Gebet um die Rettung der Seelen

„Meine Kinder, merkt euch wohl:
Sooft ich eine Gnade erhalten habe,
erlangte ich sie mit diesem Gebet. Es trügt niemals.“

„O Mutter Jesu,
durch deine unermesslichen Schmerzen
beim Leiden und Sterben
deines göttlichen Sohnes
und um der bitteren Tränen willen,
die du vergossen hast bitte ich dich:

Opfere den heiligen,
mit Wunden und Blut bedeckten Leib
unseres göttlichen Erlösers
in Vereinigung mit deinen Schmerzen und Tränen
dem himmlischen Vater auf
zur Rettung der Seelen
und um die Gnade zu erlangen,
um die ich dich anflehe.
Amen.“

(Hl. Jean-Marie Vianney, Pfarrer von Ars)

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AVE MARIA

Heilige Maria, du Mutter des Erlösers;
du Königin der Märtyrer,
auf Kalvaria wurde deine Seele
vom Schwert des Schmerzes durchbohrt.

Heilige Maria, du Mutter der Kirche,
in der entscheidendsten Stunde der Menschheit
hat dir dein Sohn den Jünger anvertraut.
So wurdest du auch unsere Mutter,
die Mutter aller Erlösten.

Heilige Maria, du Mutter der Barmherzigkeit,
als deine Kinder vertrauen wir uns
deinem mütterlichen Herzen an.
Wir wollen unser Leben nach der Frohen Botschaft
deines Sohnes ausrichten,
auf dessen Namen wir getauft sind.
Wir wollen als Boten des Friedens das Licht des Glaubens,
der Hoffnung und der Liebe zu den Menschen tragen,
die von der Dunkelheit der Gottesferne,
der Sinnleere und des Hasses bedrängt werden.

Heilige Jungfrau, erbitte uns den heiligen Geist,
dass unsere Familien als Christliche Keimzellen
Jungen Menschen die Werte des Evangeliums und die Liebe zur Kirche vermitteln.
Erflehe uns auch Priester — und Ordensberufungen —
glaubwürdige Zeugen für das anbrechende Reich Gottes.

Heilige Maria, erbitte allen die Gnade,
sich in Kreuz und Leid mit jener Gesinnung Gott anheim zu geben,
in der du selbst in schwersten Stunden
deinem Sohn verbunden warst.

Vertrauensvoll blicken wir auf zu deinem Bild und sprechen:
Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder,
jetzt und in der Stunde unseres Todes. Amen.

AVE MARIA

ROSENKRANZKÖNIGIN

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Das große Instrument des Betens

Sie sind von Gott geschenkte Worte – im Psalmgebet verbinden wir uns mit David, Christus und der Kirche. Das neue Werk von P. Rodrigo H. Kahl OP erschließt den Reichtum des römischen Psalters.

Von jeher übt das Buch der Psalmen eine große Faszination aus. Hier ist von der Not des Beters die Rede, vom Lob seines Gottes und von der Erhebung aus Schmach und Erniedrigung durch die Feinde. Ja, selbst menschlicher Zorn wird zum Ausdruck gebracht und zu Gott getragen als Bitte um Erlösung. Praktisch alle Situationen eines menschlichen Lebens finden also im Psalter ihren sprachlichen Ausdruck. Papst Benedikt XVI. nennt es von daher das „Gebetbuch schlechthin“ (Katechese, 22.06.11) und drückt damit aus, wie wir das Psalmenbuch verstehen müssen.

Während wir jedoch in unserem Alltag Gebet als etwas verstehen, was sich in unserem Innersten formt und tief aus unserem eigenen Herzen aufsteigt oder – wenn wir an festgeformte Texte denken – als Gedanken, die Heilige oder heiligmäßige Menschen uns vorgebetet und hinterlassen haben, so sind die Psalmen doch unendlich mehr. Als Buch der Heiligen Schrift sind sie vom Heiligen Geist inspiriert. Das bedeutet, sie haben „Gott zum Verfasser“ und zugleich im menschlichen Autor „ein beseeltes und vernünftiges Werkzeug“ (Pius XII., Divino afflante spiritu), dessen sich Gott bedient. Sie sind somit Gotteswort im Menschenwort. Wenn Gott aber der Verfasser der Psalmen ist, dann zeichnet sie vor allen anderen Gebeten aus, daß nur hier „er uns die Worte gibt, mit denen wir ihn anreden, im Gespräch unser Leben vor ihn tragen können und so das Leben selbst in eine Bewegung auf Gott hin verwandeln“ (Benedikt XVI., Verbum Domini 24). Unwillkürlich mag man hier an Röm 8,26 denken: „So nimmt sich auch der Geist unserer Schwachheit an. Denn wir wissen nicht, was wir in rechter Weise beten sollen; der Geist selber tritt jedoch für uns ein mit unaussprechlichen Seufzern.“ Gott selbst also schenkt uns die Worte, mit denen wir zu ihm beten sollen. Von daher kann es nicht verwundern, daß der Psalter nicht nur das Stundengebet, sondern die gesamte Liturgie prägt. So sind etwa die Proprientexte der Messe in der Regel den Psalmen entnommen.

