Wer MIR nachfolgen WILL …

„Es muss daran erinnert werden, dass jede Leidenschaft
Quell des Todes ist und einen Menschen für immer töten kann,
wenn er nicht bereut und sich nicht ändert, sie nicht aufgibt.“

„Wer Mir nachfolgen will“, sagt der Herr, „der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge Mir nach“ (Mk 8,34).

Der Herr zwingt niemanden, Ihm zu folgen.

Er überlässt es jedem, frei zu wählen, ob er Ihm nachfolgt oder nicht, für Ihn lebt, für die Wahrheit und Heiligkeit, für ein ewiges Sein mit Ihm, oder ob er für sich selbst lebt, dabei seinen Leidenschaften frönt, der „ehebrecherischen und sündigen“ Welt und dem Teufel dient, der sucht, wie er den Menschen vernichten und in die ewige Qual stürzen kann.

Der Herr lässt unseren freien Willen unangetastet.

Wenn wir in die Geschichte der Kirche schauen, auf die Beispiele der Heiligkeit, die sich im Leben der Kirche manifestieren, werden wir sehen, dass die Apostel, die Ehrwürdigen und alle Heiligen Christus nachgefolgt sind. Sie opferten um des Herrn willen alle Güter der Welt und sogar ihr eigenes Leben und wurden nicht in ihrer Hoffnung enttäuscht, das himmlische Königreich zu erben.

Es stellt sich die Frage: Was bedeutet es, sich selbst zu verleugnen?

Es bedeutet, unserem sündigen Willen, unseren bösen Neigungen, unseren Leidenschaften und jeglicher Sünde zu entsagen, dem, was uns bindet, verdunkelt, entehrt und uns daran hindert, Christus nachzufolgen.

Warum folgt ein Großteil der Menschen dem Herrn nicht nach?

Aufgrund von Unglauben oder Kleingläubigkeit, wegen der Bindung an dieses Leben und an seine Annehmlichkeiten, aber auch wegen geistlicher Unwissenheit. Der Weg, der ins himmlische Königtum führt, ist für sie nicht attraktiv, weil es ein schmaler Weg ist, der geistliche Anstrengungen, Kampf und Selbstaufopferung erfordert.

Der Weg aber, der breit und, wie es ihnen scheint, frei ist, fordert von ihnen keine Anstrengungen und bietet nur Vergnügungen und Annehmlichkeiten im Leben. Ihr Motto lautet: „Nimm dir alles vom Leben“. Das Ergebnis einer solchen „Freiheit“ aber sind großes Elend und Unglück. Und was das Traurigste und Erschreckendste ist: Viele werden enttäuscht und beenden ihr Leben durch Selbstmord.

Der menschenliebende Herr verkündet durch den Mund des Propheten sowohl damals, viele Jahrhunderte vor dem Erscheinen des Heilands in der Welt, wie auch heute, dass „Er nicht den Tod des Sünders will, sondern dass der Sünder sich von seinem Weg abwendet und am Leben bleibt“ (Hes 33,11). Gott „will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen“ (1 Tim 2,4). Dazu müssen wir selbstlos unser Kreuz auf uns nehmen und Ihm nachfolgen, indem wir gegen die Sünde und die Leidenschaften kämpfen, die uns bedrängen.

Wer sich weigert zu kämpfen, wer seine Seele in diesem Kampf schont, verurteilt die Seele zum ewigen Verderben (Mk 8,35).

Es muss daran erinnert werden, dass jede Leidenschaft Quell des Todes ist und einen Menschen für immer töten kann, wenn er nicht bereut und sich nicht ändert, sie nicht aufgibt. Deshalb gebietet uns der Herr, uns selbst zu verleugnen und Ihm zu folgen, indem wir das Kreuz auf uns nehmen. In dieser Selbstverleugnung liegt unsere Rettung.

(Aus einer Predigt des Russ.-Orthod. Erzbischof Tichon vom 3. Oktober 2021)

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Priester – machtlos und stark

Wir Priester haben keine Macht. Wir haben keine Schlagstöcke, wir haben keine Gürtel, keine Waffen und keine Handschellen. Wir haben keine Kapuzenmützen, wir zeigen gerne unser Gesicht.

Wir sind eine Gruppe bedauernswerter Menschen, die schwarz gekleidet sind und deren Soutanen den Boden berühren. Wir sind unbedeutende Männer, absolute Nullen, gestützt auf das Kreuz, an dem wir schwitzen, verloren in einem ungewissen Mittelalter, schwarze Gespenster der Vergangenheit. Einige Dummköpfe ohne Lebenszweck, ohne produktives Ideal. Sie können uns schlagen. Sie können uns töten. Sie können uns ein Bußgeld aufbrummen.

Wir haben keine Macht. Abgesehen von der Macht, Seelen für die Ewigkeit zu binden und zu lösen, abgesehen von der Macht, den Heiligen Geist über das Brot zu rufen, um Gott zu werden . Abgesehen von der Macht, die Sünden derer zu vergeben, die ihre Seelen der Angst vor dem Tod überlassen.

