Nachtgebet eines Kindes

Bevor ich mich zur Ruh’ begeb’,
zur dir, o Gott, mein Herz ich heb’,
und sage Dank für jede Gab’,
die ich von dir empfangen hab’;
und hab ich heut’ missfallen dir,
so bitt’ ich dich, verzeih es mir!

Dann schließ ich froh die Augen zu,
es wacht ein Engel, wenn ich ruh’.

Maria, liebste Mutter mein,
o lass mich dir empfohlen sein.
Dein Kreuz, o Jesus, schütze mich
vor allem Bösen gnädiglich.
In deine Wunden schließ mich ein,
dann schlaf’ ich sicher, keusch und rein.
Amen.

Mutter Anna, Mutter der Gottesmutter Maria – 26. Juli

Kann man größeres und höheres von der heiligen Anna sagen, als dass sie die Mutter der allerseligsten Jungfrau gewesen ist? Wohl kaum, denn aus der edelsten Frucht erkennt man den edelsten Baum!

Wie die Tradition erzählt, war Anna die Gemahlin Joachims, eines wohlbemittelten Bürgers von Nazareth, der stets auf dem Wege der Gerechtigkeit wandelte und Gott dem Herrn reichliche Opfergaben darbrachte. Auch Anna hatte keinen anderen Willen, als Gott treu und vollkommen zu dienen. Der Herr aber prüfte die Frömmigkeit des heiligen Ehepaares, denn vierzig lange Jahre beteten Joachim und Anna vergeblich um ein eigenes Kind.

Doch Anna betete oft und voller Inbrunst und versprach Gott in einem Gelübde: wenn ihr ein Kind geschenkt würde, so wollte sie es dem Herrn weihen. – Da erschien ihr ein Engel; dieser verhieß ihr ein Kind, das die Bewunderung aller sein werde.

Auch Joachim, ihrem Gatten, der seine Herden im Gebirge weidete, erschien ein Engel und gab auch ihm diese Verheißung. – Bald erfüllte der Herr sein Versprechen, und Anna gebar eine Tochter; sie nannten sie Marjam (Maria).

Maria wurde von Anna und Joachim in ihrem dritten Lebensjahre, gemäß dem gemachten Gelübde, dem Herrn zu seinem Dienste geweiht.

Die Andacht zur heiligen Mutter Anna ist in der heiligen Kirche zu allen Zeiten gepflegt worden. So ist die heilige Mutter Anna auch die Patronin der Hausmütter, die ihnen die folgenden Gnaden von Gottes Güte erlangen soll:

1. Dass die Frau das Herz des Mannes und seine aufrichtige Liebe besitze.
2. Dass sie mit heiliger Wachsamkeit das Hauswesen leite.
3. Dass sie gerne in ihrem eigenen Hause arbeite.
4. Dass sie sich nicht in fremde Angelegenheiten und Streitigkeiten einmische.
5. Dass sie eine Freundin des heiligen Stillschweigens sei, und ihre Worte voll Liebe und Demut seien.
6. Dass sie ihre Söhne und Töchter zu einem Wandel erziehe, durch den sie ihre Mutter preisen.
7. Dass sie freigebig gegenüber die Armen sei.
8. Dass sie in allen Dingen Gott verherrliche.

Tagesgebet:
O Gott, du hast der heilige Anna
huldvoll die Gnade verliehen,
die Mutter deines eingeborenen Sohnes zu gebären;
nun gib in deiner Güte, daß die von uns heute gefeierte Heilige
durch ihre Fürbitte bei dir uns helfe:
durch ihn, unsern Herrn.

Gib, o Herr, allen, die heute ihren Namenstag (Anna, Anne, Anny, … Anita) begehen, auf die Fürbitte Mariens und ihrer heiligen Mutter Anna, dass sie in deiner Gnade leben und sterben mögen. Amen.

