Fest des allerheiligsten Namens Jesu (2. Januar 2018) – mit einer Buchempfehlung

„Das also ist es,
du Quell der Liebe,
worum ich im Vertrauen auf Deine
allmächtigste Barmherzigkeit und
Deine barmherzigste Allmacht bitte:
Daß Du
in der Kraft Deines wunderbaren Namens
und des Geheimnisses Deiner heiligen Menschheit
mir
meine Sünden vergibst
und die Krankheiten meiner Seele heilst.“

( Aelred von Rievaulx, Hirtengebet)

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Wir sollen, sagte der hl. Bernardin von Siena,
Jesus oft mit dem geistigen Auge sehen,
damit wir ihn „häufig nennen,
aus Ehrfurcht, aus Liebe, aus Glauben“.

Eine Buchempfehlung:

Es fügt sich, dass der Rezensent ausgerechnet am Gedenktag des heiligen Papstes Damasus I. (11. Dezember) ein Büchlein in der Hand hält, das den Titel trägt „Der Name Jesu sei euer Gruß“. Franziskanerpater Gottfried Egger, der diese Kleinschrift im Miriam-Verlag herausgegeben hat, übernahm den Titel dieser Schrift von seinem Schweizer Landsmann, dem heiligen Nikolaus von Flüe, der zu seinen Lebzeiten im 15. Jahrhundert begann, seine Briefe mit „In nomine Jesu“ (im Namen Jesu) zu beginnen. Fortan wird in der westlichen Kirche die Bedeutung und die Wirkung des Namens Jesu mehr und mehr erkannt.

Dies zeigt der Obere des Franziskanerklosters Näfels eindrücklich, wenn er im Folgenden den Namen Jesu herleitend aus seinen biblischen Wurzeln und der christlichen Tradition vor allem in seinen heiligen Mitbrüdern entdeckt. Besonders beschäftigt sich Gottfried Egger mit der Namen-Jesu-Verehrung des hl. Bernardin von Siena. Dieser betonte, am besten trage das eigene Herz die Inschrift des Namens Jesu. Dies sei wichtiger als das geschriebene Wort oder ein gemaltes oder gehauenes Bildnis Jesu. Wir sollen, so Bernardin, Jesus oft mit dem geistigen Auge sehen, damit wir ihn „häufig nennen, aus Ehrfurcht, aus Liebe, aus Glauben“. So würden wir uns daran gewöhnen, bei „jedem Ereignis immer Jesus im Herzen“ zu haben. Denn im Namen Jesu sei „alles, was Gott zur Erlösung der Welt tat, alles ist in diesem Namen Jesu verborgen“.

Und was hat nun der heilige Papst Damasus I. mit dem Namen Jesu zu tun? Dieser Papst Damasus (305-384) hat die Lehre von der Dreifaltigkeit endgültig gefestigt. Denn er bezeichnete den Heiligen Geist als dritte Person der Heiligsten Dreifaltigkeit, was später im Glaubensbekenntnis niedergelegt wurde. In diesem Zusammenhang führte er ein, dass beim Breviergebet nach jedem Psalm das Gloria Patri (Ehre sei) beigefügt wurde.

Erstveröffentlicht bei kath.net

Gottfried Egger OFM
Der Name Jesus sei euer Gruß
Miriam-Verlag 2017
ISBN: 978-3874494151
64 Seiten; 3,80 Euro

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Christi Schweißtuch von Manoppello – „Von Angesicht zu Angesicht“

Buchbesprechung

Paul Baddes Buch „Von Angesicht zu Angesicht“ ist sicher für all jene, die dem Schleierbild von Manoppello, dem „kostbarsten Schatz der katholischen Kirche“, verbunden sind, eine willkommene und aktualisierte Bestandsaufnahme dessen, was das „Muschelseidentuch“ ausmacht. Zuletzt hat kein geringerer als Robert Kardinal Sarah bezeugt: „Hier in Manoppello begegnen wir dem Antlitz Gottes von Angesicht zu Angesicht. Und wenn wir uns von ihm anschauen lassen, reinigt und heilt uns sein Blick.

