Gott für Frauen – oder: Warum lässt die Kirche keine Priesterinnen zu?

Der moldawische Priestermönch Savatie Baștovoi wurde von der Journalistin Doina Popa des einflussreichen Gesellschaftsmagazin „VIP Magazin“ in Moldawien, gebeten, ihm einige Fragen zum Glauben stellen zu dürfen. Der Autor von „Anti-Parenting“, dem meistverkauften Buch Rumäniens des Jahres 2017, sagte zu und beantwortet in dem für ihn eigenen Stil, 33 Fragen über Gott und den Glauben. (Siehe auch sein Buch: Der Teufel ist politisch korrekt)

Der Titel könnte also missverstanden werden, da das Buch nicht für Frauen (allein) geschrieben wurde, vielmehr sind sie es, die ihre Glaubensfragen an den Mönch und Priester richten.

Im Klappentext des herausgebenden Hagia-Sophia-Verlag wird das Buch beschrieben als „Eine Geschichte von Genealogien, Ängsten und Vorurteilen, Liebe und Verrat, geschrieben mit dem Geschick eines Romanciers und der Zartheit eines Poeten. Verweise auf alte Texte und Kommentare von großer theologischer Raffinesse offenbaren einen liebenden Gott und erklären in einfachen Worten die großen Widersprüche, die der Bibel vorgeworfen werden.“

Angesichts der durch den Synodalen Weg hervorgerufenen Verwirrungen, die unter Katholiken zu Ausgrenzungen, Schuldzuweisungen und zur Trennung unter Brüdern führen, seien zunächst einige Zeilen der Antwort zur 2. Frage („Worüber würde Gott heute weinen?“) vorgetragen, die deutlich machen, dass es beim Synodalen Weg nicht darum geht, Gott zu gefallen, sondern allein den Menschen:

„Weinen ist eine Regung, die nicht zur ewigen Vollkommenheit Gottes passt. […] Gott ist vollkommen und unerschütterlich im Ausgießen seiner Liebe über diese Welt. Die Logik ist einfach:
Wenn Gott weinte, hieße, Er leide;
Wenn Er leide, hieße, Er hätte Schmerzen;
Hätte Er Schmerzen, hieße, Er könnte geschlagen werden;
Könnte man Ihn schlagen, wäre Er zerstörbar.
Und wenn Er zerstörbar wäre, wäre Er nicht mehr ewig, nicht mehr Gott.“

Dennoch gibt es ein Kapitel, das auf Frauen bezogen ist. Es ist äußerst aktuell und wiederum scheint es eigens für den Synodalen Weg der katholischen Kirche in Deutschland geschrieben worden zu sein. Der moldawische orthodoxer Mönch Savatie Baștovoi hebt auf Argumente ab, die den westlichen Menschen gänzlich fremd zu sein scheinen. Obwohl so bedenkenswert, würden sie vermutlich von den Damen und Herren Synodalen abgewiesen werden. Denn bei ihnen stehen sogenannte „Menschenrechte“ (soft skills) im Vordergrund, dafür weniger die Wahrheit, die in der Lehre verankert ist. Auch vor dem Hintergrund, dass die Moldawisch-Orthodoxe Kirche dem Moskauer Patriarchat untersteht, obwohl sie eine autonome östlich-orthodoxe Kirche ist, würden die Ausführungen des Autors der folgenden Zeilen nicht in einem ökumenische hilfreichen Sinne verstanden. – (Es folgt das 8. Kapitel aus Savatie Baștovoi aus „Gott für Frauen“)

Warum lässt die Kirche keine Priesterinnen zu?

Die Frage des weiblichen Priestertums kommt gerade im Rahmen von Diskriminierungsdebatten sehr oft auf. Es scheint die Schwachstelle der Kirche zu sein, so dass das Thema zu einer Art Tabu wird, zu einem Hammer, mit dem Organisationen, die sich mit Gender und Diskriminierung beschäftigen, ins Evangelium schlagen. Die wenigen Antworten, die ich im öffentlichen Raum dazu hörte, beziehen sich eher auf Emotionen denn auf eine historische, doktrinäre und psychosoziale Grundlage. In der Regel klingen sie gleich: „Es stimmt nicht, dass die Kirche Frauen diskriminiert; wie viele heilige Frauen wir doch haben und wie viel Ehre wir der Gottesmutter entgegenbringen!“

Bevor wir die Frage beantworten, warum Frauen keine Priesterinnen sein können, sollten wir uns fragen, was Priestertum ist. Ferner, warum eine Frau Priesterin werden sollte. Ist der Reiz des Verbotenen so groß? Was, wenn sich herausstellt, dass Priestertum sehr schwierig und riskant ist? Wenn herauskommt, dass schon in der Antike Priester die ersten waren, die überall verfolgt wurden, aufgrund antichristlicher Politik? Wer wurde während der Französischen Revolution als erste guillotiniert? Oder bei der Oktoberrevolution? Warum wurden Propheten, alttestamentliche Priester und Apostel getötet? Weshalb wurden die meisten Priester – und Bischöfe – der ersten drei Jahrhunderte gefoltert und hingerichtet?

