Apostel Jesu und Mariens – Hl. Johannes Eudes – 19. August

Buchempfehlung

Dieses empfehlenswerte, 2014 erschienene Buch aus dem Sarto-Verlag, ist eine sprachlich bearbeitete und erweiterte Ausgabe der Biographie von P. Joseph Hector aus der Kongregation der Oblaten der unbefleckten Jungfrau Maria, ursprünglich erschienen unter dem Titel „Der selige Johannes Eudes, Apostel der heiligsten Herzen Jesu und Maria, Stifter des Ordens Unserer Frau von der Liebe und der Ordensfrauen vom guten Hirten“. Insbesondere das Kapitel über die Muttergottesverehrung des Heiligen wurde jedoch erheblich erweitert auf Grundlage einer noch viel älteren Arbeit von P. Herambourg aus derselben Kongregation, die 1874 in deutscher Übersetzung erschienen ist unter dem Titel „Die Tugenden des ehrwürdigen Dieners Gottes Johann Eudes“.

„Sei gegrüßt, heiligstes Herz Jesu und Mariens!“

Es ist eines der bezeichnendsten Merkmale der Spiritualität dieses im deutschen Sprachraum noch zu wenig bekannten Heiligen, niemals – weder in der Andacht noch im Gebet – das Herz Jesu vom Herzen Mariens zu trennen. Er sieht sie als ein vereintes Herz, wie es auch das Gebet zum Ausdruck bringt, mit dem er in seiner erstgegründeten Kongregation von Jesus und Maria, die sich die Erziehung und Ausbildung von Priestern und Volksmissionaren zur Aufgabe gemacht hat, den Tag beginnen ließ: „Sei gegrüßt, heiligstes Herz Jesu und Mariens!“

Die vorliegende Biographie geht auf das ganze Leben und Wirken des Heiligen ein, widmet sich aber schwerpunktmäßig dieser Spiritualität des Heiligen, dank derer er vom Papst Pius X. bei seiner Seligsprechung geehrt wurde, als „Urheber, Lehrer und Apostel der liturgischen Verehrung“ der heiligsten Herzen Jesu und Mariens. 1925 wurde er heiliggesprochen; er ist als größter Volksmissionar Frankreichs in die Geschichte eingegangen. Insbesondere aber seine weitsichtigen Aktivitäten zur Erneuerung des Priestertums sind nach wie vor von großer Bedeutung.

„Heilige Jungfrau Maria,
einige uns in der Liebe Deines göttlichen Sohnes
und bewirke, daß wir Sein heiliges Herz
vollkommener lieben und in dieser Liebe
auch die gegenseitige Eintracht unserer herzen
immer mehr begründet werde.“

Ein sehr umfangreicher Gebetsteil lichtet das Geheimnis der Liebe, von der diese große Priesterseele erfüllt und angetrieben war.

Das vorgestellte Buch sei allen Verehrern, Seelsorgern wie Gläubigen, der Herzen Jesu und Mariens sehr empfohlen.

Joseph Hector
Apostel Jesu und Mariens
der hl. Johannes Eudes (1601-1680)
Sein Leben, Wirken und Beten
Sarto Verlag 2014
250 Seiten; 19,90 Euro
ISBN 978-3-943858-48-8

http://www.sarto.de

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Christianas brennendes Licht

Eine Buchempfehlung

Der Titel des Buches „Christianas brennendes Licht – Ganz im Innern“, das der Autor Georg P. Loczewski im „Verlag-tredition“ jüngst veröffentlichte, steht, wie er in seinem Vorwort schreibt, „in enger Beziehung zu dem Lied ‚Die dunkle Nacht‘ vom hl. Johannes vom Kreuz“. Dort heißt es:

„In dieser Nacht voll Glück,
In Heimlichkeit, da niemand mich erblickte,
Da ich auch nichts gewahrte,
Und ohne Licht noch Führer
Als jenes, das in meinem Herzen brannte.

