Indianer Ksistaki Poka wird Pater John J. Brown

Der Schwarzfuß-Indianer Ksistaki Poka wurde 1948 Priester. Als Pater John J. Brown war er das erste Mitglied des Stammes der Blackfoot-Indianer, der zum Priester geweiht wurde.

Das nachstehende Foto entstand kurz nach der Priesterweihe. Ob es sich um den Primizsegen handelt, ist nicht überliefert. Man erkennt den Häuptling und andere Älteste seines Stammes. Die Originalunterschrift vom 21.06.1948 lautet :

„Missoula, MT [Montana, USA]: Pater John J. Brown, erster vollblütiger Blackfoot-Indianer, der Priester der römisch-katholischen Kirche wurde, erteilt den Segen an (von links nach rechts) Joe Woodcock, Chief Paul Charlo und Pete Beaverhead in der historischen St. Ignatius Mission.“

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Und verwechseln Sie niemals Liebe mit Sentimentalität …

Mutter Thekla, ehemalige Äbtissin eines orthodoxen Klosters, starb am 7. August 2011 im Alter von 93 Jahren. Sie war die letzte überlebende Nonne eines Klosters in North Yorkshire (Orthodox Monastery of the Assumption Normanby), das heute nicht mehr existiert. Mutter Thekla schrieb den folgenden, mit Humor gespickten Brief „an eine(n) neuen Konvertit-en(-in)“ im Jahr 2009, als sie 91 Jahre alt war.

Liebe(r) xxx,
ich habe gehört, dass Sie auf dem Weg sind, orthodox zu werden. Ich weiß nichts über Sie, außer der Tatsache, dass Sie Engländer(in) sind.

Bevor wir weitermachen, sollte ich noch einen Punkt klarstellen. Man hat mir nicht gesagt, warum Sie konvertieren wollen, aber ich versichere Ihnen, dass es überhaupt keinen Sinn hat, wenn es aus negativen Gründen geschieht. Sie werden in der Orthodoxie genauso viel „Falsches“ (wenn nicht mehr) finden wie in der anglikanischen oder römischen Kirche.

Der erste Punkt ist also: Sind Sie bereit, sich mit Lügen, Heuchelei, dem Bösen und allem anderen auseinanderzusetzen, und zwar in der Orthodoxie genauso wie in jeder anderen Religion oder Konfession?
Erwarten Sie eine Art irdisches Paradies mit viel Weihrauch und der richtigen Musik?
Erwarten Sie, dass Sie direkt in den Himmel kommen, wenn Sie sich dich langsam, pompös und in der richtigen Form von der richtigen Seite bekreuzigen?
Haben Sie ein Kochbuch mit allen authentischen russischen Rezepten für die Osterfeierlichkeiten?
Sind Sie ein Experte darin, sich bei jeder möglichen oder unpassenden Gelegenheit dreimal zu küssen?
Können Sie sich elegant niederwerfen, ohne dass alles Mögliche aus deinen Taschen fallen zu lassen?

ODER …

Haben Sie die Evangelien gelesen?
Haben Sie dem gekreuzigten Christus gegenübergestanden?
Haben Sie im Geiste am letzten Abendmahl teilgenommen – Verstehen Sie die Bedeutung des Heiligen Abendmahls?

UND …

Sind Sie bereit, in aller Demut zu verstehen, dass Sie in diesem Leben nichts über den Glauben hinaus wissen werden; dass Glaube bedeutet, die Wahrheit ohne Beweise zu akzeptieren. Glaube und Wissen sind der ultimative Widerspruch – und das ultimative Aufgehen ineinander. Gelebte Orthodoxie basiert auf dem Paradox, das sich im Gottesdienst fortsetzt – privat oder öffentlich.

Wir wissen, weil wir glauben, und wir glauben, weil wir wissen.

