Allerseelen – 2. November

Predigt des hl. Pfarrers von Ars über das Gebet für die Verstorbenen:

Warum, meine Brüder, bin ich heute wohl auf die Kanzel gestiegen?
Was habe ich euch zu sagen?
Oh, ich komme in Gottes eigenem Auftrag.
Ich komme im Auftrag eurer armen Eltern, um in euch die dankbare Liebe zu erwecken, die ihr ihnen schuldet. … Ich komme, um euch zu sagen, dass sie in den Flammen brennen, dass sie weinen und laut schreiend eure Fürbitten und guten Werke erflehen.

Aus der Tiefe der Glut, die sie verschlingt, glaube ich ihre Stimme zu hören: „Ach, sag unseren Vätern und Müttern, sag unseren Kindern und allen Verwandten, wie grausam die Qualen sind, die wir erleiden! Wir werfen uns ihnen zu Füßen und flehen sie um ihre Fürbitten an. Ach, sag ihnen, dass wir hier in den Flammen brennen, seitdem wir von ihnen getrennt sind! Ach, wer könnte hartherzig sein bei so viel Elend, das wir erdulden?“

Seht ihr, hört ihr sie, eure liebe Mutter, euren guten Vater, all diese Verwandten, die ihre Hände nach euch ausstrecken? „Freunde„, rufen sie, „reißt uns heraus aus diesen Qualen, ihr könnt es!

Meine Brüder, betrachtet doch erstens die Größe der Qualen, die die Seelen im Fegefeuer erleiden, und zweitens unsere Mittel, sie zu lindern, das sind:
unsere Gebete,
unsere guten Werke und vor allem
das heilige Messopfer…

Aus einer Allerseelenpredigt des hl. Pfarrers von Ars (1786-1859)

An Allerseelen zelebriert der Priester drei Hl. Messen für die armen Seelen

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Allerheiligen – 1. November

Allerheiligenfeste sind bereits seit dem 4. Jahrhundert im Osten belegt. Dort wurde der antiochenische Brauch, dieses Fest am ersten Sonntag nach Pfingsten zu begehen, allgemein üblich.

Im Westen begann man ein solches Fest am 13. Mai zu begehen, seitdem an diesem Tage der heilige Papst Bonifatius IV. (608 – 615) , ein Schüler Gregors des Großen, im Jahre 609 oder 610 das heidnische Pantheon zu Rom in eine Maria und allen Martyrern geweihte Kirche umgewandelt hatte. – Der heilige Papst Gregor III. (731 – 741) weihte auch eine Kapelle der alten St. Petersbasilika allen Heiligen.

Papst Gregor IV. (827 – 844) schrieb 839 ein Allerheiligenfest der gesamten Kirche vor.
Es breitete sich danach während des 9. Jahrhunderts aus und zwar zusammen mit der Feier einer Vigil. Für die Festlegung des Datums von Allerheiligen auf den 1. November hatte sich zuvor insbesondere der sel. Alkuin eingesetzt; dazu mag den frommen, angelsächsischen Gelehrten der für die Briten jener Zeit wohl noch immer bedeutsame, keltische Jahresbeginn am 1. November bewogen haben.

Papst Urban IV. (1261 – 1264) lehrte, das Allerheiligenfest gerade zur Verehrung derjenigen Heiligen zu begehen, deren Gedächtnis im kirchlichen Kalender nicht vermerkt ist.

Die Oktav des Festes geht auf Papst Sixtus IV. (1471 – 1484) zurück.
Diese wurde 1956 ebenso abgeschafft wie die Vigil am Vorabend.

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Leget ab die Lüge! – 19. Sonntag nach Pfingsten

Lesung (Eph 4,23-28)

Fratres: Renovamini spiritu mentis vestræ, et induite novum hominem, qui secundum Deum creatus est in justitia et sanctitate veritatis. Propter quod deponentes mendacium, loquimini veritatem unusquisque cum proximo suo: quoniam sumus invicem membra. Irascimini, et nolite peccare: sol non occidat super iracundiam vestram. Nolite locum dare diabolo: qui furabatur, jam non furetur; magis autem laboret, operando manibus suis, quod bonum est, ut habeat, unde tribuat necessitatem patienti.

