Hoffnung der Welt

Guillaume d’Alançon im Gespräch mit Raymond Leo Kardinal Burke.

Gerade noch rechtzeitig, um den weihnachtlichen Gabentisch der Katholiken zu bereichern, erreicht ein weiteres Gesprächsbuch mit einem der wichtigsten Kardinäle der Kirche den Buchhandel. Der Renovamen-Verlag veröffentlicht mit „Raymond Leo Kardinal Burke. Hoffnung der Welt“ die Gespräche, die Guillaume d’Alançon mit ihm führte und dabei wichtige und heute notwendige Themen anspricht.

D’Alançon ist Buchautor, Beauftragter für Familie und Leben des Bischofs von Bayonne sowie Gründer des Familienzentrums „Accueil Louis et Zélie“, das mit bereits 25 Standorten in Frankreich Familien und Einzelpersonen hilft, aus schwierigen Situationen herauszukommen.

In seinem Geleitwort erinnert Hw. Paolo D’Angona, Priester der niederländischen Diözese Roermond, daran, dass Kardinal Burke eine Freundschaft mit dem amerikanischen Jesuitenpater John Hardon (1914-2000) verband, der zu ihm gesagt habe: „Nur heroische Katholiken werden die heutigen Zeiten überleben.“ Dass Kardinal Burke ein solcher Hirte ist, steht heute außer Frage. Dies zeigt sich nicht nur in seinem Leben, sondern auch in solchen Worten, wie sie in diesem Buch in sechs Kapiteln die Leser begeistern, aufrütteln und befähigen mögen, selbst heroische Katholiken zu werden.

Dankbar kann man dem Kardinal für die Beantwortung persönlicher Fragen zu seinem Werdegang im 1. Kapitel sein. Bereits im 2. Kapitel führt das Gespräch hin zu den großen Krisen in der heutigen Zeit, besonders in der Kirche. Die Notwendigkeit der geistigen Erneuerung wird im 3. Kapitel besprochen und klargestellt. Denn: „Die Kirche muss wieder zu einer theozentrischen Perspektive zurückkehren. Wir müssen den wahren Sinn der heiligen Messe wiederfinden.“ Diese sei „ein Geschenk Gottes“ und nicht etwas, das von uns ausgehe, das wir uns „zusammenbasteln“. Gerade die Heilige Messe sei wirklich „ein Geschenk Gottes, das uns trägt und von Sünden reinigt, durch sie werden wir von Gott in der Heiligung unseres Lebens unterwiesen, sie lässt uns in Glaube, Hoffnung und Liebe wachsen“. Burke verlangt geradezu, dass wir auch wieder „das rechte Verhältnis zwischen dem Glauben und der Kultur, in der wir leben“ entdecken müssten.

Im 4. und 5. Kapitel geht es um die Verkündigung des Evangeliums und darum, wie die Familien und das Leben geschützt werden können. Beides sind Voraussetzungen für ein christliches Gemeinwohl.

„Alles in Christus erneuern“ lautet das 6. Kapitel. Darin geht es wesentlich um das wirkliche Apostolat der Laien und ihren Auftrag in der Kirche. Kardinal Burke möchte, dass sie sich „ihrer Sendung, um nicht zu sagen ihrer besonderen Berufung wirklich bewusst werden: der Berufung nämlich zur christlichen Aufbauung der zeitlichen Ordnung“. Diese bestehe darin, „Mentalität und Sitte, Gesetz und Strukturen der Gemeinschaft, in der jemand lebt, im Geist Christi zu gestalten“.

Das Buch von Kardinal Burke „Hoffnung der Welt“ ist wirklich ein aufbauendes Buch für die Laien in der Kirche, die ja keine Ersatzpriester sein können. Burke lässt sie nicht alleine, sondern stärkt ihre Berufung:

„Das Laienapostolat muss – dies ist das Wichtigste – aus der Quelle der heiligen Liturgie, aus Gebet und Frömmigkeit hervorgehen. Aus der Verbindung mit Christus in Liturgie, Gebet und Frömmigkeit empfangen wir nämlich erst den Antrieb und die Kraft, Christus zu den anderen zu bringen – vor allem in die eigene Familie, die unsere unmittelbare Gemeinschaft ist. Christliches Leben ist von Natur aus missionarisch. Wenn man die große Freude erfährt, die aus der Beziehung zu Christus erwächst, ist es unmöglich, diese nicht mit anderen teilen zu wollen.“

Der Kardinal erinnert an die heilige Therese von Lisieux, die sogar in ihrer Klosterzelle sich ihre große Missionarsseele bewahrt habe. „Sie dachte an Indien, an die Missionare, die das Evangelium an den Rändern der Welt verkünden.“ In diesem Sinne appelliert er: „Für uns allerdings ist das Missionsland hier, vor der Haustür, in einer Welt, die heute eigentlich nicht mehr christlich ist. Diese Welt hat sich verändert und wir müssen den banalen Alltag neu mit dem christlichen Geist erfüllen, die Wirtschaft, die Erziehung, die Politik, die Medizin.“ Hier sei das originäre Betätigungsfeld der Laien und hier könnten sie „zur Verwandlung der Welt beitragen“.

Für die vielen positiven Hinweise, wie die gegenwärtige kirchliche Krise überwunden werden kann, ist Kardinal Burke zu danken. Ebenso für seine Hinweise auf die Wichtigkeit der Ehrfurcht, mit der allein das hl. Messopfer gefeiert werden darf. Er ruft auf, die hl. Kommunion kniend und als Mundkommunion zu empfangen. Er erinnert an die Wichtigkeit der Verehrung des Allerheiligsten Herzens Jesu.