Sind Sie vor allem bereit, alle Dinge als von Gott kommend zu akzeptieren? Wenn wir immer „glücklich“ sein sollen, warum dann die Kreuzigung Jesu?

Sind Sie bereit, bei allem, was passiert, zu glauben, dass es irgendwo, irgendwie einen Sinn haben muss? Das bedeutet nicht passives Ertragen, sondern ständige Wachsamkeit, Hören auf das, was verlangt wird, und vor allem Liebe. Arm, alt, krank, bis zum letzten Atemzug, – wir können lieben. Nicht den sentimentalen Unsinn, der so oft mit Liebe verwechselt wird, sondern die Liebe des Opfers – die innere Kreuzigung von Gier, Neid und Stolz.

Und verwechseln Sie niemals Liebe mit Sentimentalität.
Und verwechseln Sie niemals Anbetung mit Affektiertheit.

Seien Sie demütig – lieben Sie, auch wenn es schwierig ist. Keine sentimentale so genannte Liebe. – Und behandeln Sie den Gottesdienst nicht als Theateraufführung!

Ich hoffe, dass diese Zeilen etwas Sinn machen …
Mit meinen besten Wünschen,
Mutter TheklaIch

Quelle

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Was ist keuscher als die Liebe?

„Es ist unmöglich, dass ein Mensch zur Gnade gelangt, wenn er nicht die Fleischesart von sich tut. Unter allen Tugenden würde ich der heiligen Keuschheit den ersten Platz einräumen.“ – sagte Bruder Ägidius

Ein Bruder stellte die Frage:
„Ist die Liebe nicht
eine größere Tugend als die Keuschheit?“

Darauf Bruder Ägidius:
„Und was ist keuscher als die Liebe?“

So fragte ein Bruder:
„Was nennst du Keuschheit?“

Die Antwort von Bruder Ägidius:
„Keuschheit nenne ich es, alle Sinne für die Gnade Gottes zu bewahren.“

„O Herrin Keuschheit, du bist so zart und gut,
dass Toren dich nicht finden noch besitzen können.“

(Dienst am Glauben 3, 2014)

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Tage der Priesterweihen

Beten wir! – für die Priester und um heilige Priester!

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Das Priestertum
ist nicht einfach nur „Amt“,
sondern Sakrament:
Gott bedient sich
eines armseligen Menschen,
um durch ihn
für die Menschen da zu sein
und zu handeln.
Diese Kühnheit Gottes,
der sich Menschen anvertraut,
Menschen zutraut,
für ihn handeln und da zu sein,
obwohl Er
unsere Schwächen kennt
– diese Kühnheit
ist das wirklich Große,
das sich im Wort
„Priestertum“
verbirgt.

(Papst Benedikt XVI. am 11. Juni 2010, zum Abschluss des Priesterjahres)

Das Kreuz tragend
dem Kreuz folgen!

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Dein Platz, Johannes!

Du stehst am Platz, den Gott dir gab!

Du stehst am Platz, den Gott dir gab,
dem Platz, den er dir zugedacht;
nur dort bleibt er dein Schild und Stab,
dort gibt er Frucht, dort wirkt er Macht.
Will er dich segnen, sucht er dich
nicht in der ganzen weiten Welt;
Er sucht dich nur an deinem Platz
dem Platz, wo er dich hingestellt.

Nimm täglich ihn aus Gottes Hand,
den Platz, den seine Liebe gab;
was sich an eignen Plänen fand
bei dir noch: senk´s in Christi Grab!
Soll er begegnen dir im Sieg,
soll er erhören dein Gebet,
er tut´s nur, wo sein Streiter treu
auf dem gewies´nen Posten steht.

Was du versäumst an deinem Platz,
auch wenn es niemand ahnt und sieht,
das bringt um einen Segenschatz,
vielleicht ein Gott geliebtes Glied.
Bedenk´s den Platz, den Gott dir geb,
kann niemand füllen als nur du;
es ist nich gleich ob du dort stehst,
denn gradedich braucht er dazu.

