In diesen Zeiten: Geistliche Kommunion

Wegen der Ansteckung durch das Coronavirus sollten die Gläubigen, die an der klassischen Römischen Liturgie teilnehmen aufgefordert werden, nicht zur Kommunion zu gehen, und auf die alte Praxis der geistlichen Kommunion hingewiesen werden.

Das gilt auch für die Gläubigen, die an Messfeiern in der ordentlichen Form des römischen Ritus teilnehmen.

Für die Pastoral ist dies eine günstige Gelegenheit, in Predigt und Katechese den Sinn der geistlichen Kommunion in Erinnerung zu rufen.

Dr. Gero P. Weishaupt

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Das Nacht-wachen

Zu den härtesten Bußübungen, um den Leib der Seele zu unterwerfen, zählt ohne Zweifel das Nacht-wachen.

Es braucht eine kräftige Gesundheit und kluge Einschätzung der eigenen Kräfte. Wenn diese Übung die Standespflichten angreift, ist sie zu meiden.

Doch gehört das Nacht-wachen zum christlichen Leben. Die Osternacht, der Höhepunkt des liturgischen Jahres, ist ja eine Nachtwache. Das Nachtwachen wird auch in Sühnenächten und in der „Ewigen Anbetung“ geübt.

Das Nacht-wachen ist schon im Alten und im Neuen Testament von Gottes Wort empfohlen.

Beim Propheten Isaias (26,9) heißt es:
Meine Seele sehnt sich nach Dir in der Nacht; ja auch mit meinem Geiste wache ich in meinem Innern am frühen Morgen zu Dir.“

Der Psalmist (133,2) mahnt:
Erhebet des Nachts eure Hände zum Heiligtum und preiset den Herrn!

Du brauchst nicht etwa zu denken, der Psalmist rede vom abendlichen Gebet: er sagt anderswo ausdrücklich (118,62):
Ich stehe um Mitternacht auf, um Dich zu preisen Deiner gerechten Gebote wegen.

Das ist in der Heiligen Schrift deswegen niedergeschrieben worden, damit wir, die Nachfolger der heiligen Schriftsteller, durch diese Mahnungen und Beispiele aufgemuntert werden, auch das nächtliche Gebet fleißig zu üben.

Lukas berichtet vom Herrn:
Die ganze Nacht verbrachte er im Gebet mit Gott.

Das tat er nicht für sich, sondern für uns, damit wir sehen, was wir zu tun haben. Zur Zeit seines Leidens macht er dem Petrus einen Vorwurf (Matth. 26,40f):
So konntet ihr nicht einmal eine Stunde mit mir wachen?

Die übrigen Apostel aber mahnte er:
Wachet und betet, damit ihr nicht in Versuchung fallet!

So unterrichtet und gelehrt, haben die Apostel ebenfalls gewacht und diese Übung andern empfohlen. Petrus wurde in der Nacht im Gefängnis von einem Engel geweckt, der ihm das eiserne Tor öffnete, und dann kam er in das Haus, wo eine Menge von Christen versammelt war, nicht um zu schlafen, sondern um zu beten. In seinem ersten Brief (5,8) mahnt der Apostelfürst:
Seid nüchtern und wachsam!

Der hl. Paulus (1Kor 16,13) schreibt:
Seid wachsam, steht fest im Glauben!
Kurz, er mahnt, in der Nacht zu wachen und zu beten. Die Mönchsorden haben in ihren Regeln das (mitter-)nächtliche Gebet vorgeschrieben.