Wir haben nur die lächerliche Macht, ein Baby zu nehmen, es ins Wasser zu legen und es zu einem Kind Gottes zu machen. Wir haben die unbedeutende Macht, Engel zu rufen und Seelen in die Apokalypse zu nageln.

Ach ja, das hätte ich fast vergessen. Wir haben immer noch die Macht, Dämonen auszutreiben, die Macht der Hölle zu besiegen und den schweren Schmerz eines verfluchten Volkes auszulöschen, das seine eigenen Henker gewählt hat.

Wir haben nur die Kraft, bis zu den Tränen zu beten. Und ein bescheidener und unbedeutender Mann gibt uns Kraft. Er ist an das Kreuz genagelt.

Vergebt uns.

Pfarrer Joachim Schwarzmüller postete diesen Text auf facebook, den er von Ioan Bica, einem Russ-Orth. Bischof aus Italien übernommen hat.

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Zölibat – Zeugnis eines Priesters

Don Dominique Malmezat ist seit 2016 als Priester der Gemeinschaft Sankt Martin in der Schulpastoral in Blois im Einsatz. Ab September wird er Pfarrer der Kathedrale von Gap in den französischen Alpen sein. Er teilt mit uns seine Erfahrung mit dem priesterlichen Zölibat.

Er bezieht sich dabei auf einen Satz aus dem Buch von Don Paul Préaux „Les prêtres, don du Christ pour l’humanité“ (Priester, Geschenk Christi für die Menschheit, S. 193):

„Der Priester verzichtet durch seine Ehelosigkeit auf die menschliche Fähigkeit, Ehemann und Vater nach dem Fleisch zu sein. Er entscheidet sich aus Liebe, sich dessen zu entledigen, um als Ehemann und Vater nach dem Fleisch zu leben“.

Der Zölibat ist die Akzeptanz eines Verzichts auf das legitime Streben, eine Frau zu wählen und ihr zu erlauben, Mutter zu sein, und selbst Vater zu sein. Wie können wir also diesen Verzicht auf ein menschliches Begehren in einen frei beschlossenen Zölibat verwandeln?

Es scheint mir, dass der priesterliche Zölibat seine Erfüllung im Herzen der Mission findet. Es ist schön zu sehen, wie der Zölibat der Verkündigung des Glaubens an einen Gott, der sich aus Liebe hingibt und der uns das ewige Leben verspricht, Glaubwürdigkeit verleiht. Zum Beispiel werden die wirklichen Fragen der menschlichen Existenz oft von den Schülern während der Unterrichtszeit gestellt, weil sie einen Priester vor sich haben. Oder im Lehrerzimmer: Die Anwesenheit des Priesters in ihrer Mitte, des im Zölibat geweihten Mannes, ist die Ankündigung des LEBENS, das alles menschliche Leben übersteigt. Darin liegt meiner Meinung nach das Paradoxon des priesterlichen Zölibats. Der Priester, der ich bin, erfährt eine unermessliche Freude, wenn er in seinen Zölibat einwilligt, um ihn zum Ort der pastoralen Liebe zu machen.

Es scheint mir daher, dass es die Beziehung mit dem Priester anvertrauten Volk Gottes ist, die das Material liefert, um den Zölibat zu nähren.

In dieser Beziehung der pastoralen Nächstenliebe erblüht die schönste Frucht des Zölibats: die Vaterschaft. Ich war in diesem sehr spezifischen Dienst der Schulpastoral, den ich in Blois ausübe, nie glücklicher als auf einem Schulhof, wo die Schüler spontan kommen, um den Priester zu begrüßen. Es gibt da so etwas wie eine Väterlichkeit, die spezifisch für den priesterlichen Zölibat ist.

Der Priester ist in der Tat derjenige, der die Vaterschaft Gottvaters sichtbar macht. Diese Vaterschaft ist leibhaftig, aber sie endet nie bei meiner eigenen Person.

Ich lebe die Vaterschaft, aber ich führe den Menschen zu dem einen Vater.

Ich denke oft an den heiligen Johannes den Täufer, der auf Jesus als den einzigen Retter hinweist: „Ecce Agnus Dei“. Der Priester muss, wie Johannes der Täufer, zu Gott ziehen und nicht zu sich selbst.

Auf der anderen Seite höre ich vielen Eltern zu, die zu mir kommen, um über die Schwierigkeiten zu sprechen, die sie mit ihren Kindern haben. Obwohl ich oft nur begrenzt in der Lage bin, Lösungen zu finden, begebe ich mich in das Vertrauen einer Mutter oder eines Vaters und versuche auf meine Weise, menschliche und geistige Elemente zu geben.

Wenn ich Eltern und Kindern zuhöre, kann ich sehen, dass der Mann hinter dem Priester im Zölibat eine Menschlichkeit schmiedet, in der eine spezifische Vaterschaft durchscheint, die ihre Quelle in der Eucharistie findet, deren Worte ein tiefes Echo in meinem frei beschlossenen Zölibat finden:

Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird.

