Enthauptung des hl. Johannes des Täufer – 29. August

Martyrologium Romanum vom 29. August:

„Die Enthauptung des heiligen Johannes des Täufers. Herodes ließ ihn um das Osterfest enthaupten; das Gedächtnis wird jedoch heute feierlich begangen, weil an diesem Tag sein ehrwürdiges Haupt wieder gefunden wurde. Es wurde später nach Rom gebracht und wird in der Kirche des heiligen Silvester auf dem Marsfeld vom Volke hochverehrt.“

Als der Täufer dem Fürsten, der seine erste Gattin verstoßen hatte, vorhielt, er dürfe nicht Herodias, die Frau seines Halbbruders Herodes Philippus zu dessen Lebzeiten heiraten, da ließ Herodes Antipas den unbequemen Mahner festnehmen, der offenbar vor ihn getreten war, um ihn persönlich zu ermahnen.

Der Fürst hätte den Täufer einerseits gern getötet, um ihn loszuwerden, doch fürchtete er andererseits das Volk, und außerdem hörte er Johannes gern an, denn er hielt ihn für einen gerechten und heiligen Mann.

Der Täufer verbrachte einige Zeit im Gefängnis. Dann kam der Geburtstag des Fürsten, an dem Salome, die Tochter der Herodias, vor ihm tanzte. Voller Begeisterung versprach er ihr, denjenigen Wunsch zu erfüllen, den sie an ihn richten würde. Sie aber kam mit ihrer Mutter überein, das Haupt des Täufers zu fordern, den Herodias anscheinend unbedingt zum Schweigen bringen wollte. So ließ Herodes Antipas den Täufer enthaupten.

Dies geschah (nach Flavius Josephus) auf der Burg Machärus
im ostjordanischen Peräa, wohl im Jahre 29.

Enthauptung Johannes des Täufers, Carel Fabritius (1622-54). Öl auf Leinwand. Amsterdam Rijksmuseum.

Den Jüngern des Täufers wurde der Leichnam ihres Meisters überlassen, und sie bestatteten ihn. Das Grabmal soll bei der Stadt Samaria gelegen haben, wo es dem Zugriff des Herodes Antipas entzogen war. – Der Fürst fand trotz der Hinrichtung des Täufers nicht zur Ruhe. Er fürchtete, dass Johannes von den Toten auferweckt in Jesus wirke, von dessen Wundertaten er hörte.

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JESUS – mit glühendem Eisen auf die Brust gebrannt

Johanna Franziska von Chantal, deren Fest die Kirche nach dem tridentinischen Kalender am 21. August gefeiert hat, starb am 13. Dezember 1641 im Alter von 69 Jahren. Sie heiratete mit 20 Jahren als Johanna Franziska Frémyot den Baron von Chantal. Bei seinem Tod im Jahre 1600 war Johanna Franziska von Chantal 28 Jahre alt und Mutter von vier Kindern. Vier Jahre später begegnete sie in Dijon anlässlich der Fastenpredigten Franz von Sales. Er ermunterte sie, in der Erfüllung der täglichen Verpflichtungen die Heiligkeit zu suchen. Später gründete sie den Orden der Heimsuchung Mariens (Salesianerinnen).

Auf eine außergewöhnliche Tatsache bin ich erst vor kurzer Zeit aufmerksam geworden. In neueren Darstellungen des Lebens der hl. Johanna Franziska von Chantal findet dies allerdings weithin keine Berücksichtigung.

In „Katholische Geheimnis- und Sittenreden“ (Augsburg 1818) ist zu lesen:
Die heilige Franziska von Chantal hat sich den süßen Namen Jesus mit glühendem Eisen auf ihre Brust eingebrannt.“

Wir heutigen sind bei solchen Geschichten schnell dabei, uns eine logisch erscheinende Meinung zu bilden; etwa: „die ist wohl verrückt“; oder: „das muß man im übertragenen Sinne deuten“.

Das „Sonntagsblatt für religiöse Belehrung und Erbauung – Philothea“ (1857) schreibt:
Johanna Franziska von Chantal ließ sich, aus besonderem Antrieb des Heiligen Geistes, den heiligen Namenszug Jesu mit einem glühenden Eisen auf ihrer Brust einbrennen. Durch dieses unaustilgbare Zeichen wollte sie beständig an Den erinnert werden, dem dieser Name angehört.

Also doch verrückt. Heute käme sie sicher in die Klapsmühle.

Doch auch die „Geschichte der heiligen Johanna Franziska von Chantal“ (1869) bezeugt bei einem Besuch an ihrem Grab eindringlich:
Der Leichnam von Johanna Franziska von Chantal liegt in einem offenen, „mit einem Glase bedeckten Reliquienkasten“; „ihr Rosenkranz hing von dem Gürtel herab, ein Kruzifix ruhte auf ihrer Brust auf der Stelle, wo sie sich mit einem glühenden Eisen den heiligsten Namen Jesu eingebrannt hatte.“

In der „Zeitschrift für historische Theologie“ (1874) gibt es eine Begründung für das Tun der Heiligen:
Durch das Wort des Hoheliedes (8,6): „Setze mich wie ein Siegel auf dein Herz!“, wurde Johanna Franziska von Chantal angeregt, sich mit einem glühenden Eisen den Namen Jesu auf die Brust einzubrennen.