Und dieses führte mich
Weit sichrer als das Licht des hellen Tages
Dahin, wo meiner harrte
Er, der mir wohlbekannt,
Abseits, da, wo uns niemand scheiden konnte.“

Bereits diese wenigen Zeilen deuten an, was der Leser in diesem, knapp 200 Seiten starken Buch zu erwarten hat. Es ist ein hineintauchen in die unmittelbare Begegnung mit Gott. Freilich nicht in jener Form, die dem heutigen Menschen gemeinhin ein Glücksgefühl vermittelt. Vielmehr wird der neugierige Betrachter der jeweils angebotenen kurzen Abschnitte eingeladen, sich den Worten der Heiligen Schrift mit dem Herzen zu öffnen und im Glauben zu erkennen, wie nah Christus seiner Seele ist.

Christiana steht für eine beschauliche christliche Seele, eine „Anima contemplativa Christiana“. In solch einer Seele ist das dargebotenen Buch entstanden. Es wird versucht das Wesentliche des christlichen Glaubens herauszustellen. Auch will es einen Weg aufzeigen, mit Hilfe des kontemplativen Betens diesen Glauben zu verinnerlichen. Dadurch soll die Seele dem Ziel näher kommen, das Jesus Christus in Joh 17,22 ausgesprochen hat: ‚Ich habe die Herrlichkeit, die du mir gegeben hast, ihnen gegeben, damit sie eins seien, gleichwie wir eins sind.‘

Georg P. Loczewski schreibt gewissermaßen als Insider, denn er weiß sich seit Jahrzehnten im kontemplativen Beten beheimatet. So sind ihm auch nicht nur die Mystiker des Karmel vertraut, wie etwa der oben zitierte Johannes vom Kreuz. Auch die geistlichen Lehrer der monastischen Tradition, die der Kartäuser und Trappisten inspirierten seine Erfahrungen und seine Texte.

Der Autor will der kontemplativen, beschaulichen Seele Perlen vorstellen, die uns Mut machen können, „die liebevoll ausgestreckte Hand unseres Erlösers zu ergreifen, die uns in die ‚vollkommene Einheit mit Ihm und Seinem Vater‘ führen will, in der wir nicht nur Gott schauen dürfen, sondern auch zur vollen Erkenntnis unserer Selbst gelangen werden“. – Dem vorliegenden Buch ist eine weite Verbreitung zu wünschen.

Erstveröffentlicht bei kathnews

Loczewski, Georg P.
Christianas brennendes Licht.
Ganz im Innern
Verlag tredition GmbH, Hamburg. 2017
208 Seiten; ISBN
Paperback: 978-3-7439-0377-7;
16,99 Euro
Hardcover: 978-3-7439-0378-4;
23,99 Euro

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Kirchengeschichte: Licht und Schatten

Eine Buchempfehlung

Gerade in der Osterzeit, an den Sonntagen zwischen dem Weißen Sonntag und Pfingsten, gehen hierzulande viele Kinder zum ersten Mal zur Heiligen Kommunion. Die Diskussionen darüber, welche (Lern-)Inhalte in den Vorbereitungsstunden vermittelt werden sollen, sind weit verbreitet und werden gelegentlich auch heftig geführt. Dabei bleibt oft nicht unerwähnt, dass auch und gerade bei den Eltern kaum noch Wissen vorhanden ist über Gott und die Kirche. Ja, es gibt Forderungen, die darauf zielen, auch den Eltern der Kommunionkinder eine gute Katechese angedeihen zu lassen. Gerade hinsichtlich der vorgeblich dunklen Seiten der Kirchengeschichte herrscht Aufklärungsbedarf, da Katholiken häufig gedankenlos die weltliche Interpretation kirchlicher Ereignisse als korrekt und über jeden Zweifel erhaben annehmen.

