene des Pacelli-Papstes?

Langner:
Die Akte Pacelli lag fertig schon Papst Benedikt XVI. auf dem Tisch. Alles, was zur Seligsprechung von Eugenio Pacelli/Pius XII. noch fehlt, ist die Unterschrift des Papstes. Das wäre nach dem Amtsverzicht von Benedikt XVI. jetzt also Papst Franziskus. Am 5. November 2005 stand auf kath.net „Das Gebet für die Seligsprechung Papst Pius XII.“ Darin heißt es zu Schluß: „Deshalb beten wir zu Dir, wenn es für deine größere Glorie und für das Wohl unserer Seelen ist, Deinen Diener, Papst Pius XII, zu verherrlichen.“ Ich habe mir den Gebetstext damals ausgeruckt und bete ihn seitdem jeden Abend. Mehr kann ich in der Sache nicht tun.

Erstveröffentlicht CNAdeutsch

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Ingo Langner
Der Fall Pacelli. Ein Roman
Bernardus Verlag
228 Seiten; 14,80 Euro
ISBN-13: 978-3810702838

 

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Heilige des Alltags – Buchempfehlung

Eine Reise in die Geschichte der orthodoxen Kirche im sowjetischen Russland

Wer die „Heiligen des Alltags“ seien, beschrieb Papst Franziskus am 4. Dezember 2014 so: „Denken wir an so viele einsame alte Menschen, die beten und geben. Denken wir an so viele Mütter und Väter, die mit so viel Mühe ihre Familie voranbringen, die Erziehung der Kinder, die tägliche Arbeit, die Probleme, aber immer mit der Hoffnung auf Jesus; sie spreizen sich nicht wie ein Pfau, sondern tun, was sie können.“

Das uns hier vorliegende Buch „Heilige des Alltags“ wurde von dem russischen-orthodoxen Bischof Tichon Schewkunow verfasst und ist, folgt man der Information des EOS-Verlages, in dem die deutsche Ausgabe des mit ca. 560 Seiten sehr umfangreichen Buches erschienen ist, über eine Million Mal verkauft worden und gilt als „Klassiker der neueren spirituellen Literatur“.

Dieses Buch, das streng genommen von einem schismatischen (vom Papst getrennten) Bischof geschrieben wurde und von einer schismatischen (von Rom getrennten) Kirche handelt, ist dennoch auch für Katholiken lesbar, sogar zu empfehlen.

Tichon Schewkunow, der Autor, trat 1982 in das Höhlenkloster Petschory ein. 1995 wurde er Abt des Klosters Sretensky und 2015 zum Bischof von Jegorjewsk geweiht. In diesem Buch geht er nicht auf die Abspaltung seiner Kirche ein und verbreitet auch keinerlei Ketzereien. Vielmehr hat er ein sehr gut lesbares und lesenswertes Buch geschrieben, das sicher all jenen empfohlen sei, die ihren Glauben in der heutigen Zeit noch nicht ganz verloren haben.

Das mit vielen schwarz-weißen Abbildungen ausgestattete Buch ist kurzweilig geschrieben. Der Leser wird mitgenommen auf eine Reise in die Geschichte der orthodoxen Kirche im sowjetischen Russland. Es wird von Menschen berichtet, die einmal wichtige Personen der Zeitgeschichte werden würden. Ebenso wird von einfachen Gläubige erzählt und darüber, wie der Glaube in der kirchenfeindlichen Gesellschaft der Sowjetunion überleben konnte. Stets spürt der Leser, dass er ein erbauliches, spirituelles Buch vor sich hat.

Der russisch-orthodoxe Bischof Tichon Schewkunow, der als Georgij Alexandrowitsch Schewkunow Student der staatlichen Filmhochschule war, berichtet autobiografisch von seinem Weg in die Kirche. Heute ist er Beichtvater von Wladimir Putin. Aber nicht nur von sich schreibt er. Als er als junger Mann, in der Endphase der Sowjetzeit zum Glauben gefunden hatte und in das Höhlenklosters von Petschory an der russisch-estnischen Grenze eingetreten war, begegnete er einer ganz anderen Welt. Und er begegnete ganz anderen Menschen als bisher in seinem Leben. So beinhaltet das Buch eine Reihe von Geschichten und Anekdoten aus dem Leben verschiedenster Mönche. Das Buch bietet wunderbare Einblicke in die russische Volksfrömmigkeit und in das Geistesleben der russisch-orthodoxen Kirche. Manchmal wird die Liturgie ein wenig erläutert, wie auch der Katechismus der orthodoxen Kirche.

