Brich auf, christliche Seele – auch am Jahresbeginn

Die Kirchlichen Sterbegebete wurden seit Jahrhunderten „Commendatio animæ“ genannt. Wenn ein Mensch im Sterben lag, betete der Priester das „Proficiscere, anima christiana“. Es handelt sich um ein Gebet aus dem 8. Jahrhundert und erinnert uns daran, dass jeder Mensch sterben muss und bereits heute, in dieser Stunde, sterben kann.

Sind wir bereit?
Auch am Anfang des neuen Jahres 2023?

„Du kennst nicht den Tag, noch die Stunde deines Todes“ sagt das Schriftwort. Und die Lehrer des geistlichen Lebens weisen uns darauf hin, dass wir „täglich den Tod vor Augen haben“ sollen. Wir sollen jederzeit bereit sein für die Begegnung mit unserem Schöpfer. Darum kann dieses Gebet auch am Beginn eines neuen Jahres Anwendung finden.

Vielleicht ist es hilfreich dieses Gebet oft, ja täglich zu beten, um bereit zu sein, wenn der Herr ruft: Komm!

Das Gebet „Proficiscere, anima christiana“ war (IST) ein Sterbegebet, das unmittelbar vor dem Hinscheiden gebetet wurde. Wenn der Priester, der früher dem Sterbenden beistand, das Sterben des Todgeweihten erkannte, also die Agonie begann, sprach er dieses Gebet:

Brich auf, christliche Seele, von dieser Welt,
im Namen Gottes, des allmächtigen Vaters,
der dich erschaffen hat,
im Namen Jesu Christi, des Sohnes des lebendigen Gottes,
der für dich gelitten hat,
im Namen des Heiligen Geistes,
der über dich ausgegossen worden ist.
Heute noch sei dir in Frieden deine Stätte bereitet,
deine Wohnung bei Gott im heiligen Zion,
mit der heiligen Jungfrau und Gottesmutter Maria,
mit dem heiligen Josef und mit allen Engeln und Heiligen Gottes.
Du kehrst zurück zu deinem Schöpfer,
der dich aus dem Lehm der Erde gebildet hat.
Mögen dir, wenn du dieses Leben verlässt, die heilige Maria,
die Engel und alle Heiligen begegnen.
Mögest du deinen Erlöser schauen von Angesicht zu Angesicht
und dich der Erkenntnis Gottes erfreuen in Ewigkeit.
Amen.

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Proficiscere, anima christiana, de hoc mundo,
In nomine Dei Patris omnipotentis, qui te creavit,
In nomine Iesu Christi Filii Dei vivi, qui pro te passus est,
In nomine Spiritus Sancti, qui in te effusus est;
Hodie sit in pace locus tuus
et habitatio tua apud Deum in sancta Sion,
cum sancta Dei Genitrice Virgine Maria,
cum sancto Ioseph, et omnibus Angelis et Sanctis Dei.
Ad auctorem tuum,
qui te de limo terrae formavit, revertaris.
Tibi itaque egredienti de hac vita sancta Maria,
Angeli et omnes Sancti occurrant. […]
Redemptorem tuum facie ad faciem videas
et contemplatione Dei potiaris in saecula saeculorum.
Amen.

Der Versehgang: Gemälde von Michael Emonds-Alt, Niederrhein

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Josef von Nazareth

Josef war ein Mensch,
der etliche Jahre seines Lebens verbrachte, ohne zu wissen,
dass Gott für die Verwirklichung seiner Pläne mit ihm rechnete…

Er lebte ganz normal, wuchs mitten in einer ganz normalen Familie auf, verkehrte mit Freunden und Verwandten, lernte einen Beruf, war froh im Leben und hatte, wie jeder normale junge Mann Zukunftspläne. Und als es für ihn an der Zeit war, sich nach einer schönen Frau umzuschauen, verliebte er sich in Maria, war glücklich und träumte wie jeder Verliebte von der Liebe zueinander. Er war ein „prächtiger Kerl“, wie man heute sagen würde, kam bei den Menschen gut an, war friedlich und gut gelaunt, hatte mit niemandem Streit, war gütig, war – wie sein Leben später zeigen wird – flexibel und besaß einen wachen Verstand. Er lebte in Freude und Einfachheit des Herzens, genoss alle persönlichen Vorzüge, über die er verfügte, machte sich aber keine tiefer gehenden Gedanken darüber, warum ihm alles glückte.