Sieh, wenn er kommt, sucht er auch dich
nicht in der ganzen weiten Welt;
Er sucht dich dort nur sicherlich,
wohin er selber dich gestellt.
Und dann, o selger Freudentag,
wenn er an deinem Platz dich fand,
versetzt er dich, gibt dir den Platz
auf einem Thron im Heimatland.

Hedwig von Redern (1866 – 1935)

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Was singt die Emanze?

Können Sie sich vorstellen, dass eine Sängerin, die eine mühelose „Königin der Nacht“ singt, die männlichen Sänger um ihre Rollen beneidet und lieber den „Sarastro“ singen würde? Ich war nicht lange, aber lange genug an der Oper, um das für absurd zu halten. Für den Sänger unserer christlich-abendländischen Kultur, der weder elektronisch verstärkt noch frisiert wird, sondern ehrliche Leistung bietet, gilt spätestens seit Orpheus und der Antike die Wahrheit der Natur.

Er ist sich – mit oder ohne Studium – seiner allgemein menschlichen und musischen Natur voll bewusst und verfügt über einen voll aufgeschlossenen Gesangsorganismus. Sein elementares Singen gibt ihm und seinen Zuhörern leibseelische Erfüllung. Umso erstaunlicher ist es, dass der weibliche Typus dieser urtümlich-vitalen Spezies es sich in unserer wissenschaftlich aufgeklärten Zeit immer noch gefallen lässt, sich seine Arien von Männern schreiben bzw. vorschreiben zu lassen. Noch nie stellte eine Sängerin gesellschaftliche Forderungen zum Ausgleich dieser jahrhundertelangen frauen-verachtenden Bevormundung durch den Mann. Lebt sie noch auf dem Mond? Jeder Mensch, nicht nur der Mann, hat in seiner Kehle ein „vollkommenes Instrument“, dessen einzige Bestimmung es ist, sich melodisch zu äußern.

Kennen Sie singende Menschen? Wenn ja, sind das eher mäkelig-kritische Leute? Gibt es feministische Chöre, die melodische Lieder singen und im Kirchenchor mehrstimmig dahinschmelzen, wenn die schönen Terzen, die so schön zu Herzen gehen, sie so schön zu Tränen rühren?

Was singt die Emanze? Singt sie auch beim Duschen oder in der Badewanne? Singt sie melodisch – oder rappt sie nur? Fühlen Sie sich bei ihr von Mensch zu Mensch, oder tritt sie als Abgeordnete der sozial beschleunigten Bildungselite auf, die über das Haar in der Suppe diskutiert und alles weiß, weil sie alles gelesen hat? Kann sie über sich selber lachen?

Durch die Brille meiner Erfahrungen beobachte ich so manche unzufriedene Frau in unserer katholischen Kirche, in der „man“ sich als Frau benachteiligt fühlt. Was genau fehlt ihr eigentlich? Hat sie etwas verloren oder hat ihr jemand widerrechtlich etwas genommen, was sie seit Geburt hatte und nun lebenslang beklagen muss? Wie kann die Rolle des männlichen Priesters einer Frau ersetzen, was sie nicht vermissen kann, weil sie es nie hatte? Warum orientiert sie sich überhaupt am Mann? Und wieso fühlt sie sich von anderen ungerecht behandelt, wenn sie von Anfang an ungerecht gegen sich selbst ist, indem sie sich am Mann misst, statt sich mit einigem Gottvertrauen ihre genetisch vorgegebene weibliche Entwicklung zu gönnen?