Auch der Begriff des Königtums Christi sei heute weitgehend vergessen, weil er nicht verstanden werde. Dabei sei dies ein grundlegender Begriff, denn irgendetwas beherrsche das Leben eines jeden Menschen. Gerade Orientierung sei wichtig, nämlich im Sinne des Jesuswortes: „wo euer Schatz ist, da ist auch euer Herz“. Das „Soziale Königtum Christi, meine Beziehung und meine Freundschaft zu Christus verleihen allen anderen Aspekten meiner Existenz Sinn und Richtung. Wir sagen, dass Christus durch sein durchbohrtes Herz herrscht. Das ist ein Königtum der Opferliebe“.

Die letzte Frage von Guillaume d’Alançon an Raymond Leo Kardinal Burke lautet: Was ist Ihre Hoffnung für die Kirche?

„Meine Hoffnung ist, dass die Kirche ihr Wesen als Braut Christi immer treuer verwirklicht: In ihrer Lehre, in ihrer Liturgie, in ihrem Gebet, in ihrer Frömmigkeit und in ihrem sittlichen Leben. Meine Hoffnung ist, dass jede Ranke des Weinstocks, dass jedes einzelne Glied an Christi Leib sich Christus immer inniger anschließt, dass es ihn kennt, ihn liebt und ihm dient, und dass dadurch die Herrlichkeit Christi unsere Welt erleuchte in Erwartung seiner Wiederkunft, bei der er die Schöpfung dem Vater zurückgibt, um so ‚einen neuen Himmel und eine neue Erde‘ zu schaffen.“

Zuerst veröffentlicht bei kath.net

Raymond Leo Kardinal Burke
Hoffnung der Welt:
Guillaume d’Alançon im Gespräch mit Raymond Leo Kardinal Burke
Renovamen-Verlag 2019
180 Seiten; 14,00 Euro;
ISBN: 78-3956211409

 

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Klausur – Vom Leben im Kloster

„Klausur – Vom Leben im Kloster“ ist der Titel eines Fotobandes über zehn bayerische Frauenklöster. Ca. 225 teilweise ganzseitige und doppelseitige Fotos dokumentieren eine Ausstellung, die über mehrere Monate der Jahre 2012-2013 im Diözesanmuseum des Erzbistums München und Freising stattfand. Damit dies ermöglicht werden konnte, war eine mehrere Jahre dauernde Vorbereitungszeit notwendig.

Der Verlag Antje Kunstmann verlegte „Klausur. Vom Leben im Kloster“ als Band 61 der „Kataloge und Schriften“ des Diözesanmuseums Freising. Auf über 600 Seiten werden Einblicke in die eigentlich verborgene Lebenswelt der Klausur ermöglicht.

Das äußerst interessante Buch erzählt „Geschichten von Menschen und Orten: Von Frauen, die als Klosterschwestern in einer langen Tradition der Gottsuche stehen, die in ihrer Konsequenz und Radikalität für viele Zeitgenossen nur schwer nachvollziehbar ist.“ In zehn Themenkreisen wird vom Leben im Kloster erzählt. Dabei sind es vor allem die Fotos, die beeindrucken. Kleidung, Gebet und Ordnung sind nur drei Themenkreise die behandelt werden. Sie sind, wie die übrigen auch, wichtig um zu verstehen, was die Frauen in diesen Klöstern bewegte, dort zu leben. Zwischen den Seiten der schier unzähligen Fotos sind kurze Texte eingestreut, die in die Gegenwart der Nonnen und des Klosterlebens führen.

Christoph Kürzeder widmet das Buch allen „Sehnenden und Suchenden“. Er beschreibt die Ordensfrauen als Menschen, die an einem „ganz besonderen Ort“ leben würden. Sie hätten „die Sehnsucht nach einem Leben in einer Gemeinschaft von Menschen, die von einer gemeinsamen Vision getragen“ seien „in Teilen Wirklichkeit“ werden lassen.

Die so wichtigen Tätigkeiten der Ordensfrauen, seien sie in der Erziehung und der Pflege der Kranken oder auch missionarischen Aufgaben, sind nicht das Ziel, das sie ersehnen; auch nicht die Gründe für ihren Klostereintritt. Äbtissin M. Petra Articus gibt in ihren, in dem Buch eingestreuten Zitaten, von all dem Zeugnis. Auch die Worte von Heiligen und aus den Satzungen der Ordensgemeinschaften erhellen und weisen hin auf die eigentlichen Beweggründe des Klosterlebens: „Jesus verlangt von mir keine große Taten, sondern nur Hingabe und Dankbarkeit“ (Therese von Lisieux). Über das Gebet der Schwestern ist zu lesen, es gelte „nicht nur sich selbst oder der Gemeinschaft“, vielmehr seien sie „mit anderen Konventen verbunden und beten für verschiedenste Anliegen“.

Der Leser wird feststellen, dass er in den meisten Fotos einer ihm fremden Welt begegnet. Dies zeigen nicht nur die Photographien aus zehn Frauenklöstern und ihren veralteter Utensilien. Vielmehr wird es noch deutlicher an den gezeigten Ordensfrauen selbst, an ihren Gesichtern, die fast alle auf ein vorgerücktes Alter hinweisen. Darum ist es verständlich, wenn wir lesen, dass manche der gezeigten Klöster „innerhalb der nächsten Jahrzehnte“ verschwinden würden. Insofern ist das Buch eine „Geschichte des Abschiednehmens“ und ein „Dokument einer Zeitenwende“.