Ein weiterer Gedanke ist für das Verständnis dieses einzigartigen Buches grundlegend. Man kann die Psalmen als heilsgeschichtliches Offenbarungszeugnis nehmen, in dem wir David und in ihm den Alten Bund als Beter der Psalmen erkennen. Wenn Psalm 3 beginnt mit: „O Herr, wie zahlreich sind die geworden, die mich bedrängen? Viele erheben sich gegen mich“, dann können wir hier den Gerechten des Alten Bundes erblicken, vielleicht David auf der Flucht vor Saul. Doch letztlich bleibt auch das Buch der Psalmen wie das gesamte Alte Testament auf Christus hin ausgerichtet. Den genannten Vers können wir dem Herrn angesichts seiner Verfolger, angesichts von Sünde und Tod, in den Mund legen, die er besiegen wird. So erkennen wir Christus als den eigentlichen Beter der Psalmen! Da wir als Getaufte Glieder seines Mystischen Leibes sind, werden in ihm diese Worte aber auch zu den unsrigen. Wir können sie sprechen als Ausdruck all der Bedrängnisse und Nöte unseres eigenen Lebens und unserer Zeit. Als Beter der Psalmen erscheinen also David, Christus und wir selbst in der hl. Kirche und keine Ebene des Schriftverständnisses schließt die anderen aus.

Bleibt noch ein Wort darüber zu sagen, welche Version des Psalters für die Liturgie maßgeblich ist. Wir unterscheiden beim Alten Testament die hebräische Bibel, die griechische Version und die lateinische. Die griechische Septuaginta entstand als Übersetzung aus dem Hebräischen im 3. Jahrhundert v. Chr. im Raum Alexandrien, also im Judentum der Diaspora. Sie war die Hl. Schrift zur Zeit Jesu und der jungen Kirche und gilt ebenso wie die hebräische Bibel als inspiriert. Dabei gibt es Abweichungen zum heutigen hebräischen Text. An manchen Stellen setzt die Septuaginta aber ältere hebräische Versionen voraus. Der hl. Hieronymus nahm sie zur Grundlage des Psalterium Gallicanum, der lateinischen Vulgata, und dieses wurde maßgebend für das kirchliche Stundengebet. „Der Psalter der Vulgata ist im Abendland das große Instrument des Betens geworden. Aber „Der Psalm ist Segen für das Volk, Lob Gottes, Preislied des Volkes, Beifall aller, Wort der Gesamtheit, Stimme der Kirche …“

Der Leser wird den einzelnen Psalmvers erst auf Deutsch lesen, dann auf Latein und dann auf die Fußnoten achten. In diesem direkten Vergleich der Sprachen werden ihm einzelne Worte auffallen, in die er sich betrachtend versenken kann. Schritt für Schritt durchdringt man zunächst die einzelnen Psalmverse, dann die jeweiligen Psalmen als ganze. Unser Beten wird hierdurch geformt und bereichert. Dieses Buch gehört in die Hand jedes Gläubigen, der sich das Beten der Kirche von innen her zu eigen machen will.

Papst Pius XII. zitiert in seiner Liturgieenzyklika Mediator Dei das schöne Wort des hl. Ambrosius: „Der Psalm … ist Segen für das Volk, Lob Gottes, Preislied des Volkes, Beifall aller, Wort der Gesamtheit, Stimme der Kirche, lautes Bekenntnis des Glaubens, volle Ergebung in den allerhöchsten Willen, Erlösungsglück, Jubelruf, Jauchzen der Freude.“ Im Geiste der Liturgischen Bewegung hat schon dieser Papst die Gläubigen dazu aufgerufen, sich dem Stundengebet der Geistlichen und Klöster anzuschließen. Doch der Mitvollzug des Stundengebetes erfordert ein Grundverständnis dessen, was die Psalmen sind und im Leben der Kirche bedeuten.