Josef war mit sich, mit Gott und mit der Welt zufrieden.

Dass er eine Aufgabe von Gott erhalten sollte, das ging ihm nicht einmal durch den Kopf, ebenso wenig, dass seine Eigenschaften sowie die Umstände seines Lebens in Zusammenhang mit einer konkreten Berufung Gottes stehen könnten. Also: Dass Gott an ihn seit der Grundlegung der Welt gedacht und ihm eine Aufgabe in seinem Plan zur Erlösung der Welt zugedacht hatte, davon wusste Josef nichts und ahnte auch nichts davon. Die Zeit ging ins Land; Josef lebte ganz normal, erfüllte seine Pflichten, arbeitete, träumte. Er war auch sicher fromm und erfüllte seine religiösen Pflichten, betete und glaubte an den Gott Israels. Er war ein rechtschaffener Mensch und mit Gott und der Welt im Einklang. Das war seine Welt.

Von Gott her gesehen stand seine Person in einem größeren Licht.

Von Gott her war Josef der Mann, der Jesus als Vater dienen sollte. Eine fürwahr enorm große Aufgabe! Nur – er wusste das nicht! Irgendwann aber erfuhr er es. Und dann kam für ihn seine Stunde: die Stunde der Annahme oder der Ablehnung seiner Berufung. Josef hätte „Nein“ sagen können. Er war frei. Darum ist seine Entscheidung für Gott so wertvoll. Wir wissen, wie er zu einer positiven Entscheidung gekommen ist. Als er die Schwangerschaft Marias bemerkte, wollte er sich zurückziehen und seine Frau in aller Stille entlassen. Er hat also eine Krise durchgemacht und sie mit Gottes Hilfe überstanden.

Josef lebte lange Zeit lebte, ohne zu wissen, dass er von Gott berufen worden war.

[…] dass er aber eine konkrete Aufgabe von Gott erhalten würde, das wusste er nicht, bis ein Engel Gottes ihm dies im Traum klar machte. In diesem Sinn ist Josef ein Leuchtturm gerade für die Christen unserer Zeit, für uns, die wir im 21. Jahrhundert leben. Denn die meisten Christen heute wissen noch nicht, dass sie von Gott berufen worden sind […].

(vgl. Cesar Martinez. Josef, zu Großem berufen)

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Zisterzienserinnen übernehmen Trappistenkloster

Am 30. November 2022 war das Gepäck im Neunsitzer-Bus schnell verstaut, als sich um 15:45 Uhr acht Zisterzienserinnen der Abtei Boulaur im südwestfranzösischen Departement Gers auf den Weg machten, um die von den Mönchen verlassene Trappistenabtei Notre-Dame-des-Neiges („Unsere lieben Frau vom Schnee“) im Departement Ardèche neu zu besiedeln.

Nach gut fünf Stunden Fahrt leuchteten die Scheinwerfer des Fahrzeugs um 21 Uhr in die breite Buchenallee, die zum Kloster Notre-Dame des Neiges führt. Für die Zisterzienserinnen war dies ein besonderer Moment, der in der Stille des Abends die Geschichte dieser Abtei prägt.

Der Ankunft vorausgegangen war ein bewegender Abschied aus dem Kloster, in das die Nonnen vor vielen Jahren eingetreten sind. In der Abtei Sainte-Marie de Boulaur wurde an diesem Tag das Fest des Apostels Andreas gefeiert und der 10. Jahrestag der Wahl von Äbtissin Mère Emmanuelle. Nach einem festlichen Mittagessen versammelte sich die ganze Gemeinde in der Abteikirche. Hier wurden die acht Gründerinnen von ihrer Äbtissin gesegnet. Unter dem Gesang des feierlichen Te Deum gaben Sie Gott die Ehre und zogen, begleitet von ihren Mitschwestern, aus der Kirche hin zum Kleinbus. Es folgten Dankaktionen, Abschied und Herzklemmung.