Quelle: Communauté Saint-Martin – Gemeinschaft Sankt Martin

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In den Staub der Erde geschrieben

Die Ehebrecherin und andere Sünder

„Jesus ging fort auf den Ölberg; und früh Morgens kam er wieder in den Tempel, und alles Volk kam zu ihm, und er setzte sich, und lehrte sie. Die Schriftgelehrten und Pharisäer aber führten ein Weib hinzu, welches im Ehebruch ertappt worden war, stellten es in die Mitte, und sprachen zu ihm:
Meister! dieses Weib ist auf frischer Tat im Ehebruch ergriffen worden. Nun hat uns Moses im Gesetze befohlen, solche zu steinigen; was sagst du also?

Dies sprachen sie aber, um ihn zu versuchen, damit sie ihn anklagen könnten.

Jesus aber bückte sich nieder, und schrieb mit dem Finger auf die Erde.

Als sie nun auf ihre Frage an ihn bestanden, richtete er sich auf, und sprach zu ihnen:

Wer ohne Sünde ist unter euch, werfe zuerst den Stein auf sie!

Und er bückte sich abermals, und schrieb auf die Erde.

Da sie es aber hörten, gingen sie einer nach dem anderen hinaus, von den Ältesten angefangen; und Jesus blieb allein zurück, und das Weib, das in der Mitte stand. Jesus aber richtete sich auf, und sprach zu ihr:

Weib! wo sind die, welche dich anklagten? Hat niemand dich verdammet?

Das Weib sprach: Niemand, Herr!
Da sagte Jesus: Auch ich werde dich nicht verdammen.
Gehe hin, und sündige fortan nicht mehr!

(Johannes 8, 1-12)

Samstag nach dem 3. Fastensonntag

Nun können wir uns fragen:
Was hat Jesus eigentlich in den Staub der Erde geschrieben?

Bei dem Propheten Jeremia erhalten wir womöglich die Antwort:

„O du Hoffnung Israels, o Herr!
Alle, welche dich verlassen,
müssen zuschanden werden;
die von dir abfallen,
werden in den Staub geschrieben,
weil sie den Herrn,
die Quelle lebendigen Wassers,
verlassen haben.“

Und weiter heißt es:

„Heile mich, Herr!
So werde ich geheilt werden;
hilf mir,
so wird mir geholfen sein;
denn du bist mein Lobpreis.“

(Jer 17,13-14)

Es werden wohl die Namen der Ankläger gewesen sein, die mit den Steinen warfen, deren Sünden Jesus aber ebenso kannte und auch ihnen vergeben wollte wie der Ehebrecherin.

„Gehe hin, und sündige fortan nicht mehr!“

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Zeichen für Gottes Bund mit dem Menschen

Fulton John Sheen gilt als „die“ einflussreichste katholische Medienpersönlichkeiten im 20. Jahrhundert der USA. Der im Jahr 1895 geborene „Medienapostel“ wurde 1919 zum Priester geweiht. 1951 ernannte ihn Papst Pius XII. zum Bischof. Papst Paul VI. schickte ihn 1966 als Bischof nach Rochester und 1969 als Titularerzbischof nach Newport. Seine letzte Amtszeit verbrachte er im Erzbistum New York. Fulton J. Sheen starb am 9. Dezember 1979.

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Schon tausendmal wurde ich gefragt, weshalb Priester nicht heiraten. Hinter dieser Frage steht die Annahme, die Ehe sei im göttlichen Heilsplan weniger heilig als der Zölibat. Sie wird damit begründet, dass allein schon der Verzicht auf die Ehe darauf hinweise, dass die Ehe etwas weniger Perfektes sei. Beide, die Ehe und der Zölibat, sind Kommunikationsmittel und haben dasselbe Ziel, nämlich eine Liebe ohne Überdruss, eine Seligkeit ohne Ende, eine Hingabe an den Geliebten – an Gott –, ohne je wieder in eine egoistische Einsamkeit zurückzufallen.

Ehe und Zölibat sind, was die Liebe betrifft, keine Gegensätze, wie Kernforschung und Theologie keine Gegensätze sind. Alle Liebe kommt von Gott und alle Wahrheit kommt von Gott. Zölibat und Ehe – beide bedürfen der Liebe. Beide sind Wege zu jenem Endziel. Der Zölibat nutzt den Gleichstrom, die Ehe den Wechselstrom. Der Zölibat macht eine Flugreise, die Ehe ist auf der Straße unterwegs. Der Zölibat ist wie eine Dichtung, die die Idee wie einen Traum im Gedächtnis behält, die Ehe benutzt Meißel und Pinsel und konzentriert sich mehr auf den Marmor und die Leinwand. Der Zölibat kommt zu seinem Abschluss durch eine Art Intuition, die Ehe arbeitet sich wie die Vernunft Schritt für Schritt durch Ebbe und Flut.

Sowohl der Zölibat als auch die Liebe sind geprägt von derselben leidenschaftlichen Liebe, nur dass sie im Zölibat unmittelbar, jedoch unvollkommen, während sie in der Ehe mittelbar und ebenfalls unvollkommen ist.

Der Zölibat ist »eine leidenschaftslose Leidenschaft, eine ungezügelte Gelassenheit«, die Ehe ist Unvollkommenheit auf der Suche nach Einheit und Glück durch verzehrendes Feuer.