Pater Dr. Leo Sven Conrad FSSP (im INFORMATIONSBLATT der Petrusbruderschaft 7, 2021) über das Buch:

Die liturgischen Psalmen
der lateinischen Kirche,
Rodrigo H. Kahl OP,
Verlag Sabat 2021
560 Seiten; 24,95 Euro
Format: 13,2 x 21 cm
ISBN 978-3943506709

 

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Erinnerungen von Pater Franz Schmidberger

Am 1. Juli 2021 zählte die Priesterbruderschaft St. Pius X. „drei Weihbischöfe, 684 Patres, 134 Brüder und 83 Oblatinnen“. Eine der wichtigsten Persönlichkeiten der weithin nur als „Traditionalisten“ bezeichneten katholischen Gemeinschaft ist bis heute der ehemalige Generalobere Pater Franz Schmidberger. In dem vorliegenden Buch beschreibt er die Entwicklung der Priesterbruderschaft St. Pius X.

Geboren am 19. Oktober 1946, konnte Schmidberger vor wenigen Tagen die Vollendung seines 75. Lebensjahres begehen. Er berichtet aus seinem Leben, das inzwischen selbst zu einem Stück Kirchengeschichte geworden ist. Er ist ja nicht nur an der Entwicklung der Bruderschaft beteiligt, sondern er ist auch Zeuge jener verworrenen Nachkonzilszeit, die er ab 1966 als Student der Mathematik in München erlebte. Hier gelangte er schon früh in jene Kreise, in denen man zahlreiche Fehlentwicklungen des Zweiten Vatikanischen Konzis zu sehen glaubte, wobei insbesondere die neuen liturgischen Vorschriften des Novus Ordo Missae (NOM) Stein des Anstoßes waren.

Als sich der junge Lehrer Schmidberger bereits entschlossen hatte, Theologie zu studieren, um Priester zu werden, hatte er noch eine kurzzeitige Anstellung an einem Landschulheim. Von hier aus besuchte er die Benediktinerabtei St. Ottilien. An der Pforte erkundigte er sich danach, ob es hier sie auch die überlieferte Messe gebe. Er bekam zur Antwort, zwischen dieser und der neuen Messe bestehe kein Unterschied. Diese Aussage ist genau jene, die Hunderttausende Katholiken in jenen Jahren immer wieder gepredigt bekamen, wenn sie ihre Trauer darüber äußerten, dass die alte Messe abgeschafft worden war. Die neuen liturgischen Vorschriften veranlassten viele Gläubige zum Abschied von ihrer Kirche.

Schmidberger fuhr am 14. Oktober 1972 nach Ecône und begann als 26-Jähriger mit dem Theologiestudium. Am 8. Dezember 1975 wurde er von Erzbischof Marcel Lefebvre zum Priester für die Piusbruderschaft geweiht.

Schmidberger berichtet von jenen spannenden Jahren und den Auseinandersetzungen, die der Erzbischof mit den römischen Dikasterien auszutragen hatte. Aufmerksame Leser werden die Tragik dieser Zeit verstehen, in der ein regelrechter Kirchenkampf stattfand. Schmidberger berichtet sachlich und ohne Emotionen. Viele Informationen sind bisher kaum oder nur einem kleinen Kreis bekannt. Schon aus diesem Grund ist das Buch unbedingt empfehlenswert.

Ab 1976 begann sich die Piusbruderschaft im Heimatland des ersten deutschen Priesters der Gemeinschaft, Franz Schmidberger, niederzulassen. Als Generalvikar, Generaloberer und Distriktoberer für Deutschland und Österreich, aber auch als Regens des Priesterseminars hatte Schmidberger großen Einfluss auf einzelne Mitglieder, vor allem aber auch auf die gesamte Priestervereinigung.

Pater Franz Schmidberger hat seine Aufgaben für die Priesterbruderschaft St. Pius X. treu erfüllt; ganz nach dem im Priesterseminar erklärten Wahlspruch „Nichts erbitten, nichts zurückweisen“. Im Buch seiner Erinnerungen, das man gerne auch als eine Chronik der Entstehungsgeschichte der Priesterbruderschaft St. Pius X. ansehen darf, fehlen nicht die Bischofsweihen sowie das Motuproprio „Summorum Pontificum“ und die Aufhebung des Exkommunikationsdekretes der vier Weihbischöfe der Bruderschaft durch Papst Benedikt XVI.