Durch das Nachtwachen wird das Fleisch abgetötet, werden die Laster niedergerungen, wird die Keuschheit befestigt. Gut ist zwar auch die Betrachtung bei Tag, und gut das Gebet, aber sehr wirksam ist die nächtliche Betrachtung. Während des Tages kommen die verschiedenen Bedürfnisse, zerstreuen die Geschäfte den Geist; vielerlei Sorge nimmt die Seele ein. Die Nacht aber ist still und ruhig und zum Gebet geschaffen, für die Wachenden geeignet, da sie den Menschen, frei von irdischen Beschäftigungen, und ganz gesammelt, vor Gottes Antlitz stellt. Erkennet also, daß das Nachtwachen Gott angenehm ist, um Segen zu erlangen.“ (Hl. Nicetius von Trier, De Vigiliis)

Um diese Früchte zu erlangen, muß man nicht nur mit dem Körper wachen, sondern auch dem Herzen nach, nicht mit dem Munde, sondern auch mit dem Herzen beten. Das Herz sei dem Teufel verschlossen und Gott geöffnet.

Mit dem Psalmisten (76,3) kann man dann freudig sagen:

Am Tage meiner Drangsal suche ich Gott, strecke meine Hand des Nachts nach ihm aus und täusche mich nicht.

Gut ist es, den Herrn zu preisen und Lob zu singen Deinem Namen, Du Höchster, am frühen Morgen Deine Barmherzigkeit zu verkünden und Deine Treue des Nachts.“ (Psalm 91,2)

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Die Fastenzeit

„Die Kirche weiß, dass der Mensch ohne Entsagung nicht bestehen und auf dem Wege des Guten bleiben kann. Deswegen hat sie ein regelmäßiges Opfergebot eingesetzt, nämlich das Fastengebot.

In Zeiten, in denen die Kirche weniger nachgiebig war als heute, hat das Fastengebot einen großen Umfang gehabt.

Da war zunächst einmal die große Fastenzeit von Aschermittwoch bis Karsamstag. Vierzig Tage lang durfte der Christ sich nur einmal täglich sättigen.

Zu der großen Fastenzeit kamen die vier kleinen Fastenzeiten, nämlich an den Quatembertagen. Viermal im Jahre waren der Mittwoch, der Freitag und der Samstag Fasttage.

Zu diesen beiden Zeiten kamen die Vigiltage. Fünf Tage, die als Vortage von großen Festen gehalten wurden, waren Fasttage. Vigil – Vortag – von Weihnachten, Ostern, Pfingsten, Maria Himmelfahrt und Allerheiligen.

Beim Fasten unterscheidet die Kirche zwei Arten, das Abbruchsfasten und das Enthaltungsfasten.

Das Enthaltungsfasten besteht darin, dass man auf Fleisch verzichtet, nicht weil das Fleisch böse ist, sondern weil wir die Enthaltung brauchen, um uns zu zögeln, um der Esslust eine Schranke zu setzen. Wer sich im Essen nicht beherrschen kann, der kann sich gewöhnlich auch auf anderen Gebieten nicht beherrschen.

Deswegen hat die Kirche das Freitagsgebot eingeführt, Freitag deswegen, weil dieser Tag der Sterbetag unseres Herrn ist. Wir sollen da nicht nur an sein Leiden denken, wir sollen auch sein Leiden üben, und das geschieht eben durch die Enthaltung von Fleisch.

Das ist ein wichtiges Kennzeichen des katholischen Christen.

Dazu kommt das Abbruchsfasten. Ich hatte eben die Zeiten genannt, die als Abbruchs-
Fastenzeiten galten. Sie sind eine Erinnerung.

Es ist fast unverständlich, dass die kirchlichen Autoritäten so nachgiebig sind, dass sie all diese gewichtigen und unerlasslichen Übungen haben fallen lassen.“

(Prälat Prof. Dr. Georg May)

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ASCHERMITTWOCH

Der Aschermittwoch bildet seit Gregor d. Gr. das Eingangstor in die hl. Fastenzeit, und heißt deshalb auch „in capile ieiunii“. Im 4. Jahrhundert begann mit dem heutigen Tage die kanonische Bußzeit für die öffentlichen Sünder, die mit der Lossprechung am Gründonnerstag ihren Abschluß fand.

