Tränen der Zerknirschung –

… über unsere eigenen Sünden.

Im Missale Romanum von 1570
findet sich unter Oratione diversae No. 21 das
Gebet „pro petitione lacrimarum“:

Omnipotens et mitissime Deus,
qui sitienti populo fontem viventis aquae de petra produxisti:
educ de cordis nostril duritia lacrimas compunctionis;
ut peccata nostra plangere valeamus,
remissionemque eorum,
te miserante mereamur accipere.

„Allmächtiger und mildester Gott,
Du ließest dem dürstenden Volke
den Quell lebendigen Wassers
aus dem Felsen entspringen;
entlocke unserem steinharten Herzen
die Tränen der Zerknirschung:
lass uns unsere Sünden beweinen
und so durch Dein Erbarmen
Verzeihung für sie erlangen.“

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Papst Leo XIII. – 13. Oktober 1884 – Erzengel Michael

Papst Leo XIII. hatte am 13. Oktober 1884 bei der Hl. Messe eine Vision, in der er den Satan sagen hörte, er wolle die Kirche Gottes zerstören. Der Papst zog sich nach der Messe sofort in sein Arbeitszimmer zurück und verfasste ein Gebet zum Erzengel Michael, das er später auch in das Messbuch aufnehmen ließ.

Heiliger Erzengel Michael,
verteidige uns im Kampf;
gegen die Bosheiten und die Nachstellungen des Teufels
sei Du unser Schutz.
Gott gebiete ihm, so bitten wir flehentlich.
Du aber, Fürst der himmlischen Heerscharen,
stürze den Satan und die anderen bösen Geister,
die zum Verderben der Seelen die Welt durchziehen,
mit der Kraft Gottes hinab in den Abgrund. Amen.

Nach der Feier der Heiligen Messe in der Kapelle des Vatikans (anwesend waren einige Kardinäle und Mitglieder des Personals) blieb Leo XIII. plötzlich – nach Aussagen dieser Zeugen – für etwa 10 Minuten an den Stufen des Altars stehen, wie entrückt, mit leichenblassem Gesicht. Dann ging er unverzüglich von der Kapelle in sein Arbeitszimmer, verfaßte das Gebet zum heiligen Erzengel Michael und ordnete an, es überall nach der Stillen Messe zu beten. Diese Anordnung des Papstes wurde bis zum 2. Vatikanischen Konzil getreu befolgt, danach wurde sie auf dem Altar des Modernismus geopfert.

Als seine Umgebung ihn fragte, was geschehen sei, erklärte der Heilige Vater, dass er, als er sich anschickte, den Altar zu verlassen, plötzlich zwei Stimmen gehört habe: eine milde und wohlwollende, die andere kehlig und heiser. Die Stimmen schienen aus der Nähe des Tabernakels zu kommen. Folgendes Gespräch habe er gehört:

Die heisere Stimme, jene Satans in all seinem Hochmut, tat groß gegenüber unserem Herrn und sagte: „Ich kann deine Kirche zerstören!“ Die milde Stimme des Herrn antwortete: „“Kannst du das? Nun, dann tue es doch.“ Satan: „Dafür brauche ich mehr Zeit und mehr Macht.“ Der Herr: „Wieviel Zeit?“ Satan: „75 bis 100 Jahre, und ich brauche auch mehr Macht über diejenigen, die sich in meinen Dienst stellen.“ Der Herr: „Du hast die Zeit, und die Macht wirst du bekommen. Tue damit, was du willst.

Später erzählte der Papst, dass er eine erschreckende Vision der Hölle gehabt habe, nachdem er den Satan und Jesus gehört habe: „Ich sah die Erde wie in Finsternis und einen Abgrund gehüllt, ich sah eine Unzahl von Dämonen, die sich auf der Erde ausbreiteten, um die Werke der Kirche zu zerstören und die Kirche selbst anzugreifen, die ins Extrem geschrumpft war. Da erschien der heilige Erzengel Michael und stürzte die bösen Geister in den Abgrund. Dann sah ich den heiligen Erzengel Michael nicht in diesem Augenblick eingreifen, sondern dann, als die Menschen immer mehr ihre inbrünstigen Gebete an den Erzengel richteten.