Beide sind gut. Der Zölibat steht nicht höher, die Ehe nicht tiefer.
Beide sind Zeichen für Gottes Bund mit dem Menschen.
Beide haben ihre jeweils spezifische Berufung zur Vollkommenheit.
Es sind komplementäre, nicht konkurrierende Werdegänge.

Die Ehe gehört allerdings mehr zur säkularen Moderne als der Zölibat. »Dieses Zeitalter vergeht.« – »Denn nach der Auferstehung heiratet man nicht.« Der Zölibat ist direkter auf das Königreich Gottes hingeordnet.

Der Trugschluss in der Diskussion über Zölibat und Ehe besteht im Vergleich einer Berufung mit einer anderen. Es ist so ähnlich, als würde man über die größere Vollkommenheit des rechten im Vergleich mit dem linken Bein diskutieren. Beide sind gottgewollt, und das Ausmaß, in dem man beansprucht wird, hängt nicht vom Stand ab, sondern von dem Ausmaß, in dem man auf die von Gott geschenkte Gnade antwortet.

Der Zölibatär arbeitet für Gottes Reich, indem er durch die Taufe »Kinder in Christus hervorbringt«.

Die Verheirateten arbeiten für Gottes Reich, indem sie Kinder zeugen durch ihre tiefe Einheit, indem sie ein Fleisch werden.

Gott hat zwei Arten von Geliebten – jene, die direkt auf das letzte Ziel zusteuern wie die Zölibatäre, und jene, die den indirekten Weg durch die Ehe beschreiten.

(Aus dem 13. Kapitel – „Gedanken zum Zölibat“)

Fulton J. Sheen
Unerschütterlich im Glauben.
Die Autobiografie von Erzbischof Fulton J. Sheen
Vorwort von Raymond Arroyo
Media Maria Verlag 2021
416 Seiten; 22 Euro
ISBN: 978-3947931194

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Mönch begleitet Mörder bis zur Hinrichtung

Eine Katechese zu Leben, Tod und Todesstrafe

In der Quartals-Zeitschrift „Der Ruf des Königs“ der Kongregation „Servi Jesu et Mariae“ (SJM) findet sich eine Katechese von Pater Martin Linner mit dem Titel: „Vergib uns unsere Schuld – Die fünfte Vaterunser-Bitte„.

Es geht um „Schuld, Versuchung und das Böse“. Nichts, was auch nur ein einziger Mensch nicht kennen würde. Wir alle beten immer wieder:

Unser tägliches Brot gib uns heute,
und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern,
und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.

Pater Linner berichtet von einem Mann, der als Mönch in der Benediktiner-Abtei „Clear Creek„, in den einsamen Wäldern von Oklahoma lebt. Bruder Vianney-Marie Graham ist Laienbruder und widmet sich viele Stunden des Tages dem Gebet der Kirche (das Göttliche Offizium) sowie dem meditativen und privatem Beten. So ist sein zurückgezogenes Mönchsleben in Gebet und Arbeit (ora et labora) ein Leben für die ganze Welt, besonders für notleidende Menschen und Sünder.

Ein Mönch und das Leid der Welt

Taten der Schuld und Verletzungen durch Schuld berühren die Existenz des Menschen zuinnerst. Bruder Vianney-Maries Gebete gehen daher oft zu den „Verlassenen der Verlassenen“ im Hochsicherheitsgefängnis von McAlester. Der kontemplative Mönch bittet seinen Abt schließlich um die Erlaubnis, einigen Gefangenen schreiben zu dürfen, „um ihnen zu sagen, dass sie nicht verzweifeln sollen, dass  ihnen Gott barmherzig sein will, unabhängig von ihren Verbrechen.“

Das zeigt uns die Heilige Schrift von Anfang an: Nach der Erschaffung des Menschen kommt es  umgehend zum Sündenfall – mit dramatischen Folgen. Wie reagiert Gott? Seine Antwort auf die in  Schuld verstrickten Menschen ist ein Wort des Heiles: Er verheißt den Erlöser (vgl. Gen 3,15).

Bruder Vianney-Marie will auch die Erlösung der Menschen und sucht nach den „schlimmsten Fällen“. Dabei stößt er auf James Malicoat, einen Mann, der seine 13 Monate alte Tochter durch eine Vielzahl an Schlägen über zwei Wochen hin derart brutal verletzte, dass sie am 21. Februar 1997 starb. „Als ich von diesem Verbrechen zum ersten Mal hörte, dachte ich: Er  braucht mehr als jeder andere Mensch einen Freund.“

Der Benediktiner erhält von seinem Prior die Erlaubnis, an Malicoat zu schreiben. Mit Bedacht wählt er dafür das Fest Mariä Himmelfahrt – die Fürsprache Mariens soll dem Todeskandidaten den Weg zum Himmel öffnen. Nach anderthalb Monaten, am 1. Oktober 2001, dem Fest der heiligen Theresia von Lisieux, antwortet Malicoat. Ein regelmäßiger Briefkontakt entsteht. Obgleich die kontemplativen Mönche von Clear Creek selten das Kloster verlassen, bittet Vianney-Marie nach zwei Jahren brieflichen Austauschs um Erlaubnis, James Malicoat im Todestrakt besuchen zu dürfen. „Ich wollte wenigstens ein Treffen, damit er sehen kann, dass es die Person wirklich gibt, der er schreibt.“