Brüder! Erneuert euch in eurer inneren Gesinnung
und ziehet den neuen Menschen an, der nach Gott geschaffen ist,
in wahrer Gerechtigkeit und Heiligkeit.
Darum leget ab die Lüge und redet die Wahrheit, ein jeder mit seinem Nächsten;
denn wir sind Glieder untereinander.
Wenn ihr in Zorn geratet, so sündigt nicht;
laßt die Sonne nicht untergehen über eurem Zorne.
Gebt dem Teufel nicht Raum.
Wer gestohlen hat, stehle nicht mehr;
vielmehr arbeite er und erwerbe sich so mit seinen Händen Hab und Gut,
um den Dürftigen davon mitteilen zu können.

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Postcommunio

Tua nos, Domine, medicinalis operatio et a nostris perversitatibus clementer expediat, et tuis semper faciat inhærere mandatis. Per Dominum nostrum Jesum Christum, Filium tuum: Qui tecum vivit et regnat in unitate Spiritus Sancti Deus: per omnia sæcula sæculorum. Amen.

Dein heilsames Wirken, o Herr, befreie uns sanft
von unseren Mängeln und bringe uns
zum unablässigen Festhalten an Deinen Geboten.
Durch unsern Herrn Jesus Christus, Deinen Sohn,
der mit Dir lebt und herrscht in der Einheit des Heiligen Geistes,
Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

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St. Maria Rosenkranz – 7. Oktober

Der Rosenkranz ist heute so unerlässlich für uns, weil er einfach ein perfekter Weg ist, die Geheimnisse Jesu durch Maria zu durchdringen. Der Rosenkranz ist eine Art „Schnellzugriff“, um in die Geheimnisse unseres Herrn einzutreten. Besonders für die geschäftigen Männer und Frauen unserer Zeit ist der Rosenkranz das einfachste Mittel, über unseren Glauben zu betrachten: vielleicht nicht über jedes Geheimnis, aber sicher über die wesentlichsten Geheimnisse unseres Glaubens, die für unsere Rettung am wichtigsten sind.

Die freudenreichen Geheimnisse – die Ankunft Christi in dieser Welt – machen uns klar, dass das Zentrum der Schöpfung nicht der Mensch ist (im Gegensatz zum modernen Kult des Menschen), nicht das Paradies auf Erden und nicht das kurze Leben jedes Einzelnen, sondern die Gegenwart Christi unseres Herrn mitten unter uns. Die freudenreichen Geheimnisse lenken unsere Augen auf IHN und helfen uns, der Versuchung zu widerstehen, die Lügen und Illusionen der Welt zum Mittelpunkt unseres Lebens zu machen.

Die schmerzhaften Geheimnisse zeigen uns den Weg, wie wir auf Erden leben sollen: „Nehmt täglich euer Kreuz auf euch!“ Es ist das große Gesetz der Liebe, das darin besteht, sich selbst zu vergessen und sich für die Verherrlichung Gottes und die Rettung der Seelen aufzuopfern, indem wir uns mit dem Leiden unseres Herrn identifizieren.

Und die glorreichen Geheimnisse zeigen uns das Ziel unseres Lebens: nicht irdischer Erfolg, sondern die ewige Herrlichkeit, die uns durch die Auferstehung unseres Herrn verdient wurde.

In diesen drei Geheimnissen sind alle Grundlagen unseres geistigen Lebens enthalten: die Basis (Emmanuel – Gott mit uns), der Weg (Via Crucis) und das Ziel (die ewige Glückseligkeit). Auf diese Weise erleuchtet uns der Rosenkranz und befreit uns vor den Gefahren des Lebens, dem trügerischen Pfad in die Verdammnis zu folgen.

Die Päpste haben ihn oft die Waffe der Christenheit genannt. So etwa Papst Pius XI. in seiner Enzyklika Ingravescentibus Malis. Er nennt darin den Rosenkranz die mächtigste Waffe der Kirche, die mächtige Waffe zur Vertreibung teuflischer Mächte, zur Bewahrung eines heiligen Lebens, zur leichteren Erreichung der Tugend und schließlich als friedenstiftendes Mittel unter den Menschen.

Papst Pius XI. schreibt in der besagten Enzyklika weiter:

„Mit dem marianischen Rosenkranz werden wir nicht nur die Gotteshasser und Feinde der Religion niederwerfen, dieses Gebet wird uns auch zu einem Streben nach den Tugenden des Evangeliums anspornen und uns dafür erwärmen. Es wird besonders den katholischen Glauben stärken; denn die Betrachtung der heiligen Geheimnisse erhebt den Geist zu den von Gott geoffenbarten Wahrheiten.“ ­

Militia Immaculatae

„St. Maria-Rosenkranz“ – in der gleichnamigen Kirche St. Maria Rosenkranz zu Mönchengladbach. – Foto: Bernd Limburg

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Litanei zum heiligen Erzengel Michael (29. September)

Herr, erbarme Dich unser!
Christus, erbarme Dich unser!
Herr, erbarme Dich unser!

