Ave, Regína caelórum

Die Marianische Antiphon Ave, Regína caelórum wird in der Liturgie
von Mariä Lichtmess bis zum Mittwoch in der Karwoche gesungen.

Ave, Regína caelórum,
Ave, Dómina angelórum:
Salve radix, salve, porta,
Ex qua mundo lux est orta:

Gaude, Virgo gloriósa.
Super omnes speciósa:
Vale o valde decóra,
Et pro nobis Christum exóra.

Fra Angelico – Himmels-Krönung Mariens, Louvre 1432

Gruß dir, Himmelskönigin,
Gruß dir, Engelherrscherin!
Wurzel Jesse, Gnadentor,
Aus Dir ging das Licht hervor.

Freu dich, Jungfrau, hochverehrt,
Und in schönster Zier verklärt
Sei uns hold in deiner Schöne,
Und mit Christus uns versöhne.

Würdige mich, dich zu loben, o geheiligte Jungfrau.
Gib mir Kraft gegen deine Feinde.

Verleihe, o barmherziger Gott, unserer Gebrechlichkeit
Deinen Beistand, damit wir, die wir das Andenken der
Heiligen Gottesgebärerin verehren, durch ihre hilfreiche
Fürbitte von allem Unrechte aufstehen.
Dies bitten wir durch denselben Christus
Unsern Herrn. Amen.

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Maria bewahrte es in ihrem Herzen

In einem Brief der Äbtissin Cécile Bruyère OSB an einen Mönch in Solesmes am 16. Juli. 1877 erwähnte Mutter Cécile Bestimmungen, die wir uns heute zu eigen machen können:

Geduld, Besonnenheit, Geschicklichkeit, eine einfallsreiche geniale Nächstenliebe, und vor allem das Schweigen werden alles bewirken.
Nie zuvor hatte ich die Bedeutung der media nocte, der „Mitte der Nacht“, besser verstanden. Gott kommt in der Finsternis des gegenwärtigen Lebens und in der Stille.
Das ist eine Formel, die uns als tiefe Lektion erhalten bleibt.
Wir reden wirklich zu viel, und vielleicht ist das das einzige Übel.
Man redet, um Gutes zu tun, man redet, um zu verleumden, man redet, um zu reden, um zu lenken, um zu trösten, um Abhilfe zu schaffen:
Das Ergebnis ist eine entsetzliche Kakophonie mit den besten Instrumenten, denn niemand will seine Melodie loslassen.
Heh‘ bitte, ein wenig von dem „Maria bewahrte dies alles in ihrem Herzen“ (Mt 25,6).

(In Spiritu et Veritate. Anbeter im Geist und in der Wahrheit. S. 205-206).

(Dom Jean Pateau OSB, Abt der Abtei Notre-Dame de Fontgombault, in seiner Predigt am 25. Dezember 2022)

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Das Dogma der unbefleckten Empfängnis – 8. Dezember

Papst Pius IX. verkündete in seiner Bulle zur Proklamierung des Dogmas von der Unbefleckten Empfängnis:
Die Allerheiligste Jungfrau Maria wurde vom ersten Augenblick ihrer Empfängnis an durch eine einzigartige Gnade und Bevorzugung des allmächtigen Gottes, unseres Vaters, im Hinblick auf die Verdienste Jesu Christi, des Erlösers des Menschengeschlechtes, und auf ihre in der Gnade gelebte Treue als Magd des Herrn, von jeglichem Makel der Unschuld bewahrt.“ [Vgl. Pius IX. Bulla 1854, zur Proklamierung des Dogmas von der Unbefleckten Empfängnis; DS 2803]

Isidor von Sevilla schreibt: „Maria heißt … der Meeresstern, weil sie das Licht der Welt gebar.“ [Isidor von Sevilla, Etymologien, c. 10]

Und nach Thomas von Aquin deutet man Maria als den Meeresstern, „ … weil sie wie ein Stern für die Seefahrer ist, die durch seine Orientierung zum sicheren Hafen gelangen. Maria führt uns zu Christus: Ad Jesum per Mariam.“ [Thomas von Aquin, Opusculum 8 super Ave Maria]

Auch wir befinden uns auf dem Schiff der Kirche und gehen Wege voller Gefahren; achten wir also darauf, dass das Böse uns nicht verführe; wir sind Glieder Christi, Leib Christi, und sollen auf das Wort Jesu hören, der zu uns sagt: „Das hier sind meine Mutter und meine Brüder“ (Mt 12,48 f).

