Pater Domenico da Cese OFMCap. Ein Leben in Bildern – Buchempfehlung

Bereits das erste Wort des vorliegenden Buches der Ordensschwester Petra-Maria Steiner über den Kapuziner Pater Domenico da Cese ist geeignet, Menschen aufzurütteln aus dem Tiefschlaf eines verweltlichten Lebens. Sr. Petra-Maria lässt, bevor sie selbst das Wort ergreift, zunächst aber den Karmelitenpater Joseph de Sainte Marie zu Wort kommen: „Herr Jesus Christus, Du betest für die, die Dich kreuzigen und kreuzigst jene, die Dich lieben.“

Damit bezeugt die Ordensfrau nicht nur das Geheimnis des Lebens und Leidens, sondern sie führt direkt hinein in die Lebensgeschichte des „Dieners Gottes Pater Domenico da Cese“. Er, der als Junge von zehn Jahren voraussehen konnte, dass ein Erdbeben seinen Heimatort verwüsten würde, und es doch nicht vermeiden konnte, dass er selbst mit seinem Vater bei der Frühmesse in der Kirche von den herabstürzenden Baumassen begraben wurde. Doch er wurde von einem Fremden aus den Trümmern gerettet. Der Junge erkannte das Gesicht des Retters, doch fand er diesen Menschen nachher nicht mehr im Getriebe nach seiner Rettung. Erst Jahrzehnte später sah er das Gesicht wieder, als er, schon seit Jahrzehnten Kapuziner, nach Manoppello versetzt wurde und im „Volto Santo“ das Antlitz seines Retters Jesus erkannte.

Eine „Hinführung von Paul Badde“ führt in das Leben Pater Domenicos ein und bezeichnet ihn als denjenigen, der den „Staffelstab der Heiligkeit“ von Pater Pio übernommen habe. Die enge Verbindung dieser beiden italienischen Kapuzinerpatres wird aber nicht nur durch Manoppello deutlich.

Pater Domenico erblickte am 27. März 1905 als Emido Petracca das Licht der Welt. Den Gedanken Kapuziner zu werden bekam der Zwölfjährige, als die Minderbrüder in Cese, seinem Heimatort, eine Volksmission durchführten. Mit 16 Jahren trat Emido am 3. November 1921 bei den Kapuzinern ein. Zunächst musste er seine Gymnasialstudien machen, bevor er endlich ab 1922 das Noviziat beginnen konnte. So konnte aus dem Jungen Emido „Fra Domenico“ werden. Während seiner Studienzeit musste er noch den Wehrdienst ablegen. 1928 legte er seine Ewige Profess ab, und am 11. Oktober 1931 wurde Fra Domenico die Priesterweihe erteilt. 1940 musste er Soldat werden. Von ihm wird bezeugt, dass er „durch seine religiöse Authentizität beeindruckt“ habe und unangenehm gewesen sei „in seiner Radikalität zur Wahrheit“. Am 18. Oktober 1941, dem letzten Tag als Soldat in Kroatien, wird das folgende Ereignis berichtet, bei dem mehrere Zeugen zugegen waren: „Während ich den Rosenkranz betete und die schmerzhaften Geheimnisse betrachtete, floss bald aus allen heiligen Wunden des Kreuzes reichlich warmes, rotes Blut heraus.“ „Das Blut des Gekreuzigten kam aus der Seite und aus der ganzen Brust und Dornenkrone. Es bildeten sich Tropfen. Als wir das sahen, kamen uns die Tränen und wir weinten.“ Als Pater Domenico am nächsten Tag wieder in sein Kloster zurückkehren konnte, litt er für mehrere Tage unter hohem Fieber zwischen 41 und 43 Grad.

Nach vielen segensreichen Jahren an verschiedenen Orten sollte Pater Domenico 1967 nach Manoppello versetzt werden, was ihm überhaupt nicht passte. So bat er erstmals in seinem Leben seine Oberen darum, ihm den Wunsch zu erfüllen und ihn nicht mehr zu versetzen. Er begründete dies mit einer chronischen Krankheit, die an seinem damaligen Wohnort gut behandelt werden konnte. Doch sein Vorgesetzter bestand darauf, dass er zu gehorchen habe. In Manoppello war Pater Domenico beim Volto Santo. Er erkannte, „dass jenes Schweißtuch, das im Grab auf dem Kopf Jesu gelegen hatte, das Volto Santo ist und dass es den ersten Moment der Auferstehung zeigt“. Dieses Heiligtum ließ Pater Domenico „das große Geheimnis des Heiligen Messopfers tiefer erfassen“. Fortan war er der erste Botschafter des Volto Santo. Durch seine Initiativen wurden dazu in den siebziger Jahren die ersten Vorträge und Konferenzen durchgeführt.