Äbtissin Mère Emmanuelle spendet den Gründerinnen den Segen
Abfahrt vom Hof des Mutterklosters in Boulaur

Die Zisterzienserinnenabtei in Boulaur zählt etwa 25 Nonnen mit einem Durchschnittsalter von 45 Jahren und ist eines jener Klöster, das einen ausreichenden klösterlichen Nachwuchs verzeichnet. Das Kloster wurde im Jahr 1949 wiederbegründet. Aufgrund der schnell wachsenden Klostergemeinde konnte 1998 die alte Zisterzienserabtei Sainte-Marie de Rieunette in der Diözese Carcassonne neu belebt werden. Das auf über tausend Höhenmetern in den Cevennen liegende Kloster Notre-Dame des Neiges ist somit die zweite Gründung von Boulaur.

Acht Gründungsschwestern

Doch dem Kloster Boulaur ging es nicht immer gut. Im Jahr 1979 sollte das Kloster gar wieder aufgegeben werden. Es gab nur noch 5 Schwestern. Sie überredeten den Generalabt, er möge erlauben, dass sie sich an die im Ruf der Heiligkeit verstorbene Claire de Castelbajac wenden dürfen. Der Ordensobere aller Zisterzienser stimmte mit einer Befristung zu. Und tatsächlich traten in den nächsten Monaten junge Frauen ins Kloster ein, so dass dessen Schließung kein Thema mehr war. So ist eine enge Verbindung zwischen Claire de Castelbajac und dem Zisterzienserinnenkloster von Boulaur entstanden. Heute befindet sich die Grabstätte von Claire im Kloster.

Die Trappistenabtei Notre-Dame des Neiges ist wiederum dafür bekannt, dass hier ein Heiliger lebte: Charles de Foucauld wurde 1890 als Novize eingekleidet und lebte hier sieben Monate, ehe er in ein noch einsameres und ärmeres Kloster in Syrien ging. Einige Wochen vor seiner Priesterweihe bereitete er sich in seinem Noviziatskloster auf dieses Ereignis vor und zelebrierte auch seine erste Heilige Messe im Oratorium der Abtei.

Die Zisterzienserinnen von Notre-Dame des Neiges setzen ab dem 1. Dezember 2022 das monastische Leben fort, das die Trappistenmönche aus Nachwuchsmangel nicht mehr aufrechterhalten konnten. Am 22. Dezember 2021 entschieden sie sich zu diesem Schritt und verließen kurze Zeit später ihr Kloster.

Bald darauf erging eine Einladung des für das ehemalige Trappistenkloster zuständigen Bischofs von Viviers an die Nonnengemeinschaft von Sainte-Marie de Boulaur. Als die Generaläbte der Zisterzienser und Trappisten ihre Unterstützung zusagten, entschied der Konvent von Boulaur am 21. März 2022, der Gründung zuzustimmen.

Abtei Unsere lieben Frau vom Schnee in den Cevennen auf einer Höhhe von 1100 Meter

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Ruf in die Trappistinnenabtei Maria Frieden

Die Nonnen der Abtei Maria Frieden sind Zisterzienserinnen strengerer Observanz (OCSO) – Trappistinnen.

Ihr Tag beginnt um 04:05 Uhr mit dem ersten gemeinsamen Gebet, der Vigil. Anschließend halten sie stille Betrachtung. Werktags finden um 07:00 Uhr die Laudes und um 07:30 Uhr die Heilige Messe statt. Nach der Terz um 09:00 Uhr beginnt die vormittägliche Arbeitszeit, die um 12:15 Uhr mit dem Gebet der Sext abgeschlossen wird. Es folgt das gemeinsame Mittagessen in Stille. Nach einer kurzen Ruhepause findet um 14:20 Uhr die Non statt. Daran schließt sich die nachmittägliche Arbeitszeit an. Um 17:15 Uhr wird die Vesper gebetet. Nach dem Abendessen wird jeder Tag um 19:25 Uhr mit dem Gebet der Komplet beschlossen.

 

Vielleicht möchten SIE Ihre Berufung prüfen?

Sie nehmen Kontakt mit dem Kloster auf. Denn immer geht ein erstes Kennenlernen einem Eintritt ins Kloster voraus. Sie kommen und verbringen mehrmals einige Tage im Gästehaus. Sie erleben die Stille und das Stundengebet in der Kirche.
Sie sprechen mit der Novizenmeisterin und der Äbtissin. Sie erleben den Klosteralltag.