Mit dem Buch von DDDr. Peter Egger im Verlag „Media Maria“, „Kirchengeschichte – Licht und Schatten“, liegt ein sehr gutes Sachbuch vor, das geeignet scheint, Katholiken wie Glaubensfernen einen Einblick in die zweitausendjährige Geschichte der Kirche zu vermitteln. Beginnend mit dem Ursprung des Christentums bis hin zu einem Ausblick auf das 21. Jahrhundert werden 51 wichtige kirchengeschichtliche Ereignisse kurz und kompakt dargestellt. Die geistigen und gesellschaftlichen Hintergründe werden ebenso beleuchtet, wie die jeweiligen Licht- und Schattenseiten aufgezeigt werden. Themen sind etwa auch scheinbar schwierige Themen wie die Missionierung Europas, die Zeit der Kreuzzüge, die Inquisition, die Judenpogrome, die Glaubenskriege, die soziale Frage; ebenso Kommunismus, Nationalismus und Faschismus; auch das letzte Konzil und die Krise danach werden kenntnisreich besprochen.

Bevor der Autor sein Buch mit dem Gebet „Unter deinen Schutz und Schirm“ beendet, schreibt er davon, dass wir heute in einem Marianischen Zeitalter leben: „Maria nimmt die Menschen unserer Zeit unter ihren Schutz und stärkt sie in ihrem Widerstand gegen das Böse. Sie ruft die Menschen zum Rosenkranzgebet, zum Fasten und zur Sühne auf, um die Macht des Bösen zu brechen. […] Wo Maria in Erscheinung tritt, wird das Reich des Bösen überwunden.

Erstveröffentlicht bei kath.net

Peter Egger
Licht und Schatten
Verlag Media Maria
272 Seiten; 18,95 Euro
2017 Media Maria
ISBN 978-3-945401-31-6

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Kraft der Stille. Gegen eine Diktatur des Lärms

Das nun endlich auch in deutscher Sprache vorliegende Buch „Kraft der Stille. Gegen eine Diktatur des Lärms“, welches in einer sehr schönen Aufmachung vom FE-Medienverlag herausgegeben wurde, hat bereits nach dem Erscheinen des Originals „La Force du Silence“ in Frankreich und danach auch beim Erscheinen des Buches in den anderen Weltsprachen englisch, italienisch, spanisch und portugiesisch jeweils großes Aufsehen erregt. Das Erscheinen des Buches, ein Gespräch zwischen dem Journalisten und Vatikankenner Nicolas Diat und dem Kurienkardinal Robert Sarah, der – zumindest offiziell – Kardinalpräfekt der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung ist, fiel fast zeitgleich zusammen mit der Aussage des Kardinals, die er in England zur Zelebrationsrichtung machte und damit viel Zustimmung, aber auch Widerspruch erntete, vor allem in römischen Kreisen.

Das Gesprächsbuch geriet in den vergangenen Tagen noch einmal in den Fokus der Medien, als das deutsche Geleitwort von keinem Geringeren verfasst wurde als von Papst Benedikt XVI. Vor allem die Aussage des zurückgetretenen Papstes, die Liturgie sei bei Kardinal Sarah in guten Händen, wird als Tadel der vatikanischen Position zur Liturgie angesehen.

Man kann das Buch in zwei große Abschnitte unterteilen. Zwar gibt es nach dem Geleitwort Papst Benedikts und dem Vorwort von Nicolas Diat fünf große Überschriften. Doch die ersten vier dieser Kapitel beinhalten das Gespräch, das beide miteinander führen. Dabei entstehen 365 Absätze. Das fünfte Kapitel trägt die Überschrift: „Wie ein Rufen in der Wüste“. Der Leser findet sich nun in den Gemäuern der Grande Chartreuse, dem Mutterhaus des Kartäuserordens, wieder. Hier tritt ein weiterer Gesprächspartner hinzu, der Ordensobere der Kartäuser und Prior seines Klosters, der Großen Kartause, Dom Dysmas de Lassus. Das 312 Seiten umfassende Buch wird abgeschlossen durch ein Nachwort von Kardinal Sarah.