Im Super-Maximum-Security-Gefängnis 

Vianney-Maries erster Besuch im Death Row nimmt ihn körperlich ziemlich mit. „Die Atmosphäre dort war schrecklich.“ Mönch und Mörder sehen sich durch Panzerglas und unterhalten sich über Telefonhörer. Malicoat ist verschlossen. Doch der Ordensmann schreibt weiter und kommt wieder. Langsam wächst das Vertrauen Malicoats in den Benediktiner. Er beginnt von seinem Leben zu erzählen – stockend, abgehackt: „Ich weiß nicht, warum ich meine Tochter Tessa getötet habe.“ Er berichtet von schlimmen körperlichen Misshandlungen in seiner Kindheit und Jugend. Er selbst war gewalttätig. Seinen leiblichen Vater hat er nie kennengelernt. Er wisse nicht, ob ihn jemand liebe. Seiner Ehefrau war er untreu. … Abgründe tun sich auf.

Die Schuld und ihre Folgen

Die fünfte Vaterunser-Bitte setzt eine Welt voraus, in der es nicht nur Schuld gibt – gegenüber Gott und den Menschen –, sondern viele Verletzungen, die folgenschwer sind. Wie oft ruft Schuld neue Schuld hervor. So auch bei James Malicoat. Wie oft entsteht eine Spirale von Vergeltung und Hass. Mit dieser Bitte lehrt uns Jesus, dass „Schuld nur überwunden werden kann durch Vergebung, nicht durch Vergeltung“ (Benedikt XVI.).

Jesus, der Heiland

Für uns alle, aber besonders für Menschen wie James Malicoat, ist der Herr „aus seiner Göttlichkeit aufgebrochen, um auf uns zuzugehen, uns zu versöhnen“ (Benedikt XVI.). Eindrucksvoll ist die Geste Jesu, wenn er sich beim letzten Abendmahl vor seinen Jüngern niederkniet, nicht nur um ihre schmutzigen Füße zu waschen, sondern sie mit seiner demütigen Liebe innerlich zu reinigen.

Im Gleichnis vom unbarmherzigen Knecht (Mt 18,23-35) beschreibt Jesus die überbordende  Barmherzigkeit Gottes: Der König erlässt einem Diener die Schuld von 10.000 Talenten – eine ungeheure Summe, die umgerechnet 60  Millionen Denaren,  d.h. 60 Millionen Tageslöhnen eines Arbeiters entspricht.

James Malicoat kann an diese Barmherzigkeit nicht  glauben. „Hab keine Angst!“, schreibt ihm der Laienbruder. „Der Teufel wird versuchen, dich in Verzweiflung zu bringen. Vertraue auf Gott und  sage ihm, dass es dir leid tut.“ Fünf Jahre sind Mönch und Mörder nun schon in Kontakt. Die Aufarbeitung von verübter, aber auch erlittener Schuld ist mühsam. Der Laienbruder ist geduldig und betet.

Die Bitte um Vergebung

Bei einem erneuten Besuch fragt ihn der Ordensmann schließlich ganz direkt: „James, willst du mit deiner Tochter Tessa sprechen?“ „Der Schock, der über Malicoats Gesicht ging, war die erste emotionale Reaktion, die ich bei ihm feststellte. An so etwas hatte er wohl nie gedacht. Und doch begann er, stammelnd, zu seinem toten Kind zu sprechen: »Tessa, kannst du mir verzeihen?« Ich saß geduldig auf der anderen Seite des Panzerglases und hörte Malicoat zu. Dann vertraute er mir die Sorgen seiner Mutter an, die in all den Jahren voller Schmerz den Tag seiner Hinrichtung kommen sah.“

Um Vergebung bitten, setzt Reue voraus. Die zeigt Malicoat nicht nur in seinem Testament: „Ich  möchte jeden wissen lassen, wie leid es mir tut. Es tut mir leid, dass ich den Tod eines anderen Menschen verschuldet habe. Es gibt nichts, was ich tun kann, um das rückgängig zu machen.“

Die Saat wächst

Es sind mühevolle Jahre des Aufbaus von Gottvertrauen und der Zurückhaltung, um Malicoat nicht zu überfordern. Es bahnt sich langsam eine Freundschaft an. Trotzdem reagiert der Häftling oft unruhig und deprimiert. Die Last der Schuld droht ihn zu erdrücken.

Schuld ist eine Wirklichkeit, eine Macht, die Zerstörung und Verletzung hervorgebracht hat. Die Überwindung und Vergebung der Schuld kann sich daher nicht einfach auf  Ignorieren oder Vergessen beschränken.

So sagt Benedikt XVI.: „Vergebung kostet etwas – zuerst den, der vergibt: Er muss in sich das ihm geschehene Böse überwinden, es inwendig gleichsam verbrennen und darin sich selbst erneuern, so dass er dann auch den anderen, den Schuldigen, in diesen Prozess der Verwandlung, der inneren Reinigung hineinnimmt und sie beide durch das Durchleiden und Überwinden des Bösen neu werden.“ Das tut Jesus.