Der Lauf der Geschichte zeigt, dass eher ein Armeegeneral in seinem Bett starb als ein Priester. Ist das eine gute Voraussetzung für Frauen? Darf die Kirche denn Frauen in den Tod schicken? Dass jeder Priester zum Opfer wird und bereit für Verfolgung und Tod ist, sagt sogar Christus; das Beispiel Seines Todes als Hohepriester ist das ultimative Argument in dieser Hinsicht. Sie werden entgegnen, dass Priester heute nicht in den Tod gehen, sondern zu Luxusautos, Prunkhäusern, schicken Anzügen, teuren Immobilien und sozialem Einfluss neigen. Dann muss ich Ihnen sagen, diese Dinge schließen sich nicht gegenseitig aus: Schon zur Zeit des heiligen Johannes Chrysostomos waren die Bischöfe sehr reich und wurden vom kaiserlichen Hof mit Ministerwürden bedacht. Der große Johannes, Patriarch von Konstantinopel, starb jedoch in Verbannung. Gab es denn in der Katholischen Kirche in Frankreich nicht schon vor der Revolution Opulenz? Natürlich, doch als es darauf ankam, wurden sowohl Heilige als auch Sünder getötet. Ebenso im zaristischen Russland: die kirchlichen Ämter hatten Korrespondenten in Armee und Polizei, Kirchen und Klöster besaßen Dörfer und sogar ganze Bezirke. Doch sie wurden verfolgt und massakriert, starben vor Kälte und Hunger: die Gerechten und die, die sich an der priesterlichen Würde nur bereichert hatten. Daher kann die Kirche als himmlische Niederlassung auf Erden die Frau nicht in den Tod und in den Kampf gegen die Bosheit der Welt drängen, denn die Frau hat ihren höchsten Dienst als Mutter. Vielleicht wurde die Frau deshalb so schön und weise in ihrer Art der Kommunikation gestaltet, eben um dem Tod zum Wohle der Kinder zu entgehen. Dies ist eine Antwort aus Sicht der moralischen und ontologischen Ordnung.

Ein weiterer völlig außer Acht geratener Aspekt des Priestertums ist die psychologische Dimension. Es gibt Tage, an denen der Priester die Beichten dutzender und sogar hunderter Menschen abnimmt. Einige von ihnen kommen mit monströsen Sünden: Sie warfen ihr Neu-geborenes in den Ofen, vergewaltigten die eigene Mutter oder den jüngeren Bruder, erstachen jemanden und versteckten die Leiche. All diese Last trägt der Priester bis zum Tod, ohne das Recht, sie offenzulegen.

Entsprechend leiden die meisten Priester an verschiedenen Stoffwechselerkrankungen, die auf Grund nervlicher und psychischer Belastung auftreten. Leider kenne ich keinen Priester ab 40, dessen Magen, Bauchspeicheldrüse oder Wirbelsäule nicht in Mitleidenschaft gezogen sind. Alles ist auf die Stunden im Stehen und die emotionale Belastung, der er ausgesetzt ist, zurückzuführen. Der Priester nimmt nicht nur die Beichte der Lebenden ab, sondern begräbt die Toten, hilft den Kranken und ist in ständiger seelischer Anspannung, er spendet den Kranken, Sterbenden und ihren Familien Trost. Auch hat er mit Scheidungen und Anklagen, Depressionen und Alkoholismus, Diebstahl und Armut zu tun. Mit anderen Worten, Priester zu sein bedeutet, einen klaren Kopf angesichts aller Probleme der Gemeinde zu haben und die Fähigkeit, sie zu bewältigen, ohne dass die eigene Familie darunter leidet. Das geschieht nämlich oft und man sieht am Ende Kinder, die vom Glauben abgefallen sind oder die sich sogar gegen ihre Eltern wenden. Wegen der Überforderung des Priesters fehlt ihm die Zeit für seine Familie. So gesehen könnte eine Priesterin ihre Berufung als Mutter nicht erfüllen: Priestertum ist schwer vereinbar mit der empfindlichen und störanfälligen Natur der Frau.

Priesterliche Arbeit und Familienführung sollten im Einklang stehen, doch das geschieht sehr selten und sollte daher das Hauptanliegen der Kirche sein: Nicht die Be-kehrung und Vermehrung von Schenkungen, sondern die Verbesserung des psychosozialen Umfelds der Priester, damit jeder die ihm zustehenden Aufgaben erfüllen kann, ohne seine Familie zu verlieren.

Was die anderen Aspekte des Priestertums angeht, wie etwa die Vermittlung zwischen Gott und Menschen, so hatten Frauen diese Rolle seit der Antike inne, abgesehen von Männern. Die Prophetin Hanna, Samuels Mutter, ist nur ein Beispiel für die Frau als Vermittlerin zwischen Gott und Menschen; Prophezeiungen waren nichts anderes als die Stimme Gottes, der die ganze Gemeinde gehorchen sollte. Folglich hat der Ausschluss des weiblichen Priestertums in seiner rituellen Form keinen philosophischen, also prinzipiellen, sondern nur einen Umstandscharakter. Übrigens gab es in der goldenen Ära des Christentums, zur Zeit des heiligen Johannes Chrysostomos, in der Kirche das Amt der weiblichen Diakonie, das heißt, Frauen übten eine geistliche Funktion am Altar aus. Dieses historische Detail bestätigt wiederum die Diskriminierungsfreiheit der Tatsache, dass Frauen keinen rituellen Dienst in der Kirche verrichten. Die einzigen Gründe gehören dem Umstand, bedingt durch die tausendjährige Erfahrung der Kirche im Laufe der sozialen Epochen.

Savatie Baștovoi
Gott für Frauen
Edition Hagia Sophia 2022
148 Seiten; 16,50 Euro
ISBN: ‎978-3963211218
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Propaganda oder der Mythos der Demokratie

Nein, Gabriele Kuby scheut sich nicht davor, heiße Eisen anzupacken. Dafür ist sie bekannt. So hat sie etwa mit ihren Büchern „Die Gender-Revolution – Relativismus in Aktion“, „Verstaatlichung der Erziehung – Auf dem Weg zum neuen Gender-Menschen“, „Die globale sexuelle Revolution – Zerstörung der Freiheit im Namen der Freiheit“ und mit „Gender – Eine neue Ideologie zerstört die Familie“ bei den einen Empörung erzeugt und Ablehnung erfahren, von vielen anderen Menschen dafür aber viel Zustimmung bekommen.