Zuerst veröffentlicht bei CNA

Thomas Dashuber und Christoph Kürzeder
Klausur – Vom Leben im Kloster
Verlag Antje Kunstmann, München 2016
Fotobuch, 17,4 x 4 x 23,6 cm
608 Seiten; 35,00 Euro
ISBN: 978-3956140983

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Die Mächte der Finsternis.

Ingo Langner im Gespräch mit Pater Franz Schmidberger

Vielleicht weil Gesprächsbücher heute ein bisschen in Mode sind oder vielleicht auch, weil die Menschen heute zwar Bücher kaufen, aber, wie man hört, selten bis zum Ende lesen und sich mit dem Gelesenen wirklich beschäftigen. Wer weiß. Ingo Langner hat nach 2017 nun ein zweites langes Gespräch mit Pater Franz Schmidberger von der Priesterbruderschaft St. Pius X. geführt und als Gesprächsbuch im Patrimonium-Verlag herausgegeben.

Manch einer scheut sich, besonders in Deutschland, sich in offener Weise mit der Priesterbruderschaft St. Pius X. zu beschäftigen. Vor allem in offiziellen Stellungnahmen wird immer wieder betont, dass es sich bei ihr um keine offizielle Gemeinschaft der Kirche handeln würde. Ingo Langner stellt folgendes fest:

„Die Priesterbruderschaft St. Pius X. betet also seit fünfzig Jahren stets und ausführlich für den jeweiligen Papst. Sie hat das für Paul VI. getan und für Johannes Paul I. und für Johannes Paul II. und auch für Benedikt XVI. und sie tut das selbstverständlich auch für Papst Franziskus. Was für eine gute Nachricht für alle, die der Piusbruderschaft immer noch skeptisch bis ablehnend gegenüberstehen.“

Um es vorweg zu sagen: es ist nicht weniger interessant als das erste Buch der beiden: „Gott, Kirche, Welt und des Teufels Anteil„. Im Gegenteil. „Die Mächte der Finsternis“ beschreibt nicht nur die Krise der heutigen Kirche und der Welt. Es gibt vielmehr einen Überblick über die dunklen Epochen in der Kirche, über verschiedenste theologische Entwicklungen sowie über gute und schlechte Hirten.

Zwar erkennen nicht alle Bischöfe, Priester und Gläubigen heute „Die Mächte der Finsternis“, sie scheinen stattdessen dabei zu sein, ein Paradies auf Erden schaffen zu wollen. Doch all diesen, aber auch jenen, die längst „erkannt haben“, sei dieses Buch wärmstens empfohlen.

Gottes Schöpfung, sein Werk, die Wahrheit, soll zerstört werden. Dafür zuständig ist letztlich seit dem Sturz der Engel ihr Anführer Luzifer selbst. Seine Waffen sind „Irrtum, Lüge, Zwietracht, Streit und all die der Vernunft entgegenstehenden Leidenschaften“. Diese sät er unter dem Menschengeschlechte aus. Gott wird heute missachtet und schlechtgeredet. Die Mächte der Finsternis versprühen ihr Gift. Schmidberger nennt die entstehenden Häresien „ganz allgemein gesprochen, Verwirrungen des Geistes, gewissermaßen eine häppchenhafte Falschdarstellung des Evangeliums“:

„Häresie bedeutet »Schneiden«, das heißt, man schneidet aus, man nimmt nicht das ganze Evangelium, sondern man nimmt das, was einem gerade zusagt, was dem Eigensinn und dem Eigenwillen entspricht, und lässt den Rest beiseite. Das ist die Methode, durch die der Teufel die ganzen Jahrhunderte hindurch die Kirche belästigt, der Kirche geschadet hat und die Menschen in Irrtum geführt hat. Irrtümer, wie sie beispielsweise vom Alexandriner Arius […] oder von dem Deutschen Martin Luther […] stammen.“

Für die Pharisäer zu Jesu Zeiten waren die Christen eine Sekte. „Sekte kommt von »sequi-folgen«, einem Führer folgen, oder von »abschneiden«. (Schmidberger) Aber Jesus „greift auch die Sadduzäer an. Die Pharisäer waren die Strengen, die Gesetzestreuen, die Sadduzäer waren eher die Liberalen, die weder an eine Auferstehung geglaubt haben, noch an Engel“.

In unserer heutigen Zeit, der modernen Zeit, die durch das Zweite Vatikanische Konzil voller Optimismus und Zuversicht eingeläutet wurde, die uns bis heute jedoch eine riesige Kirchenkrise beschert hat, stellt sich die Frage nach den modernen Häresien allenthalben. Spätestens mit dem Pontifikat von Papst Franziskus kommt wiederum die Frage auf: „Warum ist ausgerechnet dieser Simon zum Petrus, zum Fels der Kirche Christi geworden?“

„Ein Mann mit Schwächen […] ein Mann des Jähzorns und der Gewalt“. Einer, der „im Garten Gethsemane bei der Verhaftung Jesu […] zum Schwert“ greift und einem Soldaten das Ohr abhaut.

„Kurzum: Petrus macht im Laufe der Zeit so ziemlich alles falsch, was man falsch machen kann“. Langner fragt: „Ist es also richtig, wenn ich vermute, dass in dieser Petrus-Figur alle Fehler enthalten sind, die seine päpstlichen Nachfolger auf dem Stuhle Petri durch die Jahrhunderte hindurch auch machen werden?“

Schmidberger betont, dass Jesus einfache Fischer vom See Genezareth in seine Nachfolge gerufen habe, die er drei Jahren lang zu „Säulen und Grundfesten der Wahrheit, zu Weltmissionaren und Welteroberern“ geformt habe. „Petrus hat den Herrn geliebt, außerordentlich geliebt. Aber er hat seine schwachen Momente gehabt.“

Die Schwächen des Petrus sind also auch die Schwächen der Hirten und die Schwächen der Gläubigen. Langner erinnert an die frommen Kopten, die sich als unübersehbares Zeichen ihres Christ-Seins ein Kreuz auf die Hand tätowieren lassen. Für sie sei es völlig ausgeschlossen und unmöglich, dass sie schnell mal das Kreuz ablegen, wie es etwa Kardinal Marx in Jerusalem getan habe. Wir Menschen sind es, die Gott verleugnen.

