Martin Luther und der junge Leser

Buchbesprechung

Leider ist das Jugendbuch von Karlheinz Weißmann insgesamt zu unkritisch gegenüber Martin Luther. Auch die Darstellung der katholischen Kirche ist nicht präzise genug und daher nicht fair.

Das 500-jährige Reformationsjubiläum im Jahr 2017 hat der Lehrer und Autor Karlheinz Weißmann zum Anlass genommen, sich in einem Buch an junge Leser zu wenden und ihnen die Persönlichkeit des Martin Luther vorzustellen. „Prophet der Deutschen. Martin Luther für junge Leser“ ist bei JF Edition, dem Verlag der Wochenzeitung „Junge Freiheit“, erschienen. Rund 170 Seiten, ungefähr von der Größe A4, sind illustriert mit Abbildungen, die von Sascha Lunyakov produziert wurden. Bei diesen handelt es sich um ein Glanzlicht des Buches.

Luther als „Prophet der Deutschen“ zu bezeichnen, ist in gewisser Hinsicht durchaus gerechtfertigt. Der Verdienst des Reformators um die deutsche Sprache ist nicht zu leugnen. Karlheinz Weißmann beobachtet: „Dieses den Leuten ‚auf das Maul sehen‘ darf man aber nicht verstehen, als habe Luther geschrieben, wie die Leute daherredeten. Aber er hat doch die deutsche Sprache, wie sie schon in den Amtsstellen und zur Ausfertigung schriftlicher Dokumente verwendet wurde – die sogenannte ‚Sächsische Kanzleisprache‘ – ergänzt und lebendiger gemacht durch die Formulierungen, die die Menschen seiner Zeit gebrauchten und ihnen neue Wendungen – ‚Rat und Tat‘ – und Worte – ‚friedfertig‘, ‚Lückenbüßer‘, ‚Herzenslust‘ – hinzugefügt. Wenn man Luther ein Genie genannt hat, dann wegen dieser Fähigkeit, die Sprache schöpferisch zu verwenden und vor allem bildkräftig auszudrücken, was in einer fremden und seit langem nicht mehr gesprochenen Sprache gemeint gewesen war, es nicht einfach zu übersetzen, sondern zu ‚verdeutschen‘.“

Ebenfalls lobenswert ist, dass die Haltung Luthers zur Prädestination als nicht überzeugend charakterisiert wird: „Luther hat auf die Frage, warum Gott manche Menschen auserwählt und erlöst und die anderen verwirft und verdammt, niemals eine ganz überzeugende Antwort gefunden.“

Leider ist das Buch insgesamt zu unkritisch gegenüber Martin Luther und der von ihm angestoßenen Revolution in Kirche und Gesellschaft. Auch die Darstellung der katholischen Kirche ist nicht präzise genug und daher nicht fair. Die Priesterweihe verleiht dem Priester eben nicht bloß eine wie auch immer geartete „Gabe des Heiligen Geistes“, sondern ein unauslöschliches Merkmal in der Seele. Das Bußsakrament wird von Karlheinz Weißmann charakterisiert als „ein Gespräch zwischen dem Christen und einem Priester, in dem der Christ seine Sünden, also die Verstöße gegen Gottes Gebote, gestand und vom Priester erfuhr, welche Strafe er auf sich nehmen musste, um dafür zu büßen […]“. Korrekt ist stattdessen, dass das Beichtkind seine Sünden bekennt und bereut, worauf der Priester ihm im Namen Gottes die Lossprechung erteilt. Mit anderen Worten, Gott selbst vergibt die Sünden, durch den Priester.

Derartige problematische Passagen sorgen dafür, dass man das Buch dem jungen Leser nicht uneingeschränkt empfehlen kann. Denn mit den grundlegenden Informationen nimmt der Leser auch einige der gängigen protestantischen Vorurteile auf. Das ist schade. Eine ausgewogenere Darstellung, die in Luther nicht beinahe ausschließlich den deutschen Helden sieht, wäre sehr zu wünschen gewesen.

Erstveröffentlicht bei kath.net

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Martin Luther für junge Leser
Prophet der Deutschen
Von Karlheinz Weißmann
Illustriert von Sascha Lunyakov
Hardcover, 172 Seiten; m. farb. Illustr.
ab 12 Jahre
2017 Junge Freiheit, Euro 24,90
ISBN 978-3-929886-64-1

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Verwundet von der Liebe Gottes: Maria von Mörl

Als der „Gesellenvater“ Adolph Kolping Maria in Kaltern besuchte, sagte er:
Ja, auch ich kann sagen, ich habe eine Heilige gesehen.