GOTT zeigt Ihnen,
ob Sie berufen sind
in diesem konkreten Kloster
ein Leben lang
leben zu können.

Machen SIE den ersten Schritt
in ein großes Abenteuer mit Gott!

Trappistinnenabtei Maria Frieden
Hermann-Josef-Straße 6
53925 Kall-Steinfeld

www.mariafrieden-ocso.de

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Wie findet ein Beichtvater die richtigen Worte

Msgr. Georg Zinnbauer
20.01.1938 – 18.10.2022

RIP

Wie findet ein Beichtvater die richtigen Worte?
„Es bedarf einer Vorbereitung und einer gewissen Innerlichkeit.“

55 Jahre ist Zinnbauer in dieser inneren Art Priester. Sein Leitstern ist Jean-Marie Vianney, der Pfarrer von Ars. Jean Vianney bekam im Februar 1818 eine desinteressierte 240-Seelen-Gemeinde bei Lyon und reformierte sie mit seiner intuitiven Art aus dem Beichtstuhl heraus.
„14 bis 18 Stunden hörte er Beichte. Er hat halb Frankreich bekehrt“, flüstert Zinnbauer.

Bei Zinnbauer begann es als Kooperator in Kirchenthumbach.
„Es war 1963, Bergfest. Mein Pfarrer hat mich Am Samstagnachmittag in die Bergkirche zum Beichthören geschickt. Um 13.30 Uhr war ich im Beichtstuhl. Durchgegangen ist es bis 21.30 Uhr, bis die Haushälterin an den Beichtstuhl klopfte und sagte: Essen S‘ was. Das war mein Einstieg in die Seelsorge und es ist nicht mehr abgerissen.“

In seinen Pfarrstellen St. Josef und den 30 Jahren in St. Konrad in Weiden kamen die Leute „en masse zum Beichten“. Bis zu 40 Stunden sei er mit zwei Kaplänen in der Karwoche im Beichtstuhl gesessen. Die vielen Stunden hinterm trennenden Gitter haben den Menschen Zinnbauer verändert.
„Man wird gütiger, nachsichtiger, barmherziger. Man kann als Beichtvater den Menschen mehr verstehen.“

Zinnbauer lächelt fast mütterlich. Er ist kein frommer Tropf, er kennt die Realität:
„Die allgemeinen Beichtzahlen sind sehr zurückgegangen, aber die Qualität der Beichten steigt. Die, die kommen, haben etwas Besonderes auf dem Herzen.“

Zinnbauer sagt, er sei durch die Erfahrung darauf gekommen, den Schwerpunkt seiner Seelsorgearbeit auf den Beichtstuhl zu setzen. Dies bezeichnet er als die intensivste Form der Kommunikation zwischen Pfarrer und Gemeinde.
„Menschen muss man mögen. Die darf man nicht einfach nur absolvieren. Es ist eine Sache des Herzens.“

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Traditionsverbundene „Marian Franciscans“ in Schottland

Die traditionsverbundenen Brüder der „Familie der Unbefleckten Maria und des Heiligen Franziskus“ haben ihren bisherigen Standort in Gosport (in der Grafschaft Hampshire in Südengland) verlassen. Stattdessen leben die „Marian Franciscans“ ab sofort an einem für sie geeigneteren Standort in Schottland.

Eine kleine Präsenz der Brüder wird auf Wunsch des Bischofs weiterhin in Portsmouth aufrecht erhalten. Das neue Haus bei Dundee in Schottland ist größer und ermöglicht dem Konvent etwa ein besseres Gemeinschaftsleben.

Auch die Schwestern der franziskanischen „Familie des Unbefleckten Herzens und des Heiligen Maximilian Kolbe“ werden die Niederlassungen in Bridgemary und Alderney verlassen, um als Konvent in einem großen ehemaligen Kloster in der Nähe der Brüder in Dundee zu leben.

Nach der faktischen Zerstörung der Gemeinschaft der „Franziskaner der Immakulata“ durch einen von Papst Franziskus bestellten apostolischen Kommissar im Jahr 2013 fand Pater Serafino M. Lanzetta, ein Mitglied der von Pater Stefano Maria Manelli gegründeten und 1990 kanonisch errichteten Gemeinschaft, Aufnahme bei Bischof Philip Anthony Egan, der ihn in seine Diözese Portsmouth inkardinierte. Er wurde Gemeindepriester in Gosport. Hier schlossen sich ihm bald einige ehemalige Mitbrüder und zahlreiche junge Männer an.