Ihr aktuelles Buch „Propaganda – oder der Mythos der Demokratie“ gehört in diese Kategorie, in der sie den politischen Machthabern und dem gesellschaftlichen Mainstream widerspricht, ja, sie in ihren Gewissen ermahnt.

Zu allen Zeiten gab es Propaganda und immer war es auch ein Werkzeug der Herrschenden. Doch noch nie wurde Propaganda so effizient benutzt wie in der heutigen Zeit. Die Buchautorin konstatiert, dass die Menschen durch hochentwickelte Techniken psychisch manipuliert werden, damit sie den Herrschenden folgen:

Die Zielgruppe – oft die gesamte Bevölkerung – soll zu einer Veränderung ihres Denkens und Handelns gebracht werden, ohne dass sie merkt, dass sie manipuliert wird, vielmehr so, dass sie meint, die Veränderung ihres Denkens und Handelns beruhe auf eigener freier Entscheidung und diene ihrem Wohl.

Bei Ihrer Analyse nimmt sich Kuby einige der wichtigsten Autoren und Forscher der Propaganda als Zeugen. Sie untersucht mit ihnen Entstehung und Wesen der Propaganda. So ist es ihr möglich, die wesentlichen Kriterien und Fakten auf nur knapp über hundert Seiten darzustellen.

Was Propaganda ist, wie sie entsteht, wie sie wirkt, welche Gefahren sich mit ihr verbinden und ob man sich ihr widersetzen kann, wird in den Antworten Kubys verständlich. Alle können mitreden, denn alle sind betroffen: es geht um Covid, um die „Corona-Pandemie“.

Erstmals wurde die gesamte Menschheit gleichermaßen in Angst versetzt und durch hochentwickelte Propaganda-Methoden psychisch manipuliert. Es war das Ziel der Machthaber der Welt (Politiker, Forscher, Medien und vor allem finanzstarker Einzelpersonen und Interessengruppen), die Zustimmung der Massen zu erreichen. So sind gerade die verordneten Corona-Maßnahmen geeignet, zu erfahren, wie von vermeintlich Mächtigen Fäden gesponnen werden. Kuby klärt auf und hilft den Menschen dabei, den notwendigen Widerstand gegen das Propaganda-Virus zu erkennen und diesen zu kräftigen.

Propaganda muss mit dem Mainstream arbeiten, den sie sie selbst erzeugt. Sie greift die Mythen und Narrative auf, die in der Zielpopulation Geltung haben.“ So versucht der Mainstream die Menschheit in Gute und Böse darzustellen, nämlich in Geimpfte und Ungeimpfte. Kubys Aussagen polarisieren besonders dann, wenn sie mit christlichen Werten argumentiert, die dem genannten Mainstream zuwider sind. Doch gerade darum ist das Buch wichtig, ja notwendig.

Wir leben eingetaucht in ein Meer der Lüge. Um die Lüge zu erkennen und nicht darin unterzugehen, ist die erste Voraussetzung, selbst nicht in der Lüge zu leben.
Über die vordergründige Problematik hinaus werden die Leser von „Propaganda – oder der Mythos der Demokratie“ besser verstehen lernen, wie Propaganda unser Leben bestimmt und verändert. Ein jeder kann dann in der Lage sein, eigenständiger zu denken und erkennen, wo und wie wir durch Propaganda manipuliert werden, die nichts mit Demokratie zu tun hat.

Der Wert des Buches, seine Wichtigkeit, sollte nicht unterschätzt werden. Doch dies ist nur möglich, wenn es viele Menschen lesen, studieren und ihre eigenen Konsequenzen daraus ziehen.

In diese Zeit sind wir hineingeboren. Der Stillstand ist vorbei. Wir sind auf der Zielgeraden. Es kann für uns nur eine Devise geben, im Glauben und im Vertrauen auf den Weg, die Wahrheit und das Leben zu wachsen. Die Herrscher dieser Welt gründen ihre Macht auf die Angst vor dem Leiden, die Angst vor dem Kreuz, die Angst vor dem Tod. Aber Jesus hat den Tod besiegt […]

Erstveröffentlicht bei CNAdeutsch  HIER BESTELLEN

Gabriele Kuby
Propaganda – oder der Mythos der Demokratie
Gerhard Hess Verlag 2022
127 Seiten; 14,80 Euro
ISBN: 978-3873367555

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Monsignore Fernando Ocariz – Opus Dei

Ein Gesprächsband mit dem Prälaten des Opus Dei

Seit 2017 ist Fernando Ocáriz der Prälat des Opus Dei, das sich besonders der Berufung zur Heiligkeit eines jeden Einzelnen im alltäglichen Leben kümmert. Der kürzlich im fe-Medienverlag erschienene Gesprächsband „Christen in der Gesellschaft des 21. Jahrhunderts“ bietet einen ersten Einblick in die Haltung von Ocáriz – und damit des Opus Dei – zu einer ganzen Reihe von Fragen.

Zum Thema Heiligkeit konstatiert der Prälat, dass dies „nicht perfektes Leben meint, sondern eine ständige Offenheit für Gott und ein Ringen darum, die uns von Gott zu unserem Wohl und zum Wohl anderer dargebotene Gabe Frucht bringen zu lassen“.

„Würden wir hingegen meinen, Heiligkeit in diesem Leben bestehe bereits in der ständigen, vollkommenen und bewussten Vereinigung mit Gott, so ist das utopisch; utopisch nicht bloß für den Verheirateten, sondern für jedermann“, betont Ocáriz. „Verstehen wir Heiligkeit hingegen als unsere persönliche Liebesbeziehung zu Gott, die unser ganzes Leben umfasst und unaufhörlich wächst, immer bedroht ist und immer am Anfang steht, dann erkennen wir, dass die Ehe einer der Wege sein kann, die den Menschen zu dieser Gottesbegegnung führen kann.“

Der Begriff Freiheit spielt beim Opus Dei ebenfalls eine Schlüsselrolle. „Die Leidenschaft für Freiheit ist ein sehr positives Zeichen unserer Zeit; schließlich ist es die Freiheit, die uns wählen lässt und die uns wahrhaft zu lieben befähigt“, heißt es denn auch im Buch.

