PSALM 63

(Am Samstag zu den Laudes)

2 Hör an, o Gott, mein Gebet, wenn ich flehe: *
von dem Schrecken des Feindes rette meine Seele.
3 Du hast mich geschützt vor der Rotte der Übeltäter: *
vor der Menge derer, die Unrecht verüben.
4 Denn wie ein Schwert schärften sie ihre Zungen: *
ihren Bogen spannten sie – eine gar bittere Waffe –,
5 um im Verborgenen den Schuldlosen mit Pfeilen zu treffen.
6 Urplötzlich werden sie auf ihn schießen und dabei keine Furcht empfinden: *
einen boshaften Plan haben sie sich festgelegt.
Sie redeten davon, daß sie heimlich Schlingen legen wollten: *
Sie sagten: Wer wird sie sehen?
7 Sie planten Freveltaten: *
gescheitert sind sie in all ihrem Sinnen und Planen.
Ein Mensch wird hinzutreten zum hohen Herzen: *
8 und Gott wird erhöht werden.
Pfeile von kleinen Kindern, dazu sind ihre Schläge geworden: *
und ganz schwach wurden ihre Zungen gegen sie.
Es erschraken alle, die sie sahen: *
10 und Ehrfurcht empfand jeder Mensch.
Und sie verkündeten die Werke Gottes, *
und seine Taten lernten sie verstehen.
11 Freuen wird sich der Gerechte im Herrn, und seine Hoffnung wird er setzen auf ihn, *
und es werden sich alle rühmen, die aufrichtigen Herzens sind.

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PSALM 16: Höre, o Herr

(Am Montag zu den Metten)

1 Höre, o Herr, auf meine Gerechtigkeit: *
achte auf mein Flehen.
Mit deinem Ohr vernimm mein Gebet, *
das nicht von trügerischen Lippen kommt.
2 Von deinem Angesicht gehe aus mein Urteil: *
deine Augen mögen schauen auf das, was recht ist.
3 Geprüft hast du mein Herz, und hast es heimgesucht bei Nacht: *
im Feuer hast du mich geläutert, und kein Unrecht wurde an mir gefunden.
4 Auf daß mein Mund nicht rede die Werke von Menschen: *
habe ich um der Worte deiner Lippen willen harte Wege eingehalten.
5 Mach vollkommen meine Schritte auf deinen Pfaden: *
so daß meine Tritte nicht wanken.
6 Laut habe ich gerufen, denn du hast mich erhört, o Gott: *
neige dein Ohr mir zu und höre meine Worte an.
7 Erzeige wunderbar die Erweise deines Erbarmens, *
der du die rettest, die auf dich ihre Hoffnung setzen.
8 Vor denen, die sich deiner Rechten widersetzen, behüte mich, *
wie den Augapfel.
Unter dem Schatten deiner Flügel beschirme mich: *
9 angesichts der Gottlosen, die mich quälten.
Meine Feinde haben meine Seele umringt,
10 verschlossen haben sie ihr gefühlloses Herz *
ihr Mund hat Übermut geredet.
11 Die mich zu Boden warfen, sie haben mich jetzt umringt: *
sie haben beschlossen, ihre Augen zur Erde zu senken.
12 Sie haben auf mich gelauert wie ein Löwe – zur Beute bereit: *
und wie ein Junglöwe, der im Verborgenen haust.
13 Steh auf, o Herr, komm ihm zuvor, und bring ihn zu Fall: *
errette meine Seele vor dem Gottlosen, dein Schwert
14 vor den Feinden deiner Hand.
Herr, von den wenigen von der Erde sondere sie ab in ihrem Leben: *
mit deinen verborgenen Gütern hat sich ihr Bauch gefüllt.
Sie sind reich an Kindern: *
und ihren Überfluß haben sie ihren Kleinen hinterlassen.
15 Ich aber werde in Gerechtigkeit vor deinem Angesicht erscheinen: *
ich werde gesättigt werden, wenn deine Herrlichkeit erscheint.

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PSALM 1 – Nicht dem Rat der Bösen folgen

(Am Sonntag zu den Metten)

1 Glückselig der Mann, der nicht wegging nach dem Rat der Bösen und der nicht stand auf dem Weg der Sünder *
und der sich nicht setzte auf den Stuhl des Verderbens:
2 Sondern am Gesetz des Herrn ist sein Gefallen *
und über dessen Gesetz wird er betrachten Tag und Nacht.
3 Und er wird sein wie der Baum, der gepflanzt ist an Wasserbächen, *
der seine Frucht geben wird zu seiner Zeit:
Und dessen Laub nicht abfallen wird: *
und alles, was immer er tun wird, wird gelingen.
4 Nicht so die Gottlosen, nicht so: *
sondern wie der Staub sind sie, den der Wind wegfegt vom Angesicht der Erde.
5 Deshalb werden die Gottlosen im Gericht sich nicht erheben: *
und die Sünder nicht im Rat der Gerechten.
6 Denn es kennt der Herr den Weg der Gerechten: *
und der Wandel der Gottlosen wird zugrunde gehen.