Kardinal Sarah segnet Dom Dysmas de Lassus, den Generalminister der Kartäuser bei seinem Besuch in der Großen Kartause (2016)

Das hier vorliegende Buch taugt dazu, von den Menschen guten Willens aufgegriffen und verstanden zu werden. Es ist in der Lage, die Sehnsüchte des Menschen zu erfassen und ihn hinzuführen und mitzunehmen zu einem wahren Aufstieg zu Gott. Alle Menschen sind berufen; „nicht nur im Kloster“ kann Gott gesucht und gefunden werden. Stille und Schweigen werden als Urelemente des menschlichen Wesens erkannt. „Wir müssen die Stille pflegen“, „um sie einen inneren Wall bauen“, damit wir unser Denken und unseren Blick auf Gott richten können. Wir lesen in keinem theoretischen Buch, vielmehr meditieren wir, betrachten wir, auf welche Weise wir Gott begegnen und wie Er uns begegnet. „Indem Gott sich freiwillig selbst zurücknimmt, um dem Menschen Raum zu geben, wird Er ein leidender Gott, weil Er vonseiten des Menschen zu leiden hat und von ihm enttäuscht wird.“ Zu Schweigen und die Stille zu suchen bedeutet, sich ganz Gott zuzuwenden. Der Kardinal weiß aber auch um die Schwachheiten und Krankheiten, sowie der Unfähigkeiten der Menschen. Er spricht auch von körperlichen Prüfungen und der ganzen schrecklichen und schmerzhaften Wirklichkeit, der sich viele ausgeliefert sehen. Immer wieder kommt es zu starken Worten, wie: „Die Krankheit ist eine Teilnahme an der ewigen Stille.“ Kardinal Sarah weiß es wohl, dass „vor der Stille des Todes oft die Stille der Krankheit und des Leidens“ steht. Nur ein einziger Weg führt dahin, „den Sinn des Sterbens zu betrachten“, den der „inneren Stille“.

Dass Stille und Schweigen nicht Selbstzweck sind wird in dem Gespräch mit Dom Dysmas de Lassus, dem Kartäuser, noch deutlicher. Während dieser meint, die Menschen würden die Stille einfach „für ein Nichtvorhandensein von Lärm und Worten“ bezeichnen, sei die Wirklichkeit viel komplexer. Vor allem weiß er, dass „Gott in der Stille“ spricht. „Immer wieder bin ich von seiner Diskretion betroffen, von Seiner so dezenten Art, die unsere Freiheit unendlich respektiert. Wir sind zerbrechlich wie Glas, also mäßigt Gott Seine Macht und Sein Wort, um sie an unsere Schwachheit anzupassen.“ Zuletzt bezeugt der Kartäuser, dass die Nonnen und Mönche seines Ordens Gott antworten wollen, der sich danach sehne, eine Liebesbeziehung mit den Menschen einzugehen. „In der Stille der Nacht, der Zelle und des Herzens der Kartäuser treten wir mit dem unlöschbaren Durst der Menschen vor Gott und bringen der Menschheit den Durst Gottes.“

Bezeugen wir die Wichtigkeit dieses Buches mit einem letzten Wort von Kardinal Robert Sarah, mit dem er allen Menschen eine Grundregel mit auf den Weg gibt: „Die Tugend der Stille meint nicht, dass man niemals reden darf. Sie lädt dazu ein, zu verstummen, wenn keine guten Gründe dazu vorhanden sind, das Wort zu ergreifen“.

Allen Priestern, Ordensleuten und Frommen sei das Buch „Kraft der Stille. Gegen eine Diktatur des Lärms“ empfohlen, aber auch jenen, die sich angezogen fühlen von der Stille und dem Schweigen.