Nach den Ritualien des 7. Jahrhunderts gingen die betreffenden Gläubigen zu den eigens dazu angestellten Priestern in die Titelkirchen und Patriarchalbasiliken, um ihnen ihre Sünden zu beichten. Waren die Sünden schwer und öffentlich, so überreichte der Beichtvater dem Beichtkinde ein rauhes, mit Asche bestreutes Bußkleid und wies es in ein Kloster — deren es damals gegen 100 in der Ewigen Stadt gab — um da die auferlegte Buße von vierzig Tagen — Quadragene — zu verrichten. Aus diesem Brauche entstand der später so genannte Ablaß von einer oder mehreren Quadragenen, wie er sich in den alten Ablaßbewilligungen findet.

Die heutige Auflegung der geweihten Asche am Beginn der Fastenzeit ist eine letzte Erinnerung an die kanonische Buße, die einst die öffentlichen Büßer auf sich nahmen. Im Altertum hatte man eine so hohe Auffassung von der Würde und Heiligkeit des Priester-tums, daß man die Diener des Heiligtums zu einer solchen Demütigung nicht zuließ. Erst als gegen das 11. Jahrhundert die öffentliche Buße außer Übung gekommen war, traten bei dieser Zeremonie an die Stelle der ehemaligen Büßer das römische Volk, der Klerus und sogar der Papst. Alle zogen barfuß, das Haupt mit Asche bestreut, zur Basilika der hl. Sabina. Im 9. Jahrhundert war die Auflegung der Asche noch ein Bußritus für sich und hatte keinerlei Beziehung zur eucharistischen Stationsfeier: Gegen die siebente Stunde beendete der Römer sein Tagewerk, badete dann in den Thermen und nahm die coena, die Hauptmahlzeit, ein.

Zu dieser Zeit versammelte sich nun das Volk mit dem Papst und Klerus an der Spitze in der Basilika St. Anastasia, das in der schmalen Senke zwischen Palatin und Aventin liegt, und zog von da unter dem flehentlichen Gesang der Litanei nach St. Sabina. Hier begann man sogleich mit dem eucharistischen Opfer, ohne einen Introitus vorauszuschicken, da dieser bereits in St. Anastasia gesungen war. Nach dem letzten Segensgebet und Entlassung durch den Diakon ging das Volk nach Hause. Das Fasten war zu Ende.

Im 12. Jahrhundert hatte dieser Ritus, wie der Ordo des Kanonikers Benedikt beweist, eine weitere Entfaltung erfahren: Der Papst streut zuerst in St. Anastasia den Gläubigen die Asche auf das Haupt, dann steigt die Prozession in Bußgewändern und barfuß den sanften Hügel des Aventin empor und feiert in St. Sabina das hl. Opfer.

Vor der Kommunion verkündet ein Regionarsubdiakon die Station des folgenden Tages: „Morgen ist die Statio bei St. Georg im Velabrum.
Darauf antworten die Anwesenden: „Deo gratias“.

War der Papst wegen dringender Geschäfte im Lateran zurückgehalten, so tauchte ein Akolyth nach der Feier etwas Baumwolle in das wohlriechende Öl der Lampen, die vor dem Altare der Stationskirche brannten, und begab sich damit in das Patriarchium. Vor den Papst geführt, sprach der Kleriker bescheiden: „Jube, domne, benedicere“, und reichte dann nach empfangenem Segen dem Papste die Baumwolle mit den Worten dar: „Heute war die Stationsfeier bei der hl. Sabina; sie grüßt dich.“ Der Papst küßte die Baumwolle und übergab sie darauf seinem cubicularius, damit man sie in sein Sterbekissen tue. So geschah es stets, wenn der Papst nicht zur Stationsfeier kam.

Alles weitere siehe:

ASCHERMITTWOCH bis 1. Fasten-SO

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Warum fasten Katholiken?

Morgen ist Aschermittwoch. Die Fastenzeit beginnt.