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PSALM 61

(Am Donnerstag zu den Metten)

2 Wird denn meine Seele nicht Gott ergeben sein? *
von ihm kommt ja mein Heil.
3 Denn er ist ja auch mein Gott und mein Retter: *
mein Beistand; nicht werde ich länger wanken.
4 Wie lange noch stürmt ihr los auf einen Menschen? *
seid auf Mord aus, ihr alle: wie einer geneigten Wand und einer umgestürzten Mauer?
5 Ja, sie sannen darauf, meine Würde wegzuwerfen, ich lief umher im Durst: *
mit ihrem Mund segneten sie, und in ihrem Herzen verfluchten sie.
6 Ja, sei Gott ergeben, meine Seele: *
denn von ihm kommt meine Geduld.
7 Denn er ist mein Gott und mein Retter: *
mein Helfer, nicht werde ich fliehen in die Fremde.
8 In Gott ist mein Heil und meine Herrlichkeit: *
er ist der Gott meiner Hilfe, und meine Hoffnung ruht in Gott.
9 Setzt eure Hoffnung auf ihn, ihr, die ganze Versammlung des Volkes, schüttet eure Herzen vor ihm aus: *
Gott ist unser Helfer in Ewigkeit.
10 Ja, nichtig sind die Menschenkinder, trügerisch die Menschenkinder auf der Waage: *
so daß sie täuschen aufgrund ihrer Nichtigkeit allesamt.
11 Setzt eure Hoffnung nicht auf Unrecht, und begehrt nicht nach Raub: *
wenn Reichtum zuströmen sollte, so hängt das Herz nicht daran.
12 Einmal hat Gott gesprochen, diese beiden Dinge habe ich gehört, daß Gottes die Macht ist,
13 und dir, o Herr, das Erbarmen: *
denn du wirst einem jeden vergelten nach seinen Werken.

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Gründonnerstag

PSALM 89 (Am Gründonnerstag zu den Laudes)

1 O Herr, zur Zuflucht bist du uns geworden: *
von Geschlecht zu Geschlecht.
2 Bevor die Berge entstanden, und die Erde geformt wurde und der Erdkreis: *
bist du, o Gott, von Ewigkeit her und bis in Ewigkeit.
3 Verstoße den Menschen nicht in die Niedrigkeit: *
und du hast gesagt: Bekehret euch, ihr Menschenkinder.
4 Denn tausend Jahre sind vor deinen Augen, *
wie der gestrige Tag, der vorüberging,
Und wie eine Wache in der Nacht, *
5 was für nichts gehalten wird, das werden ihre Jahre sein.
6 Am Morgen mag er sprossen wie grünes Gras, am Morgen mag er aufblühen und sprossen: *
am Abend sollte er herabfallen, hart und dürr werden.
7 Denn wir sind dahingeschwunden durch deinen Zorn, *
und durch deinen Grimm wurden wir erschüttert.
8 Du hast unsere Sünden vor dich hingestellt: *
die Zeit unseres Lebens in das Leuchten deines Angesichtes.
9 Denn alle unsere Tage sind dahingeschwunden: *
und durch deinen Grimm sind wir dahingeschwunden.
Unsere Jahre, wie eine Spinne werden sich abmühen: *
10 die Tage unserer Jahre in ihnen sind siebzig Jahre.
Wenn aber in Kraftfülle, dann achtzig Jahre: *
und das Weitere von ihnen ist Mühsal und Schmerz.
Denn hinzugekommen ist die fügsame Schwäche: *
und wir werden dahingerafft werden.
11 Wer weiß die Gewalt deines Zornes: *
und wer weiß in der Furcht vor dir deinen Zorn
12 zu bemessen?
Deine Rechte gib also zu erkennen: *
und Menschen, die mit dem Herzen in der Weisheit gebildet sind.
13 Wende dich uns zu, Herr, wie lange noch? *
Und laß dich erbitten über deine Knechte.
14 Erfüllt wurden wir am Morgen von deinem Erbarmen: *
und wir jubelten und freuten uns in all unseren Tagen.
15 Froh waren wir für die Tage, an denen du uns gedemütigt hast: *
für die Jahre, in denen wir das Leid schauten.
16 Sieh hin auf deine Knechte und auf deine Werke: *
und leite deren Kinder.
17 Und es sei der Glanz des Herrn, unseres Gottes über uns, und die Werke unserer Hände leite über uns: *
und das Werk unserer Hände, leite es.