Maria ist unsere Führerin auf diesem Weg, weil sie „voll der Gnade“ ist. Sie bringt uns das Licht des Heiligen Geistes, weil sie uns das Licht der Welt gebar! Sie war und ist stets fügsam und folgte in allem den Eingebungen des Heiligen Geistes.

Wir sagen mit Recht: In Filio filiis, im Sohn Gottes sind wir Kinder Gottes. [Lumen gentium]

Und dadurch sind wir Kinder Marias! Sie ist ohne Sünde empfangen und wurde deswegen mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen: Assumpta quia immaculata! Somit können wir zu ihr rufen: Mater Dei, memento mei! Mutter Gottes, gedenke meiner, wie es in der Gnadenkapelle von Kevelaer steht. Maria ist immer mit uns und führt uns ständig betend als unsere Fürsprecherin zu ihrem Sohn.

Alle sind wir dazu berufen, die Heiligkeit zu erlangen, zu der wir bestimmt sind (Joh 15,16). Jesus lädt uns dazu ein, zu den Menschen zu gehen und durch den Glauben an ihn, in sein Reich einzugehen (Joh 1,12 f.). So ist jeder Getaufte mit jedem Einzelnen verbunden und in ihm und mit ihm und durch ihn bilden wir die eine Kirche, die Maria zur Mutter hat.

„Bleibt in mir, dann bleibe ich in euch“ (Joh 15,4). Diese Einheit wird durch den Glauben, der bei allen Menschen der gleiche sein soll, bewirkt. So wirkt Christus in der Kirche, die alle Christgläubigen lehrt und in die Offenbarung einführt. Und so vereinigen sich alle mit Christus, wenn sie glauben und den Glauben in die Tat umsetzen.

So ist die Einigungskraft der Kirche die göttliche Liebe, von der Maria uns das beste Beispiel gibt. Sie verbindet die Gläubigen mit Gott und untereinander: „Wenn ihr mich liebt, werdet ihr meine Gebote halten. Und ich werde den Vater bitten und er wird euch einen anderen Beistand geben, der immer bei euch bleiben soll. … Wenn jemand mich liebt, wird er an meinem Wort festhalten; mein Vater wird ihn lieben und wir werden zu ihm kommen und bei ihm wohnen“ (Joh 14,15-16.23).

Papst Benedikt XVI. erklärte, den hl. Cyprian zitierend: „Der Vaterschaft Gottes muss ein Verhalten als Kinder Gottes entsprechen, auf dass Gott durch den guten Lebenswandel des Menschen verherrlicht und gepriesen werde.“ [Cyprian, De zelo et livore, 15: CCL 3a,83]

Der Papst fährt dann mit eigenen Worten fort: „Wer den Herrn in seinem Leben aufnimmt und ihn aus ganzem Herzen liebt, ist zu einem neuen Anfang fähig. Es gelingt ihm, den Willen Gottes zu tun: eine neue Lebensform zu verwirklichen, die von der Liebe beseelt und zur Ewigkeit bestimmt ist.“ [Ansprache von Benedikt XVI. zum Gebet des Angelus am 20.02.2011, zitiert nach OR, 41. Jg.- Nr. 8 – 25.02.2011]

In der Liebe zu Gott und seiner Mutter sind die Gläubigen vereint. Jeder hat seine spezifische Berufung und seine Aufgabe in Kirche und Gesellschaft; aber sie sind eins in der Liebe. In jeder Beziehung sind sie verschieden, nur nicht in der Liebe. „Mit der sakramentalen Natur des kirchlichen Amtes hängt innerlich sein Dienstcharakter zusammen. Weil die Amtsträger ganz von Christus abhängig sind, der Sendung und Vollmacht gibt, sind sie wahrhaft «Knecht Christi» (Röm 1,1) nach dem Vorbild Christi, der für uns freiwillig «Knechtsgestalt» angenommen hat (Phil 2,7).“ [KKK, n. 876]

