Heiliger Josef – 19. März

Sei gegrüßt, Heiliger Josef.
Dich verehre ich voll kindlichem Vertrauen,
der du all deine Gedanken und Sorgen dahin gerichtet hast,
Jesus und Maria zu ernähren und zu beschützen
und das Hauswesen aufs beste zu führen.
Keine Arbeit und Mühe hast du gescheut,
deine Kraft Tag und Nacht für Jesus und Maria einzusetzen.
Daher bitte ich dich, Heiliger Josef,
wende mir dein väterliches Herz zu
und komm mir in meinem Anliegen zu Hilfe.
Erhöre mein Flehen
und lass mich deiner Fürsprache teilhaftig werden,
soweit der Wille Gottes darin erfüllt wird,
dem ich mich vorbehaltlos unterwerfe.
Amen.

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Wer war Josef von Nazaret?

Josef war ein Mensch,
der etliche Jahre seines Lebens verbrachte, ohne zu wissen,
dass Gott für die Verwirklichung seiner Pläne mit ihm rechnete..

Er lebte ganz normal, wuchs mitten in einer ganz normalen Familie auf, verkehrte mit Freunden und Verwandten, lernte einen Beruf, war froh im Leben und hatte, wie jeder normale junge Mann Zukunftspläne. Und als es für ihn an der Zeit war, sich nach einer schönen Frau umzuschauen, verliebte er sich in Maria, war glücklich und träumte wie jeder Verliebte von der Liebe zueinander. Er war ein „prächtiger Kerl“, wie man heute sagen würde, kam bei den Menschen gut an, war friedlich und gut gelaunt, hatte mit niemandem Streit, war gütig, war – wie sein Leben später zeigen wird – flexibel und besaß einen wachen Verstand. Er lebte in Freude und Einfachheit des Herzens, genoss alle persönlichen Vorzüge, über die er verfügte, machte sich aber keine tiefer gehenden Gedanken darüber, warum ihm alles glückte.

Josef war mit sich, mit Gott und mit der Welt zufrieden.

Dass er eine Aufgabe von Gott erhalten sollte, das ging ihm nicht einmal durch den Kopf, ebenso wenig, dass seine Eigenschaften sowie die Umstände seines Lebens in Zusammenhang mit einer konkreten Berufung Gottes stehen könnten. Also: Dass Gott an ihn seit der Grundlegung der Welt gedacht und ihm eine Aufgabe in seinem Plan zur Erlösung der Welt zugedacht hatte, davon wusste Josef nichts und ahnte auch nichts davon. Die Zeit ging ins Land; Josef lebte ganz normal, erfüllte seine Pflichten, arbeitete, träumte. Er war auch sicher fromm und erfüllte seine religiösen Pflichten, betete und glaubte an  den Gott Israels. Er war ein rechtschaffener Mensch und mit Gott und der Welt im Einklang. Das war seine Welt.

Von Gott her gesehen stand seine Person in einem größeren Licht.

Von Gott her war Josef der Mann, der Jesus als Vater dienen sollte. Eine fürwahr enorm große Aufgabe! Nur – er wusste das nicht! Irgendwann aber erfuhr er es. Und dann kam für ihn seine Stunde: die Stunde der Annahme oder der Ablehnung seiner Berufung. Josef hätte „Nein“ sagen können. Er war frei. Darum ist seine Entscheidung für Gott so wertvoll. Wir wissen, wie er zu einer positiven Entscheidung gekommen ist. Als er die Schwangerschaft Marias bemerkte, wollte er sich zurückziehen und seine Frau in aller Stille entlassen. Er hat also eine Krise durchgemacht und sie mit Gottes Hilfe überstanden.

Josef lebte lange Zeit lebte, ohne zu wissen, dass er von Gott berufen worden war.

[…] dass er aber eine konkrete Aufgabe von Gott erhalten würde, das wusste er nicht, bis ein Engel Gottes ihm dies im Traum klar machte. In diesem Sinn ist Josef ein Leuchtturm gerade für die Christen unserer Zeit, für uns, die wir im 21. Jahrhundert leben. Denn die meisten Christen heute wissen noch nicht, dass sie von Gott berufen worden sind […].

