Siehe, Herr! Du weißt alles!

Psalm 138

Herr, du erforschest mich und erkennst mich,
du kennst mein Sitzen und mein Aufstehen.
Du verstehst meine Gedanken von ferne,
du durchforschest meinen Pfad und meinen Anteil
und alle meine Wege siehst du voraus;
denn es ist kein Wort auf meiner Zunge.
Siehe, Herr! Du weißt alles, das Neue und das Alte;
du hast mich gebildet und deine Hand auf mich gelegt.
Allzu wunderbar ist dein Wissen für mich;
zu hoch ist es, ich vermag nicht es zu erreichen!
Wohin soll ich gehen vor deinem Geiste?
Und wohin fliehen vor deinem Angesichte?
Stiege ich zum Himmel empor, so bist du da;
fliege ich in die Unterwelt hinab, so bist du da!
Erhöbe ich bei der Morgenröte meine Flügel
und ließe mich nieder am äußersten Ende des Meeres,
so wird auch dort deine Hand mich leiten
und deine Rechte mich lenken.
Und spräche ich: Vielleicht kann Finsternis mich decken,
so wird die Nacht mir Licht bei meiner Freude.
Denn vor dir ist die Finsternis nicht dunkel
und die Nacht hell wie der Tag;
wie ihre Finsternis, so ist sein Licht!
Denn du hast meine Nieren in deiner Gewalt;
du nahmst mich meiner von meiner Mutterleibe her an.
Ich preise dich, dass du so ehrfurchtgebietend bist;
deine Werke sind wunderbar und meine Seele erkennt dies wohl.
Mein Gebein war nicht verborgen vor dir,
das du im Verborgenen gebildet hast,
noch mein Wesen in der Erde tiefem Schoße.
Da ich noch unvollendet war, sahen mich deine Augen
und in dein Buch sind alle verzeichnet;
ihre Tage sind bestimmt,
ehe noch jemand in denselben da ist.
Aber bei mir sind deine Freunde, o Gott! hoch geehrt,
ihr Vorrang ist überaus mächtig geworden.
Wollte ich sie zählen, so sind ihrer mehr als der Sand;
stehe ich auf, so bin ich noch bei dir!
O dass du die Sünder töten wolltest, o Gott!
ihr Männer des Blutes, weichet von mir!
Denn ihr sagt bei euch: Deine Städte werden sie vergeblich gewinnen!
Sollte ich die nicht hassen, Herr! die dich hassen,
und über deine Feinde mich nicht härmen?
Mit vollstem Hasse hasse ich sie und als Feinde Gottes gelten sie mir.
Prüfe mich, o Gott! und erkenne mein Herz,
erforsche mich und erkenne meine Pfade
und siehe, ob ich auf bösem Wege bin,
und leite mich auf ewigem Wege!

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