Als nach 45 Jahren erstmals 1978 wieder das Turiner Grabtuch öffentlich ausgestellt wurde, wollte auch Pater Domenico dabei sein. Am 13. September konnte er vor dem heiligen Grabtuch verweilen. Am Abend wurde auf dem Bürgersteig von einem Auto erfasst und schwer verletzt. Am 17. September 1978 ist Pater Domenico im Krankenhaus verstorben. Nur wenige Menschen wussten zu seinen Lebzeiten, dass er, wie sein Mitbruder Pater Pio, die Wundmale Jesu an seinem Leib trug. Erst nach seinem Tod wurde dies erkannt. „Könnte es sein, dass er erwählt war, ganz im Verborgenen das Leiden seines Herrn mitzutragen und mitzusühnen, wenn es der Wille des Vaters war?!“

Sr. Petra-Maria Steiner
Pater Domenico da Cese OFMCap. Ein Leben in Bildern.
„Vita Communis – Maria, Mutter der heiligen Familie“, 2018
Ca. 150 Seiten

Erstveröffentlicht bei kath.net

 

 

 

Das großformatige Buch umfasst über 140 Seiten, zeigt ein „Leben in Bildern“ und versucht den Lesern und Betrachtern das Leben des „Diener Gottes Pater Domenico da Cese“ näher zu bringen. Leider ist das im Selbstverlag erschienene, sehr empfehlenswerte Buch, nur über diese Anschrift zu beziehen:

Vita Communis – Maria, Mutter der Heiligen Familie
Schwester M. Katharina
Schwester Petra-Maria
Ossweiler Weg 45
D-71334 Waiblingen-Hegnach
Tel.: 07151 / 50 49 77
E-Mail: vita-communis@t-online.de

https://www.vitacommunis.de/impressum/index.htm

+

 

Advertisements

Auferstanden vom Tode

Resurrexi et adhuc tecum sum, alleluia.

Ich bin auferstanden und immer bei dir.
Alleluja.
Du hast deine Hand auf mich gelegt.
Wie wunderbar ist für mich dieses Wissen.
Alleluja.

Volto_santo Manoppello
Ostersonntag – Graduale der Trappisten, Mariawald

+

 

Salve Sancta Facies – Hymnus auf das Heilige Antlitz

volto-santo-manoppello

Sei gegrüßt, heiliges Gesicht
unseres Retters.
Gottes Glanz scheint auf in Dir:
in schneeweiß helles Tuch versenkt
und der Veronika geschenkt
als Zeichen Deiner Liebe.

Sei gegrüßt, Zierde der Zeiten,
Spiegel des heiligen,
Sehnsucht der Engel.
Mach uns von jedem Makel rein
und führe uns vor Dich hinein
in den Chor der Seligen.

Sei gegrüßt unser Ruhm
in der Mühsal dieses Lebens:
schwach, gebrechlich, schnell dahin.
Führe uns der Heimat zu,
barmherziges Bild, o süßes Du
zur Ansicht Deines Angesichts,
in dem nur noch Christus ist.

Sei gegrüßt, schöner Schleier.
Edles Spiel zu unserem Trost.
Lebendige Erinnerung
an den, der uns zur wahren Freude
und einem guten Ende
ein sterbliches Körperchen annahm.

(nach Papst Innozenz III.,
aus dem Lateinischen von Paul Badde.
Vatican Magazin 1,2012)

+

 

Vor Gott sind tausend Jahre wie ein Tag

Es war ein einziges Wort, das für die Spaltung der Ost- und Westkirchen entscheidend wurde. Das war, als die Bischöfe des Westgotenreichs im Mai 581 im Konzil von Toledo dem damals 200 Jahre alten katholischen Glaubensbekenntnis des Konzils von Nizäa-Konstantinopel das lateinische Wort „filioque“ hinzufügten. Das heißt auf deutsch: „und dem Sohn“. Seitdem beten die Christen des Westens in ihrem Credo: „wir glauben an den Heiligen Geist, der Herr ist und lebendig macht, der aus dem Vater und dem Sohn hervorgeht“, wo es bis heute in den Ostkirchen in der alten Fassung weiter heißt: „Wir glauben an den Heiligen Geist, der Herr ist und lebendig macht, der aus dem Vater hervorgeht.“ Dogmatischen Rang erhielt dieser Zusatz im Westen unter Papst Benedikt VIII. und dann noch einmal im Jahr 1215, als die Entfremdung zwischen Ost und West schon weit gediehen war.

