Hoffnung für Mariawald und ein engelgleicher Bote

Die „Bombe“ ist geplatzt. Die Trappistenabtei Mariawald wird geschlossen. „Die Zeiten einer monastischen und liturgischen Erneuerung, die mit der ausdrücklichen Erlaubnis und Ermutigung durch Papst Benedikt XVI. im Jahre 2008 begonnen hat, sind beendet.“ Das ist der Tenor, der dieser Meldungen über das einzige Trappistenkloster in Deutschland nachhallt. – Z. B. HIER und HIER

Auch wenn diese Informationen weder von Rom noch von Aachen oder von dem verantwortlichen Immediat für Mariawald bestätigt wurden, so kann man annehmen, dass der Wahrheitsgehalt recht hoch ist.

Trotzdem: ist alles verloren? Ist die Zeit des Klosters Mariawald wirklich zu Ende? Und ist der Versuch, das monastische und liturgische Leben wieder auf die Füße der Tradition zu stellen, wirklich vergebens gewesen?

Können die Zisterzienserväter über dem Portal der Abteikirche von Mariawald verhindern, dass bald die Kirchentür verschlossen wird für jegliche Heilige Messen und Göttliche Offizien? – Heilige Robert, Alberich, Stephan und Bernhard, tretet ein für Kloster Mariawald.

Nichts ist vergeblich, was im Vertrauen auf Gott geschieht! Doch stellt sich die Frage, ob immer und von allen Seiten in der Wahrheit gesprochen und gehandelt wurde.

Wir können es von hier aus nicht bestätigen. Doch eines läßt sich sagen: die Schlaumeier in den Foren und Kommentarspalten, die vorgeben, die Wahrheit zu kennen, obgleich sie nichts wissen und keinen Einblick haben, sollten schweigen.

Vielmehr sollten wir alle beten. Beten wir für den weiteren Bestand von Mariawald und den Trappisten in diesem Kloster! Beten wir, dass die Wahrheit siegt! Vor einiger Zeit hat sich eine Gebetsgemeinschaft für Mariawald gebildet; sollten deren Gebete vergeblich bleiben? Sicher nicht! Es passt auch, dass über das Kloster ein Segen „hereingebrochen“ ist, dessen Wirkung noch garnicht wirklich erkannt wird. Ein Segen, der durch einen alten polnischen Priester, gleichsam einem engelgleichen Boten, über Mariawald kam.

Lesen Sie selbst:

Reliquie des seligen Jerzy Popieluszko in Mariawald

Am 27. November 2017 brachte der hochbetagte polnische Priester Czeslaw Banaszkiewicz eine Reliquie des Märtyrers Jerzy Popieluszko nach Mariawald. Die Reliquie, ein kleines Stoffstück, getränkt mit dem Blut, das der Märtyrer bei seiner Ermordung vergossen hat, ist in ein goldenes Kreuz eingefügt. An vielen Tagen des Jahres wird die Reliquie auf dem Altar der Abtei stehen und als sichtbares Zeichen die Reihe der Blutzeugen ergänzen, die im Kanon der hl. Messe genannt werden.

Jerzy (Georg) Popieluszko wurde am 14. 9. 1947 in der Nähe der Bischofsstadt Bialystok geboren. 1972 weihte ihn Kardinal Wyzynski zum Priester.

Während der gegen den Kommunismus gerichteten Streiks der Gewerkschaft Solidarnosc (1980) war er geistlicher Begleiter der Arbeiter. Nach dem Verbot der Gewerkschaft wurde seine Gemeinde Zentrum der Bürgerrechtler. Popieluszko kritisierte das 1981 verhängte Kriegsrecht und feierte jeden Monat eine „Messe für das Vaterland“. Er kümmerte sich um vom Staat in die Armut getriebene Familien und um zu unrecht inhaftierte Arbeiter. Popieluszko wurde bespitzelt und verleumdet. Im Herbst 1983 zwang der Sicherheitsdienst ihn zur Aufgabe seiner Tätigkeit als Seelsorger. Im Dezember des gleichen Jahres wurde er „wegen Spionage“ verhaftet, jedoch auf Druck der Öffentlichkeit und durch Intervention des Bischofs freigelassen. 1984 entkam er nur knapp zwei Attentaten. Um ihn vor weiteren Angriffen zu schützen, bot Erzbischof Glemp ihm einen Studienaufenthalt in Rom an. Popieluszko lehnte ab. – Wenige Tage später, am 19. Oktober 1984, wurde er von Offizieren des Staatssicherheitsdienstes entführt, misshandelt und in einem Stausee ertränkt. Am 30. 10. wurde seine Leiche gefunden. Die Beerdigung wurde zu einer Demonstration Hunderttausender gegen den kommunistischen Terror.

(2010) Seliger Jerzy Popieluszko

Als Wahlspruch hatte der junge Priester einen Satz des Apostels Paulus gewählt: „Lass dich nicht vom Bösen besiegen, sondern besiege das Böse durch das Gute!“ (Röm 12,21) Dieser Aufforderung ist Jerzy Popieluszko bis zum Tode treugeblieben. –

Schon bald setzte die Verehrung ein. Etwa 25 Millionen Menschen haben seither am Grab des Märtyrers gebetet, darunter auch die Päpste Johannes Paul II. und Benedikt XVI. 1997 wurde der Seligsprechungsprozess eingeleitet, und am 6. 6. 2010 wurde Jerzy Popieluszko in Anwesenheit seiner 100 Jahre alten Mutter seliggesprochen. Der Gedenktag ist der Tag seines Martyriums, der 19. Oktober.

Es ist eine große Auszeichnung für Mariawald, diese Reliquie zum Geschenk bekommen zu haben. Indem die Abtei die Reliquie in Ehren hält und den Besitz öffentlich bekannt macht, erfüllt sie einen Wunsch des ehrwürdigen Priesters C. Banaszkiewicz, des ehemaligen Beichtvaters von Jerzy Popieluszko und Überbringers der Reliquie, die Heiligsprechung von Jerzy Popieluszko zu fördern.

Reliquie Jerzy Popieluszko

Jerzy ist der polnische Name für Georg, jenen Streiter gegen den dämonischen Drachen. Seinen Namen Jerzy/Georg hat Popieluszko selbst gewählt, als er seinen Taufnamen Alfons ablegte, der ihm im Andenken an einen im Widerstand gegen die Deutschen gefallenen Onkel gegeben worden war. Man kann diese Namensänderung als Erklärung seines Willens verstehen, die Feindschaft zwischen den Völkern zu tilgen. In diesem Sinne ist die Reliquie des polnischen Priesters im deutschen Trappistenkloster auch ein großes Zeichen der Versöhnung.

Möge der Selige für jeden, der ihn anruft, Fürbitte halten und
die Abtei Mariawald beschützen!

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