Doch damit nicht genug – recht verstandene Freiheit bestehe nicht bloß „in der Möglichkeit, zwischen verschiedenen Alternativen zu wählen, sondern auch in der Fähigkeit, ein überaus kostbares Gut, für das sich das ganze Leben einzusetzen lohnt, zu entdecken und anzunehmen“, so Ocáriz. „Entdeckt jemand ein hohes Gut, verzichtet er darauf für gewöhnlich nicht, auch dann nicht, wenn es schwierig wird. Gerade hier zeigt sich ja die Größe der Freiheit.“

Kurzbetrachtungen im Licht des Evangeliums

Ebenfalls einen niederschwelligen Einstieg – in diesem Fall ins geistliche Leben – bietet das ebenfalls beim fe-Medienverlag erschienene Buch „Im Licht des Evangeliums“, das zahlreiche Kurzbetrachtungen von Fernando Ocáriz vereint.

Auf jeweils etwa zwei Seiten findet der Leser so einen schönen Tagesimpuls, ausgehend jeweils von einem Vers aus der Heiligen Schrift.

In einer Betrachtung über die Bezeichnung Jesu Christi als „Gott mit uns“ (Mt 1,23) erläutert Ocáriz mit Bezug auf den Gründer des Opus, den Hl. Josefmaria Escrivá: „Gelegentlich sagte der heilige Josefmaria dem Herrgott, bevor er mit einer Arbeit begann: ‚Jesus, erledigen wir das zu zweit.‘ Jesus ist bei uns, wir sind seine Werkzeuge. Dies setzt voraus, dass wir gut handeln und richtig arbeiten; sonst würden wir unseren Herrn in gewisser Hinsicht schlecht dastehen lassen – seines Werkzeugs wegen.“

„Jesus und ich. Das ist eine persönliche, einzigartige und nicht übertragbare Beziehung“, betont der Prälat. „Doch zugleich wird die Einheit mit Christus, wenn sie echt ist, zur Vereinigung mit dem Leib Christi, der Kirche: Gemeinschaft mit Gott, Gemeinschaft der Heiligen. Die Beziehung „Jesus und ich“ wird zu einer Einheit für andere und mit anderen.“

Ein derartiger Gedanke am Morgen kann einen Gläubigen durch den Arbeitstag tragen – sei es im Büro oder auf dem Bau oder zu Hause bei der Erziehung der Kinder. So vollzieht sich die Heiligung des Alltags in kleinen, „menschlichen“, für jeden machbaren Schritten.

(zuerst erschienen bei CNA Deutsch)

Fernando Ocáriz: Christen in der Gesellschaft des 21. Jahrhunderts. Ein Gespräch des Prälaten des Opus Dei mit Paula Hermida Romero; fe-Medienverlag; 112 Seiten; 8,95 Euro

Fernando Ocáriz: Im Licht des Evangeliums. Kurzbetrachtungen; fe-Medienverlag; 216 Seiten; 8,95 Euro

Monsignore Fernando Ocariz – Prälat des Opus Dei

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Achille Ratti: Der Missionspapst Pius XI.

Nur einer der drei Pius-Päpste des vergangenen Jahrhunderts wurde heiliggesprochen (Pius X. im Jahr 1954). Wenn es auch Diskussionen um eine mögliche Heiligsprechung von Pius XII. gibt, so steht dies offenbar für Papst Pius XI. nicht zur Diskussion. Warum waren andere Päpste, die vor, aber auch nach ihm zur Ehre der Altäre erhoben wurden, heiliger als er?

Das vorliegende Buch von Konstantin Stäbler beschäftigt sich nicht mit dieser Frage. Er geht der missionarischen Tätigkeit des Papstes nach, und seinem Ruf als „Missionspapst“.

Achille Ratti (geb. 31. Mai 1857) war, bevor er zum Papst gewählt wurde, Nuntius in Polen und Erzbischof in Mailand. Als solcher nahm er am Konklave nach dem überraschenden Tod von Papst Benedikt XV. teil und wurde am 6. Februar 1922 zu dessen Nachfolger zum Papst gewählt. Als Pius XI. leitete er die Kirche bis zum Vorabend des Zweiten Weltkriegs. Er starb am 10. Februar 1939.

Wenn auch die Enzyklika „Mit brennender Sorge“ (1937) als sein bekanntestes Rundschreiben gilt, so ist seine vierte von dreißig Enzykliken „Rerum ecclesiae – Über die Pflicht und Art der Förderung der heiligen Mission“ die wohl weitreichendste seiner Amtszeit.

Doch nicht erst und nicht nur dieses Dokument beflügelte die katholischen Missionen in allen Erdteilen. Pius XI. hat bereits in den ersten Wochen seines Pontifikates verkündet, dass er gleich seinem Vorgänger ebenso ein „Missionspapst“ sein wolle. Er baute die von Benedikt XV. begonnenen Initiativen weiter aus und führte die katholische Missionsarbeit zu einem vorläufigen Höhepunkt.

„Neben den großen historischen Missionskundgebungen des Pontifikats Pius‘ XI. gab es noch weitere Verlautbarungen, Veranstaltungen und Gründungen, die ihr Entstehen entweder direkt dem Papst zu verdanken haben oder doch wenigstens mit seiner Gutheißung durchgeführt wurden und so seinen besonderen Segen hatten.“

Das mit vielen Detailinformationen und mehreren Fotos gespickten Buch kann gerne allen historisch Interessierten weiterempfohlen werden. Auch jene, die immer schon wissen wollten, wie katholische Mission noch bis vor wenigen Jahrzehnten funktionierte, werden in diesem Buch fündig.