Heute fehle das Glaubenswissen. Bei der Frage nach den Schuldigen kommt man schnell auf die Priester. Schmidberger sagt:

„Ich würde sogar weitergehen: Die Schuld liegt bei den Bischöfen. Dass die Bischöfe die Priester dazu nicht mehr auffordern, dass die Bischöfe selber der Verkündigung nicht mehr nachkommen, dass die Bischöfe selber nicht mehr diese Elementarforderungen vortragen, ist eine schwere Schuld, die die Bischöfe auf sich laden und für die sie sich später vor dem Gericht Gottes verantworten müssen.“

Zuletzt sagt Pater Schmidberger:

„Jeder Christ, ja sogar jeder Mensch, steht täglich, stündlich vor zwei großen Geheimnissen: Dem Geheimnis der Bosheit, dem mysterium iniquitatis, und dem Geheimnis der Gnade. Beide sind sogar in unserem eigenen Herzen tätig als gefallene Geschöpfe und in der Taufe Wiedergeborene. Es liegt an uns, dem einen zu widerstehen, das andere zu ergreifen, um das ewige Ziel zu erreichen. Die große Frau, die Gottesmutter Maria, die nach dem Glauben der Kirche allein alle Häresien auf der ganzen Welt überwunden hat und der höllischen Schlange den Kopf zertritt, wird uns in diesem Kampf machtvoll zur Seite stehen.“

Zuerst veröffentlicht bei CNA

Die Mächte der Finsternis
Ingo Langner im Gespräch mit Pater Franz Schmidberger von der Priesterbruderschaft St. Pius X.
Patrimonium-Verlag 2019
236 Seiten; 14,80 Euro
ISBN: 978-3-86417-125-3

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Sr. Marie-Claire, die hl. Margrit Bays und die Trappistinnen in Fille-Dieu

Am 23. November 2019 ist Sr. Marie-Claire Crausaz, Trappistin der Abtei Fille-Dieu in der Schweiz, von ihrem Schöpfer aus diesem irdischen Dasein abberufen worden. Sie starb 53-jährig.

Marie-Claire Crausaz wurde 1966 in dem kleinen Dorf Villarsiviriaux in der Nähe des Klosters geboren. Sie tat es einer ihrer Tanten gleich und trat im November 1991 in das Kloster ein

Nach ihrer feierlichen Profess 1998 wurde Sr. Marie-Claire mit den unterschiedlichsten klösterlichen Aufgaben betraut und wurde zu einer Stütze der Abtei. Sie ließ sich von keinem Auftrag abschrecken; alles ging sie im Vertrauen auf Gott und mit ihrer ganzen Kraft an. Ihre Anliegen und Sorgen teilte sie mit dem hl. Josef.

Als sie an Krebs erkrankte, erwartete sie nicht, dass dieser sie so schnell besiegen könnte. Noch am 13. Oktober 2019 durfte sie in Rom an der Heiligsprechung von Margrit Bays teilnehmen, die, wie sie selbst, im Dunstkreis der Trappistinnen von Fille-Dieu aufgewachsen ist und gelebt hat. – Am 25. November wurde Sr. Marie-Claire Crausaz auf dem Klosterfriedhof beigesetzt.

Gott sei ihrer Seele gnädig. – RIP

Video: Ein Tag der Trappistinnen in Fille-Dieu

Margrit Bays wurde am Fest Mariä-Geburt am 8. September 1815 in La Pierraz, unweit des Klosters der Trappistinnen von Fille-Dieu, geboren. Sie wuchs als frommes, bescheidenes und häufig die Stille suchendes Kind in einer gut katholischen Bauernfamilie auf. Obwohl sie sehr religiös war, wollte sie keine Ordensfrau werden, weil sie sich dazu nicht berufen fühle. Sie erlernte den Beruf einer Näherin, der damals überwiegend in Näharbeiten bestand, die in den Bauersfamilien und in deren Häuser erledigt wurden.

Im Jahr 1853 erkrankt Margrit Bays und erhält die Diagnose Darmkrebs. Trotz OP verschlimmert sich die Krankheit. Am 8. Dezember 1854, dem Tag der Verkündigung des Dogmas von der unbefleckten Empfängnis, wird sie plötzlich geheilt. Von nun an trägt sie die Wundmale Jesu an ihrem Leib, die an jeden Freitag und während der Karwoche hervortreten. Margrit wurde „an ihrem Leibe durch die Stigmata verwundet und fiel oft in unaussprechliche Verzückungen“. Zwar verbirgt sie die Wundmale, sie werden trotzdem bekannt. Es folgen Untersuchungen von Ärzten, angeordnet durch kirchliche Behörden. Am 11. April 1873, einem Karfreitag, muss sie wieder eine Untersuchung über sich ergehen lassen. Der Arzt versucht mit einer Lanzette „Anzeichen von Empfindungen hervorzurufen“. Er will „dem Unfug“ ein Ende bereiten.