In gebotener Kürze und dennoch eindringlich und anschaulich stellt Badde die Entwicklung sowie die neuesten Erkenntnisse zu Christi Schweißtuch von Manoppello, dem „soudarion“, vor. Badde, von Hause aus Historiker und Journalist, taucht tief in die Geschichte hinab, damit der Leser verstehen kann, wie es um die schier unglaubliche Geschichte dieses Tuches steht, welches das Antlitz Christi nach seinem Leiden zeigt und sich seit Jahrhunderten hinter einer Scheibe in einem monstranzartigen Behältnis befindet. Ist es nicht wirklich unglaublich, dass dieser Schatz frei zugänglich ist und in der Kirche der Kapuziner von Manoppello von jedermann aus nur wenigen Zentimetern Entfernung betrachtet werden kann, während andernorts Kunstschätze für Millionen Euro verkauft und gekauft werden, damit sie, unter Verschluß gehalten, nie mehr zu sehen sind?

Die Trappistin Schwester Blandina, die Badde in den 80er-Jahren informiert und auf die Fährte gesetzt hat, erkannte schon früh, dass das in den italienischen Abruzzen verborgene Bildnis das wahre Antlitz Christi zeigt. Sie war auch die erste, die die Bildnisse von Turin (das Grabtuch) und Manoppello übereinanderlegte und Übereinstimmungen des Kopfes und des Gesichtes mit ihren Verwundungen feststellte. Badde war auf der Spur, er war ergriffen, und eine begeisterte Suche nach den Ursprüngen begann. Dabei wurde er selbst zum größten Begeisterten und Verehrer des „Volto Santo“ von Manoppello.

All dies kann der Leser komprimiert auf knapp 80 Seiten nachlesen und sich selbst ergreifen lassen. Auch und gerade jenen, die noch nichts vom „Volto Santo“, dem „menschlichen Gesicht Gottes“ (Papst Benedikt XVI.) wissen, sei das Buch ganz besonders und ausdrücklich empfohlen; denn gerade für sie könnte „Von Angesicht zu Angesicht“ ein „kostbarer Schatz“ für ihr eigenes Leben werden.

Erstveröffentlicht bei kath.news

Paul Badde
Von Angesicht zu Angesicht. Das Antlitz Gottes in Manoppello
Christiana-Verlag, Kißlegg 2017,
76 Seiten; 5,00 Euro
ISBN 978-3-7171-1283-9

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Franz Schmidberger im Interview

Buchempfehlung

Spätestens seit 1996 als Peter Seewald zusammen mit Kardinal Ratzinger „Salz der Erde“ veröffentlichte, sind Interviewbücher en vogue. Seither gibt es Gesprächsbücher nicht nur mit Päpsten und Kardinälen. Der Patrimonium-Verlag hat eben ein solches vorgelegt: „Gott, Kirche, Welt und des Teufels Anteil. Ingo Langner im Gespräch mit Pater Franz Schmidberger von der Priesterbruderschaft St. Pius X.“ Allen Beteiligten, die zum Entstehen des Buches beigetragen haben, sei herzlichst gedankt. Ein äußerst erfrischendes, aufklärendes und vor allem katholisches Buch wurde damit vorgelegt. Ingo Langner, der bekannte Journalist, hat mit Pater Franz Schmidberger gesprochen, dem eigentlichen Chef der Piusbruderschaft in Deutschland und einem der einflussreichsten Persönlichkeiten innerhalb der ganzen Bruderschaft St. Pius X.

Man möchte dieses Buch jedem empfehlen, der katholisch ist und katholisch sein möchte. Besonders empfohlen sei es aber den Priestern und Bischöfen.

Einige Sätze aus dem Buch:

+ (Sind Sie katholisch?) – Ich meine wohl. Ich bin es immer gewesen, und ich bin es auch heute, wenn man die Kriterien des Katholisch-Seins anlegt: man muss getauft sein, man muss den ganzen katholischen Glauben bekennen, […].

+ Ab 1946 […] kommt in Frankreich die Nouvelle Theologie an die Rampe […] Da muss man natürlich besonders Karl Rahner nennen. Rahner ist die Zentralfigur des Zweiten Vatikanischen Konzils gewesen, das darf man nicht vergessen. … Rahner vertritt eine sehr verklausulierte Sprache.
[Bei ihm ist jeder Mensch] eigentlich schon übernatürlich ausgestattet.
Nach Rahner sind wir alle mehr oder weniger schon erlöst und gerechtfertigt. Alle Menschen sind anonyme Christen. Das hat übrigens auch schon Kardinal Wojtyla 1976 in seinen Exerzitien für Papst Paul VI. […] gepredigt.

+ Wenn die wahre Religion abgeschafft wird, nimmt eine Pseudoreligion den Platz ein. Das Terrain bleibt nicht unbesetzt …
Es gibt entsprechende Feste, es gibt entsprechende Sakralräume. Das sind die Fußballstadien und die Sportpaläste … Dann gibt es die säkularen Heiligen. Obama war ein ganz großer; […].