(vgl. Cesar Martinez. Josef, zu Großem berufen)

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Jesus+Maria+Josef

Jesus, Maria, Josef!
Euch schenke ich mein Herz und meine Seele!
Jesus, Maria, Josef!
Steht mir bei im letzten Streite!
Jesus, Maria, Josef!
Laßt meine Seele mit Euch
in Frieden scheiden!
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Heiliger Josef,
treuer Nährvater Jesu,
keuscher Bräutigam der reinsten Jungfrau
und mächtiger Beschützer der heiligen Kirche!
Sei auch mein Beschützer
Und erflehe mir die Gnade:
Jesus und Maria in Einfalt und Reinheit zu dienen
und in Euren Armen selig zu sterben!
Amen.

Heiliger Josef – Um eine gute Sterbestunde

O heiliger Josef,
du hochbegnadigter Pflegevater
unseres Herrn Jesus Christus
und Bräutigam der allerheiligsten Jungfrau Maria!
Dein ganzes Leben war heilig und gerecht,
und darum störte in dem Augenblick deines Hinscheidens
keine Furcht deine Sehnsucht nach dem Himmel.
O heiliger Josef,
du besonderer Schutzpatron der Sterbenden,
laß dir unsere letzte Stunde anempfohlen sein!
Wenn unsere Seele aus dieser Welt scheiden soll,
dann erflehe uns mit unserer Mutter Maria,
deiner heiligen Braut,
die Gnade deines göttlichen Sohnes,
damit wir in festem Glauben,
unerschütterlicher Hoffnung
und inbrünstiger Liebe
die Versuchungen
des bösen Feindes überwinden
und nach würdigem Empfang
des allerheiligsten Altarsakramentes
ruhig und zuversichtlich
unsere Seele
in die Hände deines göttlichen Sohnes
empfehlen können.
Amen.

Heiliger Josef – Für die Kirche

Ave Maria …

Zu dir, heiliger Josef,
fliehen wir in unserer Not.
Nachdem wir deine heilige Braut um Hilfe angerufen haben,
bitten wir vertrauensvoll auch um deinen Schutz.
Um der Liebe willen, die dich mit der
unbefleckten Jungfrau und Gottesgebärerin verbunden hat,
um der väterlichen Liebe willen,
mit der du das Jesuskind umarmt hast,
bitten wir dich flehentlich:
Sieh gnädig auf das teure Erbe, das Jesus Christus
mit Seinem Blute erworben hat,
und komm unserer Not
mit deiner mächtigen Fürbitte zu Hilfe.

Fürsorglicher Beschützer der heiligen Familie,
wache über die auserwählte Nachkommenschaft Jesu Christi.
Halte fern von uns, liebreicher Vater,
jede Ansteckung des Irrtums und der Verderbnis.
Starker Beschützer,
steh uns vom Himmel aus gnädig bei im Kampfe
mit den Mächten der Finsternis.
Und wie du ehedem das Jesuskind
aus der höchsten Lebensgefahr errettet hast,
so verteidige jetzt die heilige Kirche
gegen die Nachstellungen ihrer Feinde
und gegen jegliche Widerwärtigkeit.
Nimm uns alle unter deinen beständigen Schutz,
damit wir nach deinem Beispiel und mit deiner Hilfe
heilig leben,
selig sterben
und die ewige Seligkeit
im Himmel erlangen.
Amen.

Heiliger Josef – du Schützer der reinsten Jungfrau Maria

Heiliger Josef,
die Allerheiligste Dreifaltigkeit hat dir
die liebste Tochter des himmlischen Vaters,
die geliebte Mutter des menschgewordenen Sohnes,
die auserkorene Braut des Heiligen Geistes
als makellose Braut und Gemahlin übergeben.
Du hast Marias Tugend
vor jedem Schein des Verdachtes bewahrt,
hast Freud und Leid mit der Mutter des Erlösers geteilt,
bist durch den Umgang mit der Jungfrau der Jungfrauen
und ihrem reinsten Kinde
immer mehr in Reinheit und Liebe gewachsen:
Nimm dich auch unser an!
Wache über uns,
daß wir die Gefahren der Reinheit sorgfältig meiden,
in den Versuchungen standhaft kämpfen
und nach deinem Beispiel
von Tag zu Tag in der heiligen Reinheit wachsen.
Sei uns Vorbild und Schützer zugleich.
Amen.