Der Bericht über die Taufe Jesu in der Bibel kann vielleicht ein Licht werfen auf die Bedeutung des allgemeinen Priestertums der Gläubigen. Es heißt dort: „Kaum war Jesus getauft und aus dem Wasser gestiegen, da öffnete sich der Himmel, und er sah den Geist Gottes wie eine Taube auf sich herabkommen. Und eine Stimme aus dem Himmel sprach: Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe.“ Mt 3,16 f.; vgl. auch: Mk 1,10 f. und Lk 3,21 f.). Diese Worte erinnern uns an die Aussage in Psalm 2,7: „Mein Sohn bist du. / Heute habe ich dich gezeugt.“. Man könnte vielleicht in diesen Worten eine Offenbarung des Herrn über die Taufe schlechthin sehen. Denn bei jedem, der getauft wird, hören wir erneut Gottes Ruf und erkennen im Glauben, dass der Hl. Geist über den Täufling kommt, weil er Christus gleich geworden ist!

In der dogmatischen Konstitution des Zweiten Vatikanischen Konzils über die Kirche „Lumen Gentium“ heißt es im Abschnitt über die selige Jungfrau und die Kirche: „Die selige Jungfrau ist durch das Geschenk und die Aufgabe der göttlichen Mutterschaft, durch die sie mit ihrem Sohn und Erlöser vereint ist, und durch ihre einzigartigen Gnaden und Gaben auch mit der Kirche auf das innigste verbunden (n. 63). Diese Mutterschaft Marias in der Gnadenökonomie dauert unaufhörlich fort, von der Zustimmung an, die sie bei der Verkündigung gläubig gab und unter dem Kreuz ohne Zögern festhielt, bis zur ewigen Vollendung aller Auserwählten. In den Himmel aufgenommen, hat sie diesen heilbringenden Auftrag nicht aufgegeben, sondern fährt durch ihre vielfältige Fürbitte fort, uns die Gaben des ewigen Heils zu erwirken. In ihrer mütterlichen Liebe trägt sie Sorge für die Brüder ihres Sohnes, die noch auf der Pilgerschaft sind und in Ge-fahren und Bedrängnissen weilen, bis sie zur seligen Heimat gelangen (n. 62). Die Gottesmutter ist … der Typus der Kirche unter der Rücksicht des Glaubens, der Liebe und der vollkommenen Einheit mit Christus (n. 63).“ [II. Vat. Konzil, Lumen gentium, n. 62 f]

So können wir mit den Texten der Byzantinische Liturgie zu Maria beten:

„Bei deiner Niederkunft
hast Du die Jungfräulichkeit bewahrt;
bei deinem Entschlafen
hast du die Welt nicht verlassen,
o Mutter Gottes.
Du bist zurückgekehrt zum Quell des Lebens,
die du den lebendigen Gott empfingst
und durch deine Gebete
unsere Seelen vom Tod befreien wirst.“

[KKK 966: Byzantinische Liturgie, Tropar am Fest der Entschlafung Marias; 15. August]

(German Rovira. Das Dogma der unbefleckten Empfängnis, Mariologisches 4,2022)

Bildschirmfoto – Juan de Juanes, Die Unbefleckte Empfängnis, Valencia 1579

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Fest „Mariä Opferung“ – 21. November

IN PRAESENTATIONE B.M.V.