Zuerst erschienen bei CNAdeutsch

Konstantin Stäbler
Pax Christi in Regno Christi – Der Missionspapst Pius XI.
88 Seiten; 8,99 Euro
ISBN: 978-3756208395

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Gott und Welt – Natur und Übernatur

Zweck der vorliegenden Studie des bayerischen Benediktiners Godehard Geiger aus dem Kloster Metten ist die Darstellung der Harmonie, die zwischen der übernatürlichen Ordnung, wie sie in der christlichen Offenbarung gelehrt wird und in der christlichen Kirche verkörpert ist, und der Naturordnung existiert.

Alle Einwendungen, die gegen das Christentum und seine Lehren und Einrichtungen erhoben werden, gehen im letzten Grunde aus dem vermeintlichen Widerspruch hervor, in dem sie mit der Natur stehen sollen.

Demgegenüber hat die christliche Apologetik zu zeigen, dass die natürliche Ordnung selbst auf ein höheres Leben des menschlichen Geistes und eine übernatürliche Weltordnung hinweist und sie fordert, und dass die übernatürliche Ordnung, wie sie die christliche Religion und Kirche lehrt und darstellt, mit der Naturordnung vollkommen harmoniert, folglich tatsächlich jene übernatürliche Ordnung ist, auf welche die Natur selbst hinweist.

Besonders in unserer Zeit scheint der Erweis dieser Harmonie ein dringendes Bedürfnis für die Menschheit zu sein. Die moderne Menschheit hat sich allzu tief in die Natur verstricken lassen und darüber ihre übernatürliche Bestimmung vergessen. Aber unbefriedigt von der Natur hungert und dürstet der menschliche Geist doch wieder nach einem höheren Lebensgehalt, kann aber die Brücke von dem Naturalismus hinüber zur übernatürlichen christlichen Weltanschauung nicht so leicht finden. Diese Brücke ihm zu bauen scheint darum die dringendste Aufgabe der christlichen Glaubenswissenschaft zu sein.

In zwölf Kapiteln werden die Lehren der Kirche entfaltet. Dabei werden jeweils „das natürliche Leben in der Naturordnung“ beachtet und die freie Mitwirkung des Menschen hin zu einem Gottgefälligen Leben in Aussicht gestellt. Denn unter der Mitwirkung Gottes wird der Mensch auch die übernatürliche Lebensordnung kennenlernen, die beide zusammen im großen Organismus des göttlichen Heilswillens zusammenwirken.

„Dadurch, dass die Vermittlung und Entwicklung des übernatürlichen Lebens in der Menschheit an die freie Mitwirkung des Menschen geknüpft ist, ist die größere oder geringere Vollkommenheit dieser Entwicklung bedingt.“ – Ein kluges Buch, das zum Nachdenken anregt.

Zuerst erschienen bei CNAdeutsch

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Godehard Geiger: Gott und Welt – Natur und Übernatur
Verlagsbuchhandlung Sabat 2022
224 Seiten; 24,95 Euro;
ISBN 978-3943506976

Verlagsbuchhandlung SABAT

Von der Beachtung der Keuschheit

Wie Rita das Gelübde der Keuschheit verwirklichte

Durch ein Wunder der Gnade Gottes war Rita auch ein vollendetes Vorbild der Keuschheit. Denn diese wunderbare Tugend, wie sie im Ordensstand gelobt und gelebt wird, ist wahrlich ein Wunder der Gnade. Die Natur kann sie nicht geben, sie ist wirklich Gottes Gabe. Rita war von engelsgleicher Reinheit, weil sie immer die Jungfräulichkeit der Seele bewahrt hatte.

Von frühester Kindheit an war es Ritas inniger Wunsch gewesen, sich Gott zu weihen. Als sie nicht auf eigenen Wunsch, sondern im Gehorsam gegenüber dem Willen Gottes und ihrer Eltern geheiratet hatte, lebte sie in vollkommener ehelicher Keuschheit. Selbst als Ehefrau und Mutter blieb der Wunsch nach dem geistlichen Lebensstand immer in ihr lebendig. Und als der Tod ihr den Mann und die Kinder genommen hatte, eilte sie, wie wir wissen, umgehend ins Kloster und wurde dann auf wunderbare Weise aufgenommen, um sich selbst dort gleichsam zu begraben, zuerst als Gottes Magd, dann als Braut des Gottessohnes. Im Kloster nun erwarb sie mit Gottes Gnade und im strikten Gehorsam gegenüber dem Gelübde der Keuschheit jene Reinheit, die das Kennzeichen der Engel ist.

Um das Gelübde der Keuschheit zu bewahren, bewachte Rita ihre Sinne, sie beherrschte sie und hielt sich von allem fern, was das Gelübde gefährden konnte. Sie bewachte ihre Augen und hielt sie immer auf Jesus gerichtet, ihre Ohren, indem sie nur auf das hörte, was Gott zu ihr sprach, ihre Zunge, indem sie nur in der Sprache des Himmels redete, ihre Gedanken und ihr Herz, indem sie sich jeden Tag neu Gott weihte.

Ritas engelsgleiches Leben im Kloster entging nicht dem Erzfeind der Seelen, und Gott, der ihre Treue als Braut seines Sohnes stärken wollte, erlaubte Luzifer, sie zu versuchen und anzugreifen, manchmal durch Komplimente oder verlockende Vorschläge. Aber Rita war zu erprobt in den Tugenden, um ein Opfer der Ränke Luzifers zu werden, und so oft er versuchte, sie zum Verstoß gegen ihr Gelübde zu verleiten, genauso oft unterlag er. Rita schien zu wissen, dass die Keuschheit hauptsächliches Ziel der Attacken Luzifers war. Um über diesen mächtigen Feind zu triumphieren, richtete sie daher all ihr Bemühen darauf, ihren Leib dem Geist zu unterwerfen.