Mutter Anna lehrt Maria – Foto: yvonneseale.org

Ein Sammelband mit Belehrungen der Heiligen Väter und der erfahrenen Beter

Noёtische Arbeit – Über das Jesusgebet

Die erste und wichtigste Bezugsperson für einen Christenmenschen ist Jesus Christus. Ihm begegnet er zuerst im Gebet.

„Wenn ein Christ betet, strebt er nicht nach Selbsttransparenz, sucht nicht nach dem innersten Kern seiner selbst. Das ist legitim, aber der Christ sucht etwas anderes. Das Gebet des Christen ist vor allem Begegnung mit einem Anderen: die transzendente Begegnung mit Gott.“ (Papst Franziskus) Gleichzeitig bezeichnet der Papst Jesus Christus als die „große Tür, durch die das Gebet eines Getauften“ gehe. Somit erfolge für den Christen „der Eintritt in die Meditation über die Tür Christi“. Somit ist nicht jede X-beliebige Meditationsmethode für den Christen opportun oder sogar schädlich. Stattdessen sollten Christen zuerst eine innige Beziehung zu Jesus aufbauen. Eine besondere Form dies zu tun ist der Weg durch das Jesusgebet.

„Wir alle können etwas von der Beharrlichkeit des russischen Pilgers lernen, der in einem berühmten Werk über Spiritualität erwähnt wird und der die Kunst des Gebets erlernte, indem er immer wieder dieselbe Anrufung wiederholte: ‚Jesus Christus, Sohn Gottes, Herr, erbarme dich unser, Sünder!‘“ Mit diesen Worten von Papst Franziskus erinnerte er an das Buch „Aufrichtige Erzählungen eines russischen Pilgers“. Das Buch bestand ursprünglich aus zwei Teilen und wurde erstmals 1974 vollständig in deutscher Sprache herausgegeben. Emmanuel Jungclaussen (1927-2018), Mönch von Niederaltaich, einem Kloster des Benediktinerordens, dem er von 1989-2001 als Abt vorstand, und in dem neben der römischen auch die byzantinische Liturgie der ostkirchlichen Tradition gepflegt wird, war sein Herausgeber. Er schreibt in seinem Vorwort:

„Der Mensch verlangt nach Anerkennung und Führung. Wer aber kann die Führung übernehmen? Nur wer in eigener Erfahrung um den himmlischen Ursprung des Menschen weiß und dieses Wissen im anderen zu bestätigen oder zu wecken und zur Antriebskraft zu einem neuen Leben zu machen vermag.“

In den Erzählungen des russischen Pilgers geht es um die Aufforderung Jesu im 1. Brief an die Thessalonicher: „Betet ohne Unterlass!“ (5,17). Auf der Suche, wie er in diesem Aufruf Jesu folgen könne, lernt der Pilger das Jesusgebet kennen. Dabei wird er angeleitet und geführt von heiligmäßigen Starzen, Mönche und Einsiedler, die ihn lehren, allezeit mit seinem Herzen zu beten. Das Jesusgebet auch Herzensgebet genannt.

Die menschliche Hinwendung zu Gott vollzieht sich zuerst und wesentlich im Gebet. Es beginnt mit dem gesprochenen Wort, nämlich dem wörtlichen beten. Schon hierbei darf man nicht nachlässig werden und muss bei der Sache bleiben; eine Aufrechterhaltung des Willens, die Konzentration, dies wirklich zu wollen, ist unerlässlich. Wenn dann Gott seine Gnade ausgießt, schenkt er sowohl Kraft wie Ausdauer, damit der Pilger im Herzensgebet voranschreitet und allezeit betet.

Das zunächst nur gesprochene Gebet ist aber ohne die Einbeziehung des Verstands nur ein Dahinsagen, ein plappern. Es muss aufmerksam gesprochen werden damit es so in das Herz des Betenden gelangen kann. Wenn das Gebet, das einfache Gebet, einmal im Herzen verankert ist, kann das Herzensgebet ohne große Mühe auch bei der Beschäftigung mit den notwendigen Dingen des Alltags weitergeführt werden: das unablässige Beten.