Wie steht es nun mit der Quintessenz? Dass diese Geschichte stimmt, und dass wir die Heiligen nachahmen sollen? Nun, die „Fastenpredigten von Pfarrer Georg Rienecker“ (Bamberg 1868) machen es deutlich: Er fragt:
Sollen wir wie die heilige Franziska von Chantal in dankbarer Liebe mit glühendem Eisen den Namen Jesu auf unsere Brust einbrennen?
Und er gibt sogleich die rechte Antwort, indem er sagt, dass der innere Sinn, das innere Leben, ausschlaggebend ist. Er sagt:
Wohl hat sie gethan;“
-weil:
„aber nur,
weil sie auch äußerlich auf der Brust tragen wollte,
was sie in der Brust,
was sie im Herzen trug.“

Auch wenn ich mir nicht vorstellen mag, wie das glühende Eisen auf die Brust von Johanna Franziska von Chantal gelangt ist und welche Schmerzen sie sich mit dieser Prozedur zugefügt hat, noch, wie lange es dauerte bis die Wunden nur einigermaßen verheilt waren und die Vernarbung wohl zeitlebens Beschwerden mit sich brachten, – so will ich gerne und in Einfalt glauben, dass Gott es einrichten kann, Menschen in seine Nachfolge zu rufen und sie mit außergewöhnlichen Gaben und Eigenschaften zu beschenken. Was uns Schmerzen sind, ist für sie das größte Glück und vielleicht die Begegnung einer großen Liebe. Dies lehren uns viele Heilige, auch die Tagesheilige vom 21. August.

Heilige Johanne Franziska von Chantal! – Bitte für uns!

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Andacht zum 100-jährigen Fatima-Jubiläum – zum 19. August

Heiligste Jungfrau und glorreichste Gottesmutter Maria, wir haben uns hier vor dir versammelt, um dir unsere Verehrung und Liebe zu bezeigen. Wir freuen uns deiner hohen Würde und Glorie, die dir der Allmächtige verliehen hat. Wir loben und preisen den Herrn, dass er dich uns zur Mutter gegeben hat, dass er dein reinstes und heiligstes Herz mit der vollkommensten Liebe ausgeschmückt hat. Möge doch dein liebevolles Herz Freude haben an unseren Lobgesängen und Gebeten! Wir vereinigen sie mit den Gebeten aller frommen Christen, wie auch mit den Lobgesängen, die die Engel des Himmels dir, ihrer liebreichen Königin, darbringen. Die größte aller Gnaden erbitte uns, dass wir Gott, unseren Herrn, bis an unseren Tod treu bleiben und dann das unaussprechliche Glück haben, mit allen Heiligen und Engeln des Himmels dir zu danken, dich zu loben und zu lieben und mit dir Jesus, deinen Sohn, und die Allerheiligste Dreifaltigkeit zu preisen und zu lieben in alle Ewigkeit. Amen.

Aus Anlass des 100-jährigen Jubiläums Deines Erscheinens in Fatima knien wir vor dir, o Maria, hin und senden dir hinauf unseren kindlichen Gruß, unseren Dank und unsere Bitte. Wir danken …

Siehe pdf zum herunterladen: Andacht 100_Jahre_Fatima

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Fatima bedeutet: Gottes und Mariens Ruf zu antworten

Fatima ist der dringende Appell des Himmels, dem Ruf zur Heiligkeit großmütig zu antworten, und Tag für Tag, Schritt für Schritt an der Hand Mariens den steilen Pfad zu beschreiten, der zum Leben führt.

Die seligen Kinder sind uns diesen Weg vorausgegangen, der ihnen nicht zu schwer und mühevoll erschien, weil in ihnen die Liebe zu Jesus und Maria lebendig war. Die Botschaft der Seligen Francesco und Jacinta ist es, dass die Liebe das oft so drückend und hart erscheinende Leben in der Nachfolge Christi, Gebet und Buße, „kinderleicht“ macht.

Es sind immer wieder die Heiligen, die sichtbar machen, was Thomas von Kempen in der „Nachfolge Christi“ beschreibt:

„Die Liebe kennt oft kein Maß, sondern sie gerät über alle Maßen in Glut. Die Liebe fühlt keine Last, scheut keine Mühe, erstrebt mehr als sie vermag, schützt keine Unmöglichkeit vor, weil sie glaubt, ihr sei alles möglich und gestattet. Ist sie erschöpft, so erschlafft sie nicht; ist sie in Not, so fühlt sie sich nicht bedrängt; ist sie erschreckt, gerät sie nicht in Verwirrung. Wer liebt, kennt den Klang dieser Worte: Mein Gott, meine Liebe! Du bist ganz mein, und ich ganz dein.“

(Vgl. Florian Kolfhaus. Ganz Dein, Maria)

Gleich, wie groß oder klein die Fatima-Statue ist,
gleich, aus welchem Material sie besteht –
vertraue Du Dich IHR an und folge IHR!

Gebet für die Kirche

O Herr, allmächtiger Gott, der Du das Böse zulässt,
um das Gute dadurch zu bewirken,
höre auf das demütige Gebet,
womit wir Dich um die Gnade bitten,
inmitten so vieler Verfolgungen Dir treu zu bleiben
und bis ans Ende im Guten auszuharren;
und gib uns durch die Fürbitte
der allerseligsten Jungfrau Maria die Kraft,
uns immer Deinem heiligsten Willen zu fügen.
Amen.

(Sel. Papst Pius IX., aus „Brot der Engel“,
Katholisches Gebetbuch, Herder, 1908)