+ (Die triumphierende Kirche […] ist heutzutage völlig verpönt.)
Das interessiert mich wenig. Mich interessiert, was wahr ist, was gut ist, was schön ist. Das ist es, worauf es ankommt, …

+ Das allererste Kriterium für eine Heiligsprechung ist: Hat dieser Mensch die genuin katholische Lehre vertreten oder nicht? War er ein Mann des Glaubens; der Tradition der Kirche treu? […]

+ (Konvertieren) Eines Tages wandte sich ein orthodoxer Bischof an uns. Er möchte konvertieren. Wir vereinbaren, dass er sich an Rom wendet. Dort kommt er zu Kardinal Kasper, der ihm sagt: Es hat gar keinen Sinn. Wofür wollen sie konvertieren?

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Pater Franz Schmidberger / Ingo Langner
Gott, Kirche, Welt und des Teufels Anteil
Patrimonium-Verlag 2017
216 Seiten, 18,80Euro
ISBN 978-3-86417-101-7

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Siehe auch HIER kathnews

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Ein Buch für jeden Tag des Jahres

BUCHEMPFEHLUNG!

„Meditationen zum gesamten Kirchenjahr“

Ludwig de Ponte, da Spanier eigentlich Luis de La Puente, wurde 1554 in Valladolid geboren. Er wurde Jesuit und war in seinem Orden als Philosophie- und Theologielehrer sowie als Rektor und Novizenmeister tätig und erwarb sich große Verdienste. Im Jahre 1624 starb er im Rufe der Heiligkeit.

Ludwig de Ponte war in den vergangenen Jahrhunderten einer der bekanntesten und meist gelesenen Aszeten und Vermittler der ignatianischen Aszese. Der Begriff der „Aszese“ ist seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil aus dem katholischen Vokabular fast völlig verschwunden. Bis dahin war sie eine schöpferische Bewegung innerhalb der katholischen Frömmigkeitslehre.

Diese Frömmigkeit, deren Akzent wesentlich auf willensbetonten Tugendübungen lag, wurde abgelehnt und verdächtigt, für eine Verkrampfung von religiösen Menschen verantwortlich zu sein. Es wurde unterstellt, sie sei schuld an der Erstarrung katholischen Lebens und seiner Frömmigkeitsformen. Aszese wurde fortan verstärkt, aber beginnend bereits in den 30er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts, abgelehnt, auch weil sie einer Verchristlichung der Welt entgegenstehe. Man sucht die Harmonie von Leib und Seele, von Natur und Gnade, und vergisst das Kreuz.

Die Lehre der Aszetik ist für viele Christen heute nicht mehr nachvollziehbar, weil sie die Lehre der Kirche nicht mehr kennen. Vielleicht sind darum die „Meditationen zum gesamten Kirchenjahr“ ein gutes „Handwerkszeug“ dafür, in die geistige Tiefe der katholischen Tradition einzutauchen, um daraus für das eigene Leben Klarheit und zeitlose Antworten auf die allzeit wiederkehrenden Fragen zu erhalten.

Das über 1300 Seiten starke, gut lesbare Buch bietet Texte zu jedem Tag des Kirchenjahres. Es handelt sich um die Betrachtungen des Ludwig de Ponte, die sich stets an die Tagesliturgie anlehnen und darum bestens geeignet sind, auch die Liturgie der Kirche kennenzulernen und ihr Mysterium zu verstehen. Er teilt seine Gebetserfahrung mit, und was er schreibt ist lebenswarm. Man spürt, dass alles von ihm selbst betrachtet und gebetet wurde. Die Verbindung des Beters und des gründlichen Theologen verschaffen dem Werk Geltung.

Die Betrachtungen sind ganz nach der ignatianischen Lehre aufgebaut, seinen Exerzitien. Es werden die Eigenschaften Gottes behandelt; ebenso das Leben Christi: die Geheimnisse der Menschwerdung und Kindheit, das öffentliche Leben, das Leiden und sein verklärtes Leben. Alles ist ganz auf der Heiligen Schrift aufgebaut.

Dabei vertraut er ganz auf die Lehre der alten Scholastiker, insbesondere auf den „englischen Lehrer, den hl. Thomas“, „weil er für sich allein so viel ist wie zehntausend Zeugen“.