Für dieses Fest bietet die Heilige Schrift keine geschichtliche Unterlage. Aber gemäß einer Überlieferung soll die Mutter Anna nach der Verkündigung der Geburt Mariens durch einen Engel das Gelübde gemacht haben, dieses Kind dem Herrn als Weihegeschenk aufzuopfern. Schon mit drei Jahren soll Maria zum Tempel gebracht worden sein. Die Feier des Festes „Mariä Opferung“ ist jedenfalls uralt. Im Morgenland ist sie schon im 8. Jahrhundert bekannt, und zwar unter dem Titel „Einzug der Gottesmutter in den Tempel“. Durch einen Gesandten von Cypern am päpstlichen Hof zu Avignon (wo Gregor XI. damals residierte) veranlasst, wurde dieses Fest in der abendländischen Kirche 1372 zum ersten Mal feierlich begangen. Es wurde aber bereits im 11. Jahrhundert mancherorts gefeiert. Papst Sixtus IV. ordnete es im Jahre 1472 für die ganze Kirche an. Pius V. (1566 bis 1572) strich aber wieder diesen Festtag aus dem römischen Kalender. Sixtus V. führte ihn 1585 wieder ein. Klemens VIII. approbierte das Offizium in seiner heutigen Form. Auffallend ist, dass gerade dieses liebliche Fest heute zu den volkstümlichsten Marienfesten gehört.

Als der Erzengel Gabriel Maria die inhaltschwere Botschaft überbrachte, sie solle Mutter des Herrn werden, gab die seligste Jungfrau ihre Herzenseinstellung in den schlichten und doch tiefen Worten kund: „Siehe, ich bin die Magd des Herrn! Mir geschehe nach deinem Wort!“ Maria hätte bei dieser dunklen Botschaft ein solches Wort nicht so schnell und so echt sprechen können, wenn sonst ihr Leben auf etwas anderes ausgerichtet gewesen wäre, als den Willen Gottes zu erfüllen. Wir spüren förmlich bei dieser Szene, dass diese Antwort nur aus einer lebenslang geübten Einstellung auf den Willen des Herrn herausgeflossen ist.

Auf diesen Tatbestand möchte das Fest der Opferung Mariens aufmerksam machen. Es hat zwar zum geschichtlichen Ausgangspunkte die Auffassung, Maria sei als kleines Kind von ihren Eltern zum Tempel nach Jerusalem gebracht worden, um dort als gottgeweihte Tempeljungfrau dem Dienste des Allerhöchsten zu leben. Darum Mariä Opferung genannt. Da die Heilige Schrift uns nichts von dem berichtet, was im Leben der Auserwählten der Verkündigungsszene vorangegangen ist, so schweigt sie auch über diese Auffassung. Leider wissen wir auch aus andern Quellen nichts geschichtlich Sicheres, was diese fromme Legende stützen könnte.

Aber der innere Kern, der in dieser Auffassung ausgesprochen werden soll, ist sicherlich echt. Gott bereitet nämlich seine Werke in feinster Weise vor. Da er das Kind Maria von Nazareth nur als die vorausbestimmte Mutter seines Sohnes ins Dasein treten ließ, so hat er durch seine Gnaden in diesem Mädchenherzen darauf hingearbeitet, dass sie in besonderer und in vollster Weise des Herrn sein wollte. Wollte er doch seine Menschwerdung nur verwirklichen mittels der freiwilligen Zustimmung Mariens. Darum wird er ihre gesamte Seelenerziehung darauf abgestellt haben, dass es ihr stets eine Lebensspeise war, dem Willen Gottes zu folgen. Maria ist darum nicht nur jenes Wesen, das der Allerhöchste ganz und gar für sich und seine Pläne mit Beschlag gelegt hatte. Sie ist auch ihrerseits in freier sittlicher Entscheidung jenes Menschenkind, das sich ganz und allein dem Herrn hingibt.

Durch Gottes Einfluss lebte Maria als Mädchen in jener inneren Haltung, welche später als das Ideal christlicher Jungfräulichkeit bezeichnet wurde. Von ihr sagt ja der hl. Paulus: „Die Jungfrau aber ist um die Sache des Herrn bedacht, sie will an Leib und Seele heilig sein.“ Mit Recht hat man seit unvordenklichen Zeiten diese Haltung aus dem Worte Mariens herausgelesen: „Wie soll mir das geschehen, da ich keinen Mann erkenne?“