Eine Buchempfehlung

„Sie kniete auf ihrem Bett in ein weißes Kleid gehüllt, ihre Haare flossen aufgelöst über ihre Schultern herab; die Hände waren gefaltet, das Haupt emporgerichtet, die Augen zum Himmel gewandt, das Antlitz von einem schönen Glanz belebt, das ganze Wesen versunken in himmlischer Anschauung.“

Diese Beschreibung der Jungfrau Maria von Mörl überliefert uns der Zeitzeuge Propst Richardi aus Bozen. Damit wird gleichzeitig ihre künftige künstlerische Darstellung dokumentiert, derer sich verschiedene Künstler annahmen. Es gibt nur ein einziges Foto, das von Maria von Mörl angefertigt wurde; dasjenige, als sie auf ihrem Totenbett lag, also nach dem 11. Januar 1868. Sie war 55-jährig im Rufe der Heiligkeit gestorben.
Der Schweizer Franziskanerpater Gottfried Egger legt mit seinem schmalen Bändchen „Verwundet von der Liebe Gottes“, welches im Miriam-Verlag erschienen ist, das „Leben und die Spiritualität der stigmatisierten Maria von Mörl“ vor. Kaum jemand ist berufener, dieser stigmatisierten Dulderin aus Kaltern in Südtirol ein Zeugnis auszustellen als Pater Gottfried, der bereits seit 2012 als Postulator und ab 2016 als Bischöflicher Delegat für den Seligsprechungsprozess für das Bistum Bozen-Brixen verantwortlich ist. Dass der Churer Bischof Vitus Huonder das Vorwort dazu geschrieben hat, zeichnet sowohl den Autor aus als auch Maria von Mörl, über die er ein Zitat von Adolph Kolping, den Gesellenvater aus Kerpen bei Köln, der selber Maria in Kaltern besuchte, zu Wort kommen lässt: „Ja, auch ich kann sagen, ich habe eine Heilige gesehen.“

Maria von Mörl wurde am 16. Oktober 1812 in Kaltern geboren. Die Familie entstammte dem Tiroler Uradel, doch der Vater vernachlässigte die Sorge um die Güter, die sich am Kalterer See befanden, und so gab es immer wieder wirtschaftliche Schwierigkeiten. Maria hatte einen älteren Bruder und mehrere jüngere Geschwister. Durch den frühen Tod der Mutter, die kurz nach der Geburt ihres jüngsten Kindes starb, musste Maria schon als 15-jährige Verantwortung für die Familie übernehmen, obwohl sie selber, seit einem Treppensturz im Alter von drei Jahren, nie mehr richtig gesund ward. Eindrucksvoll beschreibt der Autor diese schwere Zeit wie auch die Entwicklung ihrer Persönlichkeit und Religiosität. Dankbar wird der Leser wahrnehmen, dass Maria von Mörl in der Person des Franziskaners Johann Kapistran Sojer einen verständnisvollen wie unterscheidungsfähigen geistlichen Führer haben durfte. Ab 1834 zeigten sich bei ihr die Wundmale Christi, die erst wieder bei ihrem Tod verschwanden.

Sowohl die Stigmatisierung als auch ihre ekstatischen Zustände, die schon viel früher einsetzten, führten dazu, dass tausende Menschen aus nah und fern zu ihr kamen, um sie zu sehen. Unter den Besuchern waren neben vielen Bischöfen auch künftige Selige, wie der bereits genannte Adolph Kolping, oder die Ordensgründerin Sr. Klara Fey, die im Jahr 2018 in Aachen seliggesprochen wird. Außer kirchlichen Würdenträgern sind auch weltliche Personen zu nennen, wie neben solchen von königlichen und kaiserlichen Höfen etwa auch die Publizisten Johann Joseph Görres und Clemens Brentano. Allen ihren Besuchern versprach Maria stets, dass sie für sie und ihre Anliegen beten würde.

Der zweite Teil des Büchleins ist der „Spiritualität der Maria von Mörl“ gewidmet. Hier werden u. a. Aufzeichnungen und Briefe sowie Zeugenberichte dokumentiert. Auch einige Visionen von Maria werden dargestellt.