Erstveröffentlicht bei kath.net am 22.5.2017

Kraft der Stille
Gegen eine Diktatur des Lärms
Von Robert Kardinal Sarah; Nicolas Diat; Dom Dysmas de Lassus
Übersetzt von Hedwig Hageböck;
Vorwort von Papst em. Benedikt XVI.
Fe-Medienverlag 2017
312 Seiten; 17,80 Euro
ISBN 978-3-86357-180-1

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Kardinal Sarah und Dom Dysmas
im Gespräch und bei der Führung
durch das Kloster;
hier der große Kreuzgang.

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Die unüberwindbare Wahrheit Christi

Verteidigung der Tradition: Die unüberwindbare Wahrheit Christi
Eine Buchbesprechung

Schon vor einigen Jahren hat der Schriftsteller Martin Mosebach in einem Interview erklärt, dass es leider richtig sei, „dass ein nicht kleiner Teil der katholischen Bischöfe in einem suizidalen Rausch“ versucht habe, „sich von der katholischen Überlieferung zu trennen und die Kirche von der Quelle ihrer Lebenskraft abzuschneiden“. (Vgl. kath.net-Artikel „Martin Mosebach: ‚Diesen Zorn muss die katholische Kirche ertragen‘“kath.net – )

Und erst jüngst sprach Mosebach anlässlich der 18. Liturgischen Tagung in Herzogenrath in seinem Vortrag „Benedikt XVI. zum 90. Geburtstag“ wiederum von der katholischen Tradition. Er hielt Benedikt XVI. zugute, dass dieser nicht akzeptieren konnte, „was die Progressisten und die Traditionalisten gleichermaßen und mit den besten Gründen vortrugen: daß es in der nachkonziliaren Aera tatsächlich zu einem entscheidenden Bruch mit der Tradition gekommen sei – daß die Kirche vor dem Konzil und die Kirche nach dem Konzil nicht mehr dieselbe Institution sei“. „Die Verwerfungen der Kirchengeschichte“ seien dem zurückgetretenen Papst wohlvertraut.

Für das hier vorliegende Buch des Historikers Roberto de Mattei, „Verteidigung der Tradition. Die unüberwindbare Wahrheit Christi“, das im St. Grignion-Verlag erschienen ist, hat Martin Mosebach ein Vorwort geschrieben, in dem er die Frage stellt, ob „ein Katholik den Papst kritisieren“ dürfe. Damit greift er gerade diejenige Stimmung auf, die in weiten Teilen des katholischen Volkes dem derzeitigen Papst entgegen schwingt.

Roberto de Mattei stellt in seinem Buch viele Fragen. Dabei versucht er, seine angebotenen Antworten auf fundierte Fakten und historische wie theologische Wahrheiten zu beziehen. Zurückgehend auf die Krisen des Arianismus im 4. Jahrhundert und jener von Avignon, dem späteren großen Abendländischen Schisma und den folgenden Konzilien des 15. Jahrhunderts, sind das Konzil von Trient und die Folgen der Französischen Revolution Ereignisse, welche zu jenen Ergebnissen führten, die unter den Päpsten Pius IX. und Pius X. Entscheidungen herbeiführten, die gerade unter Papst Franziskus viele Fragen aufwerfen.