In solcher Einstellung, die Maria ein ganzes langes Leben begleitet hat, steht Maria in der göttlichen Heilsgeschichte als die Jungfrau aller Jungfrauen. Leuchtendes Vorbild christlicher Jungfräulichkeit. Kaum spricht man je den Namen „Maria“ aus, ohne hinzuzufügen: die „Jungfrau„. Keineswegs darf bei dieser Aussage Mariens wunderbare leibliche Unversehrtheit trotz echter Mutterschaft im Vordergrunde stehen. Das Ausschlaggebende ist vielmehr ihre seelische Unverletztheit oder Sündenlosigkeit, ihre innere Totalhingabe an den Herrn. Ohne diese hätte Maria niemals jene Heilsaufgaben an der Seite ihres Sohnes Jesus erfüllen können, welche die Liebe Gottes ihr zugedacht hatte.

Darum wird auch die Kirche als der fortlebende Christus der jungfräulichen Seelen nicht entraten können. Nie wird das Reich Gottes auf dieser Erde zur Blüte kommen, wenn es nicht Menschen gibt, die in ganzer jungfräulicher Hingabe sich dem Reiche Gottes zur Verfügung stellen, sei es in seiner Ausbreitung unter allen Völkern der Erde, sei es zu seiner Vertiefung in den Seelen der Christen.

O Gott, Du wolltest, dass am heutigen Tage
die heilige, allzeit reine Jungfrau Maria,
die Wohnung des Heiligen Geistes,
im Tempel Dir dargebracht werde;
daher bitten wir Dich: gib,
dass wir auf ihre Fürsprache würdig seien,
dereinst selber im Tempel Deiner Glorie
vor Dich gebracht zu werden.

(Vgl. C. Feckes, So feiert dich die Kirche, Steyl 1954)

Darstellung Mariens im Tempel, Eustache Le Sueur, ca. 1641, Eremitage St. Petersburg

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13. Oktober – Fatima

„Fahrt fort, den Rosenkranz täglich zu beten.“

Dies ist die zentrale Bitte U. L. Frau.

Wie wir das tägliche Brot zur Erhaltung unseres Leibes brauchen, sollen wir aus dem täglichen Rosenkranzgebet die Kraft schöpfen, den lebendigen Glauben, die Treue zum Empfang der Sakramente zur Erhaltung des Gnadenstandes und den Eifer in der Übung des christlichen Lebens zu erhalten. Haben nicht die meisten von uns durch den Rosenkranz zum wahren Glauben gefunden, bzw. diesen bis heute bewahren können? Nehmen wir daher diese so eindringliche und bei jeder Erscheinung wiederholte Bitte der Rosenkranzkönigin noch ernster, in dem Maße wo der Glaubenskampf noch heftiger werden wird.

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Fest der Mutterschaft Mariens – 11. Oktober

Papst Pius XI. hat dieses Fest anläßlich der 1500-Jahr-Feier des Konzils von Ephesus auf die Gesamtkirche ausgedehnt.

Gott, der Du wolltest,
dass Dein Wort auf die Botschaft des Engels hin
aus dem Schoß der seligen Jungfrau Maria
Fleisch annehme,
gewähre unserem flehentlichen Bitten,
dass wir, die wir glauben,
dass sie wahre Gottesgebärerin ist,
durch ihre Fürsprache
bei Dir Hilfe finden.
Durch ihn, unseren Herrn.

Älteste Darstellung von Maria mit Kind, Priscilla Katakomben, Rom, 2.Jhd. – Quelle: Wikipedia

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Rosenkranzfest – 7. Oktober

Kaiser Karl V. (1519 – 1556; spanischer König seit 1516) war es 1529 gelungen, die nach Mitteleuropa vorstoßenden mohammedanischen Türken vor Wien zurückzuwerfen. Dennoch gab Suleiman II. der Prächtige (1520 – 1566) seine Pläne zur Eroberung des Abendlandes noch nicht auf. Seine Truppen drangen im Osten siegreich voran. Von 1532 bis 1534 unterwarfen sie den Irak und mit dem Fall Adens 1539 begann die osmanische Eroberung der arabischen Halbinsel.

Piratenschiffe des Hayreddin Barbarossa bildeten einen Teil der türkischen Flotte, die am 27. bis 28. September 1538 die Venezianer, Päpstlichen und Spanier bei Prevesa besiegte, als diese versuchten, das bedrängte Korfu zu entsetzen. Die Türken stießen auch wieder im Westen voran. 1548 und 1554 unternahm Suleiman II. Feldzüge gegen den Iran. Danach folgte Suleimans zweiter Vorstoß zur Eroberung des Abendlandes.

Am 18. Mai 1565 begann mit der Landung der Mohammedaner auf Malta der Großangriff zur Unterwerfung der christlichen Staaten Europas. Auf der ihnen von Karl V. überlassenen Insel Malta hatten sich die 1522 durch Suleiman II. von Rhodos vertriebenen Ritter des Johanniterordens im Jahre 1530 niedergelassen. Sie verteidigten Malta unter dem Großmeister Jean Parisot de la Valette (1557-1568) vom 18. Mai 1565 an gegen die zahlenmäßig etwa siebenfach überlegenen Osmanen.

Am 6. September traf das spanische Entsatzheer von Sizilien her ein. Obwohl die achttausend Soldaten nicht sehr viele waren, brachen die mohammedanischen Türken am Fest Mariä Geburt, am 8. September, die Belagerung ab.

Suleiman II. starb in der Nacht vom 6. auf den 7. September 1566, nachdem am Tage zuvor nach längerer Belagerung seine zahlenmäßig einhundertfach überlegenen Truppen die ungarische Festung Szegedvar von den Kaiserlichen erobert hatten. Doch endete die mohammedanische Expansion nach Westen nicht etwa mit Suleimans II. Unter seinem Sohn Selim II. (1566 – 1574) wurde das Abendland erneut bedroht.

Die Türken eroberten Rhodos und die Ägäis sowie Zypern und beherrschten so das östliche Mittelmeer. 1538 hatte sich die Osmanen in der Schlacht bei Prevesa gegenüber einer an Schiffen etwa gleichstarken christlichen Flotte überlegen gezeigt. Das westliche Mittelmeer suchten die nordafrikanischen Seeräuberstaaten der Barbaresken als Vasallen der Türken mit ihren Schiffen heim. Die gesamte christliche Seefahrt im Mittelmeer drohte durch die Mohammedaner zum Erliegen gebracht zu werden.

Papst Pius V. gelang es, eine Koalition der beiden Seemächte Spanien und Venedig herbeizuführen.
Er forderte die Christenheit zum Rosenkranzgebet für den Sieg gegen die Mohammedaner auf. Am 7. Oktober 1571 stieß die Flotte der Heiligen Liga mit ihren zweihundert Ruder- und sechs Segel-Galeeren, die von Don Juan d’Austria, dem Halbbruder des spanischen Königs Philipp II. (1556-1598), kommandiert wurde, auf die aus zweihundertsiebzig Galeeren bestehende, osmanische Flotte.

Im Verlaufe dieser Seeschlacht von Lepanto am Golf von Korinth wurden mehr als einhundert türkische Galeeren gekapert und dadurch zehntausend christliche Rudersklaven befreit. Die Heilige Liga verlor lediglich zwölf Schiffe. Ihr gelang ein vollständiger Sieg über die Flotte des Osmanischen Großreiches.

Der hl. Pius V. schaute den Sieg von Lepanto auf übernatürliche Weise. Er wußte vom Ausgang der Schlacht, bevor ihm die glückliche Nachricht von der Heiligen Liga übermittelt werden konnte. Nach der Seeschlacht von Lepanto wurde aus Dankbarkeit gegenüber der Gottesmutter, die von so vielen Betern angerufen worden war, das Fest Maria vom Sieg eingeführt. Man beging es alljährlich am Jahrestag der Schlacht.

Papst Gregor XIII. (1572-1585) gestattete 1573 aus Dankbarkeit für den Sieg bei Lepanto die Feier eines Festes des hl. Rosenkranzes in allen Kirchen mit Rosenkranzaltar am ersten Sonntag im Oktober. Papst Clemens XI. (1700-1721) dehnte dieses Fest auf die ganze Kirche aus, nachdem Prinz Eugen, der edle Ritter, an Maria Schnee (5.8.) 1716 bei Peterwardein über die mohammedanischen Türken gesiegt hatte.

Papst Pius X. vereinigte das Fest Maria vom Sieg mit demjenigen des hl. Rosenkranzes. Beide werden seitdem gemeinsam als Rosenkranzfest am 7. Oktober begangen.

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Die Dreihändige – Tricherousa

Unter den hochverehrten Gnadenbildern der orthodoxen Kirche werden lediglich vier dem Maler-Apostel Lukas direkt zugeschrieben. Es betrifft dies die wundertätige Muttergottes von Megaspiläon in Morea (Peloponnes), von Kykky (Zypern), vom Melasberg im einstigen Kaiserreich Trapezunt an der Schwarzmeerküste und die wohl berühmteste „Panajia Tricherousa“ im Großkloster Chilandari auf dem Athos.

Nach der Legende hat sie der Evangelist Lukas, der als Arzt den Apostel Paulus auf seinen Missionsreisen begleitete, eigenhändig gemalt. Im 8. Jahrhundert gelangte sie in den Besitz des bedeutenden ostkirchlichen Theologen Johannes Damascenus (ca. 670 – ca. 750), der sie wegen ihrer Heilkraft besonders verehrte. Kein Wunder, wenn er sich mit allen Mitteln gegen den Bildersturm wandte, der vom byzantinischen Kaiser Leo III., dem Syrer (717-741), im ganzen oströmischen Reich mit Gewalt durchgesetzt wurde.

Auf kaiserlichen Befehl ließ der Kalif von Damaskus dem Bilderverehrer Johannes die recht Hand abhauen, damit dieselbe keine Streitschriften wider die Ikonoklasten (Bilderstürmer) verfassen konnte: „Solcherweise wurde die Hand, die zuvor im Kampfe wider die Feinde des Herrn mit Tinte befleckt war, in ihrem eigenen Blute gefärbt“, berichtet der Hagiograph.

In seinem körperlichen und seelischen Schmerz eilte Johannes Damascenus zur verborgen gehaltenen wundertätigen Muttergottes, die die abgeschlagene Theologenhand wieder anheftete und dem Geheilten den Auftrag erteilte, diese Hand „als das Rohr eines rasch schreibenden Schreibers zu benützen, um Hymnen an Christus und an die Muttergottes zu verfassen“.

Als Zeichen der Dankbarkeit stiftete Johannes eine Silberhand, die er an der unteren Hälfte der Ikone anbringen ließ. Seither trägt sie den Namen „Tricherousa“, die Dreihändige.

Während nahezu 400 Jahren blieb sie im Wüstenkloster des Heiligen Sáwa (Sabbas) bei Jerusalem. Im 12. Jahrhundert gelangte sie an den gleichnamigen Erzbischof Sáwa nach Serbien. Dieser gründete 1196 die Serbenabtei Chilandari, wo seither das mit Orden geschmückte Gnadenbild thront.

(Aus: Huber, Paul. Athos, Wundertätige Ikonen, Parkland V. Stuttgart)

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MATER DOLOROSA – Fest der schmerzensreichen Mutter – 15. September

Die sieben Schmerzen der Gottesmutter:

1. Weissagung Simeons
2. Flucht nach Ägypten
3. Suche nach dem 12jährigen Jesu
4. Begegnung zwischen Jesus und seiner Mutter am Kreuzweg
5. Tod des Sohnes am Kreuz
6. Der tote Sohn im Schoß seiner Mutter
7. Begräbnis Jesu

O du Mutter, Brunn der Liebe,
mich erfüll mit gleichem Triebe,
dass ich fühl die Schmerzen dein;
dass mein Herz, im Leid entzündet,
sich mit deiner Lieb verbindet,
um zu lieben Gott allein.

Mater Dolorosa, um 1500, Krakau, Museum Czartoryski.

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