Fatima bedeutet: Gottes und Mariens Ruf zu antworten

Fatima ist der dringende Appell des Himmels, dem Ruf zur Heiligkeit großmütig zu antworten, und Tag für Tag, Schritt für Schritt an der Hand Mariens den steilen Pfad zu beschreiten, der zum Leben führt.

Die seligen Kinder sind uns diesen Weg vorausgegangen, der ihnen nicht zu schwer und mühevoll erschien, weil in ihnen die Liebe zu Jesus und Maria lebendig war. Die Botschaft der Seligen Francesco und Jacinta ist es, dass die Liebe das oft so drückend und hart erscheinende Leben in der Nachfolge Christi, Gebet und Buße, „kinderleicht“ macht.

Es sind immer wieder die Heiligen, die sichtbar machen, was Thomas von Kempen in der „Nachfolge Christi“ beschreibt:

„Die Liebe kennt oft kein Maß, sondern sie gerät über alle Maßen in Glut. Die Liebe fühlt keine Last, scheut keine Mühe, erstrebt mehr als sie vermag, schützt keine Unmöglichkeit vor, weil sie glaubt, ihr sei alles möglich und gestattet. Ist sie erschöpft, so erschlafft sie nicht; ist sie in Not, so fühlt sie sich nicht bedrängt; ist sie erschreckt, gerät sie nicht in Verwirrung. Wer liebt, kennt den Klang dieser Worte: Mein Gott, meine Liebe! Du bist ganz mein, und ich ganz dein.“

(Vgl. Florian Kolfhaus. Ganz Dein, Maria)

Gleich, wie groß oder klein die Fatima-Statue ist,
gleich, aus welchem Material sie besteht –
vertraue Du Dich IHR an und folge IHR!

Gebet für die Kirche

O Herr, allmächtiger Gott, der Du das Böse zulässt,
um das Gute dadurch zu bewirken,
höre auf das demütige Gebet,
womit wir Dich um die Gnade bitten,
inmitten so vieler Verfolgungen Dir treu zu bleiben
und bis ans Ende im Guten auszuharren;
und gib uns durch die Fürbitte
der allerseligsten Jungfrau Maria die Kraft,
uns immer Deinem heiligsten Willen zu fügen.
Amen.

(Sel. Papst Pius IX., aus „Brot der Engel“,
Katholisches Gebetbuch, Herder, 1908)

 

 

Ein neues Fest für das VOLTO SANTO

(Aus einem Bericht von Paul Badde bei CNA)

Das neue Fest ist eine Schöpfung des Kapuzinerpaters Carmine Cucinelli, des Rektors der Basilika […]

Pater Carmine hatte entschieden, am Sonntag „Omnis Terra“, dem zweiten Sonntag nach dem Fest der Epiphanie,  in Manoppello an die erste Prozession Papst Innozenz III. im Jahr 1208 wieder anzuknüpfen – […]

Ein Anlass kam noch dazu. Zur bislang letzten Änderung des Festkalenders von Manoppello kam es, als Bürger  des Städtchens Anfang des 18. Jahrhunderts die Kapuziner nach einer Serie von Erdbeben baten, zu dem ersten Fest des Antlitzes am Tag der Verklärung Christi am 6. August (mit einer kleinen Prozession)  noch ein zweites Fest mit einer längeren Prozession einzuführen.

So geschah es erstmals im Jahr 1712 – vor über dreihundert Jahren – als der dritte Sonntag im Mai als zweiter Festtag eingeführt wurde, der für lange Zeit an zwei Tagen im Mai die meiste Aufmerksamkeit auf die verborgene Reliquie lenkte, die den Rest des Jahres weggeschlossen war. Nun hat die letzte Serie von Erdbeben in Italien – und die Sorge vor noch größeren Naturkatastrophen – den Rektor bewogen, dieses dritte Fest einzuführen.

[…]

Pater Carmine stellte ihn [Anm.: Monsignor Americo Ciano aus dem Vatikan] nun als den „Sakristan der Veronika des Vatikans“ vor,  der dort mit dem kostbaren Reliquiar Papst Urban VIII. schon sehr oft die Gläubigen von Sankt Peter am Passionssonntag gesegnet hat, der nun erstmals die unverhüllt wahre Ikone, quasi als „nacktes Gesicht“, zu den Gläubigen trug und auf den Vorplatz der Basilika, wo er die Stadt und das Land  und alle Städte  von Jerusalem bis Rom mit dem Gesicht Christi segnete.