Das sicher nicht nur für einige wenige fromme Seelen geschriebene Buch, das vielmehr auch geistlich Suchenden empfohlen werden kann, beinhaltet auch einige Gebete von Maria von Mörl. Eines lautet: „Mein Gott, bewahre mir doch in meinem Herzen immer einen Platz, wo die Welt nicht eindringen und ich bei Dir verweilen kann.“

Erstveröffentlicht bei kath.net

P. Gottfried Egger OFM
Verwundet von der Liebe Gottes – Maria von Mörl
Miriam-Verlag 2017
Taschenbuch
144 Seiten; 7,80 Euro
ISBN-13: 978-3874494144

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Bedeutung des eremitischen Lebens für unsere Zeit.

Das eremitische Leben. – Die Einsiedler im Kamaldulenserorden.

Eine Rezension

Der Orden der Kamaldulenser ist, ähnlich wie der Kartäuserorden, ein Einsiedlerorden mit Elementen des Gemeinschaftslebens. Während es in den Ländern deutscher Sprache fast zu jeder Epoche Kartäuser gab, so waren Kamaldulenser hier niemals vertreten. Ihre Klöster befinden sich überwiegend in Italien und Polen sowie in einigen anderen Ländern, etwa in neuerer Zeit in Kolumbien und Venezuela. Erstaunlicherweise gibt es aber seit 2013 eine kleine benediktinische Gründung – die Kamaldulenser gehören zu der großen Familie benediktinischen Mönchtums – im Bistum Hildesheim.

In der Kongregation der Kamaldulenser-Eremiten von Monte Corona, der etwa ein Dutzend Klöster angehören, wird das Eremitentum noch am ehesten bewahrt und gefördert. Denn diese Gemeinschaften sind ein Zweig des alten Baumes der Kamaldulenser- Eremiten, den der heilige Romuald (950-1027) gründete.

El Greco. Allegorie des Kamadulenserordens

Als Paul Giustiniani (1476-1528) in Camaldoli, dem Mutterhaus des Ordens, eintrat, spürte er schnell, daß er eine größere Einsamkeit und ein tieferes Schweigen suchte, als er es in seinem Kloster vorfand. Er verließ Camaldoli und fand auf dem Monte Corona die Einsamkeit, die bereits Jahrhunderte zuvor der heilige Romuald für sich und seine Anhänger gefunden hatte. Es war eine neue Zeit der Einsiedlermönche gekommen, und bald fanden sich gleichgesinnte Gefährten, die mit ihm ein Leben der Kontemplation führen wollten, damit sie ihr Herz beständig Gott zugewandt halten würden.

Das vorliegende Buch, zu dem bereits 1953 der amerikanische Trappistenmönch ,Fr. M. Louis OCSO‘ (Thomas Merton) das Vorwort schrieb, ist das „theologische Grundlagenwerk zur Spiritualität des kamaldulensischen Eremitentums“. Der Übersetzer Pater Plazidus Hungerbühler, selbst Mönch eines Benediktinerklosters, hat wohlbedacht, und dafür sei ihm gedankt, einen schwierig erscheinenden italienischen Text des frühen 16. Jahrhunderts, der zunächst von Pater Jean Leclercq aus dem luxemburgischen Benediktinerkloster Clervaux in französischer Sprache herausgegeben wurde, in ein passendes Deutsch übertragen und somit verantwortet, daß sowohl sein sprachlicher Ausdruck als auch sein Inhalt verstanden wird, nämlich die Beschreibung der Bedeutung des eremitischen Lebens auch und gerade für unsere Zeit.

Im ersten Kapitel wird zunächst die Bedeutung des Eremitentums für die Kirche beschrieben, sodann der Weg der Berufung zum Eremiten. Im zweiten Kapitel wird die Organisation einer eremitischen Gemeinschaft aufgezeigt, einschließlich der Forderungen und Tätigkeiten eines Eremiten. Das dritte und vierte Kapitel widmen sich dem eremitischen Gebet und seiner Askese, die j a immer und nur im Gehorsam sowie im inneren Kampf und in Selbstentäußerung möglich ist. Das fünfte Kapitel schließlich wendet sich dem Ziel des eremitischen Lebens zu. Denn durch das eigene Zunichtewerden geschieht mit Gottes Willen jene Umwandlung, die in der Hingabe des eigenen Selbst mündet.

Monte Corona. Kamaldulenser. Kloster mit Einsiedeleien.