Nicht zuletzt geht es auch um die Frage nach dem Primat und der Vollmacht, die der jetzige Papst völlig indifferent beantwortet. Nach de Mattei geht es um die „unüberwindbare Wahrheit Christi“. Diese Frage beantwortet er, indem er das Wesen der Tradition untersucht, die untrennbar mit dem Lehramt der Kirche verbunden ist. In diesem Zusammenhang wird Papst Benedikts „Hermeneutik der Kontinuität“ ebenso beachtet wie der wie der „Sensus fidei“ (Glaubenssinn), der offenbar mehr und mehr verschwindet, wie auch das Wissen über den Glauben verschwindet. Allerdings wird der „Sensus fidei“ oft gerade vom gläubigen Volk bewahrt, und Roberto de Mattei zeigt, dass die Tradition von der Kirche festgehalten und weitergegeben wird: „und zwar nicht nur vom Lehramt sondern von allen Gläubigen, ‚von den Bischöfen bis zum letzten Laien‘“. Somit wird „kraft eines ‚sensus fidei‘ die Kontinuität der Übermittlung“ der Wahrheit garantiert. Damit wird dem Dogma der Unfehlbarkeit zwar nicht der Boden entzogen, es aber in ein Verhältnis gesetzt, das die Frage des Gehorsams gegenüber dem Papst ohne weiteres einschließt.

Auch die Frage nach der Unfehlbarkeit von Konzilien stellt der Autor. Schließlich spricht Roberto de Matthei auch vom außerordentlichen Lehramt (des Papstes) und dem ordentlichen Lehramt der Kirche. Aber auch hier ist der Autor nicht blind auf einem Auge, indem er sich etwa nur auf die Seite des ordentlichen Lehramtes schlagen würde. Vielmehr argumentiert er auch hier sehr differenziert.

Zuletzt seien dieser Buchempfehlung die letzten Zeilen Roberto de Matteis mit auf dem Weg gegeben: „Die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche ist heute mehr denn je römisch; denn ihr römischer Charakter ist nichts anderes als ihre in Raum und Zeit gelebte Tradition. Sie ist militant, weil sie kämpft […]. Als treue Soldaten der streitenden Kirche wollen wir nur das Banner der katholischen Tradition hissen, dessen unwürdige Träger auch wir sind – allerdings in der Gewissheit des Triumphes in Zeit und Ewigkeit.

Erstveröffentlicht bei kathnews

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Roberto de Mattei
Verteidigung der Tradition.
Die unüberwindbare Wahrheit Christi
Vorwort von Martin Mosebach;
übersetzt von Wolfram Schrems
St. Grignion-Verlag 2017
ISBN-13: 978-3932085673
Mit Schutzumschlag und Lesebändchen versehen:
192 Seiten; 29,95 Euro

 

 

Der Mai ist gekommen: AVE, MARIS STELLA

Ave, maris stella,
Dei Mater alma,
atque semper Virgo,
felix cæli porta.
 
Sumens illud «AVE»
Gabriélis ore,
funda nos in pace!
mutans nomen «EVAE».
 
Solve vincla reis!
profer lumen cæcis!
mala nostra pelle!
bona cuncta posce!

Monstra te esse matrem!
sumat per te preces,
qui pro nobis natus
tulit esse tuus.

Virgo singuláris
inter omnes mitis,
nos culpis solútos
mites fac et castos!

Vitam præsta puram!
iter para tutum!
ut vidéntes IESUM,
semper collætémur.

Sit laus Deo Patri,
summo Christo decus,
Spirítui Sancto,
tribus honor unus.
Amen.

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Meerstern, ich dich grüße,
Gottesmutter, süße,
allzeit Jungfrau, reine,
Himmelspfort’ alleine.

«AVE», klang die Kunde
aus des Engels Munde;
uns den Frieden spende,
«EVA»’s Namen wende!

Lös das Band der Sünden,
spende Licht den Blinden;
allem Bösen wehre,
alles Gut begehre!

Dich als Mutter zeige,
dass durch dich sich neige
unserm Fleh’n auf Erden,
der dein Sohn wollt’ werden.

Jungfrau, auserkoren,
mild und rein geboren,
uns von Schuld befreie,
Keuschheit uns verleihe!

Gib ein reines Leben,
mach den Weg uns eben,
dass in Himmelshöhen
froh wir JESUS sehen.