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Von der Bedeutung der Altartücher im Alten Ritus

«Bei seinen Forschungen zur Apokalypse des Johannes hat der Heidelberger Neutestamentler Klaus Berger eine Aufsehen erregende Entdeckung gemacht. Bei Amalar (775 – 850), dem karolingischen Chef-Liturgiker, Bischof von Metz und Erzbischof von Trier, der 844 von Papst Sergius II. zum Kardinal erhoben wurde und als Wegbereiter einer einheitlichen lateinischen Liturgie nach römischen Ritus gilt, hat er gefunden, dass die liturgisch vorgeschriebenen Altartücher von Anfang an als direkte Entsprechung zu den Tüchern galten, die in den Evangelien im Zusammenhang mit der Passion und Auferstehung Jesu Christi erwähnt werden:

Sie heißen in den lateinischen liturgischen Texten sindon (Leichentuch) oder sudarium (Schweißtuch).

Insbesondere das Einwickeln des Kelches in das Tuch durch den Diakon (in einem Seitenzweig der westlichen Liturgie) steht für das Einwickeln Jesu in seine Grabtücher. Wörtlich: Diaconus … involvit cum sudario calicem, quoniam Ioseph involvit in sindone munda. corporale…ipsum linteum quo totum corpus domini tegebatur in sepulchro. (Der Diakon umhüllt mit dem Schweißtuch den Kelch. Denn Josef von Arimathia wickelte Jesus in ein reines Leinentuch.)

Und dies alles wohlgemerkt schon in karolingischer Zeit, also weit über vier Jahrhunderte, bevor in Europa das Sanctissimum Sudarium von Sankt Peter in Rom erstmals im Jahr 1208 unter Papst Innozenz III. in die Öffentlichkeit getragen und bevor im Jahr 1355 die Santa Sindone in Lirey in der Champagne überhaupt erstmals auftauchte und verehrt wurde! Von hier her wird auch verständlich, dass die Altartücher bis zur Liturgiereform von 1969 in Entsprechung zum Grabtuch aus „reinem Leinen“ sein mussten, und dass das so genannte Corporale immer besonders gefaltet sein musste, in Entsprechung zum Sudarium, von dem es bei Johannes heißt, dass es nach der Auferstehung Christi „gefaltet und abseits der anderen Tücher“ im leeren Grab von Petrus und Johannes aufgefunden wurde. Es ist jenes gestärkte Tüchlein, das vom Priester im alten Ritus jeweils nur noch ehrfurchtsvoll mit Daumen und Zeigefinger angefasst werden durfte, nachdem es auf dem Altar mit den konsekrierten Gestalten von Brot und Wein in Berührung gekommen war

Von Paul Badde – (Hervorhebungen von mir)

Quelle – CNA

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Heiliger Franziskus von Assisi – 4. Oktober

Vielleicht ist es nur eine legendäre, aber den heiligen Franziskus in seiner großen Demut sehr gut charakterisierende Erzählung, weshalb er den Empfang der heiligen Priesterwihe abgelehnt hatte:

Er hatte die Vision eines Engels. Dieser zeigte ihm ein durchsichtiges Gefäß, gefüllt mit reinstem Wasser. Dabei sprache der Engel zu ihm:

„Die Reinheit des Priesters
muss so transparent sein
wie dieses Wasser.“

Diese Vision des heiligen Franziskus von Assisi ist bildlich dargestellt in einem Gemälde eines unbekannten Malers des 17. Jahrhunderts, das im Kapuzinerkloster zu Padua aufbewahrt wird.