Ein Epilog verbindet das Kreuz Christi mit dem Martyrium: „Die eremitische Lebensweise ist mehr als jede andere ein Martyrium, denn sie schließt ein vollständiges Vergessen seiner selbst ein – sibi soli et Deo vacare.“ – „Wenn du dich von mir zurückziehst, Herr, und mich wie trockenes Land, ohne Wasser, liegen läßt, ohne jede spürbare Andacht, ohne jede Zerknirschung, ohne jeden geistlichen Trost, bar all jener Wonnen, in welchen du mich mit soviel Lieblichkeit nährst, entkleidet jeder Zier geistlichen Lebens, arm, nackt, elend, verlassen – ich werde dich trotzdem gleicherweise lieben, und ich werde wissen, daß du mir all dies zu meinem größeren Fortschritt gewährst.“

In weiteren acht Anhängen ist es dem Leser möglich, sich mit den Quellen und den Texten Giustinianis zu beschäftigen bzw. sich über die Kamaldulenser-Eremiten zu informieren.

(Erstveröffentlicht in KIRCHLICHE UMSCHAU. September 2017)

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Jean Leclercq
Mit Gott allein.
Das eremitische Leben nach der Lehre des Seligen Paul Giustiniani.
Vorwort: Thomas Merton.
Herausgegeben, neu übersetzt und erweitert von
Pater Plazidus Hungerbühler OSB
Patrimonium Verlag 2017
ISBN: 978-3-86417-097-3
202 Seiten; 14,80 Euro

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Ein neues Standardwerk zur Ordensgeschichte

Buchempfehlung

Die „Geschichte des abendländischen Mönchtums vom Mittelalter bis zur Gegenwart“ ist ein aktuelles monumentales Standardwerk zur Ordensgeschichte, das soeben in deutscher Übersetzung bei EOS Editions veröffentlicht wurde. Mariano Dell’Omo, Mönch und Archivar von Montecassino sowie Professor an mehreren römischen Hochschulen, hatte das Buch zunächst im Jahre 2011 in italienischer Sprache publiziert. Insgesamt umfasst das Buch, das sich laut Untertitel mit dem „Charisma des hl. Benedikt zwischen dem 6. und 20. Jahrhundert“ befasst, mehr als 700 Seiten.

Angesichts der Fülle an Literatur, die es zu jedem einzelnen Jahrhundert der benediktinischen Ordensgeschichte gibt, ist die Arbeit des Verfassers sehr zu bewundern. „Mit wachem Auge auf das Ganze möchte ich das jeweils relevanteste Profil der monastischen benediktinischen Welt in der einen oder anderen Epoche herausarbeiten. Dabei habe ich versucht, im umfassenderen Horizont der unterschiedlichen geschichtlichen Epochen die Einzigartigkeit, Bedeutung und Ausstrahlung von Phänomenen, Strömungen und Personen im Umfeld des Charismas des hl. Benedikt herauszukristallisieren.“

Im ersten Teil des Buches geht es um die Zeit des heiligen Benedikt von Nursia bis hin zur Zeit des heiligen Bernhard von Clairvaux. Die Kapitel sind grob geografisch und zeitlich geordnet, sodass etwa das Mönchtum auf den britannischen Inseln vom sechsten bis achten Jahrhundert relativ früh behandelt wird. Später geht es dann auch um den Reformer Benedikt von Aniane aus karolingischer Zeit oder das Kloster sowie die spätere „Kongregation“ von Cluny. Wenn Mariano Dell’Omo von Krise und Wiederbelebung des monastischen Ideals spricht, geht er auch kurz auf diverse Entwicklungen ein, die nicht unmittelbar mit dem heiligen Benedikt und seiner Regel zu tun haben, so etwa die Gründung der Kartäuser.

Der zweite Teil des Buches beschäftigt sich schließlich mit der Zeit vom „Herbst des Mittelalters bis zur Schwelle des 3. Jahrtausends“. Auch hier finden sich Niedergang in frische Impulse dicht nebeneinander, wie es schon im ersten Teil, grob gesagt im ersten Jahrtausend der Kirchengeschichte, der Fall war. Spannend ist besonders die Wiederbegründung und Erholung des benediktinischen Mönchtums in Frankreich, nach der französischen Revolution, die besonders mit der Abtei Solesmes verbunden ist. Auch in Deutschland gibt es wichtige neue Aufbrüche, etwa mit den Gründungen von St. Ottilien oder von Beuron.

Einzig die vielen Tippfehler sind bei der „Geschichte des abendländischen Mönchtums vom Mittelalter bis zur Gegenwart“ zu bedauern. Wenn man innerhalb von drei Seiten drei verschiedene Schreibweisen eines einzelnen Wortes lesen kann (cluniazenisch, cluniazesisch und cluniazensisch), so ist das doch einigermaßen störend. Trotzdem: Man kann sich kaum vorstellen, welch ungeheure akademische Leistung Mariano Dell’Omo erbracht hat. Der Leser kann dankbar für dieses Buch sein. Tausende Literaturverweise bieten dem Interessierten die Möglichkeit, sich in zahlreichen Sprachen weiter in die jeweilige Materie zu vertiefen.