Bischof Tichon Schewkunow schreibt in seinem Vorwort. „Es war nicht nötig, sich etwas auszudenken. Alles, wovon Sie hier lesen werden, ist wirklich passiert. Und viele der Personen, von denen hier berichtet wird, leben noch heute.“ Es ist also ein wahres Buch, das die Wahrheit berichtet, besonders aus der Zeit der zu Ende gehenden Sowjetunion und dem wiederaufstreben des russisch-orthodoxen Glaubenslebens in Russland. Im Vorwort heißt es:

„Einmal, als wir noch ganz junge Novizen des Höhlenklosters von Pskowo-Petscherskij waren, liefen wir an einem warmen Septemberabend über Gänge und Galerien, kletterten auf die alten Klostermauern und ließen uns hoch über dem Garten und den Feldern gemütlich nieder. Beim Plaudern erzählte dort jeder, wie er dazu gekommen war, ins Kloster zu gehen. Und je länger wir einander zuhörten, desto mehr staunten wir.

Es war das Jahr 1984. Wir waren zu fünft. Vier von uns waren in nicht-religiösen Familien aufgewachsen und sogar beim fünften, dem Sohn eines Priesters, unterschieden sich die Vorstellungen über Menschen, die ins Kloster gehen, nur wenig von denen anderer Sowjetbürger. Noch ein Jahr zuvor waren wir alle davon überzeugt gewesen, dass in unserer Zeit entweder Fanatiker ins Kloster eintreten oder Menschen, die im Leben absolut nicht zurechtkommen. Ach ja! Und außerdem noch Opfer unglücklicher Liebe.

Doch wenn wir uns so betrachteten, sahen wir etwas völlig anderes. Der Jüngste von uns war gerade mal achtzehn Jahre alt, der Älteste sechsundzwanzig. Wir waren alle gesunde, kräftige, gutaussehende junge Männer. Einer hatte sein Mathematikstudium glänzend abgeschlossen, ein anderer war trotz seiner jungen Jahre ein in Leningrad bekannter Maler. Ein weiterer hatte den größten Teil seines Lebens in New York verbracht, wo sein Vater arbeitete, und war nach Beendigung seines dritten Studienjahres ins Kloster eingetreten. Der Jüngste, der Priestersohn, war ein talentierter Holzschnitzer, der gerade seine Ausbildung an einer Kunstschule abgeschlossen hatte. Auch ich hatte kurz zuvor mein Studium als Drehbuchautor am Staatlichen Institut für Kinematografie (VGIK) beendet. Alles in einem winkte uns damals eine äußerst beneidenswerte weltliche Karriere.

Warum waren wir also ins Kloster gegangen und wünschten uns von ganzem Herzen dort zu bleiben? Die Antwort auf diese Frage kannten wir gut: Weil sich jedem von uns eine wunderschöne, mit nichts Anderem vergleichbare Welt aufgetan hatte. Und diese Welt erwies sich als unendlich viel anziehender als jene, in der wir bis dahin unsere wenigen und auf ihre Weise auch sehr glücklichen Jahre verbracht hatten.

Von dieser wunderbaren Welt, in der man nach völlig anderen Gesetzen lebt als im gewöhnlichen Leben, von dieser unendlich hellen Welt voller Liebe und freudiger Entdeckungen, voller Hoffnung und Glück, voller Erfahrungen, Siege und lehrhafter Niederlagen, von einer Welt, die – und das ist das Wichtigste – von der machtvollen Anwesenheit und Hilfe Gottes erfüllt ist, will ich in diesem Buch erzählen.“

Erstberöffentlicht bei CNAdeutsch

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Tichon Schewkunow
Heilige des Alltags
EOS Verlag
560 Seiten mit zahlreiche Abbildungen
Preis: 19,95 Euro

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Nur in Christus wird das Antlitz des Menschen gerettet!

