13. Juni 1917 – Fatima – 2017

Das Unbefleckte Herz Mariens

Es kam der 13. Juni, an dem man in Fatima den heiligen Antonius als Kirchenpatron mit großen Festlichkeiten ehrte. Die drei Kinder verzichteten jedoch auf die verlockenden Freuden und begaben sich nach der hl. Messe zur Cova da Iria, wo sie gegen 11 Uhr ankamen. Lucia betete mit den etwa 50 Personen, die sich dort eingefunden hatten, den Rosenkranz. Nach dem Rosenkranz ordnete Lucia ihre Kleider und rief plötzlich:
„Hier der Lichtschein… Unsere Liebe Frau wird kommen!“

(Lucia) –
Wir sahen von neuem das Licht, das sich näherte, und dann Unsere Liebe Frau über der Steineiche, genau wie im Mai. …

(Unsere Liebe Frau) –
„Ich will, dass ihr am Dreizehnten des nächsten Monats wieder hierherkommt, dass ihr alle Tage den Rosenkranz betet […].“

„Jesus möchte sich deiner bedienen, damit die Menschen mich kennen und lieben lernen. Er will in der Welt die Verehrung meines Unbefleckten Herzens begründen. Jedem, der diese Andacht annimmt und übt, dem verspreche ich das Heil.“

Unser Herr Jesus Christus bestätigte das Geheimnis und die Macht des Unbefleckten Herzens, als er zu Lucia sprach (Brief Schwester Lucias vom 27. Mai 1943):

„Es ist mein sehnlichster Wunsch, dass die Verehrung und die Andacht zum Unbefleckten Herzen Mariens verbreitet wird, weil dieses liebende Herz der Magnet ist, der die Seelen zu mir hinzieht, der Feuerherd, der die Strahlen meines Lichtes und meiner Liebe über die ganze Erde hin aussendet, und die unversiegbare Quelle, welche die lebendigen Wasser meines Erbarmens auf die Erde herabströmen lässt.“

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Maria Königin – Königin aller Heiligen; 31. Mai

Das Fest „Maria, Königin aller Heiligen“ wurde zuerst in der Hafenstadt Ancona (Italien) gefeiert. In der dortigen Kathedrale wird ein Gnadenbild unter diesem Titel verehrt. 1550 hat es ein Schiffskapitän der dortigen Kirche geschenkt, und zwar als Dankgabe für die Errettung seines Sohnes aus einem furchtbaren Seeunwetter, die er seinem inständigen Gebet vor diesem Bilde zuschrieb. Sogleich setzte eine eifrige Verehrung dieses Bildes seitens des Volkes ein. – Während der argen Bedrängnis der Kirche im Jahre 1796 beobachtete man am 25. und 26. Juni dieses Jahres an dem Bilde eine Bewegung der Augen, die mehrmals von vielen wahrgenommen wurde. Das löste eine starke Volksbewegung aus, denn die gleichen Erscheinungen wiederholten sich öfters bis zum 23. Januar 1797. Die Verehrung wuchs immer mehr. Viele Ungläubige bekehrten sich. Dadurch veranlaßt, beschloß der Stadtmagistrat die Abhaltung eines eigenen Festes zu Ehren der „Königin aller Heiligen“. Gregor XVI. gab dem Feste 1845 die kirchliche Bestätigung, anerkannte das Fest und gab ihm ein eigenes Stundengebet, nachdem Pius VII. bereits im Jahre 1814 das Gnadenbild feierlich krönen ließ. Natürlich blieb dieses Fest nicht auf die Kathedrale von Ancona beschränkt. Es wurde bald von vielen Diözesen Italiens und auch anderer Länder übernommen. Liegt doch seine eigentliche Begründung in der einzigartigen Auserwählung Mariens.

Die Rose nennen wir die Königin unter allen Blumen. Jeder weiß, damit soll gesagt werden: Keine Blume könne an Pracht mit der Rose wetteifern. Gleiches wollen wir sagen, wenn wir Maria als die Königin aller Heiligen bezeichnen. An Heiligkeit kommt ihr demnach keiner der seligen Himmelsbewohner gleich. Alle überstrahlt sie durch die Fülle der Gnaden, durch die Fülle ihrer Tugenden, durch die Fülle ihrer Seligkeit. Bewundernd schauen alle Heiligen des Himmels zu ihr auf als zur Herrlichsten, zur Reichsten, zur Vornehmsten unter ihnen. Aber nicht nur alle seligen Mitmenschen dort oben, sondern selbst die heiligen und mächtigen Engelgeister.