Die weisen Lehrer des Jesusgebetes empfehlen deshalb dazu ein kurzes, intensives, sich ständig wiederholendes Gebet. Dabei kommt die höchste menschliche Gabe zum Tragen, – der menschliche Geist. Diese Geisteskraft, die den Menschen von jeder anderen Kreatur unterscheidet, befähigt ihn zur Ausrichtung auf Gott.

Das Herzensgebet wird auch, vor allem in der Ostkirche, „noetisches Gebet“ (von griech. nous = Geist) bezeichnet. Die geistlichen Väter (der frühen Kirche wie der Ostkirche) treffen in Sachen Wertigkeit von Verstand und Herz eine klare Unterscheidung. Der Verstand kann etwas erkennen, aber nichts verändern. Das Herz ist jedoch dazu in der Lage: im Herzen kann etwas wachsen und reifen, es kann das Wesen eines Menschen von Grund auf verändern.

Das Jesusgebet ist heute weltweit bekannt. Es wird von vielen Menschen aller möglichen christlichen Denominationen gebetet, – oder besser geübt. Denn das Jesusgebet muss immer und ständig (ein)- geübt werden.

Das uns vorliegende Buch, wird in der nun erstmals erschienenen deutschen Ausgabe als „reichhaltigste Sammlung“ über die Praxis dieses Gebetes bezeichnet wird. Es handelt sich um eine Sammlung von Schriften zahlreiche geistlicher Lehrer. Die Übersetzerin aus dem Russischen, Frau Helena Hennes-Wanin, schrieb in ihrem Vorwort am 1. Februar 2021:

„Die Idee, dieses Buch zu übersetzen, kam von meinem geistlichen Vater […]. Ich nahm vor mehr als fünf Jahren seinen Vorschlag mit Begeisterung als Gehorsam auf. Die vorliegende Übersetzung betrachte ich auch als Geschenk an Deutschland, dargebracht aus Dankbarkeit […].“

Ihre Übersetzung des 350-seitigen Buches „Noёtische Arbeit – Über das Jesusgebet“ ist ein „Sammelband mit Belehrungen der Heiligen Väter und der erfahrenen Beter“. Chariton Dunayev veröffentlichte die erste Fassung seines Buches im Jahr 1936. Er war Abt des Klosters Walaam, weshalb diese Sammlung auch als „Walaam-Sammlung“ bezeichnet wird.

Der Sammelband über das Jesusgebet beinhaltet etwa 400 Sprüche heiliger Väter und zeitgenössischer Asketen sowie von anderen Praktikern des Jesusgebetes. Der Leser erhält vielfältige Informationen und Anregungen über das Gebet, sein Wesen und wie man es lernen kann. Und er lernt vor allen Dingen zu verstehen, was der Geist eines in der Demut seines Herzens betende Christ erlebt und durchlebt.

Wer bereit ist, dieses Buch zu erwerben, wird es entweder nach wenigen Seiten wieder weglegen, oder er lässt sich auf darauf ein und erwirbt ein Werk, das er für lange Zeit in Händen hält und geistig durcharbeitet. Er lernt verschieden Weisen des Gebets kennen, ihre verschiedenen Stufen und er erfährt den Kern vom Wesen des christlichen Lebens. Dass hierzu auch der Kampf mit den Leidenschaften gehört, mit dem Arbeiten an sich selbst, ist in der modernen katholischen Welt leider in Vergessenheit geraten.