Pater Gerd Heumesser erklärt mit dem heiligen Thomas, warum Katholiken fasten:

Wer fastet, wird leicht ungeduldig und manchmal auch stolz, so sieht es wenigstens der hl. Gregor: „Häufig schleudert die Ungeduld die Enthaltsamen aus dem Schoß ihrer Ruhe.
Bisweilen werden sie von der Sünde des Stolzes ergriffen.

Wäre es also besser, nicht zu fasten, um so die Ungeduld und den Stolz zu umgehen?

Der heilige Thomas von Aquin löst diesen Einwand mit der schönen Bemerkung:
Diese Fehler entstehen nur aus dem Fasten, wenn dieses nicht auf die rechte und vernünftige Art und Weise geschieht. Denn die rechte Vernunft heißt uns fasten, wie es sein muss, nämlich mit Frohsinn (cum hilaritate mentis – mit Heiterkeit des Gemütes) und aus dem richtigen Beweggrund, das heißt zur Ehre Gottes und nicht, um sich selbst rühmen zu können.

In diesem Punkt darf man also nicht das Kind mit dem Bade ausschütten und das Fasten verwerfen, nur weil sich manchmal dabei Fehler einschleichen. Denn das rechte Fasten wirkt viel Gutes. Vor allem drei Wirkungen des Fastens betont der heilige Thomas:

Erstens unterdrückt und schwächt es die Reize und Neigungen des Fleisches. „Durch den Verzicht auf Speise und Trank wird die Fleischeslust schwächer.“

Zweitens wird der Geist freier, um sich zur Betrachtung der göttlichen Dinge zu erheben.

Drittens können wir durch das Fasten Sühne leisten für unsere Sünden.

Diese drei Wirkungen des Fastens hat jeder Mensch nötig. Bei allen regen sich, wenigstens hin und wieder, die Leidenschaften. Und wir alle sind Sünder und müssen Buße tun.

Die meisten Menschen brauchen ein solches Heilmittel, denn einerseits verfehlen wir uns alle in Vielem (Jak. 3,2), andererseits gelüstet das Fleisch wider den Geist (Gal. 5,17). Darum ist es angemessen, dass die Kirche ein Fasten festlegt, das von allen gemeinsam beobachtet wird.

Wenn wir es recht bedenken, müssten wir selbst dann fasten, wenn die Kirche uns nicht zum Fasten verpflichten würde: „Ein jeder ist schon vom Naturrecht aus (ex naturali ratione) gehalten, in solchem Maß zu fasten, wie es ihm nötig ist, um die genannten Zwecke des Fastens zu erreichen.“

Zur Zeit des hl. Thomas, war von der Kirche nicht nur der Aschermittwoch und der Karfreitag als Fasttag vorgeschrieben, sondern alle Wochentage der Fastenzeit. Es war nur eine einzige Mahlzeit am Tag erlaubt und diese wurde erst nachmittags um 15:00 Uhr eingenommen. Das Fasten war also unvergleichlich härter als heute. Und doch ist der hl. Thomas der Meinung, die Kirche verlange hier nichts, was über das Notwendige hinausgehen würde, sondern sie legt durch ihr Fastengebot nur im Einzelnen fest, was im Allgemeinen notwendig ist. Nicht nur wie, sondern auch wann gefastet werden soll, hat die Kirche festgelegt. Sie hat die Zeit vor Ostern für das Fasten ausgewählt und das aus gutem Grund.

Wie bereits gesagt, ist das Fasten dazu da, die Sündenschuld zu tilgen und die Seele zu den himmlischen Dingen zu erheben. Und darum ist das Fasten besonders zu der Zeit angesagt, zu der die Menschen sich von der Sünde reinigen und ihren Geist durch die Andacht zu Gott erheben müssen. Das ist besonders dringend vor dem Osterfest.