Am letzten Tag des Kirchenjahres spricht Ludwig de Ponte dieses Gebet: „O Heiland, Jesus Christus, in dessen Blut die Gerechten ihre Seele waschen und reinigen, gib mir einen lebendigen Schmerz über meine Sünden. Lass mich meine bösen Gedanken durch Gedanken der Ehrfurcht und des Friedens, meine sündigen Reden durch Worte der Liebe und des Gebetes, meine bösen Werke durch Taten der Selbstüberwindung und des Eifers für Deine Ehre sühnen.

Den Jugendlichen der KJB, die diese „Meditationen zum gesamten Kirchenjahr“ herausgegeben haben, sei dafür herzlich gedankt. Sie haben einen großen Schatz gehoben, dem weite Verbreitung zu wünschen ist.

Erstveröffentlicht bei kathnews

Ludwig de Ponte
Meditationen zum gesamten Kirchenjahr
Hrg. Katholische Jugendbewegung e.V. Österreich, 2017
Titel in Goldprägung, Kunstlederbezug, Fadenbindung.
Format: 18 x 12,8 cm
1.344 Seiten; 59 Euro

Zu beziehen durch den Sarto Verlag

 

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Jelena Tschudinowa – „Die Moschee Notre-Dame – Anno 2048“ – im Interview

Einige Ausschnitte aus einem Interview, das Barbara Wenz mit Jelena Tschudinowa für die Deutsche Tagespost geführt hat, welches am 10. November 2017 veröffentlicht wurde.

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Die Heilige Messe – die Wiege unserer ganzen Zivilisation.

Die Versuchung zu hassen ist in einem Krieg sehr groß – und ich denke, dass wir es mit einem versteckten Krieg im Zusammenhang mit der Eroberung Europas zu tun haben, der schon seit längerer Zeit geführt wird. Hass ist aber keine schöpferische Kraft! Ich wollte deshalb in erster Linie damit zeigen, in wessen Name ich lebe, auf welchem großartigen Fundament Europa aufgebaut ist, ein christlicher Kontinent. Ich wollte damit ausdrücken, dass ich liebe.

Denn ohne unseren Herrn Jesus Christus wird Europa nicht standhalten können, das sehen wir schon jetzt. Als Schriftstellerin wollte ich eben nicht nur die Bedrohung Europas durch den Dschihad zeigen, sondern auch die Schönheit dessen beschreiben, was wir beschützen müssen: Die Heilige Messe – die Wiege unserer ganzen Zivilisation.

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[Bezogen auf die Regensburger Rede von Papst Bendedikt]

Um des gesunden Menschenverstandes willen: Wir können doch nicht sagen, dass die Rede von Benedikt XVI. einen Aufruhr provoziert hätte. Es war ein Vortrag, gehalten vor einer wissenschaftlichen Zuhörerschaft. Die meisten Muslime hätten bis heute nichts davon erfahren. Die ganze Empörung war geplant. Das ist der erste Schritt, der zweite ist dann zu verfolgen, was der Papst oder jemand anders dazu sagt.

Papst Benedikt XVI. hat einmal als Modernist angefangen.
Als er sein Pontifikat antrat, war er konservativ genug. Lobet den Herrn!

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Ein europäisches Buch

Die französische Kultur ist unbestreitbar ein Teil unseres europäischen Kulturverständnisses. Die Leser meines Buches sollten dadurch erkennen: Hier geht es nicht um die Probleme Russlands oder Dänemarks, sondern dies ist ein Buch, das von Europa, von europäischen Themen handelt – scheinbar hat das auch funktioniert.

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Die Maske des Bösen

Ich gehöre in keine Schublade, es ist aber schon so, dass ich mit dem Erscheinen meines Romans es geschafft habe, das Thema Widerstand gegen den wachsenden Islamismus und militanter Islam als literarisches Thema aufzubringen. Im Untertitel des Buches „Die Moschee Notre Dame – Anno 2048“ spiele ich insbesondere auf Orwell an, denn meiner Ansicht nach hat Orwell das Genre zu einer absoluten Höhe gebracht. Allerdings, ich sage auch, dass das Böse seine Masken austauschen kann. Wenn es 1948 und auch noch im Buch „1984“, das ja aus den Fünfzigern stammt, der Kommunismus war, der eine Gefahr für die gesamte Menschheit darstellte, so ist es nun in erster Linie der militante Islam.