Buchempfehlung

Nikolai A. Berdiajew
Im Herzen die Freiheit von Nikolai A. Berdiajew
Das Bürgertum zwischen Sinnsuche und Selbstgeißelung

Die Fundamente des Lebens sind ins Schwanken geraten.“ Handelt es sich dabei „um eine Krise der außer- und antichristlichen Welt“ oder um eine „Krise des Christentums“ selbst? Diese ganz aktuell erscheinenden Begriffe wurden bereits in der Mitte des vergangenen Jahrhunderts notiert, als Nikolai A. Berdiajew in Luzern sein Buch „Von der Würde des Christentums und der Unwürde des Christen“ veröffentlichte. Sein Buch ist nun als schmales Bändchen im Verlag Renovamen neu erschienen; es trägt jetzt den Titel „Im Herzen die Freiheit. Das Bürgertum zwischen Sinnsuche und Selbstgeißelung“.

Nikolai A. Berdiajew, einst Marxist, der sich bekehrte und russisch-orthodoxer Christ wurde, kam in der Zwischenkriegszeit nach seiner Ausweisung aus dem sowjetischen Mutter-Staat nach Berlin. Unter den Nazis konnte ein Philosoph mit seiner Auffassung nicht veröffentlichen. So ging er zum zweiten Mal ins Exil, diesmal nach Paris.

Das Buch Berdiajews besteht aus drei Kapiteln. Er befasst sich gemäß dem Buchtitel der Erstveröffentlichung mit der Würde des Christentums und den darin sich bewegenden unwürdigen Christen, wobei es hier um ein authentisches Christentum geht in seiner Auseinandersetzung mit den angeblichen gesellschaftlichen Gegebenheiten und Erwartungen.

Der Autor mahnt „geistliche Nüchternheit“ an und weiß, dass „das Himmelreich Gewalt“ leiden muss. Er stellt einerseits fest, der Staat habe „die Insignien des Christentums usurpiert, ohne in Wahrheit christlichen Geistes zu sein“, um andererseits der Kirche ins Stammbuch zu schreiben, dass das „veräußerlichte, rhetorische und heuchlerische Christentum“ nicht mehr zu bestehen vermag, „seine Zeit ist vorüber“.

Im zweiten Kapitel lesen wir über das Bürgertum: „Der Bürger liebt die Wunder nicht und hat Furcht vor ihnen, weil sie alle seine Aussichten auf ein gut eingerichtetes Leben vernichten könnten.“ In diesen Ausführungen erkennt der Leser nicht nur sich selbst sondern auch den Zustand seiner Kirche.

Im dritten Kapitel geht es um die geistige Situation der modernen Welt. Es kann nicht verwundern, dass Nikolai A. Berdiajew über seinen Tellerrand der Aktualität hinausblickt. So ist dem aufmerksamen Leser möglich, die moderne Welt der 20er-Jahre in unsere Zeit zu übertragen. Zwar wird hier der Begriff der damals modernen Technik verwendet, doch kann er leicht erweitert werden in das Szenario heutiger Computertechnologie und moderner Internetmedien. Das Leben im Alltag spielt sich immer mehr jenseits von Religion und erst recht von einem christlichen Lebensrhythmus ab. Technik bedeute, so ist zu lesen, „einen Übergang vom Organischen zur Organisation“; sie wird zu einer Macht, die sich den „Schein der Neutralität“ gab, die ein „Werkzeug des Bösen“ sei. So sei die Seele der Technik zum Opfer gefallen, meint Berdiajew. Er spricht sogar von Apostasie. Nur im christlichen Geiste könne Kultur und Gesellschaft aufgebaut werden. Und „nur in Christus wird das Antlitz des Menschen gerettet.“

Dem empfehlenswerten Buch ist ein Vorwort von Michael Weigl vorangestellt, der resümiert: „Anhand seiner Analyse fällt es fast schon leicht, das spießige moderne Christentum mit ihrer Weltliebe bzw. Weltangst hinter sich zu lassen, und um ein Christentum zu ringen, das diesen Namen verdient.“