Für Malicoat ist der Gedanke an Vergebung noch weit weg. In einem Brief vom 26. Juni 2006 informiert er den Benediktiner, dass seine Hinrichtung nun für den 22. August angesetzt ist. „Ich habe nichts dagegen, dass sie michtöten“, schreibt er. „Ich habe Dinge getan, auf die ich nicht stolz sein kann. So muss ich vor Gott hintreten.“

Am Kreuz

Müssen wir das wirklich? Unsere Grenzen, das Böse aus eigener Kraft zu heilen, überwindet die Liebestat Christi am Kreuz. Von ihm sagt der Prophet Jesaja: „Er hat unsere Krankheit getragen und unsere Schmerzen auf sich geladen.  …  Er wurde durchbohrt wegen unserer Verbrechen. … Durch seine Wunden sind wir geheilt“ (53,4f ).

Gott hat die ganze Welt mit einem Wort erschaffen, sagt der heilige Kardinal John Henry Newman. Aber unsere Schuld vergibt er durch den Lösepreis seines eigenen Sohnes. Jesus selbst ist gekommen, „um sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele“ (Mk 10,45). Kann James Malicoat dieses Wunder der Gnade annehmen?

Der Mönch glaubt an die Macht von Gebet und Opfer. Er bittet seine Mitbrüder um Unterstützung und gründet eigens eine Gebetsgemeinschaft. In benachbarten Pfarreien werden Gebetsvigilien abgehalten.

Jesus lässt den Menschen an seinem Erlöserleiden geheimnisvoll mitwirken (vgl. Kol 1,24). Das spürt auch Bruder Vianney-Marie. Der an sich robuste Benediktiner hat Albträume und schwere Anfechtungen. Er ahnt, wie es dem heiligen Pfarrer von Ars oder dem heiligen Pater Pio im Kampf um die Seelen erging.

Ein Sakrament

Die Vergebung von Schuld geht von Gott aus (vgl. Lk 5,21). Diese Gabe ist dem Herrn so  bedeutungsvoll, dass er dafür ein eigenes Sakrament eingesetzt und seine Jünger zu dessen Verwaltern bestellt hat – die heilige Beichte: „Empfangt den Heiligen Geist! Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert“ (Joh 20,22f ).

Der innere Kampf

Der Hinrichtungstermin wird auf den 31. August 2006 verschoben. Malicoat stimmt der Anwesenheit eines Priesters bei der Hinrichtung zu, Bruder Vianney-Marie soll ihn begleiten. Doch am Hinrichtungstag will Malicoat davon nichts mehr wissen. Der Mönch und der mitgekommene Priester, Kaplan Kirk Larkin, warten und beten. Nach 45 endlos scheinenden Minuten bittet Malicoat endlich die beiden zu sich. „Er ist wie versteinert“, sagt sein Anwalt. „Sie haben keine Ahnung, unter  welcher Spannung diese Jungs in ihrer letzten Stunde stehen.“

Im Angesicht des Todes

Bruder Vianney-Marie erblickt in seinem Gegenüber einen gebrochenen Mann. Er ist erschüttert. Er stellt Kaplan Larkin vor und bittet Malicoat einen Akt des Glaubens zu setzen und zu beichten. Dann übergibt er Larkin den Telefonhörer.

Kirk Larkin ist erst seit zwei Jahren Priester – trotz seiner 47 Jahre. Er weiß, was es heißt, den Ruf Gottes sehr spät zu hören. Erst mit über 30 begann er regelmäßig die Messe zu besuchen. Später gesteht Larkin, dass er sich dieser Aufgabe nicht gewachsen sah: „Zuerst habe ich nein gesagt, doch dann dachte ich: Vielleicht hat Gott mich dazu berufen.“

Vergebung der Schuld

Priester und Mörder sitzen sich gegenüber: „Ich will nicht beichten!“, erklärt Malicoat dem Neupriester entschieden. „Ich möchte Sie nicht mit den schrecklichen Dingen meines Lebens belasten.“

Larkin macht dem Todeskandidaten Mut. Er geht mit ihm das Glaubensbekenntnis durch und fragt bei jedem Artikel, ob Malicoat zustimmen könne.

Der Laienbruder geht währenddessen im hinteren Teil des Raumes auf und ab und betet den Rosenkranz. „Ich fühlte ein schreckliches Gewicht auf meinen Schultern. Aber gleichzeitig habe ich noch nie so viel Gebetsunterstützung gespürt wie an diesem Tag.“

Dann sieht er, wie Kaplan Larkin seine rechte Hand segnend über James Malicoat erhebt. Da weiß er:  Ein Schwerverbrecher hat seinen Schöpferum die Vergebung seiner Schuld gebeten. Und Gott hat ihm alle Schuld vergeben. „Ich hätte vor Freude an die Decke springen können.“

Letzte Minuten

Kaplan Larkin winkt Bruder Vianney-Marie herbei, der zu Malicoat meint: „James, du bist jetzt nicht nur mein Freund, du bist mein Bruder. Du hast genau die gleichen Gnaden.“Die beiden schauen sich still an. Schließlich fragt der Mönch: „Bist du bereit zu gehen?“ – „Ja“, ist die klare Antwort. Dabei strahlt der Todeskandidat friedliche Ruhe aus und zeigt, wie die Vergebung von Schuld auch äußerlich einen Menschen verändert.