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Dómine, refúgium factus es nobis: *
a generatióne in generatiónem.
Priúsquam montes fíerent, aut formarétur terra et orbis: *
a sáeculo et usque in sáeculum tu es, Deus.
Ne avértas hóminem in humilitátem: *
et dixísti: Convertímini, fílii hóminum.
Quóniam mille anni ante óculos tuos, *
tamquam dies hestérna, quae praetériit, Et custódia in nocte, *
quae pro níhilo habéntur, eórum anni erunt.
Mane sicut herba tránseat, mane flóreat, et tránseat: *
véspere décidat, indúret et aréscat.
Quia defécimus in ira tua, * et in furóre tuo turbáti sumus.
Posuísti iniquitátes nostras in conspéctu tuo: *
sáeculum nostrum in illuminatióne vultus tui.
Quóniam omnes dies nostri defecérunt: *
et in ira tua defécimus.
Anni nostri sicut aránea meditabúntur: *
dies annórum nostrórum in ipsis, septuagínta anni.
Si autem in potentátibus, octogínta anni: *
et ámplius eórum, labor et dolor.
Quóniam supervénit mansuetúdo: *
et corripiémur.
Quis novit potestátem irae tuae: *
et prae timóre tuo iram tuam dinumeráre?
Déxteram tuam sic notam fac: *
et erudítos corde in sapiéntia.
Convértere, Dómine, úsquequo? *
et deprecábilis esto super servos tuos.
Repléti sumus mane misericórdia tua: *
et exsultávimus, et delectáti sumus ómnibus diébus nostris.
Laetáti sumus pro diébus, quibus nos humiliásti: *
annis, quibus vídimus mala.
Réspice in servos tuos, et in ópera tua: *
et dírige fílios eórum.
Et sit splendor Dómini Dei nostri super nos, et ópera mánuum nostrárum dírige super nos: *
et opus mánuum nostrárum dírige.

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PSALM 1 – Beátus vir

Glückselig der Mann, der nicht wegging nach dem Rat der Bösen und der nicht stand auf dem Weg der Sünder *
und der sich nicht setzte auf den Stuhl des Verderbens:

Sondern am Gesetz des Herrn ist sein Gefallen *
und über dessen Gesetz wird er betrachten Tag und Nacht.

Und er wird sein wie der Baum, der gepflanzt ist an Wasserbächen, *
der seine Frucht geben wird zu seiner Zeit:
Und dessen Laub nicht abfallen wird: *
und alles, was immer er tun wird, wird gelingen.

Nicht so die Gottlosen, nicht so: *
sondern wie der Staub sind sie, den der Wind wegfegt vom Angesicht der Erde.

Deshalb werden die Gottlosen im Gericht sich nicht erheben: *
und die Sünder nicht im Rat der Gerechten.

Denn es kennt der Herr den Weg der Gerechten: *
und der Wandel der Gottlosen wird zugrunde gehen.

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Siehe, Herr! Du weißt alles!

Psalm 138

Herr, du erforschest mich und erkennst mich,
du kennst mein Sitzen und mein Aufstehen.
Du verstehst meine Gedanken von ferne,
du durchforschest meinen Pfad und meinen Anteil
und alle meine Wege siehst du voraus;
denn es ist kein Wort auf meiner Zunge.
Siehe, Herr! Du weißt alles, das Neue und das Alte;
du hast mich gebildet und deine Hand auf mich gelegt.
Allzu wunderbar ist dein Wissen für mich;
zu hoch ist es, ich vermag nicht es zu erreichen!
Wohin soll ich gehen vor deinem Geiste?
Und wohin fliehen vor deinem Angesichte?
Stiege ich zum Himmel empor, so bist du da;
fliege ich in die Unterwelt hinab, so bist du da!
Erhöbe ich bei der Morgenröte meine Flügel
und ließe mich nieder am äußersten Ende des Meeres,
so wird auch dort deine Hand mich leiten
und deine Rechte mich lenken.
Und spräche ich: Vielleicht kann Finsternis mich decken,
so wird die Nacht mir Licht bei meiner Freude.
Denn vor dir ist die Finsternis nicht dunkel
und die Nacht hell wie der Tag;
wie ihre Finsternis, so ist sein Licht!
Denn du hast meine Nieren in deiner Gewalt;
du nahmst mich meiner von meiner Mutterleibe her an.
Ich preise dich, dass du so ehrfurchtgebietend bist;
deine Werke sind wunderbar und meine Seele erkennt dies wohl.
Mein Gebein war nicht verborgen vor dir,
das du im Verborgenen gebildet hast,
noch mein Wesen in der Erde tiefem Schoße.
Da ich noch unvollendet war, sahen mich deine Augen
und in dein Buch sind alle verzeichnet;
ihre Tage sind bestimmt,
ehe noch jemand in denselben da ist.
Aber bei mir sind deine Freunde, o Gott! hoch geehrt,
ihr Vorrang ist überaus mächtig geworden.
Wollte ich sie zählen, so sind ihrer mehr als der Sand;
stehe ich auf, so bin ich noch bei dir!
O dass du die Sünder töten wolltest, o Gott!
ihr Männer des Blutes, weichet von mir!
Denn ihr sagt bei euch: Deine Städte werden sie vergeblich gewinnen!
Sollte ich die nicht hassen, Herr! die dich hassen,
und über deine Feinde mich nicht härmen?
Mit vollstem Hasse hasse ich sie und als Feinde Gottes gelten sie mir.
Prüfe mich, o Gott! und erkenne mein Herz,
erforsche mich und erkenne meine Pfade
und siehe, ob ich auf bösem Wege bin,
und leite mich auf ewigem Wege!

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