(Erstveröffentlicht bei kath.net)

Geschichte des abendländischen Mönchtums vom Mittelalter bis zur Gegenwart; – Das Charisma des hl. Benedikt zwischen dem 6. und 20. Jahrhundert
Von Mariano Dell’Omo
Übersetzt von Hermann J. Benning
Hardcover, 744 Seiten; mit zahlreichen Abbildungen und Übersichtskarten
2017 Eos Verlag; 69,95 Euro.
ISBN 978-3-8306-7833-5

 

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Am 25. Juni 1942 – vor 75 Jahren – starb im Alter von 41 Jahren in …

Buchempfehlung

Am 25. Juni 1942 – vor 75 Jahren – starb im Alter von 41 Jahren in einem Klarissenkloster in Jerusalem Schwester Maria von der Heiligsten Dreifaltigkeit.

Sr. Maria von der Heiligsten Dreifaltigkeit kommt als Louisa Jacques am 26. April 1901 in Südafrika zur Welt, wo ihr Vater protestantischer Pastor war, Begründer der Mission in Pretoria und Johannesburg. Die Mutter stirbt bei ihrer Geburt. So wächst Louisa bei einer Tante in der Schweiz auf, dem Herkunftsland der Familie. Eine sehr gebrechliche Gesundheit rechnet mit dem anfangs entschiedenen und starken Charakter ab. Mehrmalige Enttäuschungen in der Arbeit, die gescheiterte Beziehung zu einem verheirateten Mann, sowie die Einsamkeit, die durch die Entfernung von ihren lieben Verwandten verursacht ist, bringen die Fünfundzwanzigjährige so weit, den Sinn des Lebens nicht mehr zu verstehen und folgende bittere Feststellung zu machen: „Gott gibt es nicht.

Doch es ereignet sich gerade in dieser Nacht, „dass in die Verzweiflung Licht drang“. Die Wahrnehmung einer Gegenwart, die sie heimsuchte, „einer Ordensfrau, die in einen braunen Habit gekleidet war, mit einem Strick als Gürtel.“ Seit diesem Augenblick wuchs in ihr eine „unwiderstehliche Anziehung“ hinsichtlich des Klosterlebens und der brennende Wunsch, die Eucharistie zu empfangen. So begann der Weg, der sie dazu bringt, eine Tochter der katholischen Kirche zu werden.

Der durch die Tuberkulose immer schwächer werdende Gesundheitszustand und die noch frisch zurückliegende Bekehrung, verhinderten immer wieder den Versuch, in eine Ordensgemeinschaft einzutreten. Doch die lang durchlebten Wehen im Glauben und die Suche nach dem Willen Gottes, erwiesen sich als langsame und geduldige Arbeit der Gnade.

Im Jahr 1938 findet sie im Klarissenkloster von Jerusalem endlich den sicheren Hafen, in dem Gott sie erwartet. Eine innere Stimme – die des Herrn Jesus – führt sie im Alltag eines Lebens, das der Geschwisterliebe, dem Schweigen und dem Dienen hingegeben ist. Der Herr selbst offenbarte ihr den Sinn des langen Weges: „Du selbst solltest von alleine meine Stimme entdecken, indem du dich deiner selbst entäußertest.“ Im Gehorsam gegenüber ihrem geistlichen Begleiter schrieb sie ihre „Anmerkungen“ – nämlich das, was die Stimme empfiehlt: es sind kleine Tropfen evangeliumsgemäßer Weisheit, die zusammen mit der „Geschichte der Bekehrung und Berufung“ später veröffentlicht wurden. Es ist das innere Hören der Stimme des Herrn, die tiefe Kenntnis der Freiheit, die Gott seinem Geschöpf lässt, um ihm zu antworten, das „Opfergelübde“, verstanden als höchster Grad der Verfügbarkeit und des Nicht-Widerstandes zu allen Entscheidungen Gottes in einer im Grunde zutiefst eucharistischen Haltung.

In Folge eines Fiebers, das Sr. Maria von der Heiligsten Dreifaltigkeit durch eine Lungentuberkulose befallen hatte, stirbt sie friedvoll mit 41 Jahren am 25. Juni 1942. Sie hinterlässt ein stilles aber leuchtendes Zeugnis eines christlichen Lebens.