Der heilige Kapuziner Pater Leopold Mandic, der in diesem Kloster lebte, rief vor diesem Bild und der darauf dargestellten Vision des hl. Franziskus von Assisi einmal unter Tränen aus:

„E cosi la mia vita? Che il Signore mi usi misericordia.“
„Ist wirklich so lauter und rein mein Leben?
Dass mir doch der Herr seine Barmherzigkeit zeige!“

So müsste wohl jeder Priester sprechen.

(Vgl. Ferdinand Holböck: Vereint mit den Engeln und Heiligen)

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Ich schrie zum Herrn – 10. So. n. Pf.

Ich schrie zum Herrn, und Er erhörte meinen Ruf
und schützte mich vor denen, die mir feindlich nahen.
Er hat sie klein gemacht, Er, der da ist
vor aller Zeit und bleibt in Ewigkeit.
Wirf deine Sorgen auf den Herrn,
Er wird dich nähren.

Erhör, o Gott, mein Beten,
verschmähe nicht mein Flehen,
hab acht auf mich, erhöre mich.

Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Wie es war im Anfang, so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen.

Introitus (Ps. 54,17.18.20.23) – 10. So. n. Pf.

Cum clamarem ad Dominum,
exaudivit vocem meam, ab his,
qui appropinquant mihi:
et humiliavit eos, qui est ante
sæcula et manet in æternum:
jacta cogitatum tuum in Domino,
et ipse te enutriet.

Exaudi, Deus, orationem meam,
et ne despexeris deprecationem meam:
intende mihi, et exaudi me.

V Gloria Patri, et Filio, et Spiritui Sancto.
Sicut erat in principio, et nunc, et semper,
et in sæcula sæculorum. Amen.

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Die destruktiven Ziele der Pan-Amazonas-Synode …

… benennt Erwin Kräutler, emeritierter Bischof von Xingu, Brasilien, der auch Berichterstatter der Amazonas-Synode sein wird. Der aus Österreich stammende Bischof Kräutler war einer der wichtigsten Berater von Papst Franziskus für dessen Enzyklika Laudato Si, die die Grundlage der Lehre der Pan-Amazonas-Synode darstellt.

Die Ziele der Amazonas Synode, welche die Teilnehmer der indigenen Strömung für die kommende Synode aufgestellt haben, fasst er zusammen:

1. Förderung einer Aufwertung der „Laienpriester“
2. Zulassen von Diakoninnen
3. Suche nach „alternativen Ritualen“ für die Eucharistie
4. Schaffung eines neuen Modells des „Priestertums“, das nicht nur Männern vorbehalten sein soll
5. Förderung einer „Inkulturation“ der Sakramente, d.h. sie neuzuinterpretieren aus indigener Sicht
6. Wiederbelebung der christlichen Basisgemeinden, die als „militanter Arm“ der Befreiungstheologie dienten
7. Ablehnung jeglicher industrieller Entwicklung im Amazonasgebiet
8. Internationalisierung der Amazonasregion.

Wenn die Synode diese Ziele der indigenen Aktivisten durchsetzt, könnte man sich fragen: Wie viel von der katholischen Kirche wird übrig bleiben?

Siehe TFP-Austria

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„Die großen Häresien“: Hilaire Bellocs Buch in neuer Auflage

Nach dem Titel „Der Sklavenstaat. Vom Verlust von Eigentum und Freiheit
hat der herausgebende Renovamen-Verlag nun ein weiteres Buch
des englischen Schriftstellers Hilaire Belloc vorgelegt:

Die großen Häresien. Der Kampf gegen Europa„.

Das doppelseitige Cover wird von einem Bild des großen Brandes der Pariser Kathedrale Notre-Dame bestimmt. Am 15. April 2019 wurde die berühmteste Kirche in Frankreich ein Opfer der Flammen. Dieser Brand des Wahrzeichens der Hauptstadt des Landes ist die Spitze der vielen, fast wöchentlich und meist absichtlich gelegten Brände französischer Kirchen; ein Höhepunkt barbarischen Verhaltens der weltweit agierenden Kirchenfeinde. Für den Renovamen-Verlag war es nur konsequent, die von Hilaire Belloc beschriebenen Angriffe auf den christlichen Glauben mit diesem Ereignis und dem einprägsamen Bild des Brandes zu symbolisieren.

