Herzjesu-Freitag

Mein Jesus,
ich liefere mich ganz
Deiner göttlichen Macht
und heiligen Liebe aus.
Ziehe mich, ich bitte Dich,
ganz von mir weg,
entziehe mich mir
und nimm mich
heilig ganz in Dich auf,
damit ich nur noch
durch Dich und für Dich
lebe, spreche und handle.

Hl. Johannes Eudes –
Apostel Jesu und Mariens

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Das Bildnis des Auferstanden mit zwei Namen

„Bild der göttlichen Barmherzigkeit“

„Das Bild des Herrn Jesus des Pentateuch“

Während uns die erste Bezeichnung für den Namen Jesu geläufig ist, kommt uns die zweite fremd vor. – Vielleicht bezieht sich der Name Pentateuch, der für die fünf Bücher Mose steht, auf dessen heilsgeschichtlichen Zusammenhang, der in der christlichen Tradition vom Anfang der Offenbarung an auf Jesus Christus gedeutet wird und in ihm ihren unüberbietbaren Höhepunkt findet. Geschichte und Gesetz gehören aus christlicher Sicht bei der Auslegung des Pentateuch untrennbar zusammen.

Altarbild Seitenaltar Paulinerkirche in Wieruszów, Diözese Kalisz, Polen.

Unser Erlöser blickt den Betrachter auf eine seltsam schöne und charmante, wohl aber auch in trauriger Weise an. Sein sanftes Gesicht drückt sowohl Schmerz aus als auch die Anziehungskraft seiner Stärke. Seine Wunden, sein blutiger Leib, die durchbohrten Hände und seine Seitenwunde sowie die Dornenkrone, – all das sind Zeichen des wirklichen Leidensweges Jesu.

Der Erlöser ist aus seinem Grab herausgetreten. Mit seiner rechten Hand nimmt Christus die eucharistischen Hostien aus seiner durchbohrten Herzwunde. Mit der linken Hand hält er den Kelch unterhalb der Herzwunde.

Eingetrocknete Blutströme kommen unter der Dornenkrone hervor. Das Blut floss aus allen Wunden und besonders aus dem durchstochenen Herzen. Die Ungeheuerlichkeit Jesu Erlöserleidens ist unüberbietbar.

Auf beiden Seiten des Pentateuch-Christus stehen Engel mit erhobenen Flügeln, gekleidet in grüne und rote Decken, die Christus zugewandt sind. Christus wird begleitet von zwei Engeln, die sich dem Auferstandenen zuwenden. Das weiße ihn umhüllende Tuch könnte auf die Kommunionbank gedeutet werden.

Das Gemälde stammt wahrscheinlich aus dem 15. Jahrhundert und ist aus der Werkstatt eines Malers aus der Ortschaft Donorbor, die nur wenige Kilometer von Wieruszów entfernt ist. Das Bild hat die Abmessungen 89×66 cm und ist eingefasst in einem vergoldeten Holzrahmen mit den Maßen 160×115 cm.

Wizerunek Miłosierdzia Bożeg –
das Bild der göttlichen Barmherzigkeit.

Obraz Pana Jezusa Pięciorańskiego –
das Bild des Herrn Jesus des Pentateuch.

Altarbild Seitenaltar Paulinerkirche in Wieruszów, Diözese Kalisz, Polen.

Ewiger Vater, ich opfere dir die Wunden unseres Herrn Jesus Christus auf,
um die Wunden meiner eigenen Seelen zu heilen.

O Heiland, lasst uns so gut wir können versuchen,
auf Jesu Ruf zu antworten und zu bitten,
dass seine Heiligen Wunden
Barmherzigkeit für die Welt erlangen,
die heute mit so vielen Problemen zu kämpfen hat,
die sich aus unseren Sünden ergeben.

Jesus, Gekreuzigter, ich bete dich an und küsse im Geiste deine heiligen Wunden.
Ich flehe Dich an, erbarme Dich der Seelen, die im Fegefeuer leiden.
Vergib ihnen die restlichen Strafen und nimm sie auf in die ewige Glückseligkeit …
besondere die Seelen unserer Eltern, Geschwister, Verwandten und Freunde.
Vater unser …

Paulinerkirche in Wieruszów, Diözese Kalisz, Polen.

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Noch nicht jetzt

In jener Zeit trug Jesus dem Volke dieses Gleichnis vor:

Das Himmelreich ist gleich einem Manne, der guten Samen auf seinen Acker säte.

Während aber die Leute schliefen, kam sein Feind, säte Unkraut mitten unter den Weizen und eilte davon. Als nun die Saat aufging und Frucht ansetzte, zeigte sich auch das Unkraut.