Pater Serafino gründete die neue Gemeinschaft „Familie der Unbefleckten Jungfrau und des heiligen Franziskus“. Der junge Orden zog erstmals im Jahr 2019 größere Aufmerksamkeit auf sich, als Bischof Egan vier junge Brüder des neuen Ordens zu Priestern weihte. Die internationale Gemeinschaft ist seither stark gewachsen und ihre apostolische Tätigkeit konnte weiter ausgebaut werden. Wohin auch immer ihre Priester kommen, dort wird auch die überlieferte Liturgie gefeiert.

Die Brüder der „Familie der Unbefleckten Jungfrau und des heiligen Franziskus“ sehen sich als Missionare, die Jesus Christus durch Hingabe an die Immakulata folgen sowie zur größeren Ehre Gottes und zur Rettung aller Seelen predigen.

Durch Maria tritt Christus in die Welt, ebenso treten wir durch sie in sein Reich ein.“ Wie Christus durch „Unsere Liebe Frau“ in diese Welt gekommen ist, suchen auch sie ihrem mütterlichen Schutz. Sie wollen missionarisch leben, was sie predigen: Mit Mariens Hilfe sich vollkommen mit Christus zu vereinen.

Hier die ersten Fotos der neuen schottischen Heimat der
„Marian Franciscans“

Hauskapelle
St.-Joseph-Kapelle
Kloster der Schwestern
Kloster der Brüder, ein ehem. Pastoralzentrum
Tay Rail Bridge vom Kloster aus gesehen. Die Eisenbahnlinie ist 4,43 KM lang und verbindet Dundee und Wormit.

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Indianer Ksistaki Poka wird Pater John J. Brown

Der Schwarzfuß-Indianer Ksistaki Poka wurde 1948 Priester. Als Pater John J. Brown war er das erste Mitglied des Stammes der Blackfoot-Indianer, der zum Priester geweiht wurde.

Das nachstehende Foto entstand kurz nach der Priesterweihe. Ob es sich um den Primizsegen handelt, ist nicht überliefert. Man erkennt den Häuptling und andere Älteste seines Stammes. Die Originalunterschrift vom 21.06.1948 lautet :

„Missoula, MT [Montana, USA]: Pater John J. Brown, erster vollblütiger Blackfoot-Indianer, der Priester der römisch-katholischen Kirche wurde, erteilt den Segen an (von links nach rechts) Joe Woodcock, Chief Paul Charlo und Pete Beaverhead in der historischen St. Ignatius Mission.“

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Und verwechseln Sie niemals Liebe mit Sentimentalität …

Mutter Thekla, ehemalige Äbtissin eines orthodoxen Klosters, starb am 7. August 2011 im Alter von 93 Jahren. Sie war die letzte überlebende Nonne eines Klosters in North Yorkshire (Orthodox Monastery of the Assumption Normanby), das heute nicht mehr existiert. Mutter Thekla schrieb den folgenden, mit Humor gespickten Brief „an eine(n) neuen Konvertit-en(-in)“ im Jahr 2009, als sie 91 Jahre alt war.

Liebe(r) xxx,
ich habe gehört, dass Sie auf dem Weg sind, orthodox zu werden. Ich weiß nichts über Sie, außer der Tatsache, dass Sie Engländer(in) sind.

Bevor wir weitermachen, sollte ich noch einen Punkt klarstellen. Man hat mir nicht gesagt, warum Sie konvertieren wollen, aber ich versichere Ihnen, dass es überhaupt keinen Sinn hat, wenn es aus negativen Gründen geschieht. Sie werden in der Orthodoxie genauso viel „Falsches“ (wenn nicht mehr) finden wie in der anglikanischen oder römischen Kirche.