Keine Sportlerin würde sich am Mann messen, um anhand dieser Daten zu klagen, dass sie keinen Preis erzielt. Warum verdrängt die unzufriedene Frau die Unterschiede der Geschlechter und neidet dem Mann seinen natürlichen „Vorteil“, um ihn widernatürlich zu begehren? Mit ihrer suggestiven Erwartung: „Sorge Du dafür, dass ich mich wohlfühle!“ überträgt sie ihm die Verantwortung für sich selbst und gibt ihm rückwirkend noch die Schuld an ihrer Unzufriedenheit dazu. In einer Ehe bedeutet das den Verlust des Paradieses mit Umzug in den Teufelskreis gegenseitiger Vorwürfe, in dem die Frau fordert und der Mann sich für sie abstrampelt und als Versager fühlt, bis sich beide ihren Ansprüchen nicht mehr genügen.

In der Kirche könnte die Frau immerhin auf die Idee kommen, aus eigenen Kräften ein ergänzendes weibliches Amt zu entwickeln und dies dem Papst vorzuschlagen, wenn sie meint, auch der Mann habe sich sein Priesteramt mit Gottes Hilfe selbst geschaffen. Oder noch einfacher: Warum wählt sie nicht eine Konfession, die ihr problemlos gibt, was sie verlangt? Muss eine Jahrtausende alte Kultur einen Kniefall vor der Schattenpflanze des Ewig-Weiblichen zelebrieren, damit diese im Licht der Erkenntnis zu blühen beginnt?

Solange die Frau dem Mann seinen „Vorteil“ neidet und ihn anklagt, statt anzuerkennen und davon zu profitieren, wird sie ihn im übertragenen Sinne „kastrieren“ wollen und dabei selber eine „zu kurz gekommene“ bzw. seelisch unterentwickelte Frau bleiben. Sie kann gar nicht anders. Denn Neid ist die blinde = unbewusste Apophis-Schlange, die dem göttlichen Licht seinen Glanz missgönnt, um selber zu glänzen. Sie umarmt, um zu verschlingen … Es ist schwer, einem Menschen alles recht zu machen, der unter sich selber leidet. Das ist wie im Märchen vom Fischer und seiner Frau: „Mantje, mantje, timpete, buttje, buttje, in der See …“ Keiner wird dabei glücklich.

Unsere Erde hat zwei Pole. Dazwischen gibt es viele Übergänge, wie es auch zwischen den Gattungen der Singstimme und den Geschlechtern Übergänge gibt. Aber die Polarität an sich dürfen wir nicht schmelzen. Sie trägt nicht nur unsere Erde, sondern auch unsere Geisteswelt. Nach allem, was wir schon aufgetaut haben, sodass wir auf manchen Gebieten nur noch schwimmen können, sollten wir die Polarität männlich-weiblich als richtungsweisend stehen lassen: Eine kulturfähig potente Männerstimme wird niemals eine glaubwürdige „Königin der Nacht“ singen, auch wenn der Mann endlos falsettieren und wie der schönste Gockel krähen kann. Die in und um uns lebende Natur zeigt uns nicht nur unsere Grenzen, sondern ist wichtigste Voraussetzung für eine gesunde Denkweise und Kultur.

Gott schuf den Menschen nicht als Hermaphroditen, sondern ab Mann und Frau (Gen 1,27). Ihre Leben schaffende Einheit lebt, solange wir auf dem Boden dieser Erde stehen, vom Unterschied, von der Polarität. Wem dient es, wenn wir den göttlichen Eros durch eine wissenschaftlich aufgeblasene Dekadenz ersetzen? Dient diese Verachtung unserer Natur der Erhaltung unseres Planeten?

(Lucia Tentrop: „Welche Lieder singen die Emanzen“ in THEOLOGISCHES Jg. 52, Nr. 03/04, 2022)

Die Erlaubnis zur Übernahme des Artikels wurde von der Autorin erteilt, wofür wir uns herzlich bedanken! – http://www.lucia-tentrop.de/

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„Sie haben Schweigepflicht – ein Gelübde?“

„Nein“, sagte der Mönch, „über meinen Glauben kann ich Ihnen nichts sagen, ich gehöre einem schweigsamen Orden an.“