Da kamen die Knechte des Hausvaters und sprachen zu ihm:
„Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesät?
Woher kommt denn das Unkraut?“

Er antwortete ihnen:
„Das hat ein feindseliger Mensch getan.“

Die Knechte fragten nun:
„Willst du, daß wir hingehen und es sammeln?“

Er antwortete:
„Nein, ihr könntet sonst beim Sammeln des Unkrautes zugleich den Weizen mit ausreißen.
Lasset beides wachsen bis zur Ernte.
Zur Zeit der Ernte will ich dann den Schnittern sagen:
Sammelt zuerst das Unkraut und bindet es in Büschel zum Verbrennen;
den Weizen aber bringet in meine Scheune.“

(Matthäus 13, 24-30)

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Bereiten wir uns vor, denn die Hölle existiert …

… UND WIR KÖNNEN DORTHIN KOMMEN

Bei der Fatima-Weltfriedenskonferenz der katholischen Bischöfe im Jahre 1992 in Fatima hielt auch Pater Marcel Nault eine Rede. Sie erzielte eine solche Wirkung, dass nach der Konferenz verschiedene Bischöfe ihn um den Empfang des Bußsakramentes baten!

Die Predigt von Father Marcel Nault beginnt mit den Worten:

Unser Herr JESUS Christus kam wegen eines Grundes auf die Erde: um Seelen vor der Hölle zu retten. Die Wirklichkeit der Hölle zu lehren, ist die wichtigste und unvermeidliche Pflicht der heiligen katholischen Kirche. Einer der bedeutendsten Kirchenväter, der hl. Johannes Chrysostomus, lehrte unaufhörlich, dass unser Herr JESUS Christus mehr über die Hölle als über den Himmel predigte.

HIER – lesen und herunterladen:

DIE HÖLLE EXISTIERT

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Herz-Jesu-Freitag / Sühnegebet zum eucharistischen Herzen Jesu

Mein Gott, ich glaube an Dich, ich bete Dich an,
ich hoffe auf Dich und ich liebe Dich.
Ich bitte Dich um Verzeihung für jene,
die an Dich nicht glauben, Dich nicht anbeten,
auf Dich nicht hoffen und Dich nicht lieben.
(dreimal)

O göttliches eucharistisches Herz Jesu, siehe, wir werfen uns mit reuevollem und anbetenden Herzen vor der Majestät Deiner erlösenden Liebe im Allerheiligsten Sakrament nieder. Wir erklären unsere Bereitschaft, durch freiwillige Sühne zu büßen, nicht nur für unsere eigenen persönlichen Sünden, sondern insbesondere für die unaussprechlichen Verbrechen, Sakrilegien und Gleichgültigkeiten, mit denen Du in dieser Zeit im allerheiligsten Sakrament Deiner göttlichen Liebe beleidigt wirst, insbesondere durch die Praxis der Handkommunion und des Empfangs der heiligen Kommunion im Zustand des Unglaubens und der Todsünde.

Je mehr der Unglaube Deine Gottheit und Deine wirkliche Gegenwart in der Eucharistie angreift, desto mehr glauben wir an Dich und verehren Dich, o eucharistisches Herz Jesu, in dem die ganze Fülle der Göttlichkeit wohnt!

Je mehr deine Sakramente geschändet werden, desto fester glauben wir an sie und desto ehrfürchtiger wollen wir sie empfangen, o eucharistisches Herz Jesu, Quelle des Lebens und der Heiligkeit!

Je mehr Dein allerheiligstes Sakrament verunehrt und gelästert wird, desto mehr verkünden wir feierlich: „Mein Gott, ich glaube an Dich, ich bete Dich an, ich hoffe auf Dich und ich liebe Dich. Ich bitte Dich um Verzeihung für jene, die an Dich nicht glauben, Dich nicht anbeten, auf Dich nicht hoffen und Dich nicht lieben“, o eucharistisches Herz Jesu, das allen Lobes würdig ist!

Je mehr Du in Deinen Kirchen verlassen und vergessen bist, desto mehr wollen wir Dich besuchen, der Du unter uns in den Tabernakeln unserer Kirchen wohnst, o eucharistisches Herz Jesu, Haus Gottes und Pforte des Himmels!

Je mehr die Feier des eucharistischen Opfers ihrer Heiligkeit beraubt wird, desto mehr möchten wir eine ehrfürchtige Feier der Heiligen Messe fördern, äußerlich und innerlich auf Dich hin gewendet, o eucharistisches Herz Jesu, Tabernakel des Allerhöchsten!