Denn in der Osternacht steht die Taufe im Mittelpunkt. Das Taufwasser wird feierlich geweiht. Wir werden an unsere eigene Taufe erinnert, durch sie wurde unsere Sündenschuld zum ersten Mal abgewaschen. Die beste Vorbereitung auf das Gedächtnis unserer eigenen Taufe ist darum das Fasten, das die Sündenschuld tilgt. Außerdem sollen wir an Ostern unsere Seele andächtig zur ewigen Herrlichkeit erheben, denn diese hat ihren Anfang im auferstandenen Herrn.

Auch auf einen geradezu modern anmutenden Einwand kommt der hl. Thomas zu sprechen: Ist es nicht der Freiheit der Gotteskinder entgegen, wenn man ihnen das Fasten vorschreibt? Und er antwortet: „Das [Fasten] ist nicht gegen die Freiheit des gläubigen Volkes, sondern viel mehr ist es nützlich, um die Knechtschaft der Sünde zu unterdrücken, denn diese widerstreitet der geistigen Freiheit.

Durch das Fasten des Leibes unterdrückst du die Sünde, erhebst du den Geist, spendest Tugendkraft und Lohn.“ (Präfation der Fastenzeit)

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Provokation am Rosenmontag: „Ich erschuf dich, damit du Priester wirst!“

Keiner weiß dies besser als Elvir Tabaković aus Kroatien. 1986 geboren hatte er im Alter von 25 bereits alles erreicht, wovon so mancher junge Mann nur träumen mag: Als mehrfach ausgezeichneter, bekannter und weltweit arbeitender Profifotograf sah er die ganze Welt, war erfolgreich und hatte viele Freunde. Er hatte alles Glück der Welt und war innerlich doch leer. Obwohl von einer frommen Mutter erzogen, wandte er sich bereits mit zwölf Jahren vom Glauben ab und wurde Atheist. Der Erfolg schien ihm recht zu geben. Er studierte Fotografie und arbeitete bereits während des Studiums so erfolgreich, dass er sein Studium an den Nagel hängte und sich ganz dem Beruf widmete. Als Fotograf reiste er in drei Jahren 240 000 Kilometer um die Welt, seine Auftraggeber waren Autohersteller, Automagazine und Sportveranstaltungen. Nebenbei betrieb er mehrere Extremsportarten und spielte in einer Punkrock-Band. Erst im Nachhinein wurde ihm bewusst, dass er bei all dem getrieben war von einer inneren Leere, auf der Flucht vor der Realität.

Durch eine Manifestation einer besessenen Seele, die er miterlebte, wurde er auf unmittelbare Weise mit der geistlichen Welt konfrontiert. Sein rein materialistisches Weltbild brach zusammen und er musste sich eingestehen, dass es Gott, den Teufel und ein Leben nach dem Tod gibt. Erst ein paar Monate später jedoch erhielt er während einer Marienwallfahrt die Gnade der Bekehrung durch die hl. Beichte. Von da an änderte er sein Leben radikal: möglichst tägliche hl. Messe und der tägliche Rosenkranz-Psalter gehörten nun zum Alltag. Er wollte ganz Gott gehören und seinen Willen tun. Nach einer hl. Kommunion vernahm er dann deutlich den Ruf Christi: „Ich erschuf dich, damit du ein Priester wirst.“ Er folgte diesem Ruf ebenso radikal, wie er sich bekehrt hatte, und trat bei den Augustiner Chorherren in Windesheim ein, wo er 2017 die ewigen Gelübde ablegte.

Windsheimer Regularkanoniker bei Papst Benedikt XVi. – 2.v.li Don Elvir

Don Elvir schreibt seine Bekehrung seinen zwei Müttern zu: Während all den Jahren betete seine irdische Mutter für seine Bekehrung. Sie hatte ihn nach der Geburt der Muttergottes geweiht. Bei seinem Eintritt sagte sie ihm, wie Monika damals zu Augustinus: „Nun kann ich sterben.“ Dazu kommt die Dankbarkeit gegenüber Unserer Lieben Frau, welche ihn über all die Jahre des Abfalls nicht aus den Augen ließ und behutsam zu Gott zurückführte. Don Elvir ist überzeugt: Da er die Kirche so hasste und ein solch überzeugter Atheist war, konnte nur eine besondere Gnade ihn zurück zu Gott führen. Insbesondere hat ihn die Vollkommene Andacht zu Maria nach dem hl. Ludwig geprägt.

