Padre Roberto Magalhães, ein Kapuziner der seit 75 Jahren tridentinisch zelebriert

Padre Roberto, der Sohn des Ehepaares Jose Joaquim de Souza und Joana Magalhães de Sousa wurde am 10. September 1920 in Maracanaú (CE, Brasilien) geboren.

Als er 14 Jahre alt war trat er 1934 mit Zustimmung seiner Eltern in den Kapuzinerorden ein. Mit dem Noviziat in Esplanada in Bahia konnte er erst im Alter von 18 Jahren beginnen. Seine einfache Profess erfolgte im darauf folgenden Jahr. Die feierlichen Gelübde legte er 1942 in São Luís (MA) ab. Er studierte Philosophie und Theologie und erhielt 1. Oktober 1944 die Priesterweihe in Fortaleza.

Padre Roberto war seit 1945 Assistent an einem kleinen Seminar, Professor für Philosophie in Guaramiranga und Fortaleza, Direktor der Studenten der Philosophie in Guaramiranga. Sein ganzes Ordensleben gehört er der Kapuzinerprovinz Ceara und Piaui an (Capuchinhos do Ceará e Piauí).

Zudem war er Pfarrvikar in Parnaíba, Luís Correia, Teresina, Minerolândia, Mombasa und Guaramiranga. Er war auch Pfarrer und Oberer in mehreren Häusern seines Ordens, Rektor des Wallfahrtsortes São Francisco das Chagas und Direktor des Colégio São Francisco in Juazeiro. Außerdem verbrachte er eine kurze Zeit als Missionar in Angola, Afrika.

Auch heute noch ist Padre Roberto Beichtvater des Herz-Jesu-Heiligtums in Fortaleza und widmet seine Zeit dem Studium und der Übersetzung.

Seit 80 Jahren ist „Frei Robertinho“ Kapuziner. Er blieb seiner Gelübden treu, in denen er sich radikal und einzig Gott zuwandte durch die Gelübde des Gehorsams, der Armut und der Keuschheit.

Der Kapuziner Padre Roberto Magalhães kann am heutigen 1. Oktober 2019 den 75. Jahrestag seiner Priesterweihe begehen.

Preisen und danken auch wir Gott für das Geschenk des Lebens und die Berufung dieses Kapuziners und Priesters!

Quelle: Capuchinhos do Brasil

Im folgenden einige Fotos aus dem Leben von Padre Roberto Magalhães, der bis heute die Heilige Messe zelebriert, wie er es von seinen Ordensvätern gelehrt wurde: im tridentinischen Ritus.

Padre Roberto bereitet sich vor
Padre Roberto bei der Hl. Messe
Padre Roberto – Danksagung nach der Hl. Messe
Padre Roberto immer als Priester im Einsatz
Padre Roberto als junger Kapuziner

 

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Der Augenblick deiner Schöpfung

Der Augenblick ist schöpferische Gegenwart, bevor er geschichtlich ist. Alles, was an ihm unwiederholbar ist, entflieht dem Zugriff der Geschichte und steht außerhalb des Rhythmus` der Zeit. Er ist viel mehr, als ein Ton in ihrer Melodie, der unweigerlich einmal tönen muss, ihr Erklingen fortzusetzen. Kein kleines Wort, festgeschrieben irgendwo mittendrin in einem Kapitel der Geschichte. Der Augenblick reicht hinab in den ersten Anfang. Der ewigen Schöpfung Gottes und der freien Tat des Menschen. Er ist der Ort der Entscheidung, dem zeitlich-sukzessiven Vollzug jeder Handlung vorgeordnet. Im Augenblick seiner Schöpfung fällt der Mensch die Entscheidung, die seinen Rang bestimmt. Doch nicht Adam allein, sondern jeder Mensch, in jedem Augenblick seines Lebens, da der Augenblick der Schöpfung alle Augenblicke in der Zeit umfasst.

(Malte Oppermann: Kurze Notiz zu einem Wort von Simone Weil)
Réaction – https://reaction-europe.com/

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Ist es eine Frage des Mutes, ins Kloster zu gehen?