Einer jener Ratschläge lautet wie folgt:
„Wenn Ihr Herz in Gotteswärme erglüht, dann erst beginnt Ihre eigentliche innere Umgestaltung. Jener Feuerfunke wird in Ihnen alles durchbrennen und umschmelzen, anders gesagt – alles zu vergeistigen beginnen, bis es gänzlich vergeistigt ist. Solange jenes Flämmchen nicht da ist, wird es keine Vergeistigung geben […]. Sorgen Sie also dafür, alle Mühe darauf zu richten. Dies aber sollen Sie wissen: Das Flämmchen wird nicht erscheinen, solange die Leidenschaften in Kraft bleiben, selbst wenn man ihnen nicht nachgibt.“

Zuerst veröffentlicht bei CNAdeutsch am 2. Mai 2021

Noёtische Arbeit – Über das Jesusgebet
Sammelband mit Belehrungen der Heiligen Väter und der erfahrenen Beter.
Verlag: Edition Hagia Sophia, 2021
352 Seiten; 24,50 Euro
ISBN: 978-3963211027

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MEMORARE – Heilige Maria am Samstag

Das Memorare des Hl. Bernhard:

Memorare, o piissima Virgo Maria,
non esse auditum a saeculo,
quemquam ad tua currentem praesidia,
tua implorantem auxilia,
tua petentem suffragia, esse derelictum.

Ego tali animatus confidentia,
ad te, Virgo Virginum, Mater,
curro; ad te venio; coram te gemens
peccator assisto.

Noli, Mater Verbi,
verba mea despicere,
sed audi propitia et exaudi.
Amen.

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Gedenke, o gütigste Jungfrau Maria,
es ist noch nie gehört worden,
dass jemand, der zu Dir seine Zuflucht nahm,
Deinen Beistand anrief
und um Deine Fürbitte flehte,
von Dir verlassen worden ist.

Von diesem Vertrauen beseelt,
nehme ich meine Zuflucht zu Dir,
o Jungfrau der Jungfrauen, meine Mutter,
zu Dir komme ich, vor Dir stehe ich
als ein sündiger Mensch.

O Mutter des ewigen Wortes,
verschmähe nicht meine Worte,
sondern höre sie gnädig an
und erhöre mich.
Amen.

Muttergottes mit Jesuskind, Kloster Neustift

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Über Widerwärtigkeiten, denen Kinder heutzutage ausgesetzt sind – Buchempfehlung

„Die verlassene Generation“ sind heute die Kinder

Auch wenn es paradox klingt: „Die verlassene Generation“ von Gabriele Kuby ist ein exzellentes grauenvolles Buch. Was soll das heißen? Einerseits ist das soeben beim fe-Medienverlag erschienene Buch unglaublich grauenvoll, was die beschriebene Wirklichkeit betrifft. Kuby geht es um die Kinder, die in der modernen Gesellschaft in jeglicher Hinsicht benachteiligt sind, von Verhütung und Abtreibung über Stress in der Kinderkrippe und Sexualisierung im Kindergarten und in der Schule bis hin zur Omnipräsenz des sogenannten Smartphones und der Scheidung der Eltern. Andererseits handelt es sich um ein exzellentes Buch, denn die renommierte Autorin versteht es, die Probleme schonungslos offenzulegen, sodass das Böse als solches eindrücklich erkennbar wird, um am Ende trotzdem ein altbekanntes, aber in unserer Zeit für viele ganz neues Familienbild zu entwerfen, in dem für Eltern und Kinder Erfüllung zu finden ist.

Kuby beschreibt die verschiedenen Methoden der Abtreibung, von denen eine grausamer ist als die andere. Im zweiten Trimester, beispielsweise, werden zur Tötung des ungeborenen Kindes „200 Milliliter Fruchtwasser abgesaugt und durch eine Salzlösung ersetzt. Das Baby schluckt diese Lösung und atmet sie ein. Es stirbt qualvoll über Stunden an Salzvergiftung, Entwässerung, Gehirnblutung und Krämpfen. Innerhalb von 24 bis 48 Stunden wird dann das Baby durch künstlich eingeleitete Wehen geboren. Das Kind ist entweder verätzt oder tief rot. Mütter berichten, dass sie die wilden Bewegungen des Kindes in seinem stundenlangen Todeskampf fühlen konnten.

Das Gesetz in Deutschland behauptet einerseits, dass eine Abtreibung rechtswidrig sei, um im gleichen Atemzug alle Beteiligten straffrei aus der Verantwortung zu ziehen. Kuby hat für dieses Konstrukt berechtigterweise wenig übrig: „Das ist so, als würde man dem Mann, der beim Ladendiebstahl erwischt wird, mit dem Diebesgut laufen lassen. Was wird die Folge sein? Das Unrechtsbewusstsein für die Tat wird abnehmen, immer mehr Menschen werden dieselbe Tat begehen, da sie wissen, dass sie straflos bleibt, bis irgendwann das Unrechtsbewusstsein für Diebstahl ganz verschwunden ist. Der Rechtsstaat hat abgedankt.“

Mit Abtreibung ist es jedoch nicht getan. „Die verlassene Generation“ habe auch ein zweites Menschenrecht verloren: „Der Aufhebung des Rechts auf Leben durch die Legalisierung der Abtreibung folgte die Aufhebung des zweiten elementaren Menschenrechts: des Rechts des Kindes auf seine biologischen Eltern. Das ohnmächtige Kind wird den selbstsüchtigen Wünschen des Erwachsenen geopfert. Die einen bringen das unerwünschte Kind um, die anderen vergewaltigen die Natur, um in den Besitz eines Kindes zu kommen. Für den modernen Menschen ist das eigene Ich zum Gott geworden ist. Das versperrt ihm den Weg, sein Schicksal anzunehmen, sich in das Gegebene zu fügen und darin einen neuen Lebenssinn zu entdecken.“ Hierbei geht es um die künstliche Befruchtung und alle damit verbundenen Konsequenzen.

Nach der Geburt geht es für viele Kinder relativ bald in die Kinderkrippe – oft notgedrungen, weil die Eltern es sich nicht leisten können, mit dem Kind zu Hause zu bleiben, während ein Krippenplatz finanziell massiv gefördert wird. „Kinderkrippen sind ein institutionalisiertes Hyperstress-System, das allen schadet: den Kindern, den Eltern, den Familien, der ganzen Gesellschaft“, betont Kuby. Schon im Kindergarten, und verstärkt in der Schule, beginnt die Sexualisierung der Kinder: „Die Geschlechtsidentität der Mädchen und Jungen zu destabilisieren, und das in einem Alter, in denen Kinder gerade im Begriff sind, sich mit ihrem Geschlecht zu identifizieren, in dem ein Mädchen so werden will wie Mama und ein Junge so wie Papa, ist ein schweres Vergehen an den Kindern.“ Die Autorin sieht in der Sexualisierung der Kinder keineswegs gute Absichten – eine Position, der man aufgrund der eindeutigen Faktenlage zustimmen muss. Die Ausbildung von Kindern zu „Verhütungsexperten“ sei „nicht die Vermittlung von Fertigkeiten, welche ein Jugendlicher bei Bedarf gewiss auch ohne schulische Unterweisung meistern würde, sondern die Durchbrechung der Schamgrenze und die Vermittlung der Botschaft: Geschlechtsverkehr für Jugendliche ist okay und ‚safe‘.“ Entsprechend habe ein „sexualisiertes Kind, dessen Schamgefühl systematisch gebrochen wurde, […] kein Warnsystem für sexuelle Übergriffe.

Ein wichtiger Abschnitt von „Die verlassene Generation“ beschäftigt sich mit vaterlosen Haushalten. „Millionen von Kindern wachsen ohne Vater auf“, stellt Kuby fest. „In der Regel geht bei der Scheidung der Vater, die Mutter bleibt mit den Kindern allein zurück. Die Kinder alleinerziehender Mütter haben bis ins Erwachsenenalter oft keine tragende Beziehung zu irgendeinem Mann, denn nicht nur die Erzieherinnen sind fast alle Frauen, sondern auch drei Viertel der Lehrer.“ Die Abwesenheit von Vätern hat tragische Konsequenzen für die Kinder, die etwa unter mehr Armut leiden und öfter verhaltensauffällig sind. Auch Teenagerschwangerschaften sowie Drogen- und Alkoholmissbrauch treten bei vaterlosen Kindern gehäuft auf. „Die Leidtragenden der Demontage und Abwesenheit des Vaters sind die Kinder, deren Lebenschancen dadurch massiv beeinträchtigt werden“, betont Kuby.

Zuletzt präsentiert die Autorin ein kurzes Gespräch mit der Rumänin Julia Calinescu, einer Ehefrau und vierfachen Mutter, die ihre Kinder zu Hause unterrichtet. Die Leser des Buches finden hier viel Weisheit, was nach zahlreichen deprimierenden Kapiteln über die fast vollständig verlorene Gesellschaft, in der wir leben, eine Wohltat ist. Jeder Mensch kann – und muss – letztlich für sich selbst entscheiden, ob er sich ausklinkt und um seiner Kinder, seines Ehepartners und seiner selbst willen ein anständiges und gutes Familienleben führt, oder ob er sich das moderne Leben mit all seinen Problemen und Widerwärtigkeiten zu eigen macht. „Die verlassene Generation“ jedenfalls gehört in jeden Haushalt: zur Abschreckung vor dem, was schlecht ist, und zur Stärkung der über Jahrtausende bewährten Familie.

Zuerst veröffentlicht bei kath.net

Gabriele Kuby
Die verlassene Generation
Fe-Medienverlag 2020
368 Seiten; 17,80 Euro
ISBN: 978-3863572761

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Der heiligste Name – JESUS

Herr JESUS CHRISTUS
erbarme Dich unser!

Eine besondere Verehrung des Namens Jesu pflegte der heilige Bernhardin von Siena:
Am Ende seiner Predigten zeigte er den Gläubigen eine Tafel. Auf ihr standen

die goldenen Buchstaben
IHS

IHS
ist das Nomen sacrum, der Heilige Name.
Er leitet sich ab von den ersten drei Buchstaben:
des Namens Jesu in griechischen Großbuchstaben
ΙΗΣΟΥΣ.

Das griechiche Sigma wurde später vom lateinischen S ersetzt:
IESUS.

Heute kennt man auch:

IHS
Iesus Hominum Salvator
Jesus, der Retter der Menschen.

Das Kürzel IHS wurde später eine Marke für die von dem hl. Ignatius von Loyola gegründeten Gesellschaft Jesu (Jesu-iten, SJ).

Ich möchte den Namen Christi tragen,
der als Segen auf unserer Erde ist.“

Auch heute befriedet der Name Jesu
die verwirrten Seelen,
unterwirft die Dämonen,
heilt die Krankheiten,
sein Gebrauch lässt eine
wunderbare Süße entströmen.

(Origenes)

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Christusmonogram
IHS
mit Strahlenkranz, Kreuz,
Herz und drei Kreuznägeln

IHS_Rom_1650-IHS_Rom_1650_wikimedia_gemeinfrei_

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2021 – Beten ist heute notwendiger als in den vergangenen Jahrhunderten

Pater Marie-Eugène vom Jesuskind sagte das schon 1965 mit der ganzen Autorität, die ihm seine Erfahrung in der Seelenführung gab:

„Inmitten einer Welt, die Gott immer mehr leugnet, wird es extrem schwierig, den Versuchungen der technischen Entdeckungen, in der sich die großartige Kraft des menschlichen Verstandes zeigt, zu widerstehen.“

„In dieser Strömung, die die meisten Seelen zum Atheismus treibt, in dieser Flutwelle, die über uns alle hinwegrollt, kann nur eine gewisse Gotteserfahrung die Seele so stärken, dass sie widerstehen kann. Und diese Erfahrung finden wir nur im inneren und im betrachtenden Gebet… Es scheint mir, dass die meisten Seelen, die treu bleiben möchten, diese Gotteserfahrung brauchen, um nicht zu wanken, insbesondere, wenn sie ein Apostolat ausüben oder Mitmenschen unterstützen oder leiten sollen.“

Quelle: CNA – „Klöster sind stille, zum Himmel zeigende Finger“

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Allen
ein gesegnetes Jahr
2021.

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Rosenkranzfest – 7. Oktober

Am heutigen
ROSENKRANZFEST

sei hier auf den Blog
BRUNONIS

verwiesen,
wo seit geraumer Zeit

die Geschichte
der Entstehung des Rosenkranzes
dokumentiert wird.

Ausschnitt:

Das heutige Rosenkranz-Gebet

Es gibt heute verschiedene Arten, den Rosenkranz zu beten. Sie lassen sich in zwei Gruppen einteilen. Unverkennbar dürfen wir von einer »romanischen Weise« sprechen und von einer »germanischen Weise«.

Nach der »romanischen Weise« wird zuerst ein »Gloria Patri« gesprochen, nach dem man sogleich das »Gesetz« (oder auch »Mysterium« genannt) angibt, das bei den folgenden mündlichen Gebeten zu betrachten ist. Diese Gebete, nämlich ein »Paternoster« und zehn »Ave«, werden durchgehend, ohne Unterbrechung gebetet. Hierauf beginnt man das folgende »Mysterium« des Lebens Jesu mit dem »Gloria Patri« und einer neuen »Zehnergruppe«. So folgen aufeinander fünf »Mysterien«, die einen »Rosenkranz« bilden. Insgesamt ist das Leben Jesu auf dreimal fünf Mysterien aufgeteilt (auf den »freudenreichen«, den »schmerzhaften« und den »glorreichen« Rosenkranz), zusammen der »Marianische Psalter« genannt. Nach Papst Johannes Paul II. wurde dem „Marianischen Psalter“ noch der „Barmherzigkeits-Rosenkranz“ beigefügt.

Weithin ist es Brauch, als Abschluß das »Salve Regina» zu singen oder zu beten; dies geht auf alte dominikanische Tradition zurück.

Die »germanische Weise« unterscheidet sich hiervon durch ein Doppeltes:

1. Sie wiederholt bei jedem »Ave« das betreffende Rosenkranz-»Gesetz« (oder »Mysterium«) und zwar so, daß es in der Mitte des »Ave« an die Worte » … deines Leibes Jesus« angeschlossen wird, dann fährt man in dem heutigen »Ave« fort mit »Heilige Maria, Mutter Gottes …« (das »Gesetz« wird also nicht nach dem »Gloria Patri« genannt; hinter dem »Gloria« beginnt sogleich das »Pater noster«).

2. Zuvor wird das »Apostolische Glaubensbekenntnis« gebetet, ein »Gloria Patri«, dann eine Dreier-Gruppe aus einem »Pater noster« und drei »Ave«, bei denen um die drei »göttlichen Tugenden« gebetet wird und zwar bei dem ersten um den Glauben, beim zweiten um die Hoffnung und beim dritten um die Liebe. Diese Einleitung des Rosenkranzes wird in Deutschland von den Gläubigen als zum Rosenkranz gehörend empfunden; in ihr dürfte sich der rudimentäre Glaubensunterricht des Mittelalters erhalten haben.

(Später wird deutlich:) – In der »germanischen« wie in der »romanischen Weise« des heutigen Rosenkranzes haben sich jeweils verschiedene Einzelheiten des ursprünglichen Rosenkranzes erhalten. Die Unterschiede erklären sich durch die unterschiedliche christliche Durchdringung der Kultur im romanischen und im germanischen Bereich des 15. Jahrhunderts.

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