Ein Gebet Pater Carmines für alle Opfer der Erdbeben hatte die Prozession eingeleitet und eine neue Litanei des Heiligen Gesichts der deutschen Schwester Petra-Maria Steiner. Zuvor hatte  Mons. Ciani in seiner Predigt wie selbstverständlich von dem Sanctum Sudarium und dem Mandylion gesprochen und räumte nachher in einem Interview freimütig ein, dass der heilige Schleier im Sacco di Roma 1527 aus dem Petersdom verschwunden sei – ein höchst eifersüchtig gehütetes Geheimnis. „Worte verwehen, Bilder bleiben“ hieß es lakonisch in seiner Predigt.

Am Abend des selben Tages war Manoppello wieder unter Schnee begraben, in der Nacht wurde die Autobahn nach Rom gesperrt. Am Montag fiel der Strom und die Heizung in dem Konvent der Basilika aus. […] Geblieben ist das bisher intimste Fest des heiligen Schweißtuchs, das von nun an Jahr für Jahr neue  Fotos und Filmaufnahmen des wertvollsten Bildes der Welt generieren wird, mit dem die Erde bis an ihre Enden (omnis terra) am Sonntag wieder erstmals seit Jahrhunderten gesegnet wurde.

Hört der Streit um das nicht von Menschenhand geschaffene „Bild“ vom Antlitz Christi damit nun auf? Das wohl eher nicht. Es hat erwiesener Maßen keinerlei Farbspuren. Dennoch ist erst vor Monaten in Deutschland ein fußnotenstarker professoraler Wälzer erschienen, in denen wieder einmal nachgewiesen werden soll, dass es sich bei dem „volto santo“ um eine „mittelalterliche Tüchlein-Malerei“ handeln soll – obwohl eine Reihe der maßgeblichen Autoren des Werkes die wahre Ikone von Manoppello niemals mit eigenen Augen gesehen haben.

Wen soll es wundern? Während diese Zeilen erstmals im Netz erscheinen, zittert die Erde wieder mit der Stärke 5.3 in Mittelitalien, dass sogar in Rom die Häuser  wackeln. „Vor dem Herrn erbebe, du Erde, / vor dem Antlitz des Gottes Jakobs,“ heißt es im Psalm 114, der jedes Jahr in der ganzen jüdischen Welt am Seder gebetet und gesungen wird, das heißt am Vorabend des Pessach-Festes vom „Vorübergang des Herrn“.

Paul Badde – http://de.catholicnewsagency.com/story/worte-verwehen-bilder-bleiben-1510#.WH8vi1mKqzg.facebook

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„Prophische Stimme oder Widerstand gegen Rom“

So betitelt die katholische Monatszeitschrift „Kirchliche Umschau“ in der aktuellen Ausgabe den nun folgenden Bericht (Hervorhebungen von mir):

In der aktuellen Quartalsschrift „KARMELimpulse“, herausgegeben vom Teresianischen Karmel in Deutschland, findet sich der Artikel „Prophetische Stimme: Camilo Maccise OCD“.

Pater Ulrich Dobhan OCD, Provinzial der deutschen Provinz der Unbeschuhten Karmeliten, stellt darin ein Buch vor, das von ihm selbst, zusammen mit Sr. Elisabeth Peeters OCD, übersetzt wurde. Dieses Buch wird bald beim Echter-Verlag erscheinen und trägt den Titel: „Kirche im Winter. Eine prophetische Stimme aus Mexiko“. Das Original erschien 2015, entstanden aus einem umfangreichen Manuskript, das vor allem über Maccises Jahre in Rom berichtet.

Denn Pater Camilo Maccise war von 1979 bis 1985 Generaldefinitor und von 1991 bis 2003 Ordensgeneral der Unbeschuhten Karmeliten in Rom.

Interessant an dem knapp zweiseitigen „Werbeschreiben“ für das Buch sind die Schwerpunkte, die Pater Ulrich Dobhan setzt; nämlich die Probleme, die der gelernte Befreiungstheologe Camilo Maccise mit den vatikanischen Instanzen hatte. Dabei wird unweigerlich deutlich, dass mit dem Hinweis, die Bibel besser als andere interpretieren zu können, über Jahrzehnte ein antikirchlicher Kampf sowohl in Rom als auch im Orden der Unbeschuhten Karmeliten geführt wurde und vielleicht noch geführt wird.

Dobhan schreibt:
P. Camilo beschränkt sich aber nicht auf die Darstellung der für ihn sehr schmerzlichen Erfahrung einer ständigen ungerechten Behandlung durch die Kurie, die er wie die Propheten in der Bibel immer wieder anprangerte, sondern erweist sich auch dadurch als Prophet, dass er Perspektiven für die Zukunft eröffnet.

Das Hauptaugenmerk Maccises lag, wie Dobhan bemerkt, „auf der Entwicklung der Kirchenleitung und deren Verhältnis zur Kirche weltweit, speziell zur Kirche in Lateinamerika“. Auch dort sei „nach dem Konzil eine Art neuer Frühling aufgebrochen, dem aber schon bald, nicht zuletzt durch gezielte Bischofsernennungen, ein Winter folgte“.

