Das habe ich so nicht erwartet …

Nein, das habe ich so nicht erwartet. – Am 13. März 2013, nur wenige Tage nach dem Rücktritt von Papst Benedikt XVI. am 28. Februar 2013, wurde aus dem argentinischen Jesuiten und Kardinal Jorge Mario Bergoglio SJ Papst Franziskus. Gewählt wurde er, wie üblich bei einem Konklave, von den Kardinälen. Sie tragen die Verantwortung.

Nein, das habe ich so nicht erwartet. – Der neue Papst selbst hat sich bereits bei seinem ersten Erscheinen auf der Loggia des Petersdomes positioniert: Buonasera, fertig. Ein Papst, der von Liturgie nichts versteht, die ihm wohl auch nur wenig bedeutet.

Nein, das habe ich so nicht erwartet. – Das Pontifikat Benedikts war jetzt nicht nur zu Ende, es galt ab sofort nichts mehr. Ebenso das Vorgängerpontifikat von Johannes Paul II. Deren Aktivitäten und Programme sind abzuschaffen.

Nein, das habe ich so nicht erwartet. – Franziskus bricht ab, baut nicht auf; damit unterscheidet er sich wesentlich von jenem Heiligen, dem er seinen Papstnamen entlehnt. Der heilige Franziskus hat die Kirche im wahrsten Sinne des Wortes gestützt und geholfen, sie wieder aufzurichten, nachdem sie so elendig darniederlag.

Nein, das habe ich so nicht erwartet. – Bei dem Bergoglio-Papst verhält es sich anders: er reißt ein und bricht ab. Verantwortung – es gilt dies zu wiederholen und zu betonen – tragen jene Kardinäle, die ihn gewählt haben, nachdem furchtbare Intrigen sowohl dem Rücktritt Benedikts, als auch dem Aufstieg Bergoglios vorangegangen sind.

Nein, das habe ich so nicht erwartet. – Der wegen seines Alters (er war 78 Jahre) als Übergangspapst geltende Franziskus hat nicht mit Vorsicht (wie ein Papst des Übergangs) das Erbe seiner Vorgänger bewahrt, die traditionelle katholische Lehre vorgetragen und verteidigt. In weiten Teilen seiner Worte erleben wir das Gegenteil davon.

Nein, das habe ich so nicht erwartet. – Bergoglio-Franziskus baut die Kirche um, er entstellt sie. Würden seine Vorgänger sie noch erkennen, passt wirklich kein Blatt Papier zwischen die beiden derzeit lebenden Päpste?

Nein, das habe ich so nicht erwartet. – Ja, Bergoglio baut die Kirche um. Dies geschieht auf allen Ebenen. Diejenige, die am langfristigsten wirken wird, sind seine Personalentscheidungen, besonders seine Ernennungen von Bischöfen und die Berufungen neuer Kardinäle. Es ist nicht festzustellen, dass seine Personalien ausgewogen wären. Vielmehr werden von ihm nur solche Menschen in hohe und entscheidende Positionen gebracht, von denen er sich Unterstützung wähnt und die Fortführung seiner Sicht der Kirche und deren Aufgaben.

Nein, das habe ich so nicht erwartet. – Das schlimmste: mir kommen die Verehrung und die Liebe zum Papst abhanden. Die letzte, die höchste Instanz der katholischen Kirche gibt es nicht mehr. Was soll ich mit einem Papst, von dem ich den Eindruck habe, dass er keine Ehrfurcht hat vor dem Allerheiligsten, der lieber politisch agiert und der linksgrünen Fraktion der Befreiungstheologen das Wort redet? – Und vor allem: er missachtet weite Teile der katholischen Tradition. Mir kommen die Verehrung und die Liebe zum Papst abhanden. Das macht mich sehr traurig. Und manchmal frage ich mich, ob nicht sogar ich es bin, der sich von der Kirche entfernt, weil ich Papst Franziskus nicht mehr liebe …

Nein, das habe ich so nicht erwartet.

Wenn der Menschensohn wiederkommt,
wird er dann noch Glauben finden? (vgl. Lk 18,8)

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3 Kommentare zu „Das habe ich so nicht erwartet …

  1. Kann ich Wort für Wort unterstützen. Nicht Du bist es der sich von der Kirche entfernt, sondern es ist die römische Kirche selbst. Dieses Pontifikat ist ein Kairos. Das wird mir immer klarer. Jeder Katholik steht vor der Wahl dem Papst und seinen Unterstützern zu folgen, oder Jesus und der überlieferten Lehre. Der Papst hat auch für mich seine Stellung als Garant für Lehre und Einheit völlig verloren. Wenn man es mal objektiv sieht: Der Papst und seine Lehren waren der Grund für zwei riesige Schismen. Interessanterweise haben die Ostkirchen ihre Lehre und Liturgie auch ohne Papst (oder gerade deswegen …?) unverändert bewahrt. Ich habe hier auch keine Lösung ausser: Halte Dich an Christus, lies die Schrift, die Väter (probier es mal mit denen aus dem Osten und nicht nur Augustinus) und den Katechismus. Wir müssen uns auf das „Überwintern“ einstellen, so hat es mir Gabriel Bunge geraten.

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  2. Mit dem gegenwärtigen Pontifikat scheint in der Tat ein erneuter Bruch aufzutreten. Wurden nach dem 2. Vatikanum die Enzykliken und Lehramtsschätze der letzten 2000 Jahre ignoriert, so scheint sich dies nun zu wiederholen. Der Bruch zu den nachkonziliaren Vorgängerpontifikaten ist unübersehbar, offenbar soll mit aktuellen päpstlichen Schreiben und der kommenden Amazonas-Synode der Inhalt eines „3. Vatikanums“ (Zölibat-Ende, Frauenpriestertum, mainstreamkompatibles Öko-„Leer“-Amt) umgesetzt werden, ohne dies offiziell kund zu tun und damit Widerstand zu provozieren.
    Im supranationalen Rahmen wurde mit der säkularen „Klimareligion“ samt CO2-Kult für Gleichklang gesorgt, so dass nun ultraprogressive Kräfte in der Kirche meinen, auf Konzilskonservative keine Rücksicht mehr nehmen zu müssen. Die Zeichen stehen auf kompletten Umbau der Kirchenstruktur hin zur mainstream-kompatiblen „NGO“.

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  3. In Ihrem Beitrag gibt es keinen einzigen Satz, den ich nicht unterschreiben würde. Das Problem geht sogar noch tiefer. Man kann im Dialog mit anderen Christen oder nicht gläubigen Menschen sich nicht mehr auf die Lehre der Kirche beziehen oder auf den Fels Petri hinweisen. Vor unseren Augen bricht das, was wir bis jetzt als Kirche bezeichnet haben, zusammen. In einer Privatoffenbarung hat die Muttergottes in Bezug auf Franziskus gesagt: „Schimpft nicht, betet für ihn.“ Das ist mit Garantie der beste Ansatz.
    In dieser Zeit der Wirren sehe ich aber auch, dass sich Menschen, die sich um die Nachfolge Jesu bemühen, stärker engagieren, zusammenschließen und inniger beten als je zuvor. Wir leben in einer Zeit der Gnade. Man kann sich nicht mehr zurücklehnen und die Hände in den Schoß legen. Es hat tatsächlich ein geistiger Kampf begonnen.

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