Septuagesima 2023

Introitus (Ps 17,.5-7)

Circumdederunt me gemitus mortis,
dolores inferni circumdederunt me:
et in tribulatione mea invocavi Dominum,
et exaudivit de templo sancto suo vocem meam.
Diligam te, Domine, fortitudo mea:
Dominus firmamentum meum,
et refugium meum, et liberator meus.

Todesstöhnen hielt mich umfangen;
der Unterwelt Qualen umschlossen mich.
In meiner Not schrie ich zum Herrn,
und Er erhörte meinen Ruf von Seinem heiligen Tempel aus.
Dich lieb ich, Herr, o meine Stärke.
Der Herr ist ja mein Fels,
mein Hort und mein Befreier.

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Ave, Regína caelórum

Die Marianische Antiphon Ave, Regína caelórum wird in der Liturgie
von Mariä Lichtmess bis zum Mittwoch in der Karwoche gesungen.

Ave, Regína caelórum,
Ave, Dómina angelórum:
Salve radix, salve, porta,
Ex qua mundo lux est orta:

Gaude, Virgo gloriósa.
Super omnes speciósa:
Vale o valde decóra,
Et pro nobis Christum exóra.

Fra Angelico – Himmels-Krönung Mariens, Louvre 1432

Gruß dir, Himmelskönigin,
Gruß dir, Engelherrscherin!
Wurzel Jesse, Gnadentor,
Aus Dir ging das Licht hervor.

Freu dich, Jungfrau, hochverehrt,
Und in schönster Zier verklärt
Sei uns hold in deiner Schöne,
Und mit Christus uns versöhne.

Würdige mich, dich zu loben, o geheiligte Jungfrau.
Gib mir Kraft gegen deine Feinde.

Verleihe, o barmherziger Gott, unserer Gebrechlichkeit
Deinen Beistand, damit wir, die wir das Andenken der
Heiligen Gottesgebärerin verehren, durch ihre hilfreiche
Fürbitte von allem Unrechte aufstehen.
Dies bitten wir durch denselben Christus
Unsern Herrn. Amen.

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Tut, was ER euch sagt!

Bei der Hochzeit zu Kana wirkt Jesus „sein erstes Zeichen“ (Joh 2,11), das heißt das erste der von ihm vollbrachten Wunder, mit dem er in der Öffentlichkeit seine Herrlichkeit offenbarte und den Glauben seiner Jünger weckte. Rufen wir uns kurz in Erinnerung, was sich während jenes Hochzeitsfestes zu Kana in Galiläa zutrug. Es geschah, daß der Wein ausging, und Maria, die Mutter Jesu, machte ihren Sohn darauf aufmerksam. Er erwiderte ihr, daß seine Stunde noch nicht gekommen sei; doch dann folgte er dem Drängen Mariens und verwandelte, nachdem er sechs steinerne Krüge hatte mit Wasser füllen lassen, das Wasser in Wein, in einen hervorragenden Wein, der besser war als der vorherige. Mit diesem „Zeichen“ offenbart sich Jesus als der messianische Bräutigam, der gekommen ist, um mit seinem Volk den neuen und ewigen Bund zu schließen, gemäß dem Wort der Propheten: „Wie der Bräutigam sich freut über die Braut, so freut sich dein Gott über dich“ (Jes 62,5). Und der Wein ist Symbol dieser Freude der Liebe; doch er spielt auch auf das Blut an, das Christus am Ende vergießen wird, um seinen Hochzeitsbund mit der Menschheit zu besiegeln.

Die Kirche ist die Braut Christi, der sie durch seine Gnade heilig und schön macht. Dennoch bedarf diese aus Menschen gebildete Braut immer der Reinigung. Und eine der schwersten Verschuldungen, die das Antlitz der Kirche entstellen, ist jene gegen ihre sichtbare Einheit, besonders die historischen Spaltungen, welche die Christen entzweit haben und noch nicht überwunden sind.

(Benedikt XVI. beim Angelus am 20. Januar 2013)

Tut, was ER euch sagt!

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Umgestaltet durch Ihn

Gott, Dein Eingeborener
ist in der Natur unsres Fleisches erschienen;
darum bitten wir Dich:
laß uns innerlich umgestaltet werden
durch Ihn,
dessen äußere Gleichförmigkeit mit uns
wir erkannt haben,
der mit Dir lebt und herrscht
in der Einheit des Heiligen Geistes,
Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Amen.

Deus, cujus Unigenitus in substantia nostræ carnis apparuit: præsta, quæsumus;
ut per eum, quem similem nobis foris agnovimus, intus reformari mereamur:
Qui tecum vivit et regnat in unitate Spiritus Sancti Deus:
per omnia sæcula sæculorum. Amen.

(Oratio am Oktavtag des Erscheinungsfestes)

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Ich unterhalte mich mit dir.

In der Audienz vom 13. Juni 1979 zitierte Papst Johannes Paul II. den polnischen Dichter Adam Mickiewicz:

Ich unterhalte mich mit dir,
der du im Himmel herrschst
und zugleich in mir wohnst …

Ich unterhalte mich mit dir.
Mir fehlen die Worte;
dein Gedanke kennt alle meine Gedanken;
du herrschst in der Ferne und dienst in der Nähe.

Du bist König im Himmel
und in meinem Herzen am Kreuz.

(Gespräche am Abend)

(Dom Jean Pateau OSB, Abt der Abtei Notre-Dame de Fontgombault, in seiner Predigt am 25. Dezember 2022)

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Das Brot der Engel wird zum Brot der Menschen

Der Herr ruft uns auf, an seinem Werk mitzuwirken und zum Handwerker des Friedens und des Lichts zu werden. Er kennt den wahren Wert Preis der Leben, den er eines Tages mit seinem eigenen Blut erkaufen wird.