Unzählige Male haben die christlichen Lobredner Mariens Erhabenheit über alle Himmelsbewohner geschildert. So besingt sie Johannes von Damaskus:
Sei gegrüßt, Gnadenvolle, sei gegrüßt, da du heiliger bist als die Engel, würdiger als die Erzengel. Sei gegrüßt, Gnadenvolle, da erhabener als die Throne, herrschgewaltiger als die Herrschaften, mächtiger als die Kräfte. Sei gegrüßt, Gnadenvolle, die Fürstentümer überragt und Gewalten übersteigt. Sei gegrüßt, Gnadenvolle, kostbarer als die Cherubim, erhabener als die Seraphim!

Für die seligen Menschen führt es Petrus Damiani weiter:
Weder der Patriarchen ehrwürdige Versammlung, noch der Propheten vorausschauende Schar, noch der Apostel Richtersenat, noch der Märtyrer siegreiche Reihen, noch einer der ältern noch einer der jüngern Väter kann mit der seligsten Jungfrau verglichen werden!

Haben nicht ebenso gerne die Maler Maria als die Himmelskönigin im Kranze zahlreicher Heiligen dargestellt?

Königin der Heiligen kann aber noch etwas anderes, etwas mehr besagen. Denn einer echten Königin kommt nicht nur der Vorantritt zu, sondern auch das Herrschen und Befehlen. Einer echten Königin zollt man nicht nur Bewunderung und leistet freiwillig Gefolgschaft, sie verlangt vielmehr Gehorchen und Dienen. Steht das auch der Jungfrau als Himmelskönigin zu, so wie wir es bei ihrem Sohne, dem Könige des Alls, bejahen müssen?

Kirchengebet
Gott, Du willst, daß wir die allerseligste Jungfrau Maria
als Königin aller Heiligen und Mutter der schönen Liebe verehren.
Gewähre uns gnädig, daß wir unter ihrem Schutz
Dich hier auf Erden in allem und über alles lieben
und im Himmel die selige Gemeinschaft
Deiner Heiligen genießen.

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Fatima bedeutet: Triumph des Unbefleckten Herzens

Am 13. Mai 2010 predigte Papst Benedikt XVI. vor 500.000 Pilgern u.a. diese Worte:

„Wer glaubt, daß die prophetische Mission Fatimas beendet sei, der irrt sich. Hier an diesem Ort wird jener Plan Gottes wieder lebendig, der die Menschheit seit frühesten Zeiten mit der Frage konfrontiert: ‚Wo ist dein Bruder Abel? […] Das Blut deines Bruders schreit zu mir vom Ackerboden‘ (Gen 4,9).

Dem Menschen ist es gelungen, einen Kreislauf des Todes und des Schreckens zu entfesseln, den er nicht mehr zu durchbrechen vermag… In der Heiligen Schrift ist häufig davon die Rede, daß Gott nach Gerechten sucht, um die Stadt der Menschen zu retten, und ebendies tut er hier, in Fatima, wenn die Muttergottes die Frage stellt:
Wollt ihr euch Gott hingeben, um alle Leiden ertragen zu können, die er euch aufzubürden gedenkt, als Sühne für die Sünden, durch die er geschmäht wird, und als flehentliche Bitte um die Bekehrung der Sünder?‘“

Fatima bedeutet: Rosenkranz beten

Bei der großen Lichterprozession in Fatima am 12. Mai 2010 rief Papst Benedikt XVI. die Gläubigen zum Rosenkranzgebet auf:

„In unserer Zeit, in der der Glaube an vielen Orten der Erde wie eine Flamme zu verlöschen droht, die nicht mehr genährt wird, ist es wichtiger als alles andere, daß Gott in dieser Welt gegenwärtig wird und daß den Menschen der Zugang zu Gott eröffnet wird; nicht zu irgendeinem Gott, sondern zum Gott, der am Sinai gesprochen hat, zu dem Gott, dessen Angesicht wir in der Liebe erkennen, die im gekreuzigten und auferstanden Christus bis zum Äußersten gegangen ist (vgl. Joh 13,1).

Liebe Brüder und Schwestern, betet Jesus Christus in euren Herzen an (vgl. 1 Petr 3,15). Habt keine Angst, von Gott zu sprechen und ohne Scheu die Zeichen des Glaubens zu zeigen, so daß vor den Augen eurer Zeitgenossen das Licht Christi erstrahlt, wie die Kirche in der Osternacht singt, in der die Menschheit zur Familie Gottes wird.