Dies zeige der Ordensgeneral an seiner Person auf.

Da er sich als gelernter Bibelwissenschaftler im Geist der Theologie der Befreiung für eine breitere Kenntnis der Bibel unter dem einfachen Volk eingesetzt hatte, war er in vatikanischen Kreisen bald verdächtig geworden, und als er am 10. April 1991 wider alle Erwartung bereits im ersten Wahlgang zum Ordensgeneral gewählt war, sorgte das in der Religiosenkongregation und anderen Ämtern des Vatikans für Ärger und Überraschung.

Dobhan erinnert sich noch „sehr gut an die unglaubliche Spannung“ bei der Wahl Maccises zum Ordensgeneral. Erst der letzte Stimmzettel brachte die Entscheidung für ihn. Freude hier und Enttäuschung da seien damals allen ins Gesicht geschrieben gewesen. Einige Tage später sei der Präfekt der Religiosenkongregation zu Besuch erschienen. Dieser nannte, „wie P. Camilo schreibt, ‚meine Wahl einen Mangel an gesundem Menschenverstand vonseiten der Karmeliten, die seines Erachtens den Verstand verloren hätten, als sie mich wählten‘ und kommentierte wörtlich: ‚Wie habt ihr diesen Mann nur wählen können!

Die gesamte Amtszeit von Camilo Maccise sei voller Spannungen mit einigen Behörden des Vatikans gewesen.

Dobhan versteigt sich schließlich zu dem Satz, mit dem er zwar bezeugt, ein treuer Gefährte von Camilo Maccise zu sein, aber doch auch deutlich und klar seine Position gegenüber dem römischen Lehramt und dem Papst beschreibt:

Es wird deutlich, wie mit dem Tod Pauls VI. die Zentralisierung der Kirche stets weiter voranschritt.

Sicherlich wird es interessant und spannend sein, das Buch des früheren Ordensgenerals der Unbeschuhten Karmeliten zu lesen. Genauso interessant ist es aber auch, festzustellen, wes Geistes Kinder er geprägt hat, auch und gerade unter Ordensmitgliedern deutschsprachiger Zunge.

Eine gewisse Form von Arroganz, Hochmut, Besserwisserei oder verletztem Stolz scheint aus dem Schlusssatz des Artikels hervorzutreten, mit dem Ulrich Dobhan aus dem Abschiedsbrief des 2012 verstorbenen Camillo Maccise zitiert:

Unsere hl. Mutter erlangte mir von Gott die Gnade, die Erfahrung des ‚Nichts dich beirre, nichts dich verwirre, alles vergeht‘ zu leben, aber auch, dass ‚die Wahrheit sich treten, aber nicht zertreten lässt‘.“

Der ganze Artikel aus KARMELimpulse ist inzwischen HIER online zu lesen:
http://www.karmel-birkenwerder.de/cms/fileadmin/user_upload/KARMELimpulse/Camilo-Maccise.pdf

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Das heilige Meßopfer mit aszetisch-mystischer Erklärung (11)

11. Graduale: Stufenlied, Alleluja, Tractus (Sequenz)

Diese Zwischengesänge sind ein Echo aus der Epistel oder dem Tagesgeheimnis und laden uns zur Betrachtung hierüber ein.

Gepriesen bist Du, Herr, dessen Blick alle Tiefen ergründet, der Du thronest über den Cherubim.
V. Gepriesen bist Du, Herr, droben in der Feste des Himmels und lobwürdig in Ewigkeit. (Dan 3,55-56)
Alleluja, alleluja.
V. Gepriesen bist Du, Herr, Gott unsrer Väter, und lobwürdig in Ewigkeit. Alleluja. (Dan 3, 52).

Nach Septuagesima statt des Allelujaverses:
Dich, Gott, den ungezeugten Vater, Dich, den eingeborenen Sohn, Dich, den Heiliger Geist, den Tröster, Dich, heilige und ungeteilte Dreifaltigkeit, bekennen, loben und preisen wir aus ganzem Herzen.

V. Denn groß bist Du und wirkest Wunderbares: nur Du bist Gott.
V. Dir Lob, Dir Ruhm, Dir Dank in alle Ewigkeit, o selige Dreifaltigkeit!

In der österlichen Zeit statt des Graduale:
Alleluja, alleluja.
V. (Dan. 3, 52) Gepriesen bist Du, Herr, Gott unserer Väter, und lob würdig in Ewigkeit. Alleluja.
V. Lasset uns preisen Den Vater und den Sohn samt dem Heiligen Geiste. Alleluja.

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Pater Gebhard Heyder OCD (1977)
„Das heilige Meßopfer mit aszetisch-mystischer Erklärung“

Die vorangegangenen Kapitel.