Gott auf Seinem Throne,
Christ, dem höchsten Sohne,
und dem Geist – den Dreien,
wir ein’n Lobpreis weihen.
Amen.

—–
Quelle:
Gott allein.
Andachts- Gebets- und Betrachtungsbuch
in der Tradition der Kartäuser.
Marianisches Offizium der Kartäuser
Hymnus der Vesper

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Siehe auch – https://brunonis.net/

Sr. Isa Vermehren – Tagebücher 1950-2009

Eine Buchempfehlung

Ihre Lebenszeit fällt zusammen mit einer tragischen Zeit für ihren Orden und für die gesamte Kirche. Schon in den 50er Jahren sieht sie die Gefahren, den Zusammenbruch des Religiösen, und das in einer Zeit, in der die Kirchen noch vergleichsweise voll waren und die Institutionen noch recht intakt schienen. Mit sehr nüchternem, analytischem Blick, aber um so schmerzvoller sieht sie den Niedergang, der durch die „Reformen“ nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil rasend beschleunigt wird. Drewermann, Küng und die bekannten anderen Protagonisten werden auf sehr sachliche Art und Weise als (mit)verantwortlich für die völlige Orientierungslosigkeit, ja: für die Abwendung vom eigentlich Katholischen geschildert, die letztlich auch den eigenen Orden erfassen.

Das Denken Sr. Isa Vermehrens ist durch die ignatianischen Exerzitien und durch die Orientierung am hl. Thomas geschult, und so sieht sie in erbarmungsloser Klarheit die Folgen dessen, was durch die „Reformen“ nach dem Zweiten Vatikanum in großer Schnelligkeit um sich greift und Raum gewinnt. Sie beklagt den immer schwächer werdenden Gottesbezug, die Tatsache, daß immer mehr das „Ich“ statt Gott in den Mittelpunkt einer (anderen?) Religion gestellt wird, sie beklagt den Verlust der Spiritualität und die dadurch immer kälter werdende Atmosphäre, die sich z. B . auch in den neuen Kapellen und Kirchen brutal darstellt. Auch den Niedergang ihres eigenen Ordens sieht sie mit unverstellter Klarheit.

Man spürt, daß Isa Vermehren unter der Situation, die sie erlebt hat, gelitten haben muß. Man spürt aber auch den Gehorsam dieser Frau, einen Gehorsam, der ihr möglicherweise ganz und gar nicht leichtgefallen ist. Sah sie eine Lösung?

„Msgr. Lefebvre ist z. Zt. der Einzige, der sichtbar dokumentiert und bezeugt, daß Kirche einen überzeitlichen ,Zweck‘ hat, daß Gebet einen Sinn in sich hat, daß das Lob Gottes objektive Pflicht ist, deren Wert nicht erst nachgewiesen werden muß an der Anziehungskraft, den er für Jugendliche und Touristen hat“, schreibt sie 1977.

Und 1998: „Was mich z. Zt. am meisten bedrängt und bedrückt: ich kann die Liturgie nicht mehr ertragen, merke, wie sie gänzlich fruchtlos bleibt … So, wie sie gefeiert wird, verhindert sie mit Macht die eigene, heilende, läuternde Mitfeier ( . . . ) . Ob ich nicht endlich alt und unabhängig genug bin, um wenigstens hin und wieder teilzunehmen am tridentinischen Gottesdienst [der Piusbruderschaft in Bonn] am Kaiser-Karl-Ring? Es wird mich Vertrauen und Frieden in der Kommunität kosten. Ich muß einen anderen Weg suchen . . .“

(aus: Joachim Volkmann. Isa Vermehren: Tagebücher 1950-2009. Eine Buchempfehlung. Kirchliche Umschau. März 2017)

Isa Vermehren
Tagebücher 1950-2009

Bearbeitet von Helga Böse (Hrg.)
Patrimonium-Verlag
604 Seiten; 29,80 €
ISBN: 978-3-86417-072-0

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