Heimkehr – Neue und wunderbare Welt

HIER  habe ich darauf aufmerksam gemacht, dass der Apostolische Nuntius in der Schweiz, Erzbischof Thomas Gullickson, anlässlich des 100jährigen Jubiläums der Muttererscheinungen von Fatima in der Klosterkirche von Fischingen ein Pontifikalamt im tridentinischen Ritus zelebriert.

Mit den folgenden Worten gibt Msgr. Gullickson auf seinem Blog Einblick in sein Inneres, als er, nachdem er seine erste Zelebration der Heiligen Messe im überlieferten Ritus zelebriert hatte, schrieb:

„Am 13. Mai konnte dieser alte Mann über die Schwelle treten
in eine neue und wunderbare Welt.“

Erzbischof Thomas Gullickson

Msgr. Gullickson, der 66 Jahre alt ist, spielte mit seiner Wortwahl offenbar darauf an, daß es mehr als 40 Jahre seit seiner Priesterweihe dauerte, er also so „alt“ werden mußte, um erstmals selbst in der überlieferten Form des Römischen Ritus zelebrieren zu können.

Nuntius Msgr. Gullickson wurde 1950 in den USA geboren und 1976 für die Diözese Sioux Falls zum Priester geweiht. 1985 trat der promovierte Jurist in das Diplomatische Corps des Heiligen Stuhls ein. 2004 empfing er die Bischofsweihe. Papst Johannes Paul II. ernannte ihn zum Titularerzbischof.

Nuntius Gullickson sah sich am 13. Mai erstmals in eine „neue und wunderbare Welt“ eintreten, als er erstmals die Messe aller Zeiten (als Pontifikalamt) zelebrierte.

Quelle

Weitere schöne Fotos gibt es HIER

Über das Ausbleiben einer schnellen monastischen Blüte im Kloster Mariawald

„Nicht Nostalgie des goldenen Gestern,
sondern Quelle des notwendigen Heute!“

Anlässlich eines Vortrages mit dem Titel „Tradition als Rettung“, den Professor Dr. Andreas Wollbold am 8. Mai 2011 vor einem zahlreich erschienenen Freundeskreis in der Trappisten-Abtei Mariawald in der Eifel gehalten hat, behandelte  er auch das Missverständnis, dass, wenn etwas Neues beginne, sofort auch die Eintritte und Profeßfeiern explodieren müssten.

Ein Textauszug:

Wenn ich […] als Beobachter aus der Distanz zusammenfassen darf, so möchte ich sagen:
Das Kloster musste erleben, dass es trotz aller radikalen fuga mundi – Flucht aus der Welt – doch auch pars mundi – Teil der Welt – geblieben ist, dass es geprägt ist von den Umbrüchen, den Fragen, dem Verlust an festem Grund, der unsere Zeit und eben auch unsere Kirche prägt.

Unbestechlichstes Zeichen ist dafür immer der Mangel an Berufungen. Denn eine geistliche Berufung – und mehr noch ein monastische – kann nur da wachsen, wo der Glaube fest ist. Fest aber ist der Glaube nur da, wo Menschen bereit sind, für ihn große Opfer zu bringen: Nicht umsonst ist seit biblischen Zeiten der martýs, der Blut-Zeuge, das Inbild eines Gläubigen. Und nicht zufällig wurde die Mönchsprofess immer auch als andauerndes Martyrium angesehen.

Das Kloster als pars mundi, das hat nun auch eine besondere Aktualität gewonnen, seitdem Abt Joseph den viel beachteten Entschluss gefasst hat, zur alten klösterlichen Ordnung und zur alten Liturgie zurückzukehren. Es war niemals zu erwarten, dass ein solcher Schritt einhelligen Applaus finden würde. Ebensowenig war zu erwarten, dass er von einem Augenblick auf den anderen eine neue Blüte einleiten würde.

Dicke Bretter bohren“, wo würde das mehr gelten als im geistlichen Leben? Und wer wüsste das besser als ein Mönch, der sich nur zu gut bewusst ist, dass selbst ein langes Leben im Kloster gerade einmal die ersten Anfänge in der „Schule des Herrendienstes“, wie es im Prolog der Beneditsregel  heißt, zu legen imstand ist?