Ihre Aufzeichnungen werden später veröffentlicht und in fünf Sprachen übersetzt. Das in deutscher Sprache zur Verfügung stehende Buch trägt den Titel „Jesus – Offenbarungen an Maria von der Heiligsten Dreifaltigkeit“. Dieses, von dem Franziskanerpater Fidelis Butter herausgegebene Buch ist derzeit sehr günstig zu erwerben. Das 296-Seiten starke Taschenbuch, ausgestattet mit zwölf Illustrationen, kann beim FE-MEDIEVERLAG für unschlagbare 1-EURO bestellt (Best.-Nr. 50247) werden:

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Mit der Persönlichkeit von Sr. Maria von der Heiligsten Dreifaltigkeit befasst sich ein eigener Blog, der den geneigten Lesern empfohlen wird:

Blog zu Sr. Maria von der heiligsten Dreifaltigkeithttps://louisajacques.wordpress.com/

Erstveröffentlichung der Buchempfehlung bei kath.net

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Die hl. Elisabeth von der heiligsten Dreifaltigkeit – Buchempfehlung

„Man muss alles aus Liebe tun; man muss sich selbst vergessen.“

Ein geistlicher Schatz wurde im vergangenen Jahr von dem kleinen Schweizer Verlag Alverna gehoben. Ein neues Buch wurde anläßlich der am 16. Oktober 2016 erfolgten Heiligsprechung einer in Ländern deutscher Sprache weithin unbekannten Ordensschwester herausgegeben. Dabei handelt es sich um Erinnerungen an die Karmelitin Elisabeth von der heiligsten Dreifaltigkeit (Élisabeth de la Trinité). Sie starb im Jahre 1906 26-jährig im Kloster der Karmelitinnen in der burgundischen Stadt Dijon, war jedoch eine nicht weniger tief geistliche Persönlichkeit als die bekanntere Karmelitin Therese von Lisieux, deren Ordensname „Therese vom Kinde Jesu und vom Heiligsten Antlitz“ (Thérèse de l’Enfant-Jésus et de la Sainte-Face) lautete, und die einige Jahre früher, im Jahr 1897, 24-jährig starb.

Das vorliegende Buch „Die hl. Elisabeth von der heiligsten Dreifaltigkeit“ ist die deutsche Übersetzung der Aufzeichnungen und Erinnerungen, die von der Priorin der so jung verstorbenen unbeschuhten Karmelitin, Mutter Germana von Jesus (Germaine de Jésus), 1908 unter dem Titel „Souvenirs“ einer größeren interessierten Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde. M. von Greiffenstein hat das Buch bald danach in Deutschland herausgebracht. Diese Ausgabe ist die Grundlage eines wunderbaren Buches, welches von Ramon de Luca überarbeitet und im Alverna-Verlag neu herausgegeben wurde.

In seiner Einleitung bemerkt Ramon de Luca zur heiligen Elisabeth von der heiligsten Dreifaltigkeit: „Überzeugend wirkt ihr ausgesprochen ausgewogenes Verhältnis bezüglich Gottes- und Nächstenliebe, und sie lehrt uns schweigend die Kraft der Stille.“ Wer erinnert sich hierbei nicht an das aktuelle Buch von Robert Kardinal Sarah, „Kraft der Stille“, worin auch er deutlich machen möchte, dass es gerade die Stille ist, die den Menschen und der heutigen Zeit „außerordentlich nottut“. Elisabeth und der Kardinal haben erkannt, dass selbst unter gläubigen Seelen ein lärmender Aktivismus vorherrscht, worin Stille und Sammlung unterzugehen drohen. Es ist geradezu bezeichnend, „dass im Zeitalter der kirchlichen Aktionen der Rückruf zum einen Notwendigen geht: der Kontemplation – und zwar ohne Rücksicht auf äußerlich feststellbare Frucht und Erfolg“. De Luca erkennt ganz richtig, dass dies ein „Rückruf in die Anonymität, zur tiefen, reinen liturgischen Anbetung Gottes um seiner selbst willen“ sei. „Man muss alles aus Liebe tun; man muss sich selbst ständig vergessen.“