Die Mittel, die Rita wählte, um ihren Leib zu unterwerfen, würden Menschen, die keinen Glauben haben oder den weltlichen Luxus lieben, vielleicht als töricht, verrückt oder überspannt bezeichnen. Um ihren Leib zu unterwerfen, fastete sie. Sie hielt drei Fastenzeiten im Jahr und fastete auch zu den Vigilien der Feste der Gottesmutter Maria und ihrer Schutzheiligen. Während des Fastens nahm sie nur eine Mahlzeit am Tag ein und diese bestand nur aus Brot und Wasser. Durch die Schwächung ihres Körpers wurde Rita geistlich stärker und fähiger, sich gegen den Bösen zu verteidigen. Wenn sie das geringste Anzeichen von Auflehnung des Körpers spürte, erhob sie ihre Seele zu Gott und meditierte über die Heftigkeit und Ewigkeit der Höllenstrafe.

Rita handelte entsprechend und bedachte, dass »die Leiden der gegenwärtigen Zeit nichts bedeuten im Vergleich zu der Herrlichkeit, die an uns offenbar werden soll« (Röm 8,18). So hielt sie ihren Leib in Zucht und konnte jeden Angriff des Widersachers gegen ihr Gelübde abwehren. Sie nahm auch das Kreuzzeichen zu Hilfe, hatte immer die heiligen Namen Jesu und Mariens auf den Lippen und wurde durch fortwährende Bußübungen gestärkt.

Rita war nie glücklicher als in der Kapelle oder in der Stille und Einsamkeit ihrer Zelle. Sie ging nicht gerne ins Sprechzimmer, um mit Besuchern zu reden, außer wenn es sich um Hilfesuchende handelte, die Rat und Trost suchten.

(Sicardu J., Hl. Rita von Cascia, Kap. 20, Media-Maria 2022)

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„Das Buch eignet sich mit seinen kurzen Kapiteln von drei bis vier Seiten gut für einen Tagesimpuls, um selbst ein heiligmäßiges Leben zu führen und in der Liebe zu Gott zu wachsen. Einige Gebete runden das Werk ab.“CNA

P. José Sicardo OSA
Hl. Rita von Cascia. Helferin in größter Not
Media Maria 2022
144 Seiten; 14,95 Euro
ISBN: 978-3947931392

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„Genug geschwiegen!“ – Empfehlenswertes Buch GEGEN Abtreibung!

Wenn sich nicht erst seit heute, vielmehr schon seit Jahrzehnten, Menschen für die Abtreibung oder zumindest für die Freigabe dieser Methode der Tötung ungeborener Kinder einsetzen, so liegt dies auch daran, dass sie sich von niemandem etwas vorschreiben lassen wollen. Aus dem Brüllen der 1968er-Bewegung „Mein Bauch gehört mir!“ ist längst eine „Pro Choice“-Bewegung geworden, deren Anhänger sich für eine grundsätzliche Entscheidungsfreiheit in dieser, aber auch in anderen Fragen einsetzen.

„Was denkst du über Abtreibung?“ fragte ich eine Studentin. Sie hielt inne und sagte dann: „Also, ich selber würde nie eine machen lassen, aber ich denke, jede Frau sollte selbst entscheiden, was sie mit ihrem Körper macht.“

Offenbar ist es in einem gesellschaftlichen Klima, das für Freiheit und Toleranz einsteht, nicht einfach, einen großen, renommierten Verlag zu finden, der mit seiner Werbemaschinerie in der Lage ist, „ein Lehrbuch, das die Gedanken renommierter Lebensschützer enthält und ihre Argumente auf praktische und ausführliche Weise darstellt“ auf dem deutschsprachigen Buchmarkt zu positionieren.

Stattdessen hat die Aachener Verlagsgruppe Mainz mit dem kleinen, aber feinen Bernardus-Verlag, in dem Publikationen herausgegeben werden, die auf einem soliden katholischen Wertefundament stehen, sich des Buches „Genug geschwiegen!“ der kanadischen Lebensschützerin Justina van Manen angenommen.

Bei dem Taschenbuch „Genug geschwiegen!“ handelt es sich um ein neues, ja einmaliges Hilfsmittel für Menschen, die sich in der Lebensschutzbewegung engagieren, und für solche, die sich selbst bilden möchten und Argumente suchen, um das, was sie in ihrem Inneren wissen – menschliches Leben darf grundsätzlich nicht getötet werden –, weiterzugeben.

Die Autorin Justina van Manen gibt diesen Menschen einen Leitfaden an die Hand, wie sie lernen können, „mit Abtreibungsbefürwortern kompetent und einfühlsam über Abtreibungen diskutieren“ zu können. Sie macht die Menschen stark und spricht ihnen Mut zu.

„Unsere Pro-Life-Position zu äußern, mag uns einschüchtern, besonders im heutigen politischen Klima. Aber sich hinter unseren Ängsten zu verstecken und zu hoffen, dass jemand anderes einspringt und unseren Auftrag erfüllt, ist egoistisch. Wenn wir unsere Angst mit dem Leben kostbarer Kinder abwägen, wie können wir dann schweigen?“

Jedes Argument wird „anhand einfacher Konversationsbeispiele“ erklärt. Diese wurden alle bereits oft von Pro-Life-Aktivisten bei ihren Einsätzen auf Straßen oder vor Kliniken und Arztpraxen, in denen Abtreibungen vorgenommen werden, aber auch bei persönlichen Beratungen, angewendet.