Bethlehem ist auf Hebräisch das Haus des Brotes. Dort wird Gott Fleisch, um uns sein Fleisch zu geben. Bei seiner Geburt, wie auch beim letzten Abendmahl am Gründonnerstagabend, wird Jesus zur Speise. Aus dieser Gegenwart erleuchtet ein neuer Lichtstrahl die Herzen, eine besondere Gnade erleuchtet die Seelen. Der Christ ernährt sich bereits jetzt von der Speise der Ewigkeit, dem Brot des Himmels. In Bethlehem wurde das Brot der Engel zum Brot der Menschen:

Panis angelorum fit panis hominum.

Daher sind alle eingeladen, zur Krippe zu kommen, auch wenn nur wenige dem Ruf folgen werden. Die Hirten, stille Wächter in der Nacht und Hüter der Herden, werden zu ihnen gehören. Stille Wächter und Hüter der Gaben Gottes – das sind die Voraussetzungen, um dem Herrn in der Krippe zu begegnen, der unerwartet mitten in der Nacht kommt, um die frohe Botschaft an die Welt weiterzugeben. In dieser Nacht muss etwas in uns zum Schweigen gebracht werden, damit etwas gehört werden kann.

(Dom Jean Pateau OSB, Abt der Abtei Notre-Dame de Fontgombault, in seiner Predigt am 25. Dezember 2022)

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Missa in aurora – Hirtenamt

Introitus der 2. Weihnachtsmesse am frühen Morgen (Is 9.2,6)

Lux fulgebit hodie super nos: quia natus est nobis Dominus:
et vocabitur Admirabilis, Deus, Princeps pacis, Pater futuri sæculi:
cujus regni non erit finis. (Ps. 92, 1)
Dominus regnavit, decorem indutus est:
indutus est Dominus fortitudinem, et præcinxit se.
Gloria Patri, et Filio, et Spiritui Sancto.
Sicut erat in principio, et nunc, et semper, et in sæcula sæculorum. Amen.

Licht leuchtet heut über uns; denn geboren ist uns der Herr.
Sein Name ist: der Wunderbare, Gott, Friedensfürst, Vater der Zukunft.
Sein Königtum nimmt nie ein Ende. (Ps. 92, 1)
Der Herr ist König, mit Hoheit hat Er Sich umhüllt;
dem Herrn dient Heldenkraft als Kleid und Gurt.
Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Wie es war im Anfang, so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen.

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Hodie – Menschwerdung des Sohnes Gottes

Die Himmel misst er mit seiner Spanne
und liegt spannenlang in der Krippe;
das Meer faßt er mit seiner Handhöhe,
und seine Geburt fand in einer Hohle statt.
Die Himmel sind seiner Herrlichkeit voll,
und die Krippe ist voll seines Glanzes. 

Moses wünschte seine Herrlichkeit zu schauen,
vermochte aber nicht, sie so zu sehen, wie sie ist.
So mag er denn heute kommen;
denn sie liegt in Windeln eingehüllt
in der Krippe. 

Einst wagte es kein Mensch zu hoffen,
Gott sehen zu können und am Leben zu bleiben.
Heute leben alle menschen, die ihn sahen,
vom zweiten Tode (dem Zustande der Verdammung)
zu neuem Leben auf.

Ephräm der Syrer (306-373) Kirchenlehrer

Geburt Jesu. Byzantinisch

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Rorate caeli desuper

Rorate caeli desuper

Zu den Perlen der Adventsliturgie gehört der Wechselgesang der Rorate-Rufe. In ihm wird, immer wieder durch den flehentlichen Ruf nach dem Erlöser unterbrochen, mit biblisch inspirierten Worten die Bedrängnis des Gottesvolkes geschildert, die eine Folge von Untreue und Schuld ist.

In der letzten Strophe aber (bei der Rorate-Messe ist es der Augenblick, in dem der Priester einzieht), spricht der Herr selbst die tröstlichsten aller Worte: Er selbst wird kommen, uns zu retten! Reicher und kraftvoller als alle Lied-Übertragungen ist der Text in seiner ursprünglichen Fassung, die hier in deutscher Übersetzung wiedergegeben sei:

Tauet, Himmel, von oben, ihr Wolken,
regnet den Gerechten!
Zürne nicht länger, Herr, nicht länger
gedenke unserer Missetaten!
Siehe, die Heilige Stadt ist zur Wüste,
Sion zur Wüste geworden, Jerusalem
verödet, das Haus Deiner Heiligung
und Deiner Herrlichkeit, wo Dich gepriesen
haben unsere Väter.

Wir haben gesündigt und sind unrein
geworden und sind gefallen alle wie
ein Blatt, und unsere Missetaten haben
uns fortgetragen wie der Wind.
Verborgen hast Du Dein Antlitz vor
uns und uns zerschmettert durch die
Wucht unserer Schuld.

Sieh an, Herr, die Betrübnis Deines
Volkes, und sende, den Du senden
willst. Sende aus das Lamm, den Beherrscher
der Erde, vom Felsen der Wüste
zum Berg der Tochter Zion,
dass es hinwegnehme das Joch
unserer Knechtschaft.

Tröste dich, tröste dich, mein Volk!
Bald wird kommen dein Heil. Warum
verzehrst du dich in Trauer, da dich
erneuert hat der Schmerz? Ich werde
dich retten, fürchte dich nicht. Denn
ich bin der Herr, dein Gott, der Heilige
Israels, dein Erlöser.

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