Erstveröffentlicht am 17. März 2018 bei katholisches.info

Nikolai A. Berdiajew
Im Herzen die Freiheit.
Das Bürgertum zwischen Sinnsuche und Selbstgeißelung
Renovamen-Verlag 2018
104 Seiten, Klappenbroschur. 12,00 Euro
ISBN: 978-3956211331

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Benedikt XVI. – Seine Papstjahre aus nächster Nähe

Buchempfehlung

Das neue Buch von Paul Badde „hält Schritte
des deutschen Papstes fest, durch die er
in die Geschichte eingehen wird.“

Der verdutzte Bücherfreund wundert sich: noch ein Buch über Benedikt XVI.? Gerade jetzt, wo doch alle Welt längst Abschied genommen hat von einem Theologen, der Papst wurde und weichen musste für einen anderen, der das Amt das Papstes ganz anders verkörpert als der Theologenpapst Benedikt. Täuschen wir uns nicht.

Das vor uns liegende Buch des Historikers, Journalisten und Katholiken Paul Badde fasst einige seiner „Stücke“ zusammen, die er im Auftrag seines Arbeitgebers geschrieben hat, als er als Korrespondent für die „Welt“ in Rom und dem Vatikan arbeitete. So sind die Kapitel des Buches in den Jahren des Papstes Benedikt XVI. alle bereits zu lesen gewesen. Badde beschreibt in seiner Vorbemerkung, unter welchen Umständen diese Zeitungsartikel manchmal entstanden sind. Vor allem bezeichnet er sich selbst aufgrund mancher Krankheiten als „viel schwächer als der alte Papst“. Auch wenn nicht immer alle Badde-Texte in der „Welt“ veröffentlicht wurden, weil manches nicht ausgewählt wurde oder redaktionelle Notwendigkeiten etwas anderes vorsahen, so geben die 248 Seiten des von LangenMüller im Herbig-Verlag herausgegebenen Buches einen spannenden Einblick in das Pontifikat des Ratzinger-Papstes. Es bietet gewissermaßen historische Originalquellen.

Das aus nächster Nähe zum Papst entstandene Buch hält wie ein Bernstein Schritte des deutschen Papstes fest, durch die er in die Geschichte eingehen wird. Zwei Tage nach seiner Papstwahl schreibt Badde über Benedikt, indem er an den erst wenige Tage zurückliegenden Karfreitag erinnert, als Joseph Kardinal Ratzinger sagte: „Halten wir inne vor dem leidenden Gottessohn. Versuchen wir, sein Gesicht zu erkennen in denen, die wir verachten möchten. Lassen wir uns annageln an ihn und keiner Versuchung nachgeben, uns loszulösen und dem Spott zu folgen, der uns dies einreden will. Im Verwesungsgeruch der Ideologien sollte unser Glaube wie der Duft sein, der auf die Spur des Lebens führt.

Ein bemerkenswerter Satz ist dem Rezensenten aufgefallen, der ihn sofort an das derzeitige Pontifikat erinnert und einen der großen Unterschiede zwischen den Päpsten Ratzinger und Bergoglio deutlich macht. Badde schrieb am 19. April 2012, zehn Monate vor dem Rücktritt Benedikts: „Strippen zu ziehen, Hausmächte um sich zu sammeln und Netzwerke zu seinem Vorteil zu knüpfen, all dies hat Joseph Ratzinger nie gelernt.

Dem Buch „Paul Badde. Benedikt XVI. – Seine Papstjahre aus nächster Nähe“ ist ein Geleitwort vorangestellt: Gott ist Liebe. „Deus caritas est“ war die erste Enzyklika dieses Papstes. Nicht nur aus den Vorbemerkungen Baddes spürt der Leser die Wahrheit dieses Wortes. Zuletzt schreibt er den einfachen und schönen Satz: „Ich vermisse ihn, seit das Licht in seinem Zimmer über dem Petersplatz am 28. Februar 2013 erloschen ist.“

Erstveröffentlicht – kath.net

Paul Badde.
Benedikt XVI. – Seine Papstjahre aus nächster Nähe
Langen-Müller-Verlag, 2017
256 Seiten, ca. 17 farb. Abbild.
ISBN: 978-3-7844-3434-6
22,00 Euro

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