„Es gibt, wie jeder weiß, eine Institution, die sich selbst zur alleinigen autoritativen und göttlich eingesetzten Lehrerin der maßgeblichen Sitten und Lehren erklärt. Diese Institution nennt sich selbst die katholische Kirche.“

Dieser Satz, den Belloc in dem Kapitel über den Plan seines Buches niedergeschrieben hat, muss heute heftigen Widerspruch hervorrufen. Doch wir wissen, dass die Leugnungen historischer Wahrheiten zu Angriffen auf die Kirche und den Glauben führen, die Belloc als Häresien bezeichnet. Er beschäftigt sich im Folgenden mit der arianischen, der mohammedanischen, der albigensischen und der protestantischen Häresie sowie den modernen Häresien. Dabei könnten „jeder dieser fünf Hauptfeldzüge“, die nichts anderes als die Zerstörung des Glaubens und der Kirche verfolgen, mindestens „ihre Autorität und Lehren“ untergraben. Was anders sehen wir heute?

Dem geneigten Leser des Buches mutet sein Autor eine gehörige Portion dessen zu, was man geistige Anstrengung nennen kann. Es werden nicht nur geschichtliche Ereignisse aufgezeigt, auch die denkerischen Ströme jener Epochen sind nachzuvollziehen. Der Hinweis von Robert Hickson, der diesem Buch Bellocs eine kompetente Einführung in das Werk voranstellt, ist deutlich: „Sein [Bellocs] Anliegen ist es, unseren Verstand von Kant zu befreien und solchermaßen klare Definitionen vorzulegen, um unterscheiden zu können, was wir bekämpfen wollen und was nicht.“ Es wird nicht nur erwartet, es ist Bellocs Forderung, dass klare Definitionen vorgelegt werden müssen, damit mit klaren Begriffsbestimmungen unsere, d. h. die katholischen Verhaltensmaßregeln und Sitten geschützt werden können, die „für eine gedeihende Gesellschaft unerlässlich sind“. Dass der Relativismus heute unsere Gesellschaft zerstört, kann man tagtäglich selbst erleben. Belloc kann hier als Prophet unserer Zeit angesehen werden.

Hickson bemüht den US-amerikanischen Dogmatiker Pater John A. Hardon SJ, der stets für klare Definitionen, klare Ziele und Überzeugungen eingetreten ist. Wir seien „nur in dem Maße mutig, wie wir selbst überzeugt“ seien. Nicht irgendwelchen Beliebigkeiten sollen wir nacheifern, sondern stattdessen Stellung beziehen auf dem Standpunkt ewiger Wahrheiten.

Beachten wir, was Hilaire Belloc zum Ende seines Buches hin seinen Lesern mit auf den Weg gibt: „Es kann kein Zweifel über die Tendenz der Sympathie für den Katholizismus bestehen – und im Fall stärkerer Charaktere die Tendenz, das Risiko auf sich zu nehmen, den Glauben anzunehmen und sich zu seinem Verteidiger zu machen.“

„Die großen Häresien“ sind ein Appell an den Glauben. Im Zeitalter der Verfolgung und Anschläge auf Katholiken und katholische Gotteshäuser ist dieser Aufruf bitter nötig.

Gespannt darf der Leser auf einen dritten Band der Neuerscheinungen von Hilaire Belloc sein, der wiederum im Renovamen-Verlag im Herbst dies Jahres herausgegeben wird; sein Titel lautet:

Gegen Mächte und Gewalten.
Die alten und neuen Feinde der katholischen Kirche„.

Zuerst erschienen bei CNAdeutsch

Hilaire Belloc
Die großen Häresien. Der Kampf gegen Europa
Aus dem Englischen übersetzt von Julian Voth.
Renovamen-Verlag 2019
218 Seiten, Klappenbroschur; 16,00 €
ISBN 978-3956211362

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