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Blindheit der Europäer

Ich bin sehr besorgt über die doppelten Standards des Westens im Bezug auf Russland. Im Westen ist es möglich, den Kosovo von Serbien abzutrennen, aber es kann nicht sein, dass die Krim sich von der Ukraine trennt? In Krim, in Novorossija [damit sind die separatistischen Volksrepubliken in der Ostukraine gemeint], in diesen Ländern sind keine Ukrainer, dort gibt es eine russische Bevölkerung. Im Donbass sterben die Kinder durch ukrainische Bomben – ihre Schreie werden genau so wenig gehört wie damals die Schreie der serbischen Kinder.
Ein anderes Beispiel ist die häufig wohlwollende Haltung des Westens zu den tschetschenischen Rebellen – dabei handelt es sich um ein einziges Terrornetzwerk: Tschetschenien-Afghanistan-ISIS.

Jelene Tschudinova – Foto Renovabis-Verlag

Homepage von Jelene Tschudinowa

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Das ganze Interview ist derzeit leider nicht bei der Tagespost einzusehen. Zu lesen ist es aber dennoch, z. B. hier beim kirchfahrter

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Ein weiteres Interview mit Jelena Tschudinova ist am 4. Oktober 2017 bei SEZESSION erschienen:
Die Moschee Notre-Dame – Gespräch mit der russischen Schriftstellerin Jelena Tschudinowa

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Jetzt ist es immer öfter zu hören und zu lesen:
„2050 ist Deutschland ein islamischer Staat“

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Hier geht es zur Buchempfehlung

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Privatoffenbarungen – Unterscheidungskriterien

Eine Buchempfehlung

Eines der wichtigsten Kriterien für Offenbarungen wird in dem vorliegenden Büchlein gleich in der Einleitung genannt: Der Autor Ramon de Luca unterwirft sein Werk „ganz und gar dem Urteil der hl. Kirche“. Ein Katholik ist niemals von der Kirche verpflichtet worden, Privatoffenbarungen glaubend anzunehmen; vielmehr ist er ganz frei. Selbst die glaubwürdigsten Privatoffenbarungen, die vielleicht sogar von der Kirche angenommen, approbiert wurden, müssen nicht zwingend geglaubt werden, wenn man sich „auf solide Gründe stützt“.

Echt oder unecht. Die Unterscheidungskriterien der Kirche bei Privatoffenbarungen“ lautet der Titel des im Schweizer Alverna-Verlag erschienen 98 Seiten starken Buches. Es scheint, als sei es für die heutige Zeit geschrieben. Erleben wir nicht allenthalben, wie Privatoffenbarungen um sich greifen? Nicht nur in esoterischen Kreisen kommen sie angeblich vor, sondern auch und gerade dort, wo eigentlich katholische Nüchternheit angesagt sein müsste: unter glaubenstreuen Katholiken. Die mit vielen Anmerkungen und einem ausführlichen Literaturverzeichnis ausgestattete Schrift geht kritisch-nüchtern an die Fragestellungen heran, z. B. „Kann eine Offenbarung unecht sein?“ Sogleich werden Kriterien aufgezeigt, anhand derer die „Unterscheidung der Geister“ vorgenommen werden kann. Alsdann werden Quellen vorgelegt, etwa solche für falsche Offenbarungen und solche von Irrtümern bei echten Offenbarungen. Alsdann wird ein Fazit gezogen, das es ermöglicht, sich ein Urteil zu bilden – und sei es auch, sich eines Urteils zu enthalten.
Ein empfehlenswertes Buch, zu dem all jene greifen sollten, die sich ein Urteil über das Phänomen von Privatoffenbarungen bilden wollen und müssen.

Erstveröffentlicht bei kathnews

Ramon de Luca
Echt oder unecht – Die Unterscheidungskriterien der Kirche bei Privatoffenbarungen.
Zweite, wesentlich erweiterte und überarbeitete Auflage 2015
Alverna-Verlag
96 Seiten; 8,- Euro
ISBN 978-3-9524313-8-2

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Robert Bellarmin – Die Kunst, gut zu sterben

Eine Buchempfehlung

Sich mit dem eigenen Tod und dem Sterben beschäftigen – dies empfehlen den Christen bereits die frühen Väter der Kirche. Beim heiligen Benedikt, dem Vater des westlichen Mönchtums, heißt es in seiner Regel, dass man sich „den Tod täglich vor Augen halten“ soll (RB 4,47). Dieser Satz ist einer von 74 „Werkzeugen der geistlichen Kunst“, die sehr konkret beschreiben, wie sinnvolles Leben gelingen kann.