Heiliger Josef – du Mann nach dem Herzen Jesu

Gott hat auf dich geschaut
von Ewigkeit und dich erwählt zu großem Werk,
Er hat auf dich gebaut, du hast Ihn nicht enttäuscht;
Er gab dir großen Auftrag, du hast gehandelt nach Seinem Wunsch,
du wahrer Mann Gottes.
Schweigend gingst du deine Wege, treu in tiefster Seele,
suchtest nichts als Gott und tatest deine Pflicht.
Nicht viel hast du gesagt, aber viel gewirkt und viel gelitten
und Unbegreifliches charakterfest und seelengroß getragen.
Du hast gebetet, innerlich gelebt, mit Gott vereint.
Sein Wille war Gesetz, dem du dich fügtest.
Schwer war dein Weg, aber reich und glücklich war dein Leben.
Hilf auch uns,
ein innerliches Leben führen,
den Willen Gottes treu erfüllen
und mit Jesus vereint bleiben;
lehre uns beten
wie du beten konntest
und segne unser ganzes Leben,
damit wir treue Diener Gottes werden
nach Seinem Herzen.
Amen.

Heiliger Josef

Sei gegrüßt, Heiliger Josef.
Dich verehre ich voll kindlichem Vertrauen,
der du all deine Gedanken und Sorgen dahin gerichtet hast,
Jesus und Maria zu ernähren und zu beschützen
und das Hauswesen aufs beste zu führen.
Keine Arbeit und Mühe hast du gescheut,
deine Kraft Tag und Nacht für Jesus und Maria einzusetzen.
Daher bitte ich dich, Heiliger Josef,
wende mir dein väterliches Herz zu
und komm mir in meinem Anliegen zu Hilfe.
Erhöre mein Flehen
und lass mich deiner Fürsprache teilhaftig werden,
soweit der Wille Gottes darin erfüllt wird,
dem ich mich vorbehaltlos unterwerfe.
Amen.

Die Bedeutung der Verehrung des heiligen Joseph (19/19)

Schweigen und Beten prägen das Leben des Gerechten von Nazareth, sein Schweigen ist der Hintergrund seines Betens, es ist der sprechende Ausdruck seines inneren Lebens. Beten kann nur der, der auch zu schweigen versteht und der gelernt hat, im Schweigen zu hören. Es ist bezeichnend, dass uns die Evangelium kein einziges Wort aus dem Munde des heiligen Joseph überliefern. Der heilige Joseph schweigt aus Ehrfurcht vor dem Geheimnis Gottes in unerschütterlichem Vertrauen. In seinem Schweigen bezeugt er die Unbegreiflichkeit Gottes und die Unbegreiflichkeit seiner Verfügungen134. Daraus erwuchsen ihm seelische Stärke und Weisheit. In seiner Weisheit versteht er zu unterscheiden. Viermal ist von ihm in den Evangelien die Rede und jedesmal geht es um die „discretio“, um die „discretio spirituum“, um die Unterscheidung der Geister.

Der Gerechte hat die Arbeit geheiligt, die ein entscheidendes Element der „conditio humana“ ist. Damit wird aufs Neue die fundamentale Bedeutung des heiligen Joseph deutlich, sofern er den Chor der „Ecclesia triumphans“ anführt. Johannes Paul II. betont, der heilige Joseph habe die menschliche Arbeit dem Geheimnis der Erlösung nähergebracht, weil er sein Werk zusammen mit Jesus vollbracht habe135, so sei die Arbeit zu einem Werkzeug der Erlösung geworden136. Der heilige Joseph wird endlich als der Heilige eines guten Todes verehrt. Was ist bedeutsamer für unser Leben als ein guter Tod? Von ihm hängt letztlich die ganze Ewigkeit ab. John Henry Newman (+1890) erklärt in einer Predigt: „Es wird fürwahr beseligend sein, wenn Jesus, Joseph und Maria dann bei euch sind und bereitstehen“. Und er fährt fort: „Sind sie gegenwärtig, dann ist alles da: Engel sind da, die Heiligen sind da, der Himmel ist da, der Himmel hat bereits in euch begonnen, und der Teufel hat keinen Anteil an euch“137. An anderer Stelle bemerkt er, wiederum in einer Predigt: “ … und wenn er (der heilige Joseph) der Heilige eines guten Todes ist, so deshalb, weil er in den Armen Jesu und Mariens starb”138. Gerade unter diesem Aspekt hat Newman den heiligen Joseph mit großer Innigkeit verehrt, zu Recht139.