So arbeitet denn die Lanzettenspitze weiter. Sie sticht in die Stigmata der Hände und des Herzens; sie sticht in die Nasenlöcher, unter die Fingernägel und sogar in die Augen.“ „Margrit verharrt im Zustand völliger Empfindungslosigkeit. Keine einzige Bewegung, nicht das geringste Zittern, überhaupt kein Reflex. Alles an ihr verhält sich wie bei einer Toten.

Als sie nach 25 Minuten aus der Ekstase erwachte, fühlte sie mit einem Schlag die von den Lanzettenstichen hervorgerufenen Schmerzen, an denen sie noch mehrere Wochen zu leiden hatte. Sie bat Gott, er möge die Wundmale von ihr nehmen, doch die Schmerzen belassen. Von diesem Tag an verschwanden die Stigmata. Sie wurde „von innerem Feuer verzehrt“.

Margrit wird Terziarin im Dritten Orden des heiligen Franziskus. Doch das Kloster der Trappistinnen von Fille-Dieu ist ihr ein Stück Heimat. Dort ist sie oft zu Gast und erhält sogar einen eigenen Platz im Chor der Schwestern. Manchmal bleibt sie eine ganze Woche dort.

Der Schweizer Franziskaner Pater Gottfried Egger hat zum Anlass der Heiligsprechung von Margrit Bays eine Kleinschrift beim Miriam-Verlag herausgegeben. Er zitiert einen Satz von Bischof Bürcher von Rejkjavik, der darin zum Ausdruck bringt, dass es sich bei Margrit Bays zuerst und vor allem um ein treues katholisches Leben handele:

Margit, ein wunderbar ausgeglichenes Leben, aufgeteilt zwischen Gebet, Betrachtung und tätiger Liebe an ihrem Nächsten, das alles macht aus ihr ein Lebensmodell, ein Beispiel der Heiligkeit für uns alle.

P. Gottfried Egger OFM
Hl. Margrit Bays – Die Näherin mit den Wundmalen
Bebilderte Biografie und Novene
Miriam-Verlag 2019
64 Seiten; 3,80 Euro
ISBN: 978-3- 87449-418-2

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Robert Loup
Margrit Bays. Die stigmatisierte Näherin
Paulus-Verlag (Herder) 2019
144 Seiten; 24 Euro
ISBN: 978-3722809410

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Heilige Margrit Bays – 2 neue Bücher

Lieblingsgebet der neuen Heiligen:

Herr Jesus, ziehe mich an Dich,
denn ich will den Weg mit Dir gehen,
alle Tage meines Lebens.
Herr Jesus, ich umarme Dein Kreuz,
das mich in allen meinen Zweifeln
und meinen Schwierigkeiten trägt.
Durch Dein Kreuz erstrahlt
Die Klarheit der österlichen Freude.
Herr Jesus, wenn mein Tod naht,
vertraue ich mich ganz der Liebe
Deines Heiligsten Herzens an,
das die Sonne des Lebens,
der Barmherzigkeit und
der Auferstehung ist.
Amen.

Buchvorstellung – Heilige Margrit Bays 2_Neuerscheinungen

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Siehe auch HIER

P. Gottfried Egger OFM
Hl. Margrit Bays – Die Näherin mit den Wundmalen
Bebilderte Biografie und Novene
Miriam-Verlag 2019
64 Seiten; 3,80 Euro
ISBN: 978-3874494182

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Robert Loup
Margrit Bays. Die stigmatisierte Näherin
Paulus-Verlag (Herder) 2019
144 Seiten; 24 Euro
ISBN: 978-3722809410

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Kirche, reformiere dich. Anstöße aus den Orden.

Manchmal ist das Lesen eines Buches nicht angenehm, manchmal sogar regelrechte Folter. Das Buch, um das es hier geht, ist nicht lesenswert; schon garnicht ist es sinnvoll, dafür Geld auszugeben. Wenn SIE, lieber Leser, diesen Beitrag gelesen haben, wissen SIE, was ich meine.

Gescheite Autoren haben ein Buch geschrieben. Sie rufen der Kirche zu, sie möge sich reformieren. Sie verstehen ihren Aufruf als „Anstöße aus den Orden“, obwohl nicht alle Autoren des Buches auch Ordensleute sind. Alle Ordensleute, die einen Beitrag zum Buch lieferten, haben verantwortliche Stellungen in der Kirche: als Professoren, Lehrer und Erzieher, in der Leitung ihrer Orden oder in anderen wichtigen Positionen. Unter den insgesamt 18 Personen, die zu Wort kommen, befinden sich, und das finde ich verwunderlich, lediglich 7 Ordensfrauen. Keine einzige Ordensperson gehört einem kontemplativen oder strengen Orden an. Dafür aber kommen mit Dr. Dr. Wunibald Müller und Prof. Dr. Hubert Wolf zwei Herren zu Wort, die, so ist wohl die Ansicht des Herausgebers Hanspeter Schmitt, bei diesem Thema unentbehrlich sind, und quasi wie ganz natürlich ihre Beiträge leisten.