„Sie haben Schweigepflicht – ein Gelübde?“

„Ich habe keine anderen Pflichten, als die man sich selbst auferlegt dadurch, dass man in den Orden eintritt.“

„Welche sind das?“

„Sie fragen viel – es sind keine, die ich Ihnen mit Worten begreiflich machen könnte. Ich bin zur Schweigsamkeit nur so weit verpflichtet wie ein Stummer. Es ist mir nicht verboten zu reden. Ich verbiete es mir auch nicht selbst. Alle Pflichten in dem Orden, dem ich angehöre, sind ohne Gelübde, weil sie sich eben von selbst verstehen.“

„Das verstehe ich nicht.“

„Ich habe Ihnen ja das Gleichnis vom Stummen erzählt, obwohl auch Gleichnisse meist nur mit anderen Worten sagen, was nicht mitteilbar ist. Es handelt sich um einen Stummen, der, sagen wir, reden kann wie alle anderen. Aber er kann nicht anders reden als alle anderen. Um über meinen Glauben mit anderen reden zu können, müsste ich aber anders reden als die anderen, weil mein Glaube ein anderer Glaube ist. Und wollte ich das versuchen, würden sie mich ja nicht verstehen. Ich wiederum verstehe Sie nicht: Sie stellen Fragen, Sie fragen immer weiter. Eine antwortende Stimme, falls es eine solche gäbe, könnte sich ja bei Ihnen kaum Gehör verschaffen.“

„Ich wollte nicht zudringlich sein“, sagte der Mann.
„Wenn ich mich nicht bis hierher durchgefragt hätte, ich hätte dieses Kloster nie gefunden. Ich bin sehr lange unterwegs gewesen und habe mich mehrmals vergangen, mehrmals verirrt. Meine Zudringlichkeit war größer als meine Müdigkeit. Ich erinnere Sie an das Gleichnis von dem Mann, der einen anderen nachts weckt und so lange zudringlich bittet, ihm mit etwas Essbarem auszuhelfen, bis der andere sich dazu bequemt, aufzustehen und es ihm zu geben.“

Der Mönch lächelte und nickte.
„Ja, wenn er es hat. Der Mann hat am richtigen Haus angeklopft. Ich kann Ihnen nichts geben, Sie sprechen nicht dieselbe Sprache.“

„Wie viele Ausreden einer findet, der keine Konvertiten machen will“, sagte der Mann.

Jetzt sah ihn der Mönch eindringlich an, und über sein Gesicht ging wieder ein heiteres Lächeln, aber er schwieg, nur schien es dem Mann, als sei dieses Schweigen beredter als alles, was der Mönch bisher gesprochen hatte. Der Mann wandte die Augen ab und sah in den Garten hinaus, und auf einmal spürte er, dass es hier drinnen völlig windstill war; kein Halm schwankte, kein Blatt bewegte sich, kein Zweig schaukelte im Lufthauch. Die Vögel saßen regungslos in den Büschen. Man meinte das Sonnenlicht lautlos und inständig über die Mauern des Kreuzganges herunterströmen und im Boden versickern zu hören. Es war, als habe er ein neues Sinnesorgan erhalten, ein Gehör für die Lautlosigkeit.

Eine Weile spürte er noch, wie der Atem seinen Körper durchflutete, steigend, sinkend und steigend. Dann hörte auch das auf, ja, recht eigentlich hörte es auf, wie auch alles im Garten, und besonders der Mönch, aufgehört, aufgehorcht hatte. Der Mann war selbst ganz und gar ein regungslos, lautlos, atemlos Horchender geworden. Er bemerkte zum erstenmal, dass die Lautlosigkeit einen eigentümlichen Klang hatte. Natürlich war das Wort „Klang“ für etwas Lautloses unangebracht, wie aber sollte er seinen Eindruck dem Gedächtnis anders einprägen als mit Worten. Obwohl sich das alles nicht wörtlich fassen ließ. Er begriff nun, dass der Mönch vorhin nicht davon hatte reden wollen, darum hatte er davon geschwiegen.