Schmidberger war, ist und wollte immer ein Sohn der Kirche sein. Dies bezeugt er, indem er notiert: „Vor allem hoffen und wünschen wir, dass mit der lehrmäßigen und liturgischen Festigkeit möglichst bald auch eine kirchenrechtliche Lösung gefunden wird.“ Die Piusbruderschaft ist auch dank seines Wirkens heute weltweit in 197 Häusern auf allen Kontinenten vertreten.

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Pater Franz Schmidberger
Erinnerungen. Vom Bauernbub zum Generaloberen.
Sarto-Verlag 2021
ca. 206 Seiten; 16,80 Euro
ISBN: 978-3964060549

Nachtgebet eines Kindes

Bevor ich mich zur Ruh’ begeb’,
zur dir, o Gott, mein Herz ich heb’,
und sage Dank für jede Gab’,
die ich von dir empfangen hab’;
und hab ich heut’ missfallen dir,
so bitt’ ich dich, verzeih es mir!

Dann schließ ich froh die Augen zu,
es wacht ein Engel, wenn ich ruh’.

Maria, liebste Mutter mein,
o lass mich dir empfohlen sein.
Dein Kreuz, o Jesus, schütze mich
vor allem Bösen gnädiglich.
In deine Wunden schließ mich ein,
dann schlaf’ ich sicher, keusch und rein.
Amen.

Mutter Anna, Mutter der Gottesmutter Maria – 26. Juli

Kann man größeres und höheres von der heiligen Anna sagen, als dass sie die Mutter der allerseligsten Jungfrau gewesen ist? Wohl kaum, denn aus der edelsten Frucht erkennt man den edelsten Baum!

Wie die Tradition erzählt, war Anna die Gemahlin Joachims, eines wohlbemittelten Bürgers von Nazareth, der stets auf dem Wege der Gerechtigkeit wandelte und Gott dem Herrn reichliche Opfergaben darbrachte. Auch Anna hatte keinen anderen Willen, als Gott treu und vollkommen zu dienen. Der Herr aber prüfte die Frömmigkeit des heiligen Ehepaares, denn vierzig lange Jahre beteten Joachim und Anna vergeblich um ein eigenes Kind.

Doch Anna betete oft und voller Inbrunst und versprach Gott in einem Gelübde: wenn ihr ein Kind geschenkt würde, so wollte sie es dem Herrn weihen. – Da erschien ihr ein Engel; dieser verhieß ihr ein Kind, das die Bewunderung aller sein werde.

Auch Joachim, ihrem Gatten, der seine Herden im Gebirge weidete, erschien ein Engel und gab auch ihm diese Verheißung. – Bald erfüllte der Herr sein Versprechen, und Anna gebar eine Tochter; sie nannten sie Marjam (Maria).

Maria wurde von Anna und Joachim in ihrem dritten Lebensjahre, gemäß dem gemachten Gelübde, dem Herrn zu seinem Dienste geweiht.

Die Andacht zur heiligen Mutter Anna ist in der heiligen Kirche zu allen Zeiten gepflegt worden. So ist die heilige Mutter Anna auch die Patronin der Hausmütter, die ihnen die folgenden Gnaden von Gottes Güte erlangen soll:

1. Dass die Frau das Herz des Mannes und seine aufrichtige Liebe besitze.
2. Dass sie mit heiliger Wachsamkeit das Hauswesen leite.
3. Dass sie gerne in ihrem eigenen Hause arbeite.
4. Dass sie sich nicht in fremde Angelegenheiten und Streitigkeiten einmische.
5. Dass sie eine Freundin des heiligen Stillschweigens sei, und ihre Worte voll Liebe und Demut seien.
6. Dass sie ihre Söhne und Töchter zu einem Wandel erziehe, durch den sie ihre Mutter preisen.
7. Dass sie freigebig gegenüber die Armen sei.
8. Dass sie in allen Dingen Gott verherrliche.

Tagesgebet:
O Gott, du hast der heilige Anna
huldvoll die Gnade verliehen,
die Mutter deines eingeborenen Sohnes zu gebären;
nun gib in deiner Güte, daß die von uns heute gefeierte Heilige
durch ihre Fürbitte bei dir uns helfe:
durch ihn, unsern Herrn.

Gib, o Herr, allen, die heute ihren Namenstag (Anna, Anne, Anny, … Anita) begehen, auf die Fürbitte Mariens und ihrer heiligen Mutter Anna, dass sie in deiner Gnade leben und sterben mögen. Amen.

Mutter Anna lehrt Maria – Foto: yvonneseale.org