Der „Beschuhte Karmelit – OCarm“ Pater Hanspeter Schmitt lebt nicht im Kloster. Vielmehr ist er Professor an der Theologischen Hochschule Chur (Schweiz) und zeichnet als Herausgeber dieses Buches. In seiner Einführung sieht er den Reformbedarf der Kirche in ihrer „Verfasstheit und Organisation“, in ihren „sinnstiftenden Riten und Symbolen“ und selbstverständlich in der lehramtlichen Moral der Kirche und dem damit einhergehenden sittlichen Handeln. Er spricht von einem gefährlichen System, das sogar als „gewaltfördernd“ zu betrachten sei. Darum sei es „höchste Zeit für die Reform der Katholischen Kirche!“ Dabei beruft er sich wie selbstverständlich auf den Papst und sieht ihn an der „Spitze kirchlicher Reformbewegungen“. Er bezeichnet Franziskus als Prüfer der „Wahrheit kirchlicher Lehre“, womit er doch wohl zu weit über das Ziel hinausschießt. Mit einer weiteren deplatzierten Einlassung disqualifiziert sich der Karmelitenpater selbst, indem er, der doch auf mündige Christen setzt und die Meinungen anderer hörbar machen möchte, reformwillige Ordensleute ermahnt, sie dürften „sich nicht vom Widerstand fundamentalistischer Kreise in der Kirche abschrecken lassen“, aber auch nicht von der Amtskirche. Wen er mit fundamentalistischen Kreisen meint, erklärt er nicht. Das ist wohl auch nicht nötig, denn es sind wohl jene, die nicht so denken wie er.

Dafür kommen im Verlauf des Buches gerade solche Personen zu Wort, die Pater Hanspeter das Wort reden. Als erster in der Reihe, der Kirchen- und Ordenskritiker Prof. Wolf. Als Kirchenhistoriker hat er sich mit den verschiedenen Formen der Orden befasst und dazu mehrere Arbeiten vorgelegt. Als ausgewiesener Fachmann auf diesem Gebiet,erzählt er von den Vollmachten der Äbtissinnen von Las Huelgas, „die sich selbst äußerst gekonnt als Bischöfinnen inszenierten“. Er findet in der Geschichte der Orden „wichtige Reformideen“ und stellt fest, dass bald eine neue Zeit der Orden anbrechen werde, „in neuen, bislang noch nicht ausprobierten Formen“.

Die Provinzoberin der Franziskanerinnen von Lüdinghausen und Vorsitzende der Deutschen Ordensobernkonferenz, Sr. Dr. Katharina Kluitmann osf, weiß als studierte Psychologin und Pastoralreferentin, was den Orden notwendig ist. Sie arbeitet „mit vielen anderen Ordensleuten für eine andere Kirche“, diese müsse „vielfältiger, weiblicher, beziehungsreicher“ und wandlungsfähiger sein.

Der Jesuit Klaus Mertes SJ erinnert noch einmal an den Januar 2010, als er den Missbrauchsskandal am Canisius-Kolleg öffentlich machte. Er sieht das Ereignis als „einschneidendes Datum“ für Deutschland. Natürlich spricht er von Leitungsversagen, von Taubheit, Verschweigen und Vertuschen. Dem Beschwerdemanagement widmet er ein ganzes Kapitel. Er möchte die Strukturen in der Kirche aushebeln, insbesondere jene, die nichts mit Teilhabe zu tun haben. Er spricht vom Klerikalismus und fragt natürlich danach, warum Bischofsernennungen „ausschließlich auf innerklerikalen, informell ablaufenden Beratungsprozessen“ beruhen müssten.

Sr. Dr. Katharina Ganz, Generaloberin der Oberzeller Franziskanerinnen, möchte eine gendergerechte Kirche. Sr. Dr. Carmen Tatschmurat ist Soziologieprofessorin und Äbtissin. Sie sieht künftig in den Orden „Zukunftslabore“, die „in Zeiten nachchristlicher Milieus“ die Erneuerung der Kirche vorantreiben. Der Philosophieprofessor P. Dr. Ulrich Engel holt die Arbeiterpriester der fünfziger Jahre aus der Versenkung. Sein Schlagwort lautet „dialogische Verkündigung“ und meint das „Aufgeben milieuverhafteter Standorte und klerikal liebgewonnener Überzeugungen“.

Nein, P. Dr. Anselm Grün OSB fehlt nicht. Er plädiert, dass „alte Formen“ von „ihrer Deformation befreit werden“ müssen, damit stattdessen „neue Formen“ möglich werden. P. Dr. Franz Weber MCCJ war als Comboni-Missionar in Innsbruck Professor für Inkulturelle Pastoraltheologie und Missionswissenschaften. Er spricht dabei nicht nur von „Missionsgebieten“ etwa in Südamerika. Er sieht die Missionarsberufung viel weiter. So will er, dass sich hierzulande Missionshäuser für Migranten öffnen; nennt „Fridays for future“ als „bewegendes Beispiel“ dafür, wie das Evangelium heute verkündet wird, und versteht ganz wie Papst Franziskus die „Peripherie als prophetischen Ort der Kirche“.

Da es nicht möglich ist, an dieser Stelle sämtliche 18 Autoren des Buches zu Wort kommen zu lassen, sei der letzte Blick in das Buch dem letzten Autor gewidmet: dem emeritierten Abt des Benediktinerklosters Einsiedeln, P. Martin Werlen OSB. Er ist ein mächtiger Mann in der Kirche. Sein Wort hat Gewicht, besonders bei jenen, die eine andere Kirche haben möchten. Seit seinem Rücktritt vom Amt des Abtes vertraut man ihm wichtige Aufgaben und Dienste an, sowohl seitens verschiedenster Orden als auch durch vatikanische Behörden. Der Ordensmann, der schon oft für andere Formen der Priestergewinnung plädiert hat, bleibt – ganz schlauer Kirchenmann – hier relativ sachlich. Er meint, dass für Ordensleute nicht alles klar sei; vielmehr seien sie sich „bewusst: Eine Kirche, in der alles klar ist, ist nicht katholisch“. Er möchte ein prophetisches Ordensleben, das nicht einknickt, sich nicht anpasst, aufgibt oder davonläuft.