„Unsere Liebe Frau ist so mächtig! Satan kann nicht einmal ihren Namen aussprechen. Er fürchtet sie so sehr.“ Der Regularkanoniker, der heute mit seinem Talent für die Fotografie mit Vorliebe Bilder der überlieferten Liturgie macht, hat eine Botschaft an die Jugend: „Das Leben der Heiligkeit, das Streben nach Heiligkeit, ist das einzig normale Leben … Gehe oft zur Beichte und bete den Rosenkranz! … Kümmere dich nicht so sehr darum, was die Menschen von dir denken, gehe nicht mit der Masse, das einzige, was zählt, ist was Gott von dir denkt. Du sollst nicht Teil des Mainstreams sein, sei ein Heiliger!“

Quelle: Militia Immaculatae

Wunderbare Fotos von
Fotos von Don Don Elvir Tabaković, Can. Reg.

HIER

Don Elvir Tabakovic Can.-Reg. – 24.10.2019 Pantheon, Rom

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QUINQUAGESIMA

Mit der heutigen Feier am Grabe des Apostelfürsten schließt die Vorbereitungszeit auf die „veneranda solemnitas ieiunii“ (ehrwürdige Fastenzeit). Voll Vertrauen dürfen wir nun, des Schutzes der hl. Laurentius, Petrus und Paulus sicher, am kommenden Sonntag die hl. Bußzeit in der Lateranbasilika beginnen. Nach orientalischem Vorbilde entsagten in alter Zeit eifrige Christen und Ordensfamilien schon in dieser Woche dem Fleischgenusse. Die hl. Kirche hat diesen Brauch teilweise zu dem ihrigen gemacht, indem sie den Beginn des Fastens auf den Aschermittwoch festgelegt hat.

… Unergründlich tief ist das Geheimnis des Kreuzes. So tief, daß selbst die Apostel nach dreijähriger Lehrzeit in der Schule des göttlichen Meisters es nicht erfaßten, weder heute beim Hinaufsteigen nach Jerusalem, noch beim letzten Abendmahle, als sie zu Bischöfen des Neuen Bundes geweiht wurden. Nur wenige Augenblicke später und „sie verließen ihn alle und flohen“. Jesus mußte allein seinen Todesgang nach Golgotha gehen. Wie tief muß sich eine Seele in das Geheimnis des göttlichen Gekreuzigten versenken, um nicht zu irren in einer so wichtigen Sache, auf die unser ganzes übernatürliches Leben hinzielen soll: Sühne durch das Leiden.

Das gregorianische Antiphonar hat nur für den Mittwoch und Freitag nach Quinquagesima eigene Gesänge, für den Donnerstag und Samstag müssen sie anderen Formularien entlehnt werden. Die Ausnahme für die beiden erstgenannten Tage hat vielleicht darin ihren Grund, daß seit dem 2. Jahrhundert in Rom und Afrika an allen Mittwochen und Freitagen des Jahres Stationsversammlungen stattfanden. Man hätte ganz leicht für die vier Fasttage vor Quadragesima die beiden Stationsmessen zugrunde legen können, ohne dadurch die Ordnung im Antiphonar merklich zu stören. Die Fastenzeit hatte ihre fest bestimmten Stationsmessen; für diese später hinzugefügten Fasttage aber, die rein privater Frömmigkeit entsprangen, hätten die beiden althergebrachten Messen wohl genügt, die seit apostolischer Zeit das wöchentliche Fasten des Mittwochs und Freitags weihten.

(Stationskirche: St. Peter)

(Ildefons Schuster in Liber Sacramentorum)

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