Priester und Mönch sind bei der Hinrichtung mit der Giftspritze zugegen. „Ein grausamer Akt“, meint  der Benediktiner später. „Doch James zeigte sich gelassen und furchtlos.““Jesus, Maria und Josef, nehmt seine Seele in den Himmel auf“, betet Bruder Vianney-Marie, während Malicoat stirbt.

Kaplan Larkin erinnert sich an die Reaktion des Mönchs. „Bruder Vianney-Maria wurde gleichsam körperlich verletzt, als James Malicoat hingerichtet wurde.“

Vergebung durch Gebet

Der Laienbruder erfuhr erst später, dass Malicoat am selben Tag, dem 31. August, starb, an dem auch der dreifache Mörder Henri Pranzini im Jahr 1887 hingerichtet worden war. Von  Pranzinis hartnäckiger Unbußfertigkeit hatte die damals 14-jährige Theresia von Lisieux in der Zeitung gelesen und daraufhin immer wieder gebetet: „Lieber Gott, bitte, vergib Pranzini die schwere Schuld!“ An der Hinrichtungsstätte ergriff dieser schließlich das Kreuz des  ihn  begleitenden  Priesters  und  küsste  es  dreimal.

„Niemand kann mir sagen, dass diese Heilige nicht für James gebetet habe“, ist der Mönch überzeugt. Nicht zu vergessen die Fürsprache Mariens, an deren Himmelfahrtstag  alles begann…

Einige Tage nach der Hinrichtung erhielt Bruder Vianney-Marie einen zwei Tage davor verfassten Brief. Darin hatte Malicoat geschrieben: „Sie werden sehen, das Gebet ist nie umsonst.“

Schuld als Mangel

Leben und Taten James Malicoats zeigen: Sünden sind Schulden. Und Schulden sind immer ein Mangel, ein „Mangel an Gutem“ (hl. Augustinus). Man könnte auch sagen: ein Mangel an Liebe – und jede Sünde somit eine Lieblosigkeit. Mit dem Bild des „Liebestanks“ beschreibt die Kinderpsychologie  das Bedürfnis nach einem ausreichenden Maß an Liebe, welches das Kind zu einem gesunden körperlichen und seelischen Wachstum befähigt. Ist der Tank gefüllt, dann ist das Kind im Gleichgewicht, dann ist es glücklich. Ist er leer, kommt es zu psychischen und auch physischen Entwicklungsstörungen.  Das gilt in ähnlicher Weise auch für Erwachsene.

Fülle an Liebe

Schuld entleert jeden Liebestank. Die Beseitigung der Schuld verlangt zugleich die Beseitigung des Mangels an Liebe, die erneute Erfüllung mit Liebe. Das tut Gott. In ganz einzigartiger Weise im Bußsakrament. Die Schuld, der Mangel wird beseitigt und die Seele mit der Liebe Gottes angefüllt.

Bruder Vianney-Marie und James Malicoat sind Zeugen der vergebenden Liebe Gottes.

Zuerst veröffentlicht bei CNAdeutsch

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Dokumentation – James Patrick Malicoat,
Hinrichtung am 31. August 2006 um 18:09 Uhr.

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Abbey Our Lady of Clear Creek

Benediktinerabtei Clear Creek, Priestermönch bei täglicher Privatmesse

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2021 – Beten ist heute notwendiger als in den vergangenen Jahrhunderten

Pater Marie-Eugène vom Jesuskind sagte das schon 1965 mit der ganzen Autorität, die ihm seine Erfahrung in der Seelenführung gab:

„Inmitten einer Welt, die Gott immer mehr leugnet, wird es extrem schwierig, den Versuchungen der technischen Entdeckungen, in der sich die großartige Kraft des menschlichen Verstandes zeigt, zu widerstehen.“

„In dieser Strömung, die die meisten Seelen zum Atheismus treibt, in dieser Flutwelle, die über uns alle hinwegrollt, kann nur eine gewisse Gotteserfahrung die Seele so stärken, dass sie widerstehen kann. Und diese Erfahrung finden wir nur im inneren und im betrachtenden Gebet… Es scheint mir, dass die meisten Seelen, die treu bleiben möchten, diese Gotteserfahrung brauchen, um nicht zu wanken, insbesondere, wenn sie ein Apostolat ausüben oder Mitmenschen unterstützen oder leiten sollen.“

Quelle: CNA – „Klöster sind stille, zum Himmel zeigende Finger“

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Allen
ein gesegnetes Jahr
2021.

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Niedere Weihen im Zisterzienserkloster Hohenfurth – UPDATE:

UPDATE:

Den beiden Fraters Bernardus und Raphael wurde am Samstag, 19.12.2020, im Zisterzienserkloster Vissy Brod (Hohenfurth) die Niederen Weihen erteilt. Weihespender war der ehemalige und letzte Abt der Trappisten-Abtei Mariawald, Dom Josef Vollberg.