Für beides, den fehlenden Applaus und die ausbleibende rasche Blüte, finden wir eine auffällige Analogie in den Anfängen der Zisterzienser:

–    Fehlender Applaus: Zu den großen, weil notwendigen Spannungen der Ordensgeschichte gehört die zwischen CLUNY UND CÎTEAUX, zwischen den schwarzen und den weißen Mönchen. Denn es war ja nicht der Gegensatz zwischen Dekadenz und Heiligkeit. Damit würde man es sich mit Cluny zu einfach machen. Es war der zwischen einem Klosterleben im religiösen Dienst an der Welt: Die vielen Messen und Gebete im cluniazensischen Kloster dienten ja wesentlich dem Seeleheil betuchter Förderer, die ihrerseits das Kloster und seine Filiationen mit reichen  Gaben bedachten. Cîteaux dagegen und dann in bernhardinischer Blüte vor allem Clairvaux setzte dagegen: Das Kloster ist zuerst und vor allem der Ort des Dienstes an Gott, der Ort der Heiligung der eigenen  Seele, der Ort  darum auch eines radikalen Schnittes mit der Welt – und dies paradoxerweise gerade nicht, um die Welt zu vernachlässigen, sondern um ihr das eine Notwendige geben zu können: Das Heil Gottes. Die zisterziensische Reform sucht gerade nicht den Beifall oder auch nur die Beachtung der Welt.

–    Ausbleibende rasche Blüte: Erinnern wir uns auch daran, dass DIE ERSTEN JAHRE VON CÎTEAUX unter Robert von Molesme mehr als bescheiden waren. So glichen sie sehr viel mehr einem Dahindümpeln als einem kraftvollen Aufbruch, so dass zu Recht erst der hl. Bernhard als zweiter Ordensgründer anzusehen ist. Es ist darum eine Askese eigener Art, einen großen Schritt zu vollziehen, ohne doch schon gleich mit Erfolg belohnt zu werden.

 […]
Und noch ein wichtiger Punkt seiner [d. hl. Bernhard von Clairvaux] klösterlichen Reform ist seiner kontemplativen Begabung zu verdanken. Intuitiv bemühten sich die ersten Zisterzienser um die Reinheit der Liturgie:  Mit Eifer besorgten sie sich alte Manuskripte von Messbüchern und anderen liturgischen Werken. Reinheit fanden sie vor allem in der Rückkehr zur Tradition. Tradition war für sie die Stimme des Heiligen Geistes, also nicht Nostalgie des goldenen Gestern, sondern Quelle des notwendigen Heute.
(Quelle)

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Und wer sich berufen fühlt, habe Mut,
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„Esclavas Reparadoras de la Sagrada Familia”

Die „Dienerinnen zur Wiederherstellung der Heiligen Familie” sind ein neuer weiblicher Zweig des 2006 gegründeten „Institut vom Guten Hirten“ („Institut du Bon Pasteur“ – IBP) und leben in Südamerika.

Bei diesem Institut handelt es sich um eine Gemeinschaft des päpstlichen Rechts. Als apostolische Gemeinschaft bekam sie von Papst Benedikt XVI. Bestätigung und Anerkennung sowie das Privileg, sich ausschließlich den liturgischen Büchern von 1962 verpflichtet zu fühlen. Das Institut hat zwar seinen Hauptsitz, mit dem Generaloberen Pater Philippe Laguérie, in Bordeaux in Frankreich, doch sein Wirken geht weit darüber hinaus, besonders nach Südamerika. In mehreren Ländern gibt es bereits Niederlassungen, die allesamt von den Diözesanbischöfen mitgetragen werden.

Die „Dienerinnen zur Wiederherstellung der Heiligen Familie” sind ein „religiös Institut des apostolischen Lebens“, welches in ihrem Alltag das apostolische Leben mit dem kontemplativen Leben verbinden möchte. Die Schwestern sollen das kontemplative Leben mit ihrer apostolischen Tätigkeit hervortreten lassen. Sie wollen gemäß dem Pauluswort (Gal 5,13) „Sklaven [Dienerinnen] füreinander sein durch die Liebe“. Dies soll vor allem in der Bildungsarbeit mit Frauen geschehen, worin sie Schwestern ein großes und weites Arbeitsfeld erkannt haben.

Am 11. Februar 2017 werden drei weitere junge Frauen in Bogota in Kolumbien in das Institut aufgenommen und beginnen damit ihr Noviziat, die Ausbildungszeit innerhalb der Gemeinschaft.

Beten auch wir für die jungen Schwestern und für die junge Gemeinschaft.
Möge Gott seinen Segen geben!

„Esclavas Reparadoras de la Sagrada Familia”
„Instituto del buen Pastor“
„Institut du Bon Pasteur“

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Gottes Ruf in den Orden – lange überlegen oder schnell entscheiden?

Ist es lobenswert, den Weg des Ordenslebens einzuschlagen, ohne sich vorher gründlich beraten zu lassen und ohne dieses Vorhaben lange Zeit hindurch zu überlegen?

Lange Überlegungen und gründliche Beratungen muß man dort anstellen, wo große Zweifel bestehen, wie Aristoteles im dritten Buch der Ethik bemerkt. Dagegen bedürfen unzweifelhafte und klar bestimmte Angelegenheiten keiner Überlegung.

(Thomas von Aquin)

Aus: Greshake, Weismeier. Quellen geistlichen Lebens. Mittelalter. 153ff.
– Thomas von Aquin, Summa Theologica, II/II, 189, 10.
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