Kaiserin von Aachen, führe uns

1. Kaiserin von Aachen, führe uns zum Herrn.
Lehre uns ihn lieben, was Er hat so gem.
Lass uns sein geborgen, in des Sohnes Herz,
/: Kaiserin von Aachen, tröste Seinen Schmerz : /

2. Kaiserin von Aachen, segne unser Volk.
Lass uns alle treu sein unserm Herrn und Gott.
Rette Du Europa, schütz‘ das Abendland.
/: Fleh‘ für uns am Throne, um der Liebe Band : /

3. Kaiserin von Aachen, sei uns allen nah.
Deinem reinsten Herzen, bringen wir uns dar.
Auch die Armen Seelen wollen wir Dir weih’n.
/: Tröste Du sie alle, in ihrer bitt’ren Pein : /

Textquelle unbekannt.
Zu singen nach der Melodie von „Segne, Du Maria

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AVE MARIA – Kaiserin von Aachen, bitte für uns!

AVE MARIA – Kaiserin von Aachen, bitte für uns!

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SANCTA MARIA … ora pro populo …

SANCTA MARIA,
succurre miseris,
iuva pusillanimes,
refove flebiles,
ora pro populo,
interveni pro clero,
intercede pro devoto femineo sexu:
sentiant omnes tuum iuvamen,
quicumque celebrant tuam sanctam commemorationem.

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Heilige Maria,
eile den Elenden zu Hilfe,
richte die Kleinmütigen auf,
tröste die Betrübten,
bitte für das Volk,
flehe für die Priester,
tritt ein für die gottgeweihten Jungfrauen;
laß alle deine Hilfe erfahren,
die dein Gedächtnis begehen.

(Fulbert, Bischof von Chartres, ca. 951 – ca 1029)

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Bernhard und das Salve Regina

Die Autorenschaft von marianischen Antiphonen ist besonders schwer festzustellen, weil das Mittelalter die Kategorie Autorenschaft nicht kennt. Wir haben im 21. Jh. immer noch unsere Probleme damit: Was ist schon geistiges „Eigentum“? Und wenn es geistlich ist, ist der Begriff Eigentum ganz verfehlt. Kann man die göttlich gegebene Inspiration juristisch festmachen?

Die zwei berühmten musikalischen Dichtungen, die Bernhard von Clairvaux zugeschrieben werden, sind das Jesus dulcis memoria (O liebster Jesu denk ich dein) und den Jubelzusatz zur Antiphon Salve Regina: o clemens, o pia, o dulcis virgo Maria! Beide Zuschreibungen sind (nach dem Urheberrecht zu schlussfolgern) unwahrscheinlich, doch die Überlieferungen sind für sich genommen wertvoll und vielsagend.

Die Legende vom Salve Regina meint zu wissen, dass als Bernhard zu Weihnachten 1146 in seiner Funktion als Legat im Dom zu Speyer den Kreuzzug predigte, er während des Singens des Salve Regina in Entzückung geriet. Er brach in Jubelrufen an Maria aus. Nach o clemens! sprang er 30 Fuß im Schiff in Richtung Altarraum, nach o dulcis! wieder, usw. Diese Stellen wurden im Dom mit drei Rosenzeichnungen im Fußboden gekennzeichnet.

Andere Überlieferungen, dass er sich alle 30 Fuß niederkniete, wären mindestens im Kontext der cisterciensischen Ritualgeschichte leichter einzuordnen, denn die benediktinische Professliturgie sieht vor, dass der Mönch sich dabei in drei langen Wegabschnitten dem Abt nähert, und bei jeder der drei Etappen den Ruf Suscipe me …! wiederholt. Dabei kam es in lokalen Abweichungen zu verschiedenen Körperhaltungen. Die Tradition kennt eine stehende mit entspannten Armen, eine mit den Armen in Kreuzesform ausgebreitet und eine kniende. Die Speyerer Legende zum Salve Regina könnte eine Verballhornung der monastischen Jubelrufe aus der Professliturgie sein.