Das schwarz-weiß bebilderte Buch mit Fotos aus dem Leben unserer heiligen Karmelitin berichtet zunächst über ihren Lebensweg in den Karmel. Zwar konnte die Priorin schon hierbei aus ihrer persönlichen Kenntnis über Elisabeth berichten, denn diese war bereits vor ihrem Eintritt oft zu Gast im Karmel von Dijon; aber nun konnte sie gewissermaßen aus erster Hand, nämlich aus persönlichem Erleben, von ihr erzählen. Der Priorin lagen außerdem persönliche Aufzeichnungen vor, sowohl von Elisabeth selbst, als auch in Briefen von anderen Personen. Wir erfahren, wo Elisabeth Catez geboren wurde und wie sie aufgewachsen ist, und dass sie mit elf Jahren zur ersten hl. Kommunion gegangen ist. Mit vierzehn Jahren möchte sie Ordensfrau werden und meinte eine Zeitlang sogar, es müssten die Trappistinnen sein, zu denen sie gehen solle. Ihr schien, dass das Klosterleben einer unbeschuhten Karmelitin nicht streng genug sei. 1899, mit neunzehn Jahren, bekommt sie von ihrer Mutter die Erlaubnis, mit 21 Jahren in den Karmel eintreten zu dürfen (1901).

Im Februar 1905 traten bei ihr die ersten Krankheitszeichen einer damals noch nicht diagnostizierbaren Krankheit auf. Es handelte sich um die Addisonsche Krankheit (Morbus Addison), einer Insuffizienz der Nieren, die unweigerlich zum Tode führen musste. Elisabeth von der heiligsten Dreifaltigkeit starb am 9. November 1906.

Diese junge, entschiedene Frau, die Gott „ein Lob der Herrlichkeit“ sein wollte, war „vom Übermaß der göttlichen Liebe ergriffen und hingerissen“. So wurde auch körperliche Buße für sie zum „gebieterischen Bedürfnis“. Man musste sie sogar vor solchen Neigungen und vor scharfen Kasteiungen bewahren. Dies gelang durch den Gehorsam, dem sie durch die Regel der Karmelitinnen unterworfen war und die dennoch genügend Gelegenheiten bot, die Forderungen des Apostels Paulus zu verwirklichen, täglich zu sterben (1 Kor 15,31).

Elisabeth litt oft an Ermüdung und hatte fast beständig Kopfschmerzen. Wir dürfen uns fragen, wie wir mit diesen beiden gesundheitlichen Einschränkungen umgehen. Unsere Karmelitin freute sich, „durch diese Schmerzen das Geheimnis der Dornenkrönung des göttlichen Meisters zu verehren“. Auch die tägliche Arbeit begriff sie als Teil ihrer Buße, besonders dann, wenn es ihr nicht gelang, das innere Gebet mit der Arbeit in Verbindung zu bringen. Elisabeth von der Dreifaltigkeit kostete die Phasen ihres äußeren und inneren Lebens bis zum Grunde aus. Sie schrieb in einem Brief: „Wenn du wüsstest, welche Süßigkeit man auf dem Grund des Kelches findet, den der himmlische Vater bereitet hat.“ Es geht ihr niemals darum, am vollen Kelch der weltlichen Wonnen zu nippen; sie geht an den Grund, in die Tiefe, wo alle Unzulänglichkeiten erfahren werden. „Ich trage mein Kreuz mit dem geliebten Meister, mein Glück wächst mit meinen Leiden.

Ein wenig bekannt wurde Elisabeth von der heiligsten Dreifaltigkeit durch ihr Gebet „O mein Gott Dreifaltiger, den ich anbete“ (Elevation à la Trinité – O mon Dieu, Trinité que j’adore). Sie notierte es am Abend des 21. November 1904. Dieses Gebet ist ein einziger Lobpreis auf die Heiligste Dreifaltigkeit, die sie selbst in ihrem Ordensnamen verehrte. Wem es möglich ist, der sollte sich oft mit diesem Gebet beschäftigen und es inbrünstig vor das Angesicht Gottes tragen. Ja, der Rezensent ruft dem geneigten Leser zu: steigen Sie in die Tiefen dieses Gebetes hinab, – Gott wird Ihnen das Geheimnis der Heiligsten Dreifaltigkeit, welches für die meisten im Dunkeln liegt, im Licht dieses Gebetes verständlich machen.

Zum Schluss soll noch ein Wort zitiert werden, welches der Herausgeber in seiner Einleitung anführt: „Ich spüre, wie der Tod mich zerstört. Würde ich dabei stehen bleiben, wäre nur Verzagtheit in mir. Rasch öffne ich das Auge meiner Seele im Glauben und weiß, daß es die Liebe ist, die mich allmählich verzehrt.