Frater Raphael:

„Die niederen Weihen bedeuten traditionell ein schrittweises Wachsen in der priesterlichen Berufung und helfen auch dabei, die Berufung weiter abzuklären. Als Ostiarier wird man dazu ermahnt, Sorge zu tragen, dass das Heilige geschützt wird – gerade in Zeiten der Anschläge auf Kirchen von aktueller Bedeutung. Der Lektor darf offiziell die Lesungen (Epistel, Propheten) in der hl. Messe vortragen und wird daran erinnert, dass er auch in seinem eigenen Lebenswandel das umsetzen soll, was er liest. Der Exorzist wird als Befehlshaber über die bösen Mächte bezeichnet. Er soll vor allem die schlechten Regungen in sich selbst beherrschen lernen. Die regelrechte Austreibung böser Geister, wozu Jesus ja die Jünger schon beauftragt hat, ist rechtlich nur speziell dazu vom Bischof beauftragten Priestern erlaubt. Der Akolyth ist ursprünglich der Kerzenträger und Ministrant, ein Amt, das wir natürlich schon ausüben. Hier geht es aber um eine besondere Nähe zur eucharistischen Handlung. Das Licht ist Symbol dafür, dass wir für andere Licht sein sollen („Ihr seid das Licht der Welt.“), auch in unserer heutigen Welt, in der es viel Dunkelheit gibt, besonders wichtig.“

Um das Gebet für die beiden Priesteranwärter wird gebeten!

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Der aus Deutschland stammende Zisterziensermönch
Frater Raphael O.Cist.

erhält am heutigen 19. Dezember 2020

in seinem Kloster Hohenfurt in Tschechien
die Niederen Weihen

Es sind dies die Weihen
– des Ostiariers (Türhüters),
– des Lektors,
– des Exorzisten und
– des Akolythen.

Den Niederen Weihen folgen, so Gott will, alsbald die Weihe zum Subdiakon, die bereits zu den Höheren Weihen zählt. Danach folgen die Weihe zum Diakon und zuletzt die Weihe zum Priester.

Gott segne Frater Raphael O.Cist.!

Prozession im Kreuzgang des Zisterzienserklosters Hohenfurth.

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Retten wir das Herz der Kirche

Als das „Herz der Kirche“ bezeichnet Jesús Cano Moreno die vielen in strenger Klausur lebenden Nonnen in den kontemplativen Frauenklöstern.

Herz der Kirche

Jesús Cano Moreno ist 45 Jahre alt und verheiratet, Sakristan in der Kirche „Capilla del Santo Niño del Remedio“ in Madrid, sowie Unterstützer der Karmelitinnen des Klosters „Monasterio de Santa Teresa de Jesús“ (Ponzano, Madrid) bei vielfältigen administrativen Angelegenheiten.

Jesús Cano Moreno schreibt:

„Im Februar letzten Jahres wurde ich an einem bösartigen Hodentumor operiert. Alles lief gut, bis sie mir ein CT gemacht haben und dabei festgestellt haben, dass ich Metastasen hatte. Es wurde eine Biopsie gemacht und festgestellt, dass ich tatsächlich ein Kaposi-Sarcom habe.

Seltsam ist an all dem, dass ich nicht die Symptome dieses Tumors habe. Mein Fall wird von mehreren Universitäten in Spanien und im Ausland studiert. Zuerst habe ich 14 Chemotherapie-Zyklen bekommen. Da sie nicht angeschlagen haben, bekomme ich aktuell andere, viel stärkere Zyklen.

Ich schreibe euch, um euch von einem Vorschlag zu berichten, den ich dem Herrn im Gebet gemacht habe.

Ich biete Gott all meine Zyklen der Chemotherapie an, damit wieder mehr junge Frauen die kontemplative Berufungen erfahren und bereit sind, diese anzunehmen. Wenn der Herr es möchte, dann bin ich bereit.

Jesús Cano Moreno sagt, dass er darunter leide, sehen zu müssen, wenn Klöster geschlossen werden.

„Die Kirche braucht das Herz, um zu funktionieren,
und dieses Herz sind die Klöster der Klausur.“

„Den Nonnen in den Klöstern, in denen sie ein abgeschlossenes und strenges Gebetsleben führen, müssen wir helfen, damit sie die Hoffnung nicht aufgeben. Ihre Klöster mögen sich früher als später wieder füllen und in die verlassenen Klöster mögen wieder betende und opfernde Nonnen zurückkehren.

Ich hoffe, der Herr hört nimmt das Angebot meiner Krankheit an und bewegt das Herz vieler junger Menschen, den Aufruf zu einem kontemplativen zu fühlen und ihm zu folgen..

Ich wünschte, ihr würdet dieses Zeugnis an die kontemplativen Klöster weiterleiten, die ihr kennt. Und zuletzt bitte ich euch um eure Gebete, damit es viele Berufungen für diese Lebensform gibt.

Euer Bruder.
Jesús Cano Moreno“

Niño del Remedio en Madrid

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