Nach einem Jahr des Postulates und zwei weiteren des Noviziates hat Sr. M. Serafina am 17.08.2019 ihre Erstprofess abgelegt. Die 23-Jährige Klarissin lebt seit drei Jahren im Klarissenkloster Bautzen. Sie stellte sich der ostdeutschen Kirchenzeitung „Tag des Herrn“ in einem Interview. Dabei beantwortete sie auch ganz offen die Frage, woher sie ihren Mut nehme, ins Kloster zu gehen.

Ist es eine Frage des Mutes, ins Kloster zu gehen?

Ja und nein. Mir hat es Kraft und Mut gegeben, dass es Menschen gab, die mir gesagt haben: Deine Gedanken, das, was du da spürst, ist richtig. Viele andere haben mir gesagt: Du bist viel zu jung. Ich wollte aber nicht warten, bis ich im Omaalter bin. Ich bin einfach losgegangen, weil ich mir sicher war – und habe es nicht bereut. Als ich auf die Profess zuging, gab es schon Augenblicke, in denen ich nicht sicher war, ob es für diesen Schritt wirklich schon der richtige Zeitpunkt ist. Einen Tag lang war ich total aufgeregt und konnte die Bräute verstehen, die kurz vor der Hochzeit Panik kriegen und weglaufen. Besonders kostbar, um Klarheit zu gewinnen, war die Exerzitienwoche kurz vor der Profess. Nach dieser Woche konnte ich das, was ich fühle, auch ins Wort fassen: Was auch immer kommen mag, das hier ist das, was ich will.

Quelle: Tag des Herrn

Der Ring als Zeichen der treuen Liebe. – https://www.tag-des-herrn.de/content/das-glueck-allein-bei-gott-suchen

Siehe auch:

Johanna Adler tritt in das Kloster der Klarissen in Bautzen ein

Die junge Dresdnerin Johanna Adler bei der Einkleidung am am 5. Juni 2017

VIDEO: Klarissenkloster Bautzen

Klarissenkloster Bautzen

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Der Herr ruft sie in seine Nachfolge bei den Klarissen

Von der heiligen Klara von Assisi, der Gründerin der Klarissen, die ein armes, zurückgezogenes kontemplatives Leben führen, wird dieses Wort überliefert:

Manche bestimmt Gott dazu, eine Familie zu gründen,
andere beruft er, im Dienst an den Nächsten tätig zu sein;
uns aber hat er berufen, dass wir alles hingeben für Ihn,
uns selbst.

Klara, die Schwester des heiligen Franziskus, folgte ihrem Bruder im Alter von 18 Jahren spektakulär in die Nachfolge Christi, als sie zu Beginn der Karwoche im Jahr 1212 bei Nacht und Nebel, aus dem Haus ihrer adeligen Familie in Assisi floh. Sie traf Franziskus und seine Gefährten, ließ sich die Haare abschneiden – was die Trennung von der Welt bedeutet – und ein neues Gewandt anlegen – den Habit – , nämlich die Armut. Klara will arm sein um alles zu besitzen! Sie führte ein Leben in Busse und Abgeschiedenheit.

Es schließen sich ihr bald Gefährtinnen an. Mit ihrem strengen Leben zieht sie junge Frauen an, die gleich ihr, ein bußfertiges, vom Gebet getragenes, kontemplatives Leben führen wollen.

Klara möchte, dass durch den Verzicht auf eigene apostolische, seelsorgliche und caritative Tätigkeiten in ihrem Ordensleben, mit umso größere Härte in ihren Bußübungen und Abtötungen, besonders aber durch ihre unablässigen Gebete, die Arbeit der Brüder des heiligen Franziskus in geistiger Weise unterstützt werden, damit sie ihnen so in deren apostolischen Tätigkeit beistehen können.

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Von der portugiesisch-sprachigen Webseite „Vocacionados Do Senhor“ wurde kürzlich die Aufnahme und die Einkleidung einer jungen Frau als Novizin bei den Klarissen dokumentiert. Hier einige Fotos:

Die Braut bereitet sich vor
Sie ist strahlend schön
Die Berufene lässt sich, ausgeliefert als als Braut Christi, die Haare abschneiden
Endlich ist sie mit Christus vereint

Fotos: Vocacionados Do Senhor

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Bruno Rotival +

Er war der Fotograf der Mönche und Nonnen

Bruno Rotival (1951-2019)

Am 29. Juni 2019 ist der bekannte französischer Fotograf 68-jährig durch einem Herzstillstand gestorben. In der Trappisten-Abtei von Sept-Fons war er dabei, eine Ausstellung seiner Bilder vorzubereiten, als er nach einem Herzstillstand, bei dem er von einer Leiter stürzte, verstarb.