Je mehr Du von Kommunizierenden stehend und in die Hand empfangen wirst, ohne ein sichtbares Zeichen von Demut und Anbetung, desto mehr möchten wir Dich kniend und in den Mund empfangen, mit der Demut des Zöllners und der Einfachheit eines Kindes, o eucharistisches Herz Jesu, von unendlicher Majestät!

Je mehr Du in der heiligen Kommunion von unreinen Herzen im Zustand der Todsünde empfangen wirst, desto mehr wollen wir Reue erwecken und unser Herz durch häufigen Empfang des Bußsakrament reinigen, o eucharistisches Herz Jesu, unseren Frieden und unsere Versöhnung!

Je mehr die Hölle für das Verderben der Seelen wirkt, desto mehr möge unser Eifer für ihr Heil durch das Feuer deiner Liebe brennen, o eucharistisches Herz Jesu, Heil derer, die auf Dich hoffen!

Je mehr die Verschiedenheit der Religionen als positiver Wille Gottes und als Recht erklärt wird, das auf der menschlichen Natur beruht, und je mehr der Relativismus in der Lehre wächst, desto unerschrockener wollen wir verkünden, dass Du der einzige Retter der Menschen und der einzige Weg zu Gott dem Vater bist, o eucharistisches Herz Jesu, König und Mittelpunkt aller Herzen!

Je mehr Verantwortliche in der Kirche die Aufstellung heidnischer Götzenbilder in Kirchen und sogar in Rom weiterhin nicht bereuen, desto mehr werden wir die Wahrheit bekennen: „Welche Übereinstimmung hat der Tempel Gottes mit Götzenbildern?“ (2 Kor 6, 16), desto mehr werden wir mit Dir „den Gräuel der Verwüstung, der an der heiligen Stätte steht“ (Mt 24,15) verurteilen, o eucharistisches Herz Jesu, heiliger Tempel Gottes!

Je mehr Deine heiligen Gebote vergessen und übertreten werden, desto mehr wollen wir sie mit Hilfe Deiner Gnade einhalten, o eucharistisches Herz Jesu, Abgrund aller Tugenden!

Je mehr Sinnlichkeit, Selbstsucht und Stolz unter den Menschen herrschen, desto mehr möchten wir Dir unser Leben im Geiste des Opfers und der Selbstverleugnung weihen, o eucharistisches Herz Jesu, mit Schmach gesättigt!

Je heftiger die Pforten der Hölle gegen Deine Kirche und den Felsen von Petri in Rom stürmen, desto mehr glauben wir an die Unzerstörbarkeit Deiner Kirche, denn auch in den schwersten Stürmen verläßt Du nicht Deine Kirche und den Felsen Petri, o eucharistisches Herz Jesu, Quelle allen Trostes!

Je mehr die Menschen sich in Hass, Gewalt und Selbstsucht voneinander trennen, desto inniger wollen wir als Mitglieder der einen Familie Gottes in der Kirche einander in Dir lieben, o eucharistisches Herz Jesu, voll Güte und Liebe!

O göttliches eucharistisches Herz Jesu, gib uns Deine Gnade, damit wir treue und demütige Anbeter, Liebhaber, Verteidiger und Tröster Deines eucharistischen Herzens in diesem Leben sind und die Herrlichkeit deiner Liebe in der seligen Anschauung in der Ewigkeit empfangen. Amen.

Mein Gott, ich glaube an Dich, ich bete Dich an,
ich hoffe auf Dich und ich liebe Dich.
Ich bitte Dich um Verzeihung für jene,
die an Dich nicht glauben, Dich nicht anbeten,
auf Dich nicht hoffen und Dich nicht lieben.
(dreimal)

Unsere Liebe Frau vom Allerheiligsten Sakrament, bitte für uns!

Hl. Thomas von Aquin, hl. Peter-Julian Eymard, hl. Francisco Marto,
hl. Pater Pio und alle eucharistischen Heiligen:
bittet für uns!

+ Athanasius Schneider,
Weihbischof der Erzdiözese der Allerheiligsten Jungfrau Maria zu Astana

Sühnegebet zum eucharistischen Herzen Jesu

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Der Tod Jesu – 5/5

Mit Bargil Pixner OSB und Paul Badde auf dem Weg der Kreuzigung Jesu:

Bargil schwieg. Ich schwieg. Er wollte nicht weg. Ich wollte nicht weg. Wir schauten zu dem fahlen Felsen.