Der erste Punkt ist also: Sind Sie bereit, sich mit Lügen, Heuchelei, dem Bösen und allem anderen auseinanderzusetzen, und zwar in der Orthodoxie genauso wie in jeder anderen Religion oder Konfession?
Erwarten Sie eine Art irdisches Paradies mit viel Weihrauch und der richtigen Musik?
Erwarten Sie, dass Sie direkt in den Himmel kommen, wenn Sie sich dich langsam, pompös und in der richtigen Form von der richtigen Seite bekreuzigen?
Haben Sie ein Kochbuch mit allen authentischen russischen Rezepten für die Osterfeierlichkeiten?
Sind Sie ein Experte darin, sich bei jeder möglichen oder unpassenden Gelegenheit dreimal zu küssen?
Können Sie sich elegant niederwerfen, ohne dass alles Mögliche aus deinen Taschen fallen zu lassen?

ODER …

Haben Sie die Evangelien gelesen?
Haben Sie dem gekreuzigten Christus gegenübergestanden?
Haben Sie im Geiste am letzten Abendmahl teilgenommen – Verstehen Sie die Bedeutung des Heiligen Abendmahls?

UND …

Sind Sie bereit, in aller Demut zu verstehen, dass Sie in diesem Leben nichts über den Glauben hinaus wissen werden; dass Glaube bedeutet, die Wahrheit ohne Beweise zu akzeptieren. Glaube und Wissen sind der ultimative Widerspruch – und das ultimative Aufgehen ineinander. Gelebte Orthodoxie basiert auf dem Paradox, das sich im Gottesdienst fortsetzt – privat oder öffentlich.

Wir wissen, weil wir glauben, und wir glauben, weil wir wissen.

Sind Sie vor allem bereit, alle Dinge als von Gott kommend zu akzeptieren? Wenn wir immer „glücklich“ sein sollen, warum dann die Kreuzigung Jesu?

Sind Sie bereit, bei allem, was passiert, zu glauben, dass es irgendwo, irgendwie einen Sinn haben muss? Das bedeutet nicht passives Ertragen, sondern ständige Wachsamkeit, Hören auf das, was verlangt wird, und vor allem Liebe. Arm, alt, krank, bis zum letzten Atemzug, – wir können lieben. Nicht den sentimentalen Unsinn, der so oft mit Liebe verwechselt wird, sondern die Liebe des Opfers – die innere Kreuzigung von Gier, Neid und Stolz.

Und verwechseln Sie niemals Liebe mit Sentimentalität.
Und verwechseln Sie niemals Anbetung mit Affektiertheit.

Seien Sie demütig – lieben Sie, auch wenn es schwierig ist. Keine sentimentale so genannte Liebe. – Und behandeln Sie den Gottesdienst nicht als Theateraufführung!

Ich hoffe, dass diese Zeilen etwas Sinn machen …
Mit meinen besten Wünschen,
Mutter TheklaIch

Quelle

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Was ist keuscher als die Liebe?

„Es ist unmöglich, dass ein Mensch zur Gnade gelangt, wenn er nicht die Fleischesart von sich tut. Unter allen Tugenden würde ich der heiligen Keuschheit den ersten Platz einräumen.“ – sagte Bruder Ägidius

Ein Bruder stellte die Frage:
„Ist die Liebe nicht
eine größere Tugend als die Keuschheit?“

Darauf Bruder Ägidius:
„Und was ist keuscher als die Liebe?“

So fragte ein Bruder:
„Was nennst du Keuschheit?“

Die Antwort von Bruder Ägidius:
„Keuschheit nenne ich es, alle Sinne für die Gnade Gottes zu bewahren.“

„O Herrin Keuschheit, du bist so zart und gut,
dass Toren dich nicht finden noch besitzen können.“

(Dienst am Glauben 3, 2014)

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Tage der Priesterweihen

Beten wir! – für die Priester und um heilige Priester!

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Das Priestertum
ist nicht einfach nur „Amt“,
sondern Sakrament:
Gott bedient sich
eines armseligen Menschen,
um durch ihn
für die Menschen da zu sein
und zu handeln.
Diese Kühnheit Gottes,
der sich Menschen anvertraut,
Menschen zutraut,
für ihn handeln und da zu sein,
obwohl Er
unsere Schwächen kennt
– diese Kühnheit
ist das wirklich Große,
das sich im Wort
„Priestertum“
verbirgt.

(Papst Benedikt XVI. am 11. Juni 2010, zum Abschluss des Priesterjahres)

Das Kreuz tragend
dem Kreuz folgen!

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