Im Laufe der Jahre hatte er sich auf die Klosterfotografie spezialisiert. Es begann damit, als er eher zufällig, wie er einmal sagte, die Grande Chartreuse fotografierte.

Bruno Rotival bildete die Ordensleute in ihrem alltäglichen Leben ab, beim Gebet, beim Essen oder bei der Arbeit. Aus hunderttausenden Fotografien sollen über 11.000 Bilder entstanden sein. Sie wurden in vielen Ausstellungen und in vielen Fotobüchern gezeigt.

Für seine Fotos von Klöstern, Mönchen und Nonnen hat er weltweit viel Anerkennung erfahren und viele Auszeichnungen erhalten.

Bruno Rotival, der, wie er selbst einmal sagte, einen anderen Glauben habe, als die Menschen, die er fotografiere, möge einen gnädigen Richter haben. – RIP.

 Bruno Rotival. Kartäuserinnen im Chor
Trappisten von Sept-Fons in Wahlkabinen fotografiert von Bruno Rotival am 24. April 1988

Weitere Fotos von Bruno Rotival

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Berufen sein um Mönch zu werden

Werde Zisterzienser in Hohenfurth!

Wie wird man Mönch?

Berufen sein ist, wenn ein junger Mann (alles Entsprechende gilt auch für eine Frau) die Sehnsucht in sich verspürt, als Mönch (Nonne) allein Christus zu folgen und Ihm zu gehören.

Man stellt sich dem Oberen vor und lernt das Klosterleben näher kennen. Es beginnt die unbestimmte Zeit der Kandidatur. Ihr folgen einige Wochen als Postulant innerhalb des Klosters.

Nach dieser Zeit kann er als Novize das Noviziat beginnen. Er wird eingekleidet mit dem Mönchshabit. Nach dem ein Jahr dauernden Noviziat legt er die einfache, d. h. zeitliche Profess auf drei Jahre ab.

Nach Zustimmung des Konventskapitels kann der einfache Professe nach weiteren drei Jahren die feierliche ewige Profess ablegen und sich Gott auf immer weihen.

Einige Brüder sind von Gott auch zum Priestertum berufen. Diese lässt der Abt (der Obere des Klosters) nach einem Theologiestudium und nach seiner reiflicher Überlegung von einem Bischof zum Priester weihen.

Zisterzienserkloster Hohenfurth – Einkleidung eines Novizen

Wer ist ein Mönch?

Der Mönch ist ein normaler Mann, den der Ruf Gottes aus seiner bisherigen Existenz herausgerissen hat, und der nun sein Leben ganz auf Christus auszurichten versucht.

Er ist ein Mann, der in Gott für sich selbst die absolute Liebe gefunden hat und dieser Liebe nichts mehr vorziehen will. Gott wird das einzige Ziel seines Lebens sein. Der Mönch ist kein eitler Tugendbold, kein selbstgenügsamer Weltverächter, der sich in die Einsamkeit seines Ichs zurückzieht. Das Gegenteil ist wahr! Der Mönch bemüht sich dem Ruf der Liebe zu antworten, indem er alle Dinge, an denen er bisher hing, aufgibt, um in diese Freiheit sich Jesus Christus als seinem einzigen Herrn zu weihen.

„Wenn du vollkommen sein willst, geh,
verkauf deinen Besitz und gib das Geld den Armen;
so wirst du einen bleibenden Schatz im Himmel haben;
dann komm und folge mir nach“ (Mt 19,21).

Wenn der Mönch seine Berufung von Gott beantworten will, wird ihm im Kloster eine Struktur gegeben, die zur Förderung des monastischen Lebens am besten geeignet ist. Dazu hilft ihm die von einem Abt (od. Prior) geführte Gemeinschaft der Mitbrüder. Die alleinige Ausrichtung auf Gott hin benötigt die äußerliche Trennung von der Welt und das innere Schweigen; beides ermöglicht die Klausur des Klosters.