»Was ist denn mit den Schachern?«, fragte ich noch, »die doch links und rechts von ihm umkamen und ihn vorher verspotteten und um Hilfe baten? Du sagst doch, er habe die ganze Zeit nur gebetet.«

»Stimmt«, sagte Bargil, »und gut, dass du das sagst. Die beiden haben sein Gebet tatsächlich unterbrochen, und Jesus hat es von ihnen unterbrechen lassen, besonders von Dismas, wie der gute Schacher hier in Jerusalem genannt wird. Dem versprach er, ›am gleichen Tag noch mit ihm im Paradies zu sein.‹ Denn Dismas hatte ihm zugerufen: ›Jeshu, denk an mich, wenn du in dein Reich kommst!‹

Es ist das einzige Mal in der ganzen Bibel, dass der Messias nur mit seinem Namen bezeichnet wird. Überall sonst heißt er entweder Meister, Rabbi, Herr oder König. Hier wird er nur mit seinem Namen gerufen. So, wie Maria ihn als Kind gerufen hat. Wir denken uns nicht viel dabei. In Israel rief damals der Name Jeshu aber vor allem den Heerführer Jeshua in Erinnerung, der das Volk Israel beinahe 1500 Jahre zuvor über den Jordan in das Gelobte Land geführt hatte, das Gott schon Abraham versprochen hatte.

Der gute Schächer ruft Jesus hier also als neuen Jeshua an: als letzten Führer in das letzte gelobte Land.›Ja‹, antwortet ihm der Sterbende, ›ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.‹ An diesem Tag ging Jeshua wieder über den Jordan, zum letzten Mal. Jetzt bahnte er für alle Ewigkeit den Weg ins gelobte, ins letzte wahre und Heilige Land. Kurz danach schrie er auf. Sein Haupt fiel nach rechts auf die Brust, voll Blut und Wunden. Sein Gesicht, in dem Gott uns seine ureigenen Züge gezeigt hatte, wurde mit einem Schlag leichenblass, die Lippen blau. Er hatte ausgelitten.«

Sehr empfehlenswert:

Paul Badde
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Der Tod Jesu – 4/5

Mit Bargil Pixner OSB und Paul Badde auf dem Weg der Kreuzigung Jesu:

Bargil verschnaufte und erholte sich kurz von seinem Eifer.

Bargil (Virgil) Pixner OSB (1921-2002). Mitglied bei den Josefsmissionaren von Mill Hill. Priesterweihe 1946. Missionsarbeit auf den Philippinen. Pätere Missionseinsätze in Norditalien und Amerika. 1972 Eintritt in die Dormitio-Abtei der Benediktiner in Jerusalem. Seit dieser Zeit leitete er biblische Exkursionen und wurde bekannt als leidenschaftlicher und unkonventioneller Archäologe und guter Kenner der zeitgeschichtlichen Situation der Bibel. Ab 1982 lebte er im Priorat Tabgha. Die Entdeckungen und Ausgrabungen in Bethsaida gehen auf ihn zurück. Pater Bargil hat viele Publikationen zu seinen biblisch-zeitgeschichtlichen Thesen veröffentlicht. 1994 kehrte er in die Dormitio-Abtei auf den Berg Zion in Jerusalem zurück.

Dann setzte Bargil wieder an:

»Hier auf dem Golgatha hat Jesus diese Versöhnung vollbracht. So kommt er auch an das Ende seines langen Gebets. Wahrscheinlich hat er den Psalm dauernd wiederholt, bis zum Ende, wo es heißt: ›Vater, in deine Hände übergebe ich meinen Geist.‹
Dann das letzte Wort:
›Es ist vollbracht.‹
Das entscheidende Wort kam aber doch aus dem Mund des römischen Hauptmanns, eines hartgesottenen Soldaten:
›Dieser war wahrlich Gottes Sohn.‹
Wie ich schon sagte:
Ein Gott, der leidet, das war in der Antike ganz und gar unvorstellbar. Und jetzt spricht ein Heide dieses Wort über diesen Gemarterten, den seine Soldaten noch mit verhöhnt haben. Das ist sehr, sehr bemerkenswert. Von den Aposteln war hier überhaupt nichts zu hören. Nur Johannes war da. Und die Frauen. Die Frauen haben am meisten standgehalten. Wahrscheinlich weinten und schluchzten sie nur durcheinander.«

»Lass uns gehen!«, sagte ich zu Bargil und zündete bei dem griechischen Mönch eine dünne Kerze an, die ich in das Sandbecken steckte. Draußen musste es bald dunkel sein. Am Fußende der Golgatha-Kapelle setzten wir uns dann aber doch noch einmal auf eine Holzbank und schauten zu der Felskuppe hinüber, knapp 15 Meter vor uns. »Und dann?« sagte ich nach einer Weile.