Es ist keine Frage: man muss dieses Buch nicht gelesen haben, um wissen zu können, welche Meinungen hier ausgesendet werden. Die Autoren reiten durchweg das Pferd vom „Synodalen Prozess“, von „Maria 2.0″ und von“Instrumentum laboris“, dem Arbeitspapier der „Amazonas-Synode“ und dem dazugehörigen progressiven Ansinnen weiter Teile des deutschen Katholizismus.

Ja, Kirche, reformiere dich! Aber bitte nicht so, wie es weithin beschrieben wurde. Neben der geforderten Menschlichkeit und Barmherzigkeit, neben Teilhabe, Gender u. a. gibt es noch etwas, was hier völlig vergessen worden ist. Eine Ordensperson ist, wie ein Priester, herausgerufen aus der Schar der Gläubigen. Die Kirche spricht von der Berufung, Jesus nachzufolgen. Bei diesem Ruf Jesu, der einer einzelnen Person gilt, fordert er, dass nicht zurückgeblickt werden darf, sondern nachge-folgt werden muss. Nach-folgen heißt, sein Kreuz annehmen und aufnehmen und Jesus nachgehen: den Kreuzweg, hinauf zum Kalvarienberg. Den Kreuzweg gehen bedeutet, ständige Umkehr (Metanoia) von sich weg.

Wohlwissend, dass kein Mitglied des Zisterzienserordens einen Beitrag für das Buch geschrieben hat, so möchte ich doch den heiligen Bernhard zitieren, der einmal beschrieben hat, was es bedeutet, in (s)einem Orden zu leben. Inhaltlich dürften die angesprochen Punkte denen bekannt sein, die sich mit den geistlichen Vätern der Kirche beschäftigen. Wer die Worte jedoch nicht hören will, muss sich fragen lassen, warum im Buch der Anspruch erhoben wird, für alle Orden zu sprechen.

Der hl. Bernhard sagt:

„Unser Orden bedeutet:
Verachtet sein, Demut, freiwillige Armut, Gehorsam,
Frieden, Freude im Heiligen Geist.
Unser Orden bedeutet:
Unter einem Lehrmeister sein, unter einem Abt,
unter einer Regel, unter einer Zucht sein.
Unser Orden bedeutet:
Eifrig das Schweigen üben, sich üben in Fasten,
Nachtwachen, Gebet und Handarbeit.
Und über all dem:
Den vorzüglicheren Weg einhalten:
die Liebe.
Und dann:
In all diesen Dingen Fortschritte machen
von Tag zu Tag
und darin aushalten bis zum letzten Tag.“

Erstveröffentlicht bei CNA

Hanspeter Schmitt (Hrg.)
Kirche, reformiere dich! Anstöße aus den Orden
ist bei Herder erschienen und hat 200 Seiten.
Wer das Buch dennoch kaufen möchte kann es
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IN SINU JESU – Buchempfehlung

Endlich liegt dieses Buch vor: „In Sinu Jesu – An der Brust Jesu“. Lange haben die deutschsprachigen Leser auf dieses Buch eines anonymen Benediktinermönchs warten müssen.

Um es schon am Anfang zu sagen: man kann das Buch nicht einfach nur lesen, man muss es meditieren, betrachten. Und es gehört die Hände von Priestern, Ordensleuten und Menschen, die ein geistliches Leben führen möchten.

Wir haben ein Betrachtungsbuch vor uns. Ein Buch, das einen tief beeindrucken kann – und vielleicht ist es darum auch nicht einfach, darüber zu schreiben. „In Sinu Jesu“ sind Aufzeichnungen eines unbekannten Mönchs aus dem irischen Priorat der Benediktiner von Silverstream. Dieser Priester-Mönch hat sie seit 2007 regelmäßig notiert, nachdem er in der Stille vor dem Tabernakel Worte unseres Herrn, der Gottesmutter und von Heiligen empfangen hatte. Er wurde „aufgefordert“, alles aufzuschreiben, was er gehört und empfangen hatte – Worte voller Erkenntnis und Einsicht.

Seine Ordensoberen fanden, dass diese Worte der Ermutigung auch für viele andere, Priester wie Laien, wichtig und hilfreich sein könnten. So entstand aus den Notizen ein Buch, das 2016 zuerst in englischer Sprache erschienen ist: „In sinu Jesu – When Heart Speaks to Heart“. Darin geht es überwiegend um Gebet, Anbetung und Opfer, um Freundschaft mit Jesus und um die Erneuerung des Priestertums. – Was also benötigt unsere Kirche heute mehr als das?

Wenn ein Priester sich zu Meinem Herzen flüchtet und sein Haupt an Meine Brust legt, ist er sicher vor allem, was ihm schaden kann, und die Anschläge des Feindes gegen seine Seele sind abgewehrt und zunichte gemacht.

Dem Patrimonium-Verlag ist dafür zu danken, dass er dieses Buch in sein Verlagsprogramm aufgenommen hat. Besonders aber auch den beiden Herausgebern Daniel Kretschmar und Rupert Santner, sowie der ungenannten Übersetzerin, „einer benediktinischen Oblatin“.

Der Autor des Buches, besser, der Priester und Mönch, der die Worte des Herrn im Gebet empfing, schreibt selbst:

Hier ist der Text, wie ich ihn im Lauf der Jahre aus den Notebooks übertragen habe, mit deren Abfassung ich im Jahr 2007 begonnen habe. Vokabular und Stil sind von mir, doch die Substanz dessen, was ich schrieb, kam während des Gebets, ohne irgendwelche Anstrengung oder vorausgehende Überlegungen meinerseits. Es kam eine innere Bewegung auf, zu schreiben, und ich schrieb, bis die Inspiration aufhörte. Nach dem Schreiben ergab sich die Gnade einer stillen Vereinigung mit unserem Herrn oder unserer Lieben Frau. Bei einigen wenigen Gelegenheiten kamen »Worte« von Heiligen oder heiligmäßigen Menschen.