Zeit verging, verging und kam wieder nach einer Weile, als der Duft der Rosen dem Mann so deutlich zu Bewusstsein kam, dass er sogleich feststellte: Die Luft bewegt sich jetzt wieder, sie hat den Duft der Rosen zu mir herübergetragen. Ohne eine Luft, die sich bewegte, gäbe es diese Erfahrung meiner Sinne nicht, die wenigen Schritte, die mich von dem Rosenstrauch trennen, würden zu einer für den Duft unüberbrückbaren Entfernung. Der Wind ist es, der ihn mir herüberweht. Ich muss nun auch wieder auf meinen Fragen bestehen. Jetzt bebte ein Halm unter dem Abflug einer Mücke. Ein Tropfen lief einen Zweig entlang und fiel mit leisem Klingen in eine Wasserlache. Ein Sperling flatterte auf, und der Wind durchblätterte das Laub.

Der Mann fühlte sich leicht und leer wie ein Boot, dem eine Brise ins Segel haucht. Er wollte nun doch noch eine Frage stellen, die er sich in seiner Wissbegier zurechtgelegt hatte: wieviel Mönche in dem Kloster lebten. Diese Frage aber war nun überflüssig geworden, er wusste bereits, dass ein solches Kloster nur für einen einzigen Menschen da ist; um einen Menschen baut es sich von selber auf und bildet alle notwendigen heiligen und profanen Räume, durch die der Geist des Einzelnen gehen muss.

So verbeugte er sich nur schweigend und ging dem Ausgang zu. Der Mönch folgte ihm höflich. Als sie das Tor erreichten, kamen dem Mann gleichsam alle Gedanken, die ihn bis ans Tor geführt hatten, wieder entgegen, besonders der Gedanke, den Mönch um Brot zu bitten, weil er sehr hungrig gewesen war. Zwar wies er diesen Gedanken lächelnd ab, er fühlte sich gesättigt und wunschlos; erst, als er schon aus dem Tor getreten war, sagte er doch noch gewohnheitsmäßig, wie er es auf seiner Wanderschaft automatisch vor fremden Türen tat: „Bitte um Brot!“

Der Mönch bückte sich, hob einen flachen Stein auf und reichte ihn dem Mann.

Dazu gehört Mut, dachte der Mann.

Er nahm den Stein aus der Hand des Mönchs entgegen und hielt ihn ehrfürchtig auf der flachen Hand. Das ist der Grundstein zu meinem eigenen Kloster, dachte er, es wird sich darauf bauen lassen. Dann machte er sich wieder auf den Weg. Als er sah, dass sein Weg immer tiefer in die Wildnis führte und keine Aussicht bestand, heute noch Brot und Dach zu finden, freute er sich darüber, dass er einen Stein bei sich hatte, auf den er sein Haupt betten konnte.

[Das Kloster von Jeannie Ebner (1918-2004),
bearbeitet von Heinrich Spaemann (1903-2001)
– ohne Quellenangabe]

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Etwas Schönes für Gott bauen – für tausend Jahre

„Our Lady of Clear Creek Abbey“

Dieses Kloster in Oklahoma (Diözese Tulsa, USA) ist eine benediktinische Gemeinschaft, die zur Kongregation von Solesmes gehört und, wie andere Klöster dieses benediktinischen Verbandes, auf das monastische und kontemplative Leben ausgerichtet.