Fundort – CISTERCIUM

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Ave Regina caelorum – Marianische Antiphon bis Karmittwoch

Gruß dir, Himmelskönigin,
Gruß dir, Herrin der Engel!
Heil dir, Wurzel, heil dir, Pforte,
aus welcher der Welt das Licht aufgegangen ist!
Freue dich, glorreiche Jungfrau, schöner als alle!
Wohl dir, du überaus Schöne,
und bitte Christus für uns!

Ave Regina caelorum,
ave Domina Angelorum:
Salve radix, salve porta,
ex qua mundo lux est orta:
Gaude Virgo gloriosa,
super omnes speciosa:
Vale o valde decora,
et pro nobis Christum exora.

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Die Tradition über Maria – (Hl. Irenäus) – 4/4

Entsprechend trifft man aber auch die Jungfrau Maria gehorsam an, wenn sie sagt: Sieh, ich bin die Magd des Herrn, mir geschehe nach deinem Wort (Lk 1,38). Eva war dagegen ungehorsam, und zwar fiel ihr Ungehorsam in die Zeit, da sie noch Jungfrau war. Wie sie zwar Adam zum Mann hatte, aber trotzdem noch Jungfrau war, ….. so hatte auch Maria den Mann (Josef), der für sie vorbestimmt war, und war doch Jungfrau und wurde durch ihren Gehorsam für sich und für die gesamte Menschheit zur Ursache des Heils …. Damit zeigt es die Kreisbewegungen von Maria zu Eva an, denn was gebunden ist, kann nicht anders gelöst werde, als dass die Knoten im Band zurückgeschlungen werden, so dass die ersten Bindungen durch die zweiten gelöst werden und die zweiten wieder die ersten befreien… Damit hat er gezeigt, dass nicht sie ihn, sondern er sie zum Evangelium des Lebens wiedergeboren hat. So fand aber der Knoten des Ungehorsams Evas seine Auflösung durch den Gehorsam Marias. Denn was die Jungfrau Eva durch ihren Unglauben gebunden hat, das hat die Jungfrau Maria durch ihren Glauben gelöst.

(Irenäus. Gegen die Häresien 3)

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Die Tradition über Maria – (Hl. Irenäus) – 3/4

Denn wie durch den Ungehorsam eines einzigen Menschen die Sünde Eingang fand und durch die Sünde der Tod sich behauptet, so ist auch durch den Gehorsam eines einzigen Menschen die Gerechtigkeit eingekehrt, die den Menschen , die einst tot waren, als Frucht das Leben bringt. Und wie der ersterschaffene Mensch, eben Adam, aus der unkultivierten und noch jungfräulichen Erde – Gott hatte es nämlich noch nicht regnen lassen, und der Mensch hatte die Erde noch nicht bearbeitet (Gen 2,5) – sein Wesen hatte von der Hand Gottes, das heißt vom Logos Gottes gebildet wurde – denn alles ist durch ihn gemacht worden (Jo 1,3), und der Herr nahm das Leben von der Erde und bildete den Menschen -, so rekapitulierte das Wort selbst den Adam in sich und wurde aus Maria, die noch Jungfrau war, richtigerweise in einer Art geboren, in der Adam rekapituliert wurde. Wenn also der erste Adam einen Menschen zum Vater gehabt hätte und aus dem Samen eines Mannes geboren wäre, dann würde sie aus gutem Grund sagen, auch der zweite Adam sei aus Josef gezeugt. Wenn der erste aber von der Erde genommen und vom Logos Gottes gebildet wurde, dann muss-te eben der Logos selbst genauso wie Adam geboren sein, wenn er dessen Rekapitulation in sich bewirken wollte. Warum hat Gott nun nicht wieder Lehm genommen, sondern das Geschöpf aus Maria entstehen lassen? Damit nicht ein anderes Geschöpf entstünde und es kein anderes Geschöpf wäre, das gerettet würde, sondern damit ein und dasselbe Geschöpf unter Fortbestand der Gleichheit rekapituliert würde.“

(Irenäus. Gegen die Häresien 3)

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