Christus, höre uns!
Christus, erhöre uns!

Gott Vater vom Himmel, erbarme Dich unser!
Gott Sohn, Erlöser der Welt, erbarme Dich unser!
Gott Heiliger Geist, erbarme Dich unser!

Heiligste Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, erbarme Dich unser!

Heilige Maria, Königin der Engel, bitte für uns.

Heiliger Erzengel Michael, bitte für uns.
Heiliger Michael, voll der Weisheit Gottes, bitte für uns.
Heiliger Michael, vollkommener Anbeter des Wortes Gottes, bitte für uns.
Heiliger Michael, mit Ruhm und Ehre gekrönt, bitte für uns.
Heiliger Michael, du mächtiger Fürst der himmlischen Heere, bitte für uns.
Heiliger Michael, du Fahnenträger der Heiligsten Dreifaltigkeit, bitte für uns.
Heiliger Michael, du Wächter des Paradieses, bitte für uns.
Heiliger Michael, du Führer und Tröster des Volkes Israel, bitte für uns.
Heiliger Michael, du Glanz und Stütze der streitenden Kirche, bitte für uns.
Heiliger Michael, du Ehre und Freude der triumphierenden Kirche, bitte für uns.
Heiliger Michael, du Licht der Engel, bitte für uns.
Heiliger Michael, du Bollwerk der Rechtgläubigen, bitte für uns.
Heiliger Michael, du Kraft derer, die unter dem Kreuzesbanner kämpfen, bitte für uns.
Heiliger Michael, du Licht und Vertrauen der Seelen in der Sterbestunde, bitte für uns.
Heiliger Michael, du sichere Hilfe, bitte für uns.
Heiliger Michael, unser Helfer in allen Widerwärtigkeiten, bitte für uns.
Heiliger Michael, du Herold des ewigen Urteilspruches, bitte für uns.
Heiliger Michael, du Tröster der Armen Seelen., bitte für uns.
Heiliger Michael, von Gott beauftragt, die Seelen nach dem Tode zu empfangen, bitte für uns.
Heiliger Michael, unser Fürst, bitte für uns.
Heiliger Michael, unser Fürsprecher, bitte für uns.

Lamm Gottes, Du nimmst hinweg die Sünden der Welt – verschone uns, 0 Herr!
Lamm Gottes, Du nimmst hinweg die Sünden der Welt – erhöre uns, 0 Herr!
Lamm Gottes, Du nimmst hinweg die Sünden der Welt – erbarme Dich unser, 0 Herr!

Christus, höre uns!
Christus, erhöre uns!

V Bitte für uns, heiliger Erzengel Michael, du Fürst der Kirche Christi.
A. Auf daß wir würdig werden seiner Verheißungen.

Herr Jesus Christus, gib uns Deinen Segen und verleihe uns auf die Fürbitte des heiligen Erzengels Michael jene Weisheit, die uns lehrt, für den Himmel Schätze zu sammeln und die ewigen Güter den zeitlichen vorzuziehen. Der Du lebst und regierst von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Sankt Michael stürzt die gefallenen Engelin die Hölle

Fall of the Rebel Angels – Mariano Salvador Maella Pérez (1739-1819) – Norton Museum of Art of Palm Beach

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Sieben Schmerzen Mariens – 15. September

Die sieben Schmerzen Mariens sind:

die Weissagung des Simeon,
die Flucht nach Ägypten,
die Sorge um Jesus im Tempel,
die Begegnung auf dem Kreuzwege,
Jesu Sterben,
die Abnahme vom Kreuz
und die Grablegung Jesu.

Sieben Schmerzen Mariens – San Stefano Rotondo, Rom

„O Maria, wie grenzenlos war deine Betrübnis, als man den Leichnam deines Sohnes vom Kreuze herab in deinen Schoß legte. Um dieser schmerzlichen Heimsuchung willen bitten wir dich: erbarme dich aller, die ihre Not zu deinem Mutterherzen tragen; stehe besonders jenen bei, die in Gefahr sind, an Gott und seiner Vorsehung irre zu werden; entreiße sie um deiner Schmerzen willen der drohenden Verzweiflung, lass sie den Frieden des Herzens wieder finden und erkennen, dass Gott uns nicht über unsere Kräfte heimsucht.“

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