Über die Geschichte der Abtei
Unserer Lieben Frau von Clear Creek

In den 1970er Jahren eröffneten drei Professoren an der „University of Kansas“ mit einem Stipendium des „National Endowment for the Humanities“ ein „Great Books-Program“ (Pearson Integrated Humanities Program oder PHIP). Einige der Studenten die sich diesem Studium der westlichen Zivilisation und dem damit einhergehenden „Staunen und Streben nach Wahrheit“ unterwarfen, konvertierten zum katholischen Glauben. Bekannte Absolventen haben in der Kirche wichtige Positionen erreicht. Unter ihnen befinden sich Persönlichkeiten wie Bischof James Conley (Diözese Lincoln, Nebraska), Erzbischof Paul Coakley (Erzdiözese Oklahoma City , Oklahoma) und Dr. Robert Carlson (Mitbegründer des Wyoming Catholic College).

Auch die späteren Gründungsmönche von Clear Creek waren Schüler dieses Studienganges. Um Genaueres über das klösterliche Leben zu erfahren reisten sie nach Frankreich und besuchten die Abtei Notre-Dame de Fontgombault. In der Folge dieser eindrucksvollen Erlebnisse traten einige in das Noviziat ein, – ganz in der Hoffnung, eines Tages Teil einer neuen klösterlichen Gründung in den USA zu sein.

Die nordamerikanischen Mönche stellten fest, dass es in ihrem Kloster in Frankreich so viele Berufungen gab, und Fontgombault darum neue Klöster gründen musste. Im Jahr 1998 wurde ein geeignetes Anwesen gefunden, wo die Gründung erfolgen sollte.

Die Mönche von Fontgombault sprachen sich für eine Gründung aus und am Fest Mariä Himmelfahrt 1998 wurde ein Vertrag zwischen dem Abt von Fontgombault und dem Bischof von Tulsa unterzeichnet, der besagt, dass das Bistum das entstehende Kloster formell anerkennt.

Die ersten Gebäude wurden 1999 errichtet. Aus einem ehemaligen Pferdestall wurden Klosterzellen und aus Scheune die erste Kapelle. Dank einer großen Spende aus dem Jahr 2009 konnte der Plan für den Bau einer Klosterkirche vorangetrieben werden.

Clear Creek – Kloster im Bau; li. Die früheren Gebäude der Ranch und erstem Kloster

Heute ist „Our Lady of Clear Creek“ als Kloster, welches im Jahr 2000 zum einfachen Priorat und 2010 zur Abtei erhoben wurde, zwar noch immer im Bau, aber in Bezug auf die Qualität des monastischen Lebens der Mönche und ihrer Pflege der traditionellen Liturgie ein wirkliches Herzstück des Katholizismus in den USA.

Clear Creek  – Prozession an Fronleichnam

Dom Philip Anderson ist der Abt der Abtei Unserer Lieben Frau von der Verkündigung von Clear Creek. Mit ihm gehören knapp 60 Mönche zur Abtei. In Stille und Einsamkeit, in ständigem Gebet und bereitwilliger Buße führen sie ein in Gott verborgenes Leben nach der Regel des heiligen Benedikt.

Clear Creek – Kardinal Müller und die Kommunität 2021

Die Abtei liegt etwa 45 Meilen östlich von Tulsa und ist Teil der Diözese Tulsa. Es gibt ein Gästehaus, in dem Besucher kürzer oder länger verweilen können.

Our Lady of Clear Creek Abbey
5804 W Monastery Road
Hulbert, OK 74441-5698
https://clearcreekmonks.org/

VIDEO

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Wunden salben

Denn der Hirt muss scharfsichtig zum Tadeln
und milde zur Barmherzigkeit sein.
Er soll vollkommen zuschlagen,
um alle Kraft der Krankheit vollkommen zu durchbohren;
er soll vollkommen mit Barmherzigkeit salben,
um die Wunden, die er schlägt, zu heilen.
Denn wenn er weniger heftig als erforderlich schlägt,
dann bringt er den verborgenen Eiter nicht heraus.
Und wenn er heftig schlägt und nicht reichlich salbt,
dann bringt er den Geschlagenen durch Strenge um
und macht ihn nicht wieder gesund.
Gregorius Magnus

(J. Stöhr: Brüderliche Zurechtweisung, EOS 1989)

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