Um das Leben mit Gott zu vertiefen, helfen die drei monastische Grundelemente:
1. oratio – das Chorgebet und das persönliche Gebet,
2. lectio – Lesung der Hl. Schrift, der Kirchenlehrer und geistlichen Schriftsteller,
3. labor – die körperliche Arbeit innerhalb der Klosteranlage.

Der Mönch führt ein einfaches und strenges Leben, das ihn zu einem Jünger Jesu formt, einem vertrauten Freund seines Herrn und Meisters.

Zisterzienserabtei Hohenfurth

Cisterciácké opatství Vyšší Brod
Zisterzienserabtei Hohenfurth
Klášter 137
CZ-382 73 Vyšší Brod
Česká republika / Tschechische Republik

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Trappisten 1970

Schon während der Zeit des 2. Vatikanischen Konzils drängten Neuerungen in das strenge Klosterleben der Trappisten. Es war aber auch jene Zeit, da nicht nur fast alle Klöster dieses Ordens voll besetzt waren. 60, 70, ja 100 und mehr Mönche lebten damals in vielen Trappistenklöstern weltweit.

Während die bisher eintretenden meist ein Büßerleben suchten und gänzlich von der Welt getrennt das Lob Gottes an die erste Stelle setzten, änderte sich nun die Situation. Es wurde mehr die eigene und ganz persönliche Gotteserfahrung hervorgehoben. Dazu bedürfe es nicht mehr jener strengen Tagesordnung, meinte man. In allen Lebensbereichen gab es Lockerungen; auch traten Bedürfnisse Einzelner in den Vordergrund, ihre Selbstverwirklichung.

Es herrschte regelrechte Euphorie und man dachte, die Zukunft der Kirche und der Klöster würde mehr als rosig werden. Dass es anders kommen musste spürte so mancher Mönch. Doch im Gehorsam blieben die meisten von ihnen still und schwiegen; und so kam es zu vielerlei Veränderungen.

Am auffälligsten traten die Neuerungen in der Klosterkirche zutage. Natürlich wurde als erstes ein sogenannter Volksaltar vor dem Hauptaltar platziert, an dem nun nicht mehr die Opfermesse zelebriert, sondern das Gemeinschaftsmahl gefeiert wurde.

Ein sehr interessantes Zeitdokument ist das hier verlinkte Video aus dem Jahr 1970. Ein Dokumentarfilm über das Leben in der Trappistenabtei von Orval zeigt ansatzweise, teilweise sehr deutlich, die bereits eingetretenen Neuerungen.

Video – N.D. de ORVAL 1970

Abbaye d’Orval – Abtei von Orval

Die Liturgie wurde zunächst durch die Muttersprache ergänzt, aufgewertet und bald weitestgehend ersetzt. Die altehrwürdigen, wenigen liturgischen Bücher wurden immer mehr an den Rand gedrängt und vielfach kaum noch oder gar nicht mehr benutzt.

Bald benötigte man die alten liturgischen Bücher, die allesamt in der Druckerei der belgischen Abtei Westmalle hergestellt wurden, nicht mehr. Vielfach wurden sie entsorgt.

Die Druckplatten, die einen unschätzbaren Wert besaßen, wurden in den siebziger Jahren zerschlagen.

Heutige Trappistenliturgie : Ringbücher, lose Blätter, Ringbücher …

Es sei noch erwähnt, dass in jenen Jahren, ab Ende der 60er und für ungefähr zehn Jahre, die meisten Ordensleute aus ihren Klöstern abgewandert sind, sie verlassen haben. Ein Gott wohlgefälliges Leben könne man auch in der Welt führen und ein Büßerleben war nun nicht mehr notwendig, wo doch die theologische Auffassung immer mehr um sich griff, dass alle Menschen bereits erlöst seien.

Übrigens ist nie untersucht worden, wie viele Mönche nicht aus solchen oder ähnlichen Beweggründen ihr Kloster verlassen haben, sondern deswegen, weil die neue Ordnung nicht mehr mit ihrer Berufung übereinstimmte.

Liturgische Bücher aus der Vergangenheit – für die Zukunft?

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