Bargil steckte das Taschentuch weg. »Jesus war tot. Es war das Ende. Die Frauen sind dort, aufgelöst und hilflos. Die Feinde sind auch dort gewesen. Sie haben ihn verspottet, sie gehen nach Hause. Sie bereiten sich vor, das eigentliche Pessach zu feiern und in ihren Häusern das Paschahmahl zu halten. Dann kommt ein Freund Jesu, Josef von Arimathäa, aus dem heutigen Rantis, am Rand des Westjordanlandes. Wahrscheinlich war er schon da. Er hatte das Ende kommen sehen und eigens ein großes kostbares Leintuch gekauft, um Jesus da hineinzuwickeln. Er geht zu Pontius Pilatus – es war ja nicht weit – und bekommt von ihm die Erlaubnis, die Leiche abzunehmen.

Von den Aposteln ist immer noch keiner zu sehen. Doch Nikodemus ist dazugekommen, der mit Jesus einmal eine ganze Nacht lang debattiert hatte, und er hat kostbare Öle und Spezereien und Duftstoffe mitgebracht. Es war eine Unmenge, mit der man einen König sehr würdig hätte bestatten können. Maria von Magdala hatte Jesus ja schon vorher, als Lebenden, gesalbt und schaute jetzt an sich herab, was sie ihm noch mitgeben könnte. So wird der Leichnam vom Kreuz abgenommen. Man lässt ihn mit dem Balken herunter. Der Nagel wird aus dem Fuß herausgedreht. Die Nägel, die i hm durch die Handgelenke und die Füße getrieben worden waren, sind brutal groß. Es war keine Kleinigkeit, sie wieder herauszuziehen.

Dann wurde er in das Tuch gewickelt. Das neue Grab des Josef von Arimathäa war ganz nah. Bevor der Abendstern am Himmel erschien, musste er da hineingelegt werden. Der Sabbat würde gleich beginnen, und Pessach, das höchste Fest des Judentums. Es ist das Fest vom Vorbeigang Gottes durch sein Volk.«

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Paul Badde
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Der Tod Jesu – 3/5

Mit Bargil Pixner OSB und Paul Badde auf dem Weg der Kreuzigung Jesu:

Jesus hat daran gelitten, bis zum Kreuz hin, bis zu den letzten Minuten. Jetzt sieht er also die Vertreter dieser beiden Familien vor sich. Da, der Jünger, den er liebt, der einer von seinen zwölf Aposteln war, und da Maria, seine Mutter, die als Braut Josefs ja auch Pflegemutter von dessen Söhnen war. Diese Nazoräer mit einem teilweise wohl radikalen Hintergrund, manche vielleicht auch mit fanatischen Streifen. Das waren die, von denen es bei Johannes heißt:

›Auch die Brüder glaubten nicht an ihn.‹

Sie waren nicht einverstanden, dass Jesus ihre Eigenart verlassen hatte, sondern einfach ein ganz gewöhnlicher normativer Jude geworden war, um allen zugänglich zu sein. Jetzt will er am Kreuz, dass die doch noch mit seinen Aposteln zusammenkommen.

Johannes nahm seine Mutter von da an bei sich auf, heißt es danach lapidar. Nicht Jakobus nahm sie zu sich, der Sohn Josefs, der ›Herrenbruder‹ aus dem Nazarethkreis, sondern ein Fremder, der sein Freund und Lieblingsjünger geworden war.

Beide Gruppen kamen von dieser Stunde an zusammen, unter denen es vorher auch große Verletzungen gab. Hier ist seine letzte Versöhnung und Aussöhnung gelungen, als Frucht seines Kreuzestodes.

Später bildeten dann tatsächlich diese beiden Gruppen zusammen die erste Urgemeinde auf dem Zionsberg. Sie beteten zusammen nach seiner Himmelfahrt im oberen Saal. Auf diese beiden Familien ist die Kirche gegründet worden. In diesen beiden Gruppen oder Familien waren auch schon die beiden ›Völker‹ spiegelbildlich vertreten, von denen es im Hebräerbrief heißt, dass Jesus sie in der Kirche vereint und versöhnt hat – und dass er die Mauer zwischen ihnen zum Einsturz brachte.

Jakobus, der Bruder des Herrn, wird der erste Bischof von Jerusalem. Er wird der erste Oberhirte der jüdischen Gemeinschaft, die glaubt, dass Jesus der verheißene Messias war. Er war kein Apostel Jesu gewesen. Die zwölf Apostel hingegen gingen bald hinaus in die ganze Welt, um diesen Glauben unter allen Völkern zu verbreiten.«

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Paul Badde
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