 

M. v. Greiffenstein
Die hl. Elisabeth von der heiligsten Dreifaltigkeit
Alverna-Verlag – https://www.alverna.ch
Hardcover / A5; 258 Seiten
CHF 22.00; Euro 18.40
ISBN 978-3-9524562-9-3

 

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Nachtrag

Für den belgischen Benediktiner Dom Jean Vandeur OSB war die Lektüre der französischen Originalausgabe des Buches „Souvenirs“ sehr eindringlich. Besonders von dem bereits genannten Gebet „O mon Dieu, Trinité que j’adore“ – „O mein Gott Dreifaltiger, den ich anbete“, fühlte er sich dermaßen angesprochen, dass er dazu eine Reihe von Meditationen geschrieben hat. In Deutschland erfuhr dieses Büchlein unter dem Titel „O mein Gott Dreifaltiger“ bis in die fünfziger Jahre hinein mehrere Auflagen im Pustet-Verlag. Zu Beginn dieses Jahres veröffentlichte der Sarto-Verlag diese „Gebetsbetrachtungen im Geist der heiligen Schwester Elisabeth von der heiligsten Dreifaltigkeit“ unter dem gleichen Titel „O mein Gott Dreifaltiger“ überarbeitet und mit einer neuen Einleitung versehen. Auch dieses Buch sei den Lesern empfohlen.

 

Dom Eugen Vandeur OSB
O mein Gott Dreifaltiger
Sarto-Verlag 2017, Neuherausgabe
136 Seiten; 8,90€
ISBN: 978-3943858846

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Erstveröffentlicht bei kathnews.de

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Apostel Jesu und Mariens – Hl. Johannes Eudes – 19. August

Buchempfehlung

Dieses empfehlenswerte, 2014 erschienene Buch aus dem Sarto-Verlag, ist eine sprachlich bearbeitete und erweiterte Ausgabe der Biographie von P. Joseph Hector aus der Kongregation der Oblaten der unbefleckten Jungfrau Maria, ursprünglich erschienen unter dem Titel „Der selige Johannes Eudes, Apostel der heiligsten Herzen Jesu und Maria, Stifter des Ordens Unserer Frau von der Liebe und der Ordensfrauen vom guten Hirten“. Insbesondere das Kapitel über die Muttergottesverehrung des Heiligen wurde jedoch erheblich erweitert auf Grundlage einer noch viel älteren Arbeit von P. Herambourg aus derselben Kongregation, die 1874 in deutscher Übersetzung erschienen ist unter dem Titel „Die Tugenden des ehrwürdigen Dieners Gottes Johann Eudes“.

„Sei gegrüßt, heiligstes Herz Jesu und Mariens!“

Es ist eines der bezeichnendsten Merkmale der Spiritualität dieses im deutschen Sprachraum noch zu wenig bekannten Heiligen, niemals – weder in der Andacht noch im Gebet – das Herz Jesu vom Herzen Mariens zu trennen. Er sieht sie als ein vereintes Herz, wie es auch das Gebet zum Ausdruck bringt, mit dem er in seiner erstgegründeten Kongregation von Jesus und Maria, die sich die Erziehung und Ausbildung von Priestern und Volksmissionaren zur Aufgabe gemacht hat, den Tag beginnen ließ: „Sei gegrüßt, heiligstes Herz Jesu und Mariens!“

Die vorliegende Biographie geht auf das ganze Leben und Wirken des Heiligen ein, widmet sich aber schwerpunktmäßig dieser Spiritualität des Heiligen, dank derer er vom Papst Pius X. bei seiner Seligsprechung geehrt wurde, als „Urheber, Lehrer und Apostel der liturgischen Verehrung“ der heiligsten Herzen Jesu und Mariens. 1925 wurde er heiliggesprochen; er ist als größter Volksmissionar Frankreichs in die Geschichte eingegangen. Insbesondere aber seine weitsichtigen Aktivitäten zur Erneuerung des Priestertums sind nach wie vor von großer Bedeutung.

„Heilige Jungfrau Maria,
einige uns in der Liebe Deines göttlichen Sohnes
und bewirke, daß wir Sein heiliges Herz
vollkommener lieben und in dieser Liebe
auch die gegenseitige Eintracht unserer herzen
immer mehr begründet werde.“

Ein sehr umfangreicher Gebetsteil lichtet das Geheimnis der Liebe, von der diese große Priesterseele erfüllt und angetrieben war.

Das vorgestellte Buch sei allen Verehrern, Seelsorgern wie Gläubigen, der Herzen Jesu und Mariens sehr empfohlen.

Joseph Hector
Apostel Jesu und Mariens
der hl. Johannes Eudes (1601-1680)
Sein Leben, Wirken und Beten
Sarto Verlag 2014
250 Seiten; 19,90 Euro
ISBN 978-3-943858-48-8

http://www.sarto.de

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