Brüder und Schwestern, an diesem Ort sehen wir voll Staunen, wie sich drei Kinder von der inneren Kraft ergreifen ließen, die sie bei den Erscheinungen des Engels und der himmlischen Mutter durchdrungen hat. Lassen wir uns hier, wo wir so oft dazu aufgefordert wurden, den Rosenkranz zu beten, von den Geheimnissen Christi anziehen, den Rosenkranzgeheimnissen Marias.“

Fatima bedeutet: die Weihe der Priester dem Unbefleckten Herzen Mariens, der Mittlerin aller Gnaden

Papst Benedikt XVI.  weihte in Fatima am Abend des 12. Mai 2010 in einer wichtigen Zeremonie die Priester der Welt dem Unbefleckten Herzen Mariens, die er als Mittlerin aller Gnaden bezeichnete, mit folgendem Gebet:

Maria, Unbefleckte Mutter, an diesem Ort der Gnade, an dem die Liebe deines Sohnes Jesus, des Ewigen Hohenpriesters, uns Söhne im Sohn und seine Priester zusammengerufen hat, weihen wir uns deinem mütterlichen Herzen, um treu den Willen des Vaters zu erfüllen.

Wir sind uns bewußt, daß wir ohne Jesus nichts Gutes vollbringen können (vgl. Joh 15,5) und daß wir nur durch ihn, mit ihm und in ihm für die Welt Werkzeug des Heils sein können. Braut des Heiligen Geistes, erwirke uns die unschätzbare Gabe der Umgestaltung in Christus. In derselben Kraft des Geistes, der dich überschattet und zur Mutter des Erlösers gemacht hat, hilf uns, daß Christus, dein Sohn, auch in uns geboren werde. Die Kirche möge so von heiligen Priestern erneuert werden, die von der Gnade dessen verwandelt wurden, der alles neu macht. Mutter der Barmherzigkeit, dein Sohn hat uns berufen, so zu werden wie er selbst: Licht der Welt und Salz der Erde. (vgl. Mk 5,13.14).

Hilf uns mit deiner mächtigen Fürsprache, daß wir dieser erhabenen Berufung nie untreu werden, daß wir unserem Egoismus nicht nachgeben, noch den Schmeicheleien der Welt und den Verlockungen des Bösen.

Bewahre uns mit deiner Reinheit, beschütze uns mit deiner Demut und umfange uns mit deiner mütterlichen Liebe, die sich in vielen Seelen widerspiegelt, die dir geweiht sind und uns zu echten Müttern im Geiste geworden sind.

Mutter der Kirche, wir Priester wollen Hirten sein, die nicht sich selbst weiden, sondern sich Gott hingeben für die Brüder und Schwestern und darin ihre Erfüllung und ihr Glück finden.

Nicht nur mit Worten, sondern mit unserem Leben wollen wir demütig Tag für Tag unser ‚Hier bin ich‘ sagen. Von dir geführt, wollen wir Apostel der Göttlichen Barmherzigkeit sein und voll Freude jeden Tag das heilige Opfer des Altares feiern und allen, die darum bitten, das Sakrament der Versöhnung spenden.

Fürsprecherin und Mittlerin der Gnaden, du bist ganz hineingenommen in die einzige universale Mittlerschaft Christi, erflehe uns von Gott ein völlig neues Herz, das Gott mit all seiner Kraft liebt und der Menschheit dient wie du.

Sprich zum Herrn noch einmal dein wirkungsvolles Wort: ‚Sie haben keinen Wein mehr‘ (Joh 2,3), damit der Vater und der Sohn über uns den Heiligen Geist wie in einer neuen Sendung ausgießen.

Voller Staunen und Dank für deine ständige Gegenwart in unserer Mitte, will auch ich im Namen aller Priester ausrufen: ‚Wer bin ich, daß die Mutter meines Herrn zu mir kommt?‘ (Lk 1,43).

Maria, seit jeher unsere Mutter, werde nicht müde, uns zu ‚besuchen‘, uns zu trösten, uns zu stützen. Komm uns zu Hilfe und errette uns aus allen Gefahren, die uns drohen.

Mit diesem Akt des Anvertrauens und der Weihe wollen wir dich auf tiefere und vollständigere Weise, für immer und ganz in unser Leben als Menschen und Priester hineinnehmen. Deine Gegenwart lasse die Wüste unserer Einsamkeit neu erblühen und die Sonne über unserer Dunkelheit leuchten und bringe nach dem Sturm die Ruhe zurück, damit jeder Mensch das Heil des Herrn sehe, das den Namen und das Gesicht Jesu trägt, der sich in unseren Herzen widerspiegelt, da sie stets eins mit dem deinen sind. Amen.“