Jesus, der zu ihm kommt, sagt:

Wenn Ich nun auf diese Weise zu dir spreche, dann tue Ich das, weil du Meine Stimme hören sollst. Du warst zu lang weit weg von Mir, unfähig, bei Mir zu verweilen, unfähig, auf das zu hören, was Ich dir sagen wollte. Aber nun ist der Augenblick gekommen. Nun und von jetzt an spreche Ich zu dir, und Ich werde zu dir sprechen, damit viele zu Mir zurückfinden und in Mir Heilung und Frieden finden.

Hier spreche Ich zu dir, Mein geliebter Priester und Freund Meines Herzens.“ „Verbirg dich in Meinem Herzen, so wie Ich in den Tabernakeln auf der ganzen Welt verborgen bin, ungesehen, ungekannt, vergessen von den Menschen.

Tatsächlich wird zuerst „der Priester“ in diesem Mönch angesprochen. Ein ganz bestimmter Priester, der „zeitweise Zweifel an der Authentizität dessen [hatte], was da geschah“. Trotz seiner Zurückhaltung und seinem „Wunsch nach Anonymität“ wurde ihm von Christus wiederholt gesagt, „dass Seine Worte zur Segnung, Unterweisung und Tröstung für viele heutige Christen dienen sollen – vor allem aber für Seine geliebten Priester“.

Eines der vielen Themen des Buches ist jenes der Einsamkeit – auch der Flucht vor der Einsamkeit, der Ablenkungen, die uns immer wieder vom Wesentlichen, vom einzig Notwendigen abhält. Wir müssen uns – auch als Menschen dieser Welt – von unnützen, weltlichen Ablenkung enthalten und uns davon entfernen. Ganz sicher werden wir den Schmerz der Einsamkeit zu spüren bekommen, denn wir sind ihn nicht gewöhnt; doch dieser Schmerz kann nur durch die Gemeinschaft mit Gott – an seiner Brust – geheilt werden. Ganz in der Tradition der Kirche und ihrer Lehre vom geistlichen Leben erfahren wir, dass unsere Seele von Gott in die „Wüste“ geführt wird. Dort müssen wir lernen, ohne Ablenkungen diesen Schmerz der Einsamkeit und unserer Sünden zu spüren. Denn nur dann sind wir in der Lage, den heilenden Trost Christi zu empfangen.

Das zölibatäre Leben findet in Sinu Jesu ebenfalls statt. Es sind wunderbare Betrachtungen über die Schönheit und das prophetische Zeugnis des ehelosen, enthaltsamen Lebens. Auch hier besteht die Gefahr, sich in einer modernen Welt zu verlieren, die so auf Ablenkung ausgerichtet ist, dass wir leicht in diese Falle geraten und woanders Trost suchen. Denn diesen Trost und Frieden können wir nur in Christus wirklich finden. Dies betrifft nicht nur die Priester und Ordensleute, sondern jeden Christen.

Es findet sich in unserem Buch auch die ständig sich wiederholende Botschaft, dass wir uns auf einer irdischen Pilgerfahrt befinden. So ist es ein wahrer Trost, dass wir in der Anbetung Christi, im Viaticum, der himmlischen Speise auf dem Weg unserer Reise, bereits heute einen Vorgeschmack verkosten dürfen von der Vereinigung mit Gott, auf die wir im Himmel hoffen.

Die Seiten von In Sinu Jesu sind von intensiver Leuchtkraft und einer herzerwärmenden Inbrunst. Sie bewegen sich zwischen vielen fundamentalen Aspekten des geistlichen Lebens hin und her und tauchen tief in sie ein:
Gott lieben und von Gott geliebt werden;
die Praxis des Gebets in all seinen Dimensionen;
die einzigartige Macht der Anbetung; eine vertrauensvolle Ergebung in die göttliche Vorsehung;
der hohe Wert des Schweigens;
die Würde des liturgischen Gebets und der Sakramente;
das Mysterium des heiligen Messopfers;
priesterliche Identität und apostolische Fruchtbarkeit;
die Rolle der heiligen Jungfrau Maria und der Heiligen in unserem Leben;
Sünde, Verwundetsein, Gnade, Heilung und Läuterung;
das Warten auf den Himmel und die heiß ersehnte Erneuerung der katholischen Kirche hier auf Erden.
So viele tröstende und herausfordernde Wahrheiten, die in unserer Zeit bitter nötig sind, werden angesprochen und fordern die Reaktion unseres Herzens heraus; sie beschwören uns umzukehren und ermahnen uns, ein neues Leben zu beginnen.“ [Einführung]

Gebet:
Mir geschehe nach Deinem Wort.
Herr Jesus, ich nehme Deinen Plan an.
Ich gebe meine freie, vollständige Zustimmung zu Deinem Willen.
Ich will allem anderen entsagen und alles andere hinter mir lassen.
Ich bin Dein Knecht und
aufgrund Deiner unendlichen Barmherzigkeit
der Freund Deines Herzens. Amen.
(25. September 2011)

Zuerst erschienen in: Schweizerisches katholisches Sonntagsblatt

Ein benediktinischer Mönch
In Sinu Jesu
Wenn das Herz zum Herzen spricht – Aufzeichnungen eines Priesters im Gebet
Patrimonium-Verlag, 2019
390 Seiten; 22,80 Euro
ISBN: 9783864171178

 

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