Wenn, wie Leo XIII. in der Enzyklika „Quamquam pluries“ vom 15. August 1889 feststellt, kein Heiliger der einzigartigen Würde der Gottesmutter so nahe kommt wie der heilige Joseph140, dann überragt dieser nächst der Mutter Jesu alle Heiligen in der Geschichte der Offenbarung und in der Geschichte der Kirche, dann ist die Josephsverehrung zwar der Marienverehrung nachgeordnet, aber der Verehrung aller anderen Heiligen der Kirche vorgeordnet.

Solche Zusammenhänge muss der Heiligenkult der Kirche berücksichtigen. Seine Wirklichkeit muss immer wieder an der Norm des Glaubens der Kirche gemessen werden und von daher die entsprechende Korrektur erfahren. Der „cultus duliae“, der dem „cultus latriae“ zur Seite tritt in der Kirche, ergänzend und konkretisierend, freilich in einer fundamentalen qualitativen Differenz, ist demgemäß strukturiert, idealiter, durch den „cultus hyperduliae“, der der zweiten Eva, der Mutter der Kirche, der Königin aller Heiligen, zukommt, und durch den „cultus protoduliae“, der dem heiligen Joseph zukommt, der durch das Band der Ehe mit Maria verbunden ist und durch die gesetzliche Vaterschaft mit dem Sohn Mariens, der so dem zentralen Geschehen der Heils- und Erlösungsordnung näher steht als alle anderen Heiligen.

Der Kult der Kirche ist die Frucht des Glaubens und seine Konkretion. Der Glaube ist der Maßstab dieses Kultes. Die altchristliche Formel „legem credendi lex statuat supplicandi“ gilt deshalb, weil ihr die Umkehr der Formel zugrunde liegt, und zwar normativ, „legem supplicandi lex statuat credendi“141. Wenn die Mutter Jesu und sein Nähr- und Pflegevater die anderen Heiligen an Heiligkeit überragen, auf verschiedenen Ebenen, und wenn folglich die Marienverehrung und die Josephsverehrung dem Kult der anderen Heiligen vorgeordnet ist, wiederum auf verschiedenen Ebenen, dann ist auch die Vorbildfunktion dieser beiden Heiligengestalten im Hinblick auf das christliche Leben grundlegend und normativ, dann ist endlich auch ihr fürbittendes Gebet, selbstverständlich auf verschiedenen Ebenen, von hervorragender Dignität in Relation zu den anderen Heiligen.

134-Werner Schmid, Josef Seeanner (Anm. 56), 21-23.
135-Redemptoris custos, Nr. 22.
136-Johannes Paul II., Ansprache am 19. März 1992 in Castellamare, in: Der Apostolische Stuhl. Ansprachen, Predigten und Botschaften des Papstes, Erklärungen der Kongregationen. Vollständige Dokumentation, Köln 1992, 305.
137-John Henry Newman, Predigten. Gesamtausgabe, Bd. 11, Stuttgart 1964, 155.
138-Ders., Predigten. Gesamtausgabe, Bd. 10, Stuttgart 1961, 57.
139-Vgl. etwa John Henry Newmann, Betrachtungen und Gebete (Anm. 58), 85 f.
140-Siehe oben Anm. 102.
141-Denzinger – Schönmetzer, Nr. 246.

(Joseph Schumacher: Die Bedeutung der Verehrung des heiligen Joseph im Kontext der Heiligenverehrung der Kirche)

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Der hier in 19 Abschnitten veröffentlichte Vortrag von Prof. Joseph Schumacher trug den Titel: „Die Bedeutung der Verehrung des heiligen Joseph im Kontext der Heiligenverehrung der Kirche“. Dieser Vortrag wurde auf dem Internationalen Symposion (San Salvador vom 16. – 23. September 2001) über den heiligen Joseph, über die Apostolische Exhorte von Papst Johannes Paul II. „Redemptoris custos“, vorgetragen.
Quelle – www.theologie-heute.de

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