In zahlreichen Faktenchecks und Begriffserklärungen werden dem Leser Grund- und Fachwissen vermittelt, an dem es oft mangelt. Das Buch enthält viele apologetische Hilfen, dokumentiert Zeugnisse „von geretteten Leben und überzeugten Mitmenschen“. Vor allem aber gibt es Antworten „auf jede Frage“, die jemand zum Thema Abtreibung haben könnte.

„Gute Botschafter setzen sich mit Wissen für die Schwachen ein, aber sie tun dies auch mit Weisheit und Charakter.“

Dieses Buch ist in der Lage, Herzen und Köpfe zu verändern.

(Erstveröffentlicht bei CNA)

Justina van Manen
Genug geschwiegen
Schwierige Abtreibungsfragen selbstsicher begegnen
Bernardus-Verlag 2022
259 Seiten; 15 Euro
ISBN: 978-3810703613

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Verblüffend …

Als Kind schlug der heute 28-jährige ein Buch auf,
das sein ganzes Leben verändern sollte:
die Apophthegmata Patrum – Sprüche der Wüstenväter.
Von da an wollte er „die Söhne dieser Verrückten Christi“ treffen.
Die Mission war nicht unmöglich, denn er wurde
in eine praktizierende katholische Familie hineingeboren
und hatte nach eigenen Angaben das Glück,
„beide Messen“, Paul VI. und Pius V., kennenzulernen.

Seine Kindheit und Jugend waren von kurzen Aufenthalten
in verschiedenen Klöstern geprägt.
„Je öfter ich dort war,
desto mehr wuchs mein Wunsch,
Mönch zu werden.“

Apophthegmata Patrum
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Wahrer Gehorsam in der Kirche. – Ein Leitfaden in schwerer Zeit

Kann man angesichts von Corona-Pandemie und Ukraine-Krieg überhaupt davon reden, dass es eine „Krise des Gehorsams“ gibt? Die überwiegende Mehrzahl der Menschen wenigstens steht treu und gewissenhaft zu verordneten Maßnahmen. Und doch gibt es eine Gehorsamskrise. Ein jeder weiß davon zu berichten: Eltern, Lehrer, Vorgesetzte: Wer Gehorsam erwartet, muss Überzeugungsarbeit leisten.

Das weiß auch Dr. Peter Kwasniewski, der Autor des vorliegenden Buches, das den Titel trägt: „Wahrer Gehorsam in der Kirche“. Er philosophiert darin über jene Probleme, die es heute dem treuen Katholiken schwer machen können, im Glauben fest zu stehen.

Kwasniewskis schmales Bändchen bietet eine kurze und prägnante Zusammenfassung eines schwierigen Themas, das besonders auf unsere Zeit anwendbar ist. Das Buch bietet eine informative und spannende Lektüre. Der Autor weiß, dass „Gehorsam“ einen schlechten Ruf hat.

Dies sei immer dann der Fall, wenn „Autorität missbraucht und Vertrauen ausgenutzt und enttäuscht“ werde. Dabei werde nicht auf das Gemeinwohl geachtet, sondern das eigene oder das von besonderen Interessengruppen. Bequemlichkeit, Liberalismus, moralische Laxheit und religiöse Missbräuche seien Folgen davon.

Kwasniewski befolgt in seiner Arbeit die Prinzipien, die in der Kirche immer Geltung besaßen. Der britische Dominikaner Dr. Thomas Crean O.P. sagt dazu: „In Anlehnung an die Lehre des heiligen Thomas von Aquin stellt Peter Kwasniewski zeitlose Prinzipien vor, die uns helfen können, in schwierigen Zeiten durch die Meerenge wahren Gehorsams zu navigieren.“

Kwasniewski geht es um die Gehorsamsfrage im Zusammenhang mit dem Thema der heiligen Liturgie. Päpstliche Dokumente zur Liturgie sind seit vielen Jahren zu Streitobjekten zwischen Theologen und Laien geworden.

Papst Benedikt XVI. bestätigte 2007 mit dem Motuproprio „Summorum Pontificum“, dass jene Liturgieform, die in der katholischen Tradition seit 2000 Jahren gewachsen war und weitergegeben wurde, nicht mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil ein Ende gefunden hat, sondern stattdessen weiter seine Existenzberechtigung habe.

Als nur wenige Jahre später sein Nachfolger eine andere Verordnung samt Einschätzung der Katholiken vefügt, die Schmerz, Sorge und Unverständnis ausgelöst haben, kann das Gewissen eines Katholiken schon sehr strapaziert werden.

Pater Richard Beron OSB (1903–1989) aus Beuron, ab 1962 Mitglied der liturgischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz und ab 1964 Consultor des Concilium Liturgicum in Rom, notierte, als unmittelbar im Zusammenhang mit der Liturgiereform ein regelrechter Kampf darüber ausbrach, welche Theologen ihre Liturgietexte und welche Verlage künftig liturgische Bücher herausgeben dürften: „Was sind das alles für Überlegungen unter Menschen, die im engsten geistlichen Sinn zueinander Brüder sind! Können wir so voreinander bestehen?“

Wie sich heute Bischöfen wie Betroffenen der Papst als Destabilisator der Römischen Liturgie präsentiert, ist vielfach berichtet und dokumentiert worden. Nicht nur mit „Traditionis Custodes“ hat demnach Franziskus die von Papst Benedikt begonnene Befriedung in liturgischen Fragen in das Gegenteil verkehrt: Wie kann es sein, dass innerhalb von weniger als 15 Jahren und innerhalb von zwei Pontifikaten der jeweilige Papst etwas vollkommen anderes verfügt als sein Vorgänger? Wie und wem und wo ist der Katholik da Gehorsam schuldig?

Das Franziskus-Dokument „Traditionis Custodes“ hebt nicht nur Benedikts „Summorum Pontificum“ auf; für Kritiker verabschiedet sich dieses auch von jener katholischen Position, die besagt, dass es in der Geschichte der Liturgie zwar „Wachstum und Fortschritt, aber keinen Bruch“ geben kann.
Während speziell das Verbot der „tridentinischen Messe“ von Benedikt als ein Verstoß gegen die lebendige Tradition der Kirche und sein natürliches „Wachsen“ betrachtet wurde, betont er auch noch, dass es „uns außerordentlich geschadet“ habe.

„Jenen Uniformismus, mit dem man jetzt das absolute Verbot des Missale von 1962 zu rechtfertigen versucht, hat es in der Geschichte allenfalls in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gegeben, aber er gehört nicht zum Wesen der lateinischen Liturgie. Mit Recht hat Mailand seine alte Liturgie festgehalten; mit Recht suchen Toledo und Lyon ihre alten Traditionen neu zu beleben.“ (Vgl. Ratzinger, „Aus meinem Leben“.)

Der Schaden, der durch das Verbot hervorgerufen wurde, und die Favorisierung einer neuen Liturgie, die als ein „Produkt gelehrter Arbeit und von juristischer Kompetenz“ (Ratzinger/Benedikt) anzusehen ist, bezeichnen einige Theologen als ein „Werk des Heiligen Geistes“. Doch welch Geistes Kind gebastelte Liturgien sein können, erleben viele Gläubigen Sonntag für Sonntag in Kirchen landauf, landab.

Wie die Dogmen ist auch die Liturgie etwas der Kirche Vorgegebenes. Hier wird von Kwasniewski die Diskussion zum Thema „wahrer Gehorsam in der Kirche“ eröffnet. Unfreiwillig erhält er Unterstützung eines anderen Benediktiners und Liturgiewissenschaftlers. Während Papst Franziskus die Konzilsväter als die eigentlichen „Väter“ der Liturgiereform betrachtet, stellt Pater Angelus Häußling (1932–2017) die wichtige Frage: „Welche ,Väter‘ sind die ,heiligen‘, deren Normen gelten sollen?“

Der Autor unseres Buches beteuert, dass er und andere, die sich für die überlieferte Liturgie einsetzen, weder „Revolutionäre noch Ungehorsame“ seien. Denn tatsächlich ginge es nicht darum, was einer sage oder nicht. Vielmehr gehe es um „die Autorität der Wahrheit im Hinblick auf das höchste Gut, auf Gott“. So stehe auch das Gewissen „immer in Verbindung mit der wahren Lehre“, und sie alleine ist die „Quelle der Erleuchtung“, „die sich dem empfänglichen Geist als Wahrheit nahelegt“.

Zuletzt schreibt Kwasniewski, das Gewissen müsse das tun, „wozu es geschaffen“ sei. Es dürfe sich nicht „durch einen fadenscheinlichen Missbrauch des Gehorsams auslöschen lassen“. Es geht also um den „Gehorsam gegenüber der Wahrheit, aus Liebe zum Guten – aus Liebe zu Gott“.

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Peter Kwasniewski
Wahrer Gehorsam in der Kirche.
Ein Leitfaden in schwerer Zeit
Os Justi Press 2022
118 Seiten; Preis 11,72 Euro
ISBN: 979-8807100887

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„Weckt Eure Liebe auf!“

Exerzitien-Buch von Kardinal Sarah für Ehepaare

„Exerzitien für Ehepaare“

„In der natürlichen Schöpfungsordnung gleicht jede Ehe einem kostbaren Kelch denn Gott ist ihr Urheber.“ Wie der Kelch des eucharistischen Opfers, „wird die Ehe, diese natürliche und von Gott geschaffene und gewollte Wirklichkeit, die im Kelch ihr Abbild findet, zur Würde des Sakramentes erhoben.“

Kardinal Sarah sieht und betrachtet im ersten Teil seines Buches die Gemeinschaft der Ehepartner in Christus. Er erläutert, wie die Ehe als „Wirklichkeit des Bundes im Herrn und Schöpfer alles Guten“ ihren Ursprung und ihren „wahren Grund und ihr Ziel“ findet.

Im zweiten Teil betrachtet Sarah die Ehe und die Ehepartner im Lichte der Herausforderungen unserer Zeit. Er spricht von Kampf, von Opfer und Furcht. Auch Martyrium und Heiligkeit sind Begriffe, die er verwendet. Hierbei zeigt er auf, dass die Ehe, wenn sie im Sakrament Christi gegründet ist, jene Gnadengaben erhält, die nicht nur persönliche Schwierigkeiten auszuräumen, sondern sogar in einer Welt bestehen kann, in der die Werte unseres Glaubens verleumdet und verachtet werden.

Es folgen zwei Anhänge, wobei der erste dem Gebet der Ehepartner gewidmet ist. Der Kardinal gibt eine Einführung und erläutert, wie er sich vorstellen kann, dass Eheleute miteinander beten. Für jeden Wochentag liefert er Gebets-, Schrift- und Betrachtungs-Texte. Das folgende, besondere Gebet, beendet die tägliche gemeinsame Gebetszeit:

O Gott, wir kommen zu dir.
Leite du uns nach dem Willen Gottes.
Mach uns fähig. Eheleute und Eltern nach dem Herzen deines Sohnes zu sein.
Gewähre, dass sich unsere Vereinigung jeden Tag vertieft.
Gib uns ein Herz, das unseren Ehegatten, unsere Kinder und unseren Nächsten immer mehr liebt.
Bewahre uns in der Treue zum Wort Gottes.
Erneuere in uns die Gaben des Heiligen Geistes.
Mögen wir immer das Herz des Armen haben, das uns nur zu Gott hinführt.
O Maria, bewahre uns vor allem Bösen, besonders in der Stunde unseres Todes. Amen.

Robert Kardinal Sarah.
Weckt eure Liebe auf! – Exerzitien für Ehepaare
fe-medienverlag 2021
152 Seiten; 12,90 Euro
ISBN: 978-3863573041

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