Im Mittelalter ist die „ars moriendi“, „die Kunst des Sterbens“, als christliche Vorbereitung auf einen guten Tod gelehrt worden. Dieser soll das Leben heilsam abschließen. Offenbar hat sich die Gesellschaft weitestgehend von einem solchen Verständnis des Todes weit entfernt, denn nicht er zählt, gewissermaßen als Brücke zu einem Leben mit Gott im Himmel. Vielmehr geht es um das weltliche Leben und dann um einen möglichst schmerzfreien und schnellen Tod, der das Ende besiegelt. Denn der Glaube an das Leben der Seele nach dem Tod ist häufig verschwunden, auch in weiten Teilen des Katholizismus.

Einer, der sich maßgeblich und profund mit der Kunst des Sterbens auseinandergesetzt hat, ist der heilige Robert Bellarmin. Er war Priester und als solcher tätig als Apologet, also als Verteidiger der katholischen Lehre. Er war ein eifriger Seelsorger und Seelenführer. Papst Clemens VIII. weihte ihn zum Bischof und machte ihn zum Kardinal. Kein Geringerer als Papst Benedikt XVI. sagte 2011 anlässlich einer Mittwochsaudienz über Robert Bellarmin und unser Thema: „In dem Buch ‚De arte bene moriendi‘ – ‚Von der Kunst, selig zu sterben‘ – […] rät er als sichere Richtschnur für ein gutes Leben und auch für ein gutes Sterben, oft und ernsthaft daran zu denken, daß man vor Gott Rechenschaft ablegen muß für seine Taten und seine Lebensweise, und danach zu streben, keine Reichtümer auf Erden anzuhäufen, sondern mit Einfachheit und Liebe zu leben, um Güter im Himmel zu schaffen.

Wenden wir uns nun dem Inhalt des Buches „Die Kunst, gut zu sterben“ von Robert Bellarmin zu, das, obgleich schon vielfach verlegt, in der leider nur wenig bekannten „Verlagsbuchhandlung Sabat“ mit einer neuen Einleitung versehen neu herausgegeben wurde (2. Auflage 2016).

De arte bene moriendi“ ist das letzte Werk des Kardinals. All seine Lebenserfahrung als Priester und Mensch liegen in diesem Buch. Es besteht aus zwei Kapiteln (Büchern): 1. „Von der Kunst, gut zu sterben“; 2. „Von der Kunst, gut zu sterben, wenn der Tod schon nahe ist“. Im ersten Buch werden 16 Regeln aufgestellt, im zweiten Buch 17 Regeln. Diese sind alle sehr praktisch und leicht nachvollziehbar, für den, der sie beherzigt und ihnen folgen will. Allerdings sollte dies keine offene Frage sein und dem Belieben eines jeden anheimgestellt werden. Vielmehr sollte jeder Katholik bereit und willens sein, diesen Weg auf sich zu nehmen, der kein anderer sein kann als jener der Nachfolge Christi, der bekanntlich ein Kreuzweg ist. Bellarmin lehrt, nicht erst am Ende des Lebens ans Sterben und an Gott zu denken. Denn unser gesamtes Leben besteht aus Entscheidungen, die für Gott zu treffen sind.

In der 15. Regel des zweiten Buches schreibt Robert Bellarmin über den Nutzen, die Kunst des Sterbens erlernt zu haben: „Die Sache ist leicht, aber von der größten Wichtigkeit, denn wer gut stirbt, der stirbt glückselig. Wer nämlich gut stirbt, der geht von einem sterblichen und elenden Leben über zu einem ewigen und in jeder Hinsicht seligen Leben. Wer dagegen schlecht stirbt, der geht von einem anscheinend langen und glücklichen Leben zu einem Leben über voll der Mühen und Schmerzen, die niemals ein Ende nehmen werden, so dass ein solches leben vielmehr ein ewiger Tod als ein Leben genannt zu werden verdient. Denn die Verdammten werden erstorben sein für alle Freude und Lust und werden nur leben für alle Mühe und allen Schmerz.“ Wie groß jedoch werden die Glückseligkeit sein, die Herrlichkeit und die Herzensfreuden derjenigen, „die gelernt haben, gut zu leben und glückselig zu sterben“. Eine Anleitung dazu bietet das vorliegende Buch des hl. Robert Bellarmin.

Erstveröffentlicht bei kathnews

Robert Bellarmin
Die Kunst, gut zu sterben
Verlagsbuchhandlung Sabat, 2.Aufl. 2016
Hardcover. 160 Seiten. 19,95€
ISBN 978-3-943506-18-1

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