Doch im Grunde war es dieses eine und einzige Wort, das zum Stolper- und Meilenstein im Prozess der Spaltung zwischen der Ost- und Westkirche wurde. Abertausende höchst gelehrte Worte haben diese Spaltung danach und später nur vertieft und konnten sie nie heilen.

Und nun hat ein einziges Bild die Ost- und Westkirche unterhalb des Radars aller Nachrichtenkanäle auf eine Weise zusammengeführt, wie vielleicht noch nie zuvor. Das war, als an diesem Sonntag 70 orthodoxe Bischöfe mit zwei Kardinälen und etlichen römisch-katholischen Bischöfen und Geistlichen in dem Abruzzenstädtchen Manoppello die Göttliche Liturgie des heiligen Johannes Chrysostomos vor dem Schleierbild des „Heiligen Gesichts“ gefeiert haben, das dort über 300 Jahre lang in einer Seitenkapelle der Michaelskirche verborgen wurde, bis es im Jahr 1923 nach dem großen Erdbeben von 1915 erstmals in einem neu errichteten Aufbau über dem Hauptaltar öffentlich ausgestellt wurde, wo es seitdem Tag für Tag verehrt werden kann.

Zehn Jahre nach dem Besuch Papst Benedikts XVI. 2006 in diesem Heiligtum war jetzt der Besuch dieser gemischten orthodoxen Synode mit ihren lateinischen Brüdern das bedeutendste Ereignis im Prozess der Wiederentdeckung dieser geheimnisvollen Urikone Christi, die in Konstantinopel lange als „Hagion Mandylion“ verehrt wurde, nachher in Rom als „Sanctissimum Sudarium“ galt, bevor der Schleier dort auch noch „Sancta Veronica Ierosolymitana“ genannt wurde.

Ganzer Artikel von Paul Badde in DT vom 21.9.2016

Volto Santo die Manoppello (Foto Paul Badde)
Volto Santo die Manoppello
(Foto Paul Badde)

 

Benedikt und das menschliche Antlitz Gottes

(Paul Badde befragt Erzbischof Bruno Forte, der im Jahre 2006 unmittelbar dabei gewesen ist, als Papst Benedikt das Volto Santo in Manoppelle besuchte und verehrte.)

Wie erklären Sie denn den Widerstand gegen das Volto Santo, zum Beispiel aus Turin, selbst heute noch?

Das Grabtuch von Turin ist seit langem in aller Welt bekannt und verehrt. Dagegen scheint das Heilige Gesicht von Manoppello für manche immer noch als eine unerhörte Neuigkeit, die nicht in der gleichen Weise von der Wahrnehmung und Tradition aus dem Glauben des Gottesvolks gestützt wird. So ist es in Wirklichkeit aber nicht, wie ich hier gerade kurz in Erinnerung gerufen habe.

Zwischen diesen beiden unvergleichlichen Zeugnissen gibt es nicht nur überhaupt keinen Widerspruch, sondern es ist sogar längst eine perfekte Übereinstimmung und Entsprechung nachgewiesen worden. Die Trappistin Blandina Paschalis Schlömer hat an einer Vielzahl von übereinstimmenden Punkten die extreme Kompatibilität zwischen dem Antlitz auf der Sindone und dem Antlitz im Sudarium zwingend herausgestellt. Es deutet also vieles darauf hin, dass es zwischen den beiden Tüchern eine Beziehung gibt, die im heiligen Grab in Jerusalem begründet wurde. Jedenfalls zeigen das Grabtuch in Turin und das Schweißtuch in Manoppello auf unerklärliche und geheimnisvolle Weise denselben Menschen, einmal tot, einmal lebendig. Es ist Jesus Christus. Es ist der Herr.

Und was antworten Sie den Stimmen, die behaupten, das Christus-Porträt in dem Schleier von Manoppello sei einfach nur „gemalt“, und zwar von Menschenhand, wohl in der Zeit der Renaissance?

Im Schleier von Manoppello hat man in Untersuchungen unter dem Elektronenmikroskop auch in außergewöhnlichen Vergrößerungen keine Farbspuren gefunden. Das Bild ist nicht gemalt, sondern ein wahres Lichtbild – und das macht es noch einmal wertvoller, weil es uns damit quasi das einzige authentische Bild liefert, das wir vom Erlöser der Welt haben!

Benedikt und das menschliche Antlitz Gottes: Paul Badde im Gespräch mit Erzbischof Forte. Vor zehn Jahren kam Papst Benedikt nach Manoppello, um Christus zu sehen.

CNA – Deutsche Ausgabe 6.8.2016

Antlitz Christi im Heiligen Schweißtuch (Volto Santo in Manoppello)
Antlitz Christi im Heiligen Schweißtuch
(Volto Santo in Manoppello)