Gebet zur Friedenskönigin

O Mutter der Barmherzigkeit,
erflehe du uns von Gott den Frieden!
Und vor allem jene Gnaden, die in einem Augenblick die menschlichen Herzen umwandeln können, jene Gnaden, die den Frieden vorbereiten, schließen und sichern!
Königin des Friedens, bitte für uns und gib der streitenden Welt den Frieden, den die Völker ersehnen, den Frieden in der Wahrheit, in der Gerechtigkeit und in der Liebe Christi! Gib ihr den Frieden der Waffen und den Frieden der Seelen, damit Gottes Reich sich in der Ruhe der Ordnung ausbreite.
(Pius XII).

Maria, Königin des Friedens,
schenke uns den Frieden mit Gott, verleihe uns den wahren Frieden des Herzens, erfülle uns mit Liebe zu unseren Brüdern und Schwestern, tröste die Kranken, bekehre die Sünder, verbreite immer mehr den Frieden unter den christlichen Familien, führe die Völker der Erde zu aufrichtiger Eintracht, behüte uns alle an Leib und Seele, erbitte den Lebenden die Gnade deines göttlichen Sohnes und den Sterbenden einen seligen Heimgang zum Vater im Himmel. Amen.

Marienmonat Mai

Heilige Mutter des Herrn,

unsere Vorfahren haben in bedrängter Zeit dein Bild hier im Herzen der Stadt München aufgestellt, um dir Stadt und Land anzuvertrauen. Dir wollten sie auf den Wegen des Alltags immer wieder begegnen und von dir das rechte Menschsein lernen; von dir lernen, wie wir Gott finden und wie wir so zueinander kommen können. Sie haben dir Krone und Zepter, die damaligen Symbole der Herrschaft über das Land, gegeben, weil sie wussten, dass dann die Macht und die Herrschaft in den rechten Händen sind – in den Händen der Mutter.

Dein Sohn hat seinen Jüngern kurz vor der Stunde des Abschieds gesagt: Wer unter euch groß sein will, der sei euer Bediener, und wer unter euch der erste sein möchte, der sei aller Knecht (Mk 10, 43f). Du hast in der entscheidenden Stunde deines Lebens gesagt: ‚Siehe, ich bin die Magd des Herrn‘ (Lk 1, 38) und hast dein ganzes Leben als Dienst gelebt. Du tust es weiter die Jahrhunderte der Geschichte hindurch: Wie du einst für die Brautleute in Kana leise und diskret eingetreten bist, so tust du es immer: Alle Sorgen der Menschen nimmst du auf dich und trägst sie vor den Herrn, vor deinen Sohn. Deine Macht ist die Güte. Deine Macht ist das Dienen.

Lehre uns, die Großen und die Kleinen, die Herrschenden und die Dienenden, auf solche Weise unsere Verantwortung zu leben. Hilf uns, die Kraft des Versöhnens und das Vergeben zu finden. Hilf uns, geduldig und demütig zu werden, aber auch frei und mutig, wie du es in der Stunde des Kreuzes gewesen bist. Du trägst Jesus auf deinen Armen, das segnende Kind, das doch der Herr der Welt ist. So bist du, den Segnenden tragend, selbst zum Segen geworden. Segne uns und diese Stadt und dieses Land. Zeige uns Jesus, die gebenedeite Frucht deines Leibes. Bitte für uns Sünder, jetzt und in der Stunde unseres Todes.

Amen.

Papst Benedikt XVI.
vor der Mariensäule München
Samstag, 9. September 2006

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Gewähre, dass ich durch Maria zu dir komme!

»Es ist nicht gut, dass der Mensch allein ist.« – Dieser Satz der Genesis gilt für einen Priester ebenso wie für die Laien. Im Leben eines jeden Priesters muss es eine Frau geben. Diese Frau trat bei meiner Geburt in mein Leben. Als ich als Säugling getauft wurde, legte meine Mutter mich auf den Altar der Gottesmutter in der St.-Mary’s-Kirche in El Paso, Illinois, und weihte mich ihr.

Ein kleines Kind ist sich dieses Zeichens nicht bewusst, somit war ich mir dieser Weihe nicht bewusst – doch das Zeichen war immer da. Wie ein Stück Eisen vom Magneten angezogen wird, so fühlte ich mich zu ihr hingezogen, bevor ich sie kannte, aber nie zu ihr allein, ohne Christus.

Als ich im Alter von zwölf Jahren meine erste heilige Kommunion empfing, weihte ich mich Maria bewusst. Obwohl ich mich nicht an die genauen Worte meines Gebetes erinnern kann, ähnelten sie sicher dem Motto, das ich dann für mein bischöfliches Wappen gewählt habe:

Da per matrem me Venire.
Gewähre, dass ich durch Maria zu dir komme.

Das Gebetbuch zu meiner Erstkommunion mit einem Perlmuttumschlag enthielt die Lauretanische Litanei, die ich als Junge begann, jeden Abend zu beten, was ich bis heute beibehalten habe.

Die Berufung zum Priestertum war in meinen Gedanken immer vorhanden. Ich bat um ihre Fürsprache, um dieses Amtes würdig zu sein und vor großen Abstürzen bewahrt zu bleiben.

Schon in der ersten Klasse schlug uns eine Ordensschwester vor,
dass wir oben auf jede Seite die Initialen
J. M.J.
setzen sollten, um unsere Hingabe an
»Jesus, Maria und Josef« auszudrücken.

(Fulton J. Sheen, Autobiografie 360)

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Ave Maria

O liebevollste Gottesgebärerin,
allzeit Jungfrau Maria, Du bist überreich an wunderbarer Wonne, wie sie der menschliche Geist nicht zu ersinnen und auszusprechen vermag.
Siehe, hier bin ich, Dein Diener,
und ich verneige mich mit inniger Zuneigung meines Herzens demütig vor Deinem glorreichen Thron, der über alle Chöre der Engel im himmlischen Reich erhoben ist.
Du bist die ehrwürdgste Mutter Gottes,
weil Du unter allen Töchtern Jesusalems als die Demütigste gefunden wurdest und Du, schöne Jungfrau, in SEINEN Augen Wohlgefallen fandest und keine auf der ganzen Erde Dir gleich war.
Ich beuge mich
vor dem Schemel Deiner Füße und verlange danach, Dich mit ehrfürchtigen Lippen und reinem Herzen gebührend zu grüßen und zu loben.
Aber ich weiß,
auserwählte Mutter, daß ich nicht würdig bin, meine unreinen Augen, die ich allzu oft durch die Begierde des Fleisches, durch die Begierde der Augen und durch die Hoffart des Lebens beschmutzt habe, zu Deinem klarsten Angesicht zu erheben, das vom göttlichen Lichtglanz strahlt und der Bewunderung des ganzen himmlischen Heeres würdig ist.

In Annuntiatione Beatæ Mariæ Virginis – 25. März

Ave maris stella,
Dei mater alma,
atque semper virgo,
felix caeli porta.
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Sei gegrüßt, Meerstern,
Gottes hohe Mutter,
immer Jungfrau,
glückliche Pforte zum Himmel.

Sumens illud Ave
Gabrielis ore,
funda nos in pace,
mutans Evae nomen.
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Genommen hast du jenes „Ave“
aus Gabriels Mund,
festige uns im Frieden,
indem du Evas Namen umkehrst.

Solve vincla reis,
profer lumen caecis,
mala nostra pelle,
bona cuncta posce.
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Löse die Fesseln der Schuldigen,
bring den Blinden das Licht,
vertreibe unser Übel,
begehre alles Gute.

Monstra te esse matrem,
sumat per te precem
qui pro nobis natus
tulit esse tuus.
+
Zeige dich als Mutter,
er nehme über dich unser Bitten,
der für uns geboren,
trug es, deiner zu sein.

Virgo singularis,
inter omnes mitis,
nos culpis solutos
mites fac et castos.
+
Auserkorene Jungfrau,
mild unter allen.
Uns, die von Schuld befreiten,
mache sanft und rein.

Vitam praesta puram,
iter para tutum,
ut videntes Iesum
semper collaetemur.
+
Gib uns ein reines Leben,
gib uns einen sicheren Weg,
damit, wenn wir Jesus sehen,
wir immer mit ihm uns freuen.

Sit laus Deo Patri,
summo Christo decus.
Spiritui Sancto
honor tribus unus.
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Lob sei Gott, dem Vater,
Ruhm Christus, dem höchsten,
dem Heiligen Geiste
allen Dreien eine Ehre.

In Annuntiatione Beatæ Mariæ Virginis – Hymnus Ave_Maris_stella

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Maria guter Hoffnung

Elisabeth von der heiligsten Dreifaltigkeit lebte als Unbeschuhte Karmelitin im Karmel von Dijon. Papst Franziskus hat sie am 16. Oktober 2016 heiliggesprochen. Von der Liebe Gottes ergriffen, trachtete sie ihr ganzes Leben danach, aufmerksam zu sein für Gottes Gegenwart in ihrem Innern, dort wollte sie verweilen, um auf Sein Wort zu hören und sich von Ihm belehren und verwandeln zu lassen.

Denk daran, was sich i n der Seele der Jungfrau zugetragen haben musste, als sie […] das menschgewordene Wort in sich trug, das Geschenk Gottes. […] In welchem Schweigen, mit welcher Sammlung, in welcher Haltung der Anbetung musste sie sich ganz in den Grund ihrer Seele vertieft haben, um diesen Gott, dessen Mutter sie geworden ist, z u umfangen. Meine kleine Guite, Er ist in uns. Oh, bleiben wir ganz nah bei Ihm, in diesem Schweigen, mit dieser Liebe der Jungfrau; so werden wir den Advent verbringen, nicht wahr?

Auf dem Weg zu Elisabeth

Die Jungfrau bewahrte alles in ihrem Herzen: Ihre ganze Geschichte lässt sich in diesen wenigen Worten zusammenfassen!

Sie lebte in ihrem Herzen, und zwar in einer solchen Tiefe, dass kein menschlicher Blick ihr dahin folgen kann. Wenn ich im Evangelium lese, dass Maria eilig durch das Bergland von Judäa ging, um bei ihrer Base Elisabeth ihren Liebesdienst zu erfüllen, sehe ich sie so schön, so still, so hoheitsvoll, so gesammelt in der Gegenwart des WORTES Gottes in ihr. Wie das seinige, so lautete ihr Gebet immer: Ecce, hier bin ich! Wer? Die Magd des Herrn, das letzte Seiner Geschöpfe: sie, Seine Mutter! Sie war so wahrhaftig in ihrer Demut, weil sie sich selbst immer vergaß, nie auf sich selbst schaute und frei war von sich selbst. So konnte sie auch singen:

Der Allmächtige hat Großes an mir getan, von nun an preisen mich selig alle Nationen.

(Elisabeth von der Dreifaltigkeit; 1880-1906)

 

Der Text ist entnommen dem sehr empfehlenswerten Buch:

Marianne Schlosser, Hrsg.
Es haucht die Nacht ein neues Licht.
Der weihnachtliche Festkreis in Gebeten und Betrachtungen
EOS Verlag 2020
216 Seiten